Kriegstagebuch 12. Dezember 1917


General Oskar von Hutier
General Oskar von Hutier ist einer der Begründer der erfolgreichen deutschen Sturmtruppen-Taktik.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 12. Dezember 1917:

Ostfront


Russland: Die Bolschewiki bekämpfen die Kosaken in Rostow und besetzen die Stadt am 14. Dezember. General Kaledin nimmt sie wieder am 15. Dezember mit der Freiwilligenarmee von Alexejew und zwingt die lokalen Roten Truppen zur Flucht zur Schwarzmeerflotte.
Baltikum: Der estnische Adel appelliert für deutsche Hilfe. General Graf Kirchbach übernimmt die deutsche 8. Armee, Hutier geht an die Westfront.

Mittlerer Osten

Türkei: Djemal Pascha tritt als General-Gouverneur von Syrien und Arabien zurück und ebenso als Oberbefehlshaber der Vierten Armee. Er kehrt nach Konstantinopel zurück.

Seekrieg

Nordsee: 4 deutsche Zerstörer vernichten einen britischen Norwegen-Konvoi, versenken den Zerstörer Partridge und beschädigen den zweiten Pellew. 6 Handelsschiffe und 4 Trawler werden in 45 Minuten versenkt (75 Kriegsgefangene). 3 britische Kreuzer treffen zu spät ein. 4 weitere deutsche Zerstörer versenken 3 Konvoi-Nachzügler vor der Tyne. Die britische Admiralität lässt die norwegischen Konvois danach in größeren Abständen mit stärkeren Eskorten laufen.

Luftkrieg

Ypern: Die Einheit Bogohl 3 aus Gotha-Bombern verliert ihren Kommandant, Hauptmann R. Kleine, der bei einem Tagesangriff auf alliierte Truppen abgeschossen und getötet wird. Nachfolger wird Leutnant R. Walter.

Heimatfronten

Frankreich: Schlimmste zivile Eisenbahnkatastrophe in der Geschichte mit 543 Toten bei Modane, als ein Zug aus den Gleisen springt.
Großbritannien: Untersuchung zum Rückschlag in Cambrai angeordnet. Die Times nennt die Schlacht ‘Eine der schrecklichsten Ereignisse der englischen Geschichte’. Das House of Commons stimmt einer 550-Millionen-Pfund-Kriegsanleihe zu (1917 bis 1918 insgesamt 2,45 Mrd Britische Pfund).
Russland: Lenin schlägt Stalin, Sokolnikow und Trotzki für die Redaktion der Prawda vor.

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Im Blickpunkt:
  • MiG-3 Jäger über Leningrad

