Deutsche Pak an der Südostfront


Deutsche Pak an der Südostfront

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Im Blickpunkt:
  • Me 210 A-1 von 7./ZG 1 über Tunesien

    Deutscher Schnellbomber Messerschmitt Me 210. Geschichte, Entwicklung, Einsätze bei der Luftwaffe und in Ungarn, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Messerschmitt Me 210. Typ: Schnellbomber, Jagdbomber, Zerstörer, Aufklärungsflugzeug. Geschichte Noch vor dem Start der Serienproduktion des Bf 110 Zerstörers wurde schon an eine neue Version bei Messerschmitt gedacht. Dabei plante Willy Messerschmitt aber eher eine völlige Neukonstruktion als eine Modifizierung, um die Manövrierfähigkeit des zweimotorigen Zerstörers im Luftkampf zu verbessern. Nach einigen Berechnungen, Planungen und Vorentwürfen nahm das neue Flugzeug mit der Projektnummer P1060 ab Ende 1938 erste Formen an. Da die Bayerischen Flugzeugwerke zwischenzeitlich zur Messerschmitt AG geworden waren, wurde das Firmenkürzel ‘Bf’ nun zu ‘Me’ und der neue Zerstörer erhielt die offizielle Bezeichnung Me 210. Der neue Zerstörer war zwar nicht deshalb vorgesehen, weil man die aktuelle Bf 110 für ungeeignet hielt, sondern vielmehr wurde nach dem Produktionsbeginn des aktuellen Flugzeuges bei jeder Flugzeugfirma immer an möglichen Verbesserungen für dieses gearbeitet. Es standen ja immer wieder neue Motoren, Geräte, Techniken und Einsatzerfahrungen zur Verfügung und die Konkurrenzsituation zu anderen Herstellern erforderte ständige Verbesserungen.   Sofern eine Firma ein neues Flugzeug nicht vollständig auf eigenes Risiko und vollständig eigen finanziert entwickeln wollte, gab das Reichsluftfahrtministerium die Bedingungen vor. So wurde ein neues Kampfflugzeug gefordert, welches den Bf 110 Zerstörer und die langsame Ju 87 Stuka gemeinsam ersetzen sollte. Und da in dieser Zeit jedes Bombentragende Flugzeug auch zugleich Sturzflugfähig zu sein hatte, musste selbst die schwere, viermotorige He 177 mit zwei dann schließlich unzuverlässigen Doppeltriebwerken entsprechend entwickelt werden. So sollte natürlich auch die neue Me 210 Sturzflugfähig sein, was jedoch für diesen Flugzeugtyp durchaus machbar war. Hier zum Vorgänger Zerstörer Bf 110. Entwicklung Der Entwicklungsleiter für die Me 210, Walter Rethel, und der Bauleiter von dem Prototyp, Hubert Bauer, entwarfen die neue Me 210 innerhalb eines Jahres. Die schwerere Bewaffnung des Bf 110 Zerstörers gegenüber dem einmotorigen Jäger Bf 109E wurde beibehalten, aber um die Wendigkeit zu verbessern, wurde die Länge der Flugzeugzelle um etwa einen Meter verkürzt. Auch die relative schwächliche Verteidigung nach hinten durch ein einzelnes 7,92-mm-MG wurde verbessert, indem links und rechts am hinteren Rumpf je ein Maschinengewehr im Kaliber 13 mm eingebaut wurde. Die beiden Maschinengewehre konnten fast den gesamten Luftraum nach hinten abdecken und wurden aus der Kabine mit der von Rheinmetall-Borsig neu entwickelten ‘ferngerichteten Drehring-Seitenlafette’ gesteuert. Es ging darum, eine möglichst hohe Trefferquote zu erreichen und dabei die Flugeigenschaften nicht zu beeinträchtigen. Die Maschinengewehre ließen sich dabei um 90° nach oben, 45° nach unten und jeweils 45° Grad zu den Seiten ausschwenken. Der Schwenkbereich zum Rumpf hin musste zum Feuern wenigstens 7° betragen, um nicht das eigene Flugzeug zu beschädigen. Bei einem geringeren Winkel konnte die Waffe keinen Schuss abgeben. Die Besatzung bestand aus zwei Mann, dem Piloten