Kapitulation Stalingrad

Jahr 1943

Das Jahr 1943 im Zweiten Weltkrieg

Die deutschen Pläne und Hoffnungen für das Jahr 1943 nach der Katastrophe von Stalingrad.

Paulus und sein Stab auf dem Weg zur Kapitulation.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 31. Januar 1943: Ostfront Stalingrad: Paulus kapituliert am Kaufhaus am Roten-Oktober-Platz mit den Soldaten
schnelle Minenleger 'Welsham'
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Montag den 1. Februar 1943: Seekrieg Mittelmeer: Der britische Minenleger-Kreuzer Welshman wird durch das deutsche U-Boot
Deutsche Kriegsgefangene der 6. Armee nach dem Ende der Schlacht von Stalingrad
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 2. Februar 1943: Ostfront SCHLACHT VON STALINGRAD ENDET: 40.000 deutsche Soldaten kapitulierten im 'Nord-Kessel'.
Was die Bomben übrig liesen
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 3. Februar 1943: Luftkrieg Deutschland: 137 RAF-Bomber greifen Köln an und werfen 460 t
Valentine-Infanteriepanzer der Britischen 8. Armee in Ben Gardane
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Donnerstag den 4. Februar 1943: Afrika Tunesien: Die Britische 8. Armee überschreitet die Grenze von Libyen
Aufklärungsphoto Rabaul
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 5. Februar 1943: Luftkrieg Pazifik: Schwerer Angriff von US-Bombern mit Brandbomben auf die Flugplätze
P-39 Airacobra der USAAF auf dem Weg zur Startbahn
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 6. Februar 1943: Luftkrieg Pazifik: 26 von 70 japanischen Flugzeugen werden durch 37 alliierte
Frachter wird torpediert
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 7. Februar 1943: Seekrieg Atlantik: 6 Schiffe des schwer gesicherten Geleitzuges SC-118 werden durch
Einfahrt und Eisenbahngleise vor dem KZ Osthofen am Rhein
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Montag den 8. Februar 1943: Heimatfronten Deutschland: Himmler befiehlt besondere Vorsichtsmaßnahmen für Konzentrationslager, um Massenausbrüche im
deutsches Transportschiff im Mittelmeer
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Dienstag den 9. Februar 1943: Seekrieg Mittelmeer: Der erste von 7 Truppengeleitzügen verläßt Süditalien mit starken
Whirlibomber
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 10. Februar 1943: Seekrieg Das norwegische Unterseeboot Urred wird vor Bodo vermißt. 'Whirlibomber' der
Funker an Bord eines RAF-Bombers am 'Gee'-Navigationsgerät
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Donnerstag den 11. Februar 1943: Luftkrieg Deutschland: Erster von 3 schweren Nachtangriffen auf Wilhelmshaven im Februar
Granatwerfer-Trupp
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 12. Februar 1943: Ostfront Süd-Abschnitt: Die Russen erobern Krasnodar (Kuban-Halbinsel).
U-Boot-Bunker
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 13. Februar 1943: Luftkrieg Westeuropa: RAF-Nachtangriff auf den U-Boot-Stützpunkt von Lorient.
Deutsche Infanterie mit Schützenpanzern Kasserine-Pass
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 14. Februar 1943: Afrika Tunesien - SCHLACHT VON KASSERINE (14.-25. Februar): Rommel beginnt mit
deutscher Flakkanonier
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Montag den 15. Februar 1943: Luftkrieg Deutschland: 207 RAF-Bomber greifen Köln an und werfen 513 t
PzKpfw III im Raum Charkow
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Dienstag den 16. Februar 1943: Ostfront Südabschnitt: Charkow wird durch die Rote Armee zurückerobert. Heimatfronten Deutschland
Schnellboot-Wohnschiff
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 17. Februar 1943: Seekrieg Nordsee: 15 deutsche S-Boote legen in der Nacht vom 17.
Wollt ihr den Totalen Krieg ?
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Donnerstag den 18. Februar 1943: Heimatfronten Deutschland: Goebbels ruft in seiner berühmt-berüchtigten Sportpalast-Rede zum 'Totalen Krieg'
Lysander Mk III Special
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Dienstag den 19. Februar 1943: Luftkrieg Westeuropa: Speziell umgerüstete Armee-Verbindungsflugzeuge der RAF (Lysander) bombardieren die Elektrizitäts-Umspannwerke
Verbände der 4. Panzerarmee bei Gegenangriffen
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 20. Februar 1943: Ostfront Südabschnitt: Mansteins Panzerverbände beginnen mit Gegenangriffen im Abschnitt von Pawlograd.
US-Marinesoldaten auf dem Marsch
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 21. Februar 1943: Seekrieg Pazifik - Operation Cleanslate: Die Amerikaner landen auf den Russel-Inseln,
Montagehalle Fw190
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Montag den 22. Februar 1943: Seekrieg Atlantik: Die US Navy gibt bekannt, daß 850 Amerikaner getötet
Tanker getroffen.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Dienstag den 23. Februar 1943: Seekrieg Atlantik: Die deutsche U-Boot-Gruppe Rochen torpediert 7 Tanker aus dem
Internatonales Treffen am Kasserine-Pass
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 24. Februar 1943: Afrika Tunesien: Alliierte Flugzeuge bedrängen die deutschen Truppen, welche sich durch
U-Boot gibt Fangschuss
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Donnerstag den 25. Februar 1943: Seekrieg Atlantik: Eine 5-tägige Schlacht um Konvoi ON-166 endet, aus welchem
Tiger-Panzer in Afrika
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 26. Februar 1943: Afrika Tunesien - Unternehmen Ochsenkopf: die deutschen Streitkräfte beginnen mit einer
Abgeschossener Tiger-Panzer
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 27. Februar 1943: Afrika Tunesien - Schlacht am Hunt's Gap: (27. Februar bis 2.
Generalinspekteur der Panzertruppen Guderian
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 28. Februar 1943: Heimatfronten Deutschland: GUDERIAN ZUM 'GENERALINSPEKTEUR DER PANZERTRUPPEN ERNANNT'. Direkt Hitler unterstellt
Britische Flugblätter
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Montag den 1. März 1943: Besetzte Gebiete Frankreich: Die Eisenbahnstrecke Lens-Bethune wird geschlossen, nachdem die französische

