Kriegstagebuch 7. Januar 1917


Offiziere der 'King's African Rifles'
Offiziere der ‘King’s African Rifles’ im Feld.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 7. Januar 1917:

Afrikanische Fronten


Ostafrika: Gefecht am Fort Kibala (bis zum 9. Januar): Die KAR (Kings African Rifles) erobern sechs Hügel, während Lettow-Vorbeck die Belagerung aufhebt.

Naher Osten

Mesopotamien: Maudes Ablenkungsmanöver beginnt mit dem Beschuss von Hai und Sannaiyat und die britische 7. Division führt Grabenüberfälle durch.

Geheimkrieg

Arabien: Das britische ‘Arabische Büro’ berichtet über die Mission von Baron Oppenheim in Medina.

Heimatfronten

Deutschland: Der Kronrat in Pless unterstützt den unbegrenzten U-Boot-Krieg. Der Chef des kaiserlichen Zivilkabinett notiert in sein Tagebuch: ‘Finis Germania’.
Rumänien: Der Kriegsorden ‘Michael der Brave’ (in 3 Klassen) wird eingeführt.

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Im Blickpunkt:
  • Tirpitz in Norwegen

    Schlachtschiff Tirpitz. Geschichte, Bau, Einsätze, Spezifikationen und Fotos des deutschen Kriegsschiffs des Zweiten Weltkriegs. Schlachtschiff Tirpitz der Bismarck-Klasse. Typ: Schlachtschiff. Entwurf und Bau der Tirpitz Baugleich in fast allen Bereichen zum Schlachtschiff Bismarck, war die Karriere der Tirpitz in jedem Fall so lange und unspektakulär, wie die ihres Schwesterschiffs kurz und heldenhaft war. Doch dies würde die praktischen Erfolge beider Schiffe ignorieren, von denen eines zwar einen berauschenden, zehntägigen Kampf im Atlantik gegen die halbe britische Royal Navy während des Unternehmens Rheinübung austrug, der jedoch mit dem Austausch des brandneuen deutschen Schlachtschiffs gegen einen alten und nicht modernisierten Schlachtkreuzer endete. Dagegen zwang die Tirpitz die Briten dazu, über Jahre zwei Schlachtschiffe, einen Flugzeugträger und andere Flotteneinheiten in Gewässern zu halten, in denen sie eigentlich nicht notwendig waren und an anderen Stellen ebenfalls dringend benötigt wurden. Und dies alles nur durch ihre Anwesenheit in bedrohlichen Lauerstellung in norwegischen Fjorden. Das Schlachtschiff Tirpitz wurde in der Marinewerft von Wilhelmshaven im Oktober 1936 auf Kiel gelegt, hatte seinen Stapellauf am 1. April 1937 und war für die See-Erprobung am 25. Februar 1941 fertiggestellt worden. Sie unterschied sich von ihrem Schwesterschiff in kleineren Details, wie die Anordnung des Flugzeughangars und Kräne und die Anbringung von zwei Vierfach-Torpedorohr-Halterungen für den Einsatz gegen Handelsschiffe. Erprobungsfahrten in der Ostsee und Verbesserungsarbeiten am Schiff in Kiel dauerten 7 Monate, sodass Tirpitz nicht vor dem 20. September 1941 die Einsatzbereitschaft meldete. Einsätze der Tirpitz Sie wurde