Kriegstagebuch 9. August 1917


Situation in Russland ist völlig unklar
‘Die Situation in Russland ist völlig unklar’ meint dieses chaotisch-bunte Plakat aus Italien.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 9. August 1917:

Ostfront


Rumänien: Mackensens Truppen jenseits des Flusses Susitza und bedrohen die rückwärtigen Linien der Alliierten. Leutnant Rommel wird am linken Arm verwundet, setzt aber den Einsatz für zwei Wochen fort.

Südfronten

Saloniki: 3 bulgarische Haubitzen zerstören oder beschädigen über die Entfernung von mehr als 8 km 3 Flugzeuge des Royal Flying Corps auf dem Flugplatz im Struma-Abschnitt. Die 6 überlebenden Flugzeuge werden zu einem sicheren Flugfeld ausgeflogen.
Eine britische Patrouille aus 21 Mann auf der ‘P’-Höhe westlich des See Dorian schaltet mit ihren Bajonetten 14 bulgarische Soldaten aus und nimmt 1 gefangen bei 1 eigenen Vermissten.

Luftkrieg

Artois: 7 Flugzeuge des Royal Flying Corps beschiessen mit ihren Bordwaffen im Tiefflug deutsche Truppen während eines lokalen Angriffs der britischen 12. Division. Diese Taktik wird am 19. und 26. August wiederholt.

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Im Blickpunkt:
  • Forschungsmenü in Call of War.

