Kriegstagebuch 23. September 1917


Einsatz mit Fokker Dr.I
Deutsche Piloten bereiten sich auf einen Einsatz mit Fokker Dr.I Dreideckern vor.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 23. September 1917:

Luftkrieg


Westfront: Leutnant Werner Voss (48 Siege seit dem 27. November 1916), Kommandant von Jasta 10, fällt im Alter von 20 Jahren im Kampf in einem Fokker Dr.I Dreidecker, abgeschossen von Leutnant Rhys-David (fällt ebenfalls im Einsatz am 27. Oktober) in einer Gruppe aus 6 SE5, angeführt von McCudden von der 56. Squadron des Royal Flying Corps. Diese Staffel zerstört 2 weitere deutsche Jäger am 30. September, womit sie 200 Abschüsse seit dem 23. April 1917 erzielt hat.

Westfront

Ypern: Das BEF hat seit dem 20. September 20.000 Soldaten verloren.
Frankreich: US-Tank-Korps gegründet.

Seekrieg

Flandern: Haig sagt die lang geplante und vorbereitete amphibische Landung von 24.000 Truppen bei Westende ab, da sich die Dritte Ypern-Schlacht nicht vorwärts entwickelt.

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Im Blickpunkt:
  • Ausbildung von Totenkopf-Soldaten

    Die Aufstellung der SS-Totenkopf-Division (T) (Teil I). Bezeichnung, Kommandeure, Besatzungsgräueltaten in Polen und Ausbau zur Division. Bezeichnung SS-Totenkopf-Division (16. Oktober 1939) SS-Panzergrenadier-Division Totenkopf (9. November 1942) 3. SS-Panzer-Division Totenkopf (22. November 1943) Kommandeure SS-Obergruppenführer Theodor Eicke (November 1939 bis Juli 1941) SS-Obergruppenführer Matthias Kleinheisterkamp (Juli 1941) SS-Obergruppenführer Georg Keppler (Juli bis September 1941) SS-Obergruppenführer Theodor Eicke (September 1941 bis Februar 1943) SS-Obergruppenführer Hermann Priess (Februar bis April 1943) SS-Brigadeführer Heinz Lammerding (April 1943) SS-Gruppenführer Max Simon (Mai bis Oktober 1943) SS-Obergruppenführer Hermann Priess (Oktober 1943 bis Juni 1944) SS-Brigadeführer Helmuth Becker (Juni 1944 bis Mai 1945) Aufstellung Die Totenkopf-Division hatte ihre Ursprünge aus den hochgradig verrufenen Einheiten, welche die Konzentrationslager bewachten. Diese SS-Totenkopf-Standarten übernahmen im Jahr 1934 von der SA die Aufsicht über diese Lager. Leiter der KZ-Inspektion war der genauso verrufene Theodor Eicke. SS-Regimenter wurden aufgestellt und bei den verschiedenen Lagern stationiert. Die Standarte I ‘Oberbayern’ in Dachau, Standarte II ‘Brandenburg’ in Oranienburg, Standarte III ‘Thüringen’ bei Buchenwald und Standarte IV ‘Ostmark’ bei Mauthausen. Diese verschiedenen Teile der