Kriegstagebuch 27. Juni 1917


Camel verfolgt Hannover
Sopwith Camel jagt eine Hannover.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 27. Juni 1917:

Luftkrieg


Westfront: Erster Luftsieg einer Sopwith Camel von der 70. Squadron des Royal Flying Corps, der ersten Staffel, welche diesen Jäger erhalten hat. 3 weitere Staffeln erhalten das neue Flugzeug im Juli.

Westfront

Flandern: Die deutsche 38-cm-Schnellladekanone L/45 ‘Langer Max’ beschießt mit 55 Granaten das 40 km entfernte Dünkirchen von Luegenboom aus.

Naher Osten

Ägypten: General Allenby wird Oberbefehlshaber des EEF und ersetzt damit Murray in Kairo.

Seekrieg

Biskaya: Der französische Kreuzer Kleber (42 Tote) sinkt vor Brest durch eine Minen von UC 61.

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Im Blickpunkt:
  • Karthagische Soldaten

    Die Punische Armee von Karthago in den Kriegen gegen die Römer. Stärke, Zusammensetzung und Herkunft sowie Ausrüstung der Soldaten Hannibals. Während seiner frühen Geschichte hatte Karthago nur eine Stadtmiliz für seine Verteidigung, welche in Gefahrenzeiten mobilisiert wurde und anschließend wieder aufgelöst wurde. Nach dem fünften Jahrhundert vor Christus gab es dann keine Miliz mehr und das einzige karthagische Militär waren 2500 junge Männer aus den besten Familien, welche ein Elite-Kavallerie-Korps bildeten und gleichzeitig als Trainingseinheit für die Offiziere der anderen Armeeteile fungierten. Allen anderen Karthager war es verboten, militärischen Verbänden beizutreten. Für Stadtverteidigung, Eroberungen und letztlich zur Verteidigung des gesamten Reiches, setzte Karthago ausschließlich Krieger von Vasallenstaaten oder Verbündeten ein und warb Söldner aus dem ganzen Mittelmeerraum an. Einige Provinzen des Reiches, insbesondere Süd-Spanien, stellten Truppen statt Tribute zu zahlen.   Die Libyer, in deren Land Karthago gegründet wurde, waren ursprünglich nur noch Sklaven, als die Stadt mächtiger wurde. Jedoch zur Mitte des Dritten Jahrhunderts vor Christi erhielten sie den Status tributpflichtiger Bauern. Sie mussten 1/4 ihrer Ernte abgeben und stellten nun einen großen Teil der karthagischen Soldaten. Die karthagischen Armeen des Ersten Punischen Krieges auf Sizilien bestanden weitgehend aus diesen punisch-libyschen Soldaten. Die Baracken in den dreifach gestaffelten Stadtmauern von Karthago konnten insgesamt 24.000 Soldaten, 4.000 Pferde und 300 Elefanten aufnehmen, welche durch punisch-libysche Truppen gefüllt waren. Im Dritten Jahrhundert vor Christi begann Karthago ebenfalls mit einer umfangreichen Rekrutierung von Numidischer Kavallerie und, später, Mooren-Truppen aus Mauretanien. Diese Truppen wurden von numidischen und maurischen Prinzen gestellt, welche mehr oder weniger unabhängige Verbündete waren, und dafür keinen Tribut zu entrichten hatten. Zudem wurden Söldner aus allen Teilen der bekannten Welt angeworben, indem Senatoren zu den Handelszentren gesendet wurden, um mit den lokalen Königen und Prinzen darüber zu verhandeln. Zu Beginn des Zweiten Punischen Krieges gab es etwa eine Million karthagischer Bürger. Etwa 12.000 Karthager und afrikanische Hilfstruppen konnten zur Schlacht von Zama am Ende des Krieges aufgestellt werden. Während des Dritten Punischen Krieges (149-146 vor Christi) konnten 25.000 Fußsoldaten und 400 berittene Adelige von den Bürgern und libyschen Bauern rekrutiert werden. Nach dem Ersten Punischen Krieg (265-241 vor Christi) konnte Karthago 10.000 Bürger im Mamertinen-Krieg (Aufstand unbezahlter Söldner aus dem Ersten Punischen Krieg) stellen und während der Schlacht bei Crimessus auf Sizilien im Jahre 340 vor Christi waren 10.000 Karthager in einer Armee aus 70.000 Mann. All dieses lässt den Schluss ziehen, dass Karthago lediglich nur etwa 10.000 Soldaten aus dieser großen Anzahl von Bürgern im Notfall ziehen konnte. Die afrikanische Infanterie (Bild oben) von Karthago kämpfte bis zur Schlacht an den Trasimenischen Seen (217 v.Chr.) in Phalanx-Formationen. Jede bestand aus etwa 4.000 Mann mit 256 Mann in der Front und 16 Glieder tief. Hierbei verwendeten sie Rüstungen aus Metallhelmen und Kürass, Rundschilde mit 60 cm Durchmesser, zweihändige Piken zwischen 5 und 7 Metern lang und ein kurzes Schwert. Später rüstete Hannibal seine Schwere Infanterie mit den erbeuteten römischen Waffen und Rüstungen aus und übernahm die besten Eigenschaften des Legionärs-Drilles. Dieser Prozess war abgeschlossen bis zur Kesselschlacht von Cannae im nachfolgenden Jahr, zu welcher Zeit die spanische und ein Teil der keltischen Infanterie so ausgerüstet waren und 92.000 römische Soldaten vernichtet wurden. Da Hannibal während seines fünfzehnjährigen Feldzuges in Italien nur einmal Nachschub (4.000 numidische Reiter und einige Elefanten) aus Karthago genehmigt bekommen hatte, ging der Anteil der afrikanischen Infanterie immer weiter zurück. Von den 40.000 karthagischen Infanteristen bei Cannae waren nur 4.000 Leichte und 8.000 schwere Soldaten von der libysch-punischen Infanterie, welche in zwei traditionellen Phalangen links und rechts das Zentrum deckten. Die Karthager wurden durch Pyrrhus, den König von Epirus von 295 bis 272 v.Chr. in die Kunst des Einsatzes von Kriegselefanten eingeführt. Dafür gaben sie ihre Kriegswagen auf und setzten erstmals Elefanten gegen die Römer bei Agrigentum auf Sizilien im Jahr 262 v.Chr. ein. Da Karthago keine direkten Verbindungen nach Indien hatte, setzte es den zwischenzeitlich ausgestorbenen afrikanischen Waldelefanten ein. Zu seiner Zeit konnte diese Art in Marokko, Algerien und an den Rändern der Sahara angetroffen werden. Dieser Elefant konnte jedoch nicht mit dem indischen oder afrikanischen Buschelefanten im zentralen und südlichen Afrika verglichen werden und war erheblich kleiner. Der indische Elefant erreicht eine durchschnittliche Schulterhöhe von drei Metern, der afrikanische Buschelefant sogar 3,5 Meter, aber der afrikanische Waldelefant weniger als 2,5 Meter.   Deshalb war der von den Karthagern eingesetzte Waldelefant zu schmal, um einen Kampfturm zu tragen und es gibt keine Belege, ob überhaupt Krieger auf diesen Elefanten saßen. Es gibt eine Münze, welche einen Elefanten zeigt, auf dem ein Reiter sitzt und es ist daher anzunehmen, dass das Tier selbst die Waffe war. Es konnte erhebliche Wirkungen auf berittene Truppen haben, für deren Pferde der Elefant ungewohnt war. In jedem Fall wurden Elefanten mit entscheidende Wirkung gegen die römische Infanterie und Kavallerie in den Jahren 262 und 255 v.Chr. eingesetzt. Zwar hatten die Römer schon seit der Schlacht von Maleventum im Jahr 274 v.Chr. wirksame Taktiken gegen Elefanten entwickelt, bei denen leichte Truppen Bündel von brennendes Heu gegen diese einsetzten. Es scheint aber so, dass jede Generation von Soldaten erst einmal auf Elefanten treffen musste, bevor sie sich gegen diese erfolgreich behaupten konnte. Deshalb war der Elefant nicht mehr als eine Terror-Waffe, welche in der Lage war, eine Armee in Unordnung zu versetzen, die noch nicht auf diese Tiere getroffen war. Daher waren die Kriegselefanten, nach einigen Erfolgen im Ersten Punischen Krieg, von wenig Wert im Zweiten und Dritten Punischen Krieg. Von den 34 Elefanten, die Hannibal aus Spanien mitnahm, starben alle bis auf sieben während der Überquerung der Alpen und nur einer überlebte den nachfolgenden, harten Winter in Italien. Diese sieben Elefanten wurden nur in der Schlacht von Trebia im Jahr 218 v.Chr. eingesetzt und hatten wenig Auswirkungen, da die römische Kavallerie, gegen die sie dort eingesetzt wurden, sowieso schon zahlenmäßig stark unterlegen war. Wahrscheinlich hat Hannibal später auch einige indische Kampfelefanten mit Kriegern in Türmen eingesetzt, die er aus Ägypten mit Geld von Ptolemy II. bezogen hatte. Im Jahr 215. v.Chr. erhielt er auch noch einige weitere Elefanten aus Karthago, welche er mehr …

  • Ein schönes Farbfoto eines T-34/85.

    Sowjetischer mittlerer Kampfpanzer T-34 Modell 1943, Modell 1944 und T-44 mit 85-mm-Kanonen. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. T-34 Modell 1944 (T-34/85) und T-44 Typ: Sowjetischer mittlerer Kampfpanzer. Hier zum Vorgängermodell T-34 Modell 1943 T-34/85 (Modell 1944) Geschichte Nachdem die Unfähigkeit des T-34 Model 1943 offensichtlich wurde, mit den neuen deutschen Panzertypen – wie dem Panther-Panzer und PzKpfw VI Tiger – fertig zu werden, war das NKTP gezwungen, dieser Tatsache in das Auge zu sehen. Egal wie sehr auch die Panzerproduktion dadurch gestört werden würde, es mussten wesentliche Verbesserungen an den vorhandenen russischen Panzertypen vorgenommen werden. Auch das GKO griff ein, nachdem es von zahlreichen Beschwerden von Fronteinheiten überschwemmt worden war, dass ein ‘längerer Arm’ benötigt wurde, um die deutschen Panzer zu erreichen und erfolgreich zu bekämpfen. Vier Entwicklungsteams von Kanonen wurden aufgefordert, ein Sofort-Programm zur stärkeren Bewaffnung des T-34 zu starten. Die Teams von Grabin und Petrow arbeiteten bereits an 85-mm-Kanonen, als Grabins Büro vom 23 Jahre alten A. Savin übernommen wurde, als dessen bisheriger Chef zum Zentralen Artillerie-Entwicklungsbüro (TsAKB) nach Moskau versetzt wurde. Zudem begann noch das Team von Siderenko mit den Arbeiten an ihrer 85-mm-Kanone S-18. Die neuen Kanonen wurden auf dem Testgelände von Gorokhovieskiy außerhalb von Gorki erprobt und Grabins ZiS-53 wurde zum Sieger erklärt. Leider vertrug sich aber der neue Panzerturm, welcher von V. Kerichew bei Krasnoye Sormovo in Gorki entwickelt worden war, nicht mit der neuen Kanone. Offenbar hatte dieser nämlich den Turm um Petrovs D-5-Kanone herum entwickelt, welche früher zur Verfügung gestanden hatte und sich bereits für den Jagdpanzer SU-85 in Produktion befand. Zwei unbewaffnete T-34/85 waren bis zum 15. Dezember 1943 fertiggestellt worden und das GKO genehmigte den neuen Typ für den sofortigen Bau und Einsatz trotz dieser Probleme. Um weitere Verzögerungen zu vermeiden, befahl das NKTP den T-34/85 vorübergehend mit der D-5T-Kanone zu bauen, bis Savin einen neuen Panzerturm für Grabins neue und modifizierte ZiS-53-Kanonen sowie weiteren Verbesserungen entworfen hatte. Diese vorläufige Zwischenlösung, der T-34/85 Modell 1943 mit der D-5T-Kanone, ging noch im Dezember 1943 bei Zavod Nr. 112 in Krasnoye Sormovo in Produktion. Die Freigabe für die Serienproduktion erfpgte am 15. Dezember 1943 und bis zum Ende des Jahres waren bereits 293 fertiggestellt worden. Im Jahr 1944 folgten weitere 11.000 T-34/85 des Modell 1943 und vor allem Modell 1944.   Die zwischenzeitlich modifizierte, neue Kanone wurde ZIS-S-53 genannt, um Savins Einfluss auf den Entwurf zu würdigen und ersetzte im Frühjahr 1944, zusammen mit dem neuen Turm, den bisherigen mit der D-5T-Kanone. Dieser Panzer war nun der T-34/85 Modell 1944. Der T-34/85 Modell 1943 und 1944 unterschieden sich in vielerlei Hinsicht. Der augenscheinlichste Unterschied war der Geschützmantel, doch beim Modell 1944 war auch die Kommandantenkuppel nach hinten versetzt, um den Kanonier mehr Platz zu geben und ein Funkgerät in der Nähe des Kommandanten unterzubringen. Der T-34-85 bedeutete nicht nur einen wichtigen Schritt vorwärts bezüglich einer höheren Feuerkraft, sondern endlich wurde auch der Drei-Mann-Turm (Kommandant, Kanonier und Ladeschützen) mit vollständigen visuellen Beobachtungsmöglichkeiten und Funkgeräten für den Panzerkommandanten eingeführt, was bei den deutschen Panzerkampfwagen