Kriegstagebuch 3. Dezember 1917


Türkische Feldartillerie, ausgerüstet mit deutschen 75-mm-Haubitzen
Türkische Feldartillerie, ausgerüstet mit deutschen 75-mm-Haubitzen, beschießt britische Stellungen in Palästina.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 3. Dezember 1917:

Naher Osten


Palästina: Ein Bataillon der britisches 74. Division (286 Mann Verluste) nimmt und verliert dann wieder Beit-Ur-el Foka.
Mesopotamien – Drittes Gefecht von Jebel Hamrin: Egertons 20.000 Mann mit 116 Kanonen und Oberst Bicharakovs 1.000 Kosaken stürmen gegen 4.400 Türken mit 34 Kanonen an, besetzen den Sakaltutan-Pass am 4. Dezember, nehmen Kara Tepe am 5. Dezember und fügen 542 türkische Verluste für 219 eigene zu.
Armenien: Das britische Kriegsministerium beschließt, ‘alle angemessenen Geldforderungen der russischen Kaukasus-Armee zu erfüllen’.

Westfront

Cambrai: Die Briten ziehen sich von La Vacquerie und dem Brückenkopf über den Kanal östlich von Marcoing zurück.
Ypern: Britische Geländegewinne südwestlich vom Polygon-Wald. Haig warnt seine Armeekommandeure: ‘… die Situation an den russischen und italienischen Fronten … und der Mangel an Verstärkungen, den wir wahrscheinlich haben werden, wird aller Wahrscheinlichkeit nach eine defensive Haltung für die nächsten Monate erfordern. Wir müssen bereit sein, eine starke und anhaltende feindliche Offensive zu überstehen.’

Ostfront

Russland: Ein bolschewistischer Mob ermordet General Dukhonin in der Mogilew-Station. Mannerheim kommt Stunden später durch auf dem Weg nach Finnland. Die Gespräche von Brest-Litowsk beginnen zwischen Russland und allen Mittelmächten.
Der britische Generalstabschef schickt ein Telegramm an General Ballard, dem Verbindungsoffizier bei der rumänischen Armee, den russischen General Kaledin ‘bis zu der erforderlichen Summe’ zu finanzieren.
Rumänien: Der russische Befehlshaber, General Shcherbachev, informiert König Ferdinand über Mackensens Anfragen zu einem Waffenstillstand.

Südfronten

Trentino: 213 österreichische Kanonen und Mörser beschießen die italienischen Stellungen vom Mt.Sisemol bis zum Mt.Badenecche bis zum 4. Dezember und vor allem mit Gasgranaten.

Heimatfronten

USA: Kriegsanstrengungs- und Sparsamkeits-Briefmarken werden verkauft.
Italien: Die obligatorische Lebensmittelrationierung beginnt in Rom.
Großbritannien: Freiwillige Lebensmittelrationierung für alle unter 18 Jahren. 4 Deutsche Kriegsgefangene entkommen vorübergehend aus Farnborough.
Frankreich: 7.000 Streikende legen die Munitionsfabrik Saint-Etienne bis zum 5. Dezember lahm.

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Im Blickpunkt:
  • Colt-M1911

    Colt M1911 und M1911A1, automatische Pistole der US-Armee von 1911 bis 1985. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Pistole Modell 1911 (Colt M1911 und M1911A1) Typ: Automatische Pistole. Geschichte Der Colt M1911 steht im Wettbewerb mit der Browning HP als eines der erfolgreichsten, jemals gebauten Pistolen-Entwürfe. Millionen wurden von der Waffe gebaut und sie ist überall auf der Welt noch in Verwendung, seit sie 1911 für die US-Armee akzeptiert wurde. Der Entwurf hatte seine Ursprünge aber schon lange vorher, denn die Waffe basierte auf dem Colt Browning Modell 1900. Diese Waffe wurde als Ausgangspunkt für eine neue Dienstwaffe verwendet, welche von der US-Armee für das neue 11,43-mm-Geschoss verlangt wurde. Denn das bisher übliche Kaliber 9,65 mm wurde von vielen Soldaten als zu leicht angesehen, um einen angreifenden Feind aufzuhalten. Im Jahr 1907 und 1908 wurden eine Reihe von Versuchen durchgeführt. Dabei stellten sich die Modelle Colt von John Browning, Savage und die Luger Parabellum Modell 1908 als vielversprechendste heraus. Der Colt wurde anschließend leicht überarbeitet, um den Anforderungen der Armee an Einfachheit, Robustheit und Sicherheit gerecht zu werden. Als Ergebnis davon wurde 1911 der Colt als Pistol Automatic Caliber .45 M1911 von der US-Armee übernommen. Während viele zeitgenössische Pistolen-Entwürfe einen Empfängeranschlag verwendeten, um die Rückwärtsbewegung des Empfängerschlittens festzuhalten, hatte die M1911 ein Verriegelung-System, welches ein festeres Anhalten lieferte. Der Lauf hatte Laschen in seine Außenfläche eingearbeitet, welche in die entsprechenden Nuten am Verschluss passten. Wenn die Pistole abgefeuert wurde, wurden der Lauf und Bügel eine kurze Distanz rückwärts bewegt, wobei diese Laschen noch nicht einrasten. Am Ende der Strecke wurde diese Bewegung durch ein Schwenkglied gestoppt, das umschwenkt und den Laufzapfen aus dem Schlitten herauszieht. Dadurch konnte sich dieser noch weiter bewegen und so die verbrauchte Kartusche auswerfen und den Ladevorgang neu beginnen. Dieses robuste System, verbunden mit einem positiv angelegten Sicherheitsverschluss mit Außenhahn bei gleichzeitiger Griffsicherheit, machte die Modelle Colt M1911 und später auch M1911A1 zu sehr sicheren Waffen unter Einsatzbedingungen.   Zu Beginn war die Produktion nur gering, aber bis 1917 war sie ausreichend ins Laufen gekommen, um Teile der sich schnell vergrößernden US-Armee für ihren Einsatz in Frankreich damit auszurüsten. Dies wohl auch deshalb, da bereits 1915 und 1916 eine Menge der M1911-Pistolen für die Royal Navy und das Royal Flying Corps hergestellt wurden, wobei die Kammer für die Patrone der automatischen Pistole .455 Webley & Scott verändert wurde. