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B-17 Fliegende Festung


Legendärer strategischer Höhenbomber Boeing B-17 Fliegende Festung.
Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3D-Modell.

Formation von B-17G
Eine Formation von B-17G der 381. Bomber-Gruppe fliegen eskortiert von einer P-51B Mustang von ihrem Stützpunkt Ridgewell in Richtung auf ihren Sammelpunkt.


Boeing B-17 Fliegende Festung
Typ: Strategischer Höhenbomber.

Geschichte

Die B-17 Fliegende Festung war schon zu ihrer Zeit legendär. Dieses Flugzeug von Boeing repräsentierte mehr als jedes andere die Macht der amerikanischen Luftfahrt und dass schon in den Jahren, als Europa von den Achsen-Streitkräften überrannt wurde.
Insgesamt wurden 12.731 Fliegende Festungen während des Zweiten Weltkrieges produziert. Während des Krieges schrieben sie Luftfahrtgeschichte, als sie am 17. August 1942 mit Tagesangriffen auf Ziele in Westeuropa begannen. Am 27. Januar 1943 begannen dann die Tagesangriffe auf Deutschland selbst, während in der Nacht die Lancaster, Halifax und Stirling-Bomber der RAF erschienen. Zu den Zielen der B-17-Bomber gehörte Wilhelmshaven, Schweinfurt, Wiener Neustadt, Regensburg und Berlin. Über diesen Städten war der Himmel ausgefüllt mit mehreren hundert Bomber im Formationsflug, zusammen mit den brennenden Wracks, von abstürzenden Fliegenden Festungen. Abertausende von Menschen kamen ums Leben und Städte wurden dem Erdboden gleichgemacht.

Das Projekt 299, was die interne Bezeichnung bei der Firma Boeing für die B-17 war, begann am 16. August 1934. Dies war acht Tage nachdem die Firma eine offizielle Regierungsanforderung für einen Prototyp eines mehrmotorigen Bombers erhalten hatte, welcher bis zum August des nachfolgenden Jahres fertig sein sollte. Dessen hauptsächliche Aufgabe sollte die Bekämpfung feindlicher Schiffe sein.
Die Spezifikation verlangte ein Flugzeug, welches eine Zuladung von 907 kg über eine Entfernung zwischen 1.650 und 3.500 km bei einer Geschwindigkeit zwischen 320 und 400 km/h tragen konnte. Es wurde dabei an ein ähnliches Flugzeug wie den B-18 Bolo-Bomber gedacht.

Die Boeing-Ingenieure hatten einen Vorteil durch ihre vorhergehenden Experimente beim Bau des zivilen Transportflugzeuges Modell 247 und der Entwicklung des Modell-294-Bombers. Deshalb gingen sie das hohe finanzielle Risiko für das Unternehmen ein und wählten für das Flugzeug vier 750 PS Pratt & Whitney Hornet Motoren aus. Damit konnte das Flugzeug mit der vorgegebenen Bombenlast schneller und höher fliegen. Die Besatzung bestand aus acht Mann und die Bombenzuladung aus bis zu acht 227-kg-Bomben, also insgesamt sogar 2.176 kg.

Der Prototyp stieg erstmals am 28. Juli 1935 in die Lüfte. Knapp einen Monat später, bei einem Überführungsflug, zeigte das neue Flugzeug, was es konnte. Der Prototyp der B-17 flog dabei über eine Entfernung von mehr als 3.400 Kilometern Nonstop innerhalb von neun Stunden. Dieser Flug der Flying Fortress (Fliegende Festung) bei einer Marschgeschwindigkeit von 374 km/h nach Wright Field war der Beginn einer neuen Epoche in der Luftfahrtgeschichte.
Jedoch wurde das Flugzeug am 30. Oktober bei einem Unfall während des Starts zerstört.

