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Rote Armee 1941


Stärke und Organisation der Rote Armee beim Unternehmen Barbarossa im Juni 1941.
Sowjetische Kriegsgliederung, Divisionen und Ausrüstung, Panzer, Panzerspähwagen, Traktoren und Kettenzugmaschinen.

Russischer Gegenangriff mit Panzerunterstützung
Russischer Gegenangriff mit Panzerunterstützung gegen die deutsche Heeresgruppe Mitte.


Der Winterkrieg gegen Finnland 1939/40 hatte viele Mängel in der Roten Armee offenbart und in den nachfolgenden Monaten wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, um Personal und Ausrüstung zu verbessern.
Auf dem Papier war die Rote Armee im Sommer 1941 zwar eine gewaltige Streitmacht, aber in der Realität gab es noch ernsthafte Mängel, welche von der Wehrmacht schonungslos aufgedeckt wurden. Die Kämpfe an der Ostfront stellten alles andere in den Schatten, da die Anzahl der Soldaten und Waffen enorm war – ebenso wie die Verluste.

Während des Unternehmens Barbarossa brach die Rote Armee fast auseinander. Einheiten strömten zurück und ließen große Mengen an wertvollen Vorräten, Munition und ihre kaum zu ersetzende schwere Ausrüstung zurück. Ganze Formationen und Einheiten verloren ihren Zusammenhalt und die Hauptquartiere, oft mit unerfahrenen Stabsoffizieren besetzt, litten unter den schlechten und chaotischen Kommunikations-Verbindungen.

Von Juni bis zum Ende des Jahres zog sich die Rote Armee unter schwere Verlusten nach Osten zurück, fügte jedoch auch den deutschen Armeen relativ schwere Verluste zu. Im Herbst verlief die Front von Leningrad im Norden bis nach Odessa im Süden, aber die Rote Armee hatte fast ein Drittel ihrer Streitkräfte aus der Vorkriegszeit eingebüßt. Trotz dieser gewaltigen Niederlagen hatte es die deutsche Führung versäumt, die Rote Armee zu vernichten und konnte weder Leningrad noch Moskau erobern.
Nun wurde Moskau zum Zentrum der deutschen Bemühungen, den Krieg doch noch vor Wintereinbruch zu entscheiden. Stalin, als Oberbefehlshaber der Roten Armee, hatte beschlossen in Moskau zu bleiben und seine Hauptstadt bis zum bitteren Ende zu verteidigen.

Gliederung der Roten Armee 1941

Obwohl es schwierig ist, genaue Zahlenangaben zu erhalten, gab es etwa 170 Millionen Menschen in der Sowjetunion im Jahr 1941, von denen etwa 25 Millionen erwachsene Männern für den Militärdienst infrage kamen. Die Dienstzeit in der Roten Armee betrug zwei Jahre, nach welcