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Kriegstagebuch 15. Mai 1942


Flugzeugträger Bearn
‘Bearn’ war Frankreichs einziger Flugzeugträger im 2. Weltkrieg und bereits 1927 aus einem ursprünglich als Schlachtschiff begonnen Entwurf von 1914 entstanden.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 15. Mai 1942:

Neutrale


Vichy-Frankreich: 3 Vichy-französische Kriegsschiffe (Flugzeugträger Bearn und 2 Kreuzer) werden auf Druck der US-Regierung in Martinique demobilisiert.

Südost-Asien

Burma: Die sich zurückziehenden britischen Truppen überqueren die Grenze nach Indien.

Luftkrieg

Russland: Der Raketen-angetriebene Jäger Beresniak-Isnaew BI-1 macht seinen ersten Testflug.
Stukas greifen die Schifffahrt in Murmansk an (Wiederholungen am 1. und 24. Juni).

China

Japanische Truppen beginnen mit einer Strafaktion in der Provinz Chekiang. 100 Familien werden wegen des Verdachts, Bomberbesatzungen vom Doolittle-Raid beherbergt zu haben, massakriert und mehrere 1000 Häuser werden zerstört.

Heimatfronten

USA: Benzin-Rationierung in 17 US-Oststaaten und Washington DC eingeführt.

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Weitere interessante Beiträge:
Im Blickpunkt:
  • A7V Sturmpanzerwagen