schon lange üblich war und ein wichtiger Teil ihrer bisherigen, taktischen Überlegenheit bildete. Die Produktion des T-34-85 ersetzte nicht sogleich den gesamten Bau des T-34 Modell 1943 mit der 76-mm-Kanone in allen Panzerfabriken, machte aber trotzdem den Großteil der russischen Panzerproduktion im Jahr 1944 aus. Zu Anfang wurde der neue T-34 von den Deutschen irrtümlich als T-43 identifiziert, über den es einige Meldungen gab und der über einen besseren Panzerschutz verfügen sollte. Im Oktober 1943 entschied das NKTP auch endgültig die Produktion von leichten Panzern zu beenden, nachdem nur 120 T-80 ausgeliefert worden waren. Zu diesem Zeitpunkt des Krieges waren die sowjetischen leichten Panzer praktisch unbrauchbar gegen deutsche Panzer und die benötigten Mengen an Aufklärungspanzern und leichten Unterstützungspanzer für die Infanterie konnten von Lend-Lease-Modellen wie dem Stuart oder Valentine ausgefüllt werden. Einsatz Im Zusammenhang mit dieser Entscheidung wurden im November 1943 die sowjetischen Tank-Brigaden erneut reorganisiert, wobei alle leichten Panzer bei diesen gestrichen wurden und die neuen Brigaden nur noch aus dem T-34 Modell 1943 und T-34/85 bestanden. Die Mischung aus T-34 mit der 76-mm oder 85-mm-Kanone war willkürlich und nur davon abhängig, welcher Typ gerade zur Verfügung stand, obwohl Garde-Einheiten natürlich mit der besseren Ausrüstung ausgestattet wurden, wenn dies möglich war. Die leichten Panzer wurden den mechanisierte Artillerie-Einheiten und einigen anderen Formationen zur Aufklärung oder Verbindungsaufgaben beigegeben. Verfügbar in Abertausenden, übernahm der T-34 die Herrschaft über das Schlachtfeld, zwang die deutschen Truppen immer mehr Defensive und gewann schließlich die taktische und strategische Initiative im ‘Großen Vaterländischen Krieg’ für die Sowjetunion. Nach dem Krieg wurde der T-34/85 und seine Nachfolger noch lange weiter verwendet und war noch im Koreakrieg der wichtigste mittlere Kampfpanzer. Gleichzeitig wurde er noch bis in die Mitte der 1950er Jahre weitergebaut, bis er vom T-54 endgültig abgelöst wurde. Bei anderen Armeen stand er noch bis Mitte der 1960er Jahre im Dienst und tauchte in manchen Buschkriegen auch noch viel später auf. In Erinnerung wird der T-34/85 jedoch als der hervorragende Panzer bleiben, welcher den Zweiten Weltkrieg für die Rote Armee gewonnen hat. Nach der Einführung des T-34/85 war die Rote Armee seit Sommer 1944 so stark, dass sie für den Durchbruch durch die deutsche Verteidigungszone an der Front lediglich ihre Panzer- und mechanisierten Korps benötigte. Die frischen Panzerarmeen wurden erst bei einem Einbruch von etwa 25 bis 40 Kilometern Tiefe eingesetzt, sodass sie weit in das deutsche Hinterland eindringen konnten. Nach dem Durchbruch in die Tiefe des Raumes war ihre Aufgabe, die deutschen operativen Reserven zu zerschlagen und so keine Verteidigungslinien mehr im rückwärtigen Raum zuzulassen. Die sowjetischen Panzer griffen mit tief gestaffelter, danach folgender Infanterie an. Diese Angriffe erfolgten möglichst tief und starr in frontaler Richtung. Erst in der Nacht wurde angehalten, um möglichst viel Infanterie aufschließen zu lassen, die sich eingrub und das neu eroberte Gelände sicherte. Die Gegenangriffe deutscher Panzereinheiten wurden zumeist schon in schnellen Begegnungsschlachten abgewehrt. Durch den zunehmenden Einsatz von Panzernahbekämpfungsmitteln bei der deutschen Infanterie, wie Panzerschreck und Panzerfaust, brachten die sowjetischen Panzerbesatzungen Bretter oder Gitter behelfsmäßig an mehr …

