Kriegstagebuch 6. September 1917


Heckschütze eines Halberstadt CLII-Bodenangriffsflugzeug
Der Heckschütze eines Halberstadt CLII-Bodenangriffsflugzeug bereitet sich mit Handgranaten und Signalmunition auf einen Einsatz vor.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 6. September 1917:

Luftkrieg


Westfront: 6 Staffeln der neueren deutschen Halberstadt CLII Bodenangriffsflugzeuge dezimieren britische Divisions-Reserven beim überqueren von Brücken über die Somme.

Ostfront

Russland: Ein Dekret der Provisorischen Regierung führt die Todesstrafe im Inneren wieder ein und Kerenskis Tagesbefehl an die Armee lobt die Rolle der Offiziere seit der Revolution.
Kornilow setzt General Krymow als Kommandeur der neuen ‘unabhängigen Petrograd-Armee” inclusive Kronstadt, der Baltischen Flotte und dem XLII. Korps in Finnland ein.
Baltikum: Kaiser Wilhelm II. besichtigt Truppen in Riga.

Naher Osten

Osmanisches Reich: Ein Munitionsexplosion am Bahnhof Haidar Pasha (der asiatische Endbahnhof von Konstantinopel) zerrüttet die geplante Yilderim-Offensive.

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Im Blickpunkt:
  • Bf 110 Nachtjäger nach Einsatz