    Erster deutscher Kampfpanzer aus dem Ersten Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Bilder und 3d-Modell des A7V Sturmpanzerwagen. A7V Sturmpanzerwagen Typ: schwerer Infanteriepanzer. A7V Entwicklung Für eine Nation, welche normalerweise immer bei der Militärtechnologie mit führend ist, war das Deutsche Reich überraschen langsam bei der Einschätzung der potenziellen Möglichkeiten des Panzers. Trotz einiger früher und weit vorausschauender Entwürfe, welche von einzelnen Ingenieuren hervorgebracht wurden, so wurde doch kein offizielles Interesse – mit Ausnahme an Panzerwagen – gezeigt. Dies änderte sich recht schnell, nachdem der britische Tank Mark I auf den Schlachtfeldern der Somme im Jahr 1916 erstmals erschienen war, und so wurde ein Komitee gebildet, um einen deutschen Panzer zu entwerfen und zu produzieren. Das deutsche Oberkommando war allerdings nicht sonderlich beeindruckt von Tanks und bemängelte den hohen Ausfall durch mechanische Schäden und die Empfindlichkeit gegen alles, angefangen von Geländeschwierigkeiten bis zum Artilleriebeschuss. Wie so viele andere Entwürfe, welche von einem eingesetzten Komitee unter Zeitdruck entstanden sind, war auch dieses Wagnis kein großer Wurf. Das Fahrzeug wurde unter dem Namen A7V Sturmpanzer bekannt, wobei das Kürzel ‘A7V’ von der Abteilung stammte, die den Panzer bestellt hatte: ‘Allgemeines Kriegsdepartement 7 Abteilung Verkehrswesen’. Der Entwurf basierte aus Gründen der Zeitersparnis auf dem bereits verfügbaren Holt-Raupentraktor mit seinem Aufhängungssystem, wofür der Repräsentant der Firma Holt-Tractos, ein Herr Steiner, gewonnen wurde. Allerdings baute Joseph Vollmer eine Verbesserung an der Kettenaufhängung ein, um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Dieser Effekt wurde aber wieder dadurch zunichtegemacht, dass auf das ursprüngliche Fahrgestell eine große, gepanzerte Kiste installiert wurde, welche eine Besatzung von sage und schreibe 18 Mann mit sich führte. Dazu wurden so viele Waffen wie möglich in diese Kiste eingebaut und das Ungetüm war eher eine Festung als ein beweglicher Panzer auf den Schlachtfeldern. Diese Kiste hatte große Seiten aus Panzerplatten, wobei Nase und Ende über das Fahrgestell so weit herausragten, dass die Bodenfreiheit lediglich 40 cm betrug. Dadurch hing der Panzer in unebenem oder verschlammten Gelände sofort auf dem Boden fest. Die Länge der Ketten am Boden war ebenfalls eher zu kurz und das Ergebnis war, dass das Fahrzeug grundsätzlich instabil fuhr und eine sehr schlechte Geländegängigkeit hatte. Die Herstellung der A7V begann ab März 1917 bei den Firmen Büssing und Daimler, wobei jedes Fahrzeug stolze 25.000 Reichsmark kostete. Die Prototypen des A7V Sturmpanzerwagen wurden im Sommer 1917 getestet. Dabei traten schon Probleme mit der Motorkühlung und dem Kettenlaufwerk auf. Wegen der geplanten Entscheidungsschlacht für das Frühjahr 1918 befand sich die deutsche Oberste Heeresleitung jedoch unter Zeitdruck und forderte am 1. Dezember 1917 bis dahin 100 der Sturmpanzerwagen bereitzustellen. Der ersten Serien-A7V war bereits im Oktober 1917 fertig geworden. In die Herstellung des A7V waren mehrere Firmen eingebunden, welche alle nur unter großen Problemen die Vorgaben für die Produktion zu erfüllen versuchten, da ein großer Rohstoffmangel herrschte. Das Ergebnis war, dass von dem ursprünglichen Auftrag bis Kriegsende nur etwa 20 bis 35 Fahrzeuge fertiggestellt wurden. Zwar verfügte die deutsche Armee bei Kriegsende über acht Panzereinheiten mit je fünf Panzern und sechs