Bismarck in norwegischen Fjord


Bismarck in norwegischen Fjord

Bismarck in norwegischen Fjord

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Im Blickpunkt:
  • die Mannschaft einer dänischen Flugabwehr-Kanone

    Dänische Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg. Stärke und Organisation der Armee, Luftwaffe und Marine bei der deutschen Besatzung von Dänemark. Dänische Streitkräfte 1940 Der Verteidigungsauftrag von 1937 sah eine Friedensstärke der dänischen Streitkräfte von zwei Divisionen, einem unabhängigen Flugabwehr- und Pionier-Regimentes, eine Armee-Luftwaffe, die Garnison von Bornholm, ein Transport-Bataillon und ein Hauptquartier vor. In Friedenszeiten bestanden die Regimenter und Bataillone nicht mehr als aus einem kleinen Verwaltungsstab, welcher für das Training und die Ausbildung der jährlich 6.599 Wehrpflichtigen verantwortlich war. Von den Wehrpflichtigen waren 4.340 Mann für die Infanterie, 465 für die Königliche Leibgarde, 374 für die Kavallerie, 1.120 für die Artillerie und 300 für die Pioniere vorgesehen. Am 8. April 1940 waren 6.600 Wehrpflichtige mit einer elfmonatigen Ausbildung unter den Fahnen, sowie weitere 2.050 Mann, welche nicht den Kampftruppen angehörten. Während der deutschen Besetzung von Dänemark beim Unternehmen Weserübung war ein Teil dieser Truppen im Urlaub, während weitere sieben Prozent nicht für den Dienst einsatzbereit waren. Die Seeland-Divison hatte ihr Hauptquartier in Kopenhagen und bestand aus der Königlichen Leibgarde, dem 1., 4. und 5. Infanterie-Regiment, den Garde-Husaren, dem 1. und 2. Feldartillerie-Regiment, dem 13. Flugabwehr-Bataillon und einem Pionier-Bataillon. Die Jütland-Division hatte ihr Hauptquartier in Viborg und bestand aus dem 2., 3., 6. und 7. Infanterie-Regiment, dem Infanterie-Pionier-Regiment, dem Jütland-Dragoner-Regiment, dem 3. Feldartillerie-Regiment, dem 14. Flugabwehr-Bataillon und dem 2. Pionier-Bataillon. Die Sollstärke eines Infanterie-Regimentes waren 3.000 Mann aller Ränge, bewaffnet mit Krag-Joergensen M84/24 Gewehren und Bayard M1910 Pistolen. Stärke und Ausrüstung der dänischen Divisionen: Der deutsche Vorwand für die Besetzung von Dänemark war es, das Land vor einem englischen Angriff zu schützen. Aus diesem Grund wurde den deutschen Truppen befohlen, den Einmarsch so friedlich und freundschaftlich wie möglich durchzuführen. Tatsächlich kamen nur 12 dänische Piloten, 11 Soldaten und 3 Grenzsoldaten ums Leben (deutsche Verluste: 20 Tote, 65 Verwundete). Die deutschen Behörden erlaubten es dem König und der Regierung von Dänemark die Regierungsgewalt weiterhin in beschränktem Rahmen auszuüben, während Fragen, welche im Zusammenhang mit der Besetzung des Landes standen, Gegenstand von Verhandlungen zwischen beiden Parteien waren. Die dänischen Streitkräfte konnten weiterbestehen, jedoch in erheblich reduzierten Rahmen von nicht mehr als 3.300 Mann. Diese bestanden aus der Königlichen Leibgarde, Wehrpflichtigen in der militärischen Ausbildung sowie weitere Wehrpflichtige, welche für Wartungs- und Reparaturarbeiten benötigt wurden. Darüber hinaus gab es eine Reihe von Reserve-Offizieren und Unteroffiziere welche in der dänischen Heeres-Offizierschule ausgebildet wurden. Bedingt durch den für Deutschland sich ungünstig entwickelnden Kriegsverlauf