FG 42


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Im Blickpunkt:
  • Repetierflinte mit Extras

    Selbstladeflinten im Krieg und Demonstration einer Maverick Modell 88. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Grabengewehr, Selbstladeflinte, Repetierflinte. Typ: Grabengewehr im Kriegseinsatz. Grabengewehr Geschichte der Selbstladeflinten Sogenannte Selbstladeflinten oder auch Repetierflinten (im englischen ‘Pump action shotgun’ oder kurz ‘Pumpgun’) wurden weit verbreitet während der Grabenkämpfe im 1. Weltkrieg und auch teilweise noch im Zweiten Weltkrieg und bis heute von verschiedenen Heeren – darunter auch die Bundeswehr – verwendet. Sie sind nur auf sehr kurze Distanz (unter 50 Meter) wirksam, dafür aber bei Entfernungen darunter, welche im Graben- und Häuserkampf sehr oft vorkommen, äußerst effektiv. Das erste Patent für eine Selbstladeflinte wurde 1854 auf den Briten Alexander Bain ausgestellt. Ältere Pump-Action-Flinten sind oft schneller als moderne halbautomatische Flinten, da sie oft keinen Abzugstrenner hatten und in der Lage waren, eine neue Patrone so schnell abzufeuern, wie die Pump-Action betätigt wurde, wobei der Abzug kontinuierlich gedrückt gehalten wurde. Diese Technik wird als ‘Slamfire’ bezeichnet und wurde oft beim Einsatz des Winchester Model 1897 in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs angewendet. Moderne Pump-Action-Entwürfe sind etwas langsamer als eine halbautomatische Schrotflinte, aber die Pump-Action bietet eine größere Flexibilität bei der Auswahl der Schrotpatronen, die es dem Schützen erlaubt, verschiedene Arten von Ladungen zu mischen und Spezialladungen oder geringer Wirksamkeit, z.B. für Polizeieinsätze, zum Einsatz zu bringen. Halbautomatische Schrotflinten müssen einen Teil der Energie jedes abgefeuerten Schusses nutzen, um ihre Mechanik zu aktivieren, was bedeutet, dass sie mit Patronen geladen werden müssen, die stark genug sind, um zuverlässig zu funktionieren. Die Pump-Action vermeidet diese Einschränkung. Außerdem sind Pump-Action-Waffen, wie alle Handfeuerwaffen, unter ungünstigen Bedingungen wie Schmutz, Sand oder extremen klimatischen Bedingungen zuverlässiger als halbautomatische Waffen. Daher waren bis vor kurzem die militärischen Kampfschrotflinten fast ausschließlich Pump-Action-Entwürfe. Funktion Die Mehrladeflinte oder Vorderschaft-Repetierflinte ist ein Gewehr mit glattem Lauf, die manuell durch Bewegen eines verschiebbaren Handschutzes am Vorderschaft der Waffe bedient wird. Beim Schießen wird der verschiebbare Vorderschaft nach hinten gezogen, um eine verbrauchte Patrone auszuwerfen, und dann nach vorne geschoben, um den Hahn oder Schlagbolzen zu spannen und eine neue Patrone in die Kammer zu laden. Die Munitionszufuhr erfolgt in der Regel aus einem Röhrenmagazin unterhalb des Laufes, zumeist um die 8 Geschosse mit Ladungen von bis zu 6 bis 9-mm großen Schrotkugeln. Einige Waffen verfügen auch über ein abnehmbares Kastenmagazin. Die Patronen einer Pump-Action-Waffe wird typischerweise aus einem Röhrenmagazin unterhalb des Laufs zugeführt, das auch als Führung für den beweglichen Vorderschaft dient. Die Patronen werden eine nach der anderen durch eine Öffnung im Gehäuse zugeführt, wo sie nach vorne geschoben werden. Eine Verriegelung an der Rückseite des Magazins hält die Patronen im Magazin fest, bis sie benötigt werden. Wenn die Waffe vollständig geladen werden soll, kann eine Patrone durch die Auswurföffnung direkt in das Patronenlager geladen oder aus dem Magazin gezogen werden, das dann mit einer weiteren Patrone aufgefüllt wird. Es gibt Pumpguns mit abnehmbaren Kastenmagazinen oder sogar Trommeln, bei denen das Magazin eingelegt werden kann, ohne die oberste Patrone zu