    Deutsche Luftstreitkräfte im Zweiten Weltkrieg. Teil II: Die Luftwaffe in der zweiten Kriegshälfte und ihr unvermeidlicher Untergang. zu Teil I hier: Luftwaffe in den siegreichen Jahren Die deutsche Luftwaffe 1942 bis 1945 Die schweren Verluste in Russland führten zu einer erheblichen Schwächung bis zum Winter 1942/43. Dazu war Russland nicht das einzige Problem, denn auch in der Heimatverteidigung über dem Reich musste sie Gegenmaßnahmen gegen die zunehmende Stärke der englischen Bomberströme einleiten, welche mit dem ersten ‘Tausend-Bomber-Angriff’ auf Köln (Unternehmen Millennium) in der Nacht vom 30. auf den 31. Mai 1942 begonnen hatten. Zum ersten Mal musste die Luftwaffen Nachtjäger-Verbände aufstellen, da die feindlichen Bomber zu zahlreich wurden, um diese Offensive zu ignorieren. Spätestens bis zum Endes des Jahres 1942 hatte die Luftwaffe – wie auch alle anderen Teile der Wehrmacht – der Tatsache ins Auge zu sehen, dass ihre bisherige Strategie falsch war. Ihre Zukunftsplanungen waren – gelinde gesagt – unentschlossen gewesen und nun hatte sie sich auf einen viel längeren und härteren Krieg einzustellen als ursprünglich erwartet. Der Flugzeugbau wurde angekurbelt und neue Entwürfe sollten nun endlich die im Dienst befindlichen Flugzeuge ersetzen. Die Situation verschlechterte sich 1943 weiter, als nun auch USAAF-Bomber vom Typ B-17 Fliegende Festungen und B-24 Liberator bei Tag das Reichsgebiet an griffen, was zu einer ‘Rund-um-die-Uhr’-Bomberoffensive führte. Hinzu kam die zunehmende zahlenmäßig Unterlegenheit gegenüber der Roten Luftwaffe an der Ostfront, welche auch in der Qualität ihrer Flugzeugentwürfe aufholen konnte. Zu dieser Zeit wurde das Radar zur Luftraumüberwachung eingeführt und ein Bordradar zur Zielsuche in die Nachtjäger eingebaut, während es auf der Gegenseite den alliierten Bombern bei ihrer Zielfindung half. Bei Tage wurden Vergeltungsangriffe mit Jagdbombern und in der Nacht mit Fernnachtjägern über England durchgeführt, was aber die alliierte Luftoffensive nicht wesentlich mindern konnte. Die alliierte Bomber-Offensive zwang die Luftwaffe in der zweiten Kriegshälfte, neue Taktiken und Organisationsformen einzuführen, um dieser Gefahr aus der Luft Herr zu werden. Ein neues und ständig weiter entwickeltes Verteidigungssystem wurde eingeführt, welches die verschiedenen Elemente der Luftverteidigung, wie Radar, Suchscheinwerfer, Flugabwehr-Artillerie und Abfangjäger beinhaltete. Ursprünglich war für die Luftverteidigung des Reichsgebietes die zahlenmäßig starke Flak mit ihren Suchscheinwerfern-Batterien vorgesehen. Dazu kamen in der zweiten Kriegshälfte noch Radargeräte zur Erkennung feindlicher Flugzeuge und Bestimmung ihrer Flughöhe, Flugrichtung und Entfernung. Die Flak wurde zur stärksten Waffengattung der Luftwaffe. Von einer Gesamtstärke von 1,5 Millionen Luftwaffen-Angehörigen im Jahr 1939 dienten etwa zwei Drittel bei der Flak und ihren zugehörigen Einheiten. Und im Verlauf des Krieges nahm ihre Bedeutung ständig zu. Anfang 1942 war für die Planer der Luftwaffe bereits klar, dass ein Frühwarn-Radarsystem notwendig war, um feindliche Flugzeuge schon kurz nach dem Überfliegen der englischen Küste zu erkennen, sodass sie noch vor dem Erreichen des Ziels abgefangen werden können. Eine Kette von verbundenen Radarstationen wurde daher 1942 von Frankreich bis in den Norden von Dänemark errichtet. Diese sogenannte Kammhuber-Linie wurde nach ihrem Organisator General Josef Kammhuber benannt und konnte durch eine Kombination aus Lang- und Kurzstrecken-Radarstrahlen Nachtjäger an den Bomberstrom heranführen, oft mit tödlichem Ergebnis. Das verlorene Kriegsglück der Luftwaffe