verschlechterten sich jedoch die Beziehungen zwischen den beiden Ländern ständig und im November 1942 wurde es dänischen Soldaten in Uniform verboten sich auf Jütland aufzuhalten. Die dänische Armee war damit auf Seeland und die Insel Fünen beschränkt. Der letzte Akt folgte im August 1943, als die Deutschen die dänischen Truppen in einem kurzen Kampf überrumpelten und entwaffneten. Danach wurden alle gefangengenommen dänischen Soldaten zu Kriegsgefangenen und die dänischen Streitkräfte wurden aufgelöst. Uniformen der Armee 1940 waren die Uniform der dänischen Armee im Wandel begriffen und eine neue khakifarbene Uniform mit brauner Lederausrüstung und Schuhwerk ersetzte die alte Uniform mit ihrer schwarzen Lederausrüstung und Schuhwerk. Aufgrund der Neutralität Dänemarks und seiner Wirtschaft in Friedenszeiten ging die Umstellung nur langsam vonstatten, und als die Deutschen im April 1940 einmarschierten, trafen sie auf Militärs, die sowohl graue als auch khakifarbene Uniformen mit einer Mischung aus brauner und schwarzer Ausrüstung trugen. Offiziere und reguläre Unteroffiziere trugen im allgemeinen Khaki, aber der Großteil der Armee und insbesondere die Wehrpflichtigen trugen noch graue Tuniken und Mäntel, hellblaue Hosen und schwarze Lederausrüstung. Die khakifarbene Uniform bestand aus einer einreihig gearbeitete Tunika mit Stehkragen, die mit sechs bronzenen Knöpfen und aufgesetzten Faltentaschen geschlossen wurde. Der Mantel war zweireihig mit zwei Reihen von sechs Knöpfen und einem großen Fallkragen. Die Hose wurde außerhalb der ledernen Schnürfeldstiefel aus Leder auf halber Wadenhöhe zusammengerollt getragen. Der neue Stahlhelm vom Muster M1923 (1937 eingeführt) hatte eine markante Form und trug das dänische Wappen auf der Vorderseite. Wenn der Helm nicht gebraucht wurde, trugen alle Dienstgrade eine khakifarbene Seitenmütze. Die Königlich Dänische Leibgarde hatte eine Felduniform im gleichen Schnitt, aber sie wurde in einem graugrünen Tuch gefertigt, das dem deutschen Feldgrau nicht unähnlich war und später im Krieg wurde diese Uniform vom deutsch-freundlichen Schalburg-Korps übernommen. Abzeichen: Der Rang wurde durch die Anzahl, Breite und Farbe der Spitzen und Geflechte an der Seitenkappe und den Schulterträgern angegeben. Unteroffiziere trugen gelbe Spitzenzwickel an den Ärmeln. Zur Kennzeichnung der Waffengattung trugen bestimmte Kategorien von Dienstgraden vergoldete Metallabzeichen am Kragen der Tunika, während andere Dienstgrade ein emailliertes Abzeichen über der rechten Brusttasche hatten. Linke Spalte (von oben nach unten): Futtermütze Offiziere; Offiziersanwärter und Unteroffiziere; andere Ränge; Piloten-Flügeln. Obere Reihe (v.l.n.r. nach linker Spalte): Mützenabzeichen für Generalsrang; Leitende Offiziere; National-Kokarde; Mützenabzeichen Unteroffiziere und Anwärter; Gefreite. Zweite Reihe Schulterstücke balu-grau (v.l.n.r.): General; Generalleutnant; Generalmajor; Oberst; Oberstleutnant; Hauptmann; Zweiter Hauptmann; Leutnant; Reserve-Leutnant; Zweiter Leutnant. Dritte Reihe Schulterstücke braun (v.l.n.r.): Korps-Stabsfeldwebel; Stabsfeldwebel; Hauptfeldwebel; Feldwebel; Cornet; Oberfeldwebel; Unterfeldwebel; Unteroffizier; Gefreiter; Helmabzeichen. Dänische Luftwaffe Die Luftwaffe, welche ein Teil der Armee waren, bestand