  • Russische Kosaken im Dienst der Wehrmacht.

    Die Gründe, Stärke und Organisation von Russen (Hiwis, Legionen, Kosaken), Befreiungsarmee ROA und Balten im Dienst der Wehrmacht. Russische Truppen in der Wehrmacht In den ersten Monaten des Unternehmen Barbarossa – dem Russland-Feldzug – wurden von der Wehrmacht zahlreiche Angehörige der Roten Armee gefangengenommen, deren Zahl sich in die Millionen summierte. Da keine ausreichende Vorsorge getroffen wurde und in den meisten Fällen der Wille auch nicht vorhanden war, diese riesigen Gefangenenzahlen ausreichend unterzubringen und zu versorgen, waren die Bedingungen in den Kriegsgefangenenlagern im Osten katastrophal und viele verhungerten vor allem im ersten Winter 1941/42. Diesen Bedingungen versuchten zahlreiche russische Gefangene dadurch zu entgehen, dass einzelne oder auch ganze Gruppen sich zu freiwilligen Hilfsdiensten oder auch zum Kampfeinsatz bei der Wehrmacht meldeten. Diejenigen, welche sich zum freiwilligen Kriegsdienst meldeten, waren zumeist Angehörige von nicht-russischen Volksgruppen aus der Sowjetunion, welche entweder in einer Form der Unterdrückung lebten und der straffen Zentralgewalt Moskau entkommen wollten oder dem Bolschewismus und der Gewaltherrschaft Stalins – auch aus religiösen Gründen – feindlich gegenüber standen. Jedoch waren Adolf Hitler und der Großteil der Nazi-Führungsriege von solchen Aktivitäten nicht begeistert, da sie Russland als Beuteland ansahen, dessen weite und fruchtbare Landstriche das angebliche deutsche Lebensraum-Problem beheben sollte. Das Land sollte, anstatt weiterhin von slawischen Völkern beherrscht zu werden, stattdessen zum Siedlungsgebiet von Einwanderern aus den ‘germanischen Ländern’ von Mittel-, West- und Nordeuropa dienen. Diesen Ideen standen natürlich nationale Unabhängigkeitsbewegungen oder Freiheitsideen in den eroberten Ostgebieten im Weg. Erst als praktisch schon alles verloren war und unter dem Eindruck der Offensiven und des Vordringens der Roten Armee ab 1944, begann Hitler den offiziellen Widerstand gegen die Aufstellung von Bataillonen aus Russen im Rahmen der Wehrmacht aufzugeben. Allerdings hat sich das Bild praktisch schon viel früher geändert, da im rückwärtigen Heeresgebiet von den dort verantwortlichen Offizieren der Wehrmacht, schon viel früher erkannt wurde, dass man auf die Mitwirkung der Hilfswilligen, kurz als Hiwis, angewiesen war. Hohe Offiziere, wie die Generale Gehlen und von Tresckow, Oberstleutnant Graf von Stauffenberg, die Obersten Herre, von Roenne und andere, unterstützen klar die Bildung von Kampfeinheiten aus den einheimischen Freiwilligen, die wegen ihrer Landes- und Sprachkenntnisse besonders bei der Partisanenbekämpfung gut zu gebrauchen waren. Unabhängig von der offiziellen deutschen Politik, welche aus Berlin befohlen wurde und gedeckt durch deutsche Offiziere, begann 1942 der in der vorhergehenden Winterschlacht gefangengenommene General der Roten Armee, Andrej Wlassow und der Oberst Wladimir Bojarskij mit einer großangelegten Rekrutierung und der Bildung einer national-russischen Armee. Deren überraschende Erfolge erweckte die Aufmerksamkeit der NS-Führung und Hitler sprach ein Verbot jeder weiteren Tätigkeit Wlassows aus. Der General wurde in Berlin in ‘Ehrenhaft’ genommen. Trotz aller Gegnerschaft der NS-Führung wurden von den praktisch denkenden Frontbefehlshabern und Offizieren weiterhin russische Freiwilligen-Einheiten eingesetzt und sogar lobend in Wehrmachtmeldungen erwähnt. Deren Soldaten setzten sich vor allem aus Großrussen, Weißruthenen, Esten, Litauer, Ukrainer, Bessarabier und Tataren zusammen. Mit besonders großem Herzen bei der Sache waren die Kosaken vom Terek, Kuban und Don, die noch zu Zeiten der Zaren die Elitesoldaten waren und die bolschewistische Herrschaft hassten, denn die Bolschewiken hatten ihnen ihren Sonderstatus genommen. Die tapferen