    Führe als Staatschef die Nation im gratis Browser-Strategiespiel Call of War durch die Wirren des Zweiten Weltkrieges und des beginnenden Atomzeitalters und Kalten Krieges. Call of War In einer Standard-Partie des gratis Browser-Strategiespiel Call of War führt man – oberflächlich erst einmal ähnlich wie in dem schon vorgestellten Supremacy 1914 in der Zeit des 1. Weltkrieg – eine Nation durch das Zeitalter des 2. Weltkrieg und des beginnenden Kalten Krieges mit Atomwaffen und Raketen. Allerdings kommt Call of War mit einigen Neuerungen, Veränderungen und ansprechenderer Grafik daher – und auch das Management der Streitkräfte, Wirtschaft und die Schlachten in Echtzeit ist übersichtlicher und mit weniger Aufwand für den Spieler verbunden im Vergleich zu Supremacy 1914. Dazu gibt es wesentlich mehr unterschiedliche Einheiten, welche erforscht werden können. https://youtu.be/B0ST8DgkMgs Spielkarte Die Spielkarte erstreckt sich vom östlichen Nordamerika (Kanada bis Kuba) bis in den Nahen Osten und von Grönland und dem Nordkap nach Süden bis in die nordafrikanische Wüste. Die Staaten entsprechen nicht immer den historischen Gegebenheiten und wurden so angepasst, dass sie etwa gleichstark sind. Einige Großmächte (wie USA und Sowjetunion) wurden in mehrere Staaten aufgeteilt, dagegen einige kleinere Staaten zu einem Großstaat zusammengelegt (wie etwa ‘Großrumänien’ auf dem Balkan). Alle 22 Spieler-Staaten starten mit 20 sogenannten ‘Kern-Provinzen’. Kern-Provinzen sind Provinzen mit nationaler Bevölkerung und produzieren Geld, Arbeitskräfte/Rekruten und einige davon Rohstoffe zu 100 %, während andere Provinzen als ‘besetzte Gebiete’ gelten und maximal 25 % davon produzieren. An dieser Stelle fängt auch schon die Optimierung und Vereinfachung des Spielprinzips von Call of War gegenüber Supremacy 1914 an: während der Spieler in Supremacy 1914 später zahllose Provinzen ständig überwachen und ausbauen muss, genügt es eigentlich in Call of War sich auf die Kernprovinzen zu konzentrieren, da der Ausbau der anderen Provinzen sich nur in den seltensten Fällen wirtschaftlich lohnt. Auch sind diese ‘Kern-Provinzen’ auch diejenigen Gebiete, deren Verteidigung existenziell wichtig ist. Alle anderen Provinzen werden nur für geringfügige Ergänzungen fehlender Rohstoffe, als Stützpunkte für Häfen und Flugplätze und im Wesentlichen für die Sammlung der benötigten Siegpunkte zum Sieg in der Partie benötigt. Nebenbei bemerkt hat jede Provinz nun auch ein bestimmtes Gelände (Flachland, Berge, Wälder, Städte), welcher unterschiedlichen Einfluss auf die Bewegungsgeschwindigkeit und Kampfleistungen der verschiedenen Einheiten hat. Einheiten In Call of War gibt es auch vielmehr unterschiedliche Einheiten als in Supremacy 1914, welche erforscht und weiterentwickelt werden müssen. Da dies nicht unbegrenzt möglich ist (es können nur zwei Forschungen gleichzeitig laufen), muss man sich auf Schwerpunkte konzentrieren. Neben Infanterie gibt es Miliz, motorisierte Infanterie und mechanisierte Infanterie (in Schützenpanzern). In der Kategorie Fahrzeuge gibt es Panzerwagen, Leichte Panzer, Mittlere Panzer, Schwere Panzer, Pak-Geschütze, Artillerie, Panzerhaubitzen, Flugabwehrgeschütze und Flak auf Selbstfahrlafetten. Bei den Flugzeugen gibt es Abfangjäger, Taktische Bomber, Strategische Bomber und Marinebomber. Bei den Seeeinheiten gibt es Zerstörer, Unterseeboote, Kreuzer, Schlachtschiffe und Flugzeugträger. Schließlich bei den Geheimwaffen Raketen, Raketenjäger, Eisenbahn-Ferngeschütze, Kommando-Einheiten, Kernenergie, Atombomben, Atombomber sowie Atomraketen und atomar angetriebene Schlachtschiffe, U-Boote und Flugzeugträger. Alle sind für alle Nationen identisch und gleichermaßen entwickelbar. In diesem Bereich