Kriegstagebuch 5. April 1917


Beobachtungsballon wird startklar gemacht
Ein deutscher Beobachtungsballon wird startklar gemacht.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 5. April 1917:

Luftkrieg


Westfront: Die Einsätze Royal Flying Corps bei Arras beginnen mit Angriffe auf deutsche Beobachtungballons, von denen aber nur 5 bis zum 8. April zerstört werden können. Die 100. Squadron des RFC bombardiert in der Nacht vom 5./6. April den Flugplatz Douai, der Basis von Richthofens ‘Fliegendem Zirkus’: 4 Hangars werden beschädigt und der Angriff wird zweimal am 7./8. April wiederholt, wobei mit 1-Pfünder-Pom-Poms der Flugplatz im Tiefflug beschossen wird. Pilot Frankl von Jasta 4 in einer Alabtros gelingt beim ersten geplante Nachtjagdeinsatz der Abschuss einer BE2c.
Die Briten verlieren 75 Flugzeuge mit 105 Besatzungsmitgliedern bis zum 9. April, weitere 56 stürzen ab oder müssen abgeschrieben werden. Bristol-Zweisitzer-Jäger fliegen ihre erste Offensiv-Patrouille, wobei 4 von 6 Stück durch Richthofens 5 Albatros D.III-Jäger abgeschossen werden. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines britischen Fliegers liegt im April bei nur noch 23 Tagen.
Mazedonien: Bomber des KG 1 zerstören einen Munitionszug und das Munitionslager bei Karasuli am See Ardjan nördlich von Saloniki.

Westfront

Somme: Die alliierte Verfolgung der sich zurückziehenden deutschen Truppen wurde durch das schlechte Wetter, unbrauchbar gewordene Strassen, Zerstörungen, Sprengfallen und Nachhuten verzögert. Aber zum jetzigen Zeitpunkt sind die meisten deutschen Vorposten vertrieben worden und die alliierten Verbände stehen an der Hindenburg-Linie.

Heimatfronten

Großbritannien: Zuvor abgelehnte oder teilweise behinderte Männer sollen für den Militärdienst erneut geprüft werden. Assistant Chief Commissioner Thomson findet ‘eine Menge von ignoranten Alarmismus [über Unruhen bei Industriearbeitern], vor allem bei den jetzigen Generälen’ vor.
Rumänien: König Ferdinand verspricht in einer Proklamation Land und Bürgerrechte für Bauern (und in einem Armeebefehl am 6. Mai).

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Im Blickpunkt:
  • 3D-Modell T34 Modell 1940

