Kriegstagebuch 30. Dezember 1917


Verwundeten-Sammelstelle
Österreich-ungarische Verwundeten-Sammelstelle an der italienischen Front.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 30. Dezember 1917:

Südfronten


Piave: Die französische 47. Division (259 Verluste) erobert den Mt.Tomba innerhalb von 25 Minuten mit 1.564 Kriegsgefangenen. Die österreich-ungarischen Truppen werden gezwungen, den Brückenkopf Zenso-bend an der unteren Piave zu räumen.
Saloniki: Sir R. Ross drängt darauf, dass mindestens 15.000 Malaria-Fälle nach Hause geschickt werden. 9.000 werden bis zum 30. April 1918 repatriiert.

Naher Osten

Palästina – Türkische Verluste seit dem 27. Dezember: über 1.558 Mann (davon 558 Kriegsgefangene) und 9 MGs gegenüber 1.360 Soldaten, 1 Panzerwagen und 2 MGs des britischen EEF. Türkische Verluste seit dem 31. Oktober 1917 insgesamt 28.443 Mann.

Seekrieg

Östliches Mittelmeer: Der britische Zerstörer Attack wird durch UC 34 mit einer Mine während der Rettung von Überlebenden des torpedierten Truppentransporters Aragon (610 Tote) versenkt. Das Hilfsschiff Osmanieh sinkt am 31. Dezember auf einer weiteren Mine (198 Tote).

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Im Blickpunkt:
  • BAR M1918A2

