Kriegstagebuch 23. Oktober 1917



Angriff von Schneider-Panzern.
Angriff von französischen Schneider-Panzern.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 23. Oktober 1917:

Westfront


Deutschland – Lageeinschätzung der OHL: ‘Das Leitprinzip unserer allgemeinen militärischen Situation bleibt bestehen …, dass die Entscheidung auf dem westlichen Kriegsschauplatz liegt’. Major Wetzell von der Operationsabteilung unterbreitet Vorschläge für eine Frühjahrsoffensive 1918 an der Westfront.
Aisne – Schlacht von La Malmaison (‘Laffaux-Ecke’, bis 1. November): Ein zweiter Triumph im Jahr 1917 für Petains sorgfältig geplante, begrenzte Angriffsstrategie. Maistres Sechste Armee greift mit 8 Divisionen um 05:15 Uhr in Nebel und Kälte an, später unterstützt durch ca. 80 Panzer, erobert drei Dörfer und Fort Malmaison. In dem Vorstoß von knapp über 3 km werden 8.000 Deutsche werden gefangengenommen und 70 Kanonen erbeutet. Eine deutsche Division gerät unter einen starken Giftgasangriff und flieht. Französischer Vormarsch auf Chavignon im Laffaux-Frontbogen. Die Deutschen ziehen sich hinter dem Oise-Aisne-Kanal zurück.
Lothringen: Erster amerikanischer Schuss im Landkrieg. Um 06:05 Uhr feuert Sergeant Alex L. Arch der Batterie C der 6. Feld-Artillerie der 1. US-Infanterie-Division eine 75-mm-M1897-Kanone französischer Herstellung in der Nähe von Xanrey ab. Ebenfalls wird der erste Amerikaner des AEF im Bodenkampf verwundet, ein Zweiter Leutnant.
Flandern: Siebter deutscher Gegenangriff in Ypern-Frontbogen seit dem 22. Oktober.
Verdun: Die Deutschen gewinnen vorübergehend nordöstlich von Höhe 344 fuß.

Ostfront

Baltikum: Seit der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober haben sich die deutschen Truppen 32 km im Nordosten Rigas zurückgezogen und Brücken zerstört, um ihre Linie zu verkürzen. Die Russen folgen am 24. Oktober.

Heimatfronten

Russland: Das Bolschewistische Zentralkomitee stimmt mit 10 zu 2 für den bewaffneten Aufstand Lenins. Trotzki organisiert eine 20.000 Mann starke Rote Garde. Die Panzerwagen-Abteilung in Petrograd läuft zu den Roten am 24. Oktober über.
USA: Die New Yorker Polizei vereitelt einen geplanten Aufstandsversuch der Sinn Fein für Ostern 1918.

close
Hallo 👋
Schön, dass Du Dich für diese Inhalte interessierst !
Trag dich ein, um jeden Sonntag morgen die Top-Beiträge von Weltkrieg2.de in deinen Posteingang zu bekommen (es wird garantiert nicht mehr oder Werbung verschickt!).

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Zum teilen:

Weitere interessante Beiträge:
Im Blickpunkt:
  • Die türkische Armee im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918. Uniformen, Stärke, Verluste, Organisation, Kriegsgliederung und Disposition der Streitkräfte des Osmanischen Reichs. Anfang November 1914 trat das Osmanische Reich (Türkei) in den Krieg gegen die Alliierten ein. Das marode Osmanische Reich bröckelte bereits seit fünfzig Jahren, als im Jahr 1908 die revolutionären Jungtürken die Macht ergriffen, indem sie Sultan Abdul Hamid mit überraschender Leichtigkeit loswurden. Trotzdem folgten weitere Niederlagen: 1911 gegen Italien bei Tripolis und im Jahre 1912 im Ersten Balkankrieg. Obwohl die Türken wieder etwas Territorium im Zweiten Balkankrieg zurückgewinnen konnten, war die Armee nach sechs Jahren Kampf erschöpft und befand sich zu diesem Zeitpunkt kurz vor dem Zusammenbruch. Ihre Soldaten waren oft hungrig und in Lumpen gekleidet, ihr Sold im Rückstand und die Verwaltung zusammengebrochen. Türkische Armee im Ersten Weltkrieg Seit den Balkankriegen war eine starke deutsche Militärmission an der Arbeit gewesen, welche energisch die Organisation und die Ausbildung verbesserte. Und die türkischen Soldaten wussten in jedem Fall mit den Gegebenheiten des Krieges zurechtzukommen. In ihren Einheiten – einige der arabischen Divisionen ärgerte auch die türkische Dominanz, was für einen gewissen Wettbewerb sorgte – herrschte ein heftiger, nachtragender und Wolfs-ähnlichen Stolz, der den türkischen Soldaten zu einem der stursten und erbittertsten Kämpfer der Welt auf dem Schlachtfeld machte. Da die Türken von ihren nördlichen Verbündeten abgeschnitten waren, da Bulgarien und Rumänien noch neutral waren, konnten sie dringend benötigte Lieferungen nur durch List und Schmuggel erhalten. Innerhalb ihrer eigenen Grenzen hatten die neuen Eisenbahnstrecken, welche von deutschen Ingenieuren gebaut wurden, noch Unterbrechungen auf jeder Seite des Golfs von Alexandretta, wo sie die Taurus- und Amanus-Gebirge auf dem Weg nach Aleppo überquerte. Dort verzweigte die Bahn in Richtung Bagdad, wo aber noch 500 km Strecke bis zum Tigris fehlten, und in die andere Richtung nach Amman und Medina. Die nächste Eisenbahnstation an der russischen Kaukasus-Grenze war noch 400 km davon entfernt. Die Armee, die etwas mehr als eine Million Mann stark war, mit sechsunddreißig regulären Divisionen, wurde in die I., II., III. und IV. Armee eingeteilt. Jeweils eine Armee befand sich im europäischen Teil der Türkei, eine in West-Anatolien, eine bei Erzurum in der Nähe der russischen Grenze, und eine war auf Syrien verteilt. Darüber hinaus gab es jeweils zwei regulären Divisionen im Jemen, Zentral-Arabien und Mesopotamien (dem heutigen Irak). Kriegsminister Enver Pascha, welcher mit dem Innenminister Talat Bey die Regierung beherrschte, übernahm persönlich das Kommando über die Dritte Armee, welche etwa 150.000 Mann stark war. Mitte Dezember schickte er seine schlecht ausgerüsteten Soldaten über die Berge in den Kaukasus gegen die kleinere russische 7. Armee. Durch die Winterstürme wurde das Eintreffen der drei Korps verzögert, sodass diese einzeln in den Kampf geworfen werden mussten. Trotzdem kämpften die hungrigen und erschöpften Soldaten so energisch, dass die russische Führung alarmiert wurde. Dann, nachdem sie rund um Sarikamish geschlagen worden waren, standen die Türken vor der Wahl, entweder zu kapitulieren oder den Rückzug über die eisigen Pässe anzutreten. Nur 12.000 Mann gelang die Rückkehr nach Erzurum. Eine ganze Korps legte