    Rote Luftwaffe 1941/1942 und Rote Flotte seit 1941. Stärke, Flugzeugtypen und Organisation in den Jahren 1941 und 1942 und Flotten mit Schiffen der Sowjetunion. Rote Luftwaffe 1941 Die sowjetische Rote Luftwaffe war 1941 die größte Luftstreitmacht der Welt und hatte eine Stärke zwischen 12.000 und 15.000 Flugzeugen, von denen etwa 4.000 in der Nähe der Westgrenzen stationiert waren. Allerdings war die Rote Luftwaffe von einer Reihe von Problemen befallen. Die Säuberungen in den 1930er Jahren hatten die Führung der Luftstreitkräfte vernichtet, wobei viele ihrer aufgewecktesten Offiziere durch politisch Beauftragte ersetzt wurden. Gleichzeitig wurden einige der eher fortschrittlichen Gedanken, wie Langstreckenbomber und Luftlandetruppen, auf unbestimmte Zeit verschoben. Deshalb befand sich die Rote Luftwaffe im Sommer 1941 in den Turbulenzen einer Reorganisation, als die sowjetischen Luftwaffen-Befehlshaber unter dem Eindruck des Winterkrieges gegen Finnland 1939/40 und der deutschen Erfolge in Europa versuchten, ihre Verbände zu modernisieren. Zum Zeitpunkt des Beginns von Unternehmen Barbarossa, dem deutschen Angriff auf Russland, waren diese Reformen jedoch noch weit davon entfernt, abgeschlossen zu sein. Der deutschen Angriff fand die Rote Luftwaffe praktisch unvorbereitet für Kampfeinsätze vor. Die sowjetischen Flugplätze lagen viel zu weit vorne an der Grenze und die Flugzeuge waren auf diesen Flügel an Flügel nahe nebeneinander abgestellt, was sie zu hervorragenden Zielen für die deutsche Luftwaffe machte. Am ersten Tag des Angriffs meldete die deutsche Luftwaffe die atemberaubende Zahl von 1.811 zerstörten sowjetischen Flugzeugen, davon 1.489 auf dem Boden und 322 in der Luft. Die deutschen Verluste beliefen sich auf lediglich 35 Flugzeuge. Die Deutschen setzen ihre Verwüstungen in den nachfolgenden Monaten fort und die Rote Luftwaffe erlitt enorme Verluste. Sowjetische Flugplätze wurden systematisch von der deutschen Luftwaffe angegriffen, weshalb die meisten Flugzeuge der Roten Luftwaffe auf dem Boden zerstört wurden. Die Piloten der Roten Luftwaffe samt ihrer Flugzeugtypen waren keine Gegner für die deutschen Veteranen und die Verluste im Luftkampf nahmen ebenfalls zu. Bis Ende November 1941 meldeten die Deutschen 16.000 vernichtete sowjetische Flugzeuge (die Sowjets gaben immerhin schon die ebenfalls hohe Zahl von 6.400 zu) für den Verlust von 3.453 zerstörten oder deutschen Flugzeugen. Organisation 1941 Die schweren Verluste gegen die nur schwache finnische Abwehr im Winterkrieg 1939/40 führten schon zu einer Reorganisation der Roten Luftwaffe. Die Staffel mit 20 bis 30 Flugzeugen wurde durch das Flieger-Regiment als grundsätzliche taktische Einheit der Luftwaffe ersetzt. Dieses Regiment bestand aus drei bis vier Schwärmen, was eine durchschnittliche Stärke von etwa 60 Flugzeuge ergab. Drei bis vier Regimenter bildeten eine Flieger-Division und ersetzten die bisherige Brigade. Diese Division wurde unabhängig eingesetzt und war entweder einem Militärbezirk oder Armee zugeordnet, oder wurde zusammen mit anderen Divisionen zu einem Flieger-Korps zusammengelegt. Die Flugzeuge des Regiments bestanden entweder aus einem einzigen Typ oder waren gemischt, sodass die Flieger-Division normalerweise eine große Vielfalt an unterschiedlichen Flugzeugen hatte, welche die verschiedenen taktischen Funktionen widerspiegelte. Es gab drei grundsätzliche Aufgaben, welche die Rote Luftwaffe erfüllen sollte. Als Erstes sollte die taktische und strategische Luftüberlegenheit gewonnen werden, dann die Rote Armee in den Bodenkämpfen unterstützt und schließlich Luftaufklärung geflogen werden. Diese Aufgaben waren Teil der