ist Call of War wesentlich komplexer als Supremacy 1914, da eine vorausschauende Entwicklung der vermutlich am meisten benötigten Einheiten unumgänglich ist. Auch gibt es ein ‘Schere-Stein-Papier’-Prinzip, sodass bestimmte Einheiten sehr zweckmäßig sind, wenn der Gegner sich mehrheitlich auf einen bestimmten Einheiten-Typ spezialisiert hat. So wirkt eine gute Panzerabwehr insbesondere bei geeignetem Gelände oder mit ausgebauten Stellungen heftig auf angreifende, feindliche Panzerverbände ein und ist auch ökonomischer – allerdings wenig für den Angriff geeignet. Kommando-Einheiten sind bestens für die Verteidigung und dem Angriff im Gebirge geeignet, während mittlere Panzer die beste Angriffseinheit für die Landkriegsführung sind, solange man nicht in Städten kämpfen muss und auf befestigte Pak-Stellungen trifft. Taktische Bomber können Bodentruppen ohne Luftdeckung durch Jäger oder Flak zerschlagen, während Marinebomber neben feindlichen Überwasserschiffe auch U-Boote entdecken und bekämpfen können. Schließlich gibt es noch Atombomber zu erforschen, die ganze Städte in Schutt und Asche legen können. Als steigerungsfähige Alternative gibt es auch Marschflugkörper (V-1) und Raketen (V-2), welche schließlich in einer nicht durch Jäger abfangbaren Atomrakete gipfeln. Provinzausbau Der Provinzausbau gestaltet sich – wie schon erwähnt – auch einfacher und übersichtlicher als bei Supremacy 1914. Das am rechten Rand ausklappbare Provinzverwaltungsmenü zeigt übersichtlich die jeweiligen Siegpunkte, Moral, Rohstoffe (einschließlich Produktionsmenge), Arbeitskräfte, Gebäude (sortiert und aktivierbar bzw. deaktivierter) sowie im Bau befindliche Gebäude und Einheiten an. Diese Tabelle lässt sich beliebig sortieren und da sowieso nur die eigenen Kern-Provinzen, zuzüglich einige womöglich besetzte Provinzen mit doppelter Produktionsmenge oder wichtige Stützpunkte, Befestigungen oder frontnahe Produktionsgebiete wichtig sind, lässt sich hier alles bequem überblicken und steuern. Zudem kann auch jede Provinzstadt auf der Karte angeklickt werden und dort Konstruktionen von Gebäude, Produktion von Einheiten oder Aufträge für Spione bestimmt oder überprüft werden. Diplomatie, Bündnisse, Koalitionen In Call of War können auch offizielle Koalition gebildet werden. Dies beinhaltet eine aufgedeckte Karte für die Mitglieder, welche alle Aufklärungsergebnisse und Einheiten ihrer Verbündeten sehen können, über befreundetes Gebiet marschieren und zusammen kämpfen können. Es ist auch hier von besonderer Bedeutung, seine Nachbarn aufmerksam zu beobachten. Zu einem um Gelegenheiten beim Schopf zu packen, wenn Spieler ihre Nation nur unzureichend führen oder ganz aufgeben. Die Mehrzahl der 22 Spieler einer Partie gibt tatsächlich schnell auf oder steigt erst gar nicht richtig in die Partie ein, dafür kämpfen aber die verbleibenden Teilnehmer zumeist umso hartnäckiger um den Sieg in einer spannenden Partie. Die Nationen von Spielern, welche nicht mehr aktiv sind, werden von einer relativ starken KI geführt, ebenso wie die zahlreichen zu Beginn vorhandenen kleineren Staaten – welche aber zumeist die erste Beute der aktiveren Spieler werden. Spiele Call of War Auch Call of War läuft den ganzen Tag in Echtzeit, sodass man sich in regelmäßigen Abständen einloggen sollte, um seinen aktuellen Status und die Lage zu überprüfen und entsprechende neue Aufträge an seine Einheiten, Provinzen und Fabriken zu erteilen. Grundsätzlich ist das Echtzeit-Strategiespiel kostenlos, aber es gibt eine ‘In-Game’-Währung Gold, mit der Spieler, welche sich nicht so oft einloggen können, diese Nachteile z.B. durch Beschleunigung beim Bau oder Forschung oder bei der Anhebung der Moral wieder ausgleichen können. Bei Call of War gibt es mehr …

