Englische Panzer rollen in die Tank-Schlacht von Cambrai

Jahr 1917


Die Situation an den Fronten im Jahr 1917.

Dampfer von U-Boot torpediert
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 1. März 1917: Seekrieg Im März sind pro Tag durchschnittlich 40 deutsche U-Boote auf
107-mm-Feldgeschütz Modell 1910
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 2. März 1917: Naher Osten Persien: Der russische General Baratow besetzt Hamadan, Kangavar und
Nahrungsmittelaufständen in Petrograd
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 4. März 1917: Heimatfronten Russland: Nahrungsmittelaufstände in Petrograd (und am 6. und 7. März),
Marschkolonne türkischer Kavallerie
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 5. März 1917: Naher Osten Palästina: Kress evakuiert Wadi Scheich Nuran und zieht sich
Airco D.H.4 Doppeldecker
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 6. März 1917: Luftkrieg Westfront: Der erste schnelle, hochfliegende DH4-Bomber mit dem ersten Constantinesco
Gotha-Bomber-Staffel
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 7. März 1917: Luftkrieg Besetztes Belgien: Die neue deutsche Gotha-Bomberbasis von Scheldewindeke im Süden
Graf von Zeppelin
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 8. März 1917: Luftkrieg Deutschland: Tod des Grafen Ferdinand von Zeppelin im Alter von
Royal Aircraft Factory F.E.8
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 9. März 1917: Luftkrieg Westfront: Richthofen, bei dem der Benzin-Tank und der Motor Treffer
HMS 'G 13'
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 10. März 1917: Seekrieg Nordsee: Das britische U-Boot G13 versenkt UC 43 vor den
Britische Truppen marschieren in Bagdad ein
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 11. März 1917: Naher Osten Mesopotamien: FALL VON BAGDAD (Bevölkerung über 150.000). Britische Truppen
Schiessereien Petrograd
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 12. März 1917: Heimatfronten Russland: ERSTE RUSSISCHE REVOLUTION (bis zum 15. März). Die gesamte
Britische und indische berittene Militärpolizei
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 13. März 1917: Westfront Großbritannien: In London unterzeichnen Haig und Nivelle eine Vereinbarung zur
Abschnitt der Hindenburg-Linie
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 14. März 1917: Westfront Somme - DEUTSCHER RÜCKZUG MIT DER MASSE DER TRUPPEN ZUR
Zar Nikolaus II.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 15. März 1917: Politik Russland: ZAR DANKT AB. Miliukow wird neuer russischer Außenminister. Neutrale
Überreste vom deutschen Luftschiff 'L39'
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 16. März 1917: Luftkrieg Frankreich: Luftschiff L39 wird in der Nacht vom 16./17.März durch
1.500 britische einheimische 'Stammes-Transport
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 17. März 1917: Afrikanische Fronten Ostafrika: Hoskins bittet um 15.000 Träger pro Monat, um
türkischer Stabsoffizier mit einem 10 Jahre alten Kindersoldaten
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 18. März 1917: Mittlerer Osten Armenien: Kemal Pascha wird Befehlshaber der türkischen Zweiten Armee
französische Schlachtschiff 'Danton'
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 19. März 1917: Seekrieg Mittelmeer: U 64 versenkt das moderne französische Schlachtschiff Danton (296
Britische Soldaten mit französischen Kindern
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 20. März 1917: Westfront Aisne: Deutsche Soldaten zerstören die unersetzliche mittelalterliche Burg von Coucy-le-Chateau,
US-Handelsschiff 'Illlinois'
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 21. März 1917: Seekrieg Nordsee: US-Tanker Healdton versenkt (20 Tote) durch ein U-Boot in
Ex-Zar Nikolaus im Gefängnis
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 22. März 1917: Politik Russland: Als erstes die USA und dann die Alliierten und
General Robert Nivelle
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 23. März 1917: Westfront Die Deutschen überfluten das Oise-Tal und La Fare (französische Truppen
Vereidigung russischer Truppen
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 24. März 1917: Ostfront Russland - die Russische Armee verkündet ihre Loyalität gegenüber der
'Billy' Bishop
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 25. März 1917: Luftkrieg Westfront: Bishop erzielt seinen ersten von 72 Luftsiegen. Nur einer
Türkische Geschütze feuern auf die britischen Truppen
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 26. März 1917: Naher Osten Palästina - Erste Schlacht von Gaza (bis zum 27.
U-155
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 27. März 1917: Seekrieg Deutschland: Die Langstrecken-Hochsee-U-Boot-Flotillie wird mit U 155 aufgestellt und besteht
Sopwith Triplane
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 28. März 1917: Luftkrieg Mazedonien: 10 Bomber vom KG 1 werden bei dem Versuch,
Angriff deutscher Albatros-Jäger
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 29. März 1917: Luftkrieg Westfront: Richthofen erzielt 4 Luftsiege (insgesamt 10 im März). Naher
Britische Kavallerie in der Nähe von Jebel Hamrin
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 30. März 1917: Naher Osten Mesopotamien: Die britische Kavallerie-Division besetzt Delli Abbas. Keary besetzt
deutscher Stützpunkt für U-Boote und Zerstörer
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 31. März 1917: Seekrieg Für den März belaufen sich die alliierten Handelsschiffsverluste auf 556.775