Offizieren und 170 anderen Dienstgraden, aber die Mehrzahl bestand aus alliierten Beutepanzern. Der Entwurf des Sturmpanzerwagens war zwar einfallslos und hatte erhebliche Schwächen, jedoch wurden in das plumpe Ungetüm soviel Waffen wie irgendwie möglich eingebaut. Die Hauptbewaffnung bestand aus einem 57-mm-Beutegeschütze, entweder russischen oder belgischen Ursprungs. Diese Kanone war vorne im Bug eingebaut und dazu kamen sechs Maschinengewehre, jedes mit einer zweiköpfigen Mannschaft. Neben der starken Bewaffnung war die einzige Überlegenheit des A7V über die britischen Tanks die Stärke seiner Panzerung, welche zwischen 15 mm und 30 mm dick war. Zum Zeitpunkt der Einführung des A7V hatten die Deutschen panzerbrechende Munition entwickelt und die Panzerung des Fahrzeuges konnte nicht mit dieser durchschlagen werden. Auch beim einzigen bekannten Panzergefecht zwischen einem A7V und einem Tank Mark IV (männlich) konnte der britische Panzer mit drei Treffern aus seiner 6-Pfünder-Kanone keinen Durchschlag erzielen. Bei der Entwicklung des A7V hatte man letztlich zu sehr den Schwerpunkt auf eine fahrbare Festung gelegt und dabei die für die Schlachtfelder der Westfront notwendige Beweglichkeit außer Acht gelassen. Durch die geringe Bodenfreiheit fuhr der Panzer in unebenem oder schlammigen Gelände sofort fest und da das vordere Leitrad sich nicht nach oben anheben ließ, konnte der A7V kaum Hindernisse überwinden. Wenn das Fahrzeug versuchte, wieder aus einem Trichter oder Graben herauszufahren, fraß sich die Vorderfront nur noch mehr fest. Der einzige Vorteil des Laufwerks war jedoch, dass das Kettenlaufwerk sich hinter dem Panzerschutz befand, da den Deutschen die Vielzahl britischer Tanks mit zerschossenen Kettenrädern auf den Schlachtfeldern aufgefallen war. In dem Rumpf befand sich ein einziger, großer Kampfraum. Im vorderen Teil waren zwei Motoren gleich hinter dem Fahrer auf dem Boden befestigt. Deren Kraft wurde durch eine gewöhnliche Antriebswelle zum hinten liegenden Getriebe übertragen. Von dort liefen Wellen über Steuerbremsen zu den Antriebsrädern, was das System einfacher als bei den englischen Tanks machte. Die Ketten selbst hatten vierundzwanzig gefederte Laufrollen, was unter perfekten Bedingungen eine Höchstgeschwindigkeit von 13 km/h ergab. Allerdings war das Gewicht des Panzers eindeutig zu groß für diese Anordnung, was oft zu Pannen führte. Dafür erging es dem Fahrer leichter als bei seinen britischen Kollegen im Tank Mark IV und die beiden Techniker mussten sich nur auf ihre Motoren konzentrieren. Der Kommandant befand sich in einer Kuppel mit vier Ecken direkt über dem Kampfraum, von wo er sich aber nur mit Schreien verständlich machen konnte. Da es allerdings ziemlich Laut in den Panzer zuging, war dies eine schwierige Angelegenheit. Was die Koordination innerhalb der Besatzung des A7V etwas erschwerte, war die ungewöhnliche Zusammensetzung des Personals. Fahrer und Techniker stammten von Pionier-Einheiten, die Kanoniere gehörten zur Artillerie und die Maschinengewehre wurden von je zwei Infanteristen bedient. Die Mannschaft stammte also von drei unterschiedlichen Truppenarten, was kein Vorteil war. Auch war die Sicht für die Besatzung dürftig und so etwas wie Fahrkomfort gab es nicht, was aber für alle Panzer des Ersten Weltkriegs zutraf. Die Ausbildung der Besatzung und weitere Erprobungen waren zeitaufwendig, sodass Kaiser Wilhelm II. erst im Februar 1918 seine neue Panzertruppe bei einer Gefechtsübung vorgeführt bekam. Einsatz Die ersten A7V-Panzer mehr …