SS-Totenkopf wurden unter dem Begriff SS-Totenkopf-Verbände, oder kurz SS-TV, zusammengefasst. Die SS-Totenkopf-Verbände galten für die SS-Verfügungstruppe eigentlich als zu minderwertig. Dienst bei der SS-Verfügungstruppe bedeutete für deren Mitglieder, auch die Fähigkeit für den militärischen Einsatz zu haben – bei den Totenkopf-Verbänden galt dies als nicht gegeben. Trotzdem hatte Eicke große Ambitionen für seine Totenkopf-Soldaten. Nach und nach entledigte er sich der schlechtesten Elemente und verbesserte die militärischen Fähigkeiten der anderen. Da die Truppe trotzdem aber als eigentlich internes Sicherheitspersonal angesehen wurde, erhielt sie nur geringe Prioritäten bei Personal und Ausrüstung und war auf zweitklassiges Material oder Beutewaffen angewiesen. Bei Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die Standarten ‘Oberbayern’, ‘Thüringen’ und ‘Brandenburg’ nach Polen geschickt, um jeglichen Widerstand in den eroberten Gebieten niederzuschlagen. Dies führte im Allgemeinen dazu, dass die Totenkopf-Leute den brutalen SD-Einsatzgruppen bei dem Zusammentreiben von Juden und anderen ‘unerwünschten Personen’ hinter der Front halfen. Alleine in der Gegend von Bydgoszec exekutierten Teile der ‘Brandenburg’-Standarte 800 ‘verdächtige’ Polen innerhalb von nur zwei Tagen. Das entsetzliche Verhalten der Totenkopf-Einheiten in Polen führte zu heftigen Beschwerden durch die Wehrmacht, welche aber alle von den vorgesetzten Verantwortlichen zur Seite geschoben wurden. Im November 1939 entschied Hitler letztlich sogar, dass die verschiedenen Totenkopf-Regimenter zu einer dritten SS-Division zusammengelegt werden sollten. Schon seit Mitte Oktober 1939 wurde die Totenkopf-Division im Wehrkreis VII durch Gruppenführer Eicke als ‘Inspekteur der SS-Totenkopf-Verbände’ aus den jüngeren Soldaten der existierenden vier SS-Standarten als bespannte Infanterie-Division aufgestellt. Probleme mit der Disziplin waren immer noch weit verbreitet, trotz Eickes brutalen Reaktionen auf Ungehorsam oder Insubordination. Das Training wurde in den ersten Monaten des Jahres 1940 fortgesetzt, aber die neue SS-Totenkopf-Division hatte einen großen Mangel an Fahrzeugen und bei der schweren Ausrüstung zu beklagen. Dies führte dazu, dass Eicke diese Ausstattung erbetteln, leihen und praktisch sogar stehlen musste, um seine Einheit auf Sollstärke zu bringen. Die Division wurde schließlich der 2. Armee für den Westfeldzug unterstellt. Gliederung 1939/40: Hier zum Teil II: Einsätze der SS-Totenkopf-Division 1940 bis 1942