    Browning Automatic Rifle, amerikanisches leichtes Maschinengewehr oder Sturmgewehr. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell vom BAR. Browning Automatic Rifle (BAR) Typ: schweres automatisches Gewehr oder leichtes Maschinengewehr. Browning M1918 BAR im 1. Weltkrieg Kurz vor dem Kriegseintritt der USA in den 1. Weltkrieg führte Browning im Februar 1917 zwei automatische Waffenentwürfe dem Kongress in Washington vor. Eines davon war das schwere Maschinengewehr Browning M1917, während die andere Waffe eigentlich ein Zwitter ist. Dieses Browning Automatic Rifle M1918 oder kurz BAR passte in keine Kategorie. Die Waffe hatte die Größe eines gewöhnlichen Repetiergewehr, aber mit dem zweifachen Gewicht und ermöglichte Dauerfeuer durch einen Gasdruckmechanismus, welcher den verriegelten Verschluss bewegte. In vielen anderen Streitkräften diente die Waffe später als leichtes Maschinengewehr, aber in der US-Armee galt sie anfangs ausschließlich als automatisches Gewehr und wurde oft in ähnlicher Weise wie die späteren Sturmgewehre verwendet. Es war eine immer noch verhältnismäßig leichte und bewegliche Waffe, welche Einzel- oder Dauerfeuer abgeben konnte und von einem Mann eingesetzt wurde. Anfang 1918 wurde das BAR in mehreren Fabriken hergestellt, aber da die Firma Colt zu diesem Zeitpunkt die Browning-Patente hielt, stellte diese erst einmal die technischen Zeichnungen und Modelle für die anderen Hersteller fertig. So dauerte es bis zum September 1918, bis das BAR endlich in den Einsatz kommen konnte. Dann jedoch machte die Waffe einen derartig großartigen Eindruck auf die amerikanischen Soldaten, dass das BAR noch im Korea-Krieg eingesetzt wurde und bis 1957 von der US-Army verwendet wurde. Wieso die amerikanischen Soldaten so sehr vom BAR fasziniert waren, ist eigentlich schwer zu erklären. Die ersten BAR, welche im 1. Weltkrieg verwendet wurden, konnten nur aus den Händen abgefeuert werden, da sie noch nicht einmal das Zweibein eines leichten Maschinengewehrs hatten. Dazu fasste das Kastenmagazin nur 20 Schuss Munition, sodass beim automatischen Feuern die Länge des möglichen Feuerstoßes stark begrenzt war und für die meisten Infanteriegefechte viel zu kurz war. Auch konnte ein heißer Lauf nicht schnell und einfach ausgewechselt werden. Als ein leichtes Maschinengewehr war das BAR eigentlich zu leicht, während es als automatisches Gewehr zu groß und zu schwer war. Aber während des 1. Weltkrieges waren die amerikanischen Soldaten froh, das BAR erhalten zu haben und nicht mehr mit dem schrecklichen Chauchat-Maschinengewehr kämpfen zu müssen. Abgesehen vom Springfield-Gewehr war das BAR so ziemlich die einzige wirkliche amerikanische Waffe, welche sie erhalten hatten und zweifellos wollten sie die Qualität ihrer nationalen Schusswaffen hervorheben. Das BAR war tatsächlich eine eindrucksvoll aussehende Waffe, war exzellent verarbeitet und hatte einen hervorragenden hölzernen Schaft. Dazu konnte die Waffe schwere Schläge und eine harte Behandlung gut überstehen. Zur Pflege und für Reparaturen konnte das BAR schnell und einfach in seine 70 Einzelteile zerlegt werden und auch genauso einfach wieder zusammengebaut werden. Für den Gefechtseinsatz ließ die US-Army einige Kampfübungen für das BAR durchführen. Eine Drill hielt nicht lange an, bei dem angreifende Soldaten bei jedem linken Fußschritt vorwärts einen Schuss abgeben sollten. Tatsächlich entstanden praktische Drills erst nach dem die wenigen Kriegsmonate mit