Dreizehn Vorserien-Flugzeuge wurden für Versuche gebaut. Das erste dieser YB-17 flog erstmals am 2. Dezember 1936 und die anderen wurden zwischen dem 1. März und 5. August 1937 zur Erprobung an die 2. Bomber-Gruppe ausgeliefert. Diese Flugzeuge erhielten Wright Cyclone Motoren.
Eine weitere Flugzeugzelle, welche ursprünglich für statische Prüfungen vorgesehen war, wurde mit vier mit Kompressoren ausgestatteten Wright-Motoren ausgerüstet und als YB-17A bezeichnet. Die Leistung dieser Maschine war so vielversprechend, dass die Kompressoren zum Standard bei den späteren Serienmodellen wurden. Die statischen Prüfungen waren abgesagt worden, da eine YB-17 ohne den geringsten Schaden durch einen schweren Sturm geflogen war. So wurden alle YB-17 mit Abgasturbolader nachgerüstet, um bessere Flugeigenschaften in großer Höhe zu erzielen.

Der erste Auftrag zur Serienproduktion ging 1938 ein, als 39 B-17B bestellt wurden. Diese Serienflugzeuge hatten einen neuen Bug, größere Seitenruder und größere Landeklappen. Trotzdem blieb die Flächenbelastung mäßig und das herausragende Merkmal aller B-17 war die ruhige Fluglage.

Churchill beobachtet B-17
Churchill beobachtet eine der neuen B-17C Fortress. Der US-Bomber wird für die RAF aber zu einer Enttäuschung.

Eine zweite Bestellung im Jahr 1939 umfasste 38 B-17C mit stärkerer Bewaffnung durch Maschinengewehren in den Seiten, Panzerschutz für die Positionen der Besatzungsmitglieder, selbstdichtende Treibstofftanks und eine untere Wanne.
Um Kampferfahrungen mit dem Flugzeug zu sammeln, wurden 20 Flugzeuge dieses Modells an die britische Royal Air Force abgegeben. Die 90. Squadron des Bomber-Kommandos verwendete sie bei nur einem Tagesangriff aus größer Höhe, wobei die Norden-Zielgeräte fehleranfällig waren, die Browning-Maschinengewehre in der großen Höhe einfroren und die deutschen Jagdflugzeuge beim Angriff von hinten nicht beschossen werden konnten. So wurden diese von den Briten als Flying Fortress I bezeichneten Bomber anschließend nur beim Küsten-Kommando und im Nahen Osten verwendet.

Im Jahr 1940 wurden weitere 42 B-17D bestellt, welche dem vorhergehenden Modell ähnlich, aber verbessert waren.
Diese beiden letzten Versionen der Fliegenden Festung waren auch die ersten, welche Kampfeinsätze sahen. Die B-17 wurden von den Briten ab Mai 1941 ohne großen Erfolg eingesetzt und nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor durch die Amerikaner. Allerdings wurden die meisten B-17 auf Hawaii bei dem japanischen Überfall im Dezember 1941 vollständig zerstört. Die überlebenden Bomber flogen aber die erste amerikanische Luftoffensive des Zweiten Weltkrieges, als sie am 10. Dezember 1941 die japanische Schifffahrt angriffen.

IIA (B-17E) das RAF Coastal Command
Letzte Besprechung vor dem Start einer Fortress IIA (B-17E) das RAF Coastal Command. Etwa 200 waren dort ab Mitte 1942 im Einsatz.

Die Version von 1941 war die B-17E, welche aufgrund der britischen Kampferfahrung umfangreich modifiziert wurde. Der gesamte hintere Abschnitt wurde radikal verändert, um eine größere Stabilität zu erreichen, insbesondere in großen Flughöhen. Dazu wurde Platz gemacht für eine Defensivbewaffnung im Heck. Die Bewaffnung wurde verstärkt durch das Hinzufügen von zwei mechanisch angetriebenen Maschinengewehr-Türmen, einer davon auf dem oberen Rumpf und einer unter dem Bauch. Beide Türme hatten Zwillings-12,7-mm-Maschinengewehre, und ein weiteres Maschinengewehr wurde an jeder Seite des Rumpfes installiert. Zwei manuell bediente leichte 7,62-mm-Maschinengewehre wurden an jeder Seite der transparenten Nase eingebaut.
Das Flugzeug hatte auch größere Seitenruder, um auch aus großer Flughöhe die Bomben ausreichend genau abzuwerfen, sowie verbesserten Panzerschutz und Ausrüstung.
Insgesamt wurden 512 B-17E gebaut. Sie erschienen Anfang 1942 zuerst über dem Pazifik und im Juli des gleichen Jahres über Europa mit den Verbänden der 8. US-Air-Force, welche in Großbritannien stationiert waren. Am 17. August 1942 unternahmen diese Flugzeuge den ersten Angriff auf ein europäisches Ziel und bombardierten Rouen in Frankreich bei Tageslicht.
Dieses Modell wurde auch erstmals neben Boeing auch bei Lockheed-Vega und Douglas-Tulsa gebaut.

