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Deutsche Infanterie marschiert zur Frühjahrsoffensive 1918

Kriegstagebuch 1918


Die Situation an den Fronten im Jahr 1918.

deutsche Truppen auf der Rheinbrücke von Köln
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 26. November 1918: Westfront Die letzten deutschen Truppen überqueren die belgische Grenze zurück nach
Britische Soldaten mit Pickehauben
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 27. November 1918: Heimatfronten Großbritannien: Asquith E. Fife Rede (Huddersfield am 28. November). Allgemeine
Bedienstete verlassen das Berliner Schloss
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 28. November 1918: Politik Deutschland: Bayern beendet die Beziehungen zu Berlin (bedroht am 26.
erste Regierung der deutschen Repubilk
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 29. November 1918: Heimatfronten Deutschland: Der König von Württemberg dankt ab. Die Regierung Ebert
Trotzki inspiziert eine Rote Schützen-Division
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 30. November 1918: Ostfront UDSSR: Das sowjetische Zentrales Exekutivkomitee gründet den Verteidigungsrat (Lenin als
amerikanische Militärkapelle in Cochem
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 1. Dezember 1918: Westfront BEF und AEF überschreiten die deutsche Grenze von 1870: Die
US-Präsident Wilson mit Ehefrau.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 2. Dezember 1918: Heimatfronten USA: Wilson teilt dem Kongress mit, dass er nach Europa
Einmarsch Roter Kavallerie
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 3. Dezember 1918: Ostfront Südrussland: Die Rote Armee erobert Valuiki. Seekrieg Nordsee: Die Harwich
Serbische Flüchtlinge
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 4. Dezember 1918: Politik Jugoslawien: Der Nationalrat verkündet die Vereinigung aller Serben, Kroaten und
Truppen kehren nach Berlin zurück
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 5. Dezember 1918: Südfronten Balkan: Das Kriegsministerium informiert General Milne, dass die britischen Streitkräfte
Tanks vor dem Kölner Dom
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 6. Dezember 1918: Westfront Köln wird von der britischen 2. Kavallerie-Brigade und Panzerwagen besetzt.
Ein Soldat kehrt heim
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 7. Dezember 1918: Naher Osten Armenien: Die türkische Räumung auf die Grenze von 1877
Henri-Philippe Petain
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 8. Dezember 1918: Westfront Die britische 1. Kavallerie-Division erreicht den Rhein auf breiter Front
Spielbank auf offener Strasse
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 9. Dezember 1918: Westfront Die deutschen Delegierten für die Erneuerung des Waffenstillstands (Erzberger, Oberndorff
Ebert begrüßt heimkehrende Truppen
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 10. Dezember 1918: Westfront Frankreichs Präsident Poincare und Ministerpräsident Clemenceau treffen in Mühlhausen im
General Karl Mannerheim
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 11. Dezember 1918: Ostfront Mannerheim zum finnischen Regenten gewählt; er kehrt am 22. Dezember
Republikanische Soldatenwehr
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 12. Dezember 1918: Heimatfronten Deutschland: Die Republikanische Sodatenwehr wird gebildet. Großbritannien: Männer über 41
US-Präsident Wilson in Paris
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 13. Dezember 1918: Politik Frankreich: Präsident Wilson landet in Brest an, kommt am 14.
britische Premierminister Lloyd George
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 14. Dezember 1918: Heimatfronten Großbritannien - ALLGEMEINE (DIE SOGENANNTE 'KHAKI' ODER 'COUPON'-) WAHLEN, erstmals
Regierungstreue Soldaten
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 15. Dezember 1918: Heimatfronten Deutschland: Programm der Volkspartei ausgegeben. Österreich: Kaiser Karl ist in
Reichskongress der Arbeiter- und Soldatenräte
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 16. Dezember 1918: Heimatfronten Deutschland: Konferenz der Arbeiter- und Soldatenräte in Berlin (bis 20.
Werbung für ein Bleichmittel
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 17. Dezember 1918: Westfront Britische Besetzung des Kölner Brückenkopfes und US-Besetzung des Koblenzer Brückenkopfes
Demostration für den Berliner Vollzugsrat der radikalen Arbeiter
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 18. Dezember 1918: Heimatfronten Deutschland: Der Berliner Rat der Volksbeauftragten beschließt über die vorläufige
Douglas Haig 1916
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 19. Dezember 1918: Heimtfronten Großbritannien: Haig und seine fünf Armeebefehlshaber kehren nach London zurück.
Französische Kolonialtruppen in Odessa
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 20. Dezember 1918: Ostfront General Borius 1.800 französisch-afrikanische Truppen (156. Kolonial-Division) landen in Odessa
Masaryk kommt in Prag an
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 21. Dezember 1918: Heimatfronten Tschechoslowakei: Präsident Masaryk trifft in Prag ein (vereidigt am 22.
Englische Seifen-Werbung zur Desinfekton
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 22. Dezember 1918: Ostfront Georgien: Eine britische Brigade von der Saloniki-Armee landet in Batumi
MG-Trupp der Spartakisten
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 23. Dezember 1918: Heimatfronten Deutschland: Spartakisten und Matronen erobern die Berliner Kanzlei, aber die
Unterhändler mit weißer Parlamentärsflagge
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 24. Dezember 1918: Naher Osten Nordsyrien: Die 28. Indische Brigade (7. Division) besetzt Killis
Anatoly Pepelyaev
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 25. Dezember 1918: Ostfront Ural: General Pepelyayevs Weißes Sibirisches Korps der Nordarmee (Kolchak) von

