Kriegstagebuch 31. Juli 1917


britische Soldaten mit Körperpanzer
Bei Ypern untersuchen britische Soldaten ein erbeutetes deutsches schweres Maschinengewehr. Sie tragen alle Körperpanzer.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 31. Juli 1917:

Westfront


Flandern – DRITTE SCHLACHT VON YPERN (oder ‘Passchendaele’ bis zum 18. November): 9 britische und 6 französische Divisionen greifen um 03:50 Uhr (Sonnenaufgang) entlang einer 25 km langen Front vom Fluss Lys bis zum Fluss Yser nach dem Rekord-Sperrfeuer durch 3.091 britische Geschütze an. Das Ziel ist es, die deutschen Truppen von der Pilckem-Höhe zu vertreiben, welche Ypern von Süden aus in Richtung Nordosten beherrscht. Schlacht um die Pilckem-Hügel: (bis zum 2. August): die deutsche Vierte Armee, mit Reserve-Divisionen für Gegenangriffe, schränkt die alliierten Fortschritte ein (15.000 Verluste beim BEF, 12 Victoria Cross verliehen, 19 Tanks abgeschossen) bis der Regen beginnt auf eine Durchbruchstiefe von 2 bis 4 km, wobei 12 Dörfer und Teile der zweiten deutschen Linie genommen werden. Auch die deutschen Verluste sind schwer, darunter 5.000 Kriegsgefangene. Die Franzosen erzielen die meisten Gewinne.
Aisne: Die Franzosen machen kleine Gewinne westlich des Chevregny-Kamms. 2 deutsche Bataillone greifen nach einem nur 5-minütigem Beschuß die Cerney-Höhe an. Mangin wird auf die Reserveliste gesetzt, nach den Untersuchungen zur Nivelle-Offensive.

Naher Osten

Mesopotamien: Die Eisenbahnstrecken Kut-Bagdad, Bagdad-Baquba und Sumaiha-Sadiya werden fertiggestellt..
Persien: Seit Juli ziehen sich Baratows russische Truppen bis zum März 1918 zurück.

Seekrieg

Großbritannien: 2.750 britische Schiffe haben jetzt Hydrophon-Ausrüstung (für die U-Boot-Ortung). 21 Atlantik-Konvois haben 354 Schiffe für den Verlust von nur 2 gesichert. Nur 27 Schiffe gingen seit dem 1. Mai bei einer Gesamtsumme von 8.894 Schiffen in Konvois verloren, was ein 18:1 Vorteil gegenüber alleine laufenden Schiffen ist. Von diesen gingen 354 aus einer Gesamtzahl von ca. 3.000 verloren.
Ärmelkanal: Die britische Minensperre in der Strasse von Dover ist jetzt neu verlegt.
Atlantik: Ein U-Boot versenkt das britische Handelsschiff Belgian Prince, wobei 3 Mannschaftsmitglieder überleben, um über die Ermordung der anderen 36 Männer zu berichten.
Alliierte und neutrale Handelsschiffsverluste im Juli: 224 Schiffe mit 545.021 Tonnen (die deutsche Zahl sind 555.514 Tonnen, davon 90.334 Tonnen im Mittelmeer plus 16.969 Tonnen durch österreich-ungarische U-Boote). 6 U-Boote wurden versenkt (1 durch Wasserbomben nach Rammen), aber 11 neu in Dienst gestellt und 95 bestellt zur Fertigstellung bis zum 1. Januar 1919.

Luftkrieg

Deutschland: Der Heeres-Luftschiff-Dienst wird aufgelöst, 3 Zeppeline werden zur Marine-Luftschiff-Abteilung verlegt. Das Heer hatte bisher 26 Luftschiffe verloren und dabei 232 Bombenangriffe geflogen.