sowjetischen Militär-Doktrin, welche die Luftwaffe nicht als unabhängige Streitmacht ansah, sondern praktisch als das Luftelement der Landstreitkräfte, das die Aufgabe hatte, die sowjetischen Bodenoperationen auf taktischer Ebene zu erleichtern. Im Jahr 1941 war der Großteil der sowjetischen Flugzeuge direkt Bodeneinheiten zugeteilt, sodass die Rote Luftwaffe im Konfliktfall effizient mit der Armee zusammenarbeiten konnte. Diese Dezentralisierung der Roten Luftwaffe hatte aber das große Problem, dass ihre Einheiten über die Armeen verteilt waren und dadurch eine effektive zentrale Kontrolle fehlte. Diese Schwäche wurden während der ersten Monate der deutschen Invasion offensichtlich, denn die sowjetische Reaktion im Luftraum war konfus und es fehlte eine allgemeine Vorgabe. Die massiven Verluste während der ersten Monate des Krieges führten dazu, dass die Kommandostruktur der Roten Luftwaffe reorganisiert wurde. Das STAVKA, mit bemerkenswerter Voraussicht, hielt neue Luftwaffen-Verbände während des Jahres 1941 zurück, sodass diese nicht Stück für Stück in den Kämpfen an den Grenzregionen zerschlagen wurden, sondern eine zentrale Reserve bildeten. Durch vorsichtiges Haushalten mit Ressourcen, gelang es dem STAVKA sechs Reserve-Luftwaffen-Gruppen zwischen jeweils drei bis acht Flieger-Regimentern zu bilden, welche im Notfall an verschiedenen Fronten eingesetzt werden konnten. Die Verluste an Flugzeugen und Ausrüstung führten zu einer Verkleinerung der Luftwaffen-Organisation. Die Stärke der Flieger-Division wurde auf zwei Flieger-Regimenter reduziert, wobei jedes aus zwei Staffeln zu je 10 Flugzeugen bestand. Die Reorganisation der Bodenorganisation wurde ebenfalls 1941 durchgeführt. Ein rückwärtiges Kommando der Roten Luftwaffe wurde gebildet, um die Gesamtkontrolle zu übernehmen. Das alte System auf der Grundlage geografischer Räume wurde durch ein zentralisiertes System logischer Unterstützung mit allen notwendigen technischen und Wartungsdiensten in der Region der Fliegerverbände ersetzt, um die Luftwaffenverbände einsatzfähig zu halten. Aus dieser Versorgungsstruktur baute die Rote Luftwaffe eine Streitmacht, welche schließlich in der Lage sein sollte, die deutsche Luftwaffe zu schlagen. Am 6. Dezember 1941 erhielten sechs Flieger-Regimenter den Garde-Status für ihre Leistung während der Verteidigung von Moskau – und ähnlich wie bei den Bodentruppen, erhielten sie fortan das beste Material und Personal. Dadurch zeigten sie eine durchweg bessere technische und auch Einsatz-Leistung als die gewöhnlichen Verbände. Ihre Zahl stieg im Verlauf des Krieges stark an und die Garde-Einheiten wurden von den Deutschen als gleichwertig zu den Gegnern auf anderen Kriegsschauplätzen angesehen. Rote Luftwaffe 1942 Die erzwungene Pause bei Luftoperationen während der Winterperiode gab der Roten Luftwaffe Zeit sich von den ersten Schocks zu erholen. Das Training wurde verbessert und die Qualität der Besatzungen stieg in der Regel durch die direkte Kampferfahrung. Die Verlegung der Industrie nach Osten in den Ural und Sibirien zeigte die ersten Früchte auch beim militärischen Flugzeugbau. So wurden 2.000 im Monat Mitte 1942 gebaut (insgesamt 9.924 Jäger, 8.219 Schlachtflugzeuge und 3.537 Bomber im Jahr 1942), 2.500 im November 1943 (insgesamt 14.590 Jäger, 11.177 Schlachtflugzeuge und 4.074 Bomber in 1943) und im Sommer 1944 3.355 Flugzeuge (insgesamt 17.913 Jäger, 11.110 Schlachtflugzeuge und 4.186 Bomber in diesem Jahr). Nicht nur die Menge der Flugzeuge stieg an, sondern auch ihre Qualität. 1942 sah die weitverbreitete Einführung von verbesserten Typen wie der Iljuschin Il-2 Stormowik Schlachtflugzeuge und der neuen Jak-9 mehr …

