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FT-17


Renault FT-17, erster Panzer mit einem beweglichen Turm und erfolgreichster Typ aus dem Ersten Weltkrieg.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Bilder und 3d-Modell.

FT-17 Berlier
FT-17 Berlier


Renault FT-17
Typ: leichter Infanteriepanzer.

Geschichte:

französische FT-17
Der französische FT-17 war der erste Panzer mit einem drehbaren Turm und wurde 1917 entwickelt.

Der kleine Renault FT-17 war ohne Zweifel der erfolgreichste aller Panzer, welche im Ersten Weltkrieg zum Einsatz gekommen waren.
Der Panzer hatte seine Ursprünge in einem Vorschlag, welcher der voraussehende Oberst J. E. Estienne bereits seit 1915 vorantrieb. Estienne sah den Bedarf eines leichten, gepanzerten Fahrzeuges, welches die Infanteri-Einsätze direkt unterstützen konnte.
Der Oberst schlug Louis Renault 1915 schon zum ersten Mal vor, seinen Char d’Assaut (Angriffswagen) zu bauen. Doch hatte Renault zu dieser Zeit noch überhaupt keine Erfah­rungen im Bau von Kettenfahrzeugen und war außerdem voll mit Aufträgen eingedeckt.

So dauerte es bis Mitte 1916, bevor Renault einbezogen wurde. Trotz der fehlenden Erfahrung der Firma im Bau von Kettenfahrzeugen, wurden Aufträge zum Bau solcher – allerdings vornehmlich für die Artillerie – vergeben.
Mit der Aussicht eines potenziellen Auftrags über 1.000 Exemplare des leichten Infanteriepanzers, begann die Firma Renault mit den Arbeiten an einem Entwurf.

Bis zum Endes des Jahres 1916 war der Entwurf fertig. Die ersten Prototypen waren im Februar und März 1917 bereit. Diese erschienen in der Form eines Zwei-Mann-Panzers, welcher mit einem Maschinengewehr bewaffnet war und daher nicht die allgemeinen Vorgaben aus einer Bewaffnung mit Kanonen zu dieser Zeit erfüllte. Die Verantwortlichen hielten den Entwurf für zu leicht bewaffnet und es gab in der französischen Armee größeren Streit darüber. Trotzdem wurden Aufträge zum Bau des Panzers für Renault durchgedrückt.

Dann dauerte es auch nicht lange, bis ein weiterer Auftrag über 2.500 weitere auf nun insgesamt 3.500 Fahrzeuge vergeben wurde. Es wurde bald klar, dass die Firma Renault diese Bestellung niemals allein abwickeln wird können. Deshalb wurden Produktionschargen an andere Firmen vergeben. Zu diesen gehörten Berliet, Delau­ney Belleville und SOMUA (Societe d’Outillage Mecani­que et d’Usinage d’ Artillerie). Dazu wurden auch viele Zuliefe­rer eingebunden. Einen Teil der Panzerplatten lieferten sogar einige Hersteller aus Großb­ritannien.
Selbst die Amerikaner wurden in den Bau des Panzers eingebunden, aber da diese ihre FT-17 nach amerikanischen Standards und Methoden fabrizieren wollten, erreichte keiner davon mehr Frankreich vor dem Waffenstillstand.

Der erste Serienpanzer des FT-17 war bei Renault im September 1917 produziert worden, doch gab es Probleme mit der Zulieferung einzelner Baugruppen, sodass sich die Großserie verzögerte. So wurden bis Ende 1917 lediglich 83 FT-17 produziert und bei der Mehrzahl fehlte noch die Bewaffnung.
Bis dahin wurde die Bewaffnung auf eine 37-mm-Kanone verstärkt, wenn auch viele FT-17 nur mit dem einzigen Maschinengewehr bewaffnet gebaut wurden.
Die anderen Firmen lieferten ihre ersten FT-17 sogar erst ab Mitte 1918 aus. Dabei trat ein Mangel an Türmen für den Panzer auf, sodass der gegossene, gepanzerte Original-Turm bei den anderen Herstellern oft gegen einen achteckigen Entwurf mit angebrachten flachen Panzerplatten ersetzt wurde. Praktisch entwickelte jeder Hersteller seine eigene Version des Turms.