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges erhielt die US-Armee, US-Navy und die Marines insgesamt 592.981 Exemplare, welche hauptsächlich von der Firma Colt in Hartford hergestellt wurden. Zum Schluss waren auch noch die Waffenfabrik in Springfield sowie die Firma Remington an der Herstellung beteiligt. In Frankreich bewährte sich die neue Pistole gut, aber die Erfahrungen während des Ersten Weltkriegs zeigte jedoch die Notwendigkeit einiger kleiner Änderungen auf. Die Kontur des Kolbens wurde verändert, um ihn der Hand besser anzupassen. Dazu wurde der Abzug gekürzt und die Vorderkante des Kolbens wurde weggeschnitten, um dem Abzugsfinger einen besseren Griff zu ermöglichen. Schließlich wurde noch der Hammersporn gekürzt. Insgesamt waren diese Veränderungen nicht umfangreich und änderten wenig an der Verwendung im Einsatz. Der grundsätzliche Mechanismus blieb der gleiche und dieser war einer der stabilsten, welcher jemals bei einer Pistole Verwendung fand. Mit diesen Änderungen wurde die Waffe zum Colt M1911A1 und diese Version stammt aus dem Jahr 1922.   Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie neben Colt Firearms auch in einer Reihe anderer Waffenfabriken hergestellt, um die erforderlichen Stückzahlen zu liefern. Mehr als zwei Millionen Stück wurden dabei hergestellt und auch an andere Alliierte geliefert. Die Produktion lief auch nach dem Zweiten Weltkrieg weiter. Dazu wurde die Waffen in vielen Teilen der Welt kopiert und nach gebaut, allerdings nicht immer unter den hervorragenden amerikanischen Qualitätsnormen. Mit einem 14,9-Gramm-Geschoss bei 262 Meter Geschossgeschwindigkeit pro Sekunde war die M1911A1 die stärkste Militärpistole im Einsatz seit dem Ende des .455 Webley-Revolvers in den 1920er Jahren. Um einen Angreifer zu stoppen, ist die Waffe ohne Parallele und die Wirkung von über 400 Newtonmeter auf irgendeinen Teil des Körpers setzt jeden Mann außer Gefecht. Andererseits ist es nicht einfach, mit so einer mächtigen Waffe ohne viel Übung präzise zu schießen. Der Colt M1911 und M1911A1 war bis 1985 in der US-Armee weit verbreitet. Die Pistole wurde nicht nur von Unteroffizieren getragen, sondern war auch die persönliche Bewaffnung für die Mannschaften von schweren Waffen, darunter schwere Maschinengewehren und Granatwerfer. Aufgrund von Beschwerden über seine Nutzlosigkeit bei der Verwendung über größere Schussentfernungen wurde er jedoch nach 1942, insbesondere bei den Mannschaften schwerer Waffen, weitgehend durch den US Carbine cal .30 M1 oder die M3 Grease Gun Maschinenpistole ersetzt. Es besteht kein Zweifel, dass es die am weitesten verbreitete aller Kampfpistolen war, wahrscheinlich deshalb, weil Amerikaner aus Tradition schon zu Faustfeuerwaffen neigen. Dazu gibt unzählige Geschichten über die Wirksamkeit der Colt-Pistole im Kampfeinsatz. Die größte aller ‘Colt-Geschichten’ davon fand bereits am 8. Oktober 1918 statt, als Korporal (Unteroffizier) Alvin York, nachdem er eine Maschinengewehr-Mannschaft mit seinem Gewehr erschossen hatte, ergaben sich ihm 132 deutsche Soldaten und er brachte sie nur mithilfe seines Colt M1911 zu den eigenen Linien zurück in die Gefangenschaft. Benutzer: US Army (und andere Alliierte im 2. Weltkrieg). 3D-Modell Colt M1911A1 Spezifikationen Colt M1911A1 Spezifikationen: Einsatzstatistik:

