Kriegstagebuch 1. März 1917


Dampfer von U-Boot torpediert
Ein Opfer der deutschen Blockade – ein Dampfer, der von einem U-Boot torpediert wurde.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 1. März 1917:

Seekrieg


Im März sind pro Tag durchschnittlich 40 deutsche U-Boote auf See und maximal 57. In britischen Häfen laufen im Februar und März nur noch 25% soviele Schiffe ein, wie noch ein Jahr zuvor (Februar und März 1916). 16 britische Flotten-Tanker werden von März bis September versenkt. Deutschland kündigt die sichere Passage für Segelschiffe über den Atlantik auf.
Ärmelkanal: Das britische Lazarettschiff Glenart Castle wird durch eine Mine auf der Fahrt zwischen Le Havre und Southampton beschädigt. Weitere Minen- oder Torpedoangriffe auf die Lazarettschiffe Asturias am 20. März (14 Tote), Gloucester Castle am 30. März (keine Verluste an Menschenleben), Salta am 10. April (52 Tote), Lanfranc am 17. April (35 Tote, darunter 20 verwundete Deutsche) und das Krankenschiff (ohne Rot-Kreuz- oder anderen auffälligen Markierungen) Donegal (41 Tote). Die Deutschen sind davon überzeugt, daß Lazarettschiffe auch Munition nach Frankreich transportieren und erkannte U-Boote über Funk melden.
Mittelmeer: ​​Ab Mitte April laufen britische Lazarettschiffe im Zickzack-Kurs und erhalten eine Eskorte aus 2 Zerstörern. Die Franzosen bringen 70 gefangengenomme deutsche Offiziere vom 15. April bis Mitte August auf 5 Lazarettschiffen unter und benachrichtigen darüber Berlin, worauf die Deutschen 200 gefangengenommene französische Offiziere in Gebiete hinter die Westfront schicken, welche von alliierter Artillerie beschossen werden.

Ostfront

Österreich-Ungarn: Arz ersetzt Conrad von Hötzendorf als Generalstabschef.
Deutschland: Oberst Hentsch (verantwortlich für die Marne-Entscheidung 1914) wird zum Generalstabschef der deutschen Besatzungstruppen in Rumänien gemacht.

Neutrale

USA: Wilson händigt der Presse das Zimmermann-Telegramm aus. Im März reist D.W. Griffith nach Europa, um in zwei von den Briten unterstützten Filme an der Westfront mitzuarbeiten.
Schweiz: Reis- und Zucker-Rationierungskarten ausgegegeben (2 Fleischfreie Tage pro Woche seit dem 12. Februar).

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Im Blickpunkt:
  • Von Deutschland ausgebildete und ausgerüstete Soldaten der national-chinesischen Armee von Tschiang Kai-schek.