  • Deutscher mittlerer Kampfpanzer PzKpfw III (Panzerkampfwagen III) Ausf. G, H, J mit 5-cm KwK L/42. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. PzKpfw III, Panzerkampfwagen III Typ: Mittlerer Kampfpanzer. Geschichte: Der PzKpfw III – oder vollständig Panzerkampfwagen III – war der wichtigste Panzertyp des deutschen Heeres in den ersten beiden Jahren des 2. Weltkrieg. Mehr als jeder andere Panzertyp dominierte der PzKpfw III die Blitzkriege der Jahre 1940-1941 und führte die deutschen Streitkräfte fast bis zum strategischen Sieg des Konfliktes. Bis Mitte der 1930er Jahre hatten die deutschen Planer angenommen, dass für die Zukunft zwei verschiedene Panzertypen notwendig wären, nämlich einen Leichten und einen Mittleren Panzer. Der schnelle, leichte Panzer sollte mit einer 2-cm-Schnellfeuerkanone bewaffnet sein (dies wurde der PzKpfw II) und feindliche Panzer bekämpfen sowie Aufklärungsaufgaben übernehmen können. Der mittlere Panzer (dies wurde der PzKpfw IV) wäre langsamer, stärker gepanzert und mit einer großkalibrigen Kanone bewaffnet, welche Sprenggranaten verschießen könnte. Dieser Panzer sollte die Nahunterstützung bieten und mit feindlichen Panzerabwehrgeschützen in der tiefe des Gefechtsfeldes fertig werden. Jedoch zeigten Manöver-Ergebnisse und weitere Studien bald, dass der schwach bewaffnete und dünn gepanzerte leichte Panzer nicht in Panzergefechten bestehen konnte. Es wurde deutlich, dass es eine weitere Panzerklasse irgendwo dazwischen geben müsste. Dieser mittlere Panzer müsste mit einer ausreichend starken Kanone bewaffnet sein, um die meisten der feindlichen Panzer bekämpfen zu können. Dazu müsste er verhältnismäßig gut gepanzert und beweglich sein, um jede Durchbruchs-Möglichkeit auszunutzen. Das war wohl die erste Definition von dessen, was heute als ‘Kampfpanzer’ (MBT = Main Battle Tank, im Englischen) üblicherweise angesehen wird. So wurde der PzKpfw III entwickelt, um die Hauptschlagkraft der zukünftigen Panzerdivisionen zu sein. Guderian und seine Generalinspektion der Panzertruppen wollten diesen neuen Panzer mit einer 5-cm-Kanone bewaffnet sehen, aber das Heereswaffenamt hielt die 3,7-cm-Kanone für ausreichend. Dies vor allem aus Gründen der Standardisierung, da die Infanterie bereits mit der 3,7-cm-Pak 36 ausgerüstet war. Jedoch wurde als Zugeständnis ein ausreichend großer Turmring verwendet, um gegebenenfalls später schwerere Geschütze einzubauen. Der erste moderne Kampfpanzer Aber die wirkliche Innovation des PzKpfw III lag in dem Bereich – und in welchem er weit vor seinen zeitgenössischen Konkurrenten lag – von der Platzierung der Besatzung und ihrer Ergonomie. Von Anfang an wurde der PzKpfw III für den Kampf Panzer gegen Panzer optimiert und wie die Zukunft zeigen wird, damit auch für jede andere Gefechtssituation. Die Besatzung von 5 Mann war offensichtlich ziemlich stark für einen mittleren Panzer. Zu den Besatzungsmitgliedern gehörte der Kommandant, Ladeschütze, Richtschütze, Fahrer und der MG-Schütze, welcher zugleich auch Funker war. Der Schlüssel dabei lag in dem Drei-Mann-Turm, wobei sich der Kommandant in einer geeigneten, angehobenen Position zwischen Richtschütze und Ladeschütze befand und über eine Rundumsicht-Kuppel verfügte. Der Kommandant hatte keinerlei andere Aufgaben, als den Panzer zu befehligen und dessen Aktionen mit den anderen Panzern des Zugs zu koordinieren, wodurch er effizient durch die Funkkommunikation unterstützt wurde. Er wurde nicht davon abgelenkt, noch zusätzlich