entfernen. Wie die meisten Unterhebelrepetierer verwenden auch die meisten Pump-Action-Schrotflinten und Gewehre ein festes Röhrenmagazin. Dies führt zu einem langsamen Nachladen, da die Patronen einzeln in die Waffe eingelegt werden müssen. Einige Pump-Action-Flinten und Gewehre, wie die russische Zlatoust RB-12, die italienische Valtro PM5, die amerikanische Remington 7600-Serie und die Mossberg 590M, verwenden deshalb abnehmbare Kastenmagazine. Es gibt auch kleinere Geschosse mit weniger und kleineren Schrotkugeln, deren Mannstoppwirkung oder Effizienz beim Beseitigen oder Öffnen von Hindernissen (wie Türen oder Barrikaden) aber natürlich wesentlich geringer ist. Umso größer die Ladung und Schrotkugeln, desto größer folglich auch die Wirkung auf das Ziel. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, mit kleineren aber mehr Schrotkugeln in dem Geschoss Treffer zu erzielen, natürlich deutlich größer. Da der Vorderschaft in der Regel mit der Stützhand bedient wird, ist eine Pump-Action-Waffe viel schneller als eine Repetierwaffe und etwas schneller als eine Hebelwaffe, da die Abzugshand beim Nachladen nicht vom Abzug genommen werden muss. Da der Abzug linear betätigt wird, entsteht auch weniger Drehmoment, welcher die Waffe bei schnellen Schusswiederholungen kippen und aus dem Ziel werfen könnte. Ein geübter Schütze kann mit einem Grabengewehr ohne Schwierigkeiten ein bis zwei Schüsse pro Sekunde abgeben, da die Handhabung recht einfach und die Trefferwahrscheinlichkeit auf kurze Distanz äußerst hoch ist. Der Schütze muss lediglich den Vorderschaft zurückziehen, schon wird der Verschluss geöffnet und der Schlaghahn gespannt. Eine schon verschossene, leere Hülse wird gleichzeitig ausgeworfen. Nun zieht der Schütze wieder den Vorderschaft nach vorne und die nächste Patrone wird geladen und der Verschluss geschlossen. Dazu muss man im Gegensatz zum normalen Gewehr noch nicht einmal die Waffe abgesetzt werden, was es ermöglicht, die Waffe ständig auf das Ziel zu richten und eine hohe Feuerrate zu erreichen. Video Maverick Modell 88 und Fabarm Pumpgun https://youtu.be/zjTErUp-IfE Video vom Tontaubenschießen mit der Maverick Modell 88 sowie einer Fabarm Pumpe (1:13 min). Feuer-Zyklus Fast alle Pump-Mechaniken verwenden eine Vorwärts- und Rückwärtsbewegung des Vorderschafts, um die Mechanik zu betätigen. Der Vorderschaft ist durch eine oder zwei Stangen mit dem Verschluss verbunden. Zwei Stangen gelten als zuverlässiger, da sie symmetrische Kräfte auf den Verschluss und die Pumpe ausüben und die Gefahr des Klemmens verringern. Die Vorwärts- und Rückwärtsbewegung des Verschlusses in einem Röhrenmagazin betätigt auch die Hebevorrichtung, welche die Patronen von der Ebene des Magazins auf die Ebene des Laufs anhebt. Nach dem Abfeuern eines Schusses wird der Verschluss entriegelt und der Vorderschaft ist frei beweglich. Der Schütze zieht den Vorderschaft zurück, um den Feuer-Zyklus zu beginnen. Der Verschluss wird entriegelt und beginnt sich nach hinten zu bewegen, wodurch die leere Patrone aus dem Patronenlager herausgezogen und ausgeworfen wird, der Hahn gespannt wird und das Laden der neuen Patrone beginnt. Bei einem Röhrenmagazin wird bei der Rückwärtsbewegung des Verschlusses eine einzelne Patrone aus dem Magazin freigegeben und nach hinten geschoben, bis sie auf der Hebevorrichtung zur Ruhe kommt. Wenn der Vorderschaft die Rückseite erreicht und sich nach vorne bewegt, hebt die Hebevorrichtung die Hülse an und richtet sie mit dem Lauf aus. Wenn sich der Verschluss nach vorne bewegt, gleitet die Patrone in das Patronenlager, und der letzte Teil des Stulpwegs verriegelt mehr …

  • Griechische Soldaten 1940/41

