Luger Parabellum Modell 1908


Modell 1908, verbreitetste deutsche Pistole im deutschen Heer vom 1. Weltkrieg bis 1942.
Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Luger-Pistolen
Eine Standard-Pistole Luger P08 unterhalb einem Artillerie-Modell von 1917 mit ‘Schnecken’-Magazin.


Parabellum Modell 1908
Typ: Selbstlade-Pistole.

Geschichte

Die 9-mm Parabellum Modell 1908 ist eine der ‘klassischen’ Pistolen und ist zumeist unter dem Namen Luger bekannt, nach ihrem Entwickler Georg Luger. Der Entwurf basierte auf einer vorausgegangenen Pistole, der Borchardt, aber Luger überarbeitete diesen eher unhandlichen Entwurf und entwickelte ihn in das Modell, welches von der Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken (DWM) ab 1898 hergestellt wurde.

Die Borchardt verwendete zwar erstmals das Kniehebelgelenk-System für den Verschluss und andere mechanische Eigenschaften bei einer Pistole, was zwar auch irgendwie funktionierte, aber wenig befriedigend war. Luger verfeinerte den Mechanismus vor allem dadurch, dass er die Triebfeder anders anordnete, welche eine Art gewendelte Uhrfeder war und bei ihm zu einer flachen Blattfeder in der hinteren Ecke des Griffes wurde. Dies änderte die gesamte Form der Waffe und machte sie viel besser ausbalanciert.
Weitere Verbesserungen folgten, wobei die Hauptfeder zu einer Spule verändert wurde und das ursprüngliche Kaliber von 7,65 mm auf 9 mm vergrößert wurde, um die Patrone wirksamer für den Kampfeinsatz zu machen.

Marinepistole Modell 1904
Marinepistole Modell 1904 Parabellum

Die ersten Luger-Pistolen wurden 1900 in die Schweiz verkauft und waren für das Kaliber 7,65 mm vorgesehen. Bis 1904 wurde das Kaliber wieder auf 9 mm Parabellum geändert und diese Version wurde von der deutschen Marine übernommen. Von dem Modell 1904 für die deutsche Kriegsmarine wurden bis in den Zweiten Weltkrieg hinein etwa 64.950 Stück gebaut.

 

Dann wurde 1908 ein leicht geändertes Modell auch von der deutsche Armee angenommen und danach wurde die Pistole 08 zu Hunderttausenden hergestellt.
Die Waffe wurde weit verbreitet zwischen 1906 und 1914 bei verschiedenen Armee eingeführt – z.B. Bulgarien, Niederlande, Portugal und Türkei – und in verschiedenen anderen Streitkräften erprobt und wurde beinahe von der US-Armee als Standard-Pistole mit Kaliber .45 im Jahr 1908 übernommen. Aus diesem Grunde sind weltweit selbst noch heute einige in Verwendung und der letzte reguläre militärische Einsatz der Luger-Pistole erfolgte mit der portugiesischen Armee in ihren Kolonialkriegen in Angola und Moçambique.

Dem ursprünglichen Hersteller, der Firma Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken (DWM) in Berlin, folgten mit der Königlichen Erfurter Waffenfabrik, Simson Suhl und Mauser in Oberndorf noch weitere Produzenten. Für die Schweizer Armee wurde sie in der Waffenfabrik von Bern gebaut.

Artilleriepistole LP.08
Artilleriepistole LP.08 oder ‘Lange Pistole 08’

Diese frühen Modelle wurden mit einer Reihe unterschiedlicher Lauflängen gebaut, die kürzeste war 103 mm lang. Andere Läufe hatten 152 mm, 203 mm und sogar 305 mm. Diese langläufigen Versionen wurden üblicherweise zusammen mit hölzernen Schulterstücken ausgeliefert und waren als Artillerie-Modelle (siehe Bild ganz oben) bekannt. Die ‘Lange Pistole 08’ (LP.08) oder ‘Artilleriepistole’ wurde 1914 eingeführt, hatte einen 200 mm langen Lauf mit verstellbaren Schiebvisier und hölzernen Anschlagschaft. Sie wurden häufig ab 1917 mit ‘Schnecken’-Magazinen mit 32 Patronen verwendet und etwa 250.000 sollen insgesamt davon gebaut worden sein.