zeigte sich dann aber deutlich beim verheerenden RAF-Angriff auf die Raketenversuchsanstalt von Peenemünde unter Deckung von ‘Windows’-Streifen, welche die deutschen Radargeräte störten. Anschließend beginn der Chef des Generalstabes der Luftwaffe, Generaloberst Hans Jeschonnek, Selbstmord. Die Einführung der ‘Window’-Streifen durch die RAF im Jahr 1943 zwang die Luftwaffe, neue Taktiken bei der Nachtjagd einzuführen. Diese wurden als ‘Wilde Sau’ und ‘Zahme Sau’ bezeichnet. Die Methode ‘Wilde Sau’ konzentrierte die deutschen Jäger über dem angenommenen Ziel, wo sie auf ihre Beute teils mithilfe des Radarbeobachters und, teils durch Sichtkontakt über der durch Suchscheinwerfern und Bränden beleuchteten Stadt suchen mussten. Dagegen basierte die Methode ‘Zahme Sau’ auf den bisherigen Taktiken, indem die Nachtjäger zu dem durch die ‘Window’-Streifen am meisten gestörten Bereich gelenkt wurden, in der Hoffnung dort den Bomberstrom zu finden und dann den Feind in einer langen Nachtschlacht über Deutschland zu bekämpfen. Jeschonneks Nachfolger wurde General Günther Korten, der sein Amt mit neuen und richtigen Ideen begann. Er reorganisierte die Luftwaffe und gab den strategischen Bombenangriffen – vor allem gegen die kaum bisher verteidigten Zielobjekte der russischen Rüstungsindustrie – sowie der Heimatluftverteidigung höchste Priorität. Die Vernachlässigung der Luftunterstützung für das Heer nahm er dafür bewusst in Kauf. Jedoch wurden Kortens Pläne durch die russischen Gegenoffensiven zwischen Sommer 1943 und Frühjahr 1944 weitgehend über den Haufen geworfen, da dadurch die notwendigen und schon ausgebauten Luftwaffenbasen innerhalb der deutschen Bomberreichweite zu den wichtigsten russischen Industriezielen verloren gingen. Inzwischen waren die Achsenmächte auch schon aus Nordafrika vertrieben, Italien hatte kapituliert und die Alliierten schritten zwar langsam, aber stetig durch Italien nach Norden voran. Trotzdem hatte Korten noch in der ersten Hälfte des Jahres 1944 durchaus Grund zum Optimismus. Seine Stärke an einsatzfähigen Frontflugzeugen war nun auf über 5.500 Maschinen angewachsen, die Treibstoffsituation, welche bisher immer ein gewisses Problem war, hatte sich durch den Aufbau der synthetischen Treibstoffindustrie entspannt und es kamen mehr und besser ausgebildete neue Flugzeugbesatzungen aus den Luftwaffen-Flugschulen. Mehrere lang erwartete neue Flugzeugtypen wurden eingeführt, darunter der große strategischen Bomber He 177 und die Ju 188 Bomber, der Me 410 Zerstörer und der He 219 Nachtjäger – und noch viel mehr wurde von einer neuen Generation von Düsenflugzeugen und Raketenjägern erwartet, welche in der Entwicklung waren und in Kürze Frontreif werden würden. Fortschritte in der Radartechnologie bei den Bordgeräten für Nachtjäger erreichten ihren Höhepunkt mit dem SN-2-Radar, welches dem Navigator den Einsatz auf Frequenzen erlaubte, die von den ‘Window’-Streifen im Gegensatz zum bisherigen Lichtenstein-Radargerät nicht gestört werden konnten. Der Erfolg dieses neuen Systems führte zu schweren britischen Verlusten. In der Zeit vom 18. November 1943 bis Ende März 1944 gingen über 1.000 Nachtbomber verloren und weitere 1.682 wurden beschädigt, während einer Serie von 35 Großangriffen auf deutsche Städte. Zwar richtete sich seit Sommer 1943 das Hauptziel der amerikanischen Bomberoffensive gegen die deutsche Flugzeug- und Flugzeugmotoren-Industrie und es wird geschätzt, daß zwischen Mitte 1943 und Ende 1944 etwa 14.000 Jagdflugzeuge und 4.000 andere Flugzeuge während der Produktion zerstört wurden. Doch auf der anderen Seite, wären diese Flugzeuge – selbst wenn sie fertiggestellt worden mehr …