seine Waffen nieder und die Russen zählten 30.000 gefrorene Leichen in den Bergen. Im Februar 1915 schickte die IV. Armee 20.000 Mann auf die Sinai-Halbinsel, um den Suezkanal abzuschneiden. Ägypten, noch im Jahr 1914 nominell ein Teil des Osmanischen Reiches, aber seit 1882 von Großbritannien besetzt und kontrolliert, hatte das Land zu einem britischen Protektorat erklärt, als die Türkei in den Krieg eintrat. Es wurde von einer britischen Territorial- und zwei indische Divisionen verteidigt und außerdem befand sich noch das zwei Divisionen starke ANZAC-Korps zur Ausbildung dort. So wurden die Türken mit Leichtigkeit geworfen. In den nachfolgenden Jahren gingen die Briten dann dazu über, selbst auf dem Sinai anzugreifen. Erst ungeschickt und zaghaft und dann im Jahre 1917 unter Allenby brillant und mit einer überwältigenden Überlegenheit, wobei Jerusalem im Dezember 1917 erobert wurde. Weiter östlich ergriffen die Briten von Anfang an gegen die Türken die Initiative. Eine Brigade aus Indien landete am Kopf des Persischen Golfs in Oktober 1914, gefolgt vom Rest einer Division, welche die anglo-persischen Ölfelder schützen und verhindern soll, dass feindliche Einfälle in den Indischen Ozean erfolgen. Sie nahmen schnell Basra und gewann etwas Raum den Euphrat hinauf. Der bei weitem wichtigste türkische Beitrag zu den deutsch-österreichischen Kriegsanstrengungen war jedoch die unmittelbare im Oktober 1914 erfolgte Schließung der Dardanellen und des Bosporus für die alliierte Schifffahrt. Durch dieses Abschneiden der russischen Schwarzmeerhäfen zur Außenwelt brach dessen großer Mais-Exporthandel zusammen. Auf einen Schlag fielen die russischen Exporte um 98 Prozent und die Importe um 95 Prozent. Diese Zahlen wären für jede Nation lähmend gewesen, aber um so mehr fatal für Russland, welches mit seiner riesigen Bevölkerung und schmalen industriellen Basis kaum auf eigenen Füßen stehen konnte. Es verlangte leistungsstarke strategische und moralische Maßnahmen der Alliierten, Russland zu Hilfe zu kommen. Im Gegensatz zu Ausrüstung und Vesorgung war die Moral der türkischen Armee praktisch nahezu bis zur Niederlage überragend. Der Sieg auf Gallipoli verstärkte die von Anfang an gute Moral noch weiter, denn es war der erste Sieg über europäische Großmächte seit ewigen Zeiten. Diesen Sieg verdankte die türkische Armee dem Mehmetcik, dem mutigen und anspruchslosen Infanteristen. Noch heute erinnert man sich im arabischen Raum, wo die Einwohner nur wenig Gründe haben, sich nostalgisch an die osmanische Herrschaft zu erinnern, dass der türkische Soldat ein Abu Shuja’a war, was übersetzt in etwa mit dem ‘Vater des Mutes’ gleichbedeutend ist, während die Briten als Abu Alf Midfah bezeichnet wurden, was ‘Vater der Tausend Kanonen’ bedeutet. Disposition der türkischen Streitkräfte im November 1914 THRAKIEN: Erste Armee I. Korps: 1., 2., 3. Infanterie-Division II. Korps: 4., 5., 6. Infanterie-Division III. Korps: 7., 8., 9. Infanterie-Division IV. Korps: 10., 11., 12. Infanterie-Division 19., 20. Infanterie-Division (neue Formationen) I. Kavallerie-Brigade Zweite Armee V. Korps: 13., 14., 15. Infanterie-Division VI. Korps: 16., 24. (neu), 26. Infanterie-Division SMYRNA Festungsbereich-Kommando SYRIEN Vierte Armee VIII. Korps: 23., 25., 27. Infanterie-Division XII. Korps: 35., 36. Infanterie-Division KAUKASUS Dritte Armee IX. Korps: 17., 28., 19. Infanterie-Division X. Korps: 30., 31., 32. Infanterie-Division XI. Korps: 18., 33., 34. Infanterie-Division 37. Infanterie-Division (in mehr …

