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Im Blickpunkt:
  • Hitlers Kriegserklärung USA

    Die Kriegserklärung Hitlers an die USA erscheint nur schwer verständlich, überflüssig und besiegelte das Schicksal des Dritten Reiches. Am 12. Dezember 1941 erklärte Adolf Hitler in einer langen Reichstagsrede den USA den Krieg. Im Nachhinein und im Lichte der gleichzeitigen Rückschläge an der Ostfront vor Moskau durch die erfolgreiche Gegenoffensive der Roten Armee erscheint diese Handlung als nicht nachvollziehbar und besiegelte letztlich das Ende des Dritten Reichs. Warum erklärte Hitler den USA den Krieg ? Hitler behauptete in dieser Reichstagsrede, dass der Versuch Deutschlands und Italiens, die Ausweitung des Krieges zu verhindern, durch ‘jahrelange Provokationen’ vonseiten Roosevelts vereitelt wurden. Gemäß des Dreimächtepakts sei er daher gezwungen, durch den japanischen Kriegseintritt den USA ebenfalls den Krieg zu erklären. Der SD (Sicherheitsdienst) meldete einige Tage später, dass die deutsche Bevölkerung mehrheitlich der Meinung sei, dass die Kriegserklärung an die USA keineswegs überraschend war und einfach nur den schon tatsächlich herrschenden Zustand formalisierte. Trotzdem herrschte Besorgnis vor, dass nun ein langer Krieg bevorstand, der nur durch einen Kompromissfrieden beendet werden könnte. Auch hatten viele Deutsche nicht vergessen, dass der Kriegseintritt der USA 1917 den 1. Weltkrieg entschieden hatte. Selbst Propaganda-Minister Goebbels ließ erkennen, dass ihn der Kriegseintritt der USA beunruhigte. Und auch der Befehlshaber der U-Boote, Dönitz, wurde von der Nachricht der Kriegserklärung überrascht. Schon Monate zuvor hatte dieser Hitler gebeten, ihn vorher zu verständigen, falls es zum Krieg gegen die USA kommen würde. So könne er die deutschen U-Boote vor der amerikanischen Ostküste aufstellen und schwere Schäden auf den nicht vorbereiteten Handelsschiffsrouten verursachen. Im Hitlers Hauptquartier Wolfsschanze in Ostpreußen bemerkte General Warlimont, der Stellvertreter Jodls und verantwortlich für die operative Planung, dass die Kriegserklärung ‘amateurhaft’ und ohne durchdachte Strategie durch eine spontane Reaktion, ohne vorhergehende Absprache oder Beratungen, erfolgt sein. Es stünde nun ein Zweifrontenkrieg in seiner ‘schwersten Form’ bevor, da die bisherige Strategie gescheitert sei, mit Russland den letzten möglichen Gegner auf dem europäischen Kontinent auszuschalten und anschließend mit vereinten Kräften den Krieg gegen Großbritannien auf die eine oder andere Weise zu beenden. Und Außenminister Ribbentrop soll Hitler zuvor darauf hingewiesen haben, dass Deutschland durch den Dreimächtepakt lediglich verpflichtet sei, Japan im Fall eines Angriffs durch einen anderen Staat zu unterstützen. Da Japan aber selbst den Krieg gegen die USA begonnen habe, sei Deutschland nicht zum Eingreifen verpflichtet. Daher wurde die Kriegserklärung bei vielen Deutschen und selbst in Hitlers Umgebung als weder selbstverständlich noch notwendig angesehen. Selbst im Rückblick wirkt diese einsame Entscheidung von Hitler als unerklärlich und wahnsinnig. Ausgerechnet zu einem kritischen Zeitpunkt der Kämpfe an der Ostfront entscheidet er sich, einem weiteren, mächtigen Gegner den Krieg zu erklären, ohne zu wissen, wie er ihn besiegen konnte. Bisher erfolgten alle Eröffnungen der Feindseligkeiten Hitlers durch einen blitzartigen Überfall, dies ist ausgerechnet seine einzige ‘formale Kriegserklärung’ und ohne vorhergehende oder gleichzeitige, direkte militärische Aktionen. Hitlers Bild über Amerika Hitler sah in der beherrschenden Weißen Rasse Amerikas mit ihren wirtschaftlichen Erfolgen und daraus resultierenden Lebensstandard ein Vorbild für seine Vision des ‘deutschen Lebensraums’ in Europa. Denn der