Kriegstagebuch 11. Januar 1917


Indische Soldaten mit Lewis-MG
Indische Soldaten mit Lewis-MG bei der Luftabwehr im Nahen Osten.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 11. Januar 1917:

Naher Osten


Mesopotamien: Die türkische 45. Division bricht durch die britische Linie (über 650 Mann Verluste), wird aber allmählich zum Südufer des Tigris bis zur Nacht vom 18./19. Januar gedrängt. Britische Kavallerie besetzt die Stadt Hai, wird aber von den Einwohnern angegriffen, sodaß sie am 14. Januar wieder abzieht.
Sinai: Das Kriegskabinett schickt Murray ein Telegramm, alle größeren Operationen in Palästina bis später im Jahr zu verschieben.
Arabien: König Hussein lehnt letztendlich britische Truppen ab.

Seekrieg

Östliches Mittelmeer: Der ​​Wasserflugzeugträger HMS Ben-my-Chree sinkt im Hafen von Kastelorizo ​​durch Artilleriefeuer türkischer Geschütze aus Südwest-Kleinasien (verstärkter Beschuss des französischen Inselstützpunktes am 27. Februar).
Die Briten führen ein Dezentralisierungs- und Küstenschifffahrt-System im östlichen Mittelmeer ein, in dem Versuch, die Schiffsverluste zu reduzieren, was zu Auseinandersetzungen mit den Franzosen führt.

Politik

Deutschland: Turkisch-Deutscher Siedlungsvertrag in Berlin unterzeichnet. Eine österreich-ungarische-deutsche Note an die neutralen Staaten und den Vatikan weißt jegliche Schuld für die Fortsetzung des Krieges zurück.
Montenegro: Zweiter Vorschlag zur Vereinigung mit Serbien. General Martinovic folgt Radovic als Premierminister nach.

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Im Blickpunkt:
  • MG42-Schütze der Waffen-SS