Kapitulation Stalingrad
Kapitulation des Süd-Kessels am 31. Januar 1943 am Kaufhaus am Roten-Oktober-Platz in Stalingrad.
Die deutsche Führung schaute Anfang 1943 auf die Zukunft mit guten und schlechten Aussichten.
Die guten Aussichten bestanden aus zwei Umständen: Die Katastrophen, welche mit der Kapitulation der deutschen Sechsten Armee in Stalingrad ihren Höhepunkt erreicht hatten, konnten aufgehalten werden. Zum Zweiten waren endlich neue Waffen bereit zum Einsatz, darunter die dringend erwarteten Panther– und Tiger-Panzer. Zwischenzeitlich konnte der Verlauf der Kampfhandlungen an der Ostfront durch den Gegenangriff und der Rückeroberung von Charkow wieder gewendet werden, wodurch wieder neue Hoffnungen auf eine erneute Sommer-Offensive im Osten geweckt werden konnten.

Allerdings war der Ausblick in Nordafrika im März – dem Monat der großen deutschen Siege im Osten – grimmig für die Achsen-Streitkräfte. Aber wenigstens wurde ein schneller alliierter Sieg in Nordafrika verhindert, welcher womöglich für den Sommer oder Herbst 1943 eine alliierte Invasion in Nordwest-Europa ermöglicht hätte.
Selbst wenn nun nach einer erfolgreiche alliierte Offensive in Tunesien noch weitere Unternehmungen im Mittelmeer-Raum folgen sollten, wurde doch ein enormer Zeitgewinn geschunden.

Weiterhin erschienen neue Waffen aus den Rüstungswerken in immer größeren Stückzahlen. Der Bau von U-Booten hatte einen Umfang erreicht, der es ermöglichte, immer Einhundert von ihnen gleichzeitig auf See zu halten.
Die neuen, schweren Tiger-Panzer überwanden ihre anfänglichen technischen Probleme und der mittlere PzKpfw V Panther wurde zwischenzeitlich auch ausgeliefert. Es bestanden auch beste Aussichten, dass im Laufe des Jahres 1943 der monatliche Ausstoß dieser und anderer wichtiger Waffen – insbesondere Sturmgeschütze – ständig zunehmen würde.