vorne und dem Heckschützen dahinter, mit Blickrichtung nach hinten, um die Maschinengewehre bedienen zu können. Ein Periskop war nicht nötig, da die Flugzeugzelle der Me 210 seitlich eingezogen und die Kantenseiten so sehr gewölbt waren, dass die Besatzung ohne weiteres nach unten blicken konnte. Für eine gute Sicht nach vorne, hinten und oben wurden Planscheiben in die ansonsten sphärische Verglasung eingebaut. Für möglichst gute Flugeigenschaften wurde der Zentralrumpf beibehalten und die Bombenzuladung wurde im Inneren des breiteren vorderen Teils der Flugzeugzelle untergebracht. Als Zielgerät für die Bomben wurde das Revi C/12 verwendet, aber die Besatzung konnte bei geöffnetem Bombenschacht auch durch eine Bodenluke nach unten sehen. Die Me 210 war weiterhin noch mit Landescheinwerfern, Höhen-Atemgeräte und einem Seenot-Schlauchboot ausgerüstet. Die Me 210 V1 hatte ihren Jungfernflug kurz nach Kriegsbeginn, am 5. September 1939, mit Hermann Wurster als Testpilot. Dabei kam es schon zu verschiedenen Änderungen am Flugzeug, so wurde das Seitenleitwerk gegen ein Zentralleitwerk ersetzt und die V1 war der einzige Prototyp mit Spreizklappen, alle nachfolgenden bekamen Wölbungsklappen. Auch hatte die V1 noch keine Bewaffnung und es wurde schon beanstandet, dass es zu starke Ruderkräfte und ein instabiles Flugverhalten um alle Achsen herum gab. Die V2, welche am 11. November 1939 erstmals flog, hatte eine neue Kabinenverglasung und erstmals Waffenstände. Das Flugzeug geriet am 5. September 1940 ins Trudeln und stürzte ab. Insgesamt wurden siebzehn Prototypen gebaut. Bei der Me 210 V14 sollte insbesondere das Trudeln untersucht werden und wie es behoben werden konnte. Dazu gehörten selbst ‘Anti-Trudelschirme’. Erst die V17 vom 14. März 1942 erhielt einen verlängerten Rumpf, welcher das Problem mit dem Trudeln behob, was natürlich auf Kosten der Manövrierfähigkeit ging. Schon die Me 210 V1 und V2 zu fliegen, war ein riskanter Einsatz für den Testpiloten. Aus Kostengründen wollte das Reichsluftfahrtministerium keine Vorflügeln am Flugzeug, was die unberechenbare Rollsteuerung behoben hätte. Und da man ein manöverierfähigeres Flugzeug für den Luftkampf haben wollte als die Bf 110, musste der Rumpf so kurz wie möglich sein. Dieser war nun zu kurz, was zum Trudeln führen konnte. Derartige Probleme werden üblicherweise durch weitere Versuchsmuster behoben und die späteren Maschinen, welche in den Einsatz kamen, sind gewöhnlich total verschieden von den Prototypen. Aber das Reichsluftfahrtministerium bestellte die neue Me 210 praktisch vom Reißbrett mit einem ungewöhnlich großen, ersten Auftrag von über 1.000 Flugzeuge. Nachdem Messerschmitt schon so hervorragende Flugzeuge wie die Bf 108, Bf 109 und Bf 110 abgeliefert hatte, was sollte da noch schiefgehen ? So begann die Serienproduktion, bevor das Flugzeug ausgereift war. Als dann klar war, dass man statt eines wendigeren Flugzeuges, eines mit instabilen Flugeigenschaften entworfen hatte, war es schon zu spät. Maschinen, Fließbänder und Rumpfteile waren schon in so großer Zahl fertiggestellt, dass die unvermeidbare Verlängerung der Flugzeugzelle bedeutet hätte, dass vieles davon wieder verschrottet werden müsste. So versuchte Messerschmitt bei der Me 210 mit 15 weiteren Prototypen und einer Vorserie von nicht weniger als 94 Flugzeuge, die Problem in den Griff zu bekommen, ohne die Länge des Rumpfes zu ändern. Von dem Auftrag über 1.000 Me 210 sollten die ersten Serienmaschinen bereits Anfang 1941 an die Erprobungskommandos der deutschen Luftwaffe geliefert werden, aber nur wenige Prototypen konnten zur Verfügung gestellt werden. Mit diesen gab es zahlreiche Probleme und Unfälle, sodass Ernst Udet persönlich bei Willy Messerschmitt Druck machte. Bei der Me mehr …