 

Alle diese Versionen der Pistole Modell 1908 verwendeten den gleichen Mechanismus, eine nach oben öffnende Kipphebelverriegelung. Wenn die Pistole abgefeuert wird, befinden sich alle Scharnierelemente des Kipphebels in einer Reihe, um den Verschluss zu verschließen. Die Rückstoßkräfte müssen die mechanischen Kräfte des Umschaltmechanismus überwinden, bevor sich dieser öffnet. Einmal offen, erfolgen die Auswurfs- und Nachladevorgänge für die Patronen. Eine Rückholfeder im Griff versetzte alles wieder in die Ausgangsposition, um den nächsten Schuss abzufeuern.

Diese Umschaltvorrichtung verlieh der Pistole 08 ein eindeutiges Aussehen und die Neigung des Griffes gab der Pistole gute Eigenschaften für das Zielen und Schießen. Die Pistole 08 wurde deshalb schnell zu einer begehrten Waffe an der Front und Kriegs-Trophäe. Schon während des Ersten Weltkriegs konnte es niemals genug Pistolen 08 geben, um den ständig steigenden Bedarf und Nachfrage unter den Soldaten zu decken.
In diesem Zusammenhang wurden die Nachteile der Luger-Pistole deutlich, denn sie war in größeren Stückzahlen nur schwer zu produzieren, da fast alle ihre Bauteile in aufwendiger Handarbeit hergestellt werden mussten. So ging bis 1917 ein guter Teil der exzellenten Verarbeitungsqualität der Vorkriegsmodelle verloren und die ursprüngliche Griffsicherheit war dahin – und kam auch niemals mehr wieder zurück, selbst nicht nach 1918.

Ein weiterer Nachteil der Pistole 08 ist der Umstand, dass der Umschaltmechanismus sehr unter den Bedingungen des Grabenkrieges litt. Schlamm und Dreck konnten nur zu leicht die Funktion einschränken, was dazu dann noch zumeist in den ungünstigsten Augenblicken des Ernstfalls geschah. Deshalb erforderte die Behandlung der Pistole viel Aufmerksamkeit und Pflege. Auch die Qualität der Munition ist für den effektiven Einsatz der Pistole wichtig.

Luger-Pistole im Kampfeinsatz
Die Luger-Pistole im Kampfeinsatz im 2. Weltkrieg wird hier von einem MG-Schützen zusammen mit Stielhandgranaten und Munitionsgurten für das MG 34 im Häuserkampf geführt.

Dies schien die Soldaten aber nicht davon abzuhalten, die Pistole 08 zu verwenden, da für die meisten sich diese Probleme in der Praxis als geringfügig herausstellten. So blieb sich auch nach 1918 weiter im Dienstgebrauch.
Mit der Erweiterung der Wehrmacht stand wieder das Problem der einfachen Massenproduktion der Luger-Pistole im Raum und so wurde ab 1938 mit der Einführung einer Ersatzwaffe begonnen, der Walther P38.
Die Luger-Pistole wurde trotzdem bis 1942 für das deutsche Heer weiter gebaut und im anschließenden Jahr für den Export, wobei der letzte Ausstoß im Jahr 1944 an Portugal im Kaliber 7,65 mm geliefert wurde.

 

Vermutlich wurden mehr als vier Millionen zivile und militärische Parabellum-Pistolen gebaut. Davon erhielt die deutsche Armee bis 1918 etwa 1,5 Millionen Stück. In den Jahren zwischen den Weltkriegen wurden weitere 400.000 Stück gebaut und von 1939 bis 1942 für die Wehrmacht nochmals eine halbe Million.