    Stärke und Organisation der Streitkräfte von Griechenland 1940 bis 1941 im Krieg gegen Italien und Deutschland im Balkanfeldzug. Die griechischen Streitkräfte von 1940 bis 1941. Von 1938 bis zum deutschen Angriff 1941 war Griechenland eine konstitutionelle Monarchie unter König Georg II., aber die tatsächliche Macht lag in den Händen des faschistischen Diktators General Metaxas. Griechische Streitkräfte Die griechischen Streitkräfte litten – wie übrigens auch die der meisten der kleineren Nationen – an einem Mangel an modernen Waffen und Kraftfahrzeugen. Allerdings war die gebirgige Grenze zu Albanien ideal für jeden Abwehrkampf und die traditionelle Zähigkeit der Griechen war zu viel für die italienischen Angreifer. Die zu Beginn des italienischen Angriffs am 28. Oktober 1940 zahlenmäßig unterlegene griechische Armee war nicht nur in der Lage diesen aufzuhalten, sondern konnte die Invasoren sogar bis nach Albanien hineinzurückdrängen, wo sie mit englischer Materialhilfe und Unterstützung durch die RAF die Front bis April 1941 halten konnte. Am 6. April 1941 erfolgte jedoch der deutsche Angriff von Bulgarien und über Jugoslawien aus, und dieser Offensive von der besten Armee in Europa konnte die griechische Armee nicht mehr standhalten. Trotz erbitterten Widerstandes zwang die Wehrmacht die griechische Armee in Ost-Mazedonien zur Kapitulation und die Briten zum Rückzug. Am 20. April kapitulierte auch die griechische Epirus-Armee und am 22. April begannen die verbliebenen britischen Einheiten mit der Evakuierung von Griechenland. Der Oberbefehlshaber über dei griechischen Streitkräfte hatte General Papagos und die direkte Operationsführung der Armee wurde von einem Oberkommando und fünf Armeekorps ausgeübt. Kurz vor dem italienischen Angriff am 28. Oktober 1940 mobilisierten die Griechen ihre Streitkräfte. Das Feldheer war in zwei Heeresgruppen, sechs Hauptquartiere, sechs Infanterie- und 9 Gebirgsjäger-Divisionen, vier Gebirgsjäger-Brigaden und eine Kavallerie-Division gegliedert. Bei Kriegsbeginn zählte die griechische Armee 430.000 Mann, jedoch waren die Verluste schwer und rund 60.000 Mann waren nach den Winterkämpfen gefallen, verwundet oder vermisst. Griechische Armee Divisionen der griechischen Armee: Im März 1941 bestanden die griechischen Streitkräfte aus insgesamt 540.000 Mann, zu den jedoch auch 50.000 Rekruten mit nur einem Monat Ausbildungszeit zählten. Diese waren unter 4 Armee-Kommandos und drei General-Hauptquartiere verteilt und bestanden aus 3 Infanterie-Divisionen, 14 Gebirgs-Divisionen, 1 Infanterie-Brigade, 1 motorisierte Division und 1 Kavallerie-Division. Der deutsche Angriff kostete Griechenland 15.700 Mann Verluste auf dem Schlachtfeld und 220.000 Soldaten wurden gefangengenommen, jedoch kurz danach wieder freigelassen. Die Armee-Korps bestanden aus zwei bis vier Infanterie- oder Gebirgsjäger-Divisionen. Das I., II., III. und IV. Korps wurden jeweils zusätzlich von einem Artillerie-Regiment aus 7 Batterien (8 x 85 mm, 8 x 105 mm und 12 x 155 mm Geschütze) unterstützt, während das V. Korps über zusätzlich 4 x 85 mm, 4 x 105 mm und 4 fest eingebaute 152-mm-Kanonen verfügte. Jedes Korps hatte auch seine eigene Flak-Abteilung aus 88 mm, 37 mm und 20 mm-Geschützen. Eine Infanterie-Division bestand aus drei Infanterie-Regimentern, ein Regiment aus Divisions-Artillerie und Unterstützungseinheiten. Die Gebirgs-Divisionen waren von besonderer Bedeutung, da die griechische Armee einen großen Mangel an modernen Waffen hatte und sie es daher bevorzugte, in den Bergen zu kämpfen. Die Gebirgs-Divisionen waren auf der gleichen Grundlage wie die Infanterie-Divisionen organisiert, aber mit weniger Artillerie. Gebirgs- und Infanterie-Divisionen waren beide 12.000 Mann stark. Die 56 Infanterie-Regimenter bestanden