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Im Blickpunkt:
  • Einheit von Partisanen

    Partisanen und Cetniks: Stärke und Organisation der irregulären Streitkräfte in Russland und Jugoslawien, ihre Ausrüstung und Uniformen. Partisanen in Russland Das rasche Auseinanderbrechen der Roten Armee entlang der Westgrenze der Sowjetunion als Folge des Angriffs der Achsenstreitkräfte im Juni 1941 überraschte nicht nur die Wehrmacht, sondern im gleichen Maße auch die sowjetische Regierung. Die Wehrmacht nahm buchstäblich hunderttausende Soldaten der Roten Armee gefangen, welche sie kaum bewachen und noch weniger versorgen oder unterbringen konnte. Unter diesen Umständen konnten Tausende sich der Gefangennahme entziehen oder fliehen und tauchten hinter der Front unter. In vielen Gebieten, insbesondere in der Ukraine, wurden die deutschen Truppen Anfangs als Befreier begrüßt. Die russische Bevölkerung dagegen verhielt sich vorsichtig gegenüber ihren neuen Herren und blieb zurückhaltend, solange sie nicht direkt bedroht oder misshandelt wurden. Hinter der Front streiften Gruppen versprengter sowjetischer Soldaten und geflohener kommunistischer Parteifunktionäre durch das Hinterland oder versteckten sich in den großen Waldgebieten West-Russlands. Die verantwortliche Behörde für die Organisation des Widerstandes der Partisanen hinter den deutschen Linien war ein Teil des NKWD. Diese begann in Gebieten, wo die Anwesenheit großer Banden von Partisanen hinter der deutschen Front bekannt war, anleitende Funktionäre per Fallschirm abzusetzen. Allerdings bestand das Problem darin, dass einige dieser Banden anti-bolschewistisch, andere anti-deutsch ausgerichtet und wieder andere nur einfach kriminelle Banditen und Räuber waren. Solange es so aussah, als dass Deutschland den Krieg gewinnen würde, gab es eine deutliche Zurückhaltung bei Aktionen gegen die Besatzungsmächte. Aber als dann die ersten Gerüchte über die Brutalitäten und Verbrechen der Eroberer sich herumsprechen begannen und die Wehrmacht ihre ersten Niederlagen erlitt, gab es jedoch einen dramatischen Anstieg der Partisanen-Aktivitäten. Im August 1943 gab es zum Beispiel schon 24.500 Partisanen alleine nur in der Ukraine, wovon 5.000 Mitglieder der kommunistischen Partei waren. Im gesamten besetzten Gebiet in der Sowjetunion wurde die Gesamtzahl der Partisanen, Widerstandskämpfer und Banditen auf etwa zwei Millionen geschätzt.   Die deutschen Besatzungsbehörden mussten gegen die Partisanen etwa 25 Divisionen (327.543 SS-, Sicherheitspolizei und gewöhnliche Polizei-Männer sowie 500.000 Hilfspolizisten) einsetzen. Dies war eine ungeheure Belastung für die Kampfkraft der eigentlichen Front. Die Opfer unter den Partisanen werden auf etwa 85.000 Mann geschätzt, wovon 70.000 erschossen wurden, während 15.000 in Konzentrations- und Zwangsarbeiterlagern starben. Es gab niemals so etwas wie eine Uniform für Partisanen. Bei dem akuten Mangel an Kleidungsstücken in der Sowjetunion während des Krieges wurde so ziemlich alles getragen, was zur Verfügung stand. Zunehmend wurde von den Partisanen auch erbeutete Ausrüstung und Kleidung verwendet, besonders nach den großen Niederlagen der verschiedenen Armeen der Achsenstaaten während der letzten Phase der Schlacht um Stalingrad. Partisanen in Jugoslawien Als die Achsenmächte im April 1941 Jugoslawien angriffen, war die Kommunistische Partei Jugoslawiens noch immer stark durch staatliche Repressionen eingeschränkt und ihre Mitgliederzahl überstieg nicht 12.000 Personen. Fast so schnell wie das Land überrannt wurde, bildeten sich unter der Führung des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei Joseph Broz – besser bekannt als Tito – aus