Die Pistole 08 wurde weit verbreitet innerhalb der deutschen Armee ausgegeben. Bei der Infanterie war sie die Faustfeuerwaffe der Offiziere und wurde ebenso von Waffenmannschaften, Kurieren, Fernmeldern und Unteroffizieren getragen. Sie sah weit verbreiteten Einsatz im Gefecht bis Kriegsende, obwohl es nur wenige Berichte über tödliche Wirkungen gibt. Allerdings galt sie bei den alliierten Soldaten als höchst wertvolles Souvenir und deshalb befinden sich viele Tausende noch immer in Privatbesitz.

 

Noch heute finden es einige Waffenhersteller es Wert, ihren Produkten das Aussehen der Luger-Pistole zu geben oder sogar direkte Kopien für einen immer noch offensichtlich ungesättigten Markt herzustellen. Deshalb tritt man die Luuger-Pistole auch immer noch in verschiedenen bewaffneten Konflikten auf der ganzen Welt an.


3D-Modell Luger Standard-Pistole 08 mit offenen Magazin-Griff


Spezifikationen Pistole 08 (Luger)

Spezifikationen:

Parabellum P08 Spezifikation
Typautomatische Selbstlade-Pistole
Kaliber 9 mm Parabellum
Länge 22,80 cm (Modell 1904: 27,20 cm, LP.08: 32,00 cm)
Gewicht 0,855 kg (Modell 1904: 0,895 kg, LP.08: 1,06 kg)
Lauf 10,30 cm, 8 rechtsläufige Züge (LP.08: 20,00 cm)
Magazin 8 Schuss-Kastenmagazin (LP.08: 32-Patronen-Trommelmagazin ab 1917)
Funktion Rückstoß, Kniehebelgelenk
Geschoßgeschwindigkeit320 m/sek

Einsatzstatistik:

Parabellum P08 Angaben
Hersteller Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken (Berlin), Köngliches Arsenal (Erfurt), Simson&Cie (Suhl), Mauserwerke AG (Oberndorf), Heinrich Krieghoff Waffenwerke (Suhl)
Produktionsbeginn 1898 (Modell 1904 für Marine ab 1904, Modell 1908 für Heer ab 1908)
Endlieferung1943
Produktionszahl ca. 4 Millionen (davon 1,5 Millionen für deutsches Heer bis 1918 - davon 64.950 Marinepistole 1904 und etwa 250.000 LP.08 ab 1914; 400.000 für Reichswehr/Wehrmacht, 500.000 von 1939 bis 1942 für Wehrmacht)
Stückpreis32 Reichsmark


3D-Modell Lange Pistole LP.08 (Artilleriepistole)