amerikanischer Beteiligung nach dem Waffenstillstand vom November 1918 analysiert worden waren. So wurde nun ein Zweibein und Schulterriemen zum Tragen an das BAR montiert und es wurde 1937 zum BAR M1918A1. Anstatt also als eine Art Sturmwaffe, wie es im Grabenkrieg des 1. Weltkrieges verwendet wurde, unterstützte das BAR fortan eher die Infanterie-Gruppe durch Deckungsfeuer während des Gefechtes. Insgesamt wurden etwa 85.000 Exemplare des Modells 1918 ausgeliefert und die Originalbestände des M1918 wurden im Jahr 1940 nach Großbritannien zur Ausrüstung der Home Guard und für andere zweitrangige Aufgaben geschickt. Browning M1918A2 BAR im 2. Weltkrieg Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde das leichte Browning-Maschinengewehr 1940 zum BAR M1918A2 abgeändert und in dieser Ausführung wurden von der US-Army in große Mengen bestellt. Bei diesem Modell wurde das Zweibein überarbeitet und die Stabilität beim Feuern verbessert. Neben dem M1918A1 war das neue M1918A2 die hauptsächlichen leichten Unterstützungswaffen für einen Infanterie-Zug der US-Army und der US-Marines im 2. Weltkrieg. Allerdings wurde die Waffe auch noch von Fall zu Fall als eine Art ‘Sturmgewehr’ in den Händen haltend abgefeuert. Die neue Waffe wurde von der New England Arms Company und der International Business Machines in einer Stückzahl von 208.380 hergestellt. Damit wurde das BAR M1918A2 zum häufigsten leichten Maschinengewehr in den US-Streitkräften und blieb in dieser Form bis Anfang der 1960er Jahre im Einsatz. Trotzdem bestand weiterhin der Mangel des zu kleinen Magazins mit nur 20 Schuss bei der Verwendung als leichtes Maschinengewehr. Es galt für Militär-Theoretiker immer noch als Zwitter, während es bei der Truppe im Feld im allgemeinen beliebt war. Während des 2. Weltkrieges wurde das M1918A2 von auch von vielen alliierten Streitkräften verwendet, darunter vor allem bei der National-chinesischen Armee. In Ländern der Dritten Welt wird es noch heute benutzt und für Polizei-Aufgaben ist eine modernisierte Version unter dem Namen ‘Monitor’ erhältlich. Browning M1918 BAR in Belgien und Polen Der Erfinder des Browning-Maschingewehr, John M. Browning, arbeitete noch Jahre nach dem 1. Weltkrieg für die belgische Fabrique Nationale d’Armes de Guerre in Herstal, wo er 1928 auch verstarb. Seit 1920 wurde sein BAR hier unter Lizenz hergestellt und geringe Mengen auch an die Streitkräfte von Schweden, einigen baltischen Staaten sowie in Mittel- und Südamerika, darunter auch Honduras, geliefert. Davon landeten viele schließlich bei der national-chinesischen Armee. Die belgischen Streitkräfte führten die leicht verbesserte und präzise verarbeitete Original-Waffe im Kaliber 7,65 mm als Modell 1930 ein und verwendete diese 1940. Die FN-Waffenfabrik baute während der deutschen Besetzung das Maschinengewehr für die Wehrmacht weiter. Die polnische Armee führte das BAR modifiziert im Kaliber 7,92 mm als Modell 1926 ein und die belgische Firma lieferte bis 1930 etwa 10.000 Stück. Anschließend begann die Waffenfabrik in Warschau ihr eigenes Modell 1928 zu bauen, welches auf einer belgischen Lizenz beruhte. Dieses leichte Maschinengewehr wurde bis 1939 perfektioniert und etwa 11.000 Stück standen den polnischen Streitkräften bei Ausbruch des 2. Weltkrieges zur Verfügung. Vor dem Krieg wurden von den Polen 1.880 Stück exportiert und in Polen erbeutete Exemplare wurden sowohl von der Roten Armee als auch den Deutschen während des 2. Weltkrieges verwendet. mehr …