Deutsche Infanterie marschiert zur Frühjahrsoffensive 1918
Deutsche Infanterie marschiert zur Frühjahrsoffensive 1918 an die Westfront.
Mit dem Ende der Kämpfe entlang der Ostfront im Dezember 1917 und den immer noch in einem psychologischen Taumeln nach der Katastrophe von Caporetto befindlichen Italienern, hatte Deutschlands de facto Oberkommandierender, General Erich Ludendorff (sein offizieller Titel war lediglich ‚Erster Quartiermeister-General‘) genügend Spielraum, um alle seine organisatorischen und taktischen Fähigkeiten dem Problem des Stellungskrieges an der Westfront zu widmen.
Er kalkulierte, dass die US-Armee nicht in der Lage sein würde, vor Frühsommer 1918 entscheidend in Frankreich einzugreifen. Die Lage stellte sich für Ludendorff dermaßen dar, dass das Deutsche Reich keine andere Wahl hatte, als seine Divisionen aus Russland in den Westen zu verlegen und unter Ausnutzung der vorübergehenden Überlegenheit, einen entscheidenden Sieg über die Armeen von Großbritannien und Frankreich zu erringen, bevor die Amerikaner in Massen eintreffen. Dies war Deutschlands letzte Hoffnung, den bis dato größten Konflikt aller Zeiten doch noch zu gewinnen.

Nach einer längeren Diskussion und Meinungsverschiedenheiten, erreichte Ludendorff verspätet die Entscheidung, das Hauptgewicht der großen Offensive auf den von britischen Truppen gehaltenen Abschnitt von St. Quentin unter dem Code-Namen ‚Unternehmen Michael‘ durchzuführen. Das Ziel war es, nach Westen zwischen Peronne und Arras zur Kanalküste durchzustoßen. Sollte dieser Schlag erfolgreich verlaufen, wäre das strategische Ergebnis enorm, da es die Masse der britischen Armee von den Franzosen getrennt und damit mit dem Rücken zum Meer stehen würden.

Dieser ambitionierte Plan hing von dem Erfolg der maximalen Ausnutzungen eines Durchbruchs mithilfe der ‚Sturmtruppen-Taktik‘ ab, welche erstmals 1917 bei Riga durch General Hutier und Oberst der Artillerie Bruchmüller angewendet worden war. Diese speziell ausgebildeten Einheiten, bewaffnet mit leichten Maschinengewehren, Gewehren, Flammenwerfern, Granatwerfern und bereichert durch etwas Feldartillerie, hatten den Auftrag, so tief und schnell das gegnerische Stellungssystem und Hinterland zu infiltrieren, wie es auch nur ihre Beine zulassen. Widerstandsnester sollten sie umgehen und den nachfolgenden Truppen überlassen.
Zusätzlich forderte diese taktische Doktrin, dass Reserven dort eingesetzt werden, wo der Angriff Fortschritte macht, und nicht wo er aufgehalten wurde.