  • Ausbildung von Totenkopf-Soldaten

    Die Aufstellung der SS-Totenkopf-Division (T) (Teil I). Bezeichnung, Kommandeure, Besatzungsgräueltaten in Polen und Ausbau zur Division. Bezeichnung SS-Totenkopf-Division (16. Oktober 1939) SS-Panzergrenadier-Division Totenkopf (9. November 1942) 3. SS-Panzer-Division Totenkopf (22. November 1943) Kommandeure SS-Obergruppenführer Theodor Eicke (November 1939 bis Juli 1941) SS-Obergruppenführer Matthias Kleinheisterkamp (Juli 1941) SS-Obergruppenführer Georg Keppler (Juli bis September 1941) SS-Obergruppenführer Theodor Eicke (September 1941 bis Februar 1943) SS-Obergruppenführer Hermann Priess (Februar bis April 1943) SS-Brigadeführer Heinz Lammerding (April 1943) SS-Gruppenführer Max Simon (Mai bis Oktober 1943) SS-Obergruppenführer Hermann Priess (Oktober 1943 bis Juni 1944) SS-Brigadeführer Helmuth Becker (Juni 1944 bis Mai 1945) Aufstellung Die Totenkopf-Division hatte ihre Ursprünge aus den hochgradig verrufenen Einheiten, welche die Konzentrationslager bewachten. Diese SS-Totenkopf-Standarten übernahmen im Jahr 1934 von der SA die Aufsicht über diese Lager. Leiter der KZ-Inspektion war der genauso verrufene Theodor Eicke. SS-Regimenter wurden aufgestellt und bei den verschiedenen Lagern stationiert. Die Standarte I ‘Oberbayern’ in Dachau, Standarte II ‘Brandenburg’ in Oranienburg, Standarte III ‘Thüringen’ bei Buchenwald und Standarte IV ‘Ostmark’ bei Mauthausen. Diese verschiedenen Teile der SS-Totenkopf wurden unter dem Begriff SS-Totenkopf-Verbände, oder kurz SS-TV, zusammengefasst. Die SS-Totenkopf-Verbände galten für die SS-Verfügungstruppe eigentlich als zu minderwertig. Dienst bei der SS-Verfügungstruppe bedeutete für deren Mitglieder, auch die Fähigkeit für den militärischen Einsatz zu haben – bei den Totenkopf-Verbänden galt dies als nicht gegeben. Trotzdem hatte Eicke große Ambitionen für seine Totenkopf-Soldaten. Nach und nach entledigte er sich der schlechtesten Elemente und verbesserte die militärischen Fähigkeiten der anderen. Da die Truppe trotzdem aber als eigentlich internes Sicherheitspersonal angesehen wurde, erhielt sie nur geringe Prioritäten bei Personal und Ausrüstung und war auf zweitklassiges Material oder Beutewaffen angewiesen. Bei Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die Standarten ‘Oberbayern’, ‘Thüringen’ und ‘Brandenburg’ nach Polen geschickt, um jeglichen Widerstand in den eroberten Gebieten niederzuschlagen. Dies führte im Allgemeinen dazu, dass die Totenkopf-Leute den brutalen SD-Einsatzgruppen bei dem Zusammentreiben von Juden und anderen ‘unerwünschten Personen’ hinter der Front halfen. Alleine in der Gegend von Bydgoszec exekutierten Teile der ‘Brandenburg’-Standarte 800 ‘verdächtige’ Polen innerhalb von nur zwei Tagen. Das entsetzliche Verhalten der Totenkopf-Einheiten in Polen führte zu heftigen Beschwerden durch die Wehrmacht, welche aber alle von den vorgesetzten Verantwortlichen zur Seite geschoben wurden. Im November 1939 entschied Hitler letztlich sogar, dass die verschiedenen Totenkopf-Regimenter zu einer dritten SS-Division zusammengelegt werden sollten. Schon seit Mitte Oktober 1939 wurde die Totenkopf-Division im Wehrkreis VII durch Gruppenführer Eicke als ‘Inspekteur der SS-Totenkopf-Verbände’ aus den jüngeren Soldaten der existierenden vier SS-Standarten als bespannte Infanterie-Division aufgestellt. Probleme mit der Disziplin waren immer noch weit verbreitet, trotz Eickes brutalen Reaktionen auf Ungehorsam oder Insubordination. Das Training wurde in den ersten Monaten des Jahres 1940 fortgesetzt, aber die neue SS-Totenkopf-Division hatte einen großen Mangel an Fahrzeugen und bei der schweren Ausrüstung zu beklagen. Dies führte dazu, dass Eicke diese Ausstattung erbetteln, leihen und praktisch sogar stehlen musste, um seine Einheit auf Sollstärke zu bringen. Die Division wurde schließlich der 2. Armee für den Westfeldzug unterstellt. Gliederung 1939/40: Hier zum Teil II: Einsätze der SS-Totenkopf-Division 1940 bis 1942

