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14-Eisernes Kreuz


Eisernes Kreuz und Gefallen an der Ostfront.

nazi-auszeichnungen
Sammlung von deutschen Auszeichnungen.


Bilder vom Onkel des Autors in verschiedenen Wehrmachts-Uniformen der Panzer-Divisionen. Er erhielt als Panzerabwehr-Kanonier bei der 8. Panzer-Division im Raum Tarnopol an der Ostfront das Eiserne Kreuz und ist zwei Tage später – am 28. Juli 1944 – gefallen.

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Geschichte des Eisernen Kreuz

Napoleonische Kriege

Das Eiserne Kreuz wurde vom König von Preußen, Friedrich Wilhelm III., am 10. März 1813, dem Geburtstag seiner Königin Louise, eingeführt. Preußen begann damals gerade, zusammen mit Russland, sich in den ‘Befreiungskriegen’ gegen die Unterdrückung Napoleons aufzulehnen. Selbstaufopferung, Mut und Tapferkeit im Streben nach Freiheit sollten durch die Verleihung dieses Eisernen Kreuzes anerkannt werden.

 Eiserne Kreuz II. Klasse von 1813
Das ursprüngliche Eiserne Kreuz II. Klasse von 1813.

Es gilt als gesichert, dass die erste Verleihung des Eisernen Kreuzes II. Klasse an Generalleutnant von Borke am 2. April 1813 für die Schlacht bei Lüneberg erfolgte.
Im Jahr 1813 wurden rund 16.000 Eiserne Kreuze Zweiter Klasse vergeben. Die genaue Anzahl ist umstritten, da eine Reihe von Quellen unterschiedliche Schätzungen wiedergeben. Da die Original-Aufzeichnungen aus dieser Zeit verloren gingen, lasst sich die genaue Anzahl nicht mehr ermitteln.
Aber bekannt ist, dass eine Handvoll der Eisernen Kreuze Zweiter Klasse von 1813 auch an Frauen vergeben wurde.

Das Eiserne Kreuz Zweite Klasse wurde an die Kämpfer mit einem Band ausgeben, welches hauptsächlich schwarz war und zwei weiße Randstreifen hatten. Um auch Verdienste oder Tapferkeit von Nicht-Kombattanten, wie zum Beispiel Sanitäter oder Chirurgen, zu würdigen, wurde ein spezielles Band mit umgekehrter Farbanordnung ausgegeben, also mit weißem Band und schwarzen Randstreifen.
Das erste Eiserne Kreuz Zweiter Klasse für Nicht-Kombattanten ging an General von Esloeg, Militärgouverneur von Berlin.

Um die Wertschätzung für die Empfänger des Eisernen Kreuzes weiter zu erhöhen, befahl Friedrich Wilhelm, dass die Prinzen von Königsblut nur die zweite Klasse erhalten sollten. Am 5. Mai 1814 befahl der König zusätzlich zur ursprünglichen Satzung, dass ‘Jeder Soldat, der bei einer heldenhaften Handlung starb, die nach dem einstimmigen Urteil seiner Führer und Kameraden das Eiserne Kreuz verdient hätte, wird nach seinem Tod durch ein Denkmal in der Kirche seines Regiments auf Kosten des Staates geehrt.’

Die Gesamtzahl der Auszeichnungen vom Eisernen Kreuz Erster Klasse während der Napoleonischen Kriege lag bei etwa 635 bis 670, wobei das Erste am 17. April 1813 in der Schlacht von Warfed an General von Helwig vergeben wurde.

Deutsch-Französicher Krieg 1870/71

Die beeindruckende Staatskunst von Otto von Bismarck hatte Preußen sowohl in wirtschaftlicher als auch in militärischer Hinsicht unglaubliche Fortschritte eingebracht. Abgesehen von einem kurzen und erfolglosen Zwischenspiel revolutionärer Aktivitäten im Jahr 1848, erlebte es eine Zeit des Friedens und des Wohlstands bis 1864.

Dann folgte ein Streit mit Dänemark über die Gebiete Schleswig-Holsteins, was zu einer gemeinsamen österreichisch-preußisch-bayerischen Besetzung dieses Gebietes führte. Die Dänen waren schnell besiegt, aber das Dreier-Bündnis war nur von kurzer Dauer und 1866 übernahm Preußen die alleinige Kontrolle über Schleswig-Holstein.