B-17F mit oliv-grünem Tarnanstrich im Jahr 1942
B-17F mit oliv-grünem Tarnanstrich im Jahr 1942. Spätere Fortress des 8. US Bomber Command hatten noch aus großer Distanz gut lesbare Einheiten-Symbole und wurden unlackiert ausgeliefert, da sie dann leichter und schneller waren und die Kondensstreifen der Bomberformationen sowieso aus über 150 Kilometer Entfernung zu sehen waren.

Das nächste Modell war die B-17F, welche 1942 erschien. Dieser Bomber, von dem 3.405 gebaut wurden, hatte eine noch schwerere Bewaffnung und einige weitere Veränderungen. Dazu gehörten ein langer Plexiglasbug, paddelförmige Propeller und Vorrichtungen für Unterflügellasten.
Die Firmen Lockheed und Douglas halfen bei der Herstellung dieses Modells und bauten 500 bzw. 605 Stück. Der Rest wurde im Boeing-Werk in Seattle hergestellt.
Einige B-17F wurden mit zusätzlichen Maschinengewehren ausgerüstet und flogen als Schutz für die Bomber. Sie erhielten die Bezeichnung YB-40 Flying Fortress.

Die häufigste und letzte Variante der Fliegenden Festung war die B-17G. Dieses Endmodell des Bombers wurde seit Ende 1942 gebaut.
Boeing baute davon 4.305, Douglas bei Long Beach 2.395 und Lockheed in Burbank 2.250 Exemplare. Die Boeing-Fabrik in Seattle produzierte täglich bis zu 16 Stück dieses Bombers und die meisten dieser Flugzeuge wurden ab 1943 nach Europa geschickt.

B-17G wird mit Bomben beladen
Eine Fliegende Festung B-17G der 398. Bomb Group der 8. USAAF wird mit Bomben beladen.

Die B-17G hatte eine stärkere Abwehrbewaffnung mit einem elektrisch angetrieben Waffenturm unter dem Bug, direkt unter dem Platz des Navigator-Bombenschützen. Dazu kamen gut positionierte Seiten-Maschinengewehre.

Mindestens 25 der Bomber wurden als BQ-7 mit ferngelenkten Aphrodite-Raketen mit 5.500 kg hochbrisanten Sprengstoff zum Kampf gegen deutsche U-Boot-Bunker ausgerüstet. Viele Flugzeuge F- und G-Serie wurden auch mit HX-Radar ausgerüstet, wobei der Radarkopf in den Rumpfbug oder in den hinteren Rumpfteil eingezogen werden konnte.

Die Besatzungen bevorzugten die ältere B-17 Fliegende Festung gegenüber der neueren und moderneren B-24 Liberator, da erstere wesentlich angenehmer und leichter zu fliegen war und mehr Gefechtsschäden vertragen konnte.

Einsätze mit der B-17

Einer der bedeutendsten und wichtigsten Angriffe der B-17 Fliegenden Festungen richtete sich am 17. August 1943 gegen die deutsche Kugellager-Industrie in Schweinfurt und die Messerschmitt-Werke in Regensburg. Durch die zwei Ziele zersplittert sich die Wirkung der insgesamt 376 gestarteten Fliegenden Festungen.
Die 146 B-17 mit dem Ziel Regensburg sollten den ersten Pendeleinsatz mit zusätzlichen Treibstoffbehältern fliegen und über Italien nach Bone in Tunesien weiterfliegen. Allerdings konnten die Begleitjäger vom Typ P-47 Thunderbolt nur bis Aachen wegen ihrer begrenzten Reichweite mitfliegen. Zudem stimmte die Koordinierung der Abflugzeit beider Verbände nicht, sodass die deutschen Jäger nach der Bekämpfung der ersten Gruppe auftanken konnten, um anschließend den zweiten Verband anzugreifen.

