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Deutsche Infanterie marschiert zur Frühjahrsoffensive 1918

Kriegstagebuch 1918



Die Situation an den Fronten im Jahr 1918.

britischer Soldate bewacht eine Gruppe von österreich-ungarischen Kriegsgefangenen
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 27. Oktober 1918: Südfronten Piave: Österreich-ungarische Gegenangriffe erobern kurzzeitig den Mt. Pertica, sowie Istrice
Türkische Kavallerie aus Mosul
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 28. Oktober 1918: Naher Osten Mesopotamien - Schlacht bei Sharqat (bis zum 30. Oktober):
Versorgung italienischer Verwundeter
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 29. Oktober 1918: Südfronten Italienische Front - Um 8:309 Uhr fragen die Österreicher nach
Österreich-ungarische Kriegsgefangene bei Vittorio Veneto
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 30. Oktober 1918: Südfronten Piave: Italienische Firenze-Lanzenreiter und Bersaglieri-Radfahrer erreichen Vittorio Veneto, das bisherige
Italienische Soldaten besetzen eine aufgegebene österreich-ungarische Stellung
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 31. Oktober 1918: Südfronten Piave: Die italienische Vierte und Sechste Armeen besetzen die leeren
erbeuteter britischer Tank
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 1. November 1918: Westfront Frankreich: FOCHS PLAN FÜR DIE SCHLUSSPHASE DER GENERALOFFENSIVE (bis zum
Vormarsch italienischer Truppen Assiago-Hochebene
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 2. November 1918: Südfronten Italien: Der Alliierte Oberste Kriegsrat genehmigt den Plan (bis zum
Italienische Kavallerie rückt in Trient ein
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 3. November 1918: Südfronten Italienische Front: ÖSTERREICH-UNGARISCHER WAFFENSTILLSTAND, unterzeichnet um 18:00 Uhr von den
Demonstrierende Matrosen.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 4. November 1918: Seekrieg Ostsee: Wütend über das Blutbad in der Karlstraße treten Tausende
MacArthur 1918
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 5. November 1918: Westfront Sambre - Die Verfolgung nach der Schlacht an der Sambre
Amerikanische Soldaten mit französischen FT-17-Panzern
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 6. November 1918: Westfront Maas - 1. US-DIVISION ERREICHT SEDAN: Der Verkehr auf der
Revolution in München
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 7. November 1918: Politik Deutschland: BAYERN ZUR REPUBLIK ERKLÄRT durch den preußischen Juden Kurt
Ankunft der deutschen Waffenstillstands-Delegation
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 8. November 1918: Westfront Frankreich: Die DEUTSCHE WAFFENSTILLSTANDS-DELEGATION unter der Leitung von Erzberger TRIFFT
Scheidemann ruft Republik aus
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 9. November 1918: Politik Deutschland: KAISER WILHELM II: 'DANKT AB', REVOLUTION IN BERLIN, wo
Kaiser Wilhelm II. beim Grenzübertritt
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 10. November 1918: Politik Deutschland: Kaiser Wilhelm II. überquert gegen 7.00 Uhr mit 70
alliierten Bevollmächtigten bei der Unterzeichnung des Waffenstillstands
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 11. November 1918: Westfront Frankreich: WAFFENSTILLSTAND UNTERZEICHNET um 5:05 Uhr in Fochs Eisenbahnwaggon, der
Waffenstillstands-Feiern in Paris
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 12. November 1918: Heimatfronten Frankreich: Paris feiert mit noch mehr Begeisterung (bis zum 13.
Fiume während der italienischen Besetzung
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 13. November 1918: Südfronten Ungarn: Die Regierung unterzeichnet den letzten Waffenstillstand der Mittelmächte in
Hetman Pawel Skowopadski
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 14. November 1918: Ostfront Ukraine: Hetman Skoropadski versucht, die Seite zu wechseln, aber Denikin
London feiert Kriegsende
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 15. November 1918: Westfront Die Inter-Alliierte Waffenstillstands-Komission (IMC) versammelt sich in Spa. General Plumer
Marschall Josef Pitsudski
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 16. November 1918: Ostfront POLEN ERKLÄRT SEINE UNABHÄNGIGKEIT: Präsident ist General Pilsudski und die
Nationalistische Demonstration in Rom
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 17. November 1918: Politik Jugoslawien: Der jugoslawischer Nationalrat in Agram protestiert gegen die italienische
Rückführung deutscher Truppen über die Rheinbrücke bei Bonn
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 18. November 1918: Westfront BRÜSSEL WIRD WIEDER VON DEN BELGIERN BESETZT. Die letzten deutschen
Der gefallene Kamerad
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 19. November 1918: Heimtafronten Großbritannien: Die Marine-Zensur wrd abgeschafft. NUR (National Union of Railwaymen;
Übergabe eines deutschen U-Boots
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 20. November 1918: Nordsee Nordsee: Die Harwich Force trifft die ersten 20 U-Boote (von
deutsche Hochsee-Flotte ergibt sich
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 21. November 1918: Seekrieg DIE DEUTSCHE HOCHSEE-FLOTTE ERGIBT SICH DER BRITISCHEN GRAND FLEET vor
Rückmarsch deutscher Soldaten
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 22. November 1918: Westfront Belgien: Prozession des Königs der Belgier nach Brüssel hinein, wo
Italienische Kolonnen rücken vor
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 23. November 1918: Südfronten Österreich: Italienische Truppen besetzen Innsbruck und Landeck (Tirol). Westfront Das
nationalistsiche italienische Dichter Gabriele D'Annunzio
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 24. November 1918: Heimatfronten Italien: D'Annunzios Artikel im Corriere delle Sera bezieht sich zum
Paul von Lettow-Vorbeck
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 25. November 1918: Afrika Ostafrika: LETTOW-VORBECK rückt in Abercorn ein und KAPITULIERT auf dem