Innerhalb weniger Wochen hatte Preußen auch die Kontrolle über Sachsen, Hannover und Hessen übernommen und die Österreicher in der Schlacht von Königgrätz besiegt und sich damit als unangefochtener Herrscher über den größten Teil Deutschlands – mit Ausnahme des katholischen Südens – etabliert.
Preußen hatte jedoch mit den meisten dieser Staaten, aber auch mit Russland im Osten, geheime Verträge und konnte sich so sicher fühlen.

Die kluge Staatskunst von Bismarck führte dazu, dass Österreich-Ungarn eine sehr günstige Friedensregelung erhielt. Es sollten keine Besatzungstruppen auf österreich-ungarischen Boden stationiert werden, ebenso wenig wie lähmende Reparationen. Bismarck wusste, dass die Franzosen der größte potenzielle Feind der Bestrebungen Preußens, ein Deutsches Reich zu schaffen, waren. Deshalb wollte er freundschaftliche Beziehungen zu den Österreichern im Falle eines zukünftigen europäischen Konflikts unterhalten.

Sedan 1870 Napoleon Bismarck
Der bei Sedan gefangen genommene Napoleon III. im Gespräch mit Bismarck.

Der französische Kaiser Napoleon III. war verständlicherweise wütend über den Gedanken, als später auch noch Spanien drohte unter preußischen Einfluss zu geraten. In Unkenntnis der wahren Stärke des aufkommenden deutschen Nationalismus, der in all den noch vereinzelten deutschen Staaten spürbar wurde, tauschte Napoleon in diplomatischen Schreiben Beleidigungen mit den Preußen aus. Diese wurden von Bismarck geschickt so konstruiert, dass diese Napoleon III. provozierten, woraufhin er im Juli 1870 Preußen den Krieg erklärte.
Die Franzosen waren zuversichtlich, dass sich die süddeutschen Staaten an Frankreich binden würden. Umso mehr waren sie entsetzt, als alle Deutschen fest hinter Preußen standen.

Die deutschen Streitkräfte fegten im 1870/71 deutsch-französischer Krieg durch Frankreich und innerhalb von vier kurzen Wochen wurde die französische Armee in Metz zusammen mit ihrem Kaiser eingeschlossen und dieser bei Sedan gefangen genommen. Die französische Armee war vernichtet, trotzdem wurde Paris verteidigt und belagert und Franceurs führten einen erbarmungslosen Guerilla-Krieg gegen die Deutschen.

Eisernes Kreuz II. Klasse 1870
Eisernes Kreuz II. Klasse 1870. Links für Soldaten, rechts für Nicht-Kombatanten.

Bereits am 19. Juli 1870 gab König Wilhelm I. von Preußen eine Proklamation heraus, welche wieder die Ausgabe des Eisernen Kreuzes Erster und Zweiter Klasse beinhaltete.

Da erst nach Kriegsende eine Reihe der Eisernen Kreuze Zweiter Klasse fertiggestellt werden konnten, welche für Kämpfe im Jahr 1870 verliehen worden waren, sind die Schätzungen über die Anzahl der vergebenen Auszeichnungen unklar. Wenn man die verschiedenen Quellen im Mittel nimmt, kommt man auf eine Anzahl von rund 41.770 Auszeichnungen, davon 3.500 an Nicht-Kombattanten.

Es sind sogar eine Reihe von Briten unter den Ausgezeichneten von 1870. Darunter General Sir C.P.B Walker, die Chirugen im Generalsrang J.H.K.Innes und W.G.N.Manley (auch Victoria Cross), General Sir Henry Brakenbury und Captain Sir James Lumsden Seaton.
General Manley ist ein besonders interessanter Fall. Manley, der für die B-Abteilung der Britischen Ambulanz zuständig war, welche der preußischen 22 Infanterie-Division angegliedert war, erhielt das Eiserne Kreuz für sein ‘hingebungsvolles und ausgezeichnetes Verhalten bei der Suche nach Verwundeten und deren Pflege bei der 22. Division in den Kämpfen von Chateauneuf und Bretoncelle am 18. und 21. November und den Schlachten um Orleans und Cravant vom 10. Dezember 1870’.

Die Gesamtzahl der Eisernen Kreuze Erster Klasse von 1870 schwankt zwischen 1.230 bis 1.903, je nach Quelle. Aber bei den meisten Quellen liegt die Zahl um die 1.300.
Die erste Verleihung des Eisernen Kreuzes Erster Klasse von 1870 ging an Generalfeldmarschall von Steinmek, einen Veteranen der Befreiungskriege, der bereits das Eiserne Kreuz Zweiter Klasse von 1813 trug.