  • Deutsches U-Boot Typ VII, mit 705 Booten meistgebautes Unterseeboot im Zweiten Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Typ VII (705 Boote). Typ: Deutsches U-Boot. Geschichte: Gemäß den Bedingungen des Vertrages von Versailles war es Deutschland nicht erlaubt, U-Boote zu bauen oder zu unterhalten, sodass die deutsche U-Boot-Flotte bei Ausbruch des 2. Weltkrieg vergleichsweise modern war, da alle Boote erst seit 1935 gebaut worden waren. Jedoch waren die deutschen U-Boot-Ingenieure zwischen 1919 und 1934 nicht untätig und unter den Booten, welche auf verschiedenen europäischen Werften nach deutschen Entwürfen und mit deutscher Hilfe gebaut worden waren, befand sich Gür, welches 1932 für die türkische Marine fertiggestellt worden war, sowie 1933 Vesikko für Finnland. Gür war 72,4 m lang und hatte aufgetaucht eine Wasserverdrängung von 750 t, getaucht von 960 t und war mit 6 Torpedorohren – vier im Bug und zwei im Heck – und einem 10,2-cm-Geschütz bewaffnet. Vesikko war ein kleineres U-Boot von nur 250 t über Wasser bzw. 300 t getaucht mit einer Länge von 40,8 m und bewaffnet mit drei 53-cm-Torpedorohren im Bug und einem kleinen Geschütz. So wurde Gür zum Prototyp für ein Hochsee-U-Boot, während Vesikko der Vorläufer der Küsten-U-Boote war. Nach dem britisch­-deutschen Flottenabkommen von 1935 hatte Großbritannien Deutschland einseitig den Besitz von U-Booten gestattet, worauf Deutschland sein U-Boot-Bauprogramm durchführte. Deutschland hatte die Gleichbehandlung mit den Commonwealth-Ländern verlangt und versichert, es würde nicht mehr als 45 % von deren U-Boot-­Tonnage bauen, sofern die Lage es ‘nicht dazu zwinge’. Der damalige britische Außenminister Sir Samuel Hoare bemerkte dazu, das ‘die Marineführung, die zu diesem Zeitpunkt glaubte, der U-Boot­-Gefahr Herr geworden zu sein, gegen dieses Zugeständnis keine Einwände hatte’. Diese Selbstgefälligkeit führte zu Großbritanniens Beinahe-Niederlage als Folge des von den Deutschen 1935 begonnenen Bauprogramms Typ II Um das deutsche Aufrüstungsprogramm so schnell wie möglich in Gang zu bringen und um Besatzungen für U-Boote auf hoher See ausbilden zu können, wurden als Erstes die Küsten-U-Boote, welche als Typ II bezeichnet wurden, auf Stapel gelegt. Das erste Boot dieses Typs für die deutsche Kriegsmarine war U 1, welches im Juni 1935 in Kiel von Stapel lief. Die anderen folgten kurz danach. Die Typen II B und II C waren sehr ähnlich, waren aber größer und verfügten über mehr Treibstoff für einen größeren Fahrbereich. Die Boote vom Typ IID wurden 1940 eingeführt und waren nochmals größer mit zusätzlichen Außentanks, um die Reichweite noch weiter zu vergrößern. Auch wenn diese Boote anfangs im Krieg im Einsatz waren, wurden sie jedoch schnell für Ausbildungsaufgaben verwendet, was eine wesentliche Grundlage des enormen Erweiterungsprogramms für die U-Boot-Waffe war. Typ I Inzwischen gab Typ I, von dem nur zwei Boote gebaut wurden, der deutschen Kriegsmarine die Möglichkeit für Operationen im Atlantik. Die Boote hatten im Grunde den gleichen Entwurf wie die Gür und wurden zusammen mit der UB48-Klasse von 1917 zum Prototyp einer neuen Serie von Hochsee-U-Booten, dem Typ VII. Diese Boote trugen die Hauptlast der deutschen U-Boot-Offensive im 2. Weltkrieg. Die verschiedenen Varianten enthielten viele strukturelle Merkmale des ursprünglichen Typs