Von größter Wichtigkeit waren allerdings die Auswirkungen der Mobilisation auf die Heeresstärke. Die Kombination aus Rationalisierungen in der Industrie und der massive Einsatz von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern ermöglichte es, das Heer zu verstärken, sodass im Sommer 1943 die deutschen Armeen im Osten fast so stark waren, wie zwei Jahre zuvor.

Die Versuche der Finnen, Ungarn und Rumänen, einen Ausweg aus dem Krieg zu finden, wurden von der deutschen Führung wirksam ausgehebelt. Vom U-Boot-Krieg konnte erwartet werden, dass dieser die westlichen Alliierten während des Jahres 1943 ziemlich einschränken würde und es gab die Erwartung, dass im Verlauf dieses Jahres sich die Lage am Südabschnitt der Ostfront wieder erholen würde. Die nun freigemachten Verbände durch die Räumung der Frontvorsprünge von Demjansk und Rschew erlaubten zumindest den großen Angriff an einem Abschnitt der Ostfront.
Die Kämpfe auf diesem Kriegsschauplatz würden weiterhin Priorität haben und würden auch mit großer Heftigkeit fortgesetzt werden.

Der Druck, den Nazi-Deutschland durch die U-Boote auf die westlichen Alliierten und an der Landfront auf die Sowjetunion ausüben würde, könnte ein Durchkämpfen ermöglichen – zumindest bis daran die Allianz aus Großbritannien, der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten von Amerika zerbricht.

Die tatsächlichen Ereignisse

Nach dem erfolgreichen Unternehmen Torch rückten die Alliierten schnell vor und näherten sich Tunis im Januar 1943. Aber die Vorräte gingen zur Neige, und die deutschen Truppen schlossen sich mit Rommels Armee aus Libyen zusammen, um die noch ‘grünen’ Amerikaner am Kasserine-Pass zu schlagen.
Dieser Rückschlag war aber nur vorübergehend. Montgomery überwältigte Rommel im Osten Tunesiens und die US-Streitkräfte unter einem neuen Kommandanten, dem Panzer-Taktiker George S. Patton, schlug hart aus dem Westen zu. Alliierte Luft- und Seestreitkräfte brachten fast alle Nachschubkonvois der Achsenmächte zum Erliegen.
Die deutschen und italienischen Truppen in Afrika kapitulierten im Mai 1943. Für 75.000 Mann Verluste haben die Alliierten alleine 250.000 Kriegsgefangene eingebracht.

Der Feldzug unterstrich die Bedeutung Maltas, dessen Verbleib in alliierten Händen die Grundlage für die Luft- und Seeherrschaft der Briten bildete. Zusätzlich half ULTRA Montgomery dabei, Rommel zu besiegen und die Achsen-Konvois mit erstaunlicher Präzision durch Flugzeuge zu zerschlagen.
Eisenhower erwies sich als ein begabter alliierter Führer mit viel politischem Verständnis und Pattons Fähigkeiten als Kommandant der Panzerstreitkräfte zeichneten sich ab.
Rommels Ruf von Ritterlichkeit sowie brillante Taktiken blieb erhalten, obwohl dies zum Teil eine Folge des öden Landes und des geringen Rassenwahns war, in dem der Feldzug geführt wurden. Denn weniger zivile Opfer bedeuten auch weniger unnötige Brutalität.

Dieser Sieg half den Alliierten ungemein. El Alamein, zusammen mit Stalingrad, überzeugte einige Vichy-Befehlshaber, es mit den Alliierten zu versuchen. Franco, schon immer ein Opportunist, weigerte sich, die Deutschen durch Spanien zum Angriff auf Gibraltar ziehen zu lassen. Diese britische Enklave im Süden Spaniens garantierte den Alliierten den sicheren Zugang durch die Meerenge in das Mittelmeer.
Das was Churchill als ‘Tunisgrad’ bezeichnete und höhere Verluste und größere Folgen für die Achsenmächte hatte, als die Schlacht im Südosten Russlands an der fernen Wolga, war das Ergebnis der alliierten Behauptung von Malta und Gibraltar.

