Kriegstagebuch 3. September 1917


Deutsche Soldaten in Riga
Deutsche Soldaten rasten vor einer Kirche im eroberten Riga.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 3. September 1917:

Ostfront


Baltikum: Die deutsche 2. Garde- und die 1. Reserve-Divisionen dringen in Riga ein und melden viele tausend Kriegsgefangene eingebracht und 150 Kanonen erbeutet zu haben, aber die Russen halten immer noch den südlichen Teil der Zugangsstraße und der Eisenbahnstrecke.
Rumänien – Schlacht von Marasesti endet: Die deutschen Truppen dringen nur 8 km auf einer 30 km breiten Front vor, wobei sie 18.000 Kriegsgefangene einbringen und 22 Kanonen erbeuten. General Morgen meldet 61 rumänische Gegenangriffe, welche seit dem 19. August zu 65.000 Mann deutscher Verluste geführt haben sollen.

Seekrieg

Ärmelkanal: Der bewaffneter Enter-Danpfer HMS Dundee wird durch ein U-Boot versenkt.
Ostsee: Die letzten 2 russischen Zerstörer verlassen Riga (bis 1940) und verminen dabei den Golf.

Heimatfronten

Großbritannien: Munitionettes (Munitions-Arbeiterinnen) erhalten 2 Schilling 6 Pence mehr pro Woche.
Italien: Mittlerweile hat der Kohle-Mangel – und obwohl Großbritannien im August 690.000 Tonnen geliefert hat – 75% der Eisenbahnzüge zum stehen gebracht. Die verbleibenden Züge verwenden Holz oder Kohle aus Schiffsbeständen. Segelboote müssen vor allem zur Verteilung von Waren verwendet werden.

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Im Blickpunkt:
  • 3D-Modell der Thompson MPi

    Amerikanische Maschinenpistole Thompson M1A1, M1, Modell 1928 sowie Reising Model 50 und 55. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Thompson M1A1, M1, Modell 1928 Typ: Maschinenpistole. Geschichte: Im Jahr 1916 wurde in den USA die Auto-Ordance Corporation gegründet, mit dem Ziel eine Reihe von Waffen zu entwickeln. Aber nur eine hat sich durchgesetzt, die Thompson-MP. 1918 sahen sich die amerikanischen Expeditionsstreitkräfte in Frankreich mit der Herausforderung konfrontiert, feindliche Schützengräben im Nahkampf zu säubern. Dazu war keine Waffe mit einer kräftigen Patrone erforderlich, vielmehr genügte eine Pistolenkartusche. Die Deutschen waren schon zu der gleichen Erkenntnis gelangt und hatten die MP 18 eingeführt, während der amerikanische General John Thompson die Entwicklung einer automatischen Waffe mit der Standard-0,45-inch-Pistolen-Kartusche einleitete. Die ersten Exemplare waren für einen Patronengurt wie bei Maschinengewehren, aber bald entstand daraus eine Zweihandwaffe der Art, welche von nun an als Maschinenpistole bezeichnet wurde. Benannt nach General T. Thompson, dem Entwicklungsdirektor der Firma, war der Prototyp im Jahr 1919 fertig. Das Abzugssystem beruhte auf Patenten von John Blish und beide Erfinder begründeten daher zusammen die Gesellschaft, welche sich anschließend mit der Vermarktung der Maschinenpistole befasste. Die ersten Produktionsmodelle erschienen 1921 und die Thompson MPi befand sich von nun an in kleinen aber kontinuierlichen Stückzahlen die ganzen 20er und 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in der Herstellung. Berühmt-berüchtigt wurde die Waffe vor allem durch El Capones Straßenschlachten in Chicago und auch bei der IRA in Irland. Als dann Hollywood damit anfing, seine Gangster-Filme zu drehen und die Thompson darin eine ‘Hauptrolle’ einnahm, wurde die Waffe über Nacht berühmt. Das Modell 1921 wurde von der Firma Colt in Hartford gebaut und bis zum Zweiten Weltkrieg wurden davon 15.000 Stück fertiggestellt, welche hauptsächlich für die US-Polizei bestimmt waren. Dieses Modell wurde niemals offiziell von den US-Streitkräften verwendet, jedoch wurden eine geringe Anzahl von Soldaten privat erworben und eingesetzt. Zum ersten Mal militärische Verwendung fand die Thompson Maschinenpistole beim US Marine Korps im Jahre 1927, wo die Waffe offiziell M1928 benannt wurde. Das Modell M1928 besaß anstelle des vorderen Pistolengriffs einen hölzernen Vorderschaft. Dazu kam ein Kompensator an der Laufmündung, welcher das Hochziehen der Waffe bei Dauerfeuer verringerte. Anschließend erschien die Version Modell M1928A1, welche einen anderen Schlagbolzen verwendet und bei einer Reihe von Streitkräften zum Einsatz kam. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Europa im Jahr 1939 war die Thompson MPi die einzige Maschinenpistole, welche außerhalb Europas hergestellt wurde. Da die britische Armee die Entwicklung einer eigenen Maschinenpistole verschlafen hatte, erfolgten zusammen mit Frankreich, Jugoslawien und Schweden umfangreiche Bestellungen. Kurz danach bestellt auch die US-Armee eine große Menge der MPi’s. Im Herbst 1939 wurde die M1928A1 auch bei der Firma Savage hergestellt und Frankreich bestellte als erste Nation für seine Streitkräfte 3.750 Exemplare. Ein Jahr später folgten erst Großbritannien, welches auch die von Frankreich ein Jahr zuvor bestellten Exemplare erhielt. Erst dann wurde sie auch beim amerikanischen Heer, der US-Marine und dem Marinekorps eingeführt. Durch die erstmalige Verwendung im britischen Heer hatte die Maschinenpistole ihren Spitznamen schnell erhalten und sollte ihn niemals wieder abgeben: die ‘Tommy Gun’. Sie wurde vor allem beim Dschungelkrieg in Burma verwendet, bis genügend Sten-MP zur Verfügung standen. Aber die Thompson war eine komplizierte Waffe. Der Herstellungsprozess war lang und die verwendeten Materialien von bester Qualität. Eine Tatsache, die sich in dem hohen Preis von fast 240 $ (über 500 Reichsmark, für die man bald neun deutsche MP40 erhielt) niederschlug. Bis Ende 1940 lagen Bestellungen für mehr als 318.000 Maschinenpistolen vor. Bisher wurde die Waffe nur von den Firmen Colt unter Lizenz produziert, aber nun baute die Auto-Ordnance Corporation bis Ende des Sommers 1941 ihre eigene Fabrik. Der Savage Arms Corporation war ebenfalls eine Lizenz zur Herstellung der Waffe erteilt worden und beide Fabriken bauten mehr als 1,5 Millionen Thompson M1928A1 und M1/M1A1 von 1940 bis 1943. Um die Herstellung der Waffe zu vereinfachen, wurde 1941 der Feuermechanismus durch einen nicht verriegelten Verschluss vereinfacht und auf das Trommel-Magazin wurde zugunsten eines 20- oder 30-Schuss-Kastenmagazin verzichtet. Ebenso wurde die Verarbeitung vereinfacht in dem ein einfaches Holz-Vorderteil statt des Haltegriffs verwendet wurde. Die sich daraus ergebende Waffe wurde die M1-Maschinenpistole der US-Armee im April 1942. Diese wurde im Oktober 1942 durch weitere Veränderungen am Feuermechanismus zur Thompson M1A1. Jedoch waren die technischen Verbesserungen und die Materialeinsparungen gering, sodass die Produktion der Thompson-Maschinenpistole bereits 1943 zugunsten der neuen M3 Grease Gun eingestellt wurde. Die Thompson M1A1 Maschinenpistole hatte viele Nachteile. Sie war kompliziert zu bauen, zu teuer selbst in ihrer vereinfachten Form, und sie war schwer. Aber dafür hatte sie einen Vorzug, den sie in den Augen der Soldaten hervorragend machte: sie war zuverlässig ! Probleme mit einer Thompson waren ein seltenes Ereignis, vorausgesetzt, sie wurde richtig gepflegt. Sie war während des Zweiten Weltkriegs und noch viele Jahre danach die bevorzugte Waffe bei britischen Kommandos und US-Rangers. Bemerkenswert ist auch, dass trotz des komplizierten Schließsystem der frühen Modelle, die Chinesen so beeindruckt von der Waffe waren, dass sie mit der Herstellung ihrer eigenen Kopien schon 1930 begannen – natürlich ohne jemals eine Lizenz zu kaufen. Animation 3d-Modell Thompson M1A1 Spezifikationen Thompson Modell 1928 Spezifikationen: Einsatzstatistik: Reising Modell 50 Maschinenpistole Diese Waffe wurde von Eugene Reising entwickelt, im Juni 1940 patentiert und noch im gleichen Jahr erstmals produziert. Nach Tests durch verschiedene US-Behörden wurde sie in die militärische Produktion genommen und eine geschätzte Menge von etwa 100.000 Stück dieses und des ähnlichen Modells 55 wurden produziert, bevor die Herstellung 1945 eingestellt wurde. Die beiden Modelle 50 und 55 sind jedoch die am wenigsten erfolgreichen amerikanischen Maschinenpistolen des Zweiten Weltkriegs und zwei gute Beispiele dafür, was schiefgehen kann, wenn die grundlegende Rückschlagfunktion durch etwas ersetzt wird, was scheinbar bessere Funktionalität verspricht. Die Reising war insofern eine eher ungewöhnliche Waffe, da sie einen gebremsten Masseverschluss verwendete, sodass die Maschinenpistole bei verriegeltem Verschluss feuerte, was eine bessere Treffergenauigkeit ergab. Beim Abfeuern drückte der Rückstoß der Patronenhülse den Bolzen zurück, wobei das Öffnen aber verzögert wurde. Gleichzeitig wurde der Bolzen durch Nocken, die in den Bahnen im Gehäuse der Waffe angebracht waren, entriegelt und abgesenkt. Der mehr …

  • Panzerkreuzer Blücher

    Deutscher Panzerkreuzer Blücher und das Gefecht auf der Doggerbank im Ersten Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken und Bilder. Der Panzerkreuzer SMS Blücher ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein völlig ungeeignetes Kriegsschiff entstehen kann. Panzerkreuzer Blücher Das Schiff wurde überstürzt entworfen und gebaut, um einer fälschlicherweise wahrgenommene Bedrohung durch eine rivalisierende Seemacht entgegenzutreten. Ursache war, dass die Briten ihr ersten Schlachtkreuzer unter großer Geheimhaltung bauten und diese bewusst irreführend als ‘Panzerkreuzer’ bezeichneten. Diese Panzerkreuzer hatten normalerweise eine Wasserverdrängung von über 13.500 Tonnen und eine Bewaffnung aus einem Mix von 233,7-mm und 190,5-mm-Geschützen, und es war einfach, die Deutschen glauben zu lassen, dass die neuen Schiffe eine Größe von 16.000 Tonnen mit einer Bewaffnung von acht 233,7-mm-Kanonen hatten. Tatsächlich hatten die schnellen Schlachtkreuzer der ‘Invincible’-Klasse jedoch 17.500 Tonnen und eine Bewaffnung von ach 304,8-mm-Geschützen. Als Antwort legten die jedoch etwas unsicheren deutschen Marineplaner erst einmal vorsichtig nur ein Schiff der ‘Blücher’-Klasse auf Stapel. Durch den Einbau einer Batterie aus 12 Geschützen in sechs hexagonal angeordneten Türmen, ähnlich wie in den neuen Schlachtschiffen der ‘Nassau’-Klasse, erwarteten sie einen Vorteil in der Breitseite. Nicht nur, dass die 210-mm-Geschütze der ‘Blücher’ die britischen 233,7-mm-Kanonen an Reichweite übertreffen würden, auch die verschossene Breitseite wog fast 1.134 kg gegenüber den 862 kg der erwarteten fünf 233,7-mm-Kanonen in Einzeltürmen. Anfangs wurden die Briten durch den Erfolg ihrer eigenen Täuschung ihrerseits erst einmal verwirrt. Noch 1908 wurde im maßgeblichen Marine-Jahrbuch Brassey’s Naval Annual zwar die Anzahl der Türme bei der ‘Blücher’ richtig angegeben, jedoch sollten vier davon über je zwei 280-mm-Geschütze und zwei Einzeltürme jeweils über ein 280-mm-Geschütz verfügen. Bei einem Schiff dieser Größe, so wird festgestellt, sollte dieses Kaliber die mindeste zu erwartende Bewaffnung sein. Nachdem die wahre Natur der britischen ‘Invincible’-Klasse bekannt wurde, so hatte man in Deutschland keine andere Wahl, als das einmal begonnene Schiff als ‘Super-Panzerkreuzer’ mit Panzergürtel über die volle Länge, zwei Panzerdecks und einer Geschwindigkeit von lediglich 26 Knoten fertigzustellen. Jedoch machte man dann den Fehler, diesen wohl besten jemals gebauten Panzerkreuzer zusammen mit den schnellen und stärker bewaffneten Schlachtkreuzern einzusetzen. ‘Blücher’ war langsamer und schlechter bewaffnet, als sie 1915 während der Schlacht auf der Doggerbank an das Ende von Hippers Schlachtlinie gesetzt wurde. Sie zwang die deutschen Schlachtkreuzer auf ihrem Rückzug dazu, nicht mit voller Fahrt laufen zu können und geriet als erste unter das Feuer der weiter tragenden 304,8-mm-Granaten der britischen Schlachtkreuzer, welche bei diesem steilen Einschlagswinkel die Panzerdecks durchschlugen und so zu ihrem Untergang führten. Spezifikationen Panzerkreuzer Blücher Spezifikationen: Schlacht auf der Doggerbank Deutsche Schlachtkreuzer hatten erstmals im Dezember 1941 die englische Küste beschossen, worauf Beatty mit seinen britischen Schlachtkreuzern eine allerdings ergebnislosen Vergeltungs-Operation in die Deutsche Bucht versuchte. Da die britischen Unternehmungen im Bereich der Doggerbank fortgesetzt wurden, befahl die deutsche Admiralität dem Schlachtkreuzer-Verband von Vizeadmiral Hipper auszulaufen. Sein Geschwader bestand aus drei modernen Schlachtkreuzern und dem großen Panzerkreuzer Blücher, dazu kamen sechs Leichte Kreuzer und über zwanzig Torpedoboote. Sein Auftrag lautete, im Morgengrauen des 24. Januar 1915 die Doggerbank nach britischen Seestreitkräften abzusuchen und diese zu bekämpfen. Dahinter stand der Gedanke, überraschend mit größeren Schiffen leichte britische Aufklärungseinheiten zu versenken. Allerdings hatte ein einziges Ereignis großen Einfluss auf den Seekrieg in der Nordsee und dies praktisch fast für die gesamte Dauer des Ersten Weltkriegs. Der deutsche leichte Kreuzer Magedburg sank nämlich in der Ostsee, wobei ein Codebuch über Bord geworfen oder weggeschwemmt wurde. Die Russen konnten es bergen und obwohl es wasserdurchtränkt war, konnte es immer noch gelesen werden. Es beinhaltete alle militärischen Koordinaten, sowohl für die Ostsee als auch die Nordsee. Die Russen gaben diese Informationen an die Briten weiter und da der Code in Deutschland niemals mehr wesentlich während des Krieges verändert wurde, erhielt die Royal Navy von nun an durch abgehörte deutsche Funksprüche eine genaue Vorstellung der Unternehmungen deutscher Kriegsschiffe. So konnte die britische Funkaufklärung den Befehl an Hipper abfangen und die Koordinaten seines Operationsgebietes entschlüsseln. So lief nur fünfzehn Minuten nach Hipper auch Beatty mit seinen fünf Schlachtkreuzern und einem leichten Kreuzergeschwader aus dem Firth of Forth aus. Beatty hatte dabei die drei neusten britischen Schlachtkreuzer in seinem Verband, welche eine leicht höhere Geschwindigkeit hatten und mit 34,3-cm-Geschützen statt der 30,5-cm und 28-cm-Geschützen auf deutscher Seite bewaffnet waren. Allerdings hatten die deutschen Schlachtkreuzer eine etwas bessere Panzerung, zuverlässigere Granaten und ein überlegenes Feuerleitsystem und die Geschütztürme erlaubten durch ihre größere Überhöhung eine weitere Schussweite. Beatty vertraute aber noch auf Verstärkung durch Commodore Tyrwhitts leichte Kreuzer und Zerstörer, mit denen er sich am nächsten Morgen um 7 Uhr etwa 30 Seemeilen nördlich der Doggerbank und 180 Seemeilen westlich von Helgoland treffen wollte. An dieser Stelle nahmen die Briten an, würde auch Hipper zu diesem Zeitpunkt eintreffen. Das Schlachtkreuzer-Gefecht Etwas früher erreichten alle drei britischen Geschwader diese Stelle bei ruhiger See mit guter Sicht am frühen Morgen des 24. Januar 1915. Und wie auf Bestellung erschienen einige Minuten später tatsächlich Hippers Schiffe. Als die Deutschen die Dreibein-Masten der britischen Schiffe erkannten, drehten sie schnell ab, um zu ihren Stützpunkten zurückzulaufen. Dabei Übernahm der Schlachtkreuzer Sedylitz, das Flaggschiff Hippers, die Spitze. Hinter ihm liefen die beiden anderen Schlachtkreuzer Moltke und Derfflinger. Der ältere und langsamere Panzerkreuzer Blücher war das letzte der Schiffe in der Linie der deutschen Großkampfschiffe. Die drei neueren britischen Schlachtkreuzer Lion, Tiger und Princess Royal fuhren bald seitlich nach Süden versetzt mit 29 Knoten hinter den deutschen Schiffen her, was ihnen die Möglichkeit gab, diese von ihren Stützpunkten abzuschneiden. Die älteren Schlachtkreuzer New Zealand und Indomitable konnten diese Geschwindigkeit nicht erreichen und fielen zurück. Noch vor 9 Uhr eröffnete das Flaggschiff von Beatty, die Lion, die ersten Probeschüsse und erzielte kurz danach einen Treffer auf dem Panzerkreuzer Blücher.   Als die Entfernung zu den deutschen Schiffen weiter abnahm, konnte Lion den Schlachtkreuzer Derfflinger beschießen. Die gerade in Dienst gestellte Tiger, das einzige britische Schiff mit einem Feuerleitsystem auf der Doggerbank, übernahm nun das Feuer auf den Panzerkreuzer Blücher. Beatty beabsichtigte, so nahe heranzukommen, bis auch das deutsche Flaggschiff an der Spitze beschossen werden kann. Nach britischer Gefechtsvorschrift sollte jedes Schiff das mehr …