  • Curtiss Hawk Jagdflugzeuge der Vichy-französischen Luftwaffe

    Stärke und Organisation der l’ Armee de l’ Armistice von Vichy-Frankreich. Vichy-französische Streitkräfte: Armee, Kolonialtruppen, Luftwaffe und Marine. Der Französisch-Deutsche Waffenstillstand vom 22. Juni 1940 teilte Frankreich in zwei Hälften. Der Norden und die Westküste sollten bis zum Kriegsende und eines nachfolgenden Friedensvertrages als Basis zum Kampf gegen England durch deutsche Streitkräfte besetzt bleiben, während Mittel- und Südfrankreich unbesetzte Zone wurden. Benannt nach der Stadt, welche der vorübergehende Regierungssitz sein sollte, wurde diese Zone Vichy-Frankreich genannt. Streitkräfte von Vichy-Frankreich Artikel IV des Waffenstillstandes genehmigte eine kleine französische Armee in der unbesetzten Zone (l’ Armee de l’ Armistice) sowie eine militärische Besatzung für die französischen Überseegebiete. Die Aufgabe dieser Streitkräfte war es, die innere Sicherheit zu gewährleisten und französisches Territorium gegen eventuelle alliierte Übergriffe verteidigen zu können, was zumindest theoretisch unter der deutschen Gesamtleitung erfolgen sollte. Die Streitkräfte Vichy-Frankreichs in Syrien, Madagaskar und Dakar leisteten tatsächlich heftigen Widerstand gegen britische und frei-französische (General de Gaulle) Versuche, diese Gebiete zu übernehmen. Gegen die vorwiegend amerikanischen Landungen im Rahmen des Unternehmen Torch (Fackel) in Nordwestafrika war der Widerstand jedoch nur gering, was auch an den vorausgegangenen Niederlagen der Achsenstreitkräfte in Nordafrika (Schlacht von El Alamein) lag. Nach der schnellen Aufgabe des französischen Widerstandes in Nordwestafrika war dem deutschen Oberkommando der Niedergang der Vichy-Regierung augenscheinlich und es setzte das Unternehmen ‘Anton’ in Gang: am 11. November 1942 besetzten deutsche Truppen auch die unbesetzte Zone in Frankreich. Nach der deutschen Besetzung wurde die Armee de I’ Armistice aufgelöst. Vichy-Französische Armee Die genaue Stärke der französischen Armee in der Heimat wurde auf 3.768 Offiziere, 15.072 Unteroffiziere und 75.360 Mann festgelegt, welche alle Freiwillige sein sollten. Daneben waren noch eine halb-militärische Gendarmerie von 60.000 Mann und Luftabwehr-Verbände von 10.000 Mann vorgesehen. Trotz des Zustroms von Berufssoldaten von den Kolonialtruppen, welche ebenfalls im Rahmen des Waffenstillstandes reduziert werden mussten, gab es einen Mangel an Freiwilligen, sodass zunächst 50.000 Mann der im Jahr 1939 mobilisierten Streitkräfte weiterhin unter der Fahne dienen mussten, bis diese Quote erreicht war. Anfang 1942 wurden die Einberufenen schließlich entlassen, aber es gab immer noch zu wenige Freiwillige. Schließlich gelang es der Vichy-Regierung durch einen Appell an Deutschland, eine reguläre Form der Wehrpflicht wieder einzuführen. Die Armee war in zwei Gruppen eingeteilt, jede aus vier Militärdivisionen, und bestand aus: 18 Infanterie-Regimenter, 11 Kavallerie-Regimenter, 8 Artillerie-Regimenter, 15 Bataillone von Chasseurs (Jäger). Die Armee war aller ihrer Panzer und Panzerfahrzeuge beraubt und litt unter einem drastischen Mangel an Kraftfahrzeugen, insbesondere in den Kavallerie-Verbänden, welche eigentlich motorisiert sein sollten. Kolonialtruppen Die französischen Territorien am Mittelmeer bestanden aus dem Departement von Algerien, dem Protektoraten Tunesien und Marokko sowie aus den Mandaten über Syrien und dem Libanon. Der Waffenstillstand forderte aufgrund italienischer Wünsche die Entmilitarisierung von Tunesien und eine allgemeine Verkleinerung der französischen Kolonialtruppen. Vichy-Frankreich waren 55.000 Mann in Marokko und 50.000 Mann in Algerien erlaubt. Die französische Levante-Armee in Syrien und dem Libanon musste von rund 100.000 auf knapp unter 40.000 Mann verkleinert