    Berühmter sowjetischer T-34 Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modelle vom T-34 Modell 1940, 1941 und 1942. T-34 Modell 1940, 1941 und 1942 Typ: mittlerer Kampfpanzer. Geschichte des T-34 Panzer Entwicklung 1937 wurde der noch junge M. Koshkin als Leiter des Entwicklungsbüros zu den KhPZ-Werken in Charkow versetzt. Seine neue Mannschaft bestand dort aus A. Morozow für die Kraftübertragung, N. Kucherenko und P. Vasiliew für das Laufwerk sowie M. Tarshinow für die Gestaltung des Panzerschutzes. Alle Beteiligten hatten schon wichtige Erfahrungen im Panzerbau gesammelt. Tarshinow hatte die Vorteile stark abgeschrägter Panzerungen bei den experimentellen Prototypen BT-IS und BT-SW studiert, während Morozw am neuen V-2-Dieselmotor beteiligt war, der erstmals in den BT-8 und dem Woroschilow-Traktor eingebaut wurde. Kucherenki und Vasiliew hatten am T-29-4-Prototypen gearbeitet, welcher die Anwendbarkeit des Christie-Laufwerks bei mittleren Panzern untersuchte. Die Aufgabe des Entwicklungsbüros war es, einen Ersatz für den schnellen BT-Panzer zu entwickeln und der neue Entwurf wurde intern als A-20 bezeichnet. Die Spezifikationen verlangten aufgrund der Erfahrungen im Spanischen Bürgerkrieg und gegen die Japaner im Fernen Osten einen Panzer, welcher auf jede Entfernung den Beschuss einer 37-mm-Pak widerstehen konnte, sowie einer 76-mm-Kanone aus Entfernungen von über 1.000 Metern. Da die russischen Benzinmotoren sich als zu empfindlich gegen Beschuss herausgestellt hatten, wurde auch die Verwendung eines weniger feuer- und explosionsgefährdeten Diesel-Motors verlangt. Schließlich folgte noch während des Winterkriegs 1939/40 gegen Finnland die Forderung, nur Schmiermittel zu verwenden, welche auch bei sehr tiefen Temperaturen den Einsatz ermöglichen. Im Mai 1938 wurde ein Holzmodell des A-20 dem Verteidigungs-Komitee vorgestellt. Dieses entsprach den Spezifikationen, welche von Pawlow als Vorsitzendem des ABTU gefordert wurden, mit einer 20-mm-Panzerung, einer 45-mm-Kanone und einem abnehmbaren Kettenlaufwerk um auch auf Straßenrädern fahren zu können. Das Entwicklungs-Team des A-20 war nicht von der Einrichtung mit den abnehmbaren Ketten begeistert, da dies zusätzliches Gewicht verursacht und die bisherigen Kampferfahrungen gezeigt hätten, dass diese Eigenschaft überflüssig ist. Koshkin argumentierte, dass das Fahrzeug zumindest 30 mm Panzerung haben müsste, um gegen aktuelle und zukünftige Gefahren bestehen zu können, sowie eine 76-mm-Kanone benötigt, um feindliche Panzer mit gleich guter Panzerung bekämpfen zu können. Stalin war persönlich bei Koshkins Vorführung anwesend und dies führte zur Genehmigung, den A-20-Prototypen und einen weiteren, schwereren Prototypen zu bauen. Letzterer wurde erst A-30 und später T-32 genannt und beinhaltete die Vorschläge von Koshkin. Prototypen beider Modelle waren im Juli 1939 fertig und nach Kubinka für Testversuche geschickt. Wie vorhergesagt, waren die Leistungen des A-20 bei den Tests unter Einsatzbedingungen im Gelände ohne Ketten miserabel, während er mit Ketten genauso gut war wie der T-32. Am 1. September 1939 wurden alle neuen sowjetischen Panzertypen vorgeführt, einschließlich des A-20, T-32, KW-Panzer, T-40 und T-50. Dabei gab es immer noch keine Einigkeit, ob der A-20 oder T-32 der bessere Entwurf war. So schlug Koshkin vor, den T-32 als universellen Panzer anzusehen, welcher die Aufgaben des bisherigen schnellen BT, Infanteriepanzer T-26 und des mittleren T-28 übernehmen kann. Einige Mitglieder des Komitees störte die