    Die chinesischen Streitkräfte von 1937 bis 1941: national-chinesische Armee und Waffen, Luftwaffe, Marine und Kommunisten.   Die Annexion von Mukden am 19. September 1931 markierte den Auftakt einer sich steigernder japanischen Aggression gegen China und von 1937 an gab es einen offenen Krieg. Die ungeordneten chinesischen Truppen waren der japanischen Armee auf dem Schlachtfeld nicht gewachsen, aber entschlossener Widerstand verhinderte den völligen Zusammenbruch. Schon die Größe von China schloss einen japanischen militärischen Sieg aus und obwohl die national-chinesische Regierung gezwungen war, alle wichtigen industriellen Gebiete aufzugeben und sich in eine neue Hauptstadt Tschungking zurückzuziehen, setzte sie den Kampf fort und band im Bündnis mit den kommunistischen Streitkräften von Mao Tse-tung eine große Anzahl japanischer Truppen. Stärke und Organisation  der  National-chinesische Armee Bei Ausbruch des Japanisch-Chinesischen Krieges im Juli 1937 wurde die national-chinesische Armee auf rund 1,7 Millionen Mann erweitert. Die offizielle Kriegsgliederung auf dem Papier umfasste 182 Infanterie-Divisionen, 46 unabhängige Brigaden, 9 Kavallerie-Divisionen, 6 unabhängige Kavallerie-Brigaden, 4 Artillerie-Brigaden und 20 unabhängige Artillerie-Regimenter. Eine Division hatte auf dem Papier 2 Infanterie-Brigaden zu jeweils 2 Regimenter, ein Artillerie-Bataillon oder Regiment, ein Pionier- und Nachschubbataillon, ein kleine Nachrichten-, Ambulanz- und Transport-Einheit. In der Praxis variierte die Bereitstellung der Unterstützungs- und Hilfseinheiten jedoch stark von Division zu Division, ebenso wie ihre Truppenstärke. Die durchschnittliche Stärke der zuvor beschriebenen Divisionsgliederung belief sich auf etwa 9.000 bis 10.000 Mann, dies traf aber nur für die ersten zehn von Deutschland ausgebildeten Divisionen aus dem Jahr 1937 zu. Die Masse der Divisionen, sowie die neu oder nur vorübergehend aufgestellten Verbände, hatten durchschnittlich nur 5000 Soldaten. Unabhängige Brigaden hatten etwa 4500 Mann, während neue und vorübergehend aufgestellte Brigaden vielleicht etwa 3000 Mann stark waren. China war im Jahre 1937 immer noch ein zutiefst gespaltenes Land und die KMT-Regierung konnte sich nicht auf alle ihre nominellen Streitkräfte zugleich verlassen. Rebellionen und andere Vorfälle von Untreue bei verschiedentlichen seiner regionalen militärischen Befehlshaber während der 30er Jahre hatten bei Tschiang Kai-schek einen großen Teil seiner Truppen verdächtig gemacht. Die zuverlässigsten und von daher am besten ausgerüsteten Soldaten von Tschiang Kai-schek waren daher die 380.000 Mann seiner eigenen, vor 1934 aufgestellten Armee. Die meisten von diesen waren von deutschen Soldaten ausgebildet worden. Sie wurden von Absolventen der Whampoa-Militärakademie in Kanton kommandiert, welche Tschiang Kai-schek 1924 selbst geleitet hatte, um ein politisch zuverlässiges Offizierkorps für die KMT-Armee zu schaffen. Weitere 520.000 Mann gehörten Einheiten an, welche seit jeher treu zu Tschiang Kai-schek standen, wenn sie auch nicht vom ihm aufgestellt worden waren. Dieser harte Kern gab ihm etwa 900.000 Mann, auf die sich die KMT-Regierung verlassen konnte. Abgesehen von diesen Armeen gab es noch eine andere Kategorie von sogenannten halb-autonomen Provinz-Truppen, die manchmal für die Interessen der KMT-Regierung mobilisiert werden konnten. Zusammen vielleicht noch etwa 300.000 Mann stark, verteilt über die Provinzen Suiyuan, Schanssi und Shangtung im Norden und Kwangtung im Süd-Osten. Der Rest der national-chinesischen Armee bestand aus Truppen, angeführt von Kommandeuren welche gegenüber Tschiang Kai-schek zwar keine wirkliche Loyalität empfanden, aber bereit waren, neben ihm gegen den gemeinsamen