kommunistischen Zellen und jugoslawischen Soldaten, welche die Kapitulation ablehnten, die erste Partisanenbewegung. Zu Anfang waren Titos Partisanen fast ausschließlich Serben und es war nicht vor 1943, dass sich Slowenen und Kroaten in nennenswerter Zahl anschlossen. Zunächst waren Titos Partisanen-Operationen nicht sonderlich erfolgreich und so begann er seiner Streitmacht als eine richtige Armee zu organisieren. Am 21. Dezember 1941 stellte er mit der 1. Proletarischen Brigade die erste reguläre Einheit auf und bis Mitte 1942 hatte er weitere drei Brigaden aufgestellt, welche nun Teil der sogenannten Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee wurden. Bis zur Ankunft der ersten britischen Militärmission bei Tito Ende 1942 hatte er keine Hilfe von außen erhalten. Alle seine Waffen, Munition, Ausrüstung und Uniformen stammten entweder aus den Beständen der ehemaligen jugoslawischen Armee von vor dem Krieg – oder wurden von der Zivilbevölkerung oder den feindlichen Besatzungstruppen entnommen. Die erste Luftversorgung für Titos Partisanen wurde am 25. Juni 1943 durchgeführt und von da an war sein Nachschub gesichert. Tito war nun in der Lage seine Partisanen-Armee auf vier Armeekorps – eines für jeden Teil des Landes – mit 306.000 bewaffneten Männern und Frauen auszubauen. Bis Mai 1944 erreichte die Volksbefreiungsarmee eine Stärke von einer halben Million Partisanen und es gab 21 Ausbildungslager für Offiziere und Unteroffiziere. Zur gleichen Zeit wurde das gesamte britische Personal von den Cetniks abgezogen und Tito wurde nun de facto als Herrscher über Jugoslawien von den Alliierten anerkannt. Die militärische Organisation einer Partisanen-Armee musste zwangsläufig sehr flexibel sein und in kleineren Verbänden als bei einer normalen Armee gegliedert werden. Mannschaftsstärke und Waffenausstattung änderten sich von Tag zu Tag, da es enorme Schwierigkeiten bereitete die weit verstreuten Einheiten, welche zudem bewusst unzugängliche Orte für ihre Stellungen ausgewählt hatten, zu versorgen. Die kleinste Einheit der Partisanen war die Kompanie mit etwa 80 Soldaten. Neun Kompanien bildeten ein Bataillon, während drei Bataillone eine Brigade bildeten (ca. 2.160 Mann). Drei Brigaden, jede mit einem Bataillon aus Gebirgskanonen und schweren Waffen, bildeten eine Division (ca. 7.000 Mann). Am 1. Januar 1945 formierte Tito seine 800.000 Mann starke Armee in vier Armeegruppen. Nachdem er den größten Teil Jugoslawiens von den deutschen Truppen und deren Verbündeten gesäubert hatte, befahl er seiner 4. Armeegruppe Triest vor den anrückenden westlichen Alliierten zu besetzen. Diese marschierte am 1. Mai 1945 in Triest ein und besetzte das italienische Staatsgebiet bis zum Fluss Isonzo. Uniformen: Titos Partisanen trugen als Uniform alle verfügbaren Kleidungsstücke. Gleiches Aussehen und Uniformierung bei der Kleidung waren nie von großer Bedeutung und bei der Art des Partisanenkrieges – und so wie dieser geführt wurde, konnte dies nur zu Nachteilen führen. Diejenigen Uniformen oder Uniformteile, welche es gab, stammten entweder von der ehemaligen jugoslawischen Armee, oder wurden von deutschen und italienischen Besatzungstruppen erbeutet. Das einzige übliche Abzeichen war der fünfzackige, rote Stern an der Kleidung. Von Juli 1941 bis November 1942 herrschte ein improvisiertes System von Rangabzeichen vor. Abzeichen bestanden aus Sternen, Streifen und Chevrons (Dienstgradabzeichen), welche aus rotem Stoff geschnitten und am linken oberen Ärmel getragen wurden. Von November 1942 an wurde ein neues System eingeführt, bei dem mehr Rangstufen vorkamen. Anschließend wurde ab dem 1. Mai 1943 das endgültige System vorgestellt, wobei die mehr …