Tatsache, dass ein T-32 soviel kostete wie drei leichte T-26 und Pawlow unterstützte immer noch seine Spezifikationen, nach denen der A-20 entworfen war. Eine Sitzung des Verteidigungskomitees wurde für den 19. Dezember 1940 einberufen, um die Angelegenheit zu klären. T-34 Modell 1940 Zwischenzeitlich trafen Nachrichten aus Finnland ein, dass die sowjetischen Panzer äußerst empfindlich gegen die finnischen Panzerabwehrgeschütze waren und die 45-mm-Kanone in den Panzern der Roten Armee nicht mit den dortigen Bunkern fertig werden. Um die Angst der Komitee-Mitglieder zu besänftigen, hatte Koshkin seinen Stab Schätzungen ausarbeiten lassen, welche nahe legten, dass die Panzerung des T-32 noch weiter verstärkt werden konnte, ohne größere Einbußen bei der Mobilität zu erleiden. Als Folge davon befahl das Verteidigungskomitee eine mit verstärkten Panzerschutz versehene Version des mittleren Panzers T-32 für die sofortige Produktion freizugeben, um den schnellen BT und mittleren T-28 Panzer zu ersetzen. Diese neue Version wurde als mittlerer Kampfpanzer T-34 bezeichnet und den Vertretern des Kommissariat für die mittlere Schwerindustrie wurde der Auftrag erteilt, 200 T-34 Panzer im Jahr 1940 zu bauen. Die ersten beiden Prototypen des T-34 waren im Februar 1940 fertig und wurden in harte Feldversuche geschickt. Im Juni 1940 wurden Koshkin und der Direktor der KhPZ in Charkow, Maksarev, zu einer Sitzung des verängstigten Zentralkomitees der Kommunistischen Partei bestellt, welche besorgt über die Niederlage von Frankreich waren. Die sowjetische Führung war ernsthaft schockiert über die Geschwindigkeit dieser Niederlage. Im Angesicht der schlechten Leistung der Roten Armee im Winterkrieg gegen Finnland hatten sie davor Angst, dass die Wehrmacht bald ein Auge auf Russland als nächstes Opfer werfen könnte. Stalin beharrte darauf, daß die Produktion des T-34 von 200 auf 600 Panzer erhöht wird, wovon 500 das KhPZ-Werk und 100 STZ bauen sollte. Die Massenproduktion des neuen Panzerentwurfs stellte sich als extrem schwierig heraus und die Lage wurde nicht erleichtert durch fortgesetzte Auseinandersetzungen über den T-34 und die Verbitterung vieler hoher Offiziere, welche von dem Panzer wenig begeistert waren. Das erste Serienmodell des T-34 Modell 1940 verließ die Panzerfabrik KhPZ Nr. 183 nicht vor September 1940. Dazu starb noch später im selben Monat sein Konstrukteur M. Koshkin, angeblich durch Lungenentzündung. 1940 wurden nur 115 T-34 gebaut und einige davon mussten mit M-17T-Motoren und BT-Panzer-Kupplungen ausgerüstet werden, da es einen fortlaufenden Mangel an den neuen V-2-Motoren und Kraftübertragungen gab. Bis zu Beginn des Unternehmens Barbarossa am 21. Juni 1941 waren dann allerdings 967 T-34 an die Rote Armee ausgeliefert worden, zuzüglich 508 schwere KW-Panzer. Animation 3d-Modell T-34 Modell 1940 T-34 Modell 1941 Das Debüt des T-34 Modell 1940 im Kampfeinsatz im Sommer 1941 zeigte zweifelsfrei, daß dies der beste Panzerentwurf seiner Zeit war. Die revolutionäre Konstruktion mit einer dicken, schräg angebrachten Panzerung, starker Feuerkraft und hervorragender Beweglichkeit ordnete ihn in einer Klasse über seinen deutschen Zeitgenossen, dem PzKpfw III und PzKpfw IV, ein. Dies zwang die Wehrmacht zu einem kostspieligen Programm, die vorhandenen Panzertypen besser zu bewaffnen und stärker zu panzern, sowie den PzKpfw V Panther vollständig neu als Gegengewicht gegen den T-34 zu entwickeln. Das Erscheinen des T-34 zwang die Deutschen auch noch ihr komplettes Arsenal an Panzerabwehrmitteln zu mehr …