Feind Japan zu kämpfen. Die Kampfkraft dieser Verbände von fraglicher Loyalität schwankte von sehr gut bis sehr schlecht. Zum Beispiel wurden die 80.000 Soldaten und 90.000 Milizionäre der südlichsten Provinz Kwangsi gut geführt und waren gut ausgerüstet, ausgebildet und diszipliniert, während die 250.000 Soldaten von Szechuan im Süd-Westen als die am schlechtesten ausgebildeten und ausgerüsteten beschrieben wurden, die meisten von ihnen undiszipliniert und die treulosesten aller national-chinesischen Truppen. Zersetzt von Verlusten, vor allem unter dem vor Kriegsbeginn 1937 ausgebildeten Offizierskorps, und mit nur wenig Nachschub versehen, waren die meisten dieser Formationen unter der Sollstärke, schlecht ernährt, gekleidet, ausgerüstet und geführt, mit einem Kampfwert der vergleichbar war mit dem von plündernden Bauernheeren vergangener Jahrhunderte. Historisch gesehen hatte Chinas brutale militärische Kultur dem Bauern-Soldaten niemals einen Lohn für den Sieg gegeben, mit Ausnahme der Gelegenheit zur Plünderung. Es gab keine emotionale Beteiligung an Ereignissen, welche nicht unmittelbar die eigene Einheit betrafen. Vorsicht wurde als Klugheit bewundert, Selbstachtung hing nicht von der eigenen Initiative im Angriff oder standhafter Verteidigung ab. Sofern sich nicht ein schneller Erfolg einstellte, bestand immer die Tendenz, sich zurückfallen zu lassen. Auf der anderen Seite konnte oft selbst nach einem überstürzten Rückzug im Angesicht des Feindes und nach einer kurzen Rast der leidgeprüfte Bauern-Soldat zu seinem Dienst zurückgebracht werden. Waffen der national-chinesischen Armee Mit einer Armee, welche rasch auf über 2 Millionen Mann anstieg, und nur einer kleinen Anzahl von lokalen militärischen Arsenalen und Rüstungsbetrieben, war die Bewaffnung der national-chinesischen Armee ein ständiges Problem. Seit den frühen 30er Jahren war eine verwirrende Vielfalt von Gewehren und Maschinengewehren aus allen Teilen der industrialisierten Welt das ein oder andere mal von den Chinesen eingeführt worden. Ohne eine zentral gesteuerte Einkaufspolitik für die Armee hatten die verschiedenen militärischen Regionalbefehlshaber und vorübergehende Kriegsherren für die eigenen Truppen die ihnen angebotene Waffen nach Lust und Laune aufgekauft. Dieser erhebliche Mangel an Standardisierung wurde nur teilweise durch den Ausbruch des Chinesisch-Japanischen Krieges beseitigt. Von 1937 an war die vorherrschende Infanterie-Waffe der chinesischen Armee das deutsche 7,92mm Mauser 98k Gewehr, welches von den deutschen Ausbildern in den frühen 30er Jahren empfohlen wurde. Das Mauser-Gewehr wurde in großen Zahlen importiert und wurde bald darauf in chinesischen Arsenalen nachgebaut und wurde allgemein als Tschiang Kai-schek-Gewehr bezeichnet. Andere Gewehre und Karabiner, ebenfalls auf dem Mauser-Entwurf basierend, wurden ebenfalls eingeführt, so das belgische FN24 oder das tschechoslowakische VZ24. Auch das ältere Mauser-Gewehr 88 wurde noch weit verbreitet in China verwendet und es wurde immer noch als Hanyang 88 in chinesischen Fabriken hergestellt. Viele verschiedene Modelle von Maschinengewehren wurden ebenfalls in den 30er Jahren eingeführt. In der Tat sieht es so aus, als war China in mehreren Fällen der einzige Exportkunde für einige mehr oder weniger dubiose europäische Waffen. Wenn ein Waffenhändler seine Waren nicht an die KMT-Regierung verkaufen konnte, versuchte er sein Glück eben bei einem der Provinz-Armeeoberbefehlshaber. Das vorherrschende chinesische leichte Maschinengewehr war das ausgezeichnete tschechische ZB26, importiert und in großer Zahl nachgebaut. Andere eingeführte Typen waren das schweizerische ZE70, das finnische Lahti und das russische DP26. Maschinengewehr waren immer zu wenig mehr …