Trotz der starken Verteidigungskraft eines Kampfblocks aus 18 Fliegenden Festungen fanden die deutschen Jäger bald heraus, dass sich die B-17 am einfachsten direkt von vorne angreifen ließ. Aus etwa 600 Metern eröffneten sie für zwei Sekunden das Feuer, bevor sie hochziehen mussten. Dazu setzte die deutsche Luftwaffe erstmals Ju 88, Do 217 und He 111 bewaffnet mit Luft-Luft-Raketen gegen die Bomber ein.

Trümmerhaufen B-17
Trümmerhaufen am Boden einer abgeschossenen B-17 Fliegende Festung.

Bei diesem Unternehmen Double Strike (Doppelschlag) wurden 59 Fliegende Festungen abgeschossen und 100 schwer beschädigt, während 25 deutsche Jäger verloren gingen. Dies war die schwerste Niederlage der amerikanischen Bomberverbände in Europa und machte klar, dass trotz der starken Bewaffnung der B-17 und ihrer Robustheit, tiefe Tageseinsätze über Deutschland ohne ausreichenden Jagdschutz kaum durchführbar waren.
Für die nächsten fünf Wochen erschienen keine amerikanischen Bomber mehr über dem Reichsgebiet und erst das Erscheinen der P-51 Mustang Ende des Jahres veränderte die Lage grundlegend.

Insgesamt wurden 12.731 B-17 Fliegende Festungen hergestellt.


Verschiedene experimentelle Versionen wurden auch gebaut, sowie ein Foto-Aufklärer F-9, das Such- und Rettungsflugzeug PB-1G mit Schlauchbooten sowie das Transportflugzeuge CB-17. Dazu gab es noch den XC-108 Kommandotransporter, das PB-1W-Frühwarnflugzeug, und die Zieldrohne OB-17.

Die Vereinigten Staaten waren nicht das einzige Land, welches die Fliegende Festung einsetzte. Während des Zweiten Weltkriegs erhielt die britische RAF knapp über 200 Fliegenden Festungen, von denen 20 B-17C und der Rest B-17E, F und G-Modelle waren. Diese Flugzeuge wurden vom Bomber- und Küsten-Kommando eingesetzt und blieben bis Kriegsende in Dienst.

Die Deutschen erbeuteten rund 20 Fliegende Festungen, davon einige intakt und einige beschädigt. Sie wurden den ‘Geister-Staffeln’ des Kampfgeschwader 200 zugeteilt und zur Erprobung verbesserter Angriffstaktiken für Jagdflugzeuge verwendet. Einige der Flugzeuge wurden auch bei Geheimmission eingesetzt, entweder ganz ohne Nationalabzeichen oder mit gefälschten USAAF-Markierungen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden einige der überlebenden B-17G von Israel eingesetzt, sowie von den Luftstreitkräften von Brasilien und der Dominikanischen Republik, während andere Fliegende Festungen zu Löschflugzeuge zur Bekämpfung von Waldbränden umgebaut wurden.

Benutzer: britische RAF, US Army Air Force, US Navy.


Spezifikationen für Boeing B-17G Flying Fortress (Fliegende Festung)

Spezifikationen:

Boeing B-17G Fliegende FestungSpezifikation
Typstrategischer Höhenbomber
Antrieb vier 1.200-PS Wright R-1820-97 Cyclone 9-Zylinder-Sternmotoren mit Abgasturbolader
Besatzung10
Spannweite 31,62 m
Länge über alles 22,78 m
Höhe über alles 5,82 m
Flügelfläche 131,92 m²
Leer-Gewicht 16.391 kg
Startgewicht (maximum) 32.660 kg
maximale Flügelbelastung?
maximale Leistung?
Höchstgeschwindigkeit462 km/h
in Flughöhe von7.620 m
Marschgeschwindigkeit?
in Flughöhe von?
Steigleistung?
Steigleistung auf6.096 m
in Zeit von37 Minuten
Dienstgipfelhöhe10.850 m
Reichweite 3.220 km (mit 2.724 kg normaler Bombenzuladung)
Reichweite mit voller Bombenlast1.760 km
maximale Reichweite5.200 km
Einsatzradius?