aus zwei Bataillonen, von denen eines in Jütland und das andere auf Seeland stationiert war. Am Morgen des 9. April 1940 bestanden diese aus: 1 Staffel mit 13 Abfangjägern 1 Staffel mit 8 Abfangjägern und 2 Aufklärungsflugzeugen 1 Staffel mit 11 Aufklärungsflugzeugen und 1 Trainingsflugzeug 1 Staffel mit 14 Aufklärungsflugzeugen die Luftwaffen-Schule mit 18 Trainingsflugzeugen Gesamtstärke zusammen mit der Marine etwa 100 Flugzeuge. Nach der Auflösung der dänischen Streitkräfte im August 1943 setzten sich eine Reihe von dänischen Piloten nach Schweden ab, wo sie damit begannen auf schwedischen Maschinen (Saab B-17) zu üben. Es sollte eine Luftunterstützungs-Einheit für die in Schweden gebildete dänische Brigade aufgestellt werden, was aber bis zum Ende des 2. Weltkrieges nicht mehr abgeschlossen wurde. Uniformen Luftwaffe Angehörige der dänischen Luftwaffe, welche ein Teil der Armee waren, trugen deshalb ebenfalls eine Armee-Uniform. Allerdings schienen Offiziere eine offene Version der khakifarbenen Dienstuniform zu bevorzugen. Qualifiziertes Flugpersonal trug auf der rechten Brust die bestickte ‘Flügel’. Dänische Marine Der König von Dänemark war der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, während das eigentliche Kommando über die Marine der Marineminister, Vize-Admiral H. Rechnitzer, ausübte. Dieser war mehr …

  • Schlachtschiff Marat

    Russische Schlachtschiffe Archangelsk der britischen Royal-Sovereign-Klasse und Marat, Gangut. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Schlachtschiff Archangelsk Archangelsk Typ: russisches Schlachtschiff der englischen Royal-Sovereign-Klasse. Geschichte: Nach der Kapitulation Italiens im September 1943 beanspruchte die sowjetische Regierung umgehend ein Drittel der italienischen Flotte, als Ausgleich für die durch italienische Kriegsschiffe im Schwarzen Meer verursachten Schäden. Wenn auch die Angloamerikaner wenig Bereitschaft dafür zeigten, hatten sie jedoch keine andere Wahl, als einen Kompromiss einzugehen. Bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die überlassenen italienischen Flotteneinheiten einsatzbereit und aufgeteilt werden könnten, wollten sie einige ihrer eigenen Schiffe an die Sowjetunion ausleihen. Als Teil dieser Vereinbarung machte die englische Royal Navy das alte Schlachtschiff Royal Sovereign (Stapellauf 1915), zusammen mit vier Unterseebooten (U- und S-Klasse) und neun ehemaligen amerikanischen Glattdeck-Zerstörer verfügbar. Die Schiffe der Royal-Sovereign-Klasse (oder kurz ‘R’-Klasse genannt) waren die letzten englischen Schlachtschiffe, welche während des 1. Weltkrieg gebaut wurden. Die Klasse bestand ursprünglich aus acht Schiffen, aber nur fünf wurden tatsächlich fertiggestellt: Resolution, Revenge, Royal Oak, Ramillies und Royal Sovereign. Ihre Abmessungen waren etwas kleiner als die der vorausgegangenen Queen Elizabeth Klasse, aber ihre Panzerung war besser verteilt und sie hatten die gleiche Hauptbewaffnung aus acht 38,1-cm-Geschützen in vier Türmen. Diese fünf Schiffe wurden zwar während der Jahre zwischen den beiden Weltkriegen umgebaut, jedoch nicht modernisiert. Während des 2. Weltkrieg taten sie daher nur Dienst bei zweitrangigen Aufgaben – welche aber trotzdem wichtig waren, wie die Sicherung von großen Geleitzügen oder Truppentransporten