Besondere Taktiken für die Artillerie beinhalteten einen vernichtenden, kurzen Beschuss von einigen wenigen Stunden, wobei vier Gasgranaten für ein konventionelles Explosivgeschoss verschossen wurden. Dies sollte die Situation für Verteidiger unübersichtlich machen und sie paralysieren.
Trotz der entscheidenden Voraussetzung, das Momentum des Vorstoßes aufrechtzuerhalten, wurde kein ernsthafter Versuch unternommen, eine deutsche Panzerstreitmacht nach britischen oder französischen Modell zu bilden. Dazu litt die deutsche Kavallerie und die Versorgungstruppen ernsthaft unter einem Mangel an Pferden.

Trotzdem begann die deutsche ‚Kaiserschlacht‘-Offensive auf spektakuläre Art am 21. März 1918. Zwischen dem 23. und 25. März befand sich Ludendorff in Griffweite zum Sieg, als die unterlegenden britischen Dritten und Fünften Armeen mit ihrem ‚großen Rückzug‘ begannen.
Allerdings wurden nun Ludendorffs ‚teutonische‘ Inflexibilität und Schwächen in Charakter und Intellekt aufgedeckt. Denn die Auflösungserscheinungen der alliierten Front und der alliierten Solidarität untereinander ging nicht aus den Meldungen seiner Armeebefehlshaber hervor. Die hauptsächlichen Erfolge bei der ‚Michael‘-Offensive fanden nämlich im Gegensatz zur Anlage des strategischen Plans nur bei einer der drei angreifenden Armeen statt. Dies war die Armee des ‚Sturmtruppen-Taktik‘-Spezialisten Hutier, welche eigentlich nur eine untergeordnete Rolle zum Flankenschutz spielen sollte, während die Befehlshaber der zwei anderen deutschen Armeen die vorgegebene Geschwindigkeit und Tiefe des Eindringens in den Raum gemäß der Befehle von Ludendorff nicht umsetzen konnten. Deshalb erfolgte der große deutsche Erfolg der Offensive am falschen Flügel.

Wenn Ludendorff nun am 23. März 1918 entschieden hätte, alle seine Angriffsreserven hinter dem tiefen Vorstoß der Armee von Hutier und am linken Flügel von Marwitz Zweiter Armee gegen Amiens – dem Scharnier der anglofranzösischen Front – einzusetzen, dann wäre es sehr wahrscheinlich gewesen, dass sowohl physisch als auch physiologisch ein vernichtender Keil zwischen die Alliierten getrieben worden wäre. Der ‚Sieger von Verdun‘, Petain, war zwischenzeitlich nämlich schon zu einem Defätist geworden.
Stattdessen war Ludendorff verwundert und befahl nicht weniger als drei getrennte Schläge bei diesen drei Armeen. Dies war eine fatale Zersplitterung der Kräfte und ein Plan welcher über die Grenzen der müder werdenden Truppe hinausging. Obwohl Hurtier noch die Somme auf breiter Front überschreiten konnte, blieb selbst er 10 bis 15 Kilometer vor seinen Zielen liegen.
Am 25. März 1918 änderte Ludendorff dann drastische seine Befehle vom 23. März, was aber nur die letzte Hoffnung auf einen entscheidenden Durchbruch zunichtemachte. Erst am 28. März und vier Tage zu spät, befahl er einen Großangriff in Richtung Amiens. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte die Krise im alliierten Oberkommando jedoch überwunden und Foch zum Oberbefehlshaber über alle alliierte Truppen an der Westfront bestimmt werden.

Während dem April, Ende Mai, Anfang Juni und die erst Hälfte vom Juli 1918, versuchte Ludendorff noch das Ruder mit vier massiven Schlägen herumzureisen und brüllte seine zunehmend ärgerlichen und frustrierten Generale über das Feldtelefon an. Trotz allem hatten bis Juni die Alliierten alles Gelände verloren, was sie sich seit 1915 blutig zurückerobert hatten und die deutschen Truppen standen zum zweiten Mal in diesem Krieg wieder an der Marne. Jedoch hatten sie nirgends erfolgreich die alliierte Front dauerhaft durchbrochen, während zunehmend mehr amerikanische Truppen an der Front in die Kämpfe eingriffen. So waren zwischen April und Juni 1918 weitere 15 US-Divisionen in Frankreich eingetroffen.