  • Japanischer Soldat im Zweiten Weltkrieg

    Japanisches Infanterie-Gewehr Modell Meji 38 Ariska aus dem 2. Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken und Bilder. Gewehr Modell 38 (Ariska). Typ: Infanterie-Gewehr. Geschichte Ariska-Gewehr Als die japanische Armee wie viele andere auch entschied, ein Magazin-Gewehr einzuführen, kam sie zu der Erkenntnis, dass das Mauser-System die beste Lösung war. Aber ebenso wie einige andere Streitkräfte bevorzugten sie ein eigenes Produkt und hatten einige andere Vorstellungen davon, was ein gutes Gewehr ausmacht. So nahmen sie Mauser als Ausgangspunkt und entwickelten ihre eigene Version.   Der Entwurf war die Arbeit heute unbekannter Techniker, aber die Kommission, welche vom Kaiser für die Entwicklung des neuen Gewehres eingesetzt war, wurde von Oberst N. Ariska geleitet. Und deshalb ist das Gewehr seitdem unter seinem Namen bekannt. Das erste Repetiergewehr Modell 30 wurde 1897 fertiggestellt und 1905 vervollkommnet. Dieses als Meiji 38 bezeichnete Gewehr wurde 1905 eingeführt, was das 38. Regierungsjahr des japanischen Kaisers Meiji war, daher die Bezeichnung Modell 38. Die Waffe ersetzte das ursprüngliche Modell 1897 und hatte demgegenüber zwei oder drei Verbesserungen. Der Mechanismus ist grundsätzlich wie von Mauser, aber mit einem großen pilzförmigen Sicherheitsknopf am hinteren Ende des Bolzens, was deswegen zu einer Überarbeitung des Auslöser-Mechanismus führte. Daneben wurden einige Eigenschaften des Mannlicher-Gewehrs übernommen, kombiniert mit einigen japanischen Entwicklungen. Ein ungewöhnlicher Zusatz, welcher allerdings bei erhaltenen Exemplaren nur noch selten vorhanden ist, war eine Blechabdeckung, welche zusammen mit dem Bolzen funktionierte und verhinderte, dass Regenwasser oder Staub in den Mechanismus gelangen konnte. Diese funktionierte zwar wie vorgesehen, aber wie bei den meisten anderen derartigen Vorrichtungen ähnlicher Art, war es fadenscheinig und neigte zum Rasseln in den ungünstigsten Momenten, was die Position des Trägers der Waffe verriet. So ging der Großteil dieser Abdeckungen bei erster Gelegenheit ‘im Einsatz verloren’. Das Kaliber von 6,5 mm war der kleineren Statur der japanischen Soldaten angepasst und die große Länge des Gewehrs von 1,27 Meter sollte ihre Reichweite im Bajonettkampf vergrößern. Dies macht das Gewehr aber ziemlich unhandlich. Das Ariska-Gewehr wurde auch nach Thailand exportiert und von den Truppen verschiedener Kriegsherren in China verwendet. Während des Ersten Weltkrieges kaufte Großbritannien 500.000 Ariska-Gewehre für die Royal Navy und zu Ausbildungszwecken. Russland verwendete 763.000 Stück der Modelle von 1897 und 1905 für Einheiten an der Nordfront. In Mexiko wurde das Gewehr mit Kaliber 7 mm im Jahr 1913 übernommen. Wie die Italiener, kamen auch die Japaner zu der Erkenntnis, dass ihr älteres 6,5-mm-Kaliber nicht weiterhin effizient genug war und deshalb entwickelten sie in den 1930er Jahren eine neue 7,7-mm-Patrone als Ersatz. Als logische Folge davon musste ein Gewehr entwickelt werden, welches diese Patrone verfeuern konnte. Dieses wurde nicht mehr als eine für das Kaliber aufgebohrten Modell 38 und als Typ 99 bezeichnet Es hatte einige weitere fragwürdige neue Eigenschaften, wie ein spezielles Visier zur Bekämpfung von Tieffliegern, was aber die Feuergeschwindigkeit der Waffe beeinträchtigte. Allerdings erreichten nur wenige der neuen Gewehre die Hände der Truppe und die Japaner waren nicht erfolgreicher als die Italiener beim Wechsel des Kalibers, was hauptsächlich an Produktionsschwierigkeiten lag. Als Ergebnis davon blieb die 6,5-mm-Patrone mit dem zugehörigen Gewehr der japanische Standard während des Zweiten Weltkrieges. Das Modell 38 wurde dadurch zu