  • Browning HP-35

    Browning Automatik-Pistole Modelle 1900, 1903, 1910 und Browning HP. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken und Bilder. Die belgische Fabrique Nationale d’Armes de Guerre (FN) wurde in Zusammenarbeit mit dem Amerikaner John M. Browning gegründet, nachdem dieser die Firma Colt verlassen hatte. Aus dieser Zusammenarbeit gingen viele ausgezeichnete Waffenentwürfe hervor. Pistole Automatique Browning Die erste Pistole, die vom Zusammenschluss von Browning und FN gebaut wurde, war die Pistole Automatique Browning Modele 1900, eine ziemlich einfache Pistole mit wenig Schnickschnack und einer Kammer für 7,65-mm-Patronen. Dieses Model 1900 wurde niemals offiziell als Standard-Dienstwaffe bei einer Armee eingeführt. Da die Waffe aber zu abertausenden produziert wurde, verwendeten sie viele Offiziere, welche ihre eigenen Pistolen mitbringen mussten. Sie wurde auch in China und Spanien in größerer Anzahl nachgebaut, zumeist aber inoffiziell.   Das Modell 1903 war die belgische Version einer von Browning entworfenen Colt-Pistole, welche für die Verwendung einer europäischen Kartusche mit dem Namen 9-mm Browning Long hergestellt wurde. Das Modell 1903 verwendete einen einfachen Rückschlagmechanismus, welcher bei der relativ geringen Leistung der Kartusche verwendet werden konnte. Die Waffe war einer der ersten modernen Selbstladepistolen und trotz der relativ kräftigen Patronen war der Verschluss beim Feuern nicht verriegelt. Stattdessen verwendeten sie einen dynamischen, dimensionierten Verschluss, was noch heute die Grundlage für Pistolen mit Hochleistungsmunition ist. Die Browning-Pistole hatte eine Einzelbewegungsspannung mit innerem Schlagstück sowie mechanische und Handballensicherung. Das Modell 1903 wurde von der belgischen Armee übernommen und weitere 95.000 Stück wurden in Schweden in Lizenz hergestellt. Während des Ersten Weltkriegs war sie die Standard-Pistole der Belgier. Weitere Abnehmerländer waren die Türkei (7.550 Stück), Serbien, Dänemark und die Niederlande. An einigen Versionen konnte eine Schulterstütze angebracht werden, welcher auch als Pistolentasche diente.   Die Herstellung in der FN-Fabrik erfolgte von 1903 bis 1937, sowohl für den Zivilmarkt, als auch für die Streitkräfte. Pistole Automatique Browning Modèle 1910 Die Pistole Automatique Browning Modèle 1910 ist so etwas wie eine Kuriosität unter allen Pistolen-Entwürfen. Obwohl die Waffe praktisch seit 1910 ununterbrochen gebaut wurde, wurde sie niemals offiziell irgendwo als Dienstwaffe angenommen. Trotzdem wurde die Pistole zeitweise in großem Umfang von vielen Streitkräften eingesetzt und der Grundentwurf wurde von anderen Konstrukteuren weit verbreitet kopiert oder plagiiert.   Diese automatische Pistole war ein weiterer Entwurf des Erfindergeistes von John Moses Browning. Fast alle Pistolen Modell 1910 wurden in der Fabrique Nationale d’Armes de Guerre – allgemein bekannt einfach als FN – in Lüttich in Belgien gebaut. Die Waffe befand sich in Belgien bis 1983 in der Herstellung für den kommerziellen Verkauf. Ein bestimmter Grund, warum sich diese Pistole eine solch lange Zeit in der Produktion befand, lässt sich heute nicht mehr bestimmen. Vermutlich deshalb, weil es sich um einen einfachen, sauberen Entwurf handelt. Der vordere Teil des Pistolengehäuses hatte um den Lauf herum ein rohrförmiges Aussehen. Dies hatte seine Ursache darin, dass die Rückschlagsfeder um den Lauf selbst herumgewickelt ist, anstatt sich unter- oder oberhalb des Laufs wie bei den meisten anderen Entwürfen zu befinden. Diese Feder wird durch einen Bajonettverschluss um die Mündung