Kriegstagebuch 31. Juli 1917



britische Soldaten mit Körperpanzer
Bei Ypern untersuchen britische Soldaten ein erbeutetes deutsches schweres Maschinengewehr. Sie tragen alle Körperpanzer.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 31. Juli 1917:

Westfront

Flandern – DRITTE SCHLACHT VON YPERN (oder ‚Passchendaele‘ bis zum 18. November): 9 britische und 6 französische Divisionen greifen um 03:50 Uhr (Sonnenaufgang) entlang einer 25 km langen Front vom Fluss Lys bis zum Fluss Yser nach dem Rekord-Sperrfeuer durch 3.091 britische Geschütze an. Das Ziel ist es, die deutschen Truppen von der Pilckem-Höhe zu vertreiben, welche Ypern von Süden aus in Richtung Nordosten beherrscht. Schlacht um die Pilckem-Hügel: (bis zum 2. August): die deutsche Vierte Armee, mit Reserve-Divisionen für Gegenangriffe, schränkt die alliierten Fortschritte ein (15.000 Verluste beim BEF, 12 Victoria Cross verliehen, 19 Tanks abgeschossen) bis der Regen beginnt auf eine Durchbruchstiefe von 2 bis 4 km, wobei 12 Dörfer und Teile der zweiten deutschen Linie genommen werden. Auch die deutschen Verluste sind schwer, darunter 5.000 Kriegsgefangene. Die Franzosen erzielen die meisten Gewinne.
Aisne: Die Franzosen machen kleine Gewinne westlich des Chevregny-Kamms. 2 deutsche Bataillone greifen nach einem nur 5-minütigem Beschuß die Cerney-Höhe an. Mangin wird auf die Reserveliste gesetzt, nach den Untersuchungen zur Nivelle-Offensive.

Naher Osten

Mesopotamien: Die Eisenbahnstrecken Kut-Bagdad, Bagdad-Baquba und Sumaiha-Sadiya werden fertiggestellt..
Persien: Seit Juli ziehen sich Baratows russische Truppen bis zum März 1918 zurück.

Seekrieg

Großbritannien: 2.750 britische Schiffe haben jetzt Hydrophon-Ausrüstung (für die U-Boot-Ortung). 21 Atlantik-Konvois haben 354 Schiffe für den Verlust von nur 2 gesichert. Nur 27 Schiffe gingen seit dem 1. Mai bei einer Gesamtsumme von 8.894 Schiffen in Konvois verloren, was ein 18:1 Vorteil gegenüber alleine laufenden Schiffen ist. Von diesen gingen 354 aus einer Gesamtzahl von ca. 3.000 verloren.
Ärmelkanal: Die britische Minensperre in der Strasse von Dover ist jetzt neu verlegt.
Atlantik: Ein U-Boot versenkt das britische Handelsschiff Belgian Prince, wobei 3 Mannschaftsmitglieder überleben, um über die Ermordung der anderen 36 Männer zu berichten.
Alliierte und neutrale Handelsschiffsverluste im Juli: 224 Schiffe mit 545.021 Tonnen (die deutsche Zahl sind 555.514 Tonnen, davon 90.334 Tonnen im Mittelmeer plus 16.969 Tonnen durch österreich-ungarische U-Boote). 6 U-Boote wurden versenkt (1 durch Wasserbomben nach Rammen), aber 11 neu in Dienst gestellt und 95 bestellt zur Fertigstellung bis zum 1. Januar 1919.

Luftkrieg

Deutschland: Der Heeres-Luftschiff-Dienst wird aufgelöst, 3 Zeppeline werden zur Marine-Luftschiff-Abteilung verlegt. Das Heer hatte bisher 26 Luftschiffe verloren und dabei 232 Bombenangriffe geflogen.

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