  • Deutsches U-Boot Typ VII, mit 705 Booten meistgebautes Unterseeboot im Zweiten Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Typ VII (705 Boote). Typ: Deutsches U-Boot. Geschichte: Gemäß den Bedingungen des Vertrages von Versailles war es Deutschland nicht erlaubt, U-Boote zu bauen oder zu unterhalten, sodass die deutsche U-Boot-Flotte bei Ausbruch des 2. Weltkrieg vergleichsweise modern war, da alle Boote erst seit 1935 gebaut worden waren. Jedoch waren die deutschen U-Boot-Ingenieure zwischen 1919 und 1934 nicht untätig und unter den Booten, welche auf verschiedenen europäischen Werften nach deutschen Entwürfen und mit deutscher Hilfe gebaut worden waren, befand sich Gür, welches 1932 für die türkische Marine fertiggestellt worden war, sowie 1933 Vesikko für Finnland. Gür war 72,4 m lang und hatte aufgetaucht eine Wasserverdrängung von 750 t, getaucht von 960 t und war mit 6 Torpedorohren – vier im Bug und zwei im Heck – und einem 10,2-cm-Geschütz bewaffnet. Vesikko war ein kleineres U-Boot von nur 250 t über Wasser bzw. 300 t getaucht mit einer Länge von 40,8 m und bewaffnet mit drei 53-cm-Torpedorohren im Bug und einem kleinen Geschütz. So wurde Gür zum Prototyp für ein Hochsee-U-Boot, während Vesikko der Vorläufer der Küsten-U-Boote war. Nach dem britisch­-deutschen Flottenabkommen von 1935 hatte Großbritannien Deutschland einseitig den Besitz von U-Booten gestattet, worauf Deutschland sein U-Boot-Bauprogramm durchführte. Deutschland hatte die Gleichbehandlung mit den Commonwealth-Ländern verlangt und versichert, es würde nicht mehr als 45 % von deren U-Boot-­Tonnage bauen, sofern die Lage es ‘nicht dazu zwinge’. Der damalige britische Außenminister Sir Samuel Hoare bemerkte dazu, das ‘die Marineführung, die zu diesem Zeitpunkt glaubte, der U-Boot­-Gefahr Herr geworden zu sein, gegen dieses Zugeständnis keine Einwände hatte’. Diese Selbstgefälligkeit führte zu Großbritanniens Beinahe-Niederlage als Folge des von den Deutschen 1935 begonnenen Bauprogramms Typ II Um das deutsche Aufrüstungsprogramm so schnell wie möglich in Gang zu bringen und um Besatzungen für U-Boote auf hoher See ausbilden zu können, wurden als Erstes die Küsten-U-Boote, welche als Typ II bezeichnet wurden, auf Stapel gelegt. Das erste Boot dieses Typs für die deutsche Kriegsmarine war U 1, welches im Juni 1935 in Kiel von Stapel lief. Die anderen folgten kurz danach. Die Typen II B und II C waren sehr ähnlich, waren aber größer und verfügten über mehr Treibstoff für einen größeren Fahrbereich. Die Boote vom Typ IID wurden 1940 eingeführt und waren nochmals größer mit zusätzlichen Außentanks, um die Reichweite noch weiter zu vergrößern. Auch wenn diese Boote anfangs im Krieg im Einsatz waren, wurden sie jedoch schnell für Ausbildungsaufgaben verwendet, was eine wesentliche Grundlage des enormen Erweiterungsprogramms für die U-Boot-Waffe war. Typ I Inzwischen gab Typ I, von dem nur zwei Boote gebaut wurden, der deutschen Kriegsmarine die Möglichkeit für Operationen im Atlantik. Die Boote hatten im Grunde den gleichen Entwurf wie die Gür und wurden zusammen mit der UB48-Klasse von 1917 zum Prototyp einer neuen Serie von Hochsee-U-Booten, dem Typ VII. Diese Boote trugen die Hauptlast der deutschen U-Boot-Offensive im 2. Weltkrieg. Die verschiedenen Varianten enthielten viele strukturelle Merkmale des ursprünglichen Typs