herum festgehalten, was das Modell 1910 mit einem weiteren Erkennungsmerkmal versah. Zudem war die Pistole mit angewandten Sicherheitsvorkehrungen und Griff versehen. Das Modell 1910 kommt in zwei Formen vor: entweder im Kaliber 7,65 mm oder 9 mm kurz. Äußerlich sind diese zwei Versionen identisch und verwenden ein einsteckbares Magazin mit sieben Patronen. Wie bei allen Produkten von FN war der Standard bei Herstellung und Verarbeitung hervorragend. Allerdings bei Kopien, welche an Orten wie Spanien hergestellt wurden, war diese Vorgabe nicht erreicht worden. Die Pistole Modell 1910/22 mit Kaliber 9mm kurz wurde zwischen 1923 und 1983 gebaut und war eine Verlängerung des ursprünglichen Modells 1910. Sie hatte einen nicht verriegelten Masseverschluss und eine um den Lauf gewundene Vorholfeder. Ursprünglich wurden von dieser Waffe 60.000 Stück für die jugoslawischen Streitkräfte bestellt. Auch die holländische Streitkräfte übernahmen diese Pistole vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und später auch die Wehrmacht.   Diese ausgezeichnete Verarbeitung wurde auch bei einer der wenigen Großserienproduktionen des Modells 1910 fortgesetzt. Dies geschah, nachdem die Wehrmacht 1940 Belgien besetzt hatte und die Herstellung einer großen Anzahl von Pistolen verlangte. Um diese Forderung zu erfüllen, wurde das Modell 1910 weitergebaut und die Masse ging an die deutsche Luftwaffe, wo diese als Pistole P621(b) an die Besatzungen von Flugzeugen ausgegeben wurde. Zuvor war das Modell 1910 schon in geringen Stückzahlen an die belgischen Streitkräfte ausgegeben worden. Auch zahlreiche andere Nationen verwendeten die Pistole Modell 1910 in geringen Umfang bei ihren Streitkräften oder im Polizeidienst. Die Gesamtzahl aller gebauten Modell 1910 muss sich auf mehreren hunderttausend belaufen haben. Browning HP Diese Pistole wurde ursprünglich von John Moses Browning bis zu seinem Tod im Jahr 1925 entworfen, von seinem belgischen Schüler Dieudonne Saive in der Fabrique National d’Armes de Guerre aus Herstal in Belgien fertig entwickelt worden und 1935 als ‘Browning High Power’ (HP) oder ‘Modell 35’ eingeführt. Die Entwicklung beruhte auf einer Anfrage der französischen Armee, welche nach Beendigung des Ersten Weltkriegs eine neue Pistole suchte.   Daraus leitete sich auch ihr Name ab, der allgemein HP (High Power = Hochleistung) lautet oder in Belgien ‘Pistole Automatique Browning GP35’, wobei ‘GP35’ für ‘Grand Puissance Modele 1935’ steht. Sie wurde von den belgischen Streitkräften übernommen und auch von der litauischen, dänischen, rumänischen und verschiedenen anderen Armeen in geringer Zahl vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verwendet. Zuvor erfolgten auch noch große Bestellungen aus China, Peru, Estland und verschiedenen anderen Staaten. Insgesamt wurden etwa 70.000 Pistolen bis zur deutschen Besetzung von Belgien fertiggestellt und die Wehrmacht erbeutete 3.433 Pistolen HP-35. Nach Kriegsausbruch wurden die Konstruktions-Zeichnungen nach Großbritannien gebracht, aber zu diesem Zeitpunkt gab es weder einen besonderen Bedarf an der Waffe noch verfügbare Fertigungskapazitäten. In Belgien war die FN-Fabrik zwischenzeitlich von den deutschen Truppen besetzt und die Herstellung der Pistolen wurde fortgesetzt. Die deutsche Bezeichnung lautete Pistole Modell 35(b) oder P620(b) und die meisten davon wurden an Einheiten der Waffen-SS und die Fallschirmjäger ausgeliefert. Bei der Waffen-SS wurde die Browning HP sogar zur Standardpistole. Insgesamt wurden 319.000 Stück bis zur Befreiung von Lüttich im September 1944 hergestellt. Ihr Konstrukteur J. Saive mehr …