Richtschütze, Ladeschütze oder sogar beides zur gleichen Zeit zu sein, wie es in fast allen zeitgenössischen alliierten oder russischen Panzern der Fall war. Die Spezifikation für den Panzer 3 wurde 1935 aufgestellt und mehrere Prototypen im folgenden Jahr erprobt. Der Entwurf von Daimler-Benz wurde für die Produktion von zehn Panzerkampfwagen III Ausführung A (PzKpfw III Ausf.A) im Jahr 1937 ausgewählt. Die PzKpfw III A hatten nur 15 mm Panzerung, waren mit der 3.7-cm-KwK L/45.5 bewaffnet, hatten 5 Straßenränder welche durch Federspulen abgedämpft wurden, sowie zwei Rücklaufrollen. Versuche den Entwurf, insbesondere im Bereich des Laufwerks, zu verbessern, folgten kurz darauf. Die PzKpfw III Ausf. B, C und D verwendeten alle 8 Räder auf beiden Seiten, welche sich durch verschiedene Variationen der eingesetzten Blattfederaufhängungen unterschieden. Es wurden insgesamt nur 60 der halb-experimentellen PzKpfw III B, C und D von 1937 bis Juni 1938 hergestellt, alle unter Beibehaltung der relativ dünnen Panzerung von 15 mm. Erst im Dezember 1938 erschien der PzKpfw III Ausf.E, welcher das endgültige Produktionsmodell wurde und der ersten Serie ähnelte. Die Laufwerkaufhängungs-Probleme wurden durch die Verwendung von unabhängigen Drehstabfederungen gelöst, mit sechs Rädern auf beiden Seiten und drei Spur-Umlenkrollen. Die verbesserte Laufwerkaufhängung erlaubte eine Gewichtszunahme auf 19,5 Tonnen, wodurch die Panzerung auf 30 mm verdoppelt werden konnte, was einen beachtlichen Schutz für die Zeit von 1939/40 bot. Insgesamt wurden jedoch nur 96 PzKpfw III E bis Oktober 1939 fertiggestellt. Durch die langsame Herstellung verfügte das deutsche Heer bei Beginn des Polenfeldzug am 1. September 1939 insgesamt nur über 98 Panzer 3 und somit bildete der PzKpfw II das Rückgrat der Panzerverbände in Polen. Von September 1939 bis Juli 1940 wurden dann 435 PzKpfw III Ausf.F produziert. Endlich gab es – zumindest für deutsche Verhältnisse – eine Art von Massenproduktion des Kampfpanzers. Der PzKpfw III F war im wesentlichen identisch zum PzKpfw III E, außer das die etwa 100 letzten Serienfahrzeuge mit einer neuen externen Geschützblende und erstmals mit der stärkeren 5-cm-KwK L/42 ausgerüstet wurden. Am 10. Mai 1940 gab es 348 Panzer III (einschließlich der ersten Ausf. G) in den sieben deutschen Panzerdivisionen an der Westfront. Obwohl es immer noch mehr PzKpfw II gab, bedeutete deren Unfähigkeit, feindliche Panzer oder eingegrabene Panzerabwehrstellungen erfolgreich zu bekämpfen, dass die Panzer 3 die Speerspitze des deutschen Angriffs während des Westfeldzug 1940 bildeten. Nach den Kampferfahrungen in Frankreich wurden im August 1940 viele der PzKpfw III F mit der stärkeren 5-cm-Kanone ausgerüstet und zusätzliche 30-mm-Panzerplatten auf den Rumpf und die Aufbauten verschweißt. Zwischen dem 22. Juni und 4. Juli 1941 gingen aber immer noch 274 PzKpfw III mit der 3,7-cm-Kanone an der Ostfront in den Einsatz. Diese Panzer waren nicht mit der 5-cm-Kanone aufgerüstet worden und waren vornehmlich PzKpfw III Ausf.F. hier zu den Details der ersten Modelle des PzKpfw III Ausführung A bis F Im April 1940 hatte die Produktion des PzKpfw III Ausf.G begonnen. Bei der Ausführung G wurde die 5-cm-KwK L/42 von Juli 1940 an zur Standardbewaffnung, dazu verstärkte Panzerung an der Rückseite und bei den späteren Serienmodellen eine neue Kommandantenkuppel auf dem Turm. Ab Oktober 1940 wurde der PzKpfw III Ausf.H zusätzlich gebaut, welcher einen überarbeiteten und verlängerten Turm mehr …