Bewaffnung:

Boeing B-17G Fliegende FestungSpezifikation
MG-Türme 4 x Zwillings-12,7-mm-Browning-MG-Türme (800 Schuss/min, Mündungsgeschwindigkeit 867 m/s, Geschossgewicht 48,5 g, Schussweite 6.584 m): unter dem Bug, auf und unter dem Rumpf, im Heck
Einzel-MGs 5 x 12,7-mm-Browning-MGs: eines an jeder Seite der Bugkanzel, eines in jedem Rumpfgefechtsstand, eines beim Funker in der Rumpfmitte nach oben/hinten
MGs gesamt13
Bombenzuladung normal 2.724 kg im Rumpfschacht. Höchstlast bis zu 5.800 kg auf kurzen Distanzen.

Einsatzstatistik:

Boeing B-17 Fliegende FestungAngaben
Erstflug (Prototyp)28. Juli 1935
Produktionsauslieferung der ersten Testserie Y1B-17Januar 1937
Erstlieferung (B-17B)Juni 1939
Erster Kampfeinsatz in Europa (B-17E)17. August 1942
Erstlieferung B-17GEnde 1942
Truppenlieferung B-17GJuli 1943
Erstlieferung B-17G ohne TarnanstrichJanuar 1944
EndlieferungApril 1945
Stückpreis 238.329 $ ( = ca. 529.620 RM)
Stückzahl (alle) 12.731 (8.680 B-17G)
US-Einsätze Europa 1942-1945291.508
US-Bombenabwurfmenge Europa 1942-1945640.036 t
US-Verluste Europa 1942-19454.688
US-Feindabschüsse Europa 1942-456.659


Animation 3D-Modell Boeing B-17 G Flying Fortress (Fliegende Festung)