  • Japanische Truppen stürmen an Land

    Die kaiserlich-japanische Armee beim Angriff auf die Alliierten 1941/42. Verteilung der japanischen Invasions- und Besatzungsdivisionen im Dezember 1941, Soll-Stärken und Ausrüstung, Organisation und die Struktur einer Infanterie-Division. Hier zu Teil I: Japanisches Heer und Luftwaffe vor 1941 Die japanische Armee zu Beginn des Pazifikkrieges Als Japan die Alliierten im Fernen Osten im Dezember 1941 angriff, verlegte es seinen militärischen Schwerpunkt von China in den Pazifik. Die kaiserlich-japanische Armee war dabei in einer Reihe von amphibischen Operationen gegen pazifische Inseln beteiligt, obwohl dies eigentlich in der Hauptverantwortung der Marine lag. Der größte Erfolg der Armee war jedoch die Eroberung von Singapur und die Vertreibung der Briten aus Malaysia und Burma. Zahlenmäßig den britischen Streitkräften weit unterlegen, erwies sich der Kampfgeist der japanischen Soldaten und die Führungskunst ihrer Kommandeure als unschlagbar. Bis zum März 1942 stand die japanische Armee an den Grenzen Indiens. Verteilung der japanischen Invasions- und Besatzungsdivisionen im Dezember 1941 Die verfügbaren japanischen Invasionstruppen im Dezember 1941 waren relativ gering – von den insgesamt 51 Divisionen in China und der Mandschurei konnten nur 11 entbehrt werden. Selbst im Jahr 1943 waren in China noch 25 Infanterie-Divisionen, 1 Panzer-Division, 11 gemischte Brigaden, 1 Kavallerie-Brigade und 1 Luftlande-Division gebunden – Streitkräfte von 620.000 Mann mit 14.000 Fahrzeugen. Diese Streitkräfte wurden als Kwangtung-Armee bezeichnet und mussten während des Pazifik-Krieges ständig Verstärkungen dafür abstellen, sodass sie bis 1945 unterbesetzt und zu schwach waren, um eine wirkliche Bedrohung darzustellen. Kaiserliches Hauptquartier: Zahlenmäßige Übersicht der Divisionen Vollständig aufgestellte und einsatzbereite Divisionen der kaiserlich-japanischen Armee außerhalb Japans: Zahlenmäßige Übersicht der Divisionen: Japanische Divisionen im Südwest-Pazifik im August 1942: insgesamt 4 (2., 16., 38., 48. Infanterie-Division) Japanische Divisionen in Burma im September 1942: insgesamt 4 (18., 33., 55., 56. Infanterie-Division) Soll-Stärke der Divisionen Ungefähre Soll-Stärke der wichtigsten Divisions-Typen (I): Ungefähre Soll-Stärke der wichtigsten Divisions-Typen (II): Organisation der japanischen Armee Die Galionsfigur, welche über der japanischen Kriegsmaschinerie thronte, war der Kaiser, welcher nominell der Oberbefehlshaber war und auch die Macht hatte, einen Krieg zu erklären oder einen Frieden zu schließen. Diese Macht war tatsächlich aber nur noch formal gegeben. Ihm wurden Empfehlungen durch zwei Räte vorgelegt, dem Vorsitz der Marschälle und Admirale sowie dem Obersten Militärrat. Die wirkliche Macht lag aber beim Kaiserlichen Hauptquartier. Dieses bestand aus den Generalstabschefs der Armee und Marine, den Heeres- und Marine-Ministern und ihren jeweiligen Beratern. Verantwortlich für diese Offiziere waren der Generalstab, das Kriegsministerium und die zwei Inspektorate des Militärtrainings und der Heeresflieger. Der Generalstab bestand aus fünf wesentlichen Büros: den Allgemeinen Angelegenheiten, Operationen, Nachrichten, Transport und Geschichte. Sie bereiteten den Krieg vor, trainierten die Truppen und untersuchten Japans strategische Anforderungen. Der Chef des Generalstabs wurde offiziell vom Kaiser ernannt. Der Kriegsminister repräsentierte die politische Macht der Armee im Kabinett und war immer ein Offizier. Er hielt Kontakt zum Generalstabschef und theoretisch auch zum Diet, dem japanischen Parlament. Er wickelte die administrativen, logistischen und Mobilisierung-Pläne ab. Die zwei Inspektorate leiteten die Ausbildung der Truppen. Im Feld wurde die japanische Armee in Heeresgruppen, Bereichs-Armeen, Armeen und Divisionen unterteilt. Dazu gab es noch ‘Verbände mit Spezialaufträgen’, welche nicht einer bestimmten Armee oder Division unterstanden. Heeresgruppen umfassten einen gesamten