gegen deutsche Handelszerstörer oder als Abschreckung gegen die Japaner im Indischen Ozean. Der einzige Kriegsverlust der Klasse war die Royal Oak, welche bereits am 14. Oktober 1939 durch Günther Prien mit seinem U 47 in Scapa Flow versenkt wurde. Resolution wurde 1940 durch ein französisches Unterseeboot torpediert und Ramillies durch ein japanisches Kleinst-U-Boot vor Madagaskar im Jahr 1942, aber beide Schiffe konnten repariert werden und traten wieder der Flotte bei. Ramillies wurde später auch noch zum Beschuss der Küstenabschnitte an der Normandie und in Südfrankreich während der dortigen alliierten Invasionen eingesetzt. Die Royal Sovereign war zwar erst kurz zuvor mit neuem Radargerät und Flugabwehr-Kanonen ausgerüstet worden, trotzdem war sie nun – abgesehen von ihrer Einsatzmöglichkeit zum Küstenbeschuss – für die Royal Navy entbehrlich geworden. Eine sowjetische Schiffsbesatzung traf im Frühjahr 1944 in England ein und stellte das Schiff offiziell am 30. Mai 1944 als Archangelsk in Dienst. Im August 1944 lief sie zusammen mit dem Arktis-Konvois JW59 in das Weiße Meer. Sie verblieb in der Arktis für den Rest des Krieges und feuerte dabei keinen einzigen Schuss ab. Zu dem damaligen bizarren russischen Charakter noch die Anmerkung, dass als sie im Februar 1949 wieder an die Royal Navy zurückgegeben wurde, alle Waffen an Bord – von dem 38,1-cm-Geschütz bis zur 4-cm-Flak – noch immer geladen waren und zusätzlich die Messedecks mit menschlichen Exkrementen bedeckt waren. Benutzer: Britische Royal Navy, Russische (Sowjetische) Marine. Animation 3D-Modell Schlachtschiff Revenge der Royal-Sovereign-Klasse Spezifikationen für Schlachtschiff Archangelsk Spezifikation: Bewaffnung: Panzerschutz: Einsatzstatistik: Schlachtschiff-Klasse Marat oder Gangut (Oktjabrskaja-Revoluzia) Die einzigen anderen sowjetischen Schlachtschiffe des Zweiten Weltkrieges waren die Schiffe der Klasse Oktjabrskaja-Revoluzia, welche ursprünglich unter dem Namen Gangut-Klasse zu Beginn des Ersten Weltkrieges für die Marine des Zaren in Dienst gestellt worden waren. Etwa ein Dutzend russische Schlachtschiffe überstanden die Russische Revolution von 1917, aber die meisten wurde in den frühen zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts verschrottet. Die einzige Ausnahme waren die vier Einheiten der Gangut-Klasse, welche neben dem Klassenschiff die Namen Petropawlowsk, Poltawa und Sewastopol hatten. Sie hatten eine ungewöhnliche Entstehungsgeschichte, denn nach den schweren Verlusten der zaristischen Flotte im Russisch-Japanischen Krieg, musste Russland seine Flotte wieder vollständig neu bauen. Die ersten der neuen Großkampfschiffe waren die Einheiten der Gangut-Klasse für die Ostsee-Flotte, mit deren Planungen bereits 1906/1907 begonnen wurde. Das Ziel der russischen Marine war es, ihre ersten Großkampfschiffe mit einer Höchstgeschwindigkeit von 21,5 Knoten und einer Hauptbewaffnung aus zwölf 305-mm-Geschützen und einer Sekundärbewaffnung aus sechzehn 120-mm-Kanonen in Kasematten zu bauen. Dafür wurden einundfünfzig Entwürfe geprüft, aber der beste von der deutschen Werft Blohm&Voss wurde zurückgewiesen, da die Regierung des Zaren darauf bestand, dass die Schiffe in Russland gebaut werden müssen. Mithilfe des britischen Schiffbauers John Brown wurde