    Mythen über die Waffen-SS (Teil I). Unverhältnismäßig hohe Verluste, schlechteres Führungspersonal und bessere und mehr Ausrüstung und Waffen bei der Waffen-SS. Mythen der Waffen-SS Unverhältnismäßig hohe Verluste bei der Waffen-SS Es wird oft allgemein verbreitet und auch der bekannte Feldmarschall des Heeres, von Manstein, behauptet diese These in seinen Memoiren, dass die Einheiten der Waffen-SS im Kampf relativ höhere und überflüssige Verluste als Einheiten des Heeres erlitten. Allerdings gibt es keine statistischen Erhebungen, welche diese Behauptung unterstützen. Trotzdem werden hohe Opfer aufgrund des Fanatismus ihrer Angehörigen, der schlechten Führung ihrer Offiziere und der manchmal schlechten Ausbildung der Waffen-SS unterstellt. Dieses Thema ist jedoch sehr komplex und umfangreich, aber nach dem aktuellen Wissensstand ist diese Behauptung vor allem als Verallgemeinerung unrichtig. Die fechtenden Einheiten der Waffen-SS bestand in erster Linie nur aus Kampfverbänden und ihren Ausbildungs- und Kampfschulen. Dagegen verfügte das länger bestehende Herr über viel mehr höhere Stäbe, Unterstützungseinheiten wie Nachrichtendienste, Militärpolizei, Bautruppen und Pioniere, dazu Sanitäts-, Versorgungs-, Werkstatt-, Transport-Dienste und das weltweit größte militärische Bahnwesen. Deshalb stellte das Heer auch für die Waffen-SS diese Dienste zur Verfügung. Dazu gehörten größere Stäbe mit Verwaltungsaufgaben, aber auch die Ausbildungskommandos, welche auch bei der Waffen-SS zahlreicher waren, als die eigenen. Dadurch ergab es sich natürlich, dass es in der eigentlichen Waffen-SS ein größerer Anteil an tatsächlich kämpfenden Kampftruppen gab, als beim Heer, wo ein größerer Anteil an nicht-kämpfenden Diensten vorhanden war. Schon alleine deshalb kann man davon ausgehen, dass unter der Waffen-SS die Verluste proportional höher gewesen sein müssen, als im Heer. Dazu waren die SS-Verfügungstruppe (später SS-Division Reich), Leibstandarte-SS-Adolf Hitler und SS-Totenkopf-Division als Elite-Verbände gedacht. Derartige Formationen wurden deshalb oft für den Einsatz an entscheidenden Stellen der Front verwendet. Dies traf vor allem auf die ersten sechs Waffen-SS-Divisionen zu, sowie die später noch aufgestellten SS-Panzer- und Panzergrenadier-Divisionen. Deshalb waren sie normalerweise an den Frontabschnitten mit den heftigsten Kämpfen im Einsatz, sowohl defensiv als auch offensiv. Aber auch die anderen Waffen-SS-Formationen sahen unter den gleichen Umständen wie Heeres-Divisionen intensive Gefechte bei verschiedenen Gelegenheiten während der letzten zwei Kriegsjahre. In diesem Zeitraum waren die Verluste bei allen im Bodenkampf stehenden Waffengattungen der deutschen Streitkräfte erheblich. Die nackten, statistischen Zahlen des bundesdeutschen WASt, welches die Schicksale von Kriegsopfern archiviert, gaben 1972 an, dass ungefähr 950.000 Männer bis Kriegsende in der Waffen-SS dienten. Davon wurden 253.000 als im Gefecht gefallen oder vermisst registriert, was knapp 27 Prozent sind. Im deutschen Heer dagegen dienten 11 Millionen Mann, von denen 3.280.000 Mann als Tot oder vermisst gelten, was knapp 30 Prozent sind. Da es im Heer einen weitaus höheren Anteil von ‘nicht-kämpfenden’ Truppenteilen gab, würde dies sogar einen noch höheren Anteil an Toten unter den Kampftruppen als bei der Waffen-SS ergeben, wo es nur wenige Nicht-Kombattanten gab. Jedoch führen diese Zahlenangaben zu falschen Schlüssen. Denn um die Verluste zwischen Heer und Waffen-SS zu vergleichen, müssten auch die unterschiedlichen Umstände der einzelnen Divisionen im Kampf berücksichtigt werden. Dazu gehören ihre Aufgaben und Operationsziele, gegen welchen Gegner und unter welchen Umständen sie jeweils kämpften, das Gelände und die feindliche Kräfteüberlegenheit. Zum