anschließend sofort auf ihre erste Mission geschickt, einer ereignislosen Kreuzfahrt vor den Aland-Inseln, an der Mündung des Golfs von Finnland. Dort sollte sie einen womöglichen Ausbruch der sowjetischen Ostseeflotte aus Leningrad zwischen dem 26. und 29. September zu verhindern helfen. Anschließend blieb Tirpitz in der Ostsee und unternahm Ausbildungsübungen bis zum 12. Januar 1942, als sie von Kiel aus durch den Nordostsee-Kanal nach Trondheim in Norwegen ging. Wie ihr Schwesterschiff sollte sie nie mehr nach Deutschland zurückkehren. Tirpitz vorrangige Rolle war es, die alliierten Seeverbindungen nach Nord-Russland zu stören, entweder durch unmittelbares Handeln oder durch die Androhung des abfangen der nach Murmansk und Archangelsk laufenden Arktis-Konvois. Ihr einziger vollständiger Ausfall zu diesem Zweck erfolgte am 6. März 1942, als sie aus Trondheim auslief um den nach Murmansk laufenden Konvoi PQ 12 abzufangen. Jedoch wurde sie durch britische U-Boote schon kurz nach dem Auslaufen gesichtet und gemeldet, sodass die britische Admiralität den Kurs des Konvois rechtzeitig ändern konnte. So fand das Schlachtschiff mit seinen drei begleitenden Zerstörern nicht sein Ziel. Zudem wurde sie durch abgefangene und decodierten Funksignale aufgespürt und entging Angriffen von britischen Flugzeugen vom Flugzeugträger Victorious am 9. März nur knapp. Das Schlachtschiff Tirpitz erzielte indirekt ihren größten Erfolg gegen einen Konvoi Anfang Juli 1942, durch einfache Vorverlegung von Trondheim zum Altenfjord, im äußersten Norden von Norwegen. Ihre dortige Anwesenheit in der Nähe der Route des Artkis-Konvoi PQ 17 verleitete die in Panik geratene britische Admiralität am 4. Juli dazu, den Konvoi aufzulösen und die Handelsschiffe sich zerstreuen zu lassen. Tirpitz lief erst am 5. Juli aus, wurde dreimal beobachtet und gemeldet sowie von einem russischen U-Boot angegriffen, während eines Einsatzes der nicht einmal 12 Stunden dauerte. Sie hatte daher keinen direkten Anteil an der Versenkung von 24 alliierten Schiffen aus dem Konvoi. Obwohl sie nie mehr auslief, um einen Konvoi anzugreifen, genügte alleine die von ihr ausgehende Bedrohung, dass die Royal Navy mindestens zwei Großkampfschiffe und einen Flottenträger in den Heimatgewässern bereithalten musste, um die Arktis-Konvois und den Zugang in den Nordatlantik zu schützen. Im Oktober 1942 scheiterte ein Versuch, sie mit Zwei-Mann-Torpedos (sogenannt Chariots, Torpedo-ähnliche U-Boote) in Trondheim anzugreifen, wo sie sich zu einer Umrüstung aufhielt. Die Zwei-Mann-Torpedos gingen schon 8 km vor Erreichen der Tirpitz verloren. Tirpitz war wieder einsatzfähig Ende Januar 1943 und im März wurde sie in den Altenfjord, welcher ihre ständige Basis für die