Englische Panzer rollen in die Tank-Schlacht von Cambrai
Englische Panzer rollen in die Tank-Schlacht von Cambrai am 20. November 1917.
Während dieses ‘Jahres der Agonie’, in dem in so vieler Weise die moderne Welt begann, wie wir sie kennen, hat Russland die absolute Monarchie abgeschüttelt, zwei Revolutionen über sich ergehen lassen und sich sanft einem deutsch-österreich-ungarischen ‘Friedensdiktat’ unterworfen.

Die britische Armee verblutete in Flandern und die U-Boote wüteten unter den britischen Handelsschiffen, während die französische Armee von Meutereien und Defätismus überzogen wurde.
In Deutschland verursachte der zunehmende schwere Nahrungsmittelmangel Aufstände und Streiks, während es in der blockierten Hochseeflotte zu Streiks kam.
Österreich-Ungarn erlebte nahezu eine Hungersnot und die ersten, ernsten Unruhen unter seinen beherrschten Völkerschaften.
Am schlimmsten traf es jedoch Italien, welches nahezu durch einen tödlichen Schlag aus dem Krieg geworfen wurde.
Und in Ostafrika ging die letzte Kolonie Deutschland verloren, wenn auch der unbezwingbare Lettow-Vorbeck seine verbliebene Truppe in das portugiesische Mosambik führte und dadurch den Widerstand auf diesem Nebenkriegsschauplatz für ein weiteres Jahr verlängern konnte.

Der Krieg war zu einer immer mehr anwachsenden, allumfassenden Belagerung für die Völker geworden, in der Kampffront und Heimatfront in einer einzigen, unteilbaren Tortur verschmolzen.
Die Alliierten machten den Arabern und den Juden widersprüchliche Versprechungen zu ihrer Unabhängigkeit, als die Türken Bagdad und Jerusalem an die britischen Armeen verloren.

Das einzige, davon unabhängige Ereignis, welches letztlich aus freien Willen und nicht durch Notwendigkeiten erzwungen wurde und zum entscheidenden Faktor werden sollte, war jedoch Amerikas Kriegserklärung an Deutschland.

Die schweren Verluste, welche während der Schlacht an der Somme eingetreten waren, hatten das deutsche Oberkommando dazu veranlasst, die zu weit vorgeschobenen Stellungen in Frankreich aufzugeben und sich auf eine neue, stark befestigte Verteidigungslinie zurückzuziehen, welche mit begrenzten Kräften gehalten werden konnte. In der Zwischenzeit konnten die Deutschen Russland den endgültigen Schlag versetzen.
Diese ‘Hindenburg’- (oder auch ‘Siegfried’-) Linie wurde während des Winters 1916/1917 erbaut. Genauer gesagt war diese ‘Linie’ eine komplexe Anlage mit Schützengräben, Betonunterständen, Geschützstellungen und Stacheldraht, welcher ‘Rasiermesser’ genannt wurde.
Dahinter wurden noch die ‘Hunding’- und ‘Brunhilde’-Linien errichtet, welche 1918 fertiggestellt wurden. Deutschlands Propagandisten verkündeten lauthals, dass dieses Stellungssystem ‘uneinnehmbar’ wäre, um der zunehmenden Kriegsmüdigkeit der unterernährten deutschen Bevölkerung entgegenzuwirken.
Ludendorff vertrat die Meinung, dass diese Linie gehalten werden könnte, bis der uneingeschränkte U-Boot-Krieg die Engländer zu Sinnen gebracht haben würde – oder besser, auf ihre Knie.