Beispiel ergab eine genauere Studie über die Leistungsfähigkeit an der Westfront im Jahr 1944, dass einige Divisionen der Luftwaffe und des Heeres eine bessere Kampfkraft und damit ein günstigeres Verlustverhältnis erzielten als SS-Formationen. Eine derartige Studie müsste aber für einen Großteil der Gefechte der meisten Divisionen der Wehrmacht erstellt werden, um beweiskräftig zu sein. Weiterhin ist zu bedenken, dass aufgrund politischer Einflussnahme, operativer Überlegungen oder anderer Faktoren, Einheiten der Waffen-SS nicht geopfert wurden, wie z.B. die 6. Armee in Stalingrad oder dieselbe Armee nochmals in Rumänien im Jahr 1944. Das Gleiche galt für die Kapitulation in Tunesien, wo es ebenfalls keine größeren Waffen-SS-Formationen gab. Auch auf Sizilien wurden keine Waffen-SS-Verbände eingesetzt, da hier ebenfalls ein großes Risiko des Verlustes der Einheiten bestand. An diesen und anderen gefährdeten Positionen, wie Küstenschutz, Garnisonen, oder in Stellungen unter schwerem Luft-, See- oder Artillerie-Beschuss, mussten die Einheiten des Heeres ‘ihren Kopf hinhalten’, wodurch hier überproportionale Verluste entstanden. Während des Zweiten Weltkrieges war die andauernde Kampfbelastung der Einheiten der Waffen-SS deutlich geringer als für die meisten Einheiten des Heeres. Nur wenige Einheiten der Waffen-SS sahen 1939 in Polen einen Einsatz oder Westeuropa im Jahr 1940 und keine davon war zumeist größer als ein Regiment. Es gab zu diesem Zeitpunkt nur drei Divisionen: SS-Verfügungs-Division, Totenkopf und SS-Polizei-Division. In der zweiten Jahreshälfte 1941 befanden sich ebenfalls nur sechs Waffen-SS-Divisionen an der Ostfront, während 136 Divisionen des Heeres im ständigen Kampf standen. 1942 waren es dann weiterhin nur sechs Divisionen der Waffen-SS sowie drei Brigaden, während über 200 Heeres-Divisionen an der Ostfront kämpften. Einige der neueren Waffen-SS-Divisionen wurden bis auf die letzten sechs Kriegsmonate praktisch während ihres ganzen Bestehens nur gegen Partisanen eingesetzt. Dies war zwar ein brutaler Kleinkrieg, aber in keinem Fall so verlustreich wie gegen die Rote Armee zu kämpfen. Beim Heer wurden später sogenannte Volksgrenadier-Divisionen aufgestellt oder aus zerschlagenen Verbänden wiederhergestellt. Einige dieser VG-Divisionen wurden mit demoralisierten Kader zerschlagener Divisionen gebildet und mit Person von Luftwaffe und Marine aufgefüllt, welche praktisch keine Erfahrung im Infanterie-Kampf hatten. Nach einer Verbandsübung von höchsten sechs Wochen wurden diese Divisionen in den Einsatz geschickt, wobei die mangelhafte Ausbildung und Ausrüstung durch Indoktrinierung ausgeglichen werden sollte. Seit Sommer 1944 wurden 76 dieser Volksgrenadier-Divisionen mit zweifelhaftem Kampfwert und hohen zu erwartenden Verlusten beim Heer aufgestellt, was alleine schon die doppelte Menge aller Waffen-SS-Divisionen war. Nach Aufführung all dieser Statistiken und Einwände in beide Richtungen ist die Vorstellung, dass die Waffen-SS unverhältnismäßig höhere Verluste erlitten hat, am besten noch eine unbewiesene und nicht nachvollziehbare Verallgemeinerung. Schlechteres Führungspersonal bei der Waffen-SS Wie zuvor bereits erwähnt, gilt als einer der Gründe für die angeblich übermäßigen Verluste der Waffen-SS, dass ihre Führung schlechter als die des Heers war. Hier wird behauptet, dass die Offiziere der Waffen-SS eher mehr nationalsozialistischen Eifer als militärisches Fachwissen mitbrachten. Dies wird allerdings nicht bei einem Blick auf das Führungspersonal der verschiedenen Waffen-SS-Divisionen untermauert. Viel mehr besaßen alle Divisionskommandeure militärische Erfahrungen aus dem 1. Weltkrieg und waren sogar zumeist schon im Offiziersrang. Allerdings diente nur eine Minderheit ununterbrochen mehr …