Erster Weltkrieg

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges setzte Kaiser Wilhelm II. am 5. August 1914 wieder das Eiserne Kreuz ein.
Ein weiteres Statut wurde 1915 veröffentlicht, das hauptsächlich eine Erweiterung des ursprünglichen Erlasses darstellte, mit einer Klausel, wonach das Eiserne Kreuz auch an Personen aller Mittelmächte vergeben werden konnte.

Das Eiserne Kreuz Zweiter Klasse von 1914 war identisch mit seinem Vorgänger von 1870, nur das Datum im unteren Bereich wurde von 1870 auf 1914 geändert. Die noch vorhandenen Eisernen Kreuze Zweiter Klasse sind im Allgemeinen von ziemlich hoher Qualität, mit Ausnahme von einigen aus massiven Messing hergestellten Stücken gegen Kriegsende.

Die Schätzungen der Gesamtzahl der Auszeichnungen mit dem Eisernen Kreuz Zweiter Klasse im Ersten Weltkrieg gehen enorm auseinander: von etwa 1,5 Millionen bis über 5 Millionen. Schon der niedrigere Wert würde auf ein sehr großzügiges Vergabeverfahren hinweisen.

Eisernen Kreuz II. KLasse von 1914
Zwei Beispiele des Eisernen Kreuz II. Klasse von 1914.

Unter diesen zahlreichen Auszeichnungen gibt es aber auch einige faszinierende Einzelfälle. Der nigerianische Soldat Chari Maigumeri war Regiments-Feldwebel des Dritten Bataillons des Nigeria-Regiments und hatte ursprünglich in der kaiserlich-deutschen Armee im Kamerun gedient. Während des westafrikanischen Feldzugs wurde er mit dem Eisernen Kreuz Zweite Klasse für Tapferkeit im Kampf gegen die Briten ausgezeichnet. Später von den Briten gefangen genommen, diente er dann bei der British West African Frontier Force und zeichnete sich auch unter seinen neuen Herren wieder im Gefecht aus.
Bis 1928 war Maigumeri beim Dritten Bataillon des Nigerianischen Regiments. Er erhielt die Militärmedaille während des Feldzuges 1940/41 in Abessinien gegen die Italiener. Später wurde er in Tagesberichten in Südost-Asien erwähnt, wo er in Burma gegen die Japaner kämpfte. 1944 erhielt er die Britische Empire-Medaille für seinen langjährigen und treuen Dienst an der britischen Krone.

 

Die Gesamtzahl der vergebenen Eisernen Kreuze 1914 der Ersten Klasse kann nicht mehr ermittelt werden. Die Schätzungen liegen zwischen 80.000 und fast 250.000.

Kriegsfreiwilliger Hitler
Als Kriegsfreiwilliger verbrachte Hitler die Jahre von 1914 bis 1918 an der Westfront. Ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. und I. Klasse, konnte er es hier jedoch nur bis zum Dienstgrad des Gefreiten bringen, weil seine Vorgesetzten der Meinung waren, ‘er werde unfähig sein, sich Respekt zu verschaffen’.

Ein interessanter und oft umstrittener Fall war die Vergabe an einen jungen Gefreiten des 16. bayerischen Reserve-Infanterieregiments: Adolf Hitler.
Während nur wenige das Recht Hitlers auf die Auszeichnung mit der Zweiten Klasse des Eisernen Kreuzes infrage gestellt haben, stellten Einige die Verleihung der Ersten Klasse an ihn infrage. Dies ging sogar so weit, dass behauptet wurde, dass es ihm von Ludendorff lange nach Kriegsende für politische Zwecke gegeben wurde.

Wissenschaftliche Auswertungen legen aber den Schluss nahe, dass Hitler zu Beginn des Krieges tatsächlich für das Eiserne Kreuz vorgeschlagen wurde, dass die Auszeichnung aber nicht bestätigt wurde. Dies lag vor allem daran, dass mehr Namen vorgeschlagen wurden, als Auszeichnungen verfügbar waren. Hitler hatte eben nur das Pech gehabt, dass sein Name zu weit unten auf der Liste stand.
Hitler erhielt jedoch schließlich am 4. August 1918 das Eiserne Kreuz Erste Klasse für ‘persönliche Tapferkeit und allgemeine Verdienste’.