Der FT-17 war das erste Fahrzeug, welches man heute als den klassischen Panzer-Entwurf ansehen würde. Der Panzer hatte seine Bewaffnung erstmals in einem kleinen Turm, welcher um 360° Grad gedreht werden konnte, und Kettenlaufwerke an der Seite von der schmalen Wanne.
Es gab kein Fahrgestell als solches, denn die Komponenten wurden direkt an die gepanzerte Hülle montiert. Der Motor und das Getriebe waren hinten untergebracht.
Die Kettenlaufwerke hatten beide ein großes, vorderes Leitrad aus Sperrholz mit einem Narbenkranz aus Stahl, welches sich als ideal geeignet dafür herausstellte, um Hindernisse zu überwinden. Neun kleinere Laufrollen waren in vier Radgestellen aufgehängt, die durch Schrau­ben- und Blattfedern gefedert waren und hinten war das Treibrad angebracht. Die Kette lief über sechs Stützrollen zurück.
Um die Grabenüberschreitfähigkeit zu verbessern, wurde oft ein Stützgestell am Heck montiert, welches für den Transport der Fahrzeuge abgenommen werden konnte.
Das ganze Fahrzeug war im Grunde also nichts anderes, als eine gepanzerte Blechkiste, worin der Fahrer vorne saß. Dieser erreichte seinen Platz durch darüber vorhandene Doppelluken. Der Kommandant war auch gleichzeitig Schütze und Ladeschütze für die Kanone oder das Maschinengewehr und hatte seine Position im Turm, die er durch eine Luke im Turmheck erreichte.
Die Panzerung der genieteten Wanne war bis 16 mm dick.

Schon in der Anfangszeit des Projektes wurde entschieden, dass der Panzer in vier Versionen gebaut werden soll. Da war zum einen das Basismodell, das Char Mitrailleuse 8mm FT-17 mit dem 8-mm-Maschinengewehr, welches einen Höhenrichtbereich von -20° bis +35° Grad und 4.800 Schuss Munition hatte.
Die 37-mm-Kanonen von Puteaux mit dem gleichen Höhenrichtbereich und 237 Schuss Munition (200 Spreng-, 25 Panzerbrechende und 12 Schrapnell-Granaten) wurde zum Standard als Char-canon FT-17.
Der Befehlspanzer Char Renault TSF hatte statt des Turmes einen Aufbau mit einem Funkgerät und eine Besatzung von drei Mann – Funker, Beobachter und Fahrer.
Die Selbstfahrlafette erschien bald danach und wurde als Char Canon 755 oder Char Canon Renault BS bezeichnet und trug eine 75-mm-Kanone.


 

Die ersten FT-17 wurden an die französische Armee im März 1917 ausgeliefert, aber es dauerte bis Mai 1918, bevor sie im Kampf erstmals eingesetzt wurden. Zu diesem Zeitpunkt bestand die französische Taktik eigentlich darin, sie in Massen einzusetzen.
Dies war aber nicht im Angesicht ständiger deutscher Angriffe zu diesem Zeitpunkt immer möglich. So mussten sie Anfangs in relativ kleinen Mengen eingesetzt werden.
Der erste Einsatz des Renault FT-17 erfolgte am 31. Mai 1918 während eines Angriffs der französischen Infanterie im Wald von Retz, als 21 dieser Panzer zur Unterstützung eingesetzt wurden. Der nachfolgende deutsche Gegenangriff gewann aber den größten Teil des Geländes zurück und bis zum Abend waren nur noch drei FT-17 einsatzfähig.

Die Verluste des kleinen Panzers waren in den ersten Gefechten hoch. Aber nachdem sich die Besatzungen an ihre Fahrzeuge gewöhnt hatten und vernünftige Einsatztaktiken angewendet wurden, nahmen die Ausfälle jedoch ab.
Bis Juli 1918 hatte sich die Situation für die Alliierten entspannt, sodass es möglich war, 480 FT-17 für einen Gegenangriff bei Soissons zusammenzufassen. Dabei waren sie erfolgreich und anschließend wurde der Typ mit großen Erfolgen verwendet.