jeweils aus dem Regiments-Stab, einem Aufklärungszug, Hauptquartier-Zug, Stabskompanie und zwei Bataillonen. Jedes Bataillon hatte einen Bataillonsstab, drei Schützen-Kompanien und einer Maschinengewehr-Kompanie. Die Bataillonsstärke waren 58 Offiziere und 1.100 Mannschaften. Die Hauptbewaffnung bestand aus dem Männlicher-Schönauer M1903/14 Gewehr und die Unterstützungswaffen waren 36 leichte Maschinengewehre Hotchikss 8mm, acht schwere Maschinengewehre St.Etienne M07, vier 81-mm-Granatwerfer und zwei 65-mm-Gebirgsgeschütze. Die Elite-Soldaten der griechischen Armee waren die Evzones. Ursprünglich während des Unabhängigkeitskrieges zu Beginn des 19. Jahrhundert als Leichte Infanterie aufgestellt, wurden diese Hochländer 1833 Teil der regulären Streitkräfte. Im Jahr 1940 dienten sie in den Leichten Infanterie-Regimentern und mit der Königlichen Garde. Die Divisions-Artillerie der Gebirgs-Divisionen berstand aus vier Batterien – wobei in der griechischen Armee eine Batterie aus 4 Geschützen bestand – mit 75-mm-Gebirgskanonen, sowie zwei Batterien aus 105-mm-Geschützen. Infanterie-Divisionen hatten neun Batterien aus 75-mm-Feldgeschützen. Jedes Armeekorps hatte seinen eigenen Bestand an schwerer Artillerie und es gab 12 Batterien an schwerer Artillerie zum Einsatz bei dem Feldheer. Da alle Artillerie-Geschütze entweder aus Frankreich, Deutschland oder der Tschechien stammten, war England nicht in der Lage, die Griechen mit Munition dafür zu versorgen. Die noch vorhandenen Lagerbestände in den USA waren bald erschöpft, sodass die Engländer damit begannen die griechische Armee mit italienischen Beutebeständen aus Nordafrika auszurüsten und zu versorgen. Neben den Armeetruppen gab es noch eine Reihe von Bataillonen und Kompanien für die Verteidigung der Inseln und als Grenztruppen, sowie eine Anzahl von beweglichen und stationären Maschinengewehr-Einheiten. Als die Engländer im März 1941 auf dem griechischen Festland selbst mit Kampftruppen an Land gingen, mussten sie bestürzt feststellen, dass es einige Divisionen nur auf dem Papier gab. So hatte eine Division aus kürzlich neu aufgestellten Truppen gerade mal eine Stärke von sechs Bataillonen und als Transportmittel stand nur das Auto des Kommandanten und fünf Lastkraftwagen zur Verfügung. Die ‘motorisierte Division’ bestand aus 2.000 gerade eingezogenen KfZ-Mechanikern. Sie hatte nur 24 leichte italienische und holländische Tanketten, einige italienischen Lastkraftwagen, einige wenige britische Bren Gun Carrier und dazu noch ein paar Motorräder und Personenkraftwagen. Es gab zwei Regimenter von Kavallerie, jedes mit vier Schwadronen aus mit Säbeln bewaffneten Kavalleristen, einer Maschinengewehr-Einheit mit 12 MGs und eine Schwadron mit vier 81-mm-Granatwerfern. Ein drittes Regiment, welche gerade motorisiert wurde, bestand aus vier Schwadronen ausgerüstet mit Panzerspähwagen, einer Maschinengewehr-Einheit, einer Schwadron mit 81-mm-Granatwerfern, einer berittenen Maschinengewehr-Einheit mit 12 MGs und einer Schwadron bewaffnet mit Säbeln. Diese drei Regimenter, zusammen mit einer Batterie von Gebirgsartillerie, einer Pionier-Schwadron und einer Nachrichten-Schwadron wurden zu einer unabhängigen Brigade zusammengestellt und spielten eine wichtige Rolle bei der Abwehr des italienischen Angriffs. Neben dieser größeren Formationen gab es noch berittene Truppen, welche als Aufklärungseinheiten der Armee-Korps und Infanterie-Divisionen eingesetzt wurden. Diese Aufklärungs-Bataillone bestanden aus zwei Schwadronen, einer Maschinengewehr-Kompanie oder Abteilung und bei den Korps-Einheiten noch einer Granatwerfer-Abteilung. Die griechische Armee leistete einen starken Widerstand gegen die Achsentruppen und griechische Partisanen blieben ein unangenehmer Gegner in der nachfolgenden Zeit. Griechische Luftwaffe Das griechische Luftfahrtministerium war zuständig für die Unterhaltung der Luftstreitkräfte der Armee und mehr …