  • 3d-Modell Do 335

    Dornier Do 335 Pfeil Jagdbomber der deutschen Luftwaffe. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Dornier Do 335 Pfeil Typ: Jagdbomber, Langstrecken-Jagdflugzeug, Zerstörer, Nachtjäger und Aufklärer. Geschichte Den deutschen Flugzeug-Ingenieuren aus der Zweiten Weltkriegs kann man vieles nachsagen, auf jeden Fall aber nicht, dass sich ihre Entwürfe durch konservative Gedankengänge eingrenzen ließen, obwohl die Mehrzahl der deutschen Flugzeugtypen natürlich konventioneller Art waren. Darüber hinaus gab es aber andere Entwicklungen, welche zu Vorreitern in der Luftfahrttechnologie wurden. Unbeeinflusst von traditionellen Gedankengängen suchten sie nach neuen Wegen, um alte Probleme zu lösen. Auf diese Weise versorgten sie bei Kriegsende die siegreichen Alliierten im Westen und Osten mit wertvollen Forschungsmaterialien. Einer der bekanntesten und am meisten bizarren Entwürfe, welcher sich sogar noch während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland in die Lüfte erhob, war die Dornier Do 335 Pfeil, ein mutiger Versuch der deutschen Luftwaffe einen starken Jagdbomber, Nachtjäger und Aufklärer zur Verfügung zu stellen. Professor Dr. Claudius Dornier war das Genie hinter dem berühmten deutschen Flugzeughersteller Dornier-Werke GmbH. Er hatte schon eine lange Reihe erfolgreicher Flugzeugentwürfe herausgebracht, vor allem im Bereich der Flugboote. Seit Ende der 1930er Jahre und während des Zweiten Weltkriegs war Dornier hauptsächlich mit der Entwicklung und Produktion von Bombern beschäftigt. Aber schon seit dem 1. Weltkrieg war Claudius Dornier an den Möglichkeiten des Mittellinienschub-Antriebs interessiert, wobei zwei Motoren an der gleichen Schubkraftlinie hingen, wovon einer zieht und der andere schiebt. Die Vorteile eines solchen Antriebssystems gegenüber dem konventionellen zweimotorigen Antrieb lagen auf der Hand, da die Front des Flugzeuges dann genau die gleiche war, wie bei einer einmotorigen Maschine. Dies vermied Motorgondeln und zugehörige Strukturen an und in den Flügeln, zusätzlichen Luftwiderstand und asymmetrische Kräfte, falls ein Motor ausfällt oder unregelmäßig läuft. Dafür gab es jedoch zusätzliche Probleme beim Antriebsstrang, welcher den hinteren Propeller antrieb. Dorniers umfassende Erfahrung bei Flugbooten gab ihm wertvolles Wissen in einfachen Mittellinienschub-Anordnungen, wo zwei Motoren Rücken an Rücken über der Mittellinie bei vielen seiner Entwürfe zum Einsatz kamen. Mitte der 1930er Jahre sah er dann die Möglichkeit dieses Antriebssystem auch bei Hochgeschwindigkeits-Jagdflugzeugen anzuwenden, aber zuvor musste eine geeignete Verlängerungswelle des Heckmotors erprobt werden. Zu diesem Zweck wurde Ulrich Hutter beauftragt, einen kleinen fliegenden Prüfstand für diese Motoranordnung zu entwickeln. Bezeichnet als Göpping Go 9 und gebaut von der Firma Schempp-Hirth, hatte dieser ‘fliegende Prüfstand’ einen bleistiftdünnen Rumpf mit einem 80-PS Hirth HM 60R Motor, welcher im Schwerpunktzentrum zwischen den schultergelagerten Flügel eingebaut war. Stielförmige Hauptfahrwerke zogen sich in den Flügel ein, während eine Bugrad-Einheit in die vorderste Nasenspitze eingezogen wurde. Hinter dem Flügel verdeckte ein langer und schlanker Heckausleger die Antriebswelle, welche sich durch einen kreuzförmigen Schwanz bis zu einem vierblättrigen Heckpropeller verlängerte. Die Go 9 flog erstmals 1940 und bewies, dass das Prinzip mit dem Heckschub-Antrieb zugleich effizient wie sicher war, was Dornier weiteren Auftrieb gab, seinen Jägerentwurf auf den Zeichenbrettern Gestalt annehmen zu lassen. Obwohl das Technische Amt des RLM (Reichsluftfahrtministerium) ein gewisses Interesse an dem radikalen Entwurf zeigte, ordnete es trotzdem an, dass Dornier die Arbeiten an dem Projekt einstellen sollte und sich auf seine Hauptaufgabe, dem Bau und der Entwicklung von Bombern und Flugbooten, zu konzentrieren. 