deshalb dieser Entwurf überarbeitet, was dazu führte, dass das Schiff ungefähr in der Klasse zwischen einem Schlachtschiff und Schlachtkreuzer lag und daher zu ihrer Zeit als ‘Ostsee-Schlachtschiff’ bezeichnet wurde. Das lag daran, dass man sich dabei eng an die Vorstellungen des italienischen Generals Cuniberti gehalten hatte, der schwerer bewaffnete und schnellere Kriegsschiffe bevorzugte, dafür weniger Wert auf Panzerschutz legte. Deshalb ähnelten die russischen Schiffe in einem größeren Maßstab dem italienischen Schlachtschiff Dante Alighieri, welches ebenfalls 305-mm-Geschütze in Drillingstürmen auf der Mittschiffs-Linie trug. Die Schiffe der Gangut-Klasse hatten jedoch dagegen glatt durchlaufende Decks, eine anders angeordnete Maschinenanlage und Panzerungsaufbau. Die vier Türmen mit jeweils drei 305-mm-Geschützen standen alle entlang der Mittellinie, was eine Breitseite von zwölf Kanonen gegenüber den acht von zeitgenössischen britischen und deutschen Schlachtschiffen ergab. Diese russischen 30,5-cm-L/52-Geschütze erwiesen sich zudem als sehr Zielgenau. Obwohl die Drillingstürme eine starke Bewaffnung ergaben, mussten jedoch der Bug- und Heckturm knapp vor dem Schiffsenden montiert werden, da es keine überhöhte Anordnung der einzelnen Türme gab. Deshalb war es auf den Schiffen der Gangut-Klasse bei Fahrt immer sehr Nass. Die Mittelartillerie war zudem schlecht angeordnet und bei schwerer See nur wenig Wert. Der Entwurf der Antriebsmaschinen und des Schiffskörpers ergab eine Höchstgeschwindigkeit von 23 Knoten, was 1,5 Knoten über den ursprünglichen Anforderungen lag und damit einen Vorsprung von zwei bis drei Knoten gegenüber jedem anderen auf See befindlichen Schlachtschiff ergab. Im Gegensatz zum Rest des Schiffes lag der Panzerschutz jedoch unter dem Standard, da mehrere Kompromisse eingegangen werden mussten, um das Gesamtgewicht geringer zu halten. Da die Schiffe insbesondere für den Einsatz in der Ostsee vorgesehen waren, hatten sie einen besonderes verstärkten, Eisbrechenden Bug. Das Gewicht der Maschinenanlage und der Panzerung verhinderte jedoch den Einbau von Torpedoschotten. Die Korbmasten amerikanischer Art, welche bei der vorhergehenden Imperator-Pawel-Klasse erstmals erprobt worden waren, wurden während des Baus durch Stangenmasten ersetzt. Trotzdem wurde der verfügbare Raum des Schiffskörpers nicht optimal genutzt und die mehr …

  • Deutsche Soldaten entfernen die Grenzschranken zu Polen

    Der Weg in den 2. Weltkrieg und das Kriegstagebuch für das Jahr 1939. Monatliche Kriegstagebücher für September, Oktober, November und Dezember 1939.   Friede in unserer Zeit In einer später berüchtigten Radiosendung vom 28. September 1938 klagte der britische Premierminister Chamberlain darüber: ‘Wie schrecklich und unglaublich erscheint es, dass wir Schützengräben ausheben und Gasmasken tragen sollen, wegen eines Streits in fernen Ländern, zwischen Menschen, über welche wir überhaupt nichts wissen’. Obwohl dieser sogenannte ‘Streit’ offenbar zwei Tage später durch das Münchner Abkommen beigelegt wurde, war das Ergebnis nicht der ‘Frieden in unserer Zeit’ – wie von Chamberlain verkündet – sondern lediglich eine Atempause über 5 1/2 Monate. Bestärkt durch Verachtung und Hohn für die Leichtgläubigkeit des ‘netten, alten Mannes’, welchem er