  • Bf 110 Nachtjäger nach Einsatz

    Deutsche Luftstreitkräfte im Zweiten Weltkrieg. Teil II: Die Luftwaffe in der zweiten Kriegshälfte und ihr unvermeidlicher Untergang. zu Teil I hier: Luftwaffe in den siegreichen Jahren Die deutsche Luftwaffe 1942 bis 1945 Die schweren Verluste in Russland führten zu einer erheblichen Schwächung bis zum Winter 1942/43. Dazu war Russland nicht das einzige Problem, denn auch in der Heimatverteidigung über dem Reich musste sie Gegenmaßnahmen gegen die zunehmende Stärke der englischen Bomberströme einleiten, welche mit dem ersten ‘Tausend-Bomber-Angriff’ auf Köln (Unternehmen Millennium) in der Nacht vom 30. auf den 31. Mai 1942 begonnen hatten. Zum ersten Mal musste die Luftwaffen Nachtjäger-Verbände aufstellen, da die feindlichen Bomber zu zahlreich wurden, um diese Offensive zu ignorieren. Spätestens bis zum Endes des Jahres 1942 hatte die Luftwaffe – wie auch alle anderen Teile der Wehrmacht – der Tatsache ins Auge zu sehen, dass ihre bisherige Strategie falsch war. Ihre Zukunftsplanungen waren – gelinde gesagt – unentschlossen gewesen und nun hatte sie sich auf einen viel längeren und härteren Krieg einzustellen als ursprünglich erwartet. Der Flugzeugbau wurde angekurbelt und neue Entwürfe sollten nun endlich die im Dienst befindlichen Flugzeuge ersetzen. Die Situation verschlechterte sich 1943 weiter, als nun auch USAAF-Bomber vom Typ B-17 Fliegende Festungen und B-24 Liberator bei Tag das Reichsgebiet an griffen, was zu einer ‘Rund-um-die-Uhr’-Bomberoffensive führte. Hinzu kam die zunehmende zahlenmäßig Unterlegenheit gegenüber der Roten Luftwaffe an der Ostfront, welche auch in der Qualität ihrer Flugzeugentwürfe aufholen konnte. Zu dieser Zeit wurde das Radar zur Luftraumüberwachung eingeführt und ein Bordradar zur Zielsuche in die Nachtjäger eingebaut, während es auf der Gegenseite den alliierten Bombern bei ihrer Zielfindung half. Bei Tage wurden Vergeltungsangriffe mit Jagdbombern und in der Nacht mit Fernnachtjägern über England durchgeführt, was aber die alliierte Luftoffensive nicht wesentlich mindern konnte. Die alliierte Bomber-Offensive zwang die Luftwaffe in der zweiten Kriegshälfte, neue Taktiken und Organisationsformen einzuführen, um dieser Gefahr aus der Luft Herr zu werden. Ein neues und ständig weiter entwickeltes Verteidigungssystem wurde eingeführt, welches die verschiedenen Elemente der Luftverteidigung, wie Radar, Suchscheinwerfer, Flugabwehr-Artillerie und Abfangjäger beinhaltete. Ursprünglich war für die Luftverteidigung des Reichsgebietes die zahlenmäßig starke Flak mit ihren Suchscheinwerfern-Batterien vorgesehen. Dazu kamen in der zweiten Kriegshälfte noch Radargeräte zur Erkennung feindlicher Flugzeuge und Bestimmung ihrer Flughöhe, Flugrichtung und Entfernung. Die Flak wurde zur stärksten Waffengattung der Luftwaffe. Von einer Gesamtstärke von 1,5 Millionen Luftwaffen-Angehörigen im Jahr 1939 dienten etwa zwei Drittel bei der Flak und ihren zugehörigen Einheiten. Und im Verlauf des Krieges nahm ihre Bedeutung ständig zu. Anfang 1942 war für die Planer der Luftwaffe bereits klar, dass ein Frühwarn-Radarsystem notwendig war, um feindliche Flugzeuge schon kurz nach dem Überfliegen der englischen Küste zu erkennen, sodass sie noch vor dem Erreichen des Ziels abgefangen werden können. Eine Kette von verbundenen Radarstationen wurde daher 1942 von Frankreich bis in den Norden von Dänemark errichtet. Diese sogenannte Kammhuber-Linie wurde nach ihrem Organisator General Josef Kammhuber benannt und konnte durch eine Kombination aus Lang- und Kurzstrecken-Radarstrahlen Nachtjäger an den Bomberstrom heranführen, oft mit tödlichem Ergebnis. Das verlorene Kriegsglück der Luftwaffe zeigte