Kriegsschauplatz und es gab die japanische Heimverteidigungsarmee, die Kwangtung-Armee und die Süd-Armee. Eine Bereichs-Armee, wie zum Beispiel die 23. in Burma, entsprach einer deutschen Feldarmee. Die japanische Armee war viel kleiner als das deutsche Gegenstück und entsprach etwa einem starken Korps. Dafür gab es keine Armeekorps in den japanischen Streitkräften. Die Stärke einer japanischen Armee variierte zwischen 50.000 bis 150.000 Mann. Die 18. Armee im Südwest-Pazifik hatte im April 1943 eine Sollstärke von 130.000 Mann, obwohl ihre tatsächliche Ist-Stärke viel geringer war. Diese Streitmacht bestand aus drei Divisionen und unabhängigen, gemischten Brigaden. Die Artillerie bestand aus vier unabhängigen Feldartillerie-Kompanien, zwei Feld-Maschinengewehr-Kompanien, einem unabhängigen Panzerabwehr-Bataillon, sechs Feldartillerie-Bataillonen, sechs Feld-Scheinwerfer-Kompanien sowie Unterstützungseinheiten, wozu Pionieren, Transport- und Flugfeld-Sicherungstruppen zählten. Der hervorstechende Schwachpunkt bei der japanischen Organisation während des Krieges war das Aufsplittern von Verbänden. Es wurden Soldaten einer Einheit genommen und mit Männern von anderen Einheiten zusammengewürfelt, um Sonderaufträge durchzuführen. Nach dem Abschluss des Auftrags wurde diese Einheit entweder für weitere Aufträge wieder zersplittert oder die Männer wurden wieder zu ihren ursprünglichen Einheiten zurückgeschickt. Es gab nur wenig Kontinuität und folglich eine Fülle von unabhängigen Verbänden. Japanische Infanterie-Division Die typische japanische Infanterie-Division vom Dezember 1941 bestand aus drei Infanterie-Regimentern, einem Kavallerie- oder Aufklärungs-Regiment und einem Regiment aus Pionieren. Zusätzlich neben dem Divisionsstab und den Nachrichteneinheiten, wurde die Division durch das Transport-Regiment, einer medizinischen Abteilung und Feldhospital-Stab, einer Wasseraufbereitungs-Einheit, Ordonanz-Einheit und einer Veterinär-Einheit unterstützt. Mit dem Fortschreiten des Krieges wurden noch ‘Komfort-Bataillone’ aus Prostituierten der Division angeschlossen. Es gab jedoch immer eine weite Variation in Organisation und Stärke der einzelnen japanischen Verbände, abhängig von ihrem Einsatzort und dem dort vorherrschenden Gelände. Unter den Anforderungen des Krieges kategorisierten die Japaner ihre Verbände in drei Gruppen: Kategorie A war die stärksten, Kategorie B waren die Standard- und Kategorie C die Spezial-Verbände. Trotzdem waren nicht alle japanischen Division aus der gleichen Kategorie zusammengesetzt. Eine Division Standard-B konnte zum Beispiel die Artillerie einer A-Kategorie haben. Dazu konnte es unterschiedliche Stärken innerhalb der Divisions-Einheiten selbst geben. In einem Infanterie-Regiment der A-Kategorie konnte die Regiments-Artillerie entweder aus einer Kompanie aus vier Kanonen oder zwei Kompanien zu vier Kanonen unter einem kleinen Bataillons-Hauptquartier bestehen. Trotz dieser Variation gab es im Allgemeinen vier Arten japanischer Infanterie-Divisionen: Da war zum ersten die Standard-Division aus B-Truppen, welche am häufigsten von den alliierten Truppen angetroffen wurde. Zweitens gab es die verstärkte Division, zusammengesetzt aus A-Typ-Einheiten, welche auch eine zusätzliche Artillerie-Gruppe beinhalten konnte, die aus einem Gruppen-Hauptquartier und einem Feld- oder Gebirgsartillerie-Regiment sowie womöglich auch aus einer Panzer-Einheit bestand. Drittens gab es die modifizierte, verstärkte Division, welche zusätzliche Artillerie, aber keine Panzertruppen beinhaltete. Die Stärke der Schützen-Kompanien war dabei von 265 auf 205 Mann heruntergesetzt. Schließlich gab es noch die leichte Division, welche hauptsächlich aus C-Truppen mit zwei Brigaden bestand. Jede dieser Brigaden hatte vier unabhängige Infanterie-Bataillone mit Unterstützungstruppen aus kleinen Einheiten von Hilfstruppen, hauptsächlich aus der Kategorie A. Diese Divisionen wurden häufig als Garnisonen auf Japans kleineren Inselstützpunkten und in China mehr …