werden. Später wurden noch 15.000 Mann in Tunesien aufgrund alliierter Invasionsgefahren von den Italiener genehmigt. Die Vichy-französische Armee der Levante beherrschte die Mandatsgebiete in Syrien und dem Libanon – und obwohl sie keine Angriffshandlungen gegen die Briten unternahm, bedrohte alleine ihre Präsenz die strategisch wichtigen und empfindlichen britischen Ölfelder und Erdölleitung aus dem Irak und Kuwait. So fiel eine gemischte alliierte Streitmacht am 8. Juni 1941 nach Syrien ein, denen sich die Vichy-französische Levante-Armee verbissen entgegenstellte. Der Widerstand wurde mit verbissener Härte geführt, besonders wenn Franzosen gegen Franzosen kämpften. Als die Kämpfe in Syrien schließlich am 11. Juli 1941 endeten, hatten die Vichy-französischen Streitkräfte 6.000 Mann verloren, von denen 1.000 getötet worden waren. Insgesamt wurden 37.736 Soldaten gefangengenommen, aber nachdem sie vor die Wahl gestellt wurden, repatriiert zu werden oder sich den Truppen von General de Gaulle anzuschließen, nutzten nur 5.668 diese zweite Möglichkeit und alle anderen wurden nach Frankreich abtransportiert. Miliz Am 30. Januar 1943 wurde die paramilitärische Organisation Milice (Miliz) von Pierre Laval gegründet, um die ‘neue Ordnung’ im nun besetzten Vichy-Frankreich aufrechtzuerhalten. Dies brachte die Miliz zwangsläufig in direkte Konfrontation mit der Résistance, und sie wurde zur erbittertsten und am meisten verabscheuten kollaborierenden Organisation. Die Miliz war territorial in Departements, Regionen und Zonen unter dem Oberbefehl eines Generalsekretärs (Joseph Darnand) mit Sitz in Vichy organisiert. Im Herbst 1943 hatte die Milice ihre maximale Stärke von 29.000 Mann erreicht, aber nur 10.000 waren aktiv, während der Rest entweder nur Beiträge zahlte oder nur in Teilzeit verwendet wurden. Der militärische Arm der Milice war die Francs-Garde, die ab Juni 1943 auch eine reguläre und eine Teilzeit-Abteilung hatte. Die regulären Soldaten wurden bezahlt, kaserniert und von Oktober 1943 zunehmend bewaffnet. Sie überstieg aber nie eine Stärke von 2000 Mann. Wie die deutschen paramilitärischen Formationen der Vorkriegszeit übernahm die Milice archaische Bezeichnungen für ihre Unterabteilungen. Die Grundeinheit war ein Fünf-Mann-Trupp Main, dann folgten eine Dizaine (zehn Mann), Trentaine (30 Mann), Centaine (100 Mann) und eine Cohorte (500 Mann). Von letzteren bildeten vier ein Centre von etwa 2000 Mann, was einem Regiment entsprach. Je nach militärischer Lage konnten die Teilzeit-Mitglieder kurzfristig einberufen werden, und nach der alliierten Landung am D-Day wurden 3.000 Mann mobilisiert. Phalange Africaine Ende 1942 begann sich in Tunesien eine Einheit aus französischen pro-Achsen Freiwilligen zu bilden. Unter dem Kommando französischer Offiziere wurden etwa 300 Freiwillige (die Hälfte davon waren tunesische Araber) für die Phalange Africaine rekrutiert. Am 7. April 1943 traf das erste Kontingent in der Stärke einer starken Kompanie an der Front bei Medjez el Bab ein. Nach einigermaßen guten Leistungen bei den erbitterten Abwehrkämpfen gegen britische Truppen wurde die Einheit bis zum 29. April praktisch ausgelöscht. Am 8. Mai 1943 wurden die Überlebenden ausgezahlt und zum Untertauchen aufgefordert, während die Offiziere nach Vichy-Frankreich evakuiert wurden, wo einige weiterhin in der Miliz und der französischen Freiwilligenlegion dienten. Vichy-Französische Luftwaffe Als Folge britischer Luft- und Seeangriffe auf die französische Flotte in Mers-el-Kebir und die Angst vor Bombenangriffen auf Frankreich führten dazu, dass die deutsch-Italienisch-französische Waffenstillstandskommission den Franzosen erlaubte, einen Teil ihrer Luftwaffe weiterzuverwenden. Gleichzeitig wurde es Vichy-Frankreich erlaubt, Luftwaffenverbände in den Überseegebieten zu mehr …