Es ist interessant festzustellen, dass trotz der alliierten Propaganda während des Zweiten Weltkriegs, die verständlicherweise sehr abwertend gegenüber ihm eingestellt war, Hitlers persönliche Tapferkeit während des Ersten Weltkriegs eine Tatsache ist. Seine militärischen Auszeichnungen umfassten beide Klassen des Eisernen Kreuzes, des Militärischen Kreuzes der Dritten Klasse mit Schwertern, das Verwundetenabzeichen, der Dienstmedaille der Dritten Klasse und des Regiments-Diploms für herausragende Tapferkeit.
Es ist ironisch, dass der Offizier, der Adolf Hitler die Verleihung des Eisernen Kreuzes Erster Klasse überreichte, sein Bataillons-Adjutant war, Oberleutnant Hugo Gutmann – ein Jude.

Zweiter Weltkrieg

Eiserne Kreuz 1939
Das Eiserne Kreuz von 1939: Großkreuz des Eisernen Kreuzes (oben), Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub (2. Reihe links), Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes (2. reihe rechts), Barren des Eisernen Kreuzes (unten links), Barren und Eisernes Kreuz 1. Klasse (unten Mitte), Eisernes Kreuz 2. Klasse (unten rechts).

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs durch den Angriff auf Polen führte Hitler das Eiserne Kreuz erneut ein. Es hatte nun eine stark vereinfachten Form, welche nur das Datum der Vergabe und das Hakenkreuz umfasste.

Zwischen 1939 und 1945 wurden davon rund 5 Millionen Auszeichnungen vergeben, was in jedem Fall eine große Anzahl ist.
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde das Eiserne Kreuz Zweiter Klasse immer noch als ziemlich hoch angesehen, aber da im Laufe des Krieges die Auszeichnungen massenhaft und sogar an ganze Einheiten vergeben wurden, wurde es von vielen Frontsoldaten später eher mit Verachtung betrachtet.
Große Mengen gingen auch an Nicht-Kombattanten wie Bahnpolizei, Arbeitsdienste, Hitlerjugend, Handelsmarine usw.

Vom Eisernen Kreuz Erster Klasse sollen rund 750.000 Auszeichnungen zwischen 1939 und 1945 erfolgt sein.

Nachkriegszeit

Nach der Niederlage Deutschlands 1945 wurden alle Auszeichnungen des Dritten Reiches verboten. Diese Situation hielt zwölf Jahre lang an. 1957 wurde ein Gesetz über Auszeichnungen aus der Nazi-Zeit verabschiedet, welches es erlaubte, dass bestimmte dieser Auszeichnungen wieder getragen werden durften, wenn das Hakenkreuz entfernt war.

nazi-auszeichnungen
Sammlung von deutschen Auszeichnungen.

Deshalb wurden bei einer Reihe der ursprünglichen Auszeichnungen der Arm mit dem Hakenkreuz einfach abgebrochen oder dieses abgefeilt. Es dauerte jedoch nicht lange, bis einige Firmen die ursprünglichen Auszeichnungen neu und ohne das Hakenkreuz herstellten.

Dieses neu gestaltete Eiserne Kreuz unterscheidet sich von der Originalversion von 1939 in folgenden Punkten: Das Hakenkreuz wurde durch Eichenlaub ersetzt, ähnlich wie auf der Rückseite des ursprünglichen Eisernen Kreuzes von 1813. In allen anderen Bereichen sind die Ersatzstücke völlig identisch.

Deutsche Auszeichnungen des 2. Weltkrieges
Deutsche Auszeichnungen des 2. Weltkrieges: Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern (oben Mitte); Ritterkreuz des Kriegsdienstkreuzes mit Schwertern (unten Mitte), Kriegsverdienstkreuz II. Klasse (unten links), Deutsches Kreuz in Gold (oben rechts) und in Silber (oben links).