  • Geschichte des Ersten Weltkriegs. Der Weg in den Ersten Weltkrieg. Der Weg zum Krieg Falls der 1. Weltkrieg von 1914-1918 eine hauptsächliche Ursache hatte, war es sicherlich der Wunsch der französischen Armee und ganzen ‘Grande’ Nation, die Demütigungen des Deutsch-Französischen Krieg von 1870-1871 zu rächen. Der Tatsache bewusst, dass Frankreich sich nie mit der Vereinigung Deutschland unter einem preußischer König (sowie die erschreckende Aussicht auf einen deutschen Prinzen auf den vakanten spanischen Thron) abfinden wird, hatte der ‘Eiserne Kanzler’ Otto von Bismarck den unergründlichen, aber schwachen und wankelmütigen französischen Kaiser Napoleon III. in eine Situation manöveriert, in welcher er den Krieg am 19. Juli 1870 erklärte. Entgegen allen Erwartungen erwies sich schnell, daß die kaiserlichen Armeen von Frankreich unzureichend vorbereitet, ausgerüstet und geführt wurde. Weder Österreich-Ungarn noch die vermeintlich anti-preußischen Staaten von Süddeutschland zeigten die geringste Neigung, eine anti-preußische Allianz zu bilden. Der deutsche Feldzug wurde von Moltke federführend geleitet. Die deutschen Armeen überschritten schnell am 4. August 1870 die Grenze und gewann eine Reihe von Siegen über Marschall Bazaine optimistisch getaufte ‘Rheinarmee’, die ihren Höhepunkt in seiner Einschließung mit 173.000 Mann in Metz erreichte. Napoleon III. und Marschall Mac-Mahon versuchten zwar die Belagerung aufzuheben, wurden aber bei Sedan am 1. September 1870 ebenfalls eingeschlossen und mussten sich mit 83.000 Soldaten und Offiziere übergeben. Die Kaiserin Eugenie floh aus Paris um ein halbes Jahrhundert ein Leben im Exil zu führen und die Dritte Republik Frankreichs wurde gegründet. Ein von Preußen dominiertes Deutschen Reiches wurde in Versailles am 18. Januar 1871 ausgerufen. Als Paris kurz danach belagert wurde, entkommt der fanatische republikanische Innenminister Leon Gambetta mit einem Wasserstoffballon, um einen Volkskrieg ‘a levee en masse’ in den noch unbesetzten Provinzen zu organisieren. Die Besatzung und der Nationalgarde von Paris, nach der schmachvollen Kapitulation von Metz am 27. Oktober 1870 nur noch mit geringen Aussichten auf Erfolg konfrontiert, wankte. General Trochu setzte die Verteidigung der Hauptstadt trotzdem fort und ging sogar zum Gegenangriffen über, bis im Januar der Hunger und der schwerer Beschuss einen weiteren Widerstand unmöglich machten. Der Waffenstillstand wurde von dem drakonischen ‘Frieden von Frankfurt’ gefolgt. Bedingungen des Friedensvertrags von Frankfurt vom 10. Mai 1871 Abtretung der Provinzen Lothringen und Elsass (ohne Belfort) Eine deutsche Besatzungsarmee wird in 43 Departments stationiert. Reparationen von 5 Milliarden Franken in Raten zu zahlen. Deutschland genießt den ‘Meistbegünstigungs’-Status beim gemeinsamen Handelsverkehr mit Frankreich. Die letzte deutsche Garnison (bei Verdun) verließ Frankreich im September 1873. Weniger als zwei Monate nach dem Fall von Paris wurde eine provisorische Regierung der Sozialisten und den linken Kräften der Republikaner durch die ‘Kommune’ von Paris gewählt, auf den Versuch hin der rechtsextremen Nationalversammlung, die Pariser Nationalgarde zu entwaffnen. In der ‘Blutwoche’ im Mai 1871 erstürmte MacMahon die Hauptstadt und mindestens 20.000 Kommunarden und unschuldige Bürger wurden massakriert. ‘Die letzte Stunde der Kommune war keine Schlacht, sondern ein Massaker … Die Sieger wurden von der Schande gezeichnet, daß sie einen neuen Krieg gegen ihre eigenen Landsleute geführt hatten – unter den Augen der Preussen …. Obwohl es Befehle von MacMahon gab, daß die Gefangenen verschont werden sollten, töteten die Sieger ohne Gnade.’ Das Trauma dieser katastrophalen Ereignisse war so stark, dass im Jahr 1889 der einfältige und opportunistischen General und Kriegsminister Boulanger fast in der Lage war, einen Krieg alleine mit seinen anti-deutschen Reden zu provozieren. Sieben Jahre später wurde dem Hauptmann Alfred Dreyfus, welcher von einer jüdischen Familie aus Mülhausen (Elsass) abstammte, der Vorwurf gemacht, die Spezifikation von Frankreichs revolutionären 75-mm-Schnellfeuerfeldgeschütz an Deutschland verraten zu haben. Dies löste eine langwierige Reihe von Krisen aus. Diese drohten mehr als einmal, die französische Gesellschaft zu zerreißen. Obwohl die ganze Unschuld von Dreyfus nachgewiesen werden konnte, wurde dieser auf die Hölle auf Erden, der ‘Teufelsinsel’ (in der Nähe des modernen Raumfahrtzentrum Kourou) gebracht. 1906 wurde er für unschuldig erklärt und erhielt seinen militärischen Rang wieder. Das Gift, welches diese Affäre ausspuckte, hätte eine Warnung sein können, dass wenn die Gelegenheit zu einer neuen deutsch-französischen Kraftprobe jemals entstehen würde, es ein leichtes sein wird, daß es zu einem bestialischen Kampf auf Tod oder Leben zwischen den beiden Nationen eskalieren wird. Außerdem würde dieser zu erwartende Konflikt noch schrecklicher und weit verbreiteter durch eine ganze Reihe von so genannten ‘Defensiv-Bündnissen’ werden, welche zwischen 1878 und 1907 abgeschlossen wurden. Das Deutsche Reich unter Kaiser Wilhelm I. hat sich mit Österreich-Ungarn verbündet. 1882 schloß sich Italien zum sogenannten ‘Dreibund’ an und sie konnten auf ein hohes Maß an Unterstützung durch deutsche Herrscherhäuser in Rumänien, Bulgarien und Griechenland zählen. Als Antwort darauf schloß Frankreich einen militärischen und politischen Pakt mit Russland zwischen 1892-94. Zwischen 1902 und 1907 näherte sich dann auch Großbritannien an und schloss die ‘Triple-Entente’ mit Frankreich und Russland sowie ein Bündnis mit Japan. Zum großen Teil dank des Einfluss des frankophilen englischen König Edward VII. wurde die Entente Cordiale 1904 ausgehandelt. Ein ähnlicher Ausgleich zwischen Großbritannien und dem zaristischen Russland wurde im Jahre 1907 erreicht. Des deutschen Kaisers Minister und Generäle reagierten darauf mit dem Schmieden einer engen Zusammenarbeit mit den ‘Jungtürken’, größtenteils in Deutschland ausgebildete radikale Offiziere, welche die Macht in Konstantinopel 1908 übernahmen. Dies erreichte seinen Höhepunkt mit einem türkisch-deutschen Bündnisvertrag Anfang August 1914. Russland und Österreich waren beide begierig auf dem Balkan ihren Einfluss zu erweitern, wo 1912/13 die einst allmächtigen osmanischen Besatzungsarmeen wieder fast bis vor die Tore von Konstantinopel vertrieben wurden. Auch Deutschland war an der Sicherung des Trans-Balkan-Korridors als Schlüsselelement für eine grandiose Berlin-Bagdad-Bahnverbindung, für welche es 1899 die Konzessionen erhalten hatte, interessiert. Alle europäischen Mächte, mit Ausnahme des morbiden Russland, hatten kolonialen Ambitionen. Sie hatten Afrika in den 1880er Jahren unter sich aufgeteilt und fügten einen fast vollständigen Würgegriff auf das Handels-und Wirtschaftsleben von China aus. Dieses alte, aber bereits im Selbstverfall befindliche Reich, ist im Jahr 1911 endgültig zusammengebrochen. Japan verlangte bald auch eine schöne Scheibe des ‘chinesischen Kuchens’ als Belohnung für das Festhalten auf der Seite der Alliierten, sowie Teile der durch japanische und britische Truppen besetzten pazifischen Besitzungen Deutschlands zwischen August und November 1914. Das kaiserlichen Deutschland lebte in der Überzeugung, dass es mehr …