VII, hatten aber eine verbesserte Leistungsfähigkeit oder waren für spezielle Aufgaben konzipiert. Typ VIIA Das erste U-Boot Typ VIIA war U 27, welches 1936 vom Stapel lief und für Einsätze im Atlantik ausgelegt war. Es hatte eine gute Seetüchtigkeit und eine einfache Handhabung bei Über- und Unterwasserfahrt. Dazu trug es die bestmögliche Torpedo-Bewaffnung für ein Boot von weniger als 65 m Länge und weniger als 636 t Wasserverdrängung an der Oberfläche. Es waren prächtige Seefahrzeuge, die über Wasser 17 kn liefen und sich dank ihrer mit dem Doppelruder ermöglichten hohen Manövrierfähigkeit in idealer Weise für die Überwasser-Rudeltaktik eigneten. Sie waren jedem anderen Boot ebenbürtig. Sie konnten bei 4 kn etwa 18 Stunden getaucht fahren. Zwangsläufig wurden diese Vorteile auf Kosten anderer Faktoren erreicht und die Bewohnbarkeit war spartanisch, um es gelinde auszudrücken. Eine ihrer Schwäche war vor allem auch die Unterbringung von O²-Flaschen zwischen den Hüllen, wo sie bei einem Angriff zerreißen konnten, sowie in dem unbequemen Mittelgang aller Wohnräume zu sehen. Die U-Boote vom VIIA erkennt man durch ihr einziges Torpedorohr am Heck. U 30, ein Boot dieser Art, war für die Versenkung des Passagierschiffs Athenia am Beginn des Krieges verantwortlich. Typ VIIB U 45 war das erste U-Boot vom Typ VIIB, welches im April 1938 von Stapel lief. Dieser Typ war größer und hatte mehr Wasserverdrängung, um kraftvollere Motoren und mehr Treibstoff aufnehmen zu können. Das Heck-Torpedorohr wurde im Rumpfinneren untergebracht. U 47 unter Korvetten-Kapitän Günther Prien war eines der Boote dieses Typs, welches 1939 nach Scapa Flow eindrang und das Schlachtschiff Royal Oak versenkte und später viele Tausende von Tonnen von alliierten Handelsschiffsraum im Atlantik vernichtete. Typ VIIC Die U-Boote vom Typ VIIC, welche im Jahre 1940 eingeführt wurden, hatten eine weitere Vergrößerung der Wasserverdrängung und Treibstoffkapazität, stärkeren Druckkörper, mehr Reservetorpedos und eine bessere Flak-Bewaffnung. Es wurden Aufträge über 688 dieser U-Boote erteilt, wenn auch später einige storniert wurden und einige Boote während des Baus durch feindliche Luftangriffe auf Werften zerstört wurden. Typ VIIC-41 Der Typ VIIC-41 unterschied sich davon nur, dass er einen verstärkten Rumpf und eine größere Tauchtiefe hatte. Acht Boote diesen Typ sollten für die italienische Marine gebaut werden, aber nach der italienischen Kapitulation wurden sie von der deutschen Kriegsmarine übernommen. U 573 wurde in Cartagena in Spanien interniert, nachdem es im Jahr 1942 durch Wasserbomben durch ein RAF-Flugzeug schwer beschädigt worden war. Im Jahr darauf wurde es an Spanien verkauft und als G7 bezeichnet. U 570 ergab sich, nachdem es von einem RAF-Flugzeug südlich von Island beschädigt wurde und wurde später von der Royal Navy als HMS Graph eingesetzt. Typ VIIC-42 Aufträge für eine zweite Version, als Typ VIIC-42 bezeichnet, wurden zugunsten der Herstellung der neuen Typ XXI Boote storniert. Wären sie gebaut worden, hätten sie einen noch größeren Fahrbereich und eine noch größere Tauchtiefe gehabt. Typ VIID Eine Minenleger-Variante vom Typ VIID wurde im Jahr 1942 gebaut. Die sechs Schiffe dieser Art wurde um 10 Meter verlängert, um fünf Minenschächte mit jeweils drei Minen einbauen zu können. Typ VIIF Typ VIIF wiederum war etwa mehr …