1942 gab das Technische Amt des RLM jedoch eine Anforderung für ein unbewaffnetes Hochgeschwindigkeits-Flugzeug zum Eindringen in den feindlichen Luftraum heraus, und Dornier reichte seinen Entwurf des Mittellinienschub-Antriebs als Projekt 231 ein. Nach einer Prüfung erhielt Dornier den Zuschlag gegenüber den Projekten von Arado und Junkers und aus Projekt 231 wurde der Entwicklungsauftrag für die Do 335. Erste Prototypen des Jagdbomber Während an dem Entwurf gearbeitet wurde, gab das RLM eine neue Anordnung heraus, die Do 335 zu einem Mehrzweck-Tagjäger, Nachtjäger, Jagdbomber, Zerstörer und Aufklärungsflugzeug abzuändern, was zu einer Verzögerung bei dem Bau des Prototyps führte. Erst im Herbst 1943 war die Do 335 fertig, um zu fliegen. Das Konzept von Dornier resultierte in einem furchteinflößend aussehenden Flugzeug, was für ein Jagdflugzeug recht sinnvoll war. Im vorderen Rumpf befand sich ein Daimler-Benz DB 603 Motor in einer ringförmigen Verkleidung, während Auspuffstummel kurz hinter der Hinterkante die Position des Heckmotors verrieten. Unter dem hinteren Rumpf saugte eine große Öffnung die Luft für den zweiten Motor an, der einen dreiblättrigen Propeller hinter einem kreuzförmiger Schwanz antrieb. Unter dem Mittelabschnitt des Rumpfes waren Klappen für einen kleinen Bombenschacht, wo eine 500-kg oder zwei 250-kg-Bomben untergebracht werden konnten. Das Fahrwerk war eine Dreiradanordnung, wobei die breitspurigen Einheiten nach innen in den Flügel und das Bugrad nach einer 90°-Grad-Rotation nach hinten in den Bereich unterhalb des Cockpits eingezogen wurden. Der breite Flügel war ein gutes Stück nach hinten versetzt und obwohl der inoffizielle Name des Flugzeuges schon Pfeil lautete, bezeichneten die Testpiloten es als ‘Ameisenbär’ aufgrund der langen Nase. Ein Testpilot von Dornier saß im Cockpit während des Erstflugs mit der Do 335 V1 (CP+UA) von Oberpfaffenhofen aus, welcher am 26. Oktober 1943 stattfand. Nach den ersten Testflügen durch die Firma Dornier, wurde das Flugzeug nach Rechlin gebracht, wo die intensiven offiziellen Versuche begannen. Die Berichte aus Oberpfaffenhofen und Rechlin waren vorteilhaft, wobei nur geringe Stabilitätsprobleme an der Längsachse festgestellt wurden. Die meisten Testpiloten waren von Geschwindigkeit, Beschleunigung, Wendekreis und der allgemeinen Handhabung des neuen Typs positiv überrascht und die Weiterentwicklung verlief reibungslos. Weitere Prototypen wurden fertiggestellt und nahmen an den Versuchen bei Dornier und in Rechlin teil, wobei neue Verbesserungen, wie Fahrwerksklappen und eine Blasen-Kabinenhaube mit Spiegeln für verbesserte Sicht nach hinten, eingeführt wurden. Beim fünften Prototypen wurde eine Bewaffnung eingebaut, welche aus zwei 15-mm MG 151 Maschinenkanonen in der oberen Rumpfverkleidung und einer einzelnen 30-mm MK 103 Maschinenkanone, welche durch den vordern Propellerkreis schoss, bestand. Nachfolgende Prototypen wurden für weitere Flugversuche und Motorentests verwendet, welche in der Do 335 V9 gipfelten, die schon nach Standards für die Vorserie gebaut wurde. Kurz danach, etwa Mitte 1944, wurde das erste Vorserienflugzeug Do 335A-0 (VG+PG) mit vollständiger Bewaffnung fertiggestellt, um mit der Einsatzerprobung zu beginnen. Das Erprobungskommando 335 wurde im September 1944 aufgestellt, um taktische Einsatzerfahrungen zu sammeln und verwendete dabei viele der zehn gebauten Do 335A-0 der Vorserie. Einsatztest begannen auch mit dem Prototypen V9 beim ‘Versuchsverband mehr …