nächsten 19 Monate werden würde, verlegt. Hier erhielt sie Verstärkung durch den Schlachtkreuzer Scharnhorst und den Schweren Kreuzer Lützow. Große Dinge wurden von diesem mächtigen deutschen Geschwader im Frühjahr und Sommer 1943 erwartet, aber die Briten nahmen die Herausforderung nicht an und schickten die schweren Einheiten der Home Fleet zur Unterstützung in das Mittelmeer und setzten alle Arktis-Konvois bis November 1943 aus. So blieben die deutschen Großkampfschiffe ohne ein Ziel. Schließlich wurde für Tirpitz und Scharnhorst Anfang September eine andere Aufgabe gefunden, wenn auch der Beschuss und die Invasion des nahezu unverteidigten Spitzbergen kaum eine würdige Aufgabe für diese mächtigen Schiffe war. Sie waren zwischen dem 6. bis 9. September auf See und dieser See-Einsatz war auch der letzte für das Schlachtschiff Tirpitz. Am 22. September wurde sie dann von zwei britischen Kleinst-U-Booten vom Typ X-Craft mit Sprengladungen außer Gefecht gesetzt, welche umfangreiche Zerstörungen durch die Schockwellen der Explosionen an Antriebsmaschinen und dem Artilleriesystem verursachten. Die Reparaturen wurden zwar schnell mit bemerkenswerter Ingenieurleistung durchgeführt, aber gerade als das Schlachtschiff Tirpitz mit Erprobungsfahrten am 3. April 1944 beginnen wollte, wurde sie von 40 Barracuda-Sturzkampfbomber von Flugzeugträgern der britischen Home Fleet angegriffen und wieder schwer beschädigt. Weitere Angriffe im Juli und August, wobei sie zu diesem Zeitpunkt schon wieder repariert war, verursachten nur geringe Schäden. Versenkung der Tirpitz Die britische Royal Air Force hatte zuvor bereits versucht, Tirpitz anzugreifen. Erstmals 1941 in Kiel sowie im März und April 1942 in Trondheim. Aber erst im Herbst 1944 hatte das Bomber-Kommando die richtige Kombination aus Flugzeugen und Waffen, um auf diese Distanz einen Erfolg zu ermöglichen: Lancaster-Bomber mit 5.443-kg Tallboy-Bomben und stabilisierten automatischen Bombenabwurfgeräten. Die große Entfernung zum Altenfjord in Norwegen verhinderte einen konventionellen Zielanflug mit Start und Landung von einem Stützpunkt in Großbritannien aus. So wurde entschieden, den Einsatz – genannt Operation Paravane – von einem russischen Flugplatz aus durchzuführen, zu dem die Bomber nach dem Angriff auch wieder zurückkehren sollten, bevor sie zurück nach Großbritannien fliegen. Die Streitmacht bestand aus 20 mit SABS ausgerüsteten Lancaster-Bombern der 617 Staffel, 18 weiteren der 9. Staffel mit konventionellen Bombenzielgeräten und ein Fotoaufklärer der 463. Staffel, einem Mosquito-Bomber und zwei B-24 Liberator. Letztere transportierten Ersatzteile und das notwendige Bodenpersonal. Schlechtes Wetter und Probleme mit der Funkverbindung aufgrund mehr …