Deutsche Infanterie marschiert zur Frühjahrsoffensive 1918
Deutsche Infanterie marschiert zur Frühjahrsoffensive 1918 an die Westfront.
Mit dem Ende der Kämpfe entlang der Ostfront im Dezember 1917 und den immer noch in einem psychologischen Taumeln nach der Katastrophe von Caporetto befindlichen Italienern, hatte Deutschlands de facto Oberkommandierender, General Erich Ludendorff (sein offizieller Titel war lediglich ‚Erster Quartiermeister-General‘) genügend Spielraum, um alle seine organisatorischen und taktischen Fähigkeiten dem Problem des Stellungskrieges an der Westfront zu widmen.
Er kalkulierte, dass die US-Armee nicht in der Lage sein würde, vor Frühsommer 1918 entscheidend in Frankreich einzugreifen. Die Lage stellte sich für Ludendorff dermaßen dar, dass das Deutsche Reich keine andere Wahl hatte, als seine Divisionen aus Russland in den Westen zu verlegen und unter Ausnutzung der vorübergehenden Überlegenheit, einen entscheidenden Sieg über die Armeen von Großbritannien und Frankreich zu erringen, bevor die Amerikaner in Massen eintreffen. Dies war Deutschlands letzte Hoffnung, den bis dato größten Konflikt aller Zeiten doch noch zu gewinnen.

Nach einer längeren Diskussion und Meinungsverschiedenheiten, erreichte Ludendorff verspätet die Entscheidung, das Hauptgewicht der großen Offensive auf den von britischen Truppen gehaltenen Abschnitt von St. Quentin unter dem Code-Namen ‚Unternehmen Michael‘ durchzuführen. Das Ziel war es, nach Westen zwischen Peronne und Arras zur Kanalküste durchzustoßen. Sollte dieser Schlag erfolgreich verlaufen, wäre das strategische Ergebnis enorm, da es die Masse der britischen Armee von den Franzosen getrennt und damit mit dem Rücken zum Meer stehen würden.

Dieser ambitionierte Plan hing von dem Erfolg der maximalen Ausnutzungen eines Durchbruchs mithilfe der ‚Sturmtruppen-Taktik‘ ab, welche erstmals 1917 bei Riga durch General Hutier und Oberst der Artillerie Bruchmüller angewendet worden war. Diese speziell ausgebildeten Einheiten, bewaffnet mit leichten Maschinengewehren, Gewehren, Flammenwerfern, Granatwerfern und bereichert durch etwas Feldartillerie, hatten den Auftrag, so tief und schnell das gegnerische Stellungssystem und Hinterland zu infiltrieren, wie es auch nur ihre Beine zulassen. Widerstandsnester sollten sie umgehen und den nachfolgenden Truppen überlassen.
Zusätzlich forderte diese taktische Doktrin, dass Reserven dort eingesetzt werden, wo der Angriff Fortschritte macht, und nicht wo er aufgehalten wurde.