  • GI mit Garand

    Amerikanisches automatisches Gewehr US rifle cal.30, Garand M1. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Garand M1 US rifle cal.30 Typ: automatisches Gewehr Geschichte In der Regel wird als das wesentliche Einzelstellungsmerkmal für die Rifle, Caliber .30, M1 (Gewehr, Kaliber .30, M1), allgemein bekannt unter dem Namen Garand, behauptet, dass es das erste Selbstladegewehr war, das für den Militärdienst zugelassen wurde. Diese erfolgte im Jahr 1932, aber es kam zu einer deutlichen Verzögerung, bevor das Gewehr zum praktischen Truppengebrauch kam, da es einige Zeit in Anspruch nahm, die komplexen Produktionsprozesse vorzubereiten, welche diese Konstruktion erforderte. Allerdings ist das Einzelstellungsmerkmal genaugenommen nicht ganz richtig, da die zwar militärisch ziemlich unbedeutende Armee Mexikos trotzdem bereits im Jahr 1911 das vom mexikanischen General Manuel Mondragon gebaute Mondragon-Selbstladegewehr in ihre Ausrüstung aufnahm, jedoch nicht als Standardbewaffnung. Die automatische Waffe, die das Springfield M1903-Gewehr ablösen sollte, war das M1 – bekannter als das Garand Gewehr. John C. Garand hatte die Arbeit an dieser Waffe schon 1920 begonnen. 1929 war sein Entwurf der einzige, der eine Reihe harter Tests überstanden hatte. Entwicklung und Verfeinerung dieses Entwurfes wurden weitergeführt und 1936 wurde es offiziell als die Standard-Waffe der amerikanischen Armee akzeptiert. Die Verantwortung für diese wirklich weitsichtige Entscheidung trug General MacArthur, der damalige Stabschef der amerikanischen Armee. Was immer MacArthur danach getan oder unterlassen haben mag – allein für diese eine Entscheidung gebührt ihm der Dank des Vaterlandes. Das Garand war keineswegs perfekt – das perfekte automatische Gewehr gibt es nämlich bis heute nicht -, aber es bewies, dass es möglich war, ein brauchbares automatisches Gewehr zu produzieren, und dass die Soldaten, die mit einem solchen Gewehr ausgerüstet waren, keineswegs ihre gesamte Munition in den ersten zwei Minuten des Kampfes verschießen mussten. Diese Vorstellung nämlich war es, welche verantwortlichen Militärs geplagt hatte, seit ihnen zum ersten Mal eine derartige Waffe vorgeführt worden war. Und es zeigte sich, dass die Mechanik einer automatischen Waffe auch dem Durchschnitts-Soldaten schnell vertraut wurde – auch daran zweifelten nämlich viele hohe Militärs zunächst. So lässt sich sagen, dass das, was General Patton einmal sagte, durchaus seine Berechtigung hat: ‘Das Garand-Gewehr ist die beste Kampfwaffe, die jemals erfunden wurde !’. Funktion Die Funktion des Garand-Gewehrs ist recht einfach, bei ihrem Anblick musste man sich wirklich fragen, warum sie nicht fünfzig Jahre früher erfunden worden sei. Doch wie alle einfachen Dinge brauchte es eben seine Zeit, bis die Funktion wirklich einfach und zuverlässig war. Der Verschluss drehte sich auf einer Achse, ähnelte sonst aber weitgehend dem Verschluss eines Zylinderschloss-Gewehrs. Betätigt wird er durch einen Stab, der mit einem Zapfen versehen ist. Der Zapfen hakt am Verschluss fest und verschwindet beim Schuss im Holz des Schaftes. Der Stab ist mit einem Gaszylinder unter dem Lauf