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April 1856, besuchte er die St.Cyr Militärschule 1876 bis 1878 und wird Dozent unter Foch am Ecole de Guerre. 1912 zum Oberst befördert und Korpskommandeur 1914 bis 1915. 1915 übernimmt er das Kommando über eine französische Armee. Übernimmt im Februar 1916 den Befehl über die Verteidigung von Verdun und wehrt wiederholte deutsche Angriffsversuche bis Dezember ab. Im April 1917 zum Chef des französischen Generalstabes ernannt. Im Mai 1917 gelingt es ihm mit durch seinen hervorragenden Umgang mit den Meutereien in der französischen Armee diese zu ersticken. Im November 1918 zum Marschall von Frankreich ernannt. 1920 Vizepräsident des Obersten Kriegsrates, 1922 Generalinspekteur der französischen Armee und befürwortete eine vollständig defensive Strategie. 1925/1926 schlägt er die langwierige Riff-Rebellion in Marokko nieder. 1934 bis 1938 enge Kontakte zu faschistischen französischen Politikern. 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Kehrt im April 1945 freiwillig nach Frankreich zurück und wird mit 14 zu 13 Stimmen durch den Obersten Gerichtshof zum Tode verurteilt. Durch de Gaulle in lebenslängliche Haft auf der Gefängnisinsel Ile d’Yeu im Golf von Biskaya umgewandelt. CHIANG KAI-SHEK (1887-1975) Alliierter Oberbefehlshaber in China. Ein in seiner Jugend bemerkenswerter Soldat, welcher ebenfalls 1937 bis 1945 der japanischen Invasion trotzte. Trotz massiver US-Unterstützung während und nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde seine Herrschaft durch die kommunistischen Streitkräfte Mao Tse-tungs beendet und er wurde 1949 zum Rückzug nach Formosa (Taiwan) gezwungen. Geboren, aufgewachsen und ausgebildet in der Provinz Zhejiang. Er besuchte die Paoting-Militärakademie 1906 und die ‘Vorbereitende Militärakademie’ von Tokio in Japan von 1907 bis 1909. Diente im japanischen 13. Feldartillerie-Regiment von 1909 bis 1911. Er kämpfte 1911 in der chinesischen Revolution. In das Zentralexekutiv-Komitee der Kuomintang-Partei (Nationalisten) gewählt und 1927 zum Oberbefehlshaber der ‘Nördlichen Bestrafungsexpedition’ ernannt. Besiegt den großen Kriegsherrn Wu Pei-fu und erobert Peking 1927/28. 1928 zum Generalissimus und Vorsitzenden des Staatsrates der nationalistischen Regierung in Nanking ernannt. Tritt von allen Ämtern nach einer Rebellion in Süd-China 1931 zurück. 1932 wird er jedoch von einer verzweifelten Regierung nach dem japanischen Angriff auf Schanghai zurückgerufen. Schlägt den kommunistischen Aufstand in der Provinz Fukien nieder. Zwingt 100.000 Kommunisten unter Mao Tse-tung einen quälenden Rückzug über 10.000 Kilometer aus dem Südosten nach Nordwest-China durchzuführen (den ‘Langen Marsch’), dem 92.000 Kommunisten zum Opfer fallen. Weist die japanische Forderung an ihn zurück, eine ‘besondere Stellung’ in Nord-China zu erhalten. Vereinbart einen Pakt mit Mao Tse-tung am 5. Juli 1937, zwei Tage bevor die Japaner in der Nähe von Peking mit ihrem Angriff beginnen. Verzögert den japanischen Vorstoß für drei Monate vor Schanghai von September bis November 1937. Im Dezember 1937 zieht er sich nach Hankow und im Oktober 1938 nach Tschungking zurück. Verbleibt in Tschungking, trotz heftiger japanischer Luftangriffe 1939 bis 1941. Zerschlägt die kommunistische 4. Marsch-Armee im Januar 1941 und bricht damit dem Pakt vom Juli 1937. Verwendet 1942 bis 1945 einen kostbaren Teil der amerikanischen Waffenlieferungen, welche mit großem Aufwand über den Himalaja eingeflogen wurden, für die Blockade von Maos Streitkräften. Zwingt US-Präsident Roosevelt dazu, Stillwell als Militärberater im Oktober 1944 abzuberufen. Sein Ansehen und militärische Machtbasis in Süd-China wird durch die japanische Offensive von April 1944 bis Januar 1945 schwer erschüttert. Befiehlt vorsichtige Gegenangriffe gegen die sich im Sommer 1945 mehr …