Besondere Taktiken für die Artillerie beinhalteten einen vernichtenden, kurzen Beschuss von einigen wenigen Stunden, wobei vier Gasgranaten für ein konventionelles Explosivgeschoss verschossen wurden. Dies sollte die Situation für Verteidiger unübersichtlich machen und sie paralysieren.
Trotz der entscheidenden Voraussetzung, das Momentum des Vorstoßes aufrechtzuerhalten, wurde kein ernsthafter Versuch unternommen, eine deutsche Panzerstreitmacht nach britischen oder französischen Modell zu bilden. Dazu litt die deutsche Kavallerie und die Versorgungstruppen ernsthaft unter einem Mangel an Pferden.

Trotzdem begann die deutsche ‚Kaiserschlacht‘-Offensive auf spektakuläre Art am 21. März 1918. Zwischen dem 23. und 25. März befand sich Ludendorff in Griffweite zum Sieg, als die unterlegenden britischen Dritten und Fünften Armeen mit ihrem ‚großen Rückzug‘ begannen.
Allerdings wurden nun Ludendorffs ‚teutonische‘ Inflexibilität und Schwächen in Charakter und Intellekt aufgedeckt. Denn die Auflösungserscheinungen der alliierten Front und der alliierten Solidarität untereinander ging nicht aus den Meldungen seiner Armeebefehlshaber hervor. Die hauptsächlichen Erfolge bei der ‚Michael‘-Offensive fanden nämlich im Gegensatz zur Anlage des strategischen Plans nur bei einer der drei angreifenden Armeen statt. Dies war die Armee des ‚Sturmtruppen-Taktik‘-Spezialisten Hutier, welche eigentlich nur eine untergeordnete Rolle zum Flankenschutz spielen sollte, während die Befehlshaber der zwei anderen deutschen Armeen die vorgegebene Geschwindigkeit und Tiefe des Eindringens in den Raum gemäß der Befehle von Ludendorff nicht umsetzen konnten. Deshalb erfolgte der große deutsche Erfolg der Offensive am falschen Flügel.

Wenn Ludendorff nun am 23. März 1918 entschieden hätte, alle seine Angriffsreserven hinter dem tiefen Vorstoß der Armee von Hutier und am linken Flügel von Marwitz Zweiter Armee gegen Amiens – dem Scharnier der anglofranzösischen Front – einzusetzen, dann wäre es sehr wahrscheinlich gewesen, dass sowohl physisch als auch physiologisch ein vernichtender Keil zwischen die Alliierten getrieben worden wäre. Der ‚Sieger von Verdun‘, Petain, war zwischenzeitlich nämlich schon zu einem Defätist geworden.
Stattdessen war Ludendorff verwundert und befahl nicht weniger als drei getrennte Schläge bei diesen drei Armeen. Dies war eine fatale Zersplitterung der Kräfte und ein Plan welcher über die Grenzen der müder werdenden Truppe hinausging. Obwohl Hurtier noch die Somme auf breiter Front überschreiten konnte, blieb selbst er 10 bis 15 Kilometer vor seinen Zielen liegen.
Am 25. März 1918 änderte Ludendorff dann drastische seine Befehle vom 23. März, was aber nur die letzte Hoffnung auf einen entscheidenden Durchbruch zunichtemachte. Erst am 28. März und vier Tage zu spät, befahl er einen Großangriff in Richtung Amiens. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte die Krise im alliierten Oberkommando jedoch überwunden und Foch zum Oberbefehlshaber über alle alliierte Truppen an der Westfront bestimmt werden.