verbunden und trägt auch die Rückholfeder. Diese Feder hat auch die Aufgabe, auf die Patronen im Magazin zu drücken, damit eine im Lauf liegt, sobald der Verschluss zurückschnellt War ein Schuss abgefeuert worden, wurde das Gas, das die Kugel durch den Lauf trieb, durch eine winzige Öffnung nahe der Mündung gedrückt und in den Gaszylinder geleitet. Hier drückte es auf die Spitze des beweglichen Stabes. Er wurde zurückgedrückt und durch seine Verbindung mit dem Schloss-Zapfen und durch die übereinstimmend geformten Nocken-Oberflächen drehte sich der Verschluss, schnellte zurück und warf die Patronenhülse aus. Am Ende des Verschlussrücklaufes dehnte sich die Rückholfeder, die durch den Druck des beweglichen Stabes gespannt worden war, wieder aus. Sie schob den Verschluss nach vorn, die Patrone wurde aus dem Magazin in den Lauf gedrückt, und mit der letzten Bewegung wurde der Verschluss für den nächsten Schuss gespannt. Alles, was der Schütze noch zu tun hatte, war zu zielen und abzudrücken. Das Magazin wurde mit einem Einsteck-Rahmen, der acht Schuss enthielt, geladen. In den Augen vieler höherer Militärs war dieser Rahmen der einzige Nachteil des Garand-Gewehrs; denn der Rahmen musste vollgefüllt in das Magazin geschoben werden. Hier gab es nicht – wie beim manuell bedienten Gewehr – die Möglichkeit, einzelne Patronen ins Magazin zu schieben. Der Rahmen wurde komplett eingeschoben, die Patronen wurden nicht wie beim nicht-automatischen Gewehr herausgezogen. Stattdessen schob der Verschluss im Magazin die Patrone in den Lauf, sobald sie benötigt wurde. War der letzte Schuss aus dem Magazin verfeuert, wurde der leere Rahmen automatisch ausgeworfen, der Verschluss blieb so lange zurückgedrückt, bis der neue Rahmen eingeschoben worden war. Es war jedoch immer erforderlich, ein komplettes Magazin einzuschieben. Im Gegensatz zu den meisten anderen Konstruktionen dieser Art galt beim Garand-Gewehr die Parole: ‘Alles oder nichts !’. Es war also nicht möglich, nur ein oder zwei Patronen nachzuschieben. Der andere Nachteil war das heraus fliegende leere Magazin. Es flog ein, zwei Meter durch die Luft, und wenn es dann auf harten, beispielsweise vereisten Boden flog, war das zu hören. Ein alarmierter Feind konnte dann – in dem sicheren Wissen, dass sein Gegner momentan nicht in der Lage war auf ihn zu schießen – praktisch ohne jede Gefahr für sich auf ihn feuern. Diese Probleme konnten bei den amerikanischen M1 auch bis 1957 nicht behoben werden, als die US-Armee das Gewehr M14 als Nachfolger einführte, welches praktisch ein überarbeitetes M1 Garand mit einer erhöhten Munitionskapazität war. Bei einigen anderen Armeen, unter anderem in der Türkei, wird das M1 Garand immer noch verwendet. Deshalb sollen auch nicht die Erfahrungen eines aktuellen Nutzers verschwiegen werden, welcher an dieser Waffe ausgebildet wurde, wobei aber unklar ist, ob hier spätere Modifikationen erfolgten: Wenn der Verschluss nach ganz hinten gebracht wird, kann auch ein halb-leerer Patronen-Clip wieder geladen werden. Auch kann ein Clip reingeschoben werden und dann nachgeladen werden. Der Hebel ist am Verschluss und muss nach hinten gezogen werden, bis er einrastete. Die Daumen sind immer in Gefahr, denn mit ihnen wird der Clip reingeschoben. Das verräterische Geräusch kommt vom Auswerfen es Clips, dieses ist sehr laut. Da der Nutzer hier aber nicht auf harten Boden geschossen hat, kann er die Geräuschkulisse dafür nicht beurteilen. Ein gleiches Geräusch kann man leicht simulieren, wenn man mit einem leeren Clip an den Lauf schlägt. Wenn man nun mit geladener Waffe wartet, dass mehr …