  • 3D-Modell He 162

    Strahljäger Heinkel He 162 ‘Volksjäger’ des Salamander-Programms. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Heinkel He 162 Volksjäger. Typ: Deutsches Jagdflugzeug mit Strahltriebwerk. Geschichte Heutzutage ist es völlig normal, dass für die Erstellung der verschiedenen Machbarkeitsstudien und zahlreichen anderen Schritten bei einer neuen Flugzeug-Entwicklung mehr als zehn Jahre benötigt werden. Dabei scheint vollkommen vergessen worden zu sein, dass ein neuer Düsenjäger von der ersten Idee bis zum Flug des Prototyps in 90 Tagen entwickelt und 300 davon, zusammen mit mehr als 1.000 auf den Fließbändern, nach weiteren 90 Tagen gebaut werden konnten. Im Herbst 1944 war Hitler-Deutschland im Westen, Süden und Osten von mächtigen Feinden umringt und die alliierten Bomber zerschlugen das gesamte Land in Stücke. Deshalb waren verzweifelte Maßnahmen gefragt und führende Mitglieder der Nazi-Führung nahmen die Zügel in die Hand und trafen kühne Entscheidungen. Unter der Gesamtleitung von Albert Speers Rüstungsministerium entwarf der Parteibonze Karl-Otto Saur das Schema des Volksjägers. Dies sollte ein kleiner, nicht mehr als 2.000 kg wiegender, einfacher ‘Wegwerf-Jäger’ mit Strahltriebwerk sein. Mit seiner hohen Geschwindigkeit konnte ein derartiges Flugzeug den Horden an alliierten Jagdflugzeugen leicht entweichen und mit einer oder zwei 30-mm-Maschinenkanonen bewaffnet die Bomber zerschmettern. Dazu sollte wenig Wartungsaufwand notwendig sein und nur ein absolutes Minimum an Facharbeitern und knappen Rohstoffen bei der Produktion benötigt werden. Diese Anforderung wurde am 8. September 1944 an die deutsche Flugzeug-Industrie herausgegeben, welche sofort ihre Machbarkeit untersuchte. Einige davon, wie Messerschmitt und Dipl.Ing. Kurt Tank von Focke-Wulf, zusammen mit dem General der Jagdflieger Adolf Galland, hielten die gesamte Idee für unrealistisch. Sie hielten eine gigantische Massenproduktion für ein solch grobes und unerprobtes Flugzeug, welches von völlig unerfahrenen Angehörigen der Hitlerjugend geflogen werden sollte – von den erwartet wurde, dass sie ihre Ausbildung beim Fliegen des Volksjägers in Kampfeinsätzen abschließen müssen – für ein unseliges Unterfangen. Auch der Übergang zu einem Einsatzverfahren, bei dem die Wartung der Flugzeuge vernachlässigbar war, da unbrauchbare oder beschädigte Jäger ja sofort durch ein paar neugebaute Exemplare ersetzt werden könnten, würde nach ihrer Meinung den deutschen Kriegsanstrengungen abkömmlich sein. Stattdessen sollten alle Bemühungen darauf ausgerichtet sein, die Me 262 in Serienproduktion zu bringen. Ihre Einwände fielen jedoch auf taube Ohren und die Ausschreibung wurde am 15. September 1944 auf zwei Projekte beschränkt: die Blohm&Voss P.211 und Heinkel P.1073. In jeder Beziehung erschien die P.211 von Blohm&Voss, welche wie eine verkleinerte Kreuzung aus der späteren F-86 Sabre und MiG-15 aussah, überlegen. Die Firma Heinkel hatte jedoch mit der He 178 das erste Strahlflugzeug der Welt am 27. August 1939 in die Luft gebracht und baute auch den ersten Strahljäger, die He 280, welche den Erstflug am 2. April 1941 mit eigenen Triebwerken absolvierte. Deshalb hatte Heinkel jede Menge Erfahrungen in der Konstruktion von Düsenflugzeugen und bereits seit einiger Zeit eine ganze Menge Arbeit in ein Projekt wie das geforderte gesteckt. Durch rasende Arbeit bei Tag und Nacht und einem fertigen Holzmodell innerhalb von 15 Tagen überrollten sie die Konkurrenz, sodass die Firma am 24. September bereits