  • Fokker Dr.I

    Deutsches Fokker Dr. I Dreidecker Jagdflugzeug aus dem Ersten Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Fokker Dr.I Dreidecker Typ: Einsitziges Jagdflugzeug. Vorgeschichte: Dreidecker-Wahn Hier zu den ersten Fokker-Jägern: Eindecker und D.I bis D.V. Im Frühjahr 1917 war die neue Sopwith Triplane das einzige alliierte Jagdflugzeug, welches die Albatros-Jäger schlagen konnte, was zu einem einjährigen Dreidecker-Wahn in Deutschland führte. Eine Sackgasse in der Entwicklung von Jagdflugzeugen, welche einer besonderen Erwähnung bedarf, kann am besten mit ‘Dreidecker-Wahn’ beschrieben werden. Als die Luftfahrt noch in den Kinderschuhen steckte, war es üblich, verschiedene Konfigurationen zu erproben, wenn die beste Konstruktion nicht offensichtlich war. Aus strukturellen und aerodynamischen Gründen waren die meisten Flugzeuge vor und während des Ersten Weltkriegs entweder Eindecker oder Doppeldecker. Anfang 1917 führte der englische Flugzeughersteller Sopwith jedoch einen Dreidecker ein, welcher aus der kleinen, beweglichen Sopwith Pup entwickelt worden war. Diese Sopwith Triplane übernahm das einzelne Maschinengewehr und die allgemeinen Linien der Pup, hatte jedoch einen stärkeren 110-PS-Umlaufmotor zusammen mit einer neuen Dreidecker-Flügelzelle. Zwar war das Flugzeug etwas zerbrechlich und nur in geringen Zahlen verfügbar, trotzdem war die Sopwith Triplane eine unangenehme Überraschung für die zu diesem Zeitpunkt dominierenden Albatros-Piloten. Dies hatte die Ursache darin, dass das neue britische Jagdflugzeug als einziges aller alliierten Flugzeuge den Albatros-Jäger in Steigleistung und Beweglichkeit überlegen war und dabei etwa die gleiche Höchstgeschwindigkeit erreichte. Trotz der allgemeinen deutschen Luftüberlegenheit im Frühjahr 1917, führte das Auftreten der Sopwith Triplane bei ihren deutschen Gegnern dazu, dass diese dem Dreidecker eine angeborene Überlegenheit gegenüber dem Zweidecker-Konzept nachsagten. Tatsächlich ist es aber so, dass die Zweidecker-Konfiguration ein natürlicher und besserer Kompromiss aus Stabilität, Stärke, Gewicht und Aerodynamik ist als der Dreidecker, welcher zu viel Luftwiderstand bietet. Die leichte, bewegliche Sopwith Triplane hatte letztlich nur einen zufälligen Höhepunkt des Dreidecker-Potentials erreicht, was zum ‘Dreidecker-Wahn’ in ganz Deutschland und auch Österreich-Ungarn führte. So verlangten die deutschen Verantwortlichen, gefolgt von ihren Kollegen in Österreich-Ungarn, von ihren Flugzeugherstellern Dreidecker-Jagdflugzeuge zu entwickeln. Dies führte zu einem Überfluss von neuen Flugzeugentwürfen, von denen fast alle niemals an der Front eingesetzt wurden, was eine erhebliche Verschwendung an Arbeitszeit der Flugzeug-Ingenieure bedeutete. Letztlich sind nur zwei deutsche Dreidecker-Jagdflugzeuge gebaut worden. Einer davon war die Pfalz Dr.I, wobei das ‘Dr’ immer für Dreidecker steht, von der nur zehn Stück gebaut wurden und von denen es einige Fotografien beim Jasta 73 gibt. Allerdings kann ein Kampfeinsatz nicht nachgewiesen werden. Das andere Flugzeug war der Fokker-Dreidecker, welches vor allem durch den Roten Baron, Manfred von Richthofen, berühmt wurde – und der auch in einem dieser Flugzeuge abgeschossen wurde und ums Leben kam. In vielen Bereichen ist der Fokker-Dreidecker ein Paradox. Das Flugzeug erschien genau zu einer Zeit, als die deutschen Albatros-, Roland- und Pfalz-Jäger den alliierten Typen unterlegen waren und so wurde der neue Jäger von den deutschen Piloten herzlich begrüßt. Anfangs gab es zwar strukturelle Fehler, aber die Probleme wurden schnell behoben. Obwohl das Flugzeug langsam war, wurde der Fokker-Dreidecker das bevorzugte Flugzeug vieler deutscher