rasante wirtschaftliche Aufstieg der USA ist nicht nur durch technischen und organisatorischen Fortschritt und industrielle Revolution ermöglicht worden, sondern auch durch die gewaltsame Aneignung fremder Territorien. Nach seinen Worten hat der ‘Weiße die Millionen von Rothäuten auf ein paar hunderttausend zusammengeschossen und deren Land genommen’. Dies entsprach auch Hitlers Vorstellungen von der ‘Gewinnung des deutschen Lebensraums durch das Schwert’. Bereits in seinen ersten Reden im Jahr 1919 bezeichnete Hitler Amerika als einer der größten Feinde Deutschlands. Amerika sei nur wegen des blutigen Geldes in den 1. Weltkrieg eingetreten. Als ‘Geldland’, dass der große Gläubiger von England und Frankreich war, musste Amerika in den Krieg eingreifen, um sein verliehenes Geld nicht zu verlieren und einen Löwenanteil an der Kriegsbeute einzustreichen. Und die Verknüpfung folgte direkt, da auch ‘dem Juden der Geldbeutel das Heiligste sei’. Deshalb war Amerika für ihn die vom ‘jüdischen Kapitalismus’ beherrschte neue Weltmacht. Während der Weimarer Republik waren die Beziehungen zu den USA gut gewesen und hatten sich ständig verbessert. Das änderte sich erst seit der Machtübernahme der Nazis. Gründe dafür waren aufkommende Zollstreitigkeiten, die mangelnde Bereitschaft amerikanische Kredite zu bedienen und vor allem die zunehmende Verfolgung der Juden und Oppositioneller sowie Angriffe auf die christlichen Kirchen und die Bücherverbrennungen. Dazu kam der Militarismus und Wiederaufrüstung zusammen mit einer aggressiver werdenden Außenpolitik, welche den Frieden in Europa zu gefährden schien. Jedoch das die Amerikaner gegenüber Deutschland immer kritischer wurden, bereitete Hitler keine schlaflosen Nächte. Die ideologischen Vorgaben des NS-Regimes vertrugen sich natürlich nicht mit dem amerikanischen Liberalismus, auf den man einfach keine Rücksicht nehmen konnte. Nach der ‘Reichskristallnacht’ wurden die Angriffe aus Amerika jedoch schärfer. Dies war der Hintergrund für eine der wichtigsten und aufschlussreichsten Reden Hitlers am 30. Januar 1939, zum Jahrestag der Machtergreifung. Zentraler Punkt der Rede war, dass das jüdische Finanzkapital in Großbritannien und der USA eine Bedrohung für Deutschland sei. Die Juden seien Kriegstreiber, die Deutschland einen Krieg aufzwingen wollten, den es nicht wolle. Deutschland werde die Herausforderung jedoch annehmen und bis zum Untergang kämpfen. Und sollte es zum Krieg kommen, so drohte Hitler, dann würden diejenigen, welche die Verursacher sind, nämlich die Juden, verschwinden. Der ‘unerklärte Krieg’ der USA gegen Deutschland Es herrschte schon seit einiger Zeit ein ‘unerklärter Krieg’ zwischen den USA und dem Deutschen Reich. Als Hitler im September 1939 Polen überfallen hatten, war es sich bewusst, dass nur ein begrenzter Zeitraum blieb, um den Kontinent unter seine Kontrolle zu bringen. Den USA mussten in zunehmenden Maße Aufmerksamkeit geschenkt werden und Deutschland musste in raschem Tempo siegen, bevor das amerikanische Wirtschafts- und Militärpotential sich auswirken konnte. Deshalb wollte Hitler schon wenige Wochen nach dem Polenfeldzug im Westen losschlagen. Dies verzögerte sich bis Mai 1940 und er rechtfertige den Angriff gegenüber Mussolini damit, ‘dass die drohenden Telegramme, Noten und Anfragen des Herrn Roosevelt aus Amerika es notwendig machen würden, vorsorglich für ein schnelles Ende des Krieges zu sorgen’. Als Italien am 10. Juni 1940 in den Krieg eintrat, schwor Roosevelt öffentlich, dass den Opfern der Aggressionen nun die materielle Hilfe der USA zur Verfügung stünde. Doch mehr …