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Alle Fahrzeuge hatten eine gut durchdachte und geformte Panzerhülle und weit öffnende Doppeltüren am Heck, um das schnelle Ein- und Aussteigen der Infanterie-Gruppe zu ermöglichen. Die verschiedenen Hersteller der Ausführung C verwendeten eine Reihe unterschiedlicher Herstellungsmethoden, sodass es Fahrzeuge mit geschweißten und genieteten Rümpfen gab.   Das SdKfz 251 war in erster Linie ein gepanzerter Mannschaftswagen, welcher für bis zu 12 Mann geeignet war, was neben Fahrer und Kommandanten einer kompletten Gruppe aus 10 Infanteristen entsprach. Diese Version war das SdKfz 251/1 und das Fahrzeug mit den größten Bauzahlen. Die Panzerung an allen Fahrzeugen variierte zwischen 6 mm bis 14,5 mm Dicke. Bewaffnet mit mindestens zwei Maschinengewehre zuzüglich der Infanterie-Waffen seiner Mannschaft, war das SdKfz 251/1 ein sehr nützliches Kampffahrzeug, welches es der Infanterie ermöglichte, Schritt mit den schnellen Panzerverbänden zu halten. Nicht weniger als vier verschiedene Versionen (Ausf. A, B, C, D) für den Rumpf wurden eingeführt, hauptsächlich als Folge der ständigen Forderungen der Fronttruppen, noch mehr dieser Fahrzeuge zu erhalten. Dies war aber nichts zu der Masse der unterschiedlichen Varianten, welche für andere Einsatzzwecke gebaut wurden. Das SdKfz 251 Ausf. D wurde entwickelt, um den Herstellungsprozess zu vereinfachen und den Ausstoß neuer Fahrzeuge so weit wie möglich zu steigern. Dabei wurde die Anzahl der einzelnen Panzerplatten so weit wie möglich verringert. Die vereinfachte Panzerhülle des Fahrzeuges hatte eine rückwärtig geneigte Heckplatte und die Lufteinlässe für den Motor befanden sich unterhalb dessen Seitenpanzerung. Staukästen aus Leichtmetall wurden an jeder Seite anstelle von Kotflügeln fest montiert. Es gab nicht weniger als 22 Modifikationen für Sonderausführungen des Fahrzeuges. Dazu kamen noch inoffizielle und lokale Umbauten durch die Werkstätten der Frontverbände. 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Wie bei allen anderen deutschen Halbkettenfahrzeugen, war auch bei diesem Fahrzeug das Lenksystem völlig neu entwickelt worden. Während der Fahrt auf einer Straße wirkte die Steuerung nur auf die beiden Vorderräder mit einem Winkel bis zu 15° Grad. Im Gelände dagegen wurde das Cletrac-System für die Kettensteuerung dazugeschaltet. Dies ergab eine hervorragende Geländegängigkeit, allerdings war das System im Vergleich zu reinen Rad- oder Kettenfahrzeugen sehr aufwendig und teuer. Das SdKfz 251 in all seinen Varianten wurde zu Tausenden produziert und wurde praktisch zum ‘Markenzeichen’ der deutschen Panzer-Formationen. Sie wurde an allen Fronten eingesetzt, meistens in enger Zusammenarbeit mit Panzern. Einige der ersten Versionen hatten einige unangenehme Probleme mit der mechanischen Zuverlässigkeit, aber diese mehr …