Jagdflieger. Dies lag an seiner hervorragenden Steigleistung und Manövrierfähigkeit, die es Ideal für enge Kurvenkämpfe mit deftigen Fliehkräften machten. Dazu hatte es die standardmäßigen zwei synchronisierten Maschinengewehre und nach Überwindung der Probleme bei der Qualitätskontrolle war es ein robustes Flugzeug. Obwohl dies manchmal behauptet wurde, war die Fokker Dr.I keine Kopie der Sopwith Triplane und hatte – abgesehen von den drei Flügeln – keine Gemeinsamkeiten mit dem britischen Entwurf. Zwar hatte der Fokker-Dreidecker nicht genügend Geschwindigkeit, jedoch konnte er zumindest seine Gegner bei Steigleistung und Manövrierfähigkeit übertreffen, während zu diesem Zeitpunkt die Albatros-Jäger nirgends mehr einen Vorteil hatten. Letztlich führte der höhere Luftwiderstand dazu, dass sich die Flugzeugkonstrukteure wieder von der Dreidecker-Konfiguration abwendeten. So wurde die Sopwith Triplane durch den Doppeldecker Sopwith Camel ersetzt, welche zwar keine bedeutend bessere Leistung hatte, jedoch viel robuster war und zwei Maschinengewehre hatte. Und auch die Fokker Dr.I wurde zum schnelleren Fokker D.VI-Doppeldecker weiterentwickelt. Jedoch stellte sich die Fokker D.VII mit den wassergekühlten Mercedes- oder BMW-Motoren als stärkeres Jagdflugzeug heraus, sodaß der Bau der Fokker D.VI nur sehr begrenzt war. Geschichte der Fokker Dr.I Wie schon erwähnt, was der Eindruck, den der britische Sopwith Triplane Dreidecker bei den führenden Kreisen des deutschen Militärs und der Luftfahrt hinterließ, derartig gewaltig, dass nicht weniger als vierzehn deutsche und österreich-ungarische Flugzeughersteller ihren eigenen Entwurf eines Dreideckers entwickelten. Es hatte offensichtlich ganz den Anschein, als wenn die magische Formel für den Erfolg im Luftkampf nun bei den Dreideckern liegen würde. Die meisten dieser Hersteller begannen mit ihren Entwürfen, nachdem einer der britischen Dreidecker im Juli 1917 erbeutet und inspiziert worden war. Damit begannen diese jedoch mit ihren Entwürfen ein gutes Stück nach Anthony Fokker, welcher eine Sopwith Triplane bereits im April 1917 an der Westfront in Aktion gesehen hatte. Es wurde oft behauptet, dass die Fokker Dr.I eine Kopie der Sopwith Triplane gewesen wäre, aber Reinhold Platz, der die Fokker-Maschine auf Wunsch seines Arbeitgebers entwarf, hatte niemals das britische Flugzeug gesehen und war eigentlich auch nicht von dessen Vorzügen überzeugt. Das Gerücht der Kopie hatte offensichtlich seinen Ursprung, als eine Fokker Dr.I von den Alliierten erbeutet werden konnte. Dazu schrieb ein gewisser M. Lagorgette in der ersten März-Ausgabe 1918 der französischen Zeitschrift L’Aerophile mehr oder weniger das folgende: Der feindliche Dreidecker ist im Effekt eine Kopie der Sopwith Triplane. Die Ähnlichkeit der beiden Flugzeuge ist sehr groß und es gibt bei beiden die gleichen Unterschiede zu den gewöhnlichen Jagdflugzeugen, da die Flügel bei beiden in gleicher Weise angeordnet sind, jedoch die Form und Dimensionen sich erheblich unterscheiden … Das Besondere an der Maschine ist jedoch, dass es keine Kabel oder irgend eine andere Form der Verspannung der Flügel gibt … Die Kontrollen sind wie bei den üblichen Fokker-Typen … Der Motor ist ein Oberursel-Umlaufmotor mit 100 oder 110 PS, was praktisch ein nachgebauter französischer Le Rhone ist … Die Bewaffnung besteht aus zwei starren Spandau-Maschinengewehren, welche zusammen oder einzeln abgefeuert werden können. Sie werden durch den Motor angetrieben und werden durch Boden-Kabel kontrolliert … Trotz Bedenken über die Leistungsfähigkeit des Dreidecker-Konzepts baute Reinhold Platz einen Prototyp, der als mehr …

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