Auf der Casablanca-Konferenz im Januar 1943 plädierte Roosevelt für eine Landung im deutsch-besetzten
Frankreich in diesem Sommer. Churchill forderte dagegen Maßnahmen in Italien oder auf dem Balkan. Als Kompromiss einigte man sich auf Sizilien.
Die Invasion Siziliens begann im Juli mit einem Angriff von 160.000 Amerikanern, Briten und Kanadiern, unterstützt von 4.000 Flugzeugen und mächtigen Seestreitkräften. Die britische 8. Armee unter der Führung von Montgomery landete ungehindert in der Nähe von Syrakus und zog nach Norden, bevor sie von deutschen Einheiten rund um den Ätna zum Stehen gebracht wurde. Die amerikanische 5. Armee unter George Patton landete in Gela, schlug Gegenangriffe der Achsenstreitkräfte ab und marschierte entgegen der Befehle über Palermo nach Messina, wo sie noch vor Montgomery im August einmarschierte.

Die Invasion war aber nur ein Teilerfolg. Die Alliierten sammelten Erfahrungen mit amphibischen Operationen,
veranlassten den faschistischen Großen Rat, Mussolini zu entlassen und Gespräche über die Kapitulation aufzunehmen und sicherten die Insel. Aber sie konnten 100.000 deutsche und italienische Soldaten nicht daran hindern, zusammen mit 10.000 Fahrzeugen auf das italienische Festland zu entkommen.


Churchill forderte nun eine Invasion Italiens, von der er behauptete, dass sie den ‘weichen Unterbauch’ der ‘Festung Europa’ treffen wird, um die Deutschen zu zwingen, Divisionen aus Russland abzuziehen und damit Montgomery mit der britischen 8. Armee die Gelegenheit weiterer Siege eröffnen würde.
Roosevelt dagegen favorisierte eine Landung in Südfrankreich, gab dann aber nach, da seine Luftwaffen-Führung Bomberbasen in Italien haben wollte.

Die Invasion begann im September 1943. Montgomery nahm Reggio und Tarent und bewegte sich geschickt auf der rechten Seite des italienischen ‘Stiefels’ nach Foggia. Die Amerikaner landeten in der Nähe von Salerno auf der linken Seite und zogen gegen Neapel.
Aber die Deutschen erkannten, dass die Berge und die Flüsse Italiens den Verteidiger bevorteilten, führten 16 Divisionen heran und bauten zwei gewaltige Verteidigungslinien, die Gustav-Linie nördlich von Neapel und die Goten-Linie nördlich von Rom. So wurde der weitere alliierte Vormarsch zu einem ‘Schnecken-Rennen’.

Im Osten dagegen hatte die Rote Armee Anfang des Jahres 1943 die deutsche 6. Armee an der Wolga zerschlagen und stieß anschließend in Richtung des Donez vor. Im Frühjahr 1943 bedrohten sie Charkow und die deutschen Truppen standen vor der Aussicht, bis zum Dnjepr zurückgeworfen zu werden.
Aber es regnete und die Winterschmelze setzte ein. Und während sich die Deutschen zurückzogen, wurden gemäß der klassischen militärischen Weisheiten ihre Verbindungswege kürzer, während die der Russen immer länger wurden. Der Vormarsch der Roten Armee wurde langsamer und Feldmarschall von Manstein, unter dessen Kommando die 1. und 4. Panzer-Armee, sowie die wieder aufgestellte 6. Armee standen, gelang es mit einem brillanten Manöver, dem ‘Gegenangriff aus dem Rückzug’, die Front zu stabilisieren. Dieses Manöver ist die anspruchsvollste Kriegskunst und führte zur Rückeroberung des kurz zuvor von den Sowjets besetzten Charkow, der größten Industriestadt der Ukraine und viertgrößten der Sowjetunion.

In der Zwischenzeit gelang einer verlustreichen, von Schukow geplante Offensive gegen die Heeresgruppe Mitte, nur Geländegewinne um Kursk herum, einem Verkehrsknotenpunkt auf halbem Weg zwischen Orel und Charkow, welche beide noch von den Deutschen besetzt waren.
Das Ergebnis war ein doppelter Frontvorsprung, bei der im Norden eine deutsche Ausbuchtung nach Osten um Orel hinausragt und weiter südlich eine sowjetische Ausbuchtung westlich von Kursk vorhanden war.
Nachdem die Russen eine kurze Zeit mit dem Gedanken gespielt hatten, die deutsche Ausbuchtung um Orel anzugreifen, beschlossen sie sich auf Kursk zu konzentrieren. Aber im deutschen und russischen Lager wurde jeweils heftig gestritten, ob es besser sei, zu verteidigen oder anzugreifen.
Gegen die Vorbehalte ihrer Heeresführer forderten sowohl Stalin, als auch Hitler eine Offensive dort. Stalin gab schließlich der Ansicht seiner Militärs nach, Hitler aber nicht. Die Deutschen würden angreifen, wodurch die größte Panzerschlacht der Geschichte entstand.