Während dem April, Ende Mai, Anfang Juni und die erst Hälfte vom Juli 1918, versuchte Ludendorff noch das Ruder mit vier massiven Schlägen herumzureisen und brüllte seine zunehmend ärgerlichen und frustrierten Generale über das Feldtelefon an. Trotz allem hatten bis Juni die Alliierten alles Gelände verloren, was sie sich seit 1915 blutig zurückerobert hatten und die deutschen Truppen standen zum zweiten Mal in diesem Krieg wieder an der Marne. Jedoch hatten sie nirgends erfolgreich die alliierte Front dauerhaft durchbrochen, während zunehmend mehr amerikanische Truppen an der Front in die Kämpfe eingriffen. So waren zwischen April und Juni 1918 weitere 15 US-Divisionen in Frankreich eingetroffen.

Am 15. Juli griffen die deutschen Truppen gleichzeitig an beiden Flügeln von Reims an, dem Aisne-Frontvorsprung. Östlich der ständig beschossenen Stadt machten sie geringe Fortschritte. Im Westen überschritten sie die Marne.
Foch antwortete mit einem massiven Artillerie-Beschuss, gefolgt von einem entscheidenden Gegenangriff, angeführt von Schwärmen aus Jägern, leichten Bombern und ’schnellen‘, leichten Renault FT-17-Panzern, vom 18. Juli bis zum 6. August 1918. Neun amerikanische Division unterstützen mächtig die französischen Truppen. In dieser Zweiten Marne-Schlacht wurden die erschöpften deutschen Truppen zum Fluss Vesle zurückgedrängt.

Am 15. September 1918 griffen dann an der Saloniki-Front auf dem Balkan die britischen, französischen, serbischen und griechischen Einheiten die bulgarische Front in Makedonien an. Alle deutschen Truppen waren zwischenzeitlich an die Westfront verlegt worden und der bulgarische Widerstand brach schnell zusammen. Im nachfolgenden Monat wurden die österreich-ungarischen Besatzungstruppen aus Serbien vertrieben und Deutschlands Balkan-Flanke lag offen.
Die letzte Offensive Österreich-Ungarns gegen Italien an der Piave vom 15. bis 25. Juni 1918 war gerade erst erfolglos zu Ende gegangen, als um 11 Uhr am 24. Oktober die alliierte Offensive mit der Schlacht von Vittorio Veneto erfolgte. Diese brach den anfänglich sturen Widerstand und ging schnell in eine Flucht der österreich-ungarischen Truppen über, beschleunigt durch die zunehmende Unzufriedenheit, Desertionen und Meutereien bei den serbischen, kroatischen, tschechischen und polnischen Soldaten und Marineangehörigen in den sich auflösenden kaiserlichen Streitkräften. So schloss Österreich-Ungarn einen Waffenstillstand am 3. November 1918, während die nicht-deutschen Landesteile zwischenzeitlich schon ihre Unabhängigkeit erlangt hatten.

Der britische General Allenby nahm bei Megiddo im September eine türkische Armee gefangen und überrannte Syrien. Es folgte die Kapitulation der türkischen Armee am Tigris. Das Osmanische Reich schloss daraufhin einen Waffenstillstand am 30. Oktober 1918 ab.

An der Westfront begann Foch mit einer allgemeinen Gegenoffensive im September. Die Tanks der Briten trieben die deutschen Soldaten bereits am 8. August 13 km vor Armiens zurück und anschließend begann der Angriff auf die Hindenburg-Linie im September.
Im selben Monat erstürmten amerikanische Soldaten den seit vier Jahren bestehenden Frontvorsprung bei Saint Michel und die alliierten Armeen brachen nach 18 Tagen andauernder Kämpfe vom 26. September bis 13. Oktober durch die Hindenburg-Linie. Während des Oktobers befreite eine anglo-französisch-belgische Heeresgruppe die Küste Flanderns und die Briten erreichten die Schelde. Die Franzosen drückten östlich über die Aisne, während die Amerikaner der Maas entlang nach Sedan vorrückten.

Es kam zu Aufständen in der deutschen Hochseeflotte in den letzten Oktobertagen und eine Revolution folgte schnell in allen wichtigen deutschen Städten. So begannen am 6. November die Waffenstillstandsverhandlungen auf der Grundlage des famosen ‚Vierzehn Punkte‘-Programm von US-Präsident Wilson und Kaiser Wilhelm II. dankte am 9. November 1918 ab. Am 11. November wurde der Waffenstillstand in Fochs Eisenbahnwaggon in Compiegne unterzeichnet und der ‚Große Krieg‘ endete nach 1.567 Tagen.

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