  • Tirpitz in Norwegen

    Schlachtschiff Tirpitz. Geschichte, Bau, Einsätze, Spezifikationen und Fotos des deutschen Kriegsschiffs des Zweiten Weltkriegs. Schlachtschiff Tirpitz der Bismarck-Klasse. Typ: Schlachtschiff. Entwurf und Bau der Tirpitz Baugleich in fast allen Bereichen zum Schlachtschiff Bismarck, war die Karriere der Tirpitz in jedem Fall so lange und unspektakulär, wie die ihres Schwesterschiffs kurz und heldenhaft war. Doch dies würde die praktischen Erfolge beider Schiffe ignorieren, von denen eines zwar einen berauschenden, zehntägigen Kampf im Atlantik gegen die halbe britische Royal Navy während des Unternehmens Rheinübung austrug, der jedoch mit dem Austausch des brandneuen deutschen Schlachtschiffs gegen einen alten und nicht modernisierten Schlachtkreuzer endete. Dagegen zwang die Tirpitz die Briten dazu, über Jahre zwei Schlachtschiffe, einen Flugzeugträger und andere Flotteneinheiten in Gewässern zu halten, in denen sie eigentlich nicht notwendig waren und an anderen Stellen ebenfalls dringend benötigt wurden. Und dies alles nur durch ihre Anwesenheit in bedrohlichen Lauerstellung in norwegischen Fjorden. Das Schlachtschiff Tirpitz wurde in der Marinewerft von Wilhelmshaven im Oktober 1936 auf Kiel gelegt, hatte seinen Stapellauf am 1. April 1937 und war für die See-Erprobung am 25. Februar 1941 fertiggestellt worden. Sie unterschied sich von ihrem Schwesterschiff in kleineren Details, wie die Anordnung des Flugzeughangars und Kräne und die Anbringung von zwei Vierfach-Torpedorohr-Halterungen für den Einsatz gegen Handelsschiffe. Erprobungsfahrten in der Ostsee und Verbesserungsarbeiten am Schiff in Kiel dauerten 7 Monate, sodass Tirpitz nicht vor dem 20. September 1941 die Einsatzbereitschaft meldete. Einsätze der Tirpitz Sie wurde anschließend sofort auf ihre erste Mission geschickt, einer ereignislosen Kreuzfahrt vor den Aland-Inseln, an der Mündung des Golfs von Finnland. Dort sollte sie einen womöglichen Ausbruch der sowjetischen Ostseeflotte aus Leningrad zwischen dem 26. und 29. September zu verhindern helfen. Anschließend blieb Tirpitz in der Ostsee und unternahm Ausbildungsübungen bis zum 12. Januar 1942, als sie von Kiel aus durch den Nordostsee-Kanal nach Trondheim in Norwegen ging. Wie ihr Schwesterschiff sollte sie nie mehr nach Deutschland zurückkehren. Tirpitz vorrangige Rolle war es, die alliierten Seeverbindungen nach Nord-Russland zu stören, entweder durch unmittelbares Handeln oder durch die Androhung des abfangen der nach Murmansk und Archangelsk laufenden Arktis-Konvois. Ihr einziger vollständiger Ausfall zu diesem Zweck erfolgte am 6. März 1942, als sie aus Trondheim auslief um den nach Murmansk laufenden Konvoi PQ 12 abzufangen. Jedoch wurde sie durch britische U-Boote schon kurz nach dem Auslaufen gesichtet und gemeldet, sodass die britische Admiralität den Kurs des Konvois rechtzeitig ändern konnte. So fand das Schlachtschiff mit seinen drei begleitenden Zerstörern nicht sein Ziel. Zudem wurde sie durch abgefangene und decodierten Funksignale aufgespürt und entging Angriffen von britischen Flugzeugen vom Flugzeugträger Victorious am 9. März nur knapp. Das Schlachtschiff Tirpitz erzielte indirekt ihren größten Erfolg gegen einen Konvoi Anfang Juli 1942, durch einfache Vorverlegung von Trondheim zum Altenfjord, im äußersten Norden von Norwegen. Ihre dortige Anwesenheit in der Nähe der Route des Artkis-Konvoi PQ 17 verleitete die in Panik geratene britische Admiralität am 4. Juli dazu, den Konvoi aufzulösen und die Handelsschiffe sich zerstreuen zu lassen. Tirpitz lief erst am 5. Juli aus, wurde dreimal beobachtet und gemeldet sowie von einem russischen