Jedoch war ein ständiges Problem die Wartung der Fahrzeuge. Der FT-17 war entworfen worden, ohne sich viel Gedanken über Reparaturen, die längere Haltbarkeit der Bauteile und genügend Ersatzteile zu machen. So befanden sich die ganze Zeit über immer mehrere hundert der kleinen Panzer mit verschiedenen Schäden außer Betrieb.
Aber trotzdem waren noch mehr von ihnen an der Front im Einsatz, da die verschiedenen Hersteller ordnungsgemäß ihre Aufträge über Tausende von Exemplaren erfüllten. Einige davon wurden auch an amerikanische Truppen abgegeben.
Ein großer Vorteil des Fahrzeuges war jedoch, dass es durch Lastkraftwagen zum Einsatzort gebracht werden konnte, während die schweren Panzer per Eisenbahn in die Nähe der Front transportiert werden mussten, und diese von dort zu ihren Ausgangsstellungen rollen mussten, wobei es oft schon die ersten mechanischen Ausfälle gab.

Bis Kriegsende im November 1918 waren etwa über 3.000 FT-17 produziert worden. Von diesen waren 1.991 Einsatzbereit, während weitere 369 repariert wurden und weitere 360 außer Gebrauch waren.
Die Herstellung des FT-17 lief noch einige Zeit nach dem Waffenstillstand weiter. Nach 1918 blieb der FT-17 für eine lange Zeit im Truppengebrauch. Sie wurden in den meisten Kolonialgebieten von Frankreich verwendet, darunter auch in Marokko, Tunesien und Syrien.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges war der FT-17 auch ein recht erfolgreicher Exportschlager Frankreichs. In den meisten Fällen waren sie die ersten Panzerfahrzeuge der jeweiligen Staaten und ihre Nachfrage war so groß, dass die französische Armee alle ihre FT-17 hätte verkaufen können. Da dies aber nicht hinnehmbar war, musste der Export folglich gestoppt werden.

Die bis kurz nach Kriegsende gebauten Neufahrzeuge und auch ältere FT-17 wurden für zahlreiche andere Aufgaben umgebaut. Dazu gehörten mobile Brückenlegepanzer, weitere Selbstfahrlafetten mit Artilleriegeschützen und Befehlspanzer. Hinzu kamen Versionen als Schwimmpanzer, Räumpanzer, Transportfahrzeuge, Faschinenträger zum Überschreiten von Gräben (Char Fascine), Minenräumpanzer (Char Demineur), ein Schein­werfer-Panzer (mit einem Scheinwerfer auf einem hohen Turm, welcher nach dem Krieg von der französischen Polizei für Sicherungsaufgaben eingesetzt) sowie ein Nebelpanzer. Die meisten waren lediglich Versuchsfahrzeuge, doch einige davon wur­den auch eingesetzt.

In den 1920er Jahren wurden mehrere Versuche unter­nommen, den FT-17 auf einen zeitgemäßen technischen Standard zu halten. So wurden einige der Fahrzeuge auch mit Citroen-Kegresse-Gummiketten ausgerüstet.
Eine Weiterentwicklung führte zum NC1 (NC27), einem leichten Kampfpanzer mit verbesserter Panzerung und neuem Kettenlaufwerk. Er wurde von der französischen Armee getestet, jedoch nicht eingeführt. Doch wurden einige der Panzer an Japan und Jugoslawien verkauft.
Der NC2 (NC31) hatte einen stärkeren Motor und wog 9.653 kg. Er war mit einem 7,5-mm-Zwillings-Maschinengewehr im Turm bewaffnet. Von diesem Modell wur­de eine Anzahl nach Griechenland verkauft.

In den 1930er Jahren wurden die noch vorhandenen FT-17 mit den neuen 7,5-mm-Hotchkiss-Maschinengewehre ausgerüstet und wurden als FT-31 bezeichnet. Ihr Munitionsvorrat bestand aus 3.600 Schuss Normalmunition und 450 Schuss panzerbrechender Munition.

Als die deutschen Truppen im Mai 1940 Frankreich angriffen, gab es immer noch rund 1.600 FT-17 beim französischen Heer. Viele davon wurden von den deutschen Truppen erbeutet und auch übernommen. Der Panzer wurde nun als PzKpfw 18R 730(f) oder Panzerkampfwagen FT-17/18 730(f) bezeichnet und hauptsächlich für Sicherungs- und Polizeiaufgaben eingesetzt, wie für die Bewachung von Flugplätzen und anderen strategisch wichtigen Orten. Der FT-17 kam dann sogar noch 1944 bei den Kämpfen in Paris zum Einsatz.
Von einigen FT-17 wurde auch nur der Turm abgenommen und fest in Küstenverteidigungs­anlagen eingebaut. Einige davon überleben bis heute auf den britischen Kanalinseln.