VII, hatten aber eine verbesserte Leistungsfähigkeit oder waren für spezielle Aufgaben konzipiert. Typ VIIA Das erste U-Boot Typ VIIA war U 27, welches 1936 vom Stapel lief und für Einsätze im Atlantik ausgelegt war. Es hatte eine gute Seetüchtigkeit und eine einfache Handhabung bei Über- und Unterwasserfahrt. Dazu trug es die bestmögliche Torpedo-Bewaffnung für ein Boot von weniger als 65 m Länge und weniger als 636 t Wasserverdrängung an der Oberfläche. Es waren prächtige Seefahrzeuge, die über Wasser 17 kn liefen und sich dank ihrer mit dem Doppelruder ermöglichten hohen Manövrierfähigkeit in idealer Weise für die Überwasser-Rudeltaktik eigneten. Sie waren jedem anderen Boot ebenbürtig. Sie konnten bei 4 kn etwa 18 Stunden getaucht fahren. Zwangsläufig wurden diese Vorteile auf Kosten anderer Faktoren erreicht und die Bewohnbarkeit war spartanisch, um es gelinde auszudrücken. Eine ihrer Schwäche war vor allem auch die Unterbringung von O²-Flaschen zwischen den Hüllen, wo sie bei einem Angriff zerreißen konnten, sowie in dem unbequemen Mittelgang aller Wohnräume zu sehen. Die U-Boote vom VIIA erkennt man durch ihr einziges Torpedorohr am Heck. U 30, ein Boot dieser Art, war für die Versenkung des Passagierschiffs Athenia am Beginn des Krieges verantwortlich. Typ VIIB U 45 war das erste U-Boot vom Typ VIIB, welches im April 1938 von Stapel lief. Dieser Typ war größer und hatte mehr Wasserverdrängung, um kraftvollere Motoren und mehr Treibstoff aufnehmen zu können. Das Heck-Torpedorohr wurde im Rumpfinneren untergebracht. U 47 unter Korvetten-Kapitän Günther Prien war eines der Boote dieses Typs, welches 1939 nach Scapa Flow eindrang und das Schlachtschiff Royal Oak versenkte und später viele Tausende von Tonnen von alliierten Handelsschiffsraum im Atlantik vernichtete. Typ VIIC Die U-Boote vom Typ VIIC, welche im Jahre 1940 eingeführt wurden, hatten eine weitere Vergrößerung der Wasserverdrängung und Treibstoffkapazität, stärkeren Druckkörper, mehr Reservetorpedos und eine bessere Flak-Bewaffnung. Es wurden Aufträge über 688 dieser U-Boote erteilt, wenn auch später einige storniert wurden und einige Boote während des Baus durch feindliche Luftangriffe auf Werften zerstört wurden. Typ VIIC-41 Der Typ VIIC-41 unterschied sich davon nur, dass er einen verstärkten Rumpf und eine größere Tauchtiefe hatte. Acht Boote diesen Typ sollten für die italienische Marine gebaut werden, aber nach der italienischen Kapitulation wurden sie von der deutschen Kriegsmarine übernommen. U 573 wurde in Cartagena in Spanien interniert, nachdem es im Jahr 1942 durch Wasserbomben durch ein RAF-Flugzeug schwer beschädigt worden war. Im Jahr darauf wurde es an Spanien verkauft und als G7 bezeichnet. U 570 ergab sich, nachdem es von einem RAF-Flugzeug südlich von Island beschädigt wurde und wurde später von der Royal Navy als HMS Graph eingesetzt. Typ VIIC-42 Aufträge für eine zweite Version, als Typ VIIC-42 bezeichnet, wurden zugunsten der Herstellung der neuen Typ XXI Boote storniert. Wären sie gebaut worden, hätten sie einen noch größeren Fahrbereich und eine noch größere Tauchtiefe gehabt. Typ VIID Eine Minenleger-Variante vom Typ VIID wurde im Jahr 1942 gebaut. Die sechs Schiffe dieser Art wurde um 10 Meter verlängert, um fünf Minenschächte mit jeweils drei Minen einbauen zu können. Typ VIIF Typ VIIF wiederum war etwa mehr …