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Ein Granatsplitter kam direkt durch das Rohr unserer Kanone hindurch, verursachte aber keine schweren Verletzungen unter der Besatzung. Eine andere Granate ging wie ein Hase durch die Drehgestell-Räder unter dem Panzer durch und riss die andere Seite auf. Eine weitere traf den Turm, detonierte aber nicht. Dann traf eine Granate unser Ketten-Aufhängungssystem. Jeder Treffer verursachte ein Geräusch wie ein gigantischer Amboss oder riesige Glocke und ließ unsere Ohren klingeln. Sobald unsere Kanone wieder schussbereit war, begannen wir zu schießen. Dann zerschlug eine weitere Granate unseren linken, hinteren Treibstofftank. Brennendes Benzin spritzte über die Rückseite unseres Panzers, die Ketten und auf den Boden bei uns. Ich schrie zu meinen Jungs, dass es jetzt an der Zeit wäre zu gehen. Wir sprangen aus unserem Panzer wie Erbsen aus einer heißen Schote, noch bevor der Panzer zum Stehen kam.’ Welcher Schaden tatsächlich an einem Panzer geschah, wenn er von einer Hochgeschwindigkeits-Granate einer Acht-Acht-Kanone getroffen wurde, ist abhängig von einer Reihe von Bedingungen. Der prinzipielle Schaden entsteht dadurch, wenn die Granate die Panzerung durchschlägt und den anschließenden Querschlägern des Geschosses innerhalb des getroffenen Fahrzeuges. Neben dem in das Fahrzeug eingedrungene Geschoss wird auch die Panzerung durch Absplitterung in Mitleidenschaft gezogen. Dies geschieht durch den Aufprall des Geschosses auf die Panzerung und verteilt davon Fragmente mit hoher Beschleunigung innerhalb des Fahrzeuges. Ein Bergungsexperte der amerikanischen Armee in Westeuropa 1944/45, welcher zerstörte oder brennende Panzer seiner Einheit untersuchte, beschreibt die Zustände innerhalb eines Sherman-Panzers nach dem Treffer einer Acht-Acht wie folgt: ‘Es war nicht schön. Eine 88-mm-Granate, welche innerhalb des Panzers umherrotiert war, hat jedes Besatzungsmitglied, welches das Pech hatte, in dessen Weg gestanden zu haben, zerschmettert. Wenn der Panzer von einer Acht-Acht getroffen und in Brand geraten war, konnte der Geruch von verbrannten Fleisch überwältigend sein. Durch die starke Hitze eines brennenden Panzers schrumpften die verbrannten Körper seiner Besatzung auf die Hälfte ihrer ursprünglichen Größe’. Die Verletzung, welche von den Hochgeschwindigkeits-Panzerabwehrgranaten der deutschen Geschütze innerhalb durchschlagener amerikanischer Panzer verursacht wurden, waren so schrecklich, dass es bei der 4. US-Panzer-Division eine feste Regel gab, dass wenn die Besatzung einen getroffenen Panzer verlassen hatte, nur verwundeten Kameraden nach außerhalb des Fahrzeuges geholfen werden durfte. Wenn irgendeiner der Panzerleute getötet wurde, war es den überlebenden Besatzungsmitgliedern verboten, diese Körper aus dem Fahrzeug zu bergen. Stattdessen wurden Bergefahrzeuge eingesetzt, den getroffenen Panzer nach hinten abzuschleppen, wo Hilfskräfte deren Überbleibsel entfernten. Der Grund dafür war, dass die Panzerbesatzungen niemals sehen sollten, auf welche schreckliche Weise sie innerhalb ihrer Fahrzeuge sterben können, wenn diese von einer deutschen Panzerabwehrgranate getroffen werden. Dies hätte ihre Moral und Aggressivität beim nächsten Gefecht mit deutschen Truppen nachhaltig beeinflusst. Schutz Während des Zweiten Weltkrieges war das einzige Material, welches für die Panzerung verfügbar war, Stahl. Der Schutz stieg mit der Dicke der Stahlpanzerung an, hatte aber den Nachteil des zunehmend größeren Gewichts. Da die Fahrzeugtechnologie in dieser Zeit nicht in der Lage war, Panzer mit einem starken Schutz und gleichzeitiger großer Mobilität zu konstruieren, waren die Entwürfe ein Kompromiss. Beim Tiger wurde Schutz der Mobilität vorgezogen. Trotzdem kann kein Panzer gegen Bedrohungen aus allen Richtungen und Entfernungen geschützt werden. Deshalb setzten zeitgenössische Konstrukteure ihren gesunden Menschenverstand ein, um die Panzer möglichst gut zu schützen. Heute wissen wir, dass die Frontpanzerung der Fahrzeuge zu 60° Grad für den optimalen Schutz angewinkelt sein sollte. Beim Tiger