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Die deutschen Armeen marschierten in das neutrale Belgien ein, um Frankreichs Grenzbefestigungen zu umgehen. Diese Missachtung der vertraglichen Verpflichtungen (Vertrag von London von 1839) und des Völkerrechts ruft Großbritannien auf den Plan, welches am 4. August 1914 Deutschland den Krieg erklärt. Die Briten treffen Vorbereitungen, ihre kleines (2 Korps) aber hoch-professionelles Expeditionskorps nach Frankreich zu schicken. Kriegstagebücher zu den einzelnen Monaten des Jahres 1914: Frankreich war entschlossen, den lang gehegten Revanche-Krieg gegen das Deutsche Reich zu führen und seine Armeen operierten mit der Doktrin ‘l ‘Offensive ein l’ outrance’ (Totale Offensive). Der ‘Plan XVII’ des französischen Oberbefehlshaber Joffre sah eine Invasion von Elsaß-Lothringen vor, gefolgt von einem Vormarsch zum Rhein. Dabei wurde völlig vernachlässigt, Vorbereitungen für andere Fälle zu treffen, als für einen raschen französischen Sieg. Das Ergebnis war, dass, als der deutsche Generalstabschef Moltke, den sogenannten ‘Schlieffen-Plan’ seines Vorgängers von 1891 bis 1905 umzusetzte, welcher einen schnellen Vormarsch durch Belgien und Nordfrankreich vorsah, um die französischen Armeen einzukreisen, dies beinahe gelang. Nur die Fehler des kranken, nervlich überforderten Moltkes bei gleichzeitiger Nervenstärke, Anpassungsfähigkeit und Organisationstalent von Joffre und des Pariser Kommandanten Gallieni rettete Frankreich mit dem alliierten Sieg in der Marne-Schlacht im September 1914. Das Wunder an der Marne In der letzten August-Woche befanden sich die alliierten Armeen im Westen überall auf dem Rückzug. Zu diesem Zeitpunkt war klar, daß der ambionierte französische Plan XVII, der Angriff nach Elsaß-Lothringen hinein, gescheitert war. Nun zeigte der passive französische Oberbfehlshaber Joffre seine besten Qualitäten und ließ jegliche Gedanken an eine Offensive über Bord werfen. Er begann mit der Aufstellung der neuen französischen Sechsten Armee unter General Maunoury an der linken alliierten Flanke. Dazu verwendete er seine eigene Reserve und Truppen vom rechten französischen Flügel. Joffres Ruhe unter größtem Druck stand in vollstämdigem Kontrast zu der zunehmenden Nervosität seines Gegenspielers, Moltke. Bereits am 22. August standen deutsche Truppen der Ersten Armee unter Kluck nur noch etwa 100 km nördlich von Paris. Nachdem diese das Britische Expeditionskorps nach der Schlacht von Mons hatten entkommen lassen, wurde Kluck wieder aus dem Oberbefehl von v. Bülow von der Zweiten Armee entlassen und wandte sich am 27. August wieder nach Südwesten in Richtung Paris. Jedoch wurde der Schlieffen-Plan bereits am 25. August weiter verwässert, als Moltke zwei Korps vom entscheidenden deutschen rechten Flügel nach Ostpreußen verlegen ließ, um dort den Russen zu begegnen. Dazu kamen noch Verbände, welche durch die Belagerung von verschiedenen Festungen hinter der Front gebunden waren. Und dies, obwohl die deutschen Armeen am rechten Flügel bisher schon mehr als fünfundzwanzig Prozent Verluste erlitten hatten und ihre hauptsächlichen Operationsziele noch nicht erreicht hatten. Ende August hatten die deutschen und alliierten Truppen bereits täglich über 30 km in großer Hitze zurückgelegt, waren durstig, müde, hungrig und hatten wundgelaufen Füße. Bis zum 28. August war das Britische Expeditionskorps BEF für Kluck nicht mehr von großer Bedeutung und er begann nach Osten einzudrehen, um die einzige ihm bekannte französische Armee in der Nähe von Paris, die Fünfte unter Lanrezac, von der Hauptstadt abzudrängen. In diesem Moment befahl der französische Oberbefehlshaber Joffre dem wenig begeisterten Lanrezac sich nach Westen zu wenden und zwischen Guise und St. Quentin einen Gegenangriff durchzuführen. Lanrezac führte die Operation jedoch mit großem Geschick durch und brachte das prestigeträchtige preußische Garde-Koprs bei Guise durch das französische I. Korps, kommandiert von den energischen Franchet d’Esperey, zum stehen. Dieser Schlag brachte den besorgten Bülow dazu, um Unterstützung von Kluck