  • Spitfire von Bf 109 verfolgt

    Schlacht um England 1940. Vom Unternehmen Seelöwe zur Luftschlacht um England (Battle of Britain) vom Adlertag bis zum ‘Blitz’. Unternehmen Seelöwe Die Schlacht um England wurde in der Luft geschlagen, um eine Invasion der Britischen Inseln über See zu verhindern bzw. – vom deutschen Standpunkt – zu ermöglichen. Der deutsche Invasionsplan mit dem Codenamen Unternehmen Seelöwe nahm Gestalt an, nachdem England nach der Niederlage Frankreichs nicht um Frieden gebeten hatte, wie es Hitler eigentlich erwartet hatte. Am 16. Juli 1940 wurde die Wehrmacht angewiesen, dass die deutsche Luftwaffe zuerst die englische Royal Air Force (RAF) niederringen muss, sodass die Kriegsschiffe der Royal Navy ungeschützt sein würden, falls sie die deutschen Invasionsflotten bei ihrer Überquerung des Ärmelkanals angreifen würden. Für die verhältnismäßig kleine deutsche Kriegsmarine war das Unternehmen Seelöwe ein sehr ehrgeiziges Projekt, wenn auch der Erfolg letztlich von der Luftüberlegenheit und nicht von der Seemacht abhängen würde. Kriegsbereitschaft der deutschen Seestreitkräfte im August 1940 Schlachtkreuzer Scharnhorst in Instandsetzung nach Torpedotreffer, kriegsbereit Oktober 1940. Schlachtkreuzer Gneisenau in Instandsetzung nach Torpedotreffer, kriegsbereit November 1940. Panzerschiff Admiral Scheer in Instandsetzung, kriegsbereit September 1940. Panzerschiff Lützow (ex Deutschland) unter Werftliegezeit, voraussichtlich kriegsbereit April 1941. Schwerer Kreuzer Prinz Eugen kriegsbereit. Schwerer Kreuzer Admiral Hipper unter Werftliegezeit, kriegsbereit voraussichtlich September 1940. Leichter Kreuzer Nürnberg kriegsbereit. Leichter Kreuzer Leipzig unter Werftliegezeit seit Dezember 1939, kriegsbereit voraussichtlich November 1940. Leichter Kreuzer Köln kriegsbereit. Leichter Kreuzer Emden im Einsatz als Schulschiff. 7 Zerstörer kriegsbereit, 3 unter Werftliegezeit. 19 Torpedoboote kriegsbereit, 1 in Fertigstellung. 23 Schnellboote (S-Boote) kriegsbereit, 12 in Reparatur oder Überholung. 28 U-Boote im Einsatz. Es standen nur 26 alliierte Divisionen in Großbritannien bereit, mit unzureichenden und veralteten Waffen, Transportmitteln und Panzern und dazu noch verstreut zwischen Kent und Cromarty und ohne die Gewissheit, an welcher Stelle die Deutschen beim Unternehmen Seelöwe landen würden. Nur die RAF alleine könnte in der Luftschlacht um England die nötige Zeit herausschlagen, um die britische Armee nach der Evakuierung aus Dünkirchen wieder richtig auszurüsten und die 25 erfahrenen, auf die Landungen vorbereiteten und gut ausgerüsteten deutschen Divisionen (darunter zwei Luftlandedivisionen) auf der anderen Seite des Kanals festzuhalten, bis es das stürmische Herbstwetter unmöglich machen würde, das Unternehmen Seelöwe durchgeführt wird. Siehe: Britische Armee und Home Guard in Westeuropa. Stärke der deutschen Luftwaffe vor dem Adlertag (13. August 1940) Luftwaffe: 14 Kampfgeschwader, 8 Jagdgeschwader, 4 Stukageschwader, 3 Zerstörergeschwader verteilt auf die Luftflotte 3 (GFM Sperrle in Paris), Luftflotte 2 (GFM Kesselring in Brüssel) und Luftflotte 5 (Generaloberst Stumpff in Norwegen und Dänemark). 1.700 einsatzbereite Flugzeuge (600 mittlere Bomber, 200 Junkers Ju 87 Sturzkampfbomber, 700 Messerschmitt Bf 109E Jäger, 200 Messerschmitt Bf 110 Zerstörer). Insgesamt im Westen 2287 Flugzeuge: 734 Bf 109, 268 Bf 110, 336 Ju 87, 949 mittlere Bomber. Gesamtstärke: 3.000 Flugzeuge (800 Bf 109 Jäger, 300 Bf 110 Zerstörer, 400 Ju 87 Stuka Sturzkampfbomber, 1.500 He 111, Do 17 und Ju 88 Bomber). Stärke der englischen RAF vor dem Adlertag (13. August 1940) RAF: 52 Jäger-Staffeln (Fighter Squadrons) in den Jäger-Kommandos (Fighter Commands) 11 (London und Südost-England), 10 (Cornwall und Süd-Wales), 12 (Mittel-England und Nord-Wales), 13 (Nordengland und Schottland) unter dem Kommando von Luftmarschall (Air Marshall) Hugh Dowding. 