  • Zweiter Weltkrieg, Zusammenfassung des Verlaufs von 1941 bis 1942, dem Höhepunkt der Expansion der Achsenmächte und die endgültige Kriegswende (Teil II). Hier zu Teil I: Zweiter Weltkrieg Verlauf 1939-40. Der Mittelmeer-Raum Hitler wollte mit dem Angriff auf die Sowjetunion seine alten Träume realisieren, neuen ‘Lebensraum’ für die Deutschen zu erobern. Deshalb ließ er bereits ab Herbst 1940 das Unternehmen Barbarossa planen und vorbereiten. Der geplante Termin für den Beginn des Angriffs war Mai 1941, welcher durch unerwartete Ereignisse auf dem Balkan ins Wanken geriet. Das Scheitern der italienischen Armee gegen Griechenland führte dazu, dass die griechischen Streitkräfte ihrerseits halb Albanien erobern konnten. Dazu kam noch ein Putsch in Belgrad, nachdem Jugoslawien am 25. März 1941 dem Dreimächtepakt zwischen Deutschland, Italien und Japan beigetreten war. Um ein Festsetzen der Briten in Griechenland zu verhindern, musste Hitler militärische eingreifen und dies war eigentlich mit jugoslawischer Hilfe geplant. Nun musste der Balkanfeldzug gegen beide Staaten geführt werden. Der Angriff begann am 6. April 1941 und die Kämpfe endeten wie erwartet recht schnell im gleichen Monat. Die Luftlandung auf Kreta in der zweiten Maihälfte forderte jedoch hohe Verluste, beendete aber den Feldzug offensichtlich. Jedoch blieben von nun an neben den Italienern und Bulgaren auch starke deutsche Truppenverbände auf dem Balkan gebunden, da vor allem in den zerklüfteten Gebieten Jugoslawiens bald ein heftiger Partisanenkrieg unter der Leitung von Josip Broz Tito ausbrach. Der Mittelmeer-Raum wurde nun auch zu einem deutschen Kriegsschauplatz, da nach schweren Niederlagen der Italiener gegen die Engländer in Nordafrika Rommels Afrikakorps bereits ab Ende 1940 zur Unterstützung der glücklosen Verbündeten nach Libyen geschickt wurde. Diesem gelang es durch einen kühnen Vorstoß die britische Armee zu verjagen, die ägyptische Grenze wieder zugewinnen und Tobruk unter Belagerung zu stellen. Russland-Feldzug Der Balkanfeldzug führte zu einer Verzögerung des Unternehmen Barbarossa, dem Russland-Feldzug, was nicht ohne wesentliche Auswirkungen bleiben sollte. Daher erfolgte der Angriff auf die Sowjetunion erst im Morgengrauen des 22. Juni 1941, als sich die größte Streitmacht der Militärgeschichte in Bewegung setzte. Über drei Millionen Mann hatte Hitler für den Russland-Feldzug aufmarschieren lassen und Stalin scheint dies trotz aller Warnungen bis zuletzt völlig ignoriert zu haben. Nicht zuletzt aus diesem Grund brach eine ungeheure Katastrophe über die Rote Armee von 1941 herein, welche in gigantischen Kesselschlachten hunderttausende Kriegsgefangene und massenhaft Kriegsmaterial verlor. Diese Ereignisse versetzten die deutsche Führung anfangs und zum letzten Mal in den Glauben, daß der Krieg nun schon so gut wie gewonnen sei und schienen den schlechten Eindruck über die Rote Armee, der seit dem Winterkrieg gegen Finnland vorherrschte, zu bestätigen. Jedoch retten der weite Raum Russlands und dessen schier unerschöpfliche Menschen-Reservoir, die strategischen Fehlentscheidung der deutschen obersten Führung und die sofort nach Kriegsausbruch kriminelle Behandlung der ‘Untermenschen’ im Osten, welche den Widerstandswillen nie erlöschen ließ, Stalins Sowjetunion. Als der Kreml in Moskau schon in Sichtweite der Scherenfernrohre der vordersten Stoßtrupps war und die deutschen Truppen nochmals unter letzter Kraftanstrengung versuchten, den Feldzug noch 1941 siegreich zu beenden, kam mit dem eiskalten Winter noch der stärkste Verbündete Russlands hinzu. So wurde Stalins