Zu erwähnen ist außerdem, dass später sowohl Italien als Fiat 3000, als auch die Sowjetunion als KS-Panzer ihre eigenen Versionen des FT-17 entwickelten, bauten und bis noch in die Zeit des Zweiten Weltkrieges einsetzten.

Benutzer: Frankreich, Deutschland (1940 erbeutet), USA (als 6-t-Panzer M1917 nachgebaut), Belgien, Brasilien, Kanada (1940 aus den USA erhalten), China, Tschechoslowakei, Finnland, Griechenland, Großbritannien (Befehlspanzer 1918 eingesetzt), Niederlande, Italien (zum Fiat 3000 weiterentwickelt), Japan (als Typ 79 bis 1940 eingesetzt), Mandschuko, Polen, Rumänien, Russland (auch als KS-Panzer gebaut und zum MS-1 und MS-2 weiterentwickelt), Spanien, Jugoslawien.



Animation 3d-Modell Renault FT-17 Char Mitraileur 8 mm


Spezifikationen Renault FT-17 Char Mitraileur 8 mm

Spezifikationen:

FT-17 Spezifikation
TypLeichter Infanteriepanzer
Besatzung2 Mann
Bewaffnung 1 x Hotchkiss 8-mm-MG im drehbaren Turm
Sekundär-Bewaffnung -
Länge 4,88 m (mit Heckgestell)
Breite 1,74 m
Höhe 2,14 m
Panzerung 6-22 mm
Kampfgewicht 7.000 kg
Bodendruck 0,59 kg/cm²
Leistungsgewicht ?
Antrieb Renault wassergekühlter 4-Zylinder-Benzinmotor mit 35 PS bei 1.500 U/min.
Strassengeschwindigkeit 7,7 km/h
Fahrbereich (Strasse)35 km
Kletterfähigkeit 0,60 m
Grabenüberschreitfähigkeit 1,80 m (mit Stützgestell, sonst 1,35 m)
Steigfähigkeit 50°
Indienststellung1918
Bauzahl ca. 3.000 bis Anfang 1919 (davon 83 bis Ende 1917)