  • Deutsche Panzerspähwagen in der Donezsteppe

    Kriegsgliederung der deutschen Wehrmacht vor Beginn der Sommeroffensive in Russland am 24. Juni 1942 und Planung des Falles Blau. Die Aufstellung und Verteilung der Divisionen der Wehrmacht und unterstellter Einheiten von Verbündeten kurz vor Beginn der Sommeroffensive 1942 (Fall Blau, Start der Operation am 28. Juni 1942) sowie der Bestand an Panzerkampfwagen zu Beginn des Jahres und bekannte Stückzahlen einzelner Typen im Sommer. Dazu Ausgangslage und Planung des Falles Blau. Schematische Kriegsgliederung der deutschen Wehrmacht, Stand 24.6.1942 Heeres-Gruppe Süd: Heeres-Gruppe Mitte: Heeres-Gruppe Nord: dem OKW unterstellt: Heeresgruppe D, Oberbefehlshaber West: Oberbefehlshaber Südosten: Afrika: Ersatzheer und Chef der Heeres-Rüstung: Zahlenmäßige Übersicht der vollständig aufgestellten und einsatzbereiten Divisionen der deutschen Wehrmacht, Waffen-SS,Luftwaffe und von unterstellten Verbündeten: Pz = Panzer; mot.Inf = motorisierte Infanterie; Inf = Infanterie; Geb = Gebirgsjäger; Sicher = Sicherungs-Div; Lw = Luftwaffen-Div (Luftlande, Fallschirmjäger [FJ], Luftwaffen-Feld); Verb = unterstellte Divisionen der Verbündeten “Ungefähre Soll-Stärke der wichtigsten Divisions-Typen des Feldheeres im Jahr 1942: Panzerkampfwagen Bestand an Panzerkampfwagen am 1.1.1942: Bekannte Stückzahlen von Panzerkampfwagen an der gesamten Ostfront zu Beginn der Sommeroffensive (Juni) und in Afrika (Juli): Fall Blau – Planung der deutsche Sommeroffensive 1942 in Russland Im Herbst 1941 wurde es bei den deutschen Verantwortlichen zunehmend offensichtlicher, dass Unternehmen Barbarossa nicht mehr in diesem Jahr abgeschlossen werden kann und man begann über die Fortsetzungen der Operationen im Jahr 1942 nachzudenken. Für einen Moment von September bis November gab es zwar wieder Hoffnung, die Industrieregion um Moskau und die Ölfelder im Kaukasus bis zum Ende des Jahres zu erreichen. Jedoch schon bevor die Rote Armee die deutschen Verbände am südlichen Ende der Ostfront Ende November 1941 schlagen und Rostow zurückerobern konnte, waren alle deutschen Hoffnungen verflogen, den Kaukasus noch 1941 zu erreichen. Zur gleichen Zeit, als die Euphorie nach den großen Siegen vom Oktober im Mittelabschnitt verflogen war und sich die heftigen Kämpfe fortsetzten, war es den Deutschen klar, dass, selbst wenn sie noch Moskau nehmen könnten, es keine Aussicht gibt, weiter nach Osten voranzukommen. Die dramatische Entwicklung im Dezember, als die deutschen Stoßverbände von der Roten Armee erst zum Stehen und dann zurückgedrängt wurden, machte es deutlich, dass jeder neue Feldzug im Jahr 1942 erheblich hinter den Ausgangsstellungen wird beginnen müssen, welche man noch im November ins Auge gefasst hatte. Dazu gab es weitere Schwierigkeiten für jeden deutschen Offensivplan für das Jahr 1942. Die Verluste an Soldaten und Pferden der deutschen Armeen in Russland waren nicht durch den Rinnsal des Ersatzes zu ersetzten. Obwohl große Anstrengungen unternommen wurden, neue Divisionen aufzustellen, mehr Männer einzuziehen und zusätzliche Pferde zu requirieren, gab es von allem nicht genug, um das Ostheer auf die Stärke von Juni 1941 zurückzubringen. Die Verluste bei den Pferden wogen doppelt schwer, wegen der ebenfalls enormen Verluste an Kraftfahrzeugen während des Winters, was die Infanterie-Divisionen noch abhängiger vom Pferdetransport machte, als es schon zuvor war. Alleine dieser Umstand machte einen Bewegungskrieg an mehr als an einem Frontabschnitt zur gleichen Zeit völlig unmöglich. Im Juli 1941 waren im Angesicht des erwarteten, schnellen Sieges über