  • 3d-Modell Bf 110

    Messerschmitt Bf 110 als Zerstörer und Jagdbomber der Luftwaffe. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Messerschmitt Bf 110 Typ: schweres Jagdflugzeug, Zerstörer, Nachtjäger, Jagdbomber. Geschichte Während der 1930er Jahre wurde in Deutschland das Konzept eines zweimotorigen, schwer bewaffneten Hochgeschwindigkeits-Langstreckenjäger geboren. Der Gedanke dahinter war, dass dieser ‘schwere Jäger’ über genügend Leistung und Bewaffnung verfügen sollte, um tief in den feindlichen Luftraum einzudringen, um Langstreckeneinsätze zum Begleitschutz von Bombern oder Langstrecken-Patrouillen fliegen zu können. Die Bezeichnung, welche die eher herausfordernde Spezifikation des Reichsluftfahrtministerium (RLM) für dieses Flugzeug vorsah, war Kampfzerstörer. Diese Spezifikation wurde später durch zwei getrennte ersetzt, wobei aus der einen die Ju 88 hervorging. Der Zerstörer dagegen sollte sowohl Bombenflugzeuge als auch einsitzige Jagdflugzeuge bekämpfen können und die eventuell geringere Wendigkeit durch höhere Feuerkraft ausgleichen. Mit großer Reichweite sollten sie Bomber bei ihren Angriffen aufs feindliche Hinterland begleiten können. Die Messerschmitt Bf 110 wurde ab 1934 entwickelt, um die Zerstörer-Ausschreibung zu erfüllen und der Prototyp Bf 110V1 flog erstmals am 12. Mai 1936. Die Prototypen wurden durch zwei 910-PS DB600-Motoren angetrieben. Erprobt in Rechlin Anfang 1937, erreichte die Bf 110 eine hervorragende Wendegeschwindigkeit von 505 km/h, war aber behäbig zu fliegen und ihre Manövrierfähigkeit lies einiges zu Wünschen übrig. Aber der Mangel an den Motoren führte dazu, dass die ersten vier Vorserienflugzeuge Bf 110A-0 mit zwei 680-PS Junkers Jumo 210Da Motoren ausgerüstet werden mussten. Dies stellte sich als unbefriedigend heraus und es folgte schnell die Bf 110B-0 mit 710-PS Jumo 210G-Motoren nach. Die Bewaffnung der Bf 110A bestand aus vier 7,92 mm MG 17 Maschinengewehren in der Nase und einem MG 15 von gleichem Kaliber im hinteren Cockpit. Als Nächstes folgten 10 Vorserienflugzeuge Bf 110B-0, welche im Frühjahr 1938 mit 670-PS Jumo 210G Motoren fertig wurden. Diese wurden für die Entwicklung der ersten Serienflugzeuge vom Typ Bf 110 B-1 verwendet. Dabei wurde auch die sauber geformte Bugnase eingeführt, worin noch zwei zusätzliche 20-mm MG-FF-Maschinenkanonen untergebracht wurden. Im Gegensatz zu anderen Flugzeugen der deutschen Luftwaffe wurden diese nicht im Spanischen Bürgerkrieg erprobt und stattdessen zu B-2 und B-3 für die Pilotenausbildung umgebaut. Nur insgesamt 45 Flugzeuge der B-Serie wurden gebaut, bevor der 1.100-PS Einspritzmotor DB601A verfügbar und für die nachfolgenden C-Modelle verwendet wurde. Das erste Serienflugzeug Bf 110C-1 flog im Januar 1939 und die C-Serie wurde zum Standard-Zerstörer während der Jahre 1939/40. Die Bf 110C-1 wurde ab April 1939 bei der Luftwaffe eingeführt und bis Ende des Jahres wurden mehr als 300 Exemplare ausgeliefert. Untervarianten beinhalteten die C-2 mit verbesserter Funkausrüstung. C-3 mit verbesserten Maschinenkanonen, C-4 mit verbessertem Panzerschutz für die Besatzung, C-4/B als Jagdbomber, C-5 für Langstrecken-Aufklärungsmissionen und C-7, ebenfalls ein Jagdbomber. Die beiden Jagdbomber C-4/B und C-7 wurden beide von verbesserten 1.200-PS DB601N-Motoren angetrieben. Während des Polenfeldzug sahen die Bf 110C hauptsächlich Einsätze in der Unterstützungsrolle für Bodentruppen. Doch schnell stellte sich das prinzipielle Problem des Zerstörer-Konzepts ein – zumindest für die Typen während der ersten Hälfte des Zweiten Weltkriegs -, dass alle zweimotorigen Jäger nicht schnell und beweglich genug waren, um es selbst nur mit