960 Jagdflugzeuge, davon 704 Hawker Hurricane und Supermarine Spitfire (sowie 289 von diesen in Reserve). Die anderen sind mit den schweren Bristol Blenheim oder zweisitzigen Boulton Paul Defiant Jagdflugzeugen ausgerüstet, welche für die Bf 109 überhaupt keine Gegner sind. Siehe: RAF-Staffeln am Adlertag Genaue Zahlen vom 8. August: 527 Hawker Hurricane, 306 Supermarine Spitfire, 82 Bristol Blenheim, 26 Boulton-Paul Defiant (insgesamt 941). 350 Bomber (einschließlich 100 Bristol Blenheim), später 470. 2.000 Flugabwehrkanonen in 7 Flak-Divisionen. 21 einsatzbereite Radarstationen (von Oktober 1940 sind 40 einsatzbereit). Schlacht um England Im Juli 1940, als die deutsche Luftwaffe bereitstand von den erst kürzlich besetzten Flugplätzen an der Kanal- und Nordseeküste die englische Royal Air Force anzugreifen, war das Konzept des unabhängigen Luftkrieges kaum aus seinen Kinderschuhen heraus gewachsen und noch fast reine Theorie. Noch nie war eine reine Luftschlacht zwischen zwei etwa gleichstarken Gegnern ausgetragen worden, bevor es ab dem 10. Juli 1940 zur sogenannten Schlacht um England über Südengland und Südwales kam. Der Begriff ‘Battle of Britain’ stammte ursprünglich von Churchill und wurde zur allgemeinen Bezeichnung für die Luftschlacht. Während der nächsten 15 Wochen wurde so ziemlich jeder Aspekt der Philosophie, Theorie und Praxis von der Ausübung von Luftmacht und dem Entwurf von Militärflugzeugen auf die Probe gestellt. Zum Nachteil von Hitler und seinem korpulenten Luftwaffen-Oberbefehlshaber, Reichsmarschall Hermann Göring, stellte sich heraus, dass die deutsche Luftwaffe weder eine qualifizierte Führung, noch geeignete Taktiken oder auch Ausrüstungen für ein derartiges Unternehmen hatte. Kurzstreckenflugzeuge wie die Bf 109-Jäger oder die Ju 87 Sturzkampfbomber, schwerfällige zweimotorige Zerstörer vom Typ Bf 110 und unzureichend bewaffnete Mittelstreckenbomber – von denen keines für Einsätze entworfen wurde, welche die Luftschlacht um England oder die nächtlichen Terrorangriffe auf Städte (als ‘the Blitz’ von den Briten bezeichnet) charakterisierten. Die Ergebnisse der ‘elektronischen Kriegsführung’ waren vom deutschen Standpunkt aus ebenfalls unglücklich. Die Radio-Leitstrahlen in Richtung der Ziele in den englischen Städten wurden ausnahmslos erkannt und von den Engländern gestört, während die Radarstationen der RAF unschätzbar wertvolle Frühwarnungen über die deutschen Angriffsverbände gaben. So konnte die RAF ihre Hurricane- und Spitfire-Staffeln mit maximaler Konzentration einsetzen und vermied es, diese in ständigen Luftpatrouillen vor der englischen Küste zu verzetteln. Die RAF profitierte auch aus den geheimen Informationen, welche von den deutschen ‘Enigma’-Nachrichten der Luftwaffe entziffert wurden. Die Schlacht um England hatte verschiedene Phasen. Im Juli und bis Anfang August beschäftigten die Deutschen die RAF über dem Ärmelkanal durch Angriffe auf die dortige Schifffahrt, in dem Bemühen diese durch ständige Abnutzung aufzureiben. Aber die deutsche Luftwaffe verlor dabei doppelt soviel Flugzeuge wie die Engländer und so begann sie stattdessen Radarstationen und Flugplätze anzugreifen. Diese Angriffe verbesserten das Verlustverhältnis auf Vier für Drei, war aber in den zu wenigen Tagen ihrer Anwendung nicht ausreichend, den Himmel von der RAF zu säubern. 211 Spitfire und Hurricane Jäger wurden in diesen 10 Tagen abgeschossen und nur 40 konnten durch neue Maschinen in dieser Zeit ersetzt werden. Die begrenzte Reichweite ist die mehr …