  • Repetierflinte mit Extras

    Selbstladeflinten im Krieg und Demonstration einer Maverick Modell 88. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Grabengewehr, Selbstladeflinte, Repetierflinte. Typ: Grabengewehr im Kriegseinsatz. Grabengewehr Geschichte der Selbstladeflinten Sogenannte Selbstladeflinten oder auch Repetierflinten (im englischen ‘Pump action shotgun’ oder kurz ‘Pumpgun’) wurden weit verbreitet während der Grabenkämpfe im 1. Weltkrieg und auch teilweise noch im Zweiten Weltkrieg und bis heute von verschiedenen Heeren – darunter auch die Bundeswehr – verwendet. Sie sind nur auf sehr kurze Distanz (unter 50 Meter) wirksam, dafür aber bei Entfernungen darunter, welche im Graben- und Häuserkampf sehr oft vorkommen, äußerst effektiv. Das erste Patent für eine Selbstladeflinte wurde 1854 auf den Briten Alexander Bain ausgestellt. Ältere Pump-Action-Flinten sind oft schneller als moderne halbautomatische Flinten, da sie oft keinen Abzugstrenner hatten und in der Lage waren, eine neue Patrone so schnell abzufeuern, wie die Pump-Action betätigt wurde, wobei der Abzug kontinuierlich gedrückt gehalten wurde. Diese Technik wird als ‘Slamfire’ bezeichnet und wurde oft beim Einsatz des Winchester Model 1897 in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs angewendet. Moderne Pump-Action-Entwürfe sind etwas langsamer als eine halbautomatische Schrotflinte, aber die Pump-Action bietet eine größere Flexibilität bei der Auswahl der Schrotpatronen, die es dem Schützen erlaubt, verschiedene Arten von Ladungen zu mischen und Spezialladungen oder geringer Wirksamkeit, z.B. für Polizeieinsätze, zum Einsatz zu bringen. Halbautomatische Schrotflinten müssen einen Teil der Energie jedes abgefeuerten Schusses nutzen, um ihre Mechanik zu aktivieren, was bedeutet, dass sie mit Patronen geladen werden müssen, die stark genug sind, um zuverlässig zu funktionieren. Die Pump-Action vermeidet diese Einschränkung. Außerdem sind Pump-Action-Waffen, wie alle Handfeuerwaffen, unter ungünstigen Bedingungen wie Schmutz, Sand oder extremen klimatischen Bedingungen zuverlässiger als halbautomatische Waffen. Daher waren bis vor kurzem die militärischen Kampfschrotflinten fast ausschließlich Pump-Action-Entwürfe. Funktion Die Mehrladeflinte oder Vorderschaft-Repetierflinte ist ein Gewehr mit glattem Lauf, die manuell durch Bewegen eines verschiebbaren Handschutzes am Vorderschaft der Waffe bedient wird. Beim Schießen wird der verschiebbare Vorderschaft nach hinten gezogen, um eine verbrauchte Patrone auszuwerfen, und dann nach vorne geschoben, um den Hahn oder Schlagbolzen zu spannen und eine neue Patrone in die Kammer zu laden. Die Munitionszufuhr erfolgt in der Regel aus einem Röhrenmagazin unterhalb des Laufes, zumeist um die 8 Geschosse mit Ladungen von bis zu 6 bis 9-mm großen Schrotkugeln. Einige Waffen verfügen auch über ein abnehmbares Kastenmagazin. Die Patronen einer Pump-Action-Waffe wird typischerweise aus einem Röhrenmagazin unterhalb des Laufs zugeführt, das auch als Führung für den beweglichen Vorderschaft dient. Die Patronen werden eine nach der anderen durch eine Öffnung im Gehäuse zugeführt, wo sie nach vorne geschoben werden. Eine Verriegelung an der Rückseite des Magazins hält die Patronen im Magazin fest, bis sie benötigt werden. Wenn die Waffe vollständig geladen werden soll, kann eine Patrone durch die Auswurföffnung direkt in das Patronenlager geladen oder aus dem Magazin gezogen werden, das dann mit einer weiteren Patrone aufgefüllt wird. Es gibt Pumpguns mit abnehmbaren Kastenmagazinen oder sogar Trommeln, bei denen das Magazin eingelegt werden kann, ohne die oberste