  • antikes Kriegsschiff

    Der Konflikt zwischen Rom und Karthago seit 264 v.Chr. bis zum Eingreifen des größten Feldherrn Hannibals im Zweiten Punischen Krieg. Die Punischen Kriege waren eine Epoche, als die wenige Jahrzehnte zuvor kaum bekannte Stadt Rom in Mittelitalien aufbrach, das wichtigste Weltreich der Geschichte zu gründen und bis zur Eroberung von Konstantinopel, der späteren Hauptstadt und heute Istanbul, am 29. Mai 1453 durch die Osmanen die heutigen sozialen, kulturellen und politischen Strukturen von Europa und daraus letztendlich einem Großteil der Erde zu bestimmen. Nach dem ersten ‘Welteroberer’, Alexander dem Großen, dessen überraschender und früher Tod etwa hundert Jahre vor dem Beginn der Punischen Kriege, das von ihm eroberte persische Großreich in Makedonien, Perganum, Seleukiden-Reich, Bithynien, Pontus, Armenien, Baktrien, Ägypten, die griechischen Stadtstaaten und eine Vielzahl kleinerer Reiche zerfallen ließ, die in blutigen Fehden eine Nachfolgeregelung erzwingen wollten, nutzte eine bis dahin kaum bekannte, kleine Stadt in Italien dazu, nahezu unbemerkt die griechischen und etruskischen Städte in Süd- und Mittelitalien zu unterwerfen. Ihre großen Erfolge verdankte die römische Armee, welche in ‘Legionen’ gegliedert war, ihrer Disziplin. Die Gallier zum Beispiel stürzten sich in wilden, ungeordneten Haufen in die Schlacht. Jeder kämpfte für sich allein, schwang seine Waffe und stieß dabei ein schauerliches Kriegsgeheul aus. Schon von diesem Geschrei ergriffen manche Gegner die Flucht. Ganz anders kämpften die Römer: Sie gingen in einer geschlossenen Schlachtordnung vor, der sogenannten ‘Phalanx’, die aus acht, zwölf oder gar fünfundzwanzig eng geschlossenen Reihen hintereinander bestand. Spieß reihte sich an Spieß – der Feind hatte kaum eine Chance zum Durchbruch. Im 3. Jahrhundert v.Chr. hatten die Römer sich eine neue Schlachtordnung erdacht, die in den nächsten Jahrhunderten jeden Gegner bezwang. Jetzt kämpften drei Phalangen, zu einer ‘Manipel’ zusammengeschlossen, hintereinander, an die Stelle des Spießes war der Wurfspeer (Pilum) getreten. Feinde, die den Geschosshagel dieser Speere überlebten, standen nun zumeist ohne den unbrauchbar gewordenen Schild den kurzen, tödlichen Schwertern gegenüber, mit denen das römische Fußvolk den Nahkampf führte. Aber keine Armee ist unschlagbar und auch die Römer mussten Anfangs einige blutige Niederlagen hinnehmen: 321 v.Chr. hungerten die Samniter, ein Bergvolk in Mittelitalien, zwei römische Legionen aus. Rund 40 Jahre später verloren die Römer wieder um zwei Schlachten: Bei Heracleia am Golf von Tarent (280 v.Chr) und bei Asculum (279 v.Chr) unterlagen sie dem Molosser-König Pyrrhos (‘Phyrus-Sieg’, noch heute ein Sprichwort), der mit 25.000 Mann und 20 Kriegselefanten nach Italien gekommen war. Doch Rom war immer ein ‘Stehaufmännchen’. Es rächte sich. 295 besiegte es die Samniter, 275 wurde Pyrrhos bei Benevent vernichtet. Eine siegreiche Schlacht bedeutete für die Römer im Gegensatz zu anderen Reichen oft mehr als ein militärischer Triumph. Aus geschlagenen Feinden wurden oft Verbündete, eroberte Gebiete wurden römische Kolonien. So wuchs das Reich, bis es schließlich fast ganz Italien umfasste. 