  • Sturzangriff eines Stuka

    Einsatzleistung und Sturzflug-Taktik am Beispiel des Junkers Ju 87 Stuka, das tödlichste und moralisch wirksamste Erdkampfflugzeug aller Streitkräfte während der ersten Hälfte des Zweiten Weltkrieges. hier zu Teil I: Ju 87 Stuka Einsatzleistung der Ju 87 Die Junkers Ju 87, welche gewöhnlich als Stuka bekannt ist, ist eines der klassischen Militärflugzeuge der Luftfahrtgeschichte. Der Name Stuka, Kurzform für Sturzkampfflugzeug, ist zusammen mit dem Panzer gleichbedeutend mit der modernen Vision vom Blitzkrieg. Das ist kein Zufall, denn die beiden arbeiteten sehr eng zusammen als ein kombiniertes Waffen-Team, wobei die Stukas die ‘fliegende Artillerie’ waren, welche jeden feindlichen Stützpunkt, Verteidigungsstellung oder Truppenkonzentration zerschlagen konnten, welche den Vorstoß der Panzertruppe hätte behindern können. In dieser Hinsicht war die Ju 87 immer ein Erdkampfflugzeug. Sie war ein taktischer Bomber, welcher die Bodentruppen der Wehrmacht unterstützte und kein strategischer Bomber. Die Erfolge der Stuka erstreckten sich dabei auch auf eine Vielzahl anderer Ziele, darunter Schiffe, Flugplätze, Eisenbahnhöfe, Brücken und auch andere strategische Ziele, welcher aber nur zweitrangig neben der Hauptaufgabe waren, zusammen mit den deutschen Bodentruppen in Hauptrichtung des Vormarsches zusammenzuarbeiten. Bei eigener Luftüberlegenheit war die Ju 87 zweifellos das tödlichste und moralisch wirksamste Erdkampfflugzeug aller Streitkräfte während der ersten Hälfte des 2. Weltkrieges. Die Hauptgründe dafür war zum einen die Genauigkeit, mit welcher ein erfahrener Stuka-Pilot eine 500-kg-Bombe auf sein Ziel abwerfen konnte, sowie das erhebliche Problem für Flak-Kanoniere, welche versuchten, ein Flugzeug abzuschießen, welches in einem steilen horizontalen Winkel von 5° anfliegt. Es ist eine bemerkenswerte Tatsache, dass kein anderes Flugzeug, welches während des 2. Weltkrieges eingesetzt wurde, große oder kleine Bomben mit einer solchen, regelmäßigen Genauigkeit auf ein Ziel abwerfen konnte. Die Stuka-Piloten waren so fähig, dass sie oft von den taktischen Luftwaffen-Verbindungsgruppen bei den Heeres-Einheiten per Funk damit beauftragt wurden, einzelne ausgesuchte Gebäude, Bunker, Artillerie-Stellungen oder sogar eingegrabene feindliche Panzer zu zerstören. Es war nicht ungewöhnlich, dass ihre Sturzangriffe nur ein paar hundert Meter vor den angreifenden, eigenen Bodentruppen geflogen wurden. Mit ziemlicher Sicherheit hat die Ju 87 während des 2. Weltkrieges feindlichen Bodenstreitkräfte mehr Schaden für jedes verlorene Flugzeug zugefügt, als jedes andere Flugzeug auf Achsen- oder Alliierten-Seite. Eine bemerkenswerte Tatsache ist es auch, dass die Stuka mehr Schiffe als jedes andere Flugzeug der Militärgeschichte zerstört hat. Die Ju 87 war so tödlich genau, weil ihre Konstruktion des Rumpfes und dessen Stabilität eine extreme Sturzflug-Taktik erlaubte. Darüber hinaus verfügte der Entwurf über einen effektiven Zielmechanismus und ein automatisches System zum Abfangen des Sturzfluges. Beim Anflug auf das Ziel stellte der Pilot die Bombenabwurfhöhe in einem Gerät ein, welches automatisch die Bomben auslöst und das Flugzeug aus dem Sturzflug in die Vertikale herauszieht. Die große Bombe unter dem Rumpf wurde dabei mit der Aufhängung automatisch ausgeschwenkt, um einen Kontakt mit dem Propeller im nahezu vertikalen Sturz zu vermeiden. Der Pilot drosselte dann den Motor und fährt die Sturzflugbremsen aus, welche sich an den Vorderkanten der Flügel befanden, wodurch sich automatisch die Trimmklappen am Aufzug aktivierten und das Flugzeug in den Sturzflug eintrat. Rote