Patrone zu entfernen. Wie die meisten Unterhebelrepetierer verwenden auch die meisten Pump-Action-Schrotflinten und Gewehre ein festes Röhrenmagazin. Dies führt zu einem langsamen Nachladen, da die Patronen einzeln in die Waffe eingelegt werden müssen. Einige Pump-Action-Flinten und Gewehre, wie die russische Zlatoust RB-12, die italienische Valtro PM5, die amerikanische Remington 7600-Serie und die Mossberg 590M, verwenden deshalb abnehmbare Kastenmagazine. Es gibt auch kleinere Geschosse mit weniger und kleineren Schrotkugeln, deren Mannstoppwirkung oder Effizienz beim Beseitigen oder Öffnen von Hindernissen (wie Türen oder Barrikaden) aber natürlich wesentlich geringer ist. Umso größer die Ladung und Schrotkugeln, desto größer folglich auch die Wirkung auf das Ziel. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, mit kleineren aber mehr Schrotkugeln in dem Geschoss Treffer zu erzielen, natürlich deutlich größer. Da der Vorderschaft in der Regel mit der Stützhand bedient wird, ist eine Pump-Action-Waffe viel schneller als eine Repetierwaffe und etwas schneller als eine Hebelwaffe, da die Abzugshand beim Nachladen nicht vom Abzug genommen werden muss. Da der Abzug linear betätigt wird, entsteht auch weniger Drehmoment, welcher die Waffe bei schnellen Schusswiederholungen kippen und aus dem Ziel werfen könnte. Ein geübter Schütze kann mit einem Grabengewehr ohne Schwierigkeiten ein bis zwei Schüsse pro Sekunde abgeben, da die Handhabung recht einfach und die Trefferwahrscheinlichkeit auf kurze Distanz äußerst hoch ist. Der Schütze muss lediglich den Vorderschaft zurückziehen, schon wird der Verschluss geöffnet und der Schlaghahn gespannt. Eine schon verschossene, leere Hülse wird gleichzeitig ausgeworfen. Nun zieht der Schütze wieder den Vorderschaft nach vorne und die nächste Patrone wird geladen und der Verschluss geschlossen. Dazu muss man im Gegensatz zum normalen Gewehr noch nicht einmal die Waffe abgesetzt werden, was es ermöglicht, die Waffe ständig auf das Ziel zu richten und eine hohe Feuerrate zu erreichen. Video Maverick Modell 88 und Fabarm Pumpgun https://youtu.be/zjTErUp-IfE Video vom Tontaubenschießen mit der Maverick Modell 88 sowie einer Fabarm Pumpe (1:13 min). Feuer-Zyklus Fast alle Pump-Mechaniken verwenden eine Vorwärts- und Rückwärtsbewegung des Vorderschafts, um die Mechanik zu betätigen. Der Vorderschaft ist durch eine oder zwei Stangen mit dem Verschluss verbunden. Zwei Stangen gelten als zuverlässiger, da sie symmetrische Kräfte auf den Verschluss und die Pumpe ausüben und die Gefahr des Klemmens verringern. Die Vorwärts- und Rückwärtsbewegung des Verschlusses in einem Röhrenmagazin betätigt auch die Hebevorrichtung, welche die Patronen von der Ebene des Magazins auf die Ebene des Laufs anhebt. Nach dem Abfeuern eines Schusses wird der Verschluss entriegelt und der Vorderschaft ist frei beweglich. Der Schütze zieht den Vorderschaft zurück, um den Feuer-Zyklus zu beginnen. Der Verschluss wird entriegelt und beginnt sich nach hinten zu bewegen, wodurch die leere Patrone aus dem Patronenlager herausgezogen und ausgeworfen wird, der Hahn gespannt wird und das Laden der neuen Patrone beginnt. Bei einem Röhrenmagazin wird bei der Rückwärtsbewegung des Verschlusses eine einzelne Patrone aus dem Magazin freigegeben und nach hinten geschoben, bis sie auf der Hebevorrichtung zur Ruhe kommt. Wenn der Vorderschaft die Rückseite erreicht und sich nach vorne bewegt, hebt die Hebevorrichtung die Hülse an und richtet sie mit dem Lauf aus. Wenn sich der Verschluss nach vorne bewegt, gleitet die Patrone in das Patronenlager, und der letzte Teil des Stulpwegs verriegelt mehr …