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Anfang 1942 wurde die Luftoffensive gegen Malta verstärkt und als Ergebnis davon, gingen weniger Nachschubgüter in den Konvois verloren, was mehr Versorgung für Rommel bedeutete. Dieser nahm jedoch an, dass er erst Tobruk nehmen müsste, um seine Versorgungswege so kurz wie möglich zu halten, bevor er den Suez-Kanal erreichen konnte. Die Einnahme von Tobruk müsste vor der Eroberung von Malta geschehen. Aber erst im Frühjahr 1942 wurde vereinbart, dass Rommel als erster in Richtung Tobruk angreifen soll. Auchinleck von der britischen Achten Armee stand ebenfalls unter Druck. Churchill und der britische Generalstab teilten ihm mit, wenn er die Flugplätze in der westlichen Cyrenaika nicht erobert, würde der Druck auf Malta zu groß werden. Auchinleck erwiderte, solange er nicht eine ausreichende Überlegenheit über Rommel hätte, und hier insbesondere bei den Panzern, könne er keinen Erfolg garantieren. 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Eine längere Verteidigungslinie bedeutete Zersplitterung und die Gefahr, dass diese von den Deutschen durchtrennt wird. Schließlich wurde ein unvermeidbarer Kompromiss eingegangen und von Ghasala aus in südlicher Richtung lag die 1. südafrikanische Division, die britische 50. Division und schließlich die frei-französische Brigade in Bir Hacheim. Die Verteidiger bezogen eine Linie in mit Stacheldraht in alle Richtungen umzäunten Feldstellungen und dazwischen befanden sich umfangreiche Minenfelder, welcher allerdings nicht vollständig durch Feuer gedeckt werden konnten, was entgegen jedem elementaren Prinzip der Verteidigung stand. Die 2. südafrikanische Division hielt Tobruk und stand zusammen mit den Verbänden in der Ghasala-Linie unter dem Kommando von Gotts XIII. Korps. Das XXX. Korps, das ‘Corps de Chasse’, welches immer noch von Norrie befehligt wurde, wurde südlich von Tobruk als Reserve für einen Gegenangriff platziert. 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  • T-34 Modell 1943 mit 76,2-mm-Kanone F-34 der Roten Armee aus dem Zweiten Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder, Video und 3d-Modell. T-34 Modell 1943 Typ: mittlerer Kampfpanzer mit 76,2-mm-Kanone F-34. Geschichte: Einige der wenigen, nützlichen Resultate aus der Diskussion um den T-34M war der Entwurf eines neuen, größeren Gussturms, welcher der Geschützbedienung mehr Platz gab. Die Verwendung dieses neuen, sechseckigen Turms begann in Nischni Tagil im Frühjahr 1942. Dieser Panzer wurde zum T-34 Modell 1943 und wurde erstmals gegen die Finnen in Karelien im April 1942 eingesetzt. Die Produktion beider Modelle T-34 1942 und 1943 lief dort parallel, während die beiden anderen Werke den T-34 Modell 1942 bis spät in das Jahr 1942 weiterbauten und erst dann wechselten. hier zum Vorgängermodell T-34-Panzer Modell 40,41,42. Es gab eine Reihe von Unterschieden an den Panzern, welche in den verschiedenen Fabriken gebaut wurden. Jedoch beeinträchtigte dies nicht die Qualität der Fahrzeuge. Eine Untersuchung eines der britischen Panzer- und Technikerschule im Jahr 1943 zur Verfügung gestellter T-34 ergab, dass die Panzerplatten von zumindest gleicher, wenn nicht sogar überlegener Qualität, zu den englischen waren. 1942 sah sich Russland einem ernstzunehmenden Mangel an Gummi ausgesetzt, sodass die STZ-Fabrik gezwungen wurde, T-34 mit Ganzmetall-Rädern zu bauen. Die anderen Fabriken mussten später dem ebenfalls folgen. Schließlich wurden Gummi-umrandete Räder in der ersten und fünften Position verwendet, um die Stöße und die damit auftretenden Schäden bei hohen Geschwindigkeiten zu vermindern. Im Herbst 1942 begann die Produktion von STZ als Folge der schweren Kämpfe um Stalingrad einzubrechen. Im August wurde die Produktion nach Tankograd verlegt, wo der Bau des T-34 Modell 1943 bis April 1944 fortgesetzt wurde. Die Ural-Schwermaschinenfabrik begann ebenfalls während des Jahres 1942 Teile des T-34 zu produzieren und mit der kompletten Herstellung des Panzers Ende des Jahres. Weitere Verbesserungen wurden am T-34 während des laufenden Jahres vorgenommen. Mehr Treibstoff gab es durch außen angebrachte, im Gefecht abwerfbare Treibstoffbehälter. Verschiedene neue Kettentypen wurden für Schnee und Matsch entwickelt, um die Fahrleistungen zu verbessern. Obwohl es die russischen Panzer auf dem Schlachtfeld nicht an Feuerkraft, Panzerung und Beweglichkeit vermissen ließen, waren ihre Leistungen dort oft ziemlich bescheiden. Die deutschen Soldaten hatten bald herausgefunden, dass die russischen Panzer selten das Gelände zu nutzen wussten, völlig unkoordiniert agierten und dazu neigten, in starren geometrischen Formationen anzugreifen. Einige dieser Probleme