Linien an den Seitenfenstern halfen dem Piloten dabei, den richtigen Sturzflugwinkel einzurichten und dieser konnte sich voll und ganz darauf konzentrieren, das Ziel in den Augen zu behalten. Bei Erreichen der vorgewählten Höhe wurde die Bombe ausgelöst und ein automatisches Gerät zum Herausziehen aus dem Sturzflug justierte die Trimmklappen und die Nase des Flugzeuges hob sich über den Horizont. Der Pilot übernahm dann wieder die Kontrolle nach dem Sturzflug, öffnete die Motordrosselung und schloss die Sturzflugbremsen. Die Widerstandsfähigkeit der Zelle und der Flügel der Ju 87 ermöglichten üblicherweise Kräfte von mehr als 6g beim Herausziehen aus dem Sturzflug. Am 21. Juni 1941, zu Beginn des Angriffs auf die Sowjetunion, gab es 315 Ju 87 Stukas um das Unternehmen Barbarossa zu unterstützen. Davon waren 219 Maschinen einsatzfähig. Rechtzeitig zu Beginn des Unternehmens führte die Luftwaffe eine neue Bombe speziell für Angriffe gegen taktische Bodenziele ein. Diese SD-2-Fragmentbomben wurden im Tiefflug mit einzelnen Flugzeugen, im Paar oder bis zu drei Maschinen durchgeführt, wobei die Bomben in kurzen Abständen abgeworfen wurden, was zu erheblichen Zerstörungen an Truppen und ungepanzerten Fahrzeuge im offenen Feld oder abgestellten Flugzeugen auf Flugfeldern führte. Die Stuka konnte 96 dieser kleinen Bomben transportieren. Später wurde die SD-2 in Behältern abgeworfen, welche sich nach dem Abwurf öffneten und die Bomben über den Boden verteilten. Dadurch konnten diese Bomben auch im Sturzangriff abgeworfen werden, was das Risiko für das Flugzeug durch Bodenbeschuss verringerte. Unter Berücksichtigung der zahlreichen sowjetischen Berichte über die allgegenwärtigen, fürchterlichen Stukas ist die Anzahl von maximal 315 Maschinen in den ersten Monaten des Krieges in Russland erstaunlich. Denn selbst wenn jeder Sturzkampfbomber täglich mehrfache Einsätze geflogen wäre, so kämen doch nicht mehr als eintausend bis eintausend fünfhundert Ju 87 auf die fast 2.500 Kilometer langen Ostfront dabei heraus, welche zudem bis zu mehreren hundert Kilometer weit einflogen. Den gefürchteten Ruf der deutschen Sturzkampfbomber innerhalb der Roten Armee steht also in keinem Verhältnis zu ihrer tatsächlichen Anzahl, weshalb man davon ausgehen kann, dass jeder Stuka-Angriff vernichtend und höchst wirksam gewesen sein muss. Sturzflug-Taktik Die nachfolgende Beschreibung von Sturzflug-Taktiken bezieht sich auf den deutschen Sturzkampfbomber (kurz Stuka) Junkers Ju 87. Die Methoden der zweimotorigen Junkers Ju 88 waren im wesentlichen ähnlich, wenn auch der tatsächliche Sturzflugwinkel etwas flacher war (60° in der ersten Kriegshälfte, später dann 50°). Der Sturzflugangriff war eine der genauesten Methoden zur Bombardierung. Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung an der spezialisierten Sturzkampfbomber-Flugschule wurde von den Besatzungen erwartet, dass sich 50 % der geworfenen Bomben innerhalb eines Radius von 25 Meter vom Ziel befinden. Der vergleichbare Radius für mittlere Horizontal-Bomber war etwa zwei- bis dreimal so groß (wobei die Bombendichte der mittleren Bomber im Zielgebiet noch zweieinhalb mal höher war als die der alliierten schweren viermotorigen Bomber). Zudem waren operative Ziele in der Regel von Flugabwehrkanonen (FLAK) verteidigt, sodass die Genauigkeit bei allen Arten der Bombardierung um den Faktor zwei bis drei abnahm. Wenn auch der Sturzangriff nicht genau genug war, um kleine, geschützte Ziele, wie z.B. einzelne Panzer zu zerstören, so war er doch sehr wirksam gegen weiche Ziele, wie Fahrzeug-Kolonnen, die anfällig auch mehr …

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