  • 3D-Modell BM-13N Katjuscha

    Sowjetischer Mehrfach-Raketenwerfer BM-13, BM-13N, BM-8-48, BM-31 Katjuscha oder Stalinorgel. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Mehrfach-Raketenwerfer BM-13, BM-13N, BM-8-48, BM-31 (Katjuscha oder Stalinorgel). Typ: Artillerie-Selbstfahrlafette. Geschichte der Katjuscha Die erste, in größeren Mengen gebaute, selbstfahrende russische Artillerie-Waffe war nicht eine konventionelle Kanone, sondern eine neuartige Raketen-Waffe. Im Juni 1938 hatte das GAU die RNII (Wissenschaftliches Entwicklungs-Institut für Strahlantrieb) ermächtigt, einen Boden-Mehrfach-Raketenwerfer zum Abfeuern der RS-132 Luft-Boden-Raketen zu entwickeln. Ein Design-Team unter I. Gvay entwickelte eine 24-Schienen-Raketenwerfer für modifizierte M-132-Raketen, zum Abfeuern über die Seite eines ZiS-5 LKW. Die Montage erwies sich während des Abfeuerns als instabil, was zu einem zweiten Prototyp namens MU-1 führte (Mechanisches Gerät-1). Dies war auch ein Fehlschlag, der V.N.Galkovskiy vorschlagen ließ, dass die Raketen in Längsrichtung des Fahrgestells abgefeuert werden sollten. Dies führte zu dem BM-13 (Kampffahrzeug für M-13-Raketen), welches im August 1939 fertiggestellt wurde. Feldversuche mit einer Vielzahl von verschiedenen Arten Raketen fanden während des ganzen Jahres 1940 statt, als das GAU schließlich die Genehmigung für das Fahrzeug BM-13-16 (Kampffahrzeug für M-13-Raketen mit sechzehn Starter-Schienen) erteilte. Jedoch wurden nur 40 fertiggestellt, bevor der Krieg begann. Die neue Waffe wurde unter größter Geheimhaltung bewacht und bei Ausbruch des Krieges wurde eine besondere Einheit unter NKWD-Leitung aufgestellt. Die erste Batterie Katjuschas ging in der Nähe des Bahnhofs Orscha am 7. Juli 1941 in den Einsatz und erwies sich als ein sofortiger Erfolg. Das GAU war dermaßen beeindruckt und ordnete die sofortige Massenproduktion auf provisorischer Basis an. Die Raketenwerfer waren als so geheim eingestuft, dass sie eine Vielzahl von Tarn-Namen wie Kostikow-Kanonen u.ä. erhielten. Schließlich wurden sie offiziell als Garde-Mörser benannt, aber ihr üblicher Name wurde Katjuscha, die verniedlichende Form des Namens Katherina, nach einer zu dieser Zeit in Russland populären Melodie mit gleichen Namen von Isakowskiy. Das Geheule der Katjuscha-Raketen brachte die Deutschen dazu, sie Stalinorgel zu nennen. Obwohl ursprünglich auf LKW montiert, wurden 1941 Versuche zur Entwicklung anderer Fahrgestelle für eine bessere Geländegängigkeit unternommen. Einige BM-13-Werfer wurden auf die STZ-5-Artillerie-Zugmaschine gesetzt und in kleinen Stückzahlen produziert. Es gab auch eine Version auf dem KW-Panzer, die aber nur in geringer Menge hergestellt wurde, da es eine völlige Verschwendung eines guten, schweren Panzers für eine Rolle war, die auch leicht zufriedenstellend von einem weniger teuren Fahrgestell erfüllt werden konnte. Im August 1941 wurde eine zweite Art von Katjuscha-Raketen entwickelt, die M-8-82mm-Rakete. Sie war kleiner und hatte eine kürzere Reichweite. Diese wurden unter dem Namen BM-8-36 auf Lastwagen montiert oder auf leichte Panzerfahrgestelle ohne Turm, wie die T-40 und T-60, als BM-8-24. 1942 entwickelten die Sowjets dann eine Version der M-13 Katjuscha-Rakete mit einem vergrößerten Sprengkopf, die M-30. Im Gegensatz zu den beiden anderen Arten wurde die M-30 nicht auf Selbstfahrlafetten montiert, sondern wurde von Schienen aus abgefeuert. Selbstfahrlafetten dieser schweren Version kamen nicht vor 1944 als BM-31 zur Truppe. Die Hauptattraktion der Stalinorgel-Raketenwerfer war, dass sie billig zu produzieren waren und auch durch kleine Fabriken – ohne die aufwendigen Werkzeugmaschinen, welche für konventionelle Artillerie benötigt wird – herzustellen waren. Eine BM-13-Salve verschoss 4,35 t