  • Kriegstagebuch des Zweiten Weltkrieges für Februar 1945. Zerstörerischster Luftangriff auf Berlin, Jalta-Konferenz, die Briten erreichen den Rhein, Zerstörung Dresdens, US-Fallschirmjäger nehmen Corregidor, amerikanische Landung auf Iwo Jima, Operation Clarion. Februar 1945 Zurück zu Januar 1945. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Donnerstag den 1. Februar 1945: Ostfront Polen: Rokossowskis 2. Weißrussische Front nimmt Thorn (Torun) nach 6-tägiger Belagerung. Westfront Elsass: Die 7. US-Armee überschreitet den Fluss Moder. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 2. Februar 1945: Westfront Elsass: Französische und US-Truppen nehmen Colmar. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 3. Februar 1945: Luftkrieg Deutschland: 937 B-17 Fliegende Festungen von 900 Begleitjäger (24 Flugzeuge verloren) GREIFEN BERLIN AN und setzen 5 Quadratkilometer des Stadtzentrums mit 2.267 t Bomben in Brand. Der Flughafen und die Rangierbahnhöfe von Tempelhof werden schwer beschädigt. Es gibt ca. 1.000 Tote, darunter auch Richter Roland Freisler, der fanatische Vorsitzende des ‘Volksgerichtshofes’. 400 USAAF-Bomber greifen Magdeburg an. Philippinen Die 1. US-Kavallerie-Division erreicht den Stadtrand von Manila. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 4. Februar 1945: Politik JALTA-KONFERENZ (‘Magneto’): Churchill, Roosevelt und Stalin treffen sich auf der Krim. Letzterem gelingt es, dem angeschlagenen US-Präsidenten große Zugeständnisse abzuringen, einschließlich freier Hand in Osteuropa, Gebietsgewinne in Fernost für eine Kriegserklärung an Japan innerhalb von 2 Monaten nach der Niederlage Deutschlands. Hinzu kommen deutsche Reparationen und Sachleistungen und die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen. Die polnische und jugoslawischen Nachkriegsregierungen sollen angeblich durch alle politischen Kräfte gebildet werden. Die Konferenz endet am 11. Februar. Westfront Belgien – Befreiung beendet: Die Amerikaner vertreiben die letzten Reste der deutschen Streitkräfte von belgischem Boden. Ostfront Schlesien: KONJEWS PANZER BEGINNEN DIE ODER ZU ÜBERSCHREITEN, in der Nähe von Breslau. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Montag den 5. Februar 1945: Westfront Elsass: Der deutsche Brückenkopf um Colmar wird in zwei Teile gespalten, als vorstoßende amerikanische und französische Truppen aufeinander treffen. Luftkrieg Deutschland: 238 RAF-Bomber greifen Bonn an. 589 USAAF-Bomber greifen Regensburg an. Europa: Tod von Hauptmann Marcel Doret, dem Kommandanten der frei-französischen Groupe de Chasse ‘Doret’ und ehemaligen Testpiloten im Alter von 48 Jahren. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Dienstag den 6. Februar 1945: Ostfront Konjews Truppen überschreiten den Fluss Oder und beginnen mit der Belagerung von Breslau: hunderttausende von Zivilisten fliehen in Panik nach Westen, viele in das sicher geglaubte Dresden. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 7. Februar 1945: Luftkrieg Europa: RAF-Nachtangriff auf deutsche Truppenkonzentrationen und Stellungen bei Kleve und Goch. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Donnerstag den 8. Februar 1945: Westfront Die Kanadier stoßen in den Reichswald südöstlich von Nimwegen, zwischen Maas und Rhein, vor (Operation Veritable oder Schlacht im Reichswald). Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 9. Februar 1945: Ostfront Ostpreußen: Königsberg ist nun praktisch von der 2. und 3. Weißrussischen Front eingeschlossen. Westfront Britische und kanadische Truppen erreichen mit starken Kräften den Rhein. Die 3. US-Armee überquert den Fluss Prüm. Luftkrieg Europa: Halifax-Bomber greifen die Ölanlagen in Wanne-Eickel (Ruhrgebiet) an. B-17 Fliegende Festungen bombardieren die Ölanlagen von Lützkendorf. Politik Ecuador und Paraguay erklären Deutschland und Japan den Krieg. Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 10. Februar 1945: Ostfront Ostpreußen: Rokossowskis 3. Weißrussische Front nimmt Elbing und Preußisch-Eylau. Westfront Die Deutschen öffnen die Schleusen vom Schwammenauel-Staudamm am Fluss Ruhr in dem Versuch, die vordringenden US-Streitkräfte zum Stehen zu bringen. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 11. Februar 1945: Westfront Britische Truppen dringen in Kleve ein. Heimatfronten Deutschland: Die gesamten Goldreserven (ca. 100 t) werden von Berlin in ein Salzbergwerk in der Nähe von Eisenach transportiert. Dort werden sie durch die amerikanische Besetzung von Merkers am 4. April 1945 erbeutet. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Montag den 12. Februar 1945: Politik Peru erklärt Deutschland und Japan den Krieg. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Dienstag den 13. Februar 1945: Luftkrieg Deutschland: Zerstörung Dresdens. 773 Lancaster-Bomber (5 verloren) und 311 B-17 Fliegende Festungen fliegen einen dreifachen Luftschlag gegen die praktisch unverteidigte Stadt in der Nähe der Ostfront und werfen 3.370 t Bomben ab, darunter ca. 700.000 Brandbomben. Ein ‘Feuersturm’ wütet über 6,5 km² und es sollen zwischen 135.000 und 250.000 Zivilisten, Flüchtlinge und alliierte Gefangene umgekommen sein (nach Falschmeldungen in der internationalen Presse, welche von der deutschen Propaganda übernommen wurden). Die Stadt brennt für 7 Tage und 8 Nächte (68.650 Leichen werden auf großen Scheiterhaufen verbrannt). Ostfront Ungarn: Die Belagerung von Budapest endet nach 6 Wochen heftigen Häuserkämpfen. Westfront Britische Truppen sichern den Reichswald. Seekrieg Pazifik: 3 japanische U-Boote werden durch das US-Unterseeboot Batfish innerhalb von 4 Tagen versenkt (vom 10. bis 13. Februar). Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 14. Februar 1945: Ostfront Pommern: Schukow nimmt Schneidemühl. Westfront Kanadische Truppen wehren vier deutsche Gegenangriffe im Reichswald ab. Luftkrieg Europa: Die 8. US-Air-Force vervollständigt den alliierten ‘Triple-Schlag’ gegen Dresden und greift auch Chemnitz, Magdeburg, versehentlich Prag und die Wesel-Brücke über den Rhein an. Die Gesamtzahl der eingesetzten Bomber und Begleitjäger beträgt 1.440 (13 verloren). Schwerer RAF-Nachtangriff auf Chemnitz. Politik Chile erklärt Deutschland und Japan den Krieg. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Donnerstag den 15. Februar 1945: Luftkrieg Deutschland: Dresden, Magdeburg und Cottbus werden von insgesamt 1.000 Bombern der 8. US-Air-Force angegriffen. Westfront Die kanadischen Truppen besetzen nun eine 16 km lange Front entlang des Westufers des Rheins. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 16. Februar 1945: Luftkrieg Pazifik: US-Fallschirmjäger nehmen Corregidor (Philippinen). Deutschland: 263 USAAF-Bomber greifen Regensburg an und werfen 559 t Bomben ab. Seekrieg Pazifik: 1.000 US-Trägerflugzeuge der Task Force TF 58 greifen Tokio und Yokohama an (Wiederholung am nächsten Tag). Politik Venezuela erklärt Deutschland und Japan den Krieg. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 17. Februar 1945: Heimatfronten Großbritannien: Weltgewerkschaftskonferenz in London. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 18. Februar 1945: Westfront Ardennen: Die 3. US-Armee durchbricht den Westwall nordwestlich von Echternach. Ostfront Ostpreußen: General Iwan D. Tschernjachowski, Befehlshaber der 3. Weißrussischen Front, wird im Alter von 40 Jahren tödlich in der Nähe von Königsberg verwundet. Marschall Wassilewsky übernimmt das Kommando über die 3. Weißrussische Front. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Montag den 19. Februar 1945: Seekrieg Pazifik: AMERIKANISCHE LANDUNG AUF IWO JIMA (Operation Detachment) durch die 4. und 5. US-Marine-Divisionen. Sergeant John Basilone, erster Träger der Medal of Honor der US Marine mehr …