U-Boot angegriffen, während eines Einsatzes der nicht einmal 12 Stunden dauerte. Sie hatte daher keinen direkten Anteil an der Versenkung von 24 alliierten Schiffen aus dem Konvoi. Obwohl sie nie mehr auslief, um einen Konvoi anzugreifen, genügte alleine die von ihr ausgehende Bedrohung, dass die Royal Navy mindestens zwei Großkampfschiffe und einen Flottenträger in den Heimatgewässern bereithalten musste, um die Arktis-Konvois und den Zugang in den Nordatlantik zu schützen. Im Oktober 1942 scheiterte ein Versuch, sie mit Zwei-Mann-Torpedos (sogenannt Chariots, Torpedo-ähnliche U-Boote) in Trondheim anzugreifen, wo sie sich zu einer Umrüstung aufhielt. Die Zwei-Mann-Torpedos gingen schon 8 km vor Erreichen der Tirpitz verloren. Tirpitz war wieder einsatzfähig Ende Januar 1943 und im März wurde sie in den Altenfjord, welcher ihre ständige Basis für die nächsten 19 Monate werden würde, verlegt. Hier erhielt sie Verstärkung durch den Schlachtkreuzer Scharnhorst und den Schweren Kreuzer Lützow. Große Dinge wurden von diesem mächtigen deutschen Geschwader im Frühjahr und Sommer 1943 erwartet, aber die Briten nahmen die Herausforderung nicht an und schickten die schweren Einheiten der Home Fleet zur Unterstützung in das Mittelmeer und setzten alle Arktis-Konvois bis November 1943 aus. So blieben die deutschen Großkampfschiffe ohne ein Ziel. Schließlich wurde für Tirpitz und Scharnhorst Anfang September eine andere Aufgabe gefunden, wenn auch der Beschuss und die Invasion des nahezu unverteidigten Spitzbergen kaum eine würdige Aufgabe für diese mächtigen Schiffe war. Sie waren zwischen dem 6. bis 9. September auf See und dieser See-Einsatz war auch der letzte für das Schlachtschiff Tirpitz. Am 22. September wurde sie dann von zwei britischen Kleinst-U-Booten vom Typ X-Craft mit Sprengladungen außer Gefecht gesetzt, welche umfangreiche Zerstörungen durch die Schockwellen der Explosionen an Antriebsmaschinen und dem Artilleriesystem verursachten. Die Reparaturen wurden zwar schnell mit bemerkenswerter Ingenieurleistung durchgeführt, aber gerade als das Schlachtschiff Tirpitz mit Erprobungsfahrten am 3. April 1944 beginnen wollte, wurde sie von 40 Barracuda-Sturzkampfbomber von Flugzeugträgern der britischen Home Fleet angegriffen und wieder schwer beschädigt. Weitere Angriffe im Juli und August, wobei sie zu diesem Zeitpunkt schon wieder repariert war, verursachten nur geringe Schäden. Versenkung der Tirpitz Die britische Royal Air Force hatte zuvor bereits versucht, Tirpitz anzugreifen. Erstmals 1941 in Kiel sowie im März und April 1942 in Trondheim. Aber erst im Herbst 1944 hatte das Bomber-Kommando die richtige Kombination aus Flugzeugen und Waffen, um auf diese Distanz einen Erfolg zu ermöglichen: Lancaster-Bomber mit 5.443-kg Tallboy-Bomben und stabilisierten automatischen Bombenabwurfgeräten. Die große Entfernung zum Altenfjord in Norwegen verhinderte einen konventionellen Zielanflug mit Start und Landung von einem Stützpunkt in Großbritannien aus. So wurde entschieden, den Einsatz – genannt Operation Paravane – von einem russischen Flugplatz aus durchzuführen, zu dem die Bomber nach dem Angriff auch wieder zurückkehren sollten, bevor sie zurück nach Großbritannien fliegen. Die Streitmacht bestand aus 20 mit SABS ausgerüsteten Lancaster-Bombern der 617 Staffel, 18 weiteren der 9. Staffel mit konventionellen Bombenzielgeräten und ein Fotoaufklärer der 463. Staffel, einem Mosquito-Bomber und zwei B-24 Liberator. Letztere transportierten Ersatzteile und das notwendige Bodenpersonal. Schlechtes Wetter und Probleme mit der Funkverbindung aufgrund mehr …

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