lassen sich ohne Zweifel auf die unzureichende Ausbildung der russischen Panzersoldaten zurückführen, welche nur etwa 72 Stunden Taktik-Ausbildung im Klassenzimmer neben der Grundausbildung erhielten. Die Übungen der Einheiten waren auch oft oberflächlich und ungenügend, aber auch die ergonomische Anordnung in den russischen Panzern war schuld – und vor allem das archaische Layout der Panzertürme. Während die deutschen Panzertürme Raum für drei Mann hatten – nämlich Kanonier, Ladeschütze und Kommandant – hatten die russischen Panzertürme nur Platz für den Panzerkommandanten und Kanonier. Dadurch hatte der russische Panzerkommandant nicht nur die gleichen Aufgaben wie sein deutscher Gegenüber, sondern er musste auch noch die Kanone und das koaxiale Maschinengewehr nachladen, was für seine Übersicht im Gefecht sehr störend war. Darüber hinaus waren die Türme des T-34 und KW-Panzer nicht mit einem Turmkorb ausgestattet. Die Mannschaften saßen auf Hockern am Drehkranz aufgehängt. Unter ihren Füßen stapelte sich Munition, nur durch Neoprenmatten abgedeckt. Während des Kampfes wurde der Boden ein einziges Durcheinander aus offenen Behältern und Matten, während die Besatzung damit beschäftigt war, Munition zu entfernen und dies reduzierte natürlich ihre Leistung. Und selbst dann, wenn der russische Panzerkommandant durch das Nachladen nicht abgelenkt wurde, so hatte er nicht die 360-Grad-Sichtkuppel seines deutschen Pedanten. Im T-34 und KW-1 gab es nur einziges Periskop mit einem begrenzten Sichtfeld und einen Beobachtungsschlitz in der Nähe seiner linken Schulter. Viele deutsche Panzerkommandanten hielten während des Gefechtes gerne den Kopf aus dem Turm, um das Gelände besser überblicken zu können. Im KW-Panzer war das aber wegen der Anordnung der Dachluke unmöglich und im T-34 schwierig, weil die einteilige und große Luke nach vorne geöffnet werden musste und dann das Sichtfeld versperrte. Die relative Knappheit an Funkgeräten bis 1943 behinderte auch die taktische Führung der Panzergruppen. Die Kommunikation zwischen den Panzern musste durch Flaggen erfolgen, was langsam und unzuverlässig war. Häufig ordneten die Zugführer nur an, dass ihre Panzer einfach ihrem Beispiel folgen sollten. Die russischen Konstrukteure hatten diese Probleme mit den Entwürfen des KW-3 und T-34M beheben wollen, aber der Druck, der durch die atemberaubenden Panzerverluste auf den Schlachtfeldern entstanden war und der Notwendigkeit, diese irgendwie schnell zu ersetzen, verhinderte, dass solche Verbesserungen bis zur Mitte des Krieges vorgenommen werden konnten. Im Falle des T-34 wurde erst Ende 1942 durch einen Zwischenschritt eine 360-Grad-Beobachtungskuppel auf dem Turmdach eingebaut und mehr Panzer wurden nach und nach mit Funkgeräten ausgestattet. Benutzer: Russland. Nachfolgemodell T-34-85 (1944) Organisation der russischen Panzerverbände 1942/43 Im Mai 1942 wurde erstmals das erste neue Panzer-Korps der Roten Armee aufgestellt. Es wurde nicht sogleich zu einem Erfolg, da es in zögerlichen Abwehrkämpfen und mit schlechter Nachrichtenverbindungen zwischen seinen Einheiten eingesetzt wurde. Die russischen Panzertaktiken zu dieser Zeit waren meist ziemlich schlecht, welches durch fehlende Übung und oben schon beschriebene Nachteile in den Panzerentwürfen verursacht wurde. So wurden mehrere der neuen Panzerkorps bei der vernichtenden Niederlage bei Woronesch schon wieder zerschlagen. Als Ursache wurde aber auch die Zusammenstellung der russischen Panzerbrigaden mit völlig unterschiedlichen Panzerfahrzeugen erkannt. Zwar konnten die leichten Panzer vom Typ T-60 und die mittleren T-34 auf der Straße in etwa die gleiche Geschwindigkeit aufrechterhalten, aber die schweren KW-1 blieben oft weit hinten zurück und konnten nicht alle Brücken überqueren. Dies führte dazu, dass oft nur die T-34 in den Kampf zogen, da die leichten Panzer Probleme hatten, deutsche Kampfpanzer erfolgreich zu bekämpfen. So wurden die KW-1 aus den Panzerbrigaden entfernt, welche nur noch über T-34 und die neuen, leichten T-70 Panzer verfügten. Die KW-1 bildeten nun unabhängige Panzer-Regimenter zur Unterstützung der Infanterie. So entstand im September 1942 das Mechanisierte Korps, welches drei mechanisierte Infanterie-Brigaden und nur eine Panzer-Brigade hatte. Da die Russen aber über nicht genügend Schützenpanzer oder LKWs verfügten, musste die mechanisierte Infanterie auf Panzern in das Gefecht ziehen. Dadurch verfügte ein mechanisiertes Korps dann über mehr …

1 Kommentar zu „B-17 Fliegende Festung“

  1. Gregor Rast

    Ich würde gerne mehr über die deutschen Geheimmissionen mit der B-17 erfahren.
    Wo kann man sich da informieren?

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