den Zuschlag für den Auftrag – sowohl von Saur als auch von Göring – erhielt. Trotzdem gab keine offizielle, endgültige Entscheidung und vom heutigen Standpunkt aus gesehen, war die P.211 eindeutig das bessere Flugzeug. Nach einigen hitzigen Besprechungen wurde der endgültige Startschuss für Heinkel am 30. September gegeben, mit dem Ziel, eintausend Flugzeuge davon jeden Monat zu bauen. Salamander-Programm Das gesamte Programm erhielt den Tarnname Salamander, jedoch nicht das Flugzeug selbst. Bei der Firma Heinkel wurde die P.1073 als Spatz getauft. Ein erster Vorschlag für die offizielle Bezeichnung war He 500, aber um die alliierten Nachrichtendienste zu verwirren, wurde die Modellnummer der Totgeburt ‘Jaguar’ der Firma Messerschmitt von 1937 übernommen und der Volksjäger wurde zur He 162.   Die Konstruktion des Prototyps He 162 V1, sein Entwurf, die Tests seiner Teile und der Aufbau einer Vielzahl von Unterauftragsnehmer zum Massenbau des Jägers ging mehr oder weniger gleichzeitig vonstatten. Der Entwurf konnte kaum einfacher werden, wobei der schöne und stromlinienförmige Flugzeugrumpf aus Leichtmetall-Halbmonocoque-Struktur mit kreisförmigem Querschnitt und einer Formsperrholznase bestand. Das Cockpit sah schon aus wie bei modernen Düsenjägern mit einer nach oben verschiebbaren, transparenten Haube und einem Schleudersitz. Der Treibstoff wurde in einem 695-Liter-Tank in der Mitte untergebracht, aber weitere 181 Liter konnten im Zwischenraum im Flügel-Mittelteil hinzugefügt werden. Alle drei Einzelteile das Dreiradfahrwerk wurden durch eine Hydraulik, welche durch Federn unterstützt wurde, in den Flugzeugrumpf eingezogen. Die Räder und Bremsen stammten aus der Bf 109 Gustav. Am Heck befand sich ein ungewöhnlicher Doppelflossenschwanz, dessen Winkel durch einen Schraubendreher im Rumpfheck eingestellt werden konnte. Der verhältnismäßig schmale Flügel wurde nahezu vollständig aus Holz hergestellt, aber die hydraulisch betriebenen Klappen bestanden aus Leichtmetall. Alle Flugkontrollen wurden durch Kraftübertragung direkt durch den Piloten ausgelöst. Das ausgewählte Strahltriebwerk BMW 003 wurde direkt mit drei Schrauben auf das hintere Heck befestigt und war durch feste vordere und hintere Verkleidungen und schnell zu öffnende Mittelblenden abgedeckt. Beim Prototypen wurde ein Riedel-Zweitakt-Kolbenmotor für den Start montiert, wie dies auch bei den Jumo 004b-Motoren der Me 262 der Fall gewesen war. Die Maschinenkanonen sollten bei Serienflugzeugen unten an den beiden Seiten des vorderen Rumpfes eingebaut werden. Diese He 162 war eine attraktive, aber unorthodoxe Erscheinung und war weitgehend aus Holz und anderen billigen und nicht-strategischen Materialien gebaut. Planung der Großserie Das Salamander-Programm wurde auf Heinkels Fabrik bei Wien-Schwechat konzentriert, wo auch der Drehpunkt für den He 219 Nachtjäger war. Das Werk in Schwechat wurde ursprünglich damit beauftragt die Prototypen von der He 162 V1 bis zur V10 zu bauen, welche gleichzeitig auch als Vorserienmodelle He 162 A-0 dienen sollten. Der Massenbau der Serienmaschine He 162A-1 sollte anschließend von einer steigenden Anzahl von Fabriken und Unterauftragnehmern abgewickelt werden. Davon waren die größten Gruppen Heinkel-Nord bei Rostock-Marienehe und Junkers in Bernburg mit jeweils 1.000 Flugzeuge pro Monat. In den gigantischen, unterirdischen Mittelwerke im Harz, welche von der SS brutal mit Zwangsarbeitern geführt wurden, sollte der Hauptteil der Produktion mit 2.000 Flugzeugen je Monat erfolgen. Dazu wurde die Fabrik von Heinkel bei Wien, zusammen mit einer Einrichtung in der ehemaligen Kalkmine Hinterbrühl, in das Programm eingebunden mehr …

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