Am 15. Juli griffen die deutschen Truppen gleichzeitig an beiden Flügeln von Reims an, dem Aisne-Frontvorsprung. Östlich der ständig beschossenen Stadt machten sie geringe Fortschritte. Im Westen überschritten sie die Marne.
Foch antwortete mit einem massiven Artillerie-Beschuss, gefolgt von einem entscheidenden Gegenangriff, angeführt von Schwärmen aus Jägern, leichten Bombern und ’schnellen‘, leichten Renault FT-17-Panzern, vom 18. Juli bis zum 6. August 1918. Neun amerikanische Division unterstützen mächtig die französischen Truppen. In dieser Zweiten Marne-Schlacht wurden die erschöpften deutschen Truppen zum Fluss Vesle zurückgedrängt.

Am 15. September 1918 griffen dann an der Saloniki-Front auf dem Balkan die britischen, französischen, serbischen und griechischen Einheiten die bulgarische Front in Makedonien an. Alle deutschen Truppen waren zwischenzeitlich an die Westfront verlegt worden und der bulgarische Widerstand brach schnell zusammen. Im nachfolgenden Monat wurden die österreich-ungarischen Besatzungstruppen aus Serbien vertrieben und Deutschlands Balkan-Flanke lag offen.
Die letzte Offensive Österreich-Ungarns gegen Italien an der Piave vom 15. bis 25. Juni 1918 war gerade erst erfolglos zu Ende gegangen, als um 11 Uhr am 24. Oktober die alliierte Offensive mit der Schlacht von Vittorio Veneto erfolgte. Diese brach den anfänglich sturen Widerstand und ging schnell in eine Flucht der österreich-ungarischen Truppen über, beschleunigt durch die zunehmende Unzufriedenheit, Desertionen und Meutereien bei den serbischen, kroatischen, tschechischen und polnischen Soldaten und Marineangehörigen in den sich auflösenden kaiserlichen Streitkräften. So schloss Österreich-Ungarn einen Waffenstillstand am 3. November 1918, während die nicht-deutschen Landesteile zwischenzeitlich schon ihre Unabhängigkeit erlangt hatten.

Der britische General Allenby nahm bei Megiddo im September eine türkische Armee gefangen und überrannte Syrien. Es folgte die Kapitulation der türkischen Armee am Tigris. Das Osmanische Reich schloss daraufhin einen Waffenstillstand am 30. Oktober 1918 ab.

An der Westfront begann Foch mit einer allgemeinen Gegenoffensive im September. Die Tanks der Briten trieben die deutschen Soldaten bereits am 8. August 13 km vor Armiens zurück und anschließend begann der Angriff auf die Hindenburg-Linie im September.
Im selben Monat erstürmten amerikanische Soldaten den seit vier Jahren bestehenden Frontvorsprung bei Saint Michel und die alliierten Armeen brachen nach 18 Tagen andauernder Kämpfe vom 26. September bis 13. Oktober durch die Hindenburg-Linie. Während des Oktobers befreite eine anglo-französisch-belgische Heeresgruppe die Küste Flanderns und die Briten erreichten die Schelde. Die Franzosen drückten östlich über die Aisne, während die Amerikaner der Maas entlang nach Sedan vorrückten.

Es kam zu Aufständen in der deutschen Hochseeflotte in den letzten Oktobertagen und eine Revolution folgte schnell in allen wichtigen deutschen Städten. So begannen am 6. November die Waffenstillstandsverhandlungen auf der Grundlage des famosen ‚Vierzehn Punkte‘-Programm von US-Präsident Wilson und Kaiser Wilhelm II. dankte am 9. November 1918 ab. Am 11. November wurde der Waffenstillstand in Fochs Eisenbahnwaggon in Compiegne unterzeichnet und der ‚Große Krieg‘ endete nach 1.567 Tagen.

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