Der deutsche Plan sah vor, mit massiven Truppenkonzentrationen die Flanken des sowjetischen Frontkeils um Kursk einzudrücken und dann abzuschneiden, wie dies schon in den letzten beiden Sommern erfolgreich durchgeführt wurde.
Aber zwischenzeitlich hatten sich die Dinge geändert. Die Sowjets produzierte monatlich 2.000 Panzer in ihren Fabriken hinter der Wolga. Dadurch standen trotz eines Verlustes von 19.000 Panzern immer noch 10.000 bei den sowjetischen Armeen im Feld und davon wurden 40 Prozent um Kursk zusammengezogen. Die meisten davon waren die hervorragenden T-34 mit einer abgeschrägten Panzerung, um Granaten abzulenken, breiten Ketten für den Schlamm und der 76-mm-Kanone. Noch wichtiger war, dass dieser Panzer 400 Kilometer fahren konnte, ohne aufzutanken – was der gefährlichste Moment für jeden Panzer ist.
Obwohl die Deutschen für Kursk 3.000 Panzer und 1.800 Flugzeuge zusammenzogen, bauten sie weit weniger Panzer jeden Monat als die Sowjets.
Adolf Hitler hoffte dies mit dem neuen PzKpfw V Panther, einem schnellen und sehr gut bewaffneten und gepanzerten mittleren Panzer und dem schweren Tiger-Panzer mit der 88-mm-Kanone auszugleichen.

Deshalb verzögerte Hitler den Angriff immer weiter bis zum 5. Juli 1943, um mehr davon einzusetzen zu können. Aber die neuen Panther hatten noch zahlreiche Kinderkrankheiten und die schwerfälligen Tiger erwiesen sich als verwundbar, wenn die T-34 auf nächste Nähe herankamen. Die deutschen Panzer wurden auch immer wieder von Il-2 Stormowik angegriffen.

Wichtiger war jedoch, dass die Rote Armee drei tiefe Verteidigungslinien mit Feldbefestigungen, Gräben, Stacheldrähten, eine Million Minen, 13.000 Feldgeschützen und Granatwerfern errichtete und dazu starke Reserven im Hinterland bildete, um deutsche Schwachstellen auszunutzen.
Durch britische Informationen, welche von ULTRA stammten, hatte Schukow gute Kenntnisse über Zeitpunkt und Plan des deutschen Angriffs.

Bis zum 7. Juli kämpften sich die deutschen Panzer aus dem Norden bis in die Höhenzüge nördlich von Kursk und aus dem Süden sogar bis auf 80 Kilometer an die Stadt heran. Die Verluste waren jedoch auf beiden Seiten enorm, aber die Russen konnten mehr Reserven heranführen und so erlahmte der deutsche Angriff.
Am 13. Juli 1943 brach Hitler den Angriff ab um seine besten Verbände zur Verteidigung Italiens zu schicken. Bis zum 23. Juli befanden sich die deutschen Truppen wieder in ihren Ausgangsstellungen und die Russen bereiteten sich auf eine Gegenoffensive entlang des ganzen Frontabschnitts vor, darunter gegen den deutschen Frontbogen von Orel und in Richtung Charkow.

Einige Historiker betrachten die Schlacht bei Kursk als den eigentlichen Wendepunkt des Krieges. Die Sowjets verloren 900.000 Mann und 6.000 Panzer in Kursk und bei den folgenden Angriffen, aber zum ersten Mal hatten sie eine deutsche Sommeroffensive zurückgeschlagen und töteten dabei zehntausende deutscher Soldaten und Hunderte der wertvollen Piloten. Dazu verursachten sie irreparable Verluste bei der deutschen Panzertruppe.
Die Fabriken im Reich würden zwar letztendlich die verlorenen Panzer ersetzen, aber nach Kursk nicht mehr das Gleichgewicht herstellen können.
Noch war die Wehrmacht ein kampfkräftiger und entschlossener Gegner und es waren noch große Opfer erforderlich, aber das Ergebnis der Panzerschlacht von Kursk bedeutete, dass die berauschenden deutschen Siege und Eroberung ein für allemal vorbei waren.

Zum teilen:

Scroll to Top