  • Zerstörer der Leningrad-Klasse

    Zerstörer der sowjetischen Roten Flotte im Zweiten Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken und Bilder. Gordi, Silni, Opitny, Ognevoi, Leningrad-Klasse Typ: russische Zerstörer gebaut von 1932 bis 1945. Gordi-Klasse In den 1930er Jahren wollten die Russen ihre Flotte modernisieren und schauten sich nach ausländischer Hilfe bei dem Entwurf neuer Kriegsschiffe um. Neben den Kreuzern der Kirow-Klasse erhielten sie für die neu geplanten Zerstörer ebenfalls Unterstützung von den Italienern. Die daraus resultierende Gordi-Klasse hatte deshalb eine offensichtlich starke Ähnlichkeit mit den italienischen Zerstörern dieses Zeitraums. Wahrscheinlich deshalb waren diese Zerstörer mit ihren Materialstärken und der Form der Schiffskörper auch eher für das Mittelmeer anstatt für die Arktis geeignet, da sie nicht sonderlich widerstandsfähig und seetüchtig waren. Auch konnten die Antriebsmaschinen in der Sowjetunion nicht so präzise wie in Italien nachgebaut werden, sodass es mit den Anlagen immer wieder zu Problemen kam. Deshalb wurde die Konstruktionsgeschwindigkeit von 38 Knoten selten erreicht. Silni-Klasse Die nachfolgende Silni-Klasse wurde von 1936 bis 1942 gebaut. Nach der Erkenntnis, dass der italienische Entwurf des Zerstörers Typ VII bzw. Gordi-Klasse zu leicht gebaut für den Einsatz in der Arktis war, führte dies zum Typ VIIU (Uluschonny = verbessert) und das zwanzigste und dreißigste Schiff wurden noch während des Baus auf der Werft geändert. Diese geänderten Zerstörer Silni und Storozhevoi hatten eine Einheitsmaschine, sodass zwei Schornsteine anstatt eines einzigen, gekrümmten, vorhanden waren. Der Rumpf wurde verstärkt und die Gelegenheit wahrgenommen, die Antriebskraft geringfügig zu verstärken. Die starken Vibrationen der Turbinen, welche die vorherige Gordi-Klasse gequält hatte, wurde scheinbar bei diesen überarbeiteten Zerstörern behoben. Beide Schiffe wurden so zu einer wesentlichen Verbesserung und waren der Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung der russischen Zerstörer. Diese geänderten und verstärkten Schiffe der Silni-Klasse hatten eine einheitliche Maschinenanlage, zwei Schornsteine, dickere Platten und einen seetüchtigen Schiffskörper. Die Flak-Bewaffnung wurde verstärkt und später – gegen Kriegsende – modernes elektronisches, von Großbritannien und den USA geliefertes Gerät, eingebaut. Auf der Zhdanov-Werft in Leningrad wurden Storozhevoi, Silni, Surovy, Serdity, Strashny, Spokoiny, Skory, Stany, Svirepy, Strongy und Stroiny gebaut. Auf der Ordzonikidze-Werft, ebenfalls in Leningrad, wurden Smely (ex-Letuchy), Stoiky (ex-Lilkhoi) und Slavny gebaut. Auf der 61 Kommunar-Werft in Nikolajew wurden Smygleny und Soobrazitelny gebaut. Auf der Marti-Werft in Nikolajew wurde Svobodny gebaut. Auf der Werft von Sewastopol wurden Sposobny und Sovershenny gebaut. Am 27. Juni 1941 wurde Storozhevoi der Bug durch einen Torpedo eines deutschen S-Boots in der Irben-Strasse Weggeschossen. Sie wurde mit dem Bug eines unvollständigen Zerstörers der Ognevoi-Klasse wiederhergestellt und trat 1943 wieder zur Flotte. Serdlity und Smely wurden beide im Juli 1941 versenkt, ersterer durch eine Bombe bei der Insel Ösel und das andere Schiff durch eine Mine im Golf von Riga. Starny sank ebenfalls durch eine Mine vor Ösel am 18. August 1941, während Skory auf gleiche Weise vor Kap Juminda verloren ging. Sovershenny lief während einer Probefahrt im Schwarzen Meer auf eine Mine und während der anschließenden Reparaturen im Dock von Sewastopol wurde sie von einer Bombe getroffen und fiel um. Nachdem das Schiff wieder aufgerichtet war, wurde es durch