Ignorieren der Bedrohung durch Hitlers Leichtfertig wieder ausgeglichen. Auf Geheiß letzteren wurden die deutschen Soldaten ohne Winterausrüstung oder ausreichende Reserven und Verstärkungen losgeschickt, denn vor dem Wintereinbruch sollte ja alles vorbei sein – oder ‘musste alles vorbei sein’, denn sonst wäre ja eigentlich sowieso schon alles verspielt, wie dem Führer in klaren Stunden durchaus bewusst war. Hitlers Charakter ignorierte dies dann aber in zunehmender Selbsttäuschung bis zum Schluss erfolgreich. So ließ der recht frühe Wintereinbruch den als entscheidend erhofften deutschen Angriff auf Moskau im Schnee steckenblieben und Marschall Schukow konnte am 5. Dezember 1941 mit einer überraschenden Gegenoffensive mit bestens für den Winter ausgerüsteten Sowjetsoldaten beginnen. Drei Tage später ging dann die Führerweisung Nr. 39 ein, in welcher der ‘Übergang zur Verteidigung’ befohlen wurde. Das war zwar nur die symbolische, aber die eigentliche Wendung des Zweiten Weltkriegs, denn noch hatten die deutschen Truppen fast ganz Europa unter ihrer Kontrolle. Der weltweite Konflikt Zwischenzeitlich wurde der Krieg nun auch vollends zu einem Weltkrieg, denn am 7. Dezember hatte ein japanischer Flugzeugträger-Kampfverband Pearl Harbor überfallen und die Vereinigten Staaten befanden sich nun offiziell im Krieg. Die Spannungen zwischen den Japanern und Amerikanern waren über die Situation im Pazifik schon seit vielen Jahren angewachsen. Japan hatte bereits 1931 durch die Besetzung der Mandschurei mit seiner Expansion in Ostasien begonnen. Seit 1937 befand sich Japan mit National-China unter Tschiang Kai-schek in einem unerklärten Krieg und von nun an standen sie den amerikanischen Export-Interessen im Weg, denn China war ein wichtiger Markt. Seitdem kam es immer wieder und zu vermehrten Reibungen zwischen Washington und Tokio. Deshalb war US-Präsident Roosevelt, welcher von 1933 bis 1945 regierte, an einer kriegerischen Entscheidung um die Vormachtstellung, sowohl in Asien als auch in Europa, interessiert. Hierfür stellte er gegenüber dem japanischen Kaiserreich Bedingungen, welches die stolzen Japaner unmöglich erfüllen konnten, ohne ihr Gesicht zu verlieren. In Europa unterstützte er Großbritannien, wie bis zu seiner Niederlage auch Frankreich, derart einseitig mit Waffen, Ausrüstungen und Gütern seit Beginn des Zweiten Weltkriegs und ließ einen ‘unerklärten Krieg’ im Atlantik führen, sodass Hitler unvermeidlich herausgefordert werden musste. Nachdem den Japanern klar geworden war, dass für sie keine annehmbare Lösung in Verhandlungen möglich war, entschlossen sie sich zu dem Überfall auf Pearl Harbor, um die amerikanische Flotte gleich zu Beginn des Krieges im Pazifik auszuschalten. Dieser, sehr wohl von Roosevelt insgeheim herbeigesehnte Angriff, vereinigte die eigentlich Kriegs-unwillige amerikanische Bevölkerung hinter ihrem Präsidenten, welcher dadurch Japan den Krieg erklären konnte. Gegenüber dem Deutschen Reich war die Situation komplizierter, doch wie auf Zuruf nahm Hitler dem US-Präsidenten dieses Problem durch seine eigene Kriegserklärung gegenüber den USA ab. Hochwasser-Linie der Achsenmächte Trotzdem sah das erste Jahr des vollständigen globalen Konflikts noch einmal große Erfolge der Achsenmächte. Dabei eroberten die Japaner, welche von den Amerikanern anfangs schwer unterschätzt wurden, in einem ‘Blitzkrieg zur See und zur Luft’ ganz Südostasien und den westlichen Pazifik. Die Wehrmacht, zusammen mit den Verbündeten Rumänen, Ungarn, Italienern, Slowaken und Kroaten, stieß im Rahmen von Fall Blau bis an die Wolga nach Stalingrad mehr …