Anfang 1917 zogen sich deutsche Truppen in die Hindenburg-Linie zurück und führten rücksichtslose Deportationen und Zerstörungen in dem geräumten Gebiet durch. Heeresgruppen-Befehlshaber Prinz Rupprecht protestierte gegen dieses unnötige und ausufernde Vernichtungswerk und drohte zurückzutreten.
Die alliierten Offensiven im April eroberten die Vimy-Höhe, aber schreckliche französische Verluste während der übermäßig geförderten und unfähig durchgeführten Nivelle-Offensive am Aisne-Abschnitt lösten große Meutereien in der französischen Armee aus. Dank der meisterhaften Intervention von Petain wurden diese Unruhen schnell und heimlich unterdrückt.

Im Juni nahmen die Briten unter Plumer die Messines-Höhe und andere wichtige Punkte im Ypern-Frontbogen. Aber der gesuchte Erfolg ab dem 31. Juli in der Dritten Schlacht von Ypern oder Schlacht von Passchendaele, von Ypern aus nach Osten bis zu den deutschen U-Boot-Stützpunkten in Flandern durchzubrechen, brachte wenig bei schrecklich hohen Verlusten. Viele Hunderte, wenn nicht sogar tausende Soldaten des Britischen Empires sind einfach von der Bildfläche verschwunden und im bodenlosen Schlamm ertrunken.

Vielleicht hatte diese britische Offensive – wie von Haig und Robertson entschuldigend behauptet – die volle deutsche Aufmerksamkeit in einer kritischen Phase erzielt, während die zerschlagene und meuternde französische Armee sich langsam wieder erholte.
Aber bestimmt hätten ähnliche Erfolge auch mit einer besser durchdachten Strategie bei dem Verlust von weniger Menschenleben erreicht werden können, z.B. durch den schon detailliert geplanten amphibischen Angriff unter Verwendung spezieller Landungsfahrzeuge und auch Tanks auf die deutsch-besetzte belgische Küste.

Von August bis Oktober erzielten die Franzosen dann vor Verdun deutliche Geländegewinne und nahmen auch die Höhe Chemins des Dames in einer Folge von gut geplanten und begrenzt durchgeführten Angriffen.

Die Italiener hatten ihre wiederholten Offensiven gegen die österreich-ungarische Linie am Isonzo nordöstlich von Venedig fortgesetzt. Geringe Geländegewinne wurden gemacht, aber die italienischen Truppen waren ermattet. Wiederholte italienische Appelle um die Bitte von mehr anglofranzösischen schweren Geschützen waren ungehört verhallt.
Zwar erkannte der italienische Oberbefehlshaber Cadorna die drohende Gefahr einer deutsch-österreich-ungarischen Offensive, aber seine Vorsorgemaßnahmen wurden nicht von seinen dilettantischen Korpskommandeuren umgesetzt.
So boten italienische Gasmasken nur eingeschränkten Schutz und italienische Flieger waren im Allgemeinen den von der Westfront eingetroffenen deutschen Fliegern unterlegen.
Unerkannt von den Italienern war dazu heimlich eine kampfstarke deutsche Verstärkung aus sieben Divisionen von der eingeschlafenen Ostfront herangeführt worden. Ihre Truppenführer waren alle in die neuen ‘Sturmtruppen’-Infiltration-Taktik des General Hutier eingewiesen, darunter auch ein Württemberger namens Erwin Rommel.

Am 24. Oktober 1917 erfolgte der Schlag am Caporetto. Die italienische Linie brach zusammen und wurde mit dem Verlust von 320.000 Mann und 3.000 Kanonen 115 Kilometer weit zum Fluss Piave zurückgedrängt.
Elf britische und französische Divisionen mussten in aller Eile an die Piave verlegt werden und ein oberster alliierter Kriegsrat wurde gegründet, um eine einheitliche Strategie zu planen.

In dieser dunklen Stunde erfolgte für die Alliierten ein Hoffnungsschimmer durch den überraschenden, massiven britischen Panzereinsatz bei Cambrai am 20. November 1917. Zwar war der Durchbruch nur vorübergehend und bald durch deutsche Verstärkungen von der Ostfront und aus Italien beseitigt, aber das Potenzial eines massiven Tank-Einsatzes war zweifelsohne bewiesen worden. Das Ereignis wurde zur Geburtsstunde des modernen, mechanischen Krieges.

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