Sowjet-Russland die Rüstungsprioritäten vom Heer zur Luftwaffe und Kriegsmarine verschoben worden. Dieser Schritt wurde im Januar 1942 wieder rückgängig gemacht, als das Heer wieder oberste Priorität genoss. Aber diese Maßnahme konnte sich frühestens ab Sommer 1942 auswirken und würde vorerst keinesfalls ausreichen, auch nur die Verluste von 1941 wettzumachen. Der Tod des Munitions- und Rüstungsminister Fritz Todt im Januar 1942 war also ‘praktisch’ und ereignete sich auf solch ungewöhnliche Weise, dass Sabotage nicht ausgeschlossen werden kann (die offizielle Untersuchung ergab, dass der Selbstzerstörungsmechanismus der He-111-Frontmaschine versehentlich ausgelöst wurde). Wie auch immer, der neue Verantwortliche für die deutsche Rüstungsproduktion, Albert Speer, zeigte umgehend, daß er effizient und skrupellos war, was beide wichtige Qualifikationen in Nazi-Deutschland waren. Er schaffte es, die Rüstungsproduktion zu steigern, aber die Wehrmacht hatte trotzdem im Juni 1942 weniger Panzer und die Luftwaffe genau so viele Flugzeuge wie exakt ein Jahr zuvor. Erschwerend kam noch hinzu, dass der fortgesetzte See- und Luftkrieg mit Großbritannien und nun auch noch mit den USA, es für das Deutsche Reich unmöglich machte, seine Waffenproduktion auf dem Bedarf an der Ostfront auszurichten und es auch noch erforderte, mehr und mehr Streitkräfte an anderen Fronten zu verwenden. Diese zwei Umstände erlaubten Hitler und seinen Beratern nur noch zwei Möglichkeiten. Die Wehrmacht könnte im Osten in der Defensive bleiben oder eine Offensive an einem Abschnitt der Front beginnen. Die Option, wie im Sommer 1941 an allen Frontabschnitten gleichzeitig anzugreifen, war unter den Schlägen der Roten Armee und den Anforderungen der anderen Kriegsschauplätze nicht mehr gegeben. Es gibt keine Hinweise, dass eine grundsätzlich defensive Strategie im Osten für das Jahr 1942 jemals ernsthaft diskutiert wurde. Die alternative Mittelmeer-Strategie, welche immer wieder von der Kriegsmarine vorgetragen wurde, hatte keine Wirkung auf Hitler, der das Mittelmeer als Italiens Expansionsraum und den deutschen im Osten liegen sah. Falls von Brauchitsch jemals ein strategisches Konzept für das nächste Jahr vor seiner Entlassung im Dezember 1941 erstellt hatte, gibt es keine Spuren davon mehr. General Halder, der Stabschef, welcher nun noch enger mit Hitler zusammenarbeiten musste, hat sicherlich niemals eine eigene Strategie vorgeschlagen und sein Gedanken waren noch mehr auf den Landkrieg fixiert, als die seines Führers. Die einzige, vernünftige Strategie im Osten hatte aber diesmal ein ungewöhnliches Maß an Einstimmigkeit in den deutschen Führungsspitzen. Heeresgruppe Süd hatte schon über den Winter eine ziemlich stabile Front gehalten und das Wetter dort würde deutsche Offensiv-Operationen früher zulassen, als weiter im Norden. Es wurde daher angenommen, dass die zuvor notwendigen Bereinigungsoperationen im Süden, wie die Räumung der Krim und die Zerschlagung des Izyum-Kessels, weit vor der Hauptoffensive abgeschlossen sein würden. Dies wäre bei der Heeresgruppe Mitte oder Nord nicht machbar. Eine Großoffensive in Süd-Russland würde auch mehr Zeit mit besserem Wetter zur Verfügung stellen. Der zweite Grund, welche zu der Entscheidung einer Offensive im Süden führte, war die Aussicht auf wichtige Rohstoffgebiete und strategische Schlüsselstellungen in greifbarer Entfernung. Die Eroberung der Ölfelder im Kaukasus hätte einen dreifachen Effekt auf die Kriegslage. Es würde die Knappheit bei den Erdölprodukten beheben, unter welchen die deutschen mechanisierten Streitkräfte, Kriegsschiffe und Flugzeuge mehr …