  • Russische Kosaken im Dienst der Wehrmacht.

    Die Gründe, Stärke und Organisation von Russen (Hiwis, Legionen, Kosaken), Befreiungsarmee ROA und Balten im Dienst der Wehrmacht. Russische Truppen in der Wehrmacht In den ersten Monaten des Unternehmen Barbarossa – dem Russland-Feldzug – wurden von der Wehrmacht zahlreiche Angehörige der Roten Armee gefangengenommen, deren Zahl sich in die Millionen summierte. Da keine ausreichende Vorsorge getroffen wurde und in den meisten Fällen der Wille auch nicht vorhanden war, diese riesigen Gefangenenzahlen ausreichend unterzubringen und zu versorgen, waren die Bedingungen in den Kriegsgefangenenlagern im Osten katastrophal und viele verhungerten vor allem im ersten Winter 1941/42. Diesen Bedingungen versuchten zahlreiche russische Gefangene dadurch zu entgehen, dass einzelne oder auch ganze Gruppen sich zu freiwilligen Hilfsdiensten oder auch zum Kampfeinsatz bei der Wehrmacht meldeten. Diejenigen, welche sich zum freiwilligen Kriegsdienst meldeten, waren zumeist Angehörige von nicht-russischen Volksgruppen aus der Sowjetunion, welche entweder in einer Form der Unterdrückung lebten und der straffen Zentralgewalt Moskau entkommen wollten oder dem Bolschewismus und der Gewaltherrschaft Stalins – auch aus religiösen Gründen – feindlich gegenüber standen. Jedoch waren Adolf Hitler und der Großteil der Nazi-Führungsriege von solchen Aktivitäten nicht begeistert, da sie Russland als Beuteland ansahen, dessen weite und fruchtbare Landstriche das angebliche deutsche Lebensraum-Problem beheben sollte. Das Land sollte, anstatt weiterhin von slawischen Völkern beherrscht zu werden, stattdessen zum Siedlungsgebiet von Einwanderern aus den ‘germanischen Ländern’ von Mittel-, West- und Nordeuropa dienen. Diesen Ideen standen natürlich nationale Unabhängigkeitsbewegungen oder Freiheitsideen in den eroberten Ostgebieten im Weg. Erst als praktisch schon alles verloren war und unter dem Eindruck der Offensiven und des Vordringens der Roten Armee ab 1944, begann Hitler den offiziellen Widerstand gegen die Aufstellung von Bataillonen aus Russen im Rahmen der Wehrmacht aufzugeben. Allerdings hat sich das Bild praktisch schon viel früher geändert, da im rückwärtigen Heeresgebiet von den dort verantwortlichen Offizieren der Wehrmacht, schon viel früher erkannt wurde, dass man auf die Mitwirkung der Hilfswilligen, kurz als Hiwis, angewiesen war. Hohe Offiziere, wie die Generale Gehlen und von Tresckow, Oberstleutnant Graf von Stauffenberg, die Obersten Herre, von Roenne und andere, unterstützen klar die Bildung von Kampfeinheiten aus den einheimischen Freiwilligen, die wegen ihrer Landes- und Sprachkenntnisse besonders bei der Partisanenbekämpfung gut zu gebrauchen waren. Unabhängig von der offiziellen deutschen Politik, welche aus Berlin befohlen wurde und gedeckt durch deutsche Offiziere, begann 1942 der in der vorhergehenden Winterschlacht gefangengenommene General der Roten Armee, Andrej Wlassow und der Oberst Wladimir Bojarskij mit einer großangelegten Rekrutierung und der Bildung einer national-russischen Armee. Deren überraschende Erfolge erweckte die Aufmerksamkeit der NS-Führung und Hitler sprach ein Verbot jeder weiteren Tätigkeit Wlassows aus. Der General wurde in Berlin in ‘Ehrenhaft’ genommen. Trotz aller Gegnerschaft der NS-Führung wurden von den praktisch denkenden Frontbefehlshabern und Offizieren weiterhin russische Freiwilligen-Einheiten eingesetzt und sogar lobend in Wehrmachtmeldungen erwähnt. Deren Soldaten setzten sich vor allem aus Großrussen, Weißruthenen, Esten, Litauer, Ukrainer, Bessarabier und Tataren zusammen. Mit besonders großem Herzen bei der Sache waren die Kosaken vom Terek, Kuban und Don, die noch zu Zeiten der Zaren die Elitesoldaten waren und die bolschewistische Herrschaft hassten, denn die Bolschewiken hatten ihnen ihren Sonderstatus genommen. Die tapferen