  • Mosin-Nagant und US-Marlin Karabiner

    Russisches Infanterie-Gewehr Modell 1891, 1930G, Karabiner 1938G, 1944G. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Mosin-Nagant Modelle 1891, 1930G Typ: Infanterie-Gewehr und Karabiner. Mosin-Nagant Modell 1891 In den späten 1880er Jahren begann die Russische Armee damit, ihre veralteten Berdan-Gewehre in ihrer gewaltig großen Streitmacht zu ersetzen. Die Armee führte mehrere Untersuchungen durch, in deren Verlauf sie eine Reihe von Gewehren der belgischen Gebrüder Nagant favorisierte. Die Russen hatten aber gleichzeitig auch einen eigenen, nationalen Entwurf eines zaristischen Offiziers mit dem Namen Sergei Mosin praktisch vor der eigenen Haustür. Daher beschlossen die Planer, die besten Eigenschaften aus beiden Entwürfen zu vereinen, und das Ergebnis war das Mosin-Nagant-Gewehr, welches ab 1891 in den Truppengebrauch übernommen wurde. Deshalb wird das Gewehr als Mosin-Magant Modell 1891 bezeichnet, aber der vollständige offizielle russische Name war Russkaya 3-lineinaye vintovka obrazets 1891g, was so viel wie ‘Russisches 3-Linien-Gewehr Modell 1891g’ heißt. Der Begriff ‘3-Linien’ bezieht sich auf eine alte russische Maßeinheit ‘Linie’ mit etwa 2,54 mm. Dies entsprach dem Kaliber und wurde 1908 geändert, als eine neue Patrone im Kaliber 7,62 mm eingeführt wurde. Das ursprüngliche Visier war auf die ebenfalls alte Maßeinheit Arschin (etwa 0,71 Meter) kalibriert, aber dies wurde 1908 ebenfalls auf Meter geändert. Zuvor gab es jedoch Schwierigkeiten beim Produktionsbeginn des neuen Gewehres in Russland, sodass die russische Armee als Notlösung zur Überbrückung von 1892 bis 1895 insgesamt 503.589 Repetiergewehre vom französischen Hersteller Chatellerault einkaufte. Zusammenfassend war das dann schließlich verfügbare Mosin-Nagant Gewehr Modell 1891 eine solide und robuste Konstruktion, hatte aber einige ungewöhnliche Eigenschaften. Eine davon lag im Fünf-Patronen-Magazin, denn bei diesem System wurde die oberste Patrone für den eigentlichen Ladevorgang immer vom Federdruck des Magazins freigehalten, was den Vorteil hatte, dass Ladehemmungen seltener auftraten, als es sonst der Fall gewesen wäre. Der zweiteilige Verschluss wurde allgemein als komplizierter empfunden, als es wirklich nötig war, obwohl er im Gebrauch wenig Probleme bereitete. Eine weitere Besonderheit war, dass das Gewehr mit einem langen Bajonett mit einem Schraubendreher-Einsatz ausgeliefert wurde, mit dem man Teile des Gewehrs zerlegen konnte. Dieses Bajonett war ein Steckbajonett, das während des 1. Weltkriegs praktisch immer am Gewehr befestigt war. Insgesamt war das Modell 1891 eine robuste Waffe, die harte Schläge einstecken konnte und im Allgemeinen anspruchslos in Bezug auf Pflege und Aufmerksamkeit war. Eine Karabiner-Version des Dragoner-Gewehrs Modell 1891 wurde für den Einsatz bei der Kavallerie und der allgegenwärtigen russischen berittenen Infanterie produziert, aber diese Variante war nur geringfügig kürzer als das Infanterie-Gewehr und viel länger als andere Karabiner, die zu dieser Zeit ausgeliefert wurden. Eine echte Karabiner-Variante Modell 1910 wurde erst 1910 produziert. Das Hauptproblem für die Russen war, dass sie zwar ein gutes Dienstgewehr ausgewählt hatten, es aber nie genug davon gab und die Produktionsstätten überfordert waren. Diejenigen, die es gab, mussten die Gewehre praktisch von Hand herstellen, da das Konzept der Massenproduktion vor 1914 weit von den russischen Möglichkeiten und Vorstellungen lag. Als 1914 zusätzliche russische Armeeeinheiten aus den Reserven gebildet wurden, gab es daher oft keine Gewehre, mit denen sie bewaffnet