  • KW-1E

    Schwerer KW-Panzer: zum KW-1 und KW-2 bis zum Modell 1942. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. KW-1, KW-2, KW-3 Typ: schwerer Kampfpanzer und Bunker-Knacker Neben dem mittleren Kampfpanzer T-34 und dem leichten Panzer T-40 war der dritte Panzer der neuen Generation russischer Kampffahrzeuge zu Beginn des 2. Weltkrieges der KW-Panzer. Dieser dritte neue Kampfpanzer war als Ersatz für den schweren Panzer T-35 vorgesehen. Entwicklung Seit 1938 wurde dieser neue schwere Kampfpanzer von zwei in Wettstreit stehenden Teams entwickelt. Eines davon war Barykovs OKMO bei der Panzerfabrik Zavod Nr. 185 in Leningrad sowie ein neues Team, welches von Oberstleutnant Zh. Kotin in der ebenfalls in Leningrad befindlichen Kirowskiy-Fabrik geleitet wurde. Kotin war einer der Schützlinge von Tuchatschewski gewesen, hatte aber die Säuberungen überlebt und war der Chef des Entwicklungsbüros der Akademie für Motorisierung und Mechanisierung (AMM) in Moskau vor seinem neuen Auftrag in Leningrad. In seinem Team befanden sich der Veteran unter den russischen Panzer-Entwicklern, N. Tsiets, welcher sich schon für die schweren Panzer T-28 und T-35 verantwortlich zeichnete, sowie mehrere talentierte jüngere Ingenieure wie N. Dukhov, A. Yermolayev und N. Shashmurin. Die Spezifikation für den schweren Panzer forderte einen ‘Panzerabwehr-Kanonen-Zerstörer’ mit 5 Türmen (!) und ausreichender Panzerung, um der 37-mm-PAK auf jede Entfernung und der 76,2-mm-Kanone auf Entfernungen von über 1.200 Metern zu widerstehen. Beide Teams waren gegen die Idee, einen Panzer mit 5 Türmen zu bauen, und so wurde die Anzahl auf drei Stück reduziert, bevor die ernsthaften Arbeiten begannen. Im Mai 1938 wurden auf einer Sondersitzung des sowjetischen Verteidigungsrates die Entwürfe des OKMO-Teams, welcher als T-100 ‘Sotka’ bezeichnet wurde, und der SMK (für S.M. Kirow) des Kotin-Entwickler-Teams vorgelegt. Die Präsentation von Kotin stand dem Drei-Türme-Konzept kritisch gegenüber, was Stalin dazu provozierte, zu einem der Modelle zu gehen und einen der kleineren Türme abzureißen und auszurufen: ‘Wieso sollte ein Panzer zu einem Kaufhaus werden ?’. Nach dieser Vorstellung überarbeiteten beide Büros die Pläne zu einem Panzer mit nur noch zwei Türmen. Die Vorschläge wurden dann in einer Sondersitzung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei im August 1938 vorgelegt, wo sie genehmigt wurden. Kotin und sein Team waren immer noch von dem archaischen Erscheinungsbild des Panzers mit zwei Türmen beunruhigt und sicherten sich die Erlaubnis von Stalin zu, eine weitere Version des SMK-Panzers mit nur einem Turm zu entwickeln. Dieser Entwurf wurde KW-Panzer genannt, nach Stalins persönlichen Freund Klimenti Woroschilow, welcher zu diesem Zeitpunkt Verteidigungsminister war. Grundsätzlich waren T-100 und SMK im Aussehen ähnlich. Jeder der beiden hatte einen Hauptturm mit einer 76,2-mm-Kanone auf einem hohen Ring und davor einen kleineren, tiefer liegenden Turm mit einer 45-mm-Kanone. Der erste Prototyp des T-100 wurde im Mai 1939 fertiggestellt, während die Arbeiten an einem Zweiten fortgesetzt wurden. Der erste SMK-Prototyp wurde im August zusammen mit einem Prototyp für den KW fertig. Sowohl die SMK als auch die KW sollten von dem neuen V-2-Diesel aus den Charkow-Diesel-Werken (Zavod Nr. 75) angetrieben werden. Da aber nicht genügend zur Verfügung standen, verwendete der SMK einen AM-Flugzeugmotor. Der SMK wurde mit der in den Kirowskiy-Werken entwickelten L-11 76,2-mm-Kanone ausgerüstet, während