  • Einheit von Partisanen

    Partisanen und Cetniks: Stärke und Organisation der irregulären Streitkräfte in Russland und Jugoslawien, ihre Ausrüstung und Uniformen. Partisanen in Russland Das rasche Auseinanderbrechen der Roten Armee entlang der Westgrenze der Sowjetunion als Folge des Angriffs der Achsenstreitkräfte im Juni 1941 überraschte nicht nur die Wehrmacht, sondern im gleichen Maße auch die sowjetische Regierung. Die Wehrmacht nahm buchstäblich hunderttausende Soldaten der Roten Armee gefangen, welche sie kaum bewachen und noch weniger versorgen oder unterbringen konnte. Unter diesen Umständen konnten Tausende sich der Gefangennahme entziehen oder fliehen und tauchten hinter der Front unter. In vielen Gebieten, insbesondere in der Ukraine, wurden die deutschen Truppen Anfangs als Befreier begrüßt. Die russische Bevölkerung dagegen verhielt sich vorsichtig gegenüber ihren neuen Herren und blieb zurückhaltend, solange sie nicht direkt bedroht oder misshandelt wurden. Hinter der Front streiften Gruppen versprengter sowjetischer Soldaten und geflohener kommunistischer Parteifunktionäre durch das Hinterland oder versteckten sich in den großen Waldgebieten West-Russlands. Die verantwortliche Behörde für die Organisation des Widerstandes der Partisanen hinter den deutschen Linien war ein Teil des NKWD. Diese begann in Gebieten, wo die Anwesenheit großer Banden von Partisanen hinter der deutschen Front bekannt war, anleitende Funktionäre per Fallschirm abzusetzen. Allerdings bestand das Problem darin, dass einige dieser Banden anti-bolschewistisch, andere anti-deutsch ausgerichtet und wieder andere nur einfach kriminelle Banditen und Räuber waren. Solange es so aussah, als dass Deutschland den Krieg gewinnen würde, gab es eine deutliche Zurückhaltung bei Aktionen gegen die Besatzungsmächte. Aber als dann die ersten Gerüchte über die Brutalitäten und Verbrechen der Eroberer sich herumsprechen begannen und die Wehrmacht ihre ersten Niederlagen erlitt, gab es jedoch einen dramatischen Anstieg der Partisanen-Aktivitäten. Im August 1943 gab es zum Beispiel schon 24.500 Partisanen alleine nur in der Ukraine, wovon 5.000 Mitglieder der kommunistischen Partei waren. Im gesamten besetzten Gebiet in der Sowjetunion wurde die Gesamtzahl der Partisanen, Widerstandskämpfer und Banditen auf etwa zwei Millionen geschätzt.   Die deutschen Besatzungsbehörden mussten gegen die Partisanen etwa 25 Divisionen (327.543 SS-, Sicherheitspolizei und gewöhnliche Polizei-Männer sowie 500.000 Hilfspolizisten) einsetzen. Dies war eine ungeheure Belastung für die Kampfkraft der eigentlichen Front. Die Opfer unter den Partisanen werden auf etwa 85.000 Mann geschätzt, wovon 70.000 erschossen wurden, während 15.000 in Konzentrations- und Zwangsarbeiterlagern starben. Es gab niemals so etwas wie eine Uniform für Partisanen. Bei dem akuten Mangel an Kleidungsstücken in der Sowjetunion während des Krieges wurde so ziemlich alles getragen, was zur Verfügung stand. Zunehmend wurde von den Partisanen auch erbeutete Ausrüstung und Kleidung verwendet, besonders nach den großen Niederlagen der verschiedenen Armeen der Achsenstaaten während der letzten Phase der Schlacht um Stalingrad. Partisanen in Jugoslawien Als die Achsenmächte im April 1941 Jugoslawien angriffen, war die Kommunistische Partei Jugoslawiens noch immer stark durch staatliche Repressionen eingeschränkt und ihre Mitgliederzahl überstieg nicht 12.000 Personen. Fast so schnell wie das Land überrannt wurde, bildeten sich unter der Führung des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei Joseph Broz – besser bekannt als Tito – aus kommunistischen Zellen und jugoslawischen Soldaten, welche die