zu rufen, was diesen den Vorwand dafür lieferte, seine Marschrichtung nach Osten zu ändern. Ohne Moltkes zuvor gegebene Prioritäten zu beachten, befahl Kluck am 30. August seiner Ersten Armee, einzudrehen. Anstatt westlich der französischen Hauptstadt vorbeizumarschieren, würde die Erste Armee nun nordöstlich vorbeiziehen und dabei unbewusst ihre ungedeckte Flanke der nördlich von Paris neu aufgestellten französischen Sechsten Armee unter Maunoury aussetzen. Durch beide Ereignisse und dem Gefühl, die endgültige Kontrolle über seine Untergebenen zu verlieren, gab Moltke schließlich die Einwilligung zu Klucks schon eingeleitetes Manöver. Die großen Möglichkeiten, welche durch Klucks Schlenker nach Osten entstanden waren, wurden von den Alliierten jedoch nicht sofort erkannt. Der erste Effekt war jedoch, daß das Britische Expeditionskorps BEF wieder in Kontakt mit Klucks Truppen geriet. Es folgten einige elanvolle Rückzugsgefechte, wie bei Nery am 1. September 1914, wo die L-Batterie der britisch-königlichen bespannten Artillerie drei Victoria Cross erhielt, als sie dabei half, die deutsche 4. Kavallerie-Division für mehrere Stunden aufzuhalten. Nachdem das BEF sich nun schon über 320 km zurückgezogen hatte, überquerte es am 3. September die Marne, als plötzlich die Luftaufklärung die ungeschützte linke Flanke von Kluck offenbar machte. Am 4. September, als die Truppen Klucks vor denen von Bülow voranzogen und die Marne überquerten, überredete der Militärgoverneur von Paris, General Gallieni, Joffre dazu, den Rückzug anzuhalten und den alliierten linken Flügel einen Generalangriff starten zu lassen. 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Das deutsche Oberkommando war allerdings nicht sonderlich beeindruckt von Tanks und bemängelte den hohen Ausfall durch mechanische Schäden und die Empfindlichkeit gegen alles, angefangen von Geländeschwierigkeiten bis zum Artilleriebeschuss. Wie so viele andere Entwürfe, welche von einem eingesetzten Komitee unter Zeitdruck entstanden sind, war auch dieses Wagnis kein großer Wurf. Das Fahrzeug wurde unter dem Namen A7V Sturmpanzer bekannt, wobei das Kürzel ‘A7V’ von der Abteilung stammte, die den Panzer bestellt hatte: ‘Allgemeines Kriegsdepartement 7 Abteilung Verkehrswesen’. Der Entwurf basierte aus Gründen der Zeitersparnis auf dem bereits verfügbaren Holt-Raupentraktor mit seinem Aufhängungssystem, wofür der Repräsentant der Firma Holt-Tractos, ein Herr Steiner, gewonnen wurde. Allerdings baute Joseph Vollmer eine Verbesserung an der Kettenaufhängung ein, um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Dieser Effekt wurde aber wieder dadurch zunichtegemacht, dass auf das ursprüngliche Fahrgestell eine große, gepanzerte Kiste installiert wurde, welche eine Besatzung von sage und schreibe 18 Mann mit sich führte. Dazu wurden so viele Waffen wie möglich in diese Kiste eingebaut und das Ungetüm war eher eine Festung als ein beweglicher Panzer auf den Schlachtfeldern. Diese Kiste hatte große Seiten aus Panzerplatten, wobei Nase und Ende über das Fahrgestell so weit herausragten, dass die Bodenfreiheit lediglich 40 cm betrug. Dadurch hing der Panzer in unebenem oder verschlammten Gelände sofort auf dem Boden fest. Die Länge der Ketten am Boden war ebenfalls eher zu kurz und das Ergebnis war, dass das Fahrzeug grundsätzlich instabil fuhr und eine sehr schlechte Geländegängigkeit hatte. Die Herstellung der A7V begann ab März 1917 bei den Firmen Büssing und Daimler, wobei jedes Fahrzeug stolze 25.000 Reichsmark kostete. Die Prototypen des A7V Sturmpanzerwagen wurden im Sommer 1917 getestet. Dabei traten schon Probleme mit der Motorkühlung und dem Kettenlaufwerk auf. Wegen der geplanten Entscheidungsschlacht für das Frühjahr 1918 befand sich die deutsche Oberste Heeresleitung jedoch unter Zeitdruck und forderte am 1. Dezember 1917 bis dahin 100 der Sturmpanzerwagen bereitzustellen. Der ersten Serien-A7V war bereits im Oktober 1917 fertig geworden. In die Herstellung des A7V waren mehrere Firmen eingebunden, welche alle nur unter großen Problemen die Vorgaben für die Produktion zu erfüllen