Japans bekanntester Infanterie-Waffe. Nachdem der Pazifik-Krieg im Jahr 1942 in vollem Gang war, fiel der Produktionsstandard für die japanischen Ariska-Gewehre und Karabiner schnell ab. Jedes Teil der Waffe, was nicht unbedingt benötigt wurde, blieb beim Produktionsprozess auf der Strecke. Dies ging so weit, dass aufgrund der alliierten See- und Luftblockade einige der gegen Kriegsende hergestellten Gewehre mit Holz und Metall schlechter Qualität gebaut werden mussten, was sie gefährlicher für den Schützen als sein Ziel machten. Zum Schluss wurden sogar einschüssige Waffen mit 8-mm-Patronen aus Pistolen gebaut. Varianten Karabiner M1938: Angeblich für Kavalleristen und Artilleristen hergestellt, wurde dieses Modell auch von der japanischen Infanterie verwendet, welche es sogar dem Standard-Gewehr wegen seiner 30 cm kürzeren Länge und knapp einem viertel Kilo weniger Gewicht vorzogen. Der Mechanismus der Waffe war der gleiche wie beim langen Gewehr. Zusätzlich gab es noch ein klappbare Version für die Fallschirmtruppe. Scharfschützengewehr M97: Dies war das ursprüngliche Ariska-Gewehr mit einem zusätzlichen Zweibein und einem Zielfernrohr niedriger Auflösung an der linken Seite des Gewehres, um das Nachladen zu ermöglichen. Der Verriegelungsgriff war heruntergeklappt, um zu vermeiden, dass die Hand des Schützen beim Betätigen des Bolzens das Visier verunreinigte. Spezifikationen Ariska-Gewehr Modell 38 Spezifikationen: Einsatzstatistik: Panzerbekämpfung der japanischen Infanterie Die Japaner waren bestürzend schlecht auf die Panzerabwehr (Taisensha Senta) im Zweiten Weltkrieg vorbereitet und dafür geeignete Waffen existierten praktisch nicht. Obwohl diese Schwäche bereits 1939 in Mandschuko-Zwischenfall von den Sowjets aufgezeigt worden war, spielten die japanischen Verantwortlichen dies herunter. Es gab keine japanische Doktrin für den Masseneinsatz von Panzern und das Gleiche erwarteten die Japaner auch von ihren zukünftigen Gegnern im Pazifikkrieg. Sie erwarteten höchsten leichte amerikanische Panzer und als sie erstmals im November 1943 auf Tarawa auf M4 Sherman Panzer trafen, waren sie darauf völlig unvorbereitet. Die japanische Panzerabwehr verließ sich deshalb seitdem auf den Offensivgeist ihrer Armee und so wurden neben wenig wirksamen konventionellen kleinkalibrigen Pak-Geschützen und schwachen Panzerabwehrbüchsen auch Granatwerferbecher nach deutschem Vorbild sowie zunehmend unorthodoxe Methoden angewandt. Typ 2 Panzerabwehr-Granatwerferbecher Ein gewisses Maß zur Panzerbekämpfung für die japanische Infanterie wurde durch das Aufsetzen von speziellen Granatwerferbechern auf dem Ariska-Gewehr Modell 38 erreicht. Diese Granatwerferbecher Typ 2 konnten an der Mündung mittels einer Verriegelung-Mündungsbremse an der Mündung aufgeschraubt werden. Die Idee war eine Kopie der deutschen Schießbecher-Granatwerfer des Karabiner 98 und verwendete sehr ähnliche Granaten. Der Panzerabwehr-Granatwerferbecher Typ 2 hatte eine gewisse Effektivität, konnte auf allen Ariska-Gewehren Modell 38 angebracht werden und es gab Granaten im Kaliber von 30 oder 40 mm. Unorthodoxe Methoden der Panzerbekämpfung Japanische Soldaten griffen alliierte Panzer auch mit Tretminen an, wobei sie oft im Moment der Explosion getötet wurden. Die Tretmine war aber eigentlich keine ‘Selbstmordwaffe’, denn theoretisch hatte der Träger gute Möglichkeiten, den Einsatz zu überleben. Die japanische Selbstmord-Taktik zur Panzerabwehr war daher extremer, denn seit 1944 war sie zu einer allgemein akzeptierten Methode der Kriegsführung geworden. Alle japanischen Soldaten, Matrosen oder Piloten wurden dazu aufgerufen, bei dem Versuch alliiertes Material oder Personal mehr …

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