  • Die Deutsche Armee und ihre Uniformen im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 (Teil I). Organisation, Stärke und Divisionen bei Kriegsbeginn und Verluste bis Kriegsende. Deutsche Armee Das Deutsche Reich, ausgerufen in den Spiegelhallen von Versailles im Jahre 1871, hatte 1914 eine Bevölkerung von über 65 Millionen. Theoretisch, bis auf die geringe Anzahl für die Marine, waren alle gesunden Männer im wehrfähigen Alter verpflichtet in der Armee Dienst zu tun. Jedes Jahr aufgerufen, vom Alter von 17 bis 20, waren sie eingetragen im Landsturm I.Klasse. Mit zwanzig Jahren wurden diejenigen, die fit genug für das aktive Heer waren, zu einem zweijährigen Dienst eingezogen. Danach gingen sie in die Reserve für 5 Jahre (bei der Kavallerie und Artillerie nur für 4 Jahre). In der Praxis konnte die Armee nur ungefähr die Hälfte der diensttauglichen Männer jedes Jahr aufnehmen. Die anderen jungen Männer, zusammen mit den aus anderen Gründen nicht eingezogenen Wehrpflichtigen, wurden in die Ersatzreserve eingetragen. Dort erhielten sie bestenfalls ein geringfügiges Training. Vom Alter von 27 bis 39 mussten alle Männer in die Landwehr einrücken und anschließend bis zum Alter von 45 in den Landsturm II. Klasse. Die aktive Armee von 25 und 1/2 Armeekorps (jedes aus zwei Divisionen) und elf Kavallerie-Divisionen hatte ständig eine 50 bis 60 Prozent Kriegsstärke. Zudem waren 32 Reserve-, 7 Ersatzreserve- und 16 Landwehr-Divisionen vorhanden. Mobilisation war eine schnelle und kritische Operation, während dieser die Armee weitgehend unbrauchbar als ein Kampf-Instrument war. Der gesamte Vorgang war abhängig von den minutengenauen ausgearbeiteten Eisenbahnfahrplänen und sein Erfolg würde den gesamten Feldzug beeinflussen. Mobilisation musste rechtzeitig befohlen werden, sodass der Feind nicht alles durcheinander bringen konnte und durfte keinesfalls mehr angehalten oder unterbrochen werden. Die Armee konnte dann nur noch theoretisch an der Grenze angehalten werden, aber diese Möglichkeit wurde nicht wirklich in Betracht gezogen. Im Jahre 1914 bedeutete Mobilisation auch Krieg ! Zu diesem Zweck hatte der Generalstab zwei Besonderheiten vorbereitet. Um in dem zukünftigen Zweifrontenkrieg einen schnellen Sieg über Frankreich zu gewährleisten, plante General von Schlieffen (Chef des Generalstabes 1892-1905), Reserve- und Ersatzreserve-Divisionen in den ersten Gefechten einzusetzen. Geführt von gut ausgebildeten, regulären Offizieren sollten deren Soldaten einen ‘Crashkurs’ im wirklichen Krieg durchmachen. Zum Zweiten befanden sich sechs Infanterie-Brigaden mit zugeteilter Kavallerie, Artillerie und Pionieren in der Nähe der belgischen Grenze in voller Kriegsbereitschaft – bereit um die Forts von Liege zu nehmen und den Weg durch Belgien und Nordfrankreich für das Heer zu öffnen, sobald der Kriegszustand erklärt wurde. Zu Friedenszeiten war die Stärke der Armee etwa 856.000 Mann. Durch die Mobilisation würde sie durch trainierte Reservisten auf 3.800.000 Mann verstärkt werden. Maximal wären 8.500.000 Mann im Notfall einziehbar. Gegen Frankreich waren sieben Armeen mit zusammen 34 Armeekorps (von diesen waren 11 Reservekorps) und vier Kavalleriekorps vorgesehen. Im Osten sollte die 8. Armee (vier Armeekorps, davon ein Reservekorps und einige Landwehreinheiten) mit knapp 200.000 Mann die Russen aufhalten, so gut wie sie konnte. Zudem gab es Garnisonen, Depot- und Reserveeinheiten und in Schleswig-Holstein ein Reservearmeekorps, was eine womögliche britische Landung verhindern sollte. Trotz ihrer Niederlage von 1870/71 hatten