ja nur seine Unterschrift in München gegeben hatte, steigerte Hitler die Propaganda und den Druck auf die Tschechoslowakei und drohte dreist Prag in Ruinen zu bombardieren, wenn der schüchterne Präsident Hacha nicht auf seine Forderungen eingeht. Am 15. März 1939 unterzeichnete Hacha eine Erklärung in Berlin, in welcher es lautete, dass um die ‘abschließende Befriedung zu erreichen, er zuversichtlich das Schicksal des tschechischen Volkes und Landes in die Hände der Führer des Deutschen Reiches legt.’ Kriegstagebuch 1939 Kriegstagebücher zu den einzelnen Monaten des Jahres 1939: Ende der Appeasement-Politik Der deutsche Einmarsch in die Tschechoslowakei am 15. März 1939 zwangen die britische und französische Regierung die ‘Appeasement’-Politik aufzugeben. Innerhalb von zwei Tagen gab Chamberlain eine öffentliche Verurteilung ab. Darauf folgte am Ende des gleichen Monats eine anglofranzösische Garantie zur Hilfe für Polen, welches offenbar das nächste Opfer Hitlers werden sollte: ‘Im Falle einer Handlung, die eindeutig die polnische Unabhängigkeit bedroht, und welche die polnische Regierung entsprechend zwingt, mit ihren nationalen Streitkräften Widerstand zu leisten … werden wir der polnischen Regierung alle in unserer Macht nur mögliche Unterstützung gewähren.’ Am 26. April wurde als Reaktion auf Mussolinis Besetzung des kleinen Königreichs Albanien in Großbritannien die Wehrpflicht wieder eingeführt, ein einmaliger Vorgang in Friedenszeiten, ebenso wie es die Garantie für Polen in der britischen Außenpolitik gewesen war. Darauf hin einigten sich Deutschland und Italien darauf, ihre Achse in ein formelles Militärbündnis umzuwandeln. Großbritannien und Frankreich schlossen Pakte mit der Türkei, Griechenland und Rumänien. Hitler war inzwischen damit beschäftigt, die Wiedergewinnung des polnischen Korridors, Danzig und letztlich die Zerschlagung des polnischen Staates vorzubereiten. Der Wehrmacht wurde öffentlich befohlen, bis zum 25. August 1939 für alle Eventualitäten bereit zu sein. Eine große Frage blieb jedoch noch bestehen: Welche Rollen würden das sowjetische Russland und die USA in den heraufziehenden Konflikt spielen ? Es gab wenig Zweifel über das vorläufige Verhalten der USA, denn gebunden durch drei selbst auferlegte Neutralitätsakte musste ein noch isolationistisches Amerika von seinem Präsidenten umworben werden, mehr Interesse in Europa zu zeigen, als an dem zwei Jahre alten chinesisch-japanischen Konflikt. Es gab deshalb mehr Diskussionen darüber, welche Politik die Sowjetunion verfolgen würde. Die sogenannte ‘Friedensfront’, welche Großbritannien und Frankreich aufbauen wollten und an welcher bis jetzt Polen, die Türkei, Griechenland und Rumänien teilnahmen, konnte niemals eine wirksame Abschreckung für Hitler ohne Russland sein. Britische und russische Diplomaten trafen sich zwar in ständigen und herzlichen Konferenzen, welche aber fruchtlos blieben. Die sowjetische Presse beendet die Denunziation von Chamberlain wegen seines angeblichen Verrats an der Tschechoslowakei und der Londoner Times wurde ungewöhnlich still darüber, über die Mängel der sowjetischen Politik zu berichten. Anfang Juni ging schließlich William Strang, ein hoher Beamter im Auswärtigen Amt und ein Experte in russischen Angelegenheiten, als Sonderbotschafter