versuchten, da ein großer Rohstoffmangel herrschte. Das Ergebnis war, dass von dem ursprünglichen Auftrag bis Kriegsende nur etwa 20 bis 35 Fahrzeuge fertiggestellt wurden. Zwar verfügte die deutsche Armee bei Kriegsende über acht Panzereinheiten mit je fünf Panzern und sechs Offizieren und 170 anderen Dienstgraden, aber die Mehrzahl bestand aus alliierten Beutepanzern. Der Entwurf des Sturmpanzerwagens war zwar einfallslos und hatte erhebliche Schwächen, jedoch wurden in das plumpe Ungetüm soviel Waffen wie irgendwie möglich eingebaut. Die Hauptbewaffnung bestand aus einem 57-mm-Beutegeschütze, entweder russischen oder belgischen Ursprungs. Diese Kanone war vorne im Bug eingebaut und dazu kamen sechs Maschinengewehre, jedes mit einer zweiköpfigen Mannschaft. Neben der starken Bewaffnung war die einzige Überlegenheit des A7V über die britischen Tanks die Stärke seiner Panzerung, welche zwischen 15 mm und 30 mm dick war. Zum Zeitpunkt der Einführung des A7V hatten die Deutschen panzerbrechende Munition entwickelt und die Panzerung des Fahrzeuges konnte nicht mit dieser durchschlagen werden. Auch beim einzigen bekannten Panzergefecht zwischen einem A7V und einem Tank Mark IV (männlich) konnte der britische Panzer mit drei Treffern aus seiner 6-Pfünder-Kanone keinen Durchschlag erzielen. Bei der Entwicklung des A7V hatte man letztlich zu sehr den Schwerpunkt auf eine fahrbare Festung gelegt und dabei die für die Schlachtfelder der Westfront notwendige Beweglichkeit außer Acht gelassen. Durch die geringe Bodenfreiheit fuhr der Panzer in unebenem oder schlammigen Gelände sofort fest und da das vordere Leitrad sich nicht nach oben anheben ließ, konnte der A7V kaum Hindernisse überwinden. Wenn das Fahrzeug versuchte, wieder aus einem Trichter oder Graben herauszufahren, fraß sich die Vorderfront nur noch mehr fest. Der einzige Vorteil des Laufwerks war jedoch, dass das Kettenlaufwerk sich hinter dem Panzerschutz befand, da den Deutschen die Vielzahl britischer Tanks mit zerschossenen Kettenrädern auf den Schlachtfeldern aufgefallen war. In dem Rumpf befand sich ein einziger, großer Kampfraum. Im vorderen Teil waren zwei Motoren gleich hinter dem Fahrer auf dem Boden befestigt. Deren Kraft wurde durch eine gewöhnliche Antriebswelle zum hinten liegenden Getriebe übertragen. Von dort liefen Wellen über Steuerbremsen zu den Antriebsrädern, was das System einfacher als bei den englischen Tanks machte. Die Ketten selbst hatten vierundzwanzig gefederte Laufrollen, was unter perfekten Bedingungen eine Höchstgeschwindigkeit von 13 km/h ergab. Allerdings war das Gewicht des Panzers eindeutig zu groß für diese Anordnung, was oft zu Pannen führte. Dafür erging es dem Fahrer leichter als bei seinen britischen Kollegen im Tank Mark IV und die beiden Techniker mussten sich nur auf ihre Motoren konzentrieren. Der Kommandant befand sich in einer Kuppel mit vier Ecken direkt über dem Kampfraum, von wo er sich aber nur mit Schreien verständlich machen konnte. Da es allerdings ziemlich Laut in den Panzer zuging, war dies eine schwierige Angelegenheit. Was die Koordination innerhalb der Besatzung des A7V etwas erschwerte, war die ungewöhnliche Zusammensetzung des Personals. Fahrer und Techniker stammten von Pionier-Einheiten, die Kanoniere gehörten zur Artillerie und die Maschinengewehre wurden von je zwei Infanteristen bedient. Die Mannschaft stammte also von drei unterschiedlichen Truppenarten, was kein Vorteil war. Auch war die Sicht für die Besatzung dürftig und so etwas wie Fahrkomfort gab es nicht, was aber für alle Panzer des Ersten Weltkriegs zutraf. Die Ausbildung der Besatzung und weitere Erprobungen waren zeitaufwendig, sodass Kaiser Wilhelm II. erst im Februar 1918 seine neue Panzertruppe bei einer Gefechtsübung vorgeführt bekam. Einsatz Die ersten A7V-Panzer mehr …

1 Kommentar zu „Luger Parabellum Modell 1908“

  1. Die vorletzte Suffixserie “m” wurde mit 5500 Stück an Portugal geliefert bzw die letzte Serie “n” wurde mit ca 5600 Stück an Bulgarien geliefert, beide aber im Kaliber 9mm Para.

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