Kapitulation ablehnten, die erste Partisanenbewegung. Zu Anfang waren Titos Partisanen fast ausschließlich Serben und es war nicht vor 1943, dass sich Slowenen und Kroaten in nennenswerter Zahl anschlossen. Zunächst waren Titos Partisanen-Operationen nicht sonderlich erfolgreich und so begann er seiner Streitmacht als eine richtige Armee zu organisieren. Am 21. Dezember 1941 stellte er mit der 1. Proletarischen Brigade die erste reguläre Einheit auf und bis Mitte 1942 hatte er weitere drei Brigaden aufgestellt, welche nun Teil der sogenannten Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee wurden. Bis zur Ankunft der ersten britischen Militärmission bei Tito Ende 1942 hatte er keine Hilfe von außen erhalten. Alle seine Waffen, Munition, Ausrüstung und Uniformen stammten entweder aus den Beständen der ehemaligen jugoslawischen Armee von vor dem Krieg – oder wurden von der Zivilbevölkerung oder den feindlichen Besatzungstruppen entnommen. Die erste Luftversorgung für Titos Partisanen wurde am 25. Juni 1943 durchgeführt und von da an war sein Nachschub gesichert. Tito war nun in der Lage seine Partisanen-Armee auf vier Armeekorps – eines für jeden Teil des Landes – mit 306.000 bewaffneten Männern und Frauen auszubauen. Bis Mai 1944 erreichte die Volksbefreiungsarmee eine Stärke von einer halben Million Partisanen und es gab 21 Ausbildungslager für Offiziere und Unteroffiziere. Zur gleichen Zeit wurde das gesamte britische Personal von den Cetniks abgezogen und Tito wurde nun de facto als Herrscher über Jugoslawien von den Alliierten anerkannt. Die militärische Organisation einer Partisanen-Armee musste zwangsläufig sehr flexibel sein und in kleineren Verbänden als bei einer normalen Armee gegliedert werden. Mannschaftsstärke und Waffenausstattung änderten sich von Tag zu Tag, da es enorme Schwierigkeiten bereitete die weit verstreuten Einheiten, welche zudem bewusst unzugängliche Orte für ihre Stellungen ausgewählt hatten, zu versorgen. Die kleinste Einheit der Partisanen war die Kompanie mit etwa 80 Soldaten. Neun Kompanien bildeten ein Bataillon, während drei Bataillone eine Brigade bildeten (ca. 2.160 Mann). Drei Brigaden, jede mit einem Bataillon aus Gebirgskanonen und schweren Waffen, bildeten eine Division (ca. 7.000 Mann). Am 1. Januar 1945 formierte Tito seine 800.000 Mann starke Armee in vier Armeegruppen. Nachdem er den größten Teil Jugoslawiens von den deutschen Truppen und deren Verbündeten gesäubert hatte, befahl er seiner 4. Armeegruppe Triest vor den anrückenden westlichen Alliierten zu besetzen. Diese marschierte am 1. Mai 1945 in Triest ein und besetzte das italienische Staatsgebiet bis zum Fluss Isonzo. Uniformen: Titos Partisanen trugen als Uniform alle verfügbaren Kleidungsstücke. Gleiches Aussehen und Uniformierung bei der Kleidung waren nie von großer Bedeutung und bei der Art des Partisanenkrieges – und so wie dieser geführt wurde, konnte dies nur zu Nachteilen führen. Diejenigen Uniformen oder Uniformteile, welche es gab, stammten entweder von der ehemaligen jugoslawischen Armee, oder wurden von deutschen und italienischen Besatzungstruppen erbeutet. Das einzige übliche Abzeichen war der fünfzackige, rote Stern an der Kleidung. Von Juli 1941 bis November 1942 herrschte ein improvisiertes System von Rangabzeichen vor. Abzeichen bestanden aus Sternen, Streifen und Chevrons (Dienstgradabzeichen), welche aus rotem Stoff geschnitten und am linken oberen Ärmel getragen wurden. Von November 1942 an wurde ein neues System eingeführt, bei dem mehr Rangstufen vorkamen. Anschließend wurde ab dem 1. Mai 1943 das endgültige System vorgestellt, wobei die mehr …

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