Kosaken-Reiter waren besonders wertvoll bei der Aufklärung, Patrouillen und im Kampf gegen Partisanen. Russische Freiwilligen-Verbände Die steigenden Verluste der Wehrmacht an der Ostfront, zusammen mit der zunehmenden Partisanen-Tätigkeit hinter der Front, führte zwangsläufig zu einem Prozess, der mit einer zunehmenden Einbindung einer großen Anzahl der russischen Kriegsgefangenen in die deutschen Kriegsanstrengungen führte. Ausgewählten ehemalige Soldaten der Roten Armee wurden in deutsche Uniformen ohne Rangabzeichen gesteckt und sie wurden oft in den offiziellen Stärkeachweisen der Truppe eingerechnet. Diese ‘Frans’ oder ‘Hiwis’ (Abkürzung für Hilfswillige) ermöglichten es den deutschen Einheiten, mehr deutsche Soldaten als Kampftruppen zu verwenden und den Hiwis die Durchführung der Nachschubtransporte, Bauarbeiten und andere, nicht mit direkten Kampfhandlungen verbundene Aufgaben, zu überlassen. Es wird geschätzt, dass insgesamt etwa 1,5 Millionen Russen in der Wehrmacht Dienst taten. Mitte 1944 gab es etwa 160 Bataillone mit rund 300.000 russischen Kämpfern. Der nächste Schritt war dann, den Hiwis eine zunehmend aktivere Rolle als Übersetzer, Späher, Wachen und schließlich als Frontkämpfer zu übertragen. Zum gleichen Zeitpunkt begannen Befehlshaber hinter der Front ganze Einheiten aus gefangengenommen ehemaligen Rotarmisten in Bataillonsstärke zu rekrutieren, welche als Sicherungstruppen hinter der deutschen Front und insbesondere zum Schutz der wichtigen Eisenbahnlinien gegen sowjetische Partisanen eingesetzt wurden. Zu Beginn trugen diese Männer ihre alten russischen Uniformen, von denen die sowjetischen Erkennungszeichen entfernt worden waren und sie erhielten eine Armbinde mit der Aufschrift ‘Im Dienste der deutschen Wehrmacht’. Ab August 1942 erhielten sie dann deutsche Uniformen, welche besondere Abzeichen enthielten. Im Juli 1942 wurde der Stab und das Rahmenpersonal der aufgelösten deutschen 162. Infanterie-Division im besetzten Polen dazu verwendet, sechs neu aufgestellte Freiwilligen-Legion-Bataillone aus Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Nord-Kaukasus, Wolga-Tartaren und Turkestan auszubilden. Insgesamt wurden 98 Legion-Bataillone aus Ostvölkern aufgestellt, davon 82 durch die deutsche 162. Infanterie-Division. Von diesen wurden zwischen 1942 und 1945 79 an der Ostfront oder auf dem Balkan eingesetzt, 12 gingen 1943 und 1944 nach Italien und Frankreich. Am 4. August 1943 wurde dann die 1. Kosaken-Division aus sechs Kavallerie-Regimentern (1. und 5. Don-Kosaken, 2. Sibirische Kosaken, 3. und 4. Kuban-Kosaken und 6. Terek-Kosaken) mit unterstützenden Divisionseinheiten aufgestellt. Sie wurde ab Oktober 1943 in Kroatien eingesetzt und im November 1944 der Waffen-SS eingegliedert, welche die Division in die 1. und 2. Division aufteilte, welche zusammen das XV. Kosaken-Kavallerie-Korps bildeten. Neun unabhängige Kosaken-Infanterie-Bataillone und 19 unabhängige Kosaken-Kavallerie-Bataillone kämpften an der Ostfront bei deutschen Divisionen. Russische Befreiungsarmee (ROA) Im Januar 1943 wurden die Ostbataillone der deutschen Divisionen der Russischen Befreiungsarmee (Russkaya Osvoboditel’naya Armiya) oder kurz ROA unterstellt, welche unter dem Kommando des ehemals sowjetischen General Wlassow stand. Er hatte gehofft, alle russischen Freiwilligen-Einheiten in der Wehrmacht in eine eigene Armee überführen zu können, um die Sowjetunion von der kommunistischen Herrschaft befreien zu können und ein neues Russland zu schaffen. Jedoch blieben die Bataillone, verteilt auf einzelne deutsche Divisionen, weiterhin unter der deutschen Befehlsgewalt. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch starke Widerstände von Himmlers SS und rassistischen Nazi-Bonzen. Von den insgesamt 71 Bataillonen der ROA an der Ostfront wurden seit Oktober 1943, mehr …

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