Raketen und hochexplosiven Sprengstoff auf einen 10 Hektar großen Fläche in einem schrecklichen, 7-10 Sekunden andauernden, Angriff. Obwohl nicht so genau und weit schießend wie konventionelle Artillerie, war die Katjuscha viel mehr von den deutschen Soldaten gefürchtet, als herkömmliche Artillerie. Bis zum Ende des Krieges wurden ca. 10.000 Stalinorgel-Raketenwerfer hergestellt, vor allem für die Armee, aber auch einige für die Fluss-Kanonenboote der Marine. Die Mehrzahl der Raketenwerfer der Armee wurden auf Selbstfahrlafetten geliefert. Die BM-8, BM-13 und BM-31 wurden zunächst alle auf den ZiS-6 LKW oder dessen Derivate, wie die ZiS-5 und ZIS-5V, montiert. Als 1942 die ersten Lend-Lease-Lastwagen zur Verfügung standen, wurde der Raketenwerfer auf eine Vielzahl von amerikanischen, britischen und kanadischen Lastwagen, wie den Chevrolet I 1/2 Tonner, International K, Ford WOT-8, GMC 2 1/2 Tonner und Studebaker US6 2 1/2 Tonnen-LKW, montiert. Die Lend-Lease-Typen wurden manchmal als BM-13S bezeichnet. Die überlegene Geländegängigkeit des Studebaker US6 brachte das GAU dazu, die Stalinorgel auf diesen Typ als BM-13N (N = Narmalizovanniy, in Deutsch ‘Standard’) zu standardisieren. Die BM-8-Raketenwerfer konnten auch auf kleinere Chassis wie den GAZ-67 Jeep als BM-8-8 montiert werden. Er wurde jedoch auch auf größere Fahrzeuge mit mehr Schienen, als BM-8-48 auf den Studebaker US6, montiert. Die großen BM-31 Raketenwerfer-Gestelle waren stets in größeren Lastkraftwagen, die erste auf ZiS-6, aber häufiger auf den Studebaker US6, montiert. Katjuscha-Raketen wurden auch auf gepanzerte Züge montiert. Nach dem ersten Erfolg der BM-13 Katjuscha-Batterie in Orscha, beeilte sich die Rote Armee weitere Garde-Mörser-Einheiten aufzustellen. Die ersten Garde-Mörser-Batterien hatten jeweils sieben BM-13, aber im Juli 1941 wurde deren Anzahl auf vier Raketenwerfer je Batterie standardisiert. Sie wurden meist eingesetzt zur Unterstützung der Infanterie (Schützen)-Divisionen und standen zunächst unter Kontrolle des NKWD (Sicherheitsdienst). Nachdem die Deutschen ihrerseits den Nebelwerfer weitverbreitet eingesetzt hatten, wurde dieses Sicherheitssystem gelockert. Im August 1941 ordnete Stalin persönlich die Bildung von speziellen Garde-Mörser-Regimentern unter der Leitung des Oberkommandos der Heeresreserve an (STAVKA-VGK). Diese bestand aus drei Bataillonen zu jeweils drei Batterien, was eine Menge von 36 BM-13 oder BM-8 Raketenwerfer ergab. Zur gleichen Zeit wurden unabhängige Garde-Mörser-Bataillone mit ebenfalls 36 Raketenwerfer aufgestellt. Bis Ende 1941 gab es 554 Raketenwerfer im Einsatz mit 8 Regimentern, 35 selbständigen Bataillonen und 2 unabhängigen Batterien. Mit der Ankunft der ersten schweren M-30-Raketen im Juni 1942 wurden schwere Garde-Mörser-Bataillone aufgestellt, aber diese hatten statische, nicht mobilen Raketenwerfer. Diese hatten auch drei Batterien, aber jede hatte 36 Raketenwerfer, während die späteren selbstfahrenden Einheiten nur zwölf Raketenwerfer pro Batterie hatten. Als die mobilen BM-31 schließlich 1944 verfügbar wurden, hatten die motorisierten Garde-Mörser-Bataillone nur 48 Raketenwerfer im Vergleich zu den 96 Raketenwerfer der statischen Bataillone. Es wurden 3.237 Raketenwerfer im Jahr 1942 hergestellt, sodass die Gesamtstärke auf bis zu 57 Regimenter anstieg. Zählt man noch die kleineren, unabhängigen Bataillonen, so war der Gegenwert von 216 Batterien im Dienst. Von diesen waren 23 Prozent schwere M-30 Einheiten, 56 Prozent waren BM-13 Einheiten und 21 Prozent waren die leichten BM-8 Einheiten. 1943 wurden Garde-Mörser-Brigaden mit statischen Raketenwerfern formiert, und später sogar Divisionen. Bis zum Ende des Krieges befand sich der mehr …

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Scroll to Top