  • MiG-3 Jäger über Leningrad

    Rote Luftwaffe 1941/1942 und Rote Flotte seit 1941. Stärke, Flugzeugtypen und Organisation in den Jahren 1941 und 1942 und Flotten mit Schiffen der Sowjetunion. Rote Luftwaffe 1941 Die sowjetische Rote Luftwaffe war 1941 die größte Luftstreitmacht der Welt und hatte eine Stärke zwischen 12.000 und 15.000 Flugzeugen, von denen etwa 4.000 in der Nähe der Westgrenzen stationiert waren. Allerdings war die Rote Luftwaffe von einer Reihe von Problemen befallen. Die Säuberungen in den 1930er Jahren hatten die Führung der Luftstreitkräfte vernichtet, wobei viele ihrer aufgewecktesten Offiziere durch politisch Beauftragte ersetzt wurden. Gleichzeitig wurden einige der eher fortschrittlichen Gedanken, wie Langstreckenbomber und Luftlandetruppen, auf unbestimmte Zeit verschoben. Deshalb befand sich die Rote Luftwaffe im Sommer 1941 in den Turbulenzen einer Reorganisation, als die sowjetischen Luftwaffen-Befehlshaber unter dem Eindruck des Winterkrieges gegen Finnland 1939/40 und der deutschen Erfolge in Europa versuchten, ihre Verbände zu modernisieren. Zum Zeitpunkt des Beginns von Unternehmen Barbarossa, dem deutschen Angriff auf Russland, waren diese Reformen jedoch noch weit davon entfernt, abgeschlossen zu sein. Der deutschen Angriff fand die Rote Luftwaffe praktisch unvorbereitet für Kampfeinsätze vor. Die sowjetischen Flugplätze lagen viel zu weit vorne an der Grenze und die Flugzeuge waren auf diesen Flügel an Flügel nahe nebeneinander abgestellt, was sie zu hervorragenden Zielen für die deutsche Luftwaffe machte. Am ersten Tag des Angriffs meldete die deutsche Luftwaffe die atemberaubende Zahl von 1.811 zerstörten sowjetischen Flugzeugen, davon 1.489 auf dem Boden und 322 in der Luft. Die deutschen Verluste beliefen sich auf lediglich 35 Flugzeuge. Die Deutschen setzen ihre Verwüstungen in den nachfolgenden Monaten fort und die Rote Luftwaffe erlitt enorme Verluste. Sowjetische Flugplätze wurden systematisch von der deutschen Luftwaffe angegriffen, weshalb die meisten Flugzeuge der Roten Luftwaffe auf dem Boden zerstört wurden. Die Piloten der Roten Luftwaffe samt ihrer Flugzeugtypen waren keine Gegner für die deutschen Veteranen und die Verluste im Luftkampf nahmen ebenfalls zu. Bis Ende November 1941 meldeten die Deutschen 16.000 vernichtete sowjetische Flugzeuge (die Sowjets gaben immerhin schon die ebenfalls hohe Zahl von 6.400 zu) für den Verlust von 3.453 zerstörten oder deutschen Flugzeugen. Organisation 1941 Die schweren Verluste gegen die nur schwache finnische Abwehr im Winterkrieg 1939/40 führten schon zu einer Reorganisation der Roten Luftwaffe. Die Staffel mit 20 bis 30 Flugzeugen wurde durch das Flieger-Regiment als grundsätzliche taktische Einheit der Luftwaffe ersetzt. Dieses Regiment bestand aus drei bis vier Schwärmen, was eine durchschnittliche Stärke von etwa 60 Flugzeuge ergab. Drei bis vier Regimenter bildeten eine Flieger-Division und ersetzten die bisherige Brigade. Diese Division wurde unabhängig eingesetzt und war entweder einem Militärbezirk oder Armee zugeordnet, oder wurde zusammen mit anderen Divisionen zu einem Flieger-Korps zusammengelegt. Die Flugzeuge des Regiments bestanden entweder aus einem einzigen Typ oder waren gemischt, sodass die Flieger-Division normalerweise eine große Vielfalt an unterschiedlichen Flugzeugen hatte, welche die verschiedenen taktischen Funktionen widerspiegelte. Es gab drei grundsätzliche Aufgaben, welche die Rote Luftwaffe erfüllen sollte. Als Erstes sollte die taktische und strategische Luftüberlegenheit gewonnen werden, dann die Rote Armee in den Bodenkämpfen unterstützt und schließlich Luftaufklärung geflogen werden. Diese Aufgaben waren Teil der sowjetischen