Kosaken-Reiter waren besonders wertvoll bei der Aufklärung, Patrouillen und im Kampf gegen Partisanen. Russische Freiwilligen-Verbände Die steigenden Verluste der Wehrmacht an der Ostfront, zusammen mit der zunehmenden Partisanen-Tätigkeit hinter der Front, führte zwangsläufig zu einem Prozess, der mit einer zunehmenden Einbindung einer großen Anzahl der russischen Kriegsgefangenen in die deutschen Kriegsanstrengungen führte. Ausgewählten ehemalige Soldaten der Roten Armee wurden in deutsche Uniformen ohne Rangabzeichen gesteckt und sie wurden oft in den offiziellen Stärkeachweisen der Truppe eingerechnet. Diese ‘Frans’ oder ‘Hiwis’ (Abkürzung für Hilfswillige) ermöglichten es den deutschen Einheiten, mehr deutsche Soldaten als Kampftruppen zu verwenden und den Hiwis die Durchführung der Nachschubtransporte, Bauarbeiten und andere, nicht mit direkten Kampfhandlungen verbundene Aufgaben, zu überlassen. Es wird geschätzt, dass insgesamt etwa 1,5 Millionen Russen in der Wehrmacht Dienst taten. Mitte 1944 gab es etwa 160 Bataillone mit rund 300.000 russischen Kämpfern. Der nächste Schritt war dann, den Hiwis eine zunehmend aktivere Rolle als Übersetzer, Späher, Wachen und schließlich als Frontkämpfer zu übertragen. Zum gleichen Zeitpunkt begannen Befehlshaber hinter der Front ganze Einheiten aus gefangengenommen ehemaligen Rotarmisten in Bataillonsstärke zu rekrutieren, welche als Sicherungstruppen hinter der deutschen Front und insbesondere zum Schutz der wichtigen Eisenbahnlinien gegen sowjetische Partisanen eingesetzt wurden. Zu Beginn trugen diese Männer ihre alten russischen Uniformen, von denen die sowjetischen Erkennungszeichen entfernt worden waren und sie erhielten eine Armbinde mit der Aufschrift ‘Im Dienste der deutschen Wehrmacht’. Ab August 1942 erhielten sie dann deutsche Uniformen, welche besondere Abzeichen enthielten. Im Juli 1942 wurde der Stab und das Rahmenpersonal der aufgelösten deutschen 162. Infanterie-Division im besetzten Polen dazu verwendet, sechs neu aufgestellte Freiwilligen-Legion-Bataillone aus Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Nord-Kaukasus, Wolga-Tartaren und Turkestan auszubilden. Insgesamt wurden 98 Legion-Bataillone aus Ostvölkern aufgestellt, davon 82 durch die deutsche 162. Infanterie-Division. Von diesen wurden zwischen 1942 und 1945 79 an der Ostfront oder auf dem Balkan eingesetzt, 12 gingen 1943 und 1944 nach Italien und Frankreich. Am 4. August 1943 wurde dann die 1. Kosaken-Division aus sechs Kavallerie-Regimentern (1. und 5. Don-Kosaken, 2. Sibirische Kosaken, 3. und 4. Kuban-Kosaken und 6. Terek-Kosaken) mit unterstützenden Divisionseinheiten aufgestellt. Sie wurde ab Oktober 1943 in Kroatien eingesetzt und im November 1944 der Waffen-SS eingegliedert, welche die Division in die 1. und 2. Division aufteilte, welche zusammen das XV. Kosaken-Kavallerie-Korps bildeten. Neun unabhängige Kosaken-Infanterie-Bataillone und 19 unabhängige Kosaken-Kavallerie-Bataillone kämpften an der Ostfront bei deutschen Divisionen. Russische Befreiungsarmee (ROA) Im Januar 1943 wurden die Ostbataillone der deutschen Divisionen der Russischen Befreiungsarmee (Russkaya Osvoboditel’naya Armiya) oder kurz ROA unterstellt, welche unter dem Kommando des ehemals sowjetischen General Wlassow stand. Er hatte gehofft, alle russischen Freiwilligen-Einheiten in der Wehrmacht in eine eigene Armee überführen zu können, um die Sowjetunion von der kommunistischen Herrschaft befreien zu können und ein neues Russland zu schaffen. Jedoch blieben die Bataillone, verteilt auf einzelne deutsche Divisionen, weiterhin unter der deutschen Befehlsgewalt. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch starke Widerstände von Himmlers SS und rassistischen Nazi-Bonzen. Von den insgesamt 71 Bataillonen der ROA an der Ostfront wurden seit Oktober 1943, mehr …

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