Artilleriefeuer im April 1942 zerstört. Surovy war ein weiteres Minenopfer, diesmal vor Hangö in Finnland im November 1941. Smyshleny lief in der Straße von Kertsch im März 1942 ebenfalls auf eine Mine. Deutsche Flugzeuge zeichneten sich für die Zerstörung von Svobodny in Sewastopol im Juni 1942 sowie für Sposobny vor der Küste der Krim im Oktober 1943 verantwortlich. Soobrazitelny unternahm zusammen mit dem Flottillen-Führer Taschkent einige Fahrten in das belagerte Sewastopol und rettet die Überlebenden auf letzterem, als Taschkent bei einem Luftangriff versenkt wurde. Der große und schnelle Zerstörer und Flottillen-Führer Taschkent war von Italien im russischen Auftrag 1937 gebaut worden. Jedoch war auch dieses Schiff zu leicht gebaut und hatte andere, zahlreiche Kinderkrankheiten. Der Verbleib von Spokoiny ist unklar. Das Schiff wurde von Leningrad aus in die Arktis geschleppt und dann nach Molotovsk, wo sich seine Spur verliert. Womöglich ging der Zerstörer 1944 oder 1945 verloren. Stoiky wurde 1943 in Vitse-Admiral Drozd umbenannt. Wie die meisten überlebenden Schiffe der Klasse wurde sie Ende der 1950er Jahre verschrottet, da alle Schiffe einen sehr anstrengenden Einsatz während des Zweiten Weltkrieges hatten. Das einzige noch existierende Schiff ist die heroische Soobrazitelny, welche nach ihrer Außerdienststellung 1966 als Museumsschiff der Schwarzmeer-Flotte in Nikolajew konserviert wurde. Zerstörer Opitny Der Zerstörer Optiny wurde zwischen 1936 und 1941 gebaut. Opitny wurde als Versuchsschiff entworfen, um eine einheitliche Klasse von Hochgeschwindigkeits-Zerstörern herzustellen. Schiffe dieser Art waren schon immer eine russische Obsession, da die beiden Hauptflotten in jeweils abgeschlossenen Seegebieten operieren mussten. Das Schiff war der erste russische Zerstörer, welcher ohne ausländische Hilfe gebaut wurde. Auf Stapel in der Werft Zholanov in Leningrad im Jahr 1936 gelegt und 1941 in Dienst gestellt. Sie verfügte nur über drei einzelne 13-cm-Geschütze gegenüber den vier auf den vorhergehenden italienischen Entwürfen, um bessere See-Eigenschaften und eine höhere Geschwindigkeit zu erreichen. Dafür wurde die Torpedo-Bewaffnung von sechs auf acht erhöht, jeweils in zwei Gruppen zu je vier Rohren. Dies unterstreicht die überfallartige Taktik, für welche Optiny vorgesehen war. Die Flugabwehr-Bewaffnung bestand aus vier einzelnen 45-mm und drei einzelnen 37-mm-Kanonen. Es gab Abwurfrollen für maximal 60 Seeminen an jeder Seite des Schiffes. Die Turbinen von Opitny produzierten 70.000 PS gegenüber 48.000 PS bei der Gordi-Klasse und hatte die verbesserte Maschinenanordnung wie bei der Silni-Klasse. Der Vortrichter war dünner als der zweite Schornstein, was die Ursache in einen Heizraum vorne und zwei weitere hinten hatte. Es wird berichtet, dass Optiny ihre Entwurfsgeschwindigkeit übertraf, wobei 41,6 Knoten bei Probefahrten erreicht wurden. Allerdings war der leicht gebaute Rumpf nicht passend für die Vibrationen der Maschinen, welche bei hoher Fahrt entstanden. Noch mehr litt der Rumpf, wenn das Schiff Salven aus seinen Geschützen abfeuerte. So bestand der Kriegseinsatz lediglich als schwimmende Batterie bei der Verteidigung von Leningrad und Optiny wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg verschrottet. Ognevoi-Klasse Die Entwurfsarbeiten an der Ognevoi-Klasse begannen 1937 und es sollten 30 Schiffe gebaut werden. Davon wurden 17 zwischen 1939 und 1941 auf Stapel gelegt. Otlichny, Otvaszhny, Odarenny und vier unbenannte Schiffe wurden auf der Nikolajew-Werft bei Leningrad auf Stapel gelegt. Ognevoi, Ozornoi, Opasny mehr …

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