Militär-Doktrin, welche die Luftwaffe nicht als unabhängige Streitmacht ansah, sondern praktisch als das Luftelement der Landstreitkräfte, das die Aufgabe hatte, die sowjetischen Bodenoperationen auf taktischer Ebene zu erleichtern. Im Jahr 1941 war der Großteil der sowjetischen Flugzeuge direkt Bodeneinheiten zugeteilt, sodass die Rote Luftwaffe im Konfliktfall effizient mit der Armee zusammenarbeiten konnte. Diese Dezentralisierung der Roten Luftwaffe hatte aber das große Problem, dass ihre Einheiten über die Armeen verteilt waren und dadurch eine effektive zentrale Kontrolle fehlte. Diese Schwäche wurden während der ersten Monate der deutschen Invasion offensichtlich, denn die sowjetische Reaktion im Luftraum war konfus und es fehlte eine allgemeine Vorgabe. Die massiven Verluste während der ersten Monate des Krieges führten dazu, dass die Kommandostruktur der Roten Luftwaffe reorganisiert wurde. Das STAVKA, mit bemerkenswerter Voraussicht, hielt neue Luftwaffen-Verbände während des Jahres 1941 zurück, sodass diese nicht Stück für Stück in den Kämpfen an den Grenzregionen zerschlagen wurden, sondern eine zentrale Reserve bildeten. Durch vorsichtiges Haushalten mit Ressourcen, gelang es dem STAVKA sechs Reserve-Luftwaffen-Gruppen zwischen jeweils drei bis acht Flieger-Regimentern zu bilden, welche im Notfall an verschiedenen Fronten eingesetzt werden konnten. Die Verluste an Flugzeugen und Ausrüstung führten zu einer Verkleinerung der Luftwaffen-Organisation. Die Stärke der Flieger-Division wurde auf zwei Flieger-Regimenter reduziert, wobei jedes aus zwei Staffeln zu je 10 Flugzeugen bestand. Die Reorganisation der Bodenorganisation wurde ebenfalls 1941 durchgeführt. Ein rückwärtiges Kommando der Roten Luftwaffe wurde gebildet, um die Gesamtkontrolle zu übernehmen. Das alte System auf der Grundlage geografischer Räume wurde durch ein zentralisiertes System logischer Unterstützung mit allen notwendigen technischen und Wartungsdiensten in der Region der Fliegerverbände ersetzt, um die Luftwaffenverbände einsatzfähig zu halten. Aus dieser Versorgungsstruktur baute die Rote Luftwaffe eine Streitmacht, welche schließlich in der Lage sein sollte, die deutsche Luftwaffe zu schlagen. Am 6. Dezember 1941 erhielten sechs Flieger-Regimenter den Garde-Status für ihre Leistung während der Verteidigung von Moskau – und ähnlich wie bei den Bodentruppen, erhielten sie fortan das beste Material und Personal. Dadurch zeigten sie eine durchweg bessere technische und auch Einsatz-Leistung als die gewöhnlichen Verbände. Ihre Zahl stieg im Verlauf des Krieges stark an und die Garde-Einheiten wurden von den Deutschen als gleichwertig zu den Gegnern auf anderen Kriegsschauplätzen angesehen. Rote Luftwaffe 1942 Die erzwungene Pause bei Luftoperationen während der Winterperiode gab der Roten Luftwaffe Zeit sich von den ersten Schocks zu erholen. Das Training wurde verbessert und die Qualität der Besatzungen stieg in der Regel durch die direkte Kampferfahrung. Die Verlegung der Industrie nach Osten in den Ural und Sibirien zeigte die ersten Früchte auch beim militärischen Flugzeugbau. So wurden 2.000 im Monat Mitte 1942 gebaut (insgesamt 9.924 Jäger, 8.219 Schlachtflugzeuge und 3.537 Bomber im Jahr 1942), 2.500 im November 1943 (insgesamt 14.590 Jäger, 11.177 Schlachtflugzeuge und 4.074 Bomber in 1943) und im Sommer 1944 3.355 Flugzeuge (insgesamt 17.913 Jäger, 11.110 Schlachtflugzeuge und 4.186 Bomber in diesem Jahr). Nicht nur die Menge der Flugzeuge stieg an, sondern auch ihre Qualität. 1942 sah die weitverbreitete Einführung von verbesserten Typen wie der Iljuschin Il-2 Stormowik Schlachtflugzeuge und der neuen Jak-9 mehr …

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