275 v.Chr. reichte es von dem heutigen Seebad Rimini und Pisa bis hinunter an die Straße von Messina nach Sizilien. Hier standen die Römer zum ersten Mal dem Volk gegenüber, das ihr erbittertster und gefährlichster Feind werden sollte: DEN KARTHAGERN. Armeen der Punischen Kriege: Karthago, ein Stadtstaat in Nordafrika am Golf von Tunis, war älter als Rom. Es war im 9. Jahrhundert vor Christus von Phöniziern aus Tyros (Libanon, von Alexander dem Großen zerstört) gegründet worden; die Bewohner des Stadtstaates wurden von den Römern ‘Punier’ genannt. In mancher Hinsicht glichen Karthager den Römern: Auch sie waren stolz und angriffslustig und auch sie waren harte Arbeiter. Sie waren aber auch Seeleute. Als man glaubte, dass jeder sterben müsse, der an den Säulen des Herkules (Gibraltar) vorbeisegelte, wagten sich die Karthager bereits durch die Meerenge weit in den Atlantik bis zu den Azoren hinaus. Sie segelten an der afrikanischen Küste bis nach Guinea hinunter und sie kamen zum Warentausch regelmäßig nach England. Vermutlich wurde auch Grönland und Kanada erreicht. Die karthagischen Kaufleute waren reich. Sie wohnten in großen Häusern mit Badezimmern und Schwimmbädern, ihre Segelschiffe waren bis zu 36 Meter lang Wie die Römer hatten auch die Karthager den ungestümen Drang, ihr Reich auszudehnen. Da die Wüste jedoch unbewohnbar war, richteten sich die Eroberungsgelüste der Karthager nach Norden über das Meer. Als Rom den Südgipfel Italiens erreichte, beherrschten die Karthager bereits ein großes Reich, zu dem Sardinien, Korsika, die Balearen, Teile von Spanien und Sizilien gehörten. Früher, als beide Reich noch damit beschäftigt waren, ihre Gebiete auszudehnen, aber ihre Grenzen sich noch nicht berührten, waren sie Verbündete. Sie hatten mehrere Verträge abgeschlossen, den ersten bereits 508 vor Chr. Noch 279 v.Chr. hatten sie gemeinsam gegen Pyrrhos gekämpft. Aber 15 Jahre später waren sie Rivalen geworden. Der Krieg war unvermeidlich. Der erste von drei PUNISCHEN KRIEGEN in den folgenden 120 Jahren kam im Jahre 264 v.Chr.: Kriegsgrund war die Stadt Messina im Nordosten von Sizilien. Samnitische Soldaten hatten die Stadt besetzt und der König von Syrakus bat Rom und Karthago um Hilfe. Beide Reiche sagten zu. Als erste erschienen die Karthager und besetzten die Stadt. Dadurch fühlte Rom sich in seiner Ehre gekränkt. Der römische Befehlshaber bestand darauf, auch mit seinen Truppen in Messina einmarschieren zu dürfen. Als der karthagische Befehlshaber diesen Wunsch ablehnte, nahmen die Römer in gefangen und zwangen ihn, die Stadt zu räumen. So begann – wegen eines verhältnismäßig harmlosen Zwischenfalls – ein furchtbarer Krieg, der ‘Erste Punische Krieg’. Er dauerte 23 Jahre. Als er begann, hatten die Römer – im Gegensatz zu den Karthagern – weder eine Flotte noch seemännische Erfahrung. Ihre Stärke lag im Heer und die Flotte, die sie in aller Eile bauten, war die erste ihrer Geschichte.   Die Römer gewöhnten sich jedoch schnell an das neue Element, und es war für die Karthager ein furchtbarer Schock, als sie gleich die erste Seeschlacht gegen die neue römische Flotte verloren. Seeschlachten wurden von den Römern, im Gegensatz zu den bis dato bekannten Ramm-Manövern, nach den gleichen Regeln und Gesetzen wie Schlachten zu Lande, ihrer Stärke, geführt. Soldaten mussten die feindlichen Schiffe entern und die Entscheidung fiel dann im Kampf Mann gegen Mann. Dazu hatten sie die Enterbrücke erfunden, an deren Ende ein dicker Haken saß. Die Brücke wurde am Bug heruntergelassen und hakte sich mehr …

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