die französischen Truppen ihren deutschen Gegner mehrmals die Gelegenheit gegeben, die Wirkung von modernen Magazingewehren gegen aufrecht anmarschierenden Soldaten zu erfahren. In den nachfolgenden Jahren berücksichtigte die deutsche Armee die Gegebenheiten moderner Gefechtsführung mehr als jede andere europäische Armee. Als das Maschinengewehr perfektioniert war, wurde es wie von keiner anderen Armee bei den deutschen Truppenverbänden weitverbreitet eingeführt. Schlieffens strategischer Plan eines Angriffes über Belgien ging nicht letztlich von der Erkenntnis aus, dass ein Frontalangriff gegen die französische Armee viel zu blutig und schwierig wäre. Ein britischer Beobachter bei einem Manöver der deutschen Armee im Jahre 1895 meldete, dass die Soldaten ‘… wie intelligente Einzelkämpfer, welche ihre Aufgabe perfekt verstanden, agierten und dass selbst einfache Soldaten selbstständig Initiativen entwickelten …’ Aber die Jahre seit dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 vergingen und um so mehr nahm Tradition und Arroganz in der deutschen Armee zu. Die Soldaten blieben gut, jedoch im Jahre 1911 schrieb ein anderer britischer Beobachter, ‘… dass die Offiziere kaum Initiative entwickelten und die Infanterie kein Gefühl für die Deckung im Gelände hätte. Der Vorteil des wechselseitigen Feuers und Vorarbeiten auf dem modernen Gefechtsfeld wäre überhaupt nicht bekannt.’ Mit der Thronbesteigung von Wilhelm II., welcher theoretisch auch der Oberbefehlshaber des Heeres war, wurden mehr Kriegsspiele als praktische Ausbildung wichtiger. General von Moltke, Chef des Generalstabes seit 1906, musste militärische Spektakel bei den Manövern vorführen, unsinnige Reiterattacken und Manöver wurden exerziert. Moltke reduzierte zudem den rechten Flügel für die Offensive in Frankreich drastisch um das Elsass und den Osten besser verteidigen zu können. Er akzeptierte wieder Frontalangriffe als praktizierbare Manöver und im Jahre 1914, mit 66 Jahren, war er in einer schlechten gesundheitlichen Verfassung und seiner Aufgabe nicht gewachsen. Unter von Moltke kamen die Armeekommandeure: am entscheidenden rechten Flügel, die Befehlshaber der 1., 2. und 3. Armee – ein Trio aus 68-jährigen Generälen: von Kluck, von Bülow und von Hausen. Sie waren harte Antreiber, rücksichtslos gegenüber der Truppe und, mit Ausnahme von Kluck, unfähig eine Krise zu meistern. Als Nächstes kam das Trio der Königlichen: Der Herzog von Württemberg kommandierte die 4. Armee, der Kronprinz die 5. Armee und Prinz Rupprecht von Bayern die 6.Armee. Zuletzt noch von Heeringen, 64 Jahre alt und ehemaliger Kriegsminister, als Kommandeur der 7. Armee. Die 8. Armee im Ostpreußen kommandierte General von Prittwitz und Graffon, 66 Jahre, fett, von sich selbst eingenommen, mit Verbindungen in höchste Regierungskreise, welche lange verhinderten, dass Moltke ihn absetzen konnte. Ludendorff, nur 49 Jahre alt, war der Chef des Generalstabes der 2. Armee. DEUTSCHES REICH (1.8.1914-11.11.1918) Bevölkerung 1914: 65 Millionen Friedensstärke des Heeres (1. Juli 1914) = 880.000 Mobilisation = 4.500.000 Truppenstärke bei Kriegsbeginn = 5.000.000 Korps = 41 Infanterie-Divisionen = 82 Kavallerie-Divisionen = 11 Andere Einheiten = 6 Divisionen und 32 Brigaden Artillerie-Geschütze = ca. 7.400 Maschinengewehre = 4.500 Heeresstärke im Verlauf des Krieges = 13.250.000 Tote Militär = 1.850.000 Verwundete Militär = 4.250.000 Ziviltote = 812.996 Teil II: Uniformen der Deutschen Armee im 1. Weltkrieg Siehe auch: Deutsche Kampfkraft

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