  • Die österreichisch-ungarische Armee im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918. Uniformen, Stärke, Organisation, Befehlshaber und Verluste. Österreich-Ungarn wurde von den Franzosen 1859 besiegt und 1866 von Preußen vernichtend geschlagen. Seitdem wurde die österreich-ungarische Armee – oder kurz KuK-Streitkräfte – nach preußischem Vorbild reformiert, war aber seit 48 Jahren niemals mehr in einem Krieg erprobt worden. Österreich-ungarische Armee Die Bevölkerung aus 50 Millionen Menschen im Jahr 1914 bestand aus einem komplizierten Gemisch verschiedener Volksgruppen. Deutsche waren die herrschende Gruppe in Österreich, Magyaren in Ungarn. Polen in Österreich und Kroaten in Ungarn hatten besondere Privilegien. Ruthenen, Tschechen, Slowaken, Slowenen, Serben, Italiener und Rumänen wurden als potenziell Unzufriedene angesehen. Die Sprachen, Alphabete, Religionen und Rasseneigenschaften waren sehr unterschiedlich. Die slawischen Volksangehörigen bildeten zwei Drittel der Infanterie und den verantwortlichen Deutschen fehlte notorisch die hohe Seriosität und der Kampfwillen der Preußen. Doch wenn das von Jaroslav Hasek, einem tschechischen Schriftsteller, in seinem Buch Der brave Soldat Schejk hervorragend beschriebene Völker-Chaos auch zutraf, so gab es jedoch auch die andere Seite der Medaille: für viele Menschen war die österreich-ungarische Armee das Ideal eines Reiches als eine supranationale Gesellschaft. Zu Beginn des Jahres 1914 betrug die Friedensstärke der österreichisch-ungarischen Armee ungefähr 450.000 Mann. Nach der Mobilisierung stieg sie auf über 3.000.000 Mann, von denen etwa 1.800.000 Mann das Feldheer aus sechs Armeen mit zusammen 16 Armeekorps bildeten. Die meisten dieser Armeekorps bestanden aus 3 Divisionen, wovon auch einige Reserve-Divisionen waren, sowie 11 Kavalleriedivisionen. Im Falle eines Krieges gegen Serbien sollte nach Plan B (Balkanfeldzug) die Dritte, Fünfte und Sechste Armee im Süden eingesetzt werden. Bei einem gleichzeitigen Krieg gegen Serbien und Russland sollten nach Plan R jedoch die Dritte Armee zusammen mit der Ersten, Zweiten und Vierten Armee in der galizischen Ebene jenseits der Karpaten zum Einsatz kommen. Mit der Verkündung der Teilmobilisierung am 25. Juli 1914 marschierte das Feldheer jedoch nach Plan B auf, bis die Dritte Armee nicht mehr an der serbischen Front benötigt werden würde. General Conrad von Hötzendorf war Generalstabschef und 62 Jahre alt. Er war Kavallerist, fleißig, spartanisch, ein Schriftsteller für Taktik und Ausbildung und war – wie der Franzose Foch – ein Apostel der Offensive. Sein Rezept für den Sieg gegen Russland war ein früher Angriff, bevor der Feind die Masse seines Heeres zum Einsatz bringen könnte. Von Hötzendorf würde die nördlichen Armeen gegen Russland befehligen. Währenddessen sollte General Potiorek, ein zwar ebenfalls spartanischer, aber scharfer, eitler und inkompetenter Mann, mit guten Kontakten zur Justiz und auch verantwortlich für das Durcheinander in Sarajewo, welches den Attentätern erst die Möglichkeit zur Ausführung ihrer Pläne gab, die Armeen gegen Serbien führen. Österreich-Ungarn (28. Juli 1914 – 3. November 1918) Truppenstärke bei Kriegsbeginn = 3.000.000 Heeresstärke im Verlauf des Krieges = 8.322.000 Tote Militär = 1.200.000 Verwundete Militär = 3.620.000 Ziviltote (Serbien und Österreich-Ungarn zusammen) = 1.000.000 Uniformen der österreich-ungarischen Armee Die kaiserlich-österreichischen und königlich-ungarischen Armeen waren ein Jahr nach der Niederlage von 1866 gegen Preußen zusammengelegt worden. Im Jahr 1878 wurde auch das Gebiet von Bosnien-Herzegowina in das Kaiserreich eingegliedert und stellte Truppen. Im Jahr 1909 wurde eine neue ‘hechtgraue’ Felduniform für alle Fußtruppen, Maschinengewehr-Bataillone, Artillerie und die berittenen Tiroler und dalmatinischen Schützen eingeführt. Auf Druck des Kaisers durfte die Kavallerie ihre farbigen Uniformen beibehalten, obwohl eine Uniform für sie bereits im Projektstadium war. Die hechtgraue Uniform bestand aus einem Käppi mit schwarzem Lederschirm und einer Lasche, die vorne mit zwei Knöpfen geschlossen wurde. Allerdings wurde der obere Knopf bei einigen Einheiten durch ein Abzeichen ersetzt. Auf der Vorderseite befand sich ein rundes Abzeichen aus Metall für die gewöhnlichen Dienstgrade und aus Gold für Offiziere. In der Mitte befand sich die Chiffre des ‘Allerhöchsten’ (‘FJI’ für Franz Joseph b.z.w. später ‘K’ für Karl). Die berittene Artillerie behielt ihren Tschako, der mit grauer Decke und schwarzer Rosshaarfeder getragen wurde. Im Winter wurde eine hellgraue Wollstrickmütze ausgegeben. Die Tunika aus Wolle für den Winter und aus Drillich für den Sommer war einreihig mit Stehkragen (später Stehkragen und Fallkragen) und Kragenaufnähern mit Kragenflecken in der Blende oder der ‘Egalisierung-Farbe’, passenden Schulterträgern mit einer Rolle auf der rechten Seite, einer Schlitzfront, aufgesetzten Brust- und Seitentaschen mit Dreipunkt-Klappen und bis zum Handgelenk verjüngten Ärmeln. Es gab vier Grundtypen von Hosen, die alle aus passendem Material gefertigt waren. Personal der Fußtruppen trug eine lange, locker sitzende Hose mit integrierter Stoffgamasche, die mit zwei Knöpfen um den Knöchel geschlossen wurde. Landesschützen und Gebirgsjäger trugen Kniebundhosen und graue Wollstrümpfe. Das berittene Personal trug Kniehosen, und die Artilleristen der Fußartillerie hatten Hosen, die oberhalb des Knies locker und unterhalb des Knies eng anliegend waren. Zu Fuß kämpfendes Personal trug Springerstiefel, Gebirgsjäger Kletterstiefel und berittenes Personal Springerstiefel mit Ledergamaschen. Der Mantel ähnelte dem weiter unten bei dem Offizier der Uniformen von 1915 bis 1918 abgebildeten feldgrauen Mantel, nur dass er zu Beginn des Krieges spitze Kragenspiegel (Parolli) in den Egalisierung-Farben hatte. Die Offiziersuniform entsprach weitgehend dem Ausgabemuster. Generäle und Generalstabsoffiziere trugen eine graue Version der Kappe aus der Friedenszeit mit Bullionabzeichen, Flechtschlaufe und ledernem Kinnriemen. Offiziere trugen Reithosen (Generale mit Lampassen), mit entweder schwarzen Reitstiefeln oder naturfarbenen Ledergamaschen. Offiziere außerhalb des Dienstes trugen weiterhin lange schwarze ‘Salon’-Hosen mit entweder Paspeln oder Lampassen. Der Offiziersmantel und der Mantel hatten einen grauen Samtkragen, während Generäle scharlachrote Aufschläge und Paspeln hatten. Die Friedensuniform der Kavallerie – mit Ausnahme der Tiroler und dalmatinischen berittenen Schützen – bestand aus dem Dragoner-Helm nach dem Muster von 1905, der Czapka für Lanzenreiter und dem Tschako für Husaren. Sie wurden entweder mit einem grauen oder in den Regimentsfarben gehaltenen Leinenüberzug getragen, oder sie waren grau gestrichen. Dragoner und Lanzenreiter trugen einen hellblauen Waffenrock mit Krapprot-Besatz, Husaren einen blauen ‘Attila’ mit gelber (Offiziere in gold) Borte, während die Hosen aller Regimenter in Krapp oder Krapprot gehalten waren. Zusätzlich zum braunen Standardmantel hatten alle Dienstgrade einen pelzgefütterten und besetzten ‘Pelz’. Bei der Ausgehuniform trugen die Offiziere weiterhin das schwarze Käppi. Im aktiven Dienst tendierten alle Ränge wie im Bild links dazu, die rote Seitenmütze anstelle der auffälligen, markanten Kopfbedeckung zu tragen. Die königlich-ungarische Armee trug die gleiche Grunduniform mit bestimmten Unterscheidungsmerkmalen. mehr …

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