werden konnten. Das Modell 1891 spielte seine Rolle auch in den Revolutionen von 1917 und war auch im darauf folgenden Bürgerkrieg ab 1918 im Einsatz. Zwischen den Weltkriegen wurde das Modell 1891 in der Produktion durch das kürzere Modell 1891/30 ersetzt, mit dem die Rote Armee Armee im Zweiten Weltkrieg bewaffnet wurde, obwohl einige der Modelle 1891 auch nach 1941 verwendet wurden. Mosin-Nagant Modell 1930G Das Modell 1930G (auch als 1891/30 bezeichnet) gehört zu einer Serie von Gewehren, welche auf das Mosin-Nagant Modell 1891 zurückgehen und die Standard-Gewehre der russischen Armeen bis 1945 waren. Die Bezeichnung ‘Mosin-Nagant’ erinnert an den ursprünglichen Entwurf der Nagant-Brüder aus Belgien, welcher durch Oberst S. I. Mosin von der kaiserlich-russischen Armee modifiziert wurde. Der Rückstoß-Mechanismus ist ähnlich dem aller anderen Infanterie-Gewehre, wenn auch der aus drei Teilen bestehende Bolzen eine unnötige Komplikation darstellt. Dieser wurde vermutlich nur deshalb verwendet, um Schwierigkeiten mit den unzähligen Gewehr-Patenten jener Zeit aus dem Wege zu gehen. Eine Besonderheit des Entwurfes ist der Einbau eines Mechanismus zur Kontrolle des fehlerfreien Ladens der Patronen, denn eines der schwierigsten Probleme bei der Entwicklung einer Schusswaffe ist die effiziente Zuführung einer umrandeten Patrone aus dem Magazin. Der Druck der Magazin-Feder neigt dazu, die Patronen zusammenzudrücken, was die Ursache für Ladehemmungen ist. Das Mosin-Nagant verwendet eine federbelastete Klinke, welche durch den Betrieb des Bolzens kontrolliert wird und die zweite Patrone im Magazin festhält und damit den Druck auf die erste Patrone erhöht. Dadurch kann diese einfach in die Kammer durch das Schließen des Bolzens geladen werden, ohne das die Gefahr besteht, dass der Rand der zweiten Patrone durch den Aufwärtsdruck der Feder einklemmen kann. 1931 führte die sowjetische Armee das Modell 1930G ein, welches mehr oder weniger das etwas kürzere ‘Dragoner-Gewehr’ von 1891 war, mit einer verbesserter Zielgenauigkeit und etwas vereinfacht, um die Waffe leichter herzustellen. Es wurde zum Standard-Gewehr der russischen Infanterie während des 2. Weltkrieges, obwohl es weit verbreitet durch die späteren Karabiner-Modelle ergänzt wurde – und natürlich von den allgegenwärtigen russischen Maschinenpistolen PPSh-41 und PPS, die viel billiger und schneller herzustellen waren. Zusätzlich gab es ‘Extras’ wie einen Granatwerfer-Becher und einen Schalldämpfer für die Gewehre. Eine Anzahl des Modells 1891/30 wurde auch mit Zielfernrohren für den Einsatz bei den Scharfschützen ausgestattet. Die Mosin-Nagant-Gewehre wurden auch von den Finnen verwendet (als m/27 für das verkürzte Modell 1891, m/28/30 mit geändertem Visier und nachgebohrt als m/39), bei den Polen als Karabin WZ 91/98/25 und auch von den Deutschen. Die deutschen Truppen erbeuteten 1941 und 1942 haufenweise ex-sowjetische Gewehre und viele wurden an Garnison- oder fremdländischen Miliz- und Polizei-Einheiten ausgegeben. Die meisten von diesen waren Modelle 1891/30 mit der deutschen Bezeichnung Gewehr 254(r), aber bis 1945 wurden auch alte Modelle 1891 an den Volkssturm unter der Bezeichnung Gewehr 252(r) ausgegeben. Auch viele Einheiten am Atlantik-Wall waren mit dem Mosin-Nagant Modell 1891/30 ausgerüstet. Mit der Einführung des automatischen Kalaschnikow-Gewehrs in den Nachkriegsjahren wurden die alten Mosin-Nagant-Gewehre zügig aus den Händen der Soldaten der Roten Armee entfernt. Einige davon wurden auf dem freien Markt verkauft, aber die meisten scheinen eingelagert mehr …

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