halbwegs brauchbaren feindlichen Jagdeinsitzern aufnehmen zu können. Obwohl der Zerstörer schwer bewaffnet war, konnte er nicht so einfach diese Bewaffnung gegen die beweglicheren feindlichen Jäger zum Einsatz bringen und wurde gewöhnlich ausmanövriert. Dies wurde alarmierend während der Luftschlacht um England vorgeführt, wo die Bf 110C eine einfache Beute für die Supermarine Spitfire und Hawker Hurricane der RAF wurde. Es kam während dieser Luftkämpfe regelmäßig vor, dass die Bf 110C ihrerseits von Bf 109E Jagdeinsitzern eskortiert werden mussten, während von den Bf 110 eigentlich erwartet wurde, die Bomber zu schützen. Nachdem etwa 200 Bf 110C verloren waren, wurde das Scheitern des Zerstörer-Konzepts klar und die deutsche Luftwaffe zog sie von Tageseinsätzen gegen die RAF ab. Es ist interessant festzustellen, dass das Zerstörer-Konzept niemals bei Tageseinsätzen zufriedenstellend angewendet werden konnte – ganz im Gegensatz zur späteren üblichen Verwendung als Nachtjäger. Selbst im späteren Verlauf des Krieges, als noch stärkere Motoren und bessere Flugzeugentwürfe verfügbar waren, war es nicht sonderlich erfolgreich. Wahrscheinlich war der verhältnismäßig noch erfolgreichste zweimotorige Jäger während des Zweiten Weltkriegs die amerikanische Lockheed P-38 Lightning. Obwohl dieses Flugzeug mehrere beachtenswerte Einsätze durchführen konnte, waren die Verluste der P-38 hoch im Vergleich zu anderen alliierten Jägern in der zweiten Kriegshälfte. Sie waren immer besser für schnelle Überfälle und um anschließend genauso schnell zu verschwinden geeignet, als es mit Bf 109 Gustav und Fw 190 im Luftkampf aufzunehmen. Nach dem Abzug von den Begleitschutzaufgaben für die Bomber wurden einige der ersten C-Modelle als Schlepper für Lastensegler – darunter auch die gigantische Me 321 – verwendet. Die Bf 110 C-4/B wurde zur am meisten verwendeten Version der C-Serie und als Jagdbomber bei der Unterstützung vom Unternehmen Barbarossa, dem Angriff auf die Sowjetunion, im Juni 1941 eingesetzt. Das Flugzeug war verhältnismäßig schnell und mit einer 20-mm-Zwillings-Maschinenkanone und vier 7,92-mm-Maschinengewehren nach vorne und einem MG15 nach hinten bewaffnet. Dazu trug sie 500 kg an Bomben. Die C-7 war identisch, hatte aber eine externe Bombenzuladung von bis zu 1000 kg. Wenn auch ihre Leistung als Jäger beschränkt war, wurden die Bf 110 C-4/B und C-7 über der Ostfront als Bodenangriffsflugzeuge verwendet und waren hauptsächlich wegen ihrer guten Bewaffnung sehr effektiv. Dies war auch ihr üblicher Einsatzzweck während des Jahres 1941. Nach den Erfahrungen des Sommers 1940 wurde die Einsatzrolle der Bf 110 weg vom schweren Begleitjäger-Konzept weiterentwickelt. Die nachfolgende Bf 110D-Serie verwendete 1.100 PS DB601A-Motoren und legte den Schwerpunkt des Flugzeuges auf die Rolle des leichten Hochgeschwindigkeits-Bombers und Aufklärungsflugzeug. Zu den Varianten gehörte die D-1/R1 mit Langstrecken-‘Dackelbauch’-Tank, D-1/R2 mit abwerfbaren Zusatztanks, D-2 als Jagdbomber mit bis zu 1.000 kg Bombenzuladung und die D-3 als Langstrecken-Begleitschutz für Schiffskonvois mit Zusatztanks. Bei der D-Serie wurde die schwere Bugbewaffnung aus zwei Maschinenkanonen und vier Maschinengewehren beibehalten. Im Juni 1941 rüstete die Bf 110D-2 das SKG 210 (Schnellkampfgeschwader 210) des II. Fliegerkorps der Luftflotte 2 an der Ostfront aus. Diese Flugzeuge wurden für Hochgeschwindigkeits-Bombenangriffe auf Bodenziele und Flugplätze weit in den feindlichen Luftraum hinein eingesetzt. In dieser neuen Rolle waren sie erfolgreich und ihre schwere Bewaffnung aus Maschinenkanonen machte sie mehr …

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