II wurde aufgrund der Erfahrungen mit dem russischen T-34-Panzer, ebenso wie schon zuvor beim Entwurf des PzKpfw V Panther, angewinkelte Panzerung verwendet, welche die Effektivität des Schutzes stark verbesserte. Dies geschieht auf zwei Weisen: erstens, weil es die Dicke der Panzerung in der Horizontalen vergrößert und zweitens, weil diese weniger Angriffsfläche für ein Geschoss bietet, was zudem noch dadurch eher abprallen als durchschlagen kann. Die Effektivität der Panzerung des Tiger II wird aus einem Gefecht aus dem Jahr 1945 klar, als ein Tiger II einen Sherman-Panzer überraschend aus weniger als 150 Metern abschoss. Die fünf anderen Sherman-Panzer eröffneten daraufhin das Feuer aus weniger als 200 bis 600 Metern und erzielten fünf oder sechs Treffer auf die Vorderseite des Tigers. Sie prallten alle ab, der Tiger II fuhr zurück und war weg. Die amerikanischen Panzerbesatzungen bemerkten zu dem Vorfall, wenn sie Panzer wie den Königstiger hätten, würden sie noch heute den Krieg gewinnen. Bei der US-Army mussten vor allem die M4 Sherman gegen den Tiger ‘ran’. Das amerikanische panzerbrechende Standard-Geschoss M61 für die 75-mm-Kanone prallte allerdings sowohl beim Tiger I als auch beim Königstiger an der Frontpanzerung und manchmal sogar an der Seitenpanzerung einfach ab. Selbst der verbesserte Sherman mit der 76-mm-Kanone konnte beide Tiger-Modelle aus Entfernungen von über 50 Meter nicht frontal durchschlagen. Der einzige bedrohliche Gegner für den Tiger II war der sowjetische Josef-Stalin-Panzer. 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In den Jahren 1914 bis 1918 hatte sich die Bewaffnung der Infanteristen beträchtlich erweitert: mehr Maschinengewehre, die Einführung des Granatwerfers, des leichten Maschinengewehrs, in einigen Fällen sogar des automatischen Gewehrs und der Maschinenpistole. Die Granate wurde wiederentdeckt und der Grabenmörser erhielt ein neues Aussehen und Renaissance. All diese Waffen wurden an den Infanteristen ausgegeben und er musste sie beherrschen. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurden Anzahl dieser Waffen ausgedünnt. Zwar wurden sie nicht ganz abgeschafft, sondern in kleinen Stückzahlen beibehalten und in den Folgejahren verbessert, sodass es sie 1939 noch alle gab. Von jedem Infanteristen – und auch von vielen Soldaten anderer Waffengattungen – wurde erwartet, dass er in der Lage war, sie zu bedienen, wenn es ihm befohlen wurde oder es notwendig war. Das galt unabhängig von seiner eigentlichen Aufgabe und der Waffe, welche er gewöhnlich dafür verwendete. Zahlreiche junge Männer in England, die mit den Erinnerungen ihrer Väter an das Gewehr mit Bajonett und dem Schlamm im Ypern-Bogen aufgewachsen waren, erlebten eine böse Überraschung, als sie 1939 den neuen Kampfanzug trugen und die Bandbreite der Waffen sahen, die sie erlernen mussten. Die alliierten Streitkräfte Alliierte Infanteristen Nach einem alten britischen Sprichwort war die Aufgabe der Kavallerie in der Schlacht, für den Lärm zu sorgen, da man sonst nichts Lautes wird hören können. Dies lässt erahnen, dass die Infanterie die Basis aller Streitkräfte und jeder militärischen Auseinandersetzung überhaupt ist. Der Infanterist ist das ‘Mädchen für alles’ in jeder Armee der Welt und dazu noch ein Meister im Kampf ‘Mann gegen Mann’. Er gehört zu denjenigen, welche dem Feind von Angesicht zu Angesicht auf dem´Schlachtfeld gegenüberstehen und auch die Entscheidung herbeiführt. Artillerie, Panzer und Flugzeuge können die feindliche Front aufbrechen, können den Feind demoralisieren und Verluste verursachen, aber wenn nicht die entschlossene Infanterie dies ausnutzt, geht jeder erzielter Vorteil wieder verloren. Daher war, ist und bleibt die Infanterie das Rückgrat jeder Streitmacht. Mit dem Fortschreiten des Zweiten Weltkrieges tauchten immer mehr neue Waffen auf – entweder weil die alten nicht mehr in den für den neuen globalen Krieg erforderlichen Mengen produziert werden konnten oder weil ihre Leistungsfähigkeit nicht mehr ausreichte. Andere Gründe waren taktische Probleme, die aufgetaucht waren und die neue