der KW mit einer stärkeren F-32 76,2-mm-Kanone bewaffnet werden sollte, welche vom Grabin-Team der Fabrik Zavod Nr. 92 in Gorki entwickelt wurde. Die F-32 war aber nicht rechtzeitig fertig und so wurde die L-11 an ihrer Stelle eingebaut. Im September 1939 wurden die Prototypen an das NIIBT in Kubinka für Versuche und für Vorführungen vor führenden Partei- und Armee-Mitgliedern geschickt. Es überrascht nicht, dass die KW-Prototypen bei den Fahrversuchen viel besser waren als die SMK oder T-100. Mit dem Ausbruch des Winterkriegs in Finnland wurden die Prototypen an die Front für experimentelle Kampfversuche mit der 20. Schweren Panzer-Brigade, einer Einheit sonst ausgerüstet mit T-28, geschickt. Noch vor dem Abschluss der Kampferprobung in Finnland bestimmte der Verteidigungsrat den KW als neuen schweren Kampfpanzer und begann mit der Planung von dessen Produktion. Während der Kämpfe in Finnland wurde einer der KW-Prototypen beschädigt und der SMK ausgeschaltet, als er über eine größere Mine rollte. Der liegengebliebene SMK wurde von den Finnen fotografiert und der deutsche Nachrichtendienst identifizierte ihn irrtümlich als T-35C. Die Kampferfahrungen in Finnland beseitigten jeden Zweifel an der Zukunft der SMK oder T-100, obwohl Kotin noch die Erlaubnis erhielt, mit den Arbeiten an einem stark modifizierten SMK, dem SMK-2, zu beginnen, welche aber niemals mehr abgeschlossen wurden. Bunker-Knacker KW-2 Eines der wichtigsten Anliegen des Befehlshabers der russischen 7. Armee in Finnland, K. Meretskow, war die Forderung nach einem schweren Panzer mit einer noch größeren Kanone, um starke Bunker der Art auszuschalten, wie sie von seinen Truppen an der Front vorgefunden wurden. Das OKMO-Team entwarf vor seiner Auflösung aus einem T-100-Prototyp hierfür eine Lösung, indem es diesen mit einem festen Überbau mit einer B13 130-mm-Marinekanone umkonstruierte. Das Fahrzeug wurde als SU-100Y bezeichnet. Es wurde zwar nicht zur Herstellung akzeptiert, der Prototyp wurde aber bei der Verteidigung von Moskau im Jahr 1941 eingesetzt. Das Büro von Kotin verwendete einen verlängerten KW-Panzer bewaffnet mit einer 152-mm Br-2-Kanone oder einer 203-mm B-4 Haubitze. Bezeichnet als SU-212 oder Objekt 212, wurden diese aber niemals fertiggestellt. Eine praktischere Lösung für das Ausschalten von Bunkern war der Versuch, eine 152-mm-Haubitze in einem großen Turm auf dem KW-Fahrgestell zu montieren, praktisch als schweres Gegenstück zum BT-7A-Artillerie-Panzer. Diese Artillerie-Version des KW-Panzers wurde schließlich für die Produktion angenommen. Er wurde ursprünglich als ‘Groß-Turm-KW’ bezeichnet, um ihn vom normalen KW-Panzer zu unterscheiden. Schließlich wurden die Panzer als schwerer Kampfpanzer KW-1 und schwerer Artillerie-Panzer KW-2 bezeichnet. Produktion Den Auftrag zur Produktion der KW-Panzer erhielten die Kirowskij-Werke und der Tscheljabinsk-Traktorenfabrik (ChTZ). Bis Ende 1940 hatten die Kirowskiy-Werke 141 KW-1, 102 KW-2 und einen KW-Prototyp (KW-3) hergestellt. Die ChTZ-Fabrik hatte bis dahin noch keine KW-Panzer produziert. KW-3 Im Zuge des Erfolges mit dem KW-1 und dem KW-2 wandte sich das Kotin-Team einer verbesserten Version des schweren Panzers zu – dem KW-3 – sowie zwei überschwere Panzer, dem 108 Tonnen schweren KW-4 und dem 150 Tonnen schweren KW-5. Keines der beiden letzten Projekten kam über die Planungsstudien hinaus. Zwei Versionen des KW-3 wurden untersucht. Das Objekt 220 war ein stark überarbeiteter mehr …

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