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Funktion Die Funktion des Garand-Gewehrs ist recht einfach, bei ihrem Anblick musste man sich wirklich fragen, warum sie nicht fünfzig Jahre früher erfunden worden sei. Doch wie alle einfachen Dinge brauchte es eben seine Zeit, bis die Funktion wirklich einfach und zuverlässig war. Der Verschluss drehte sich auf einer Achse, ähnelte sonst aber weitgehend dem Verschluss eines Zylinderschloss-Gewehrs. Betätigt wird er durch einen Stab, der mit einem Zapfen versehen ist. Der Zapfen hakt am Verschluss fest und verschwindet beim Schuss im Holz des Schaftes. Der Stab ist mit einem Gaszylinder unter dem Lauf verbunden und trägt auch die Rückholfeder. Diese Feder hat auch die Aufgabe, auf die Patronen im Magazin zu drücken, damit eine im Lauf liegt, sobald der Verschluss zurückschnellt War ein Schuss abgefeuert worden, wurde das Gas, das die Kugel durch den Lauf trieb, durch eine winzige Öffnung nahe der Mündung gedrückt und in den Gaszylinder geleitet. Hier drückte es auf die Spitze des beweglichen Stabes. Er wurde zurückgedrückt und durch seine Verbindung mit dem Schloss-Zapfen und durch die übereinstimmend geformten Nocken-Oberflächen drehte sich der Verschluss, schnellte zurück und warf die Patronenhülse aus. Am Ende des Verschlussrücklaufes dehnte sich die Rückholfeder, die durch den Druck des beweglichen Stabes gespannt worden war, wieder aus. Sie schob den Verschluss nach vorn, die Patrone wurde aus dem Magazin in den Lauf gedrückt, und mit der letzten Bewegung wurde der Verschluss für den nächsten Schuss gespannt. Alles, was der Schütze noch zu tun hatte, war zu zielen und abzudrücken. Das Magazin wurde mit einem Einsteck-Rahmen, der acht Schuss enthielt, geladen. In den Augen vieler höherer Militärs war dieser Rahmen der einzige Nachteil des Garand-Gewehrs; denn der Rahmen musste vollgefüllt in das Magazin geschoben werden. 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Die Waffengattung des Trägers wurde durch die Farbe auf den Kragenabzeichen und Kordeln an dem Käppi und der Bluse, an den Kragenstücken des Mantels und durch die Farbe auf den Schulterstücken der Offiziere angezeigt. Diese waren wie folgt: Scharlachrot für Generale und Generalstabsoffiziere. Bei Adjutanten und Ordonanz-Offizieren des Königs befand sich das königliche Chiffre auf den Abzeichen. Karminrot bei der Infanterie und die Regiments-Nummer in arabischen Ziffern auf den Abzeichen. Dunkelblau für die Kavallerie und die Regiments-Nummer in arabischen Ziffern auf den Abzeichen. Schwarz bei der Artillerie und pyrotechnisch Truppen und die Regiments-Nummer in arabischen Ziffern auf den Abzeichen. Ebenfalls schwarz bei der Gebirgsartillerie, aber die Regiments-Nummer in römischen Ziffern auf den Abzeichen. Pioniere in Kirschfarbe und die Regiments-Nummer in römischen Ziffern auf den Abzeichen. Eisenbahntruppen ebenfalls in Kirschfarbe mit einem geflügelten Rad auf den Abzeichen. Angehörige von Munitionslager und zugehörige Einrichtungen in Schwarz. Brückenbau-Pioniere in Kirschfarbe. Andere Nachschubtruppen in Dunkelrot. Militärpolizei in karminrot mit einem weißen Stern auf den Kragen-Abzeichen. Bei Musiker die zugehörige Waffenfarbe und eine Leier auf den Kragen-Abzeichen. Normalerweise erhielt derII. Ban keine Uniform, es sei denn die veralteten, farbigen des I. Bann. Jedoch wurde versucht, jeden Mann zu mindestens mit einem Seitenkappe und Mantel auszustatten. Der III. Ban trug Zivilkleidung in Form von Trachten, mit einem Seitenkappe in Blau für Infanterie, Rot für Kavallerie und Schwarz für das medizinische Personal. Reserve-Offiziere und Unteroffiziere des II. Ban oder III. Ban, welche über eine richtige Uniform verfügten, trugen die folgenden Rangabzeichen am Kragen. Dabei hatten diejenigen vom II. Ban weiße oder silberne Flechten und beim III. Ban gelbe oder goldene. Descar (Unteroffizier): eine weiße oder gelbe Schleife. Dvajesnik (zwischen Unterfeldwebel und Unteroffizier): zwei weiße oder gelbe Schleifen. Narednik (Unterfeldwebel): drei weiße oder gelbe Schleifen. Zastavnik (Fähnrich, zwischen Stabsfeldwebel und Leutnant): eine silberne oder goldene Schleife. Vodnik (Leutnant): zwei silberne oder goldene Schleifen. Cetnik (Hauptmann): drei silberne oder goldene Schleifen. Major: eine weißlich-silberner oder goldener Litzen-Balken. Im Jahre 1916 wurde die Reorganisation der evakuierten serbischen Armee in Saloniki durchgeführt. An die Soldaten wurden entweder die britischen Khaki-Uniformen oder die französischen horizont-blauen Uniformen und Ausrüstung, einschließlich der französischen ‘Adrian’-Helme mit eingestanzten Wappen für Serbien, ausgegeben. SERBIEN (28. Juli 1914 – 3. 