nach Moskau, um Gespräche über einen anglo-russischen Militärpakt einzuleiten. Stalins Doppelspiel Aber für diejenigen, welche offene Augen hatten, war zu erkennen, dass Stalin ein doppeltes Spiel betrieb. Während einer großen Rede am 28. April 1939 kündigte Hitler zwar den deutsch-polnischen Pakt von 1934 und das deutsch-englische Flottenabkommen von 1939 auf, ließ jedoch die übliche Hetze gegen den ‘jüdischen Bolschewismus’ und die ‘monströsen Untermenschen’ aus dem Kreml weg. Am 3. Mai wurde der diplomatische und britisch-freundliche Kommissar für Auswärtige Angelegenheiten, Litwinow, plötzlich gegen den grimmigen und provinziellen Molotow ersetzt. Einige Tage später traf auch ein neuer russischer Botschafter in Berlin ein und erhielt einen außergewöhnlich herzlichen Empfang. Als Anfang August schließlich britische und französische Stabsoffiziere nach Moskau geschickt wurden, um Gespräche mit dem russischen Marschall Woroschilow zu beginnen, fanden sie sich bald in einem Kreislauf von mysteriösen Verzögerungen und Hindernissen wieder. Woroschilow verlangte Zustimmung zur russischen militärische Kontrolle über die baltischen Staaten und es gab endlose Diskussionen über geeignete militärische Gegenmaßnahmen gegen die ‘indirekte Aggression’. Die baltischen Staaten waren abgeneigt, ihre Neutralität zu gefährden und bevorzugten getrennte Nichtangriffspakte mit Deutschland auszuhandeln. Die Polen hielt immer noch an ihrer traditionellen Russen-Phobie fest. Dann, am 19. August 1939 kündigte Stalin gegenüber dem Politbüro seine feste Absicht an, einen Pakt mit Deutschland zu schließen. Am 21. August wurde dann der bevorstehende Abschluss eines deutsch-sowjetischen Pakts in Berlin gegenüber einer erstaunten Welt bekannt gegeben. Im Laufe des Tages versuchten die britischen und französischen Offiziere in Moskau, Woroschilow zu kontaktieren. Aber als der Leiter der französischen Militärmission schließlich mit dem russischen Marschall sprechen konnte, wurde er mit einem peinlichen Vortrag abgehandelt: ‘Die Frage der militärischen Zusammenarbeit mit Frankreich steht seit mehreren Jahren im Raum, wurde aber niemals vereinbart. Im vergangenen Jahr, als die Tschechoslowakei geopfert wurde, warteten wir vergeblich auf ein Signal aus Frankreich, aber es wurde keines gegeben. Unsere Truppen waren bereit … Die französische und englische Regierung haben nun die politische Diskussion zu lange verschleppt.’ Am nächsten Tag traf Hitlers arroganter Außenminister von Ribbentrop in Moskau für die feierliche Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts ein. Der ‘unnatürliche’ Hitler-Stalin-Pakt Obwohl es auf den ersten Blick nach Churchills Worten ein ‘so sehr unnatürlicher Pakt’ war, hatte er eine gewisse machiavellistische Logik. Stalin konnte sich aus dem drohenden Krieg in Europa heraus halten und den Kampf Deutschland und den westlichen Demokratien überlassen. Dies war insbesondere wichtig, als der sowjetische Führer vor kurzem erst Tausende von hohen Offizieren der Roten Armee hat liquidieren lassen. Stalin glaubte, dass die westlichen Demokratien ihn immer wieder in einen Krieg mit Deutschland verwickeln wollten, und das diese hofften, aus einem deutsch-russischen Vernichtungskrieg unversehrt mehr …

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