Lösungen erforderten; oder weil neue technische Entwicklungen den Weg zu einer effektiveren Waffe wiesen, die die alte ersetzen sollte. Bei jeder Neuerung musste der Infanterist auch neu dazulernen, war nicht nur einfaches lernen bedeutete, sondern es musste so gründlich einstudiert werden, dass die neue Waffe praktisch ein Teil von ihm wurde und er sie instinktiv bei Tag oder Nacht mit bestmöglichem Erfolg einsetzen konnte. Ein britischer Infanterist, der von 1939 bis 1945 diente, musste so in diesen Jahren vielleicht drei oder vier Gewehre, zwei Maschinenpistolen, drei leichte Maschinengewehre, ein Dutzend Granatentypen, zwei schwere Maschinengewehre, zwei Granatwerfer, eine Panzerabwehrbüchse und das PIAT erlernen, dazu noch womöglich auch zwei oder drei unterschiedliche Panzerabwehrkanonen bedienen können. Wenn es sich dazu noch um irgendeiner Art von besonderer Kampftruppe handelte, wie z. B. bei den Commandos oder den Luftlandetruppen, dann wurde von ihm auch erwartet, dass er rudimentär auch eine ähnliche Anzahl von feindlichen Waffen kannte, sodass er im Notfall eine Waffe vom Schlachtfeld aufheben und benutzen konnte. Wenn er dazu mit seiner Einheit noch im Rahmen einer anderen alliierten Armee eingesetzt wurde, musste er möglicherweise auch die Waffen seiner neuen Kameraden erlernen müssen. Wurde er später als Ausbilder verwendet, musste er noch eine Sammlung veralteter Waffen erlernen, die noch zur Ausbildung verwendet oder an die Home Guard zum lokalen Einsatz ausgegeben wurden. Dazu weiß jeder ehemalige Infanterist, dass die Beherrschung von Waffen nur eine Facette des Fachwissens dieser Männer war und immer noch ist. Denn von ihm wurde auch erwartet, dass er alle wichtigen Taktiken beherrschte, damit er die jeweiligen Waffen optimal einsetzen konnte. Dazu musste er auch in der Lage sein, auf sich selbst aufzupassen, Karten zu lesen, zu kochen und tausende von anderen Dinge zu tun, die alle zu einem vollkommenen Berufssoldaten gehören. Dies wurde ihm in der britischen Armee während der Grundausbildung, dem sogenannten ‘Battle Drill’ beigebracht. Es wurde auf dem Exerzierplatz alles in allen Einzelheiten immer wieder durchexerziert, bevor die Soldaten an die Front kamen. Das Ergebnis des scharfen Drills dieser Kampfführung war, dass der Ablauf des Geschehens jedem Soldaten so sehr ins Blut übergeht, sodass er im Notfall jederzeit den Befehl über seine Gruppe übernehmen konnte. Dadurch kam kein einmal begonnener Angriff zu erliegen, wenn der Kommandant ausfiel, denn sein Ersatz wusste genau, dass er alles richtig machen würde. Dieses Schema ließ sich im übrigen auch auf größere Einheiten übertragen. Im Englischen wird die Gruppe der Infanteristen als ‘Section’ bezeichnet, welche Teil des ‘Platoon’ (Zuges) waren. Letzter bestand im Normalfall aus drei bis vier Gruppen, welche als Zugführer einen Offizier, einen Feldwebel und einen Funker hatte. Dadurch konnten die einzelnen Elemente unabhängig, aber auch geschlossen eingesetzt werden. Bei einem gemeinsam operierenden Zug gibt dabei immer eine Gruppe Feuerschutz, während sich eine andere vorarbeitet. Das ganze Verfahren basierte auf dem ‘Battle Drill’. Organisation Bei der Betrachtung der Organisation der alliierten Infanterie ist es gut, sich zu Beginn die berühmte Bemerkung von Feldmarschall Sir William Robertson aus dem Ersten Weltkrieg ins Gedächtnis zu rufen, über die er sagte, dass sie ihm gegenüber von einem sehr hohen General um die Jahrhundertwende gemacht wurde: ‘Vergessen Sie nie, Robertson, dass wir zwei (britische) Armeen haben: die Armee des Kriegsministeriums mehr …

3 Kommentare zu „14-Eisernes Kreuz“

  1. Thorben Ferner

    Text unter dem Bild:
    “Sammlung von Nazi-Auszeichnungen.”

    Stimmt so nicht.
    Es sind auch bundesdeutsche, schleswig-holsteinische, Kaiserreich-, Reichswehr- und WK1-Abzeichen und Medaillen/Effekten abgebildet. Auch ist fraglich, ob militärische Auszeichnungen oder Abzeichen der Wehrmacht (trotz des enthaltenen Hakenkreuzes) als “Nazi”-Auszeichnungen diffamiert werden sollten.

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