sich dann aber deutlich beim verheerenden RAF-Angriff auf die Raketenversuchsanstalt von Peenemünde unter Deckung von ‘Windows’-Streifen, welche die deutschen Radargeräte störten. Anschließend beginn der Chef des Generalstabes der Luftwaffe, Generaloberst Hans Jeschonnek, Selbstmord. Die Einführung der ‘Window’-Streifen durch die RAF im Jahr 1943 zwang die Luftwaffe, neue Taktiken bei der Nachtjagd einzuführen. Diese wurden als ‘Wilde Sau’ und ‘Zahme Sau’ bezeichnet. Die Methode ‘Wilde Sau’ konzentrierte die deutschen Jäger über dem angenommenen Ziel, wo sie auf ihre Beute teils mithilfe des Radarbeobachters und, teils durch Sichtkontakt über der durch Suchscheinwerfern und Bränden beleuchteten Stadt suchen mussten. Dagegen basierte die Methode ‘Zahme Sau’ auf den bisherigen Taktiken, indem die Nachtjäger zu dem durch die ‘Window’-Streifen am meisten gestörten Bereich gelenkt wurden, in der Hoffnung dort den Bomberstrom zu finden und dann den Feind in einer langen Nachtschlacht über Deutschland zu bekämpfen. Jeschonneks Nachfolger wurde General Günther Korten, der sein Amt mit neuen und richtigen Ideen begann. Er reorganisierte die Luftwaffe und gab den strategischen Bombenangriffen – vor allem gegen die kaum bisher verteidigten Zielobjekte der russischen Rüstungsindustrie – sowie der Heimatluftverteidigung höchste Priorität. Die Vernachlässigung der Luftunterstützung für das Heer nahm er dafür bewusst in Kauf. Jedoch wurden Kortens Pläne durch die russischen Gegenoffensiven zwischen Sommer 1943 und Frühjahr 1944 weitgehend über den Haufen geworfen, da dadurch die notwendigen und schon ausgebauten Luftwaffenbasen innerhalb der deutschen Bomberreichweite zu den wichtigsten russischen Industriezielen verloren gingen. Inzwischen waren die Achsenmächte auch schon aus Nordafrika vertrieben, Italien hatte kapituliert und die Alliierten schritten zwar langsam, aber stetig durch Italien nach Norden voran. Trotzdem hatte Korten noch in der ersten Hälfte des Jahres 1944 durchaus Grund zum Optimismus. Seine Stärke an einsatzfähigen Frontflugzeugen war nun auf über 5.500 Maschinen angewachsen, die Treibstoffsituation, welche bisher immer ein gewisses Problem war, hatte sich durch den Aufbau der synthetischen Treibstoffindustrie entspannt und es kamen mehr und besser ausgebildete neue Flugzeugbesatzungen aus den Luftwaffen-Flugschulen. Mehrere lang erwartete neue Flugzeugtypen wurden eingeführt, darunter der große strategischen Bomber He 177 und die Ju 188 Bomber, der Me 410 Zerstörer und der He 219 Nachtjäger – und noch viel mehr wurde von einer neuen Generation von Düsenflugzeugen und Raketenjägern erwartet, welche in der Entwicklung waren und in Kürze Frontreif werden würden. Fortschritte in der Radartechnologie bei den Bordgeräten für Nachtjäger erreichten ihren Höhepunkt mit dem SN-2-Radar, welches dem Navigator den Einsatz auf Frequenzen erlaubte, die von den ‘Window’-Streifen im Gegensatz zum bisherigen Lichtenstein-Radargerät nicht gestört werden konnten. Der Erfolg dieses neuen Systems führte zu schweren britischen Verlusten. In der Zeit vom 18. November 1943 bis Ende März 1944 gingen über 1.000 Nachtbomber verloren und weitere 1.682 wurden beschädigt, während einer Serie von 35 Großangriffen auf deutsche Städte. Zwar richtete sich seit Sommer 1943 das Hauptziel der amerikanischen Bomberoffensive gegen die deutsche Flugzeug- und Flugzeugmotoren-Industrie und es wird geschätzt, daß zwischen Mitte 1943 und Ende 1944 etwa 14.000 Jagdflugzeuge und 4.000 andere Flugzeuge während der Produktion zerstört wurden. Doch auf der anderen Seite, wären diese Flugzeuge – selbst wenn sie fertiggestellt worden mehr …

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