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Mit besonders großem Herzen bei der Sache waren die Kosaken vom Terek, Kuban und Don, die noch zu Zeiten der Zaren die Elitesoldaten waren und die bolschewistische Herrschaft hassten, denn die Bolschewiken hatten ihnen ihren Sonderstatus genommen. Die tapferen Kosaken-Reiter waren besonders wertvoll bei der Aufklärung, Patrouillen und im Kampf gegen Partisanen. Russische Freiwilligen-Verbände Die steigenden Verluste der Wehrmacht an der Ostfront, zusammen mit der zunehmenden Partisanen-Tätigkeit hinter der Front, führte zwangsläufig zu einem Prozess, der mit einer zunehmenden Einbindung einer großen Anzahl der russischen Kriegsgefangenen in die deutschen Kriegsanstrengungen führte. Ausgewählten ehemalige Soldaten der Roten Armee wurden in deutsche Uniformen ohne Rangabzeichen gesteckt und sie wurden oft in den offiziellen Stärkeachweisen der Truppe eingerechnet. Diese ‘Frans’ oder ‘Hiwis’ (Abkürzung für Hilfswillige) ermöglichten es den deutschen Einheiten, mehr deutsche Soldaten als Kampftruppen zu verwenden und den Hiwis die Durchführung der Nachschubtransporte, Bauarbeiten und andere, nicht mit direkten Kampfhandlungen verbundene Aufgaben, zu überlassen. Es wird geschätzt, dass insgesamt etwa 1,5 Millionen Russen in der Wehrmacht Dienst taten. Mitte 1944 gab es etwa 160 Bataillone mit rund 300.000 russischen Kämpfern. Der nächste Schritt war dann, den Hiwis eine zunehmend aktivere Rolle als Übersetzer, Späher, Wachen und schließlich als Frontkämpfer zu übertragen. Zum gleichen Zeitpunkt begannen Befehlshaber hinter der Front ganze Einheiten aus gefangengenommen ehemaligen Rotarmisten in Bataillonsstärke zu rekrutieren, welche als Sicherungstruppen hinter der deutschen Front und insbesondere zum Schutz der wichtigen Eisenbahnlinien gegen sowjetische Partisanen eingesetzt wurden. Zu Beginn trugen diese Männer ihre alten russischen Uniformen, von denen die sowjetischen Erkennungszeichen entfernt worden waren und sie erhielten eine Armbinde mit der Aufschrift ‘Im Dienste der deutschen Wehrmacht’. Ab August 1942 erhielten sie dann deutsche Uniformen, welche besondere Abzeichen enthielten. Im Juli 1942 wurde der Stab und das Rahmenpersonal der aufgelösten deutschen 162. Infanterie-Division im besetzten Polen dazu verwendet, sechs neu aufgestellte Freiwilligen-Legion-Bataillone aus Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Nord-Kaukasus, Wolga-Tartaren und Turkestan auszubilden. Insgesamt wurden 98 Legion-Bataillone aus Ostvölkern aufgestellt, davon 82 durch die deutsche 162. Infanterie-Division. Von diesen wurden zwischen 1942 und 1945 79 an der Ostfront oder auf dem Balkan eingesetzt, 12 gingen 1943 und 1944 nach Italien und Frankreich. Am 4. August 1943 wurde dann die 1. Kosaken-Division aus sechs Kavallerie-Regimentern (1. und 5. Don-Kosaken, 2. Sibirische Kosaken, 3. und 4. Kuban-Kosaken und 6. Terek-Kosaken) mit unterstützenden Divisionseinheiten aufgestellt. Sie wurde ab Oktober 1943 in Kroatien eingesetzt und im November 1944 der Waffen-SS eingegliedert, welche die Division in die 1. und 2. Division aufteilte, welche zusammen das XV. Kosaken-Kavallerie-Korps bildeten. Neun unabhängige Kosaken-Infanterie-Bataillone und 19 unabhängige Kosaken-Kavallerie-Bataillone kämpften an der Ostfront bei deutschen Divisionen. Russische Befreiungsarmee (ROA) Im Januar 1943 wurden die Ostbataillone der deutschen Divisionen der Russischen Befreiungsarmee (Russkaya Osvoboditel’naya Armiya) oder kurz ROA unterstellt, welche unter dem Kommando des ehemals sowjetischen General Wlassow stand. Er hatte gehofft, alle russischen Freiwilligen-Einheiten in der Wehrmacht in eine eigene Armee überführen zu können, um die Sowjetunion von der kommunistischen Herrschaft befreien zu können und ein neues Russland zu schaffen. Jedoch blieben die Bataillone, verteilt auf einzelne deutsche Divisionen, weiterhin unter der deutschen Befehlsgewalt. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch starke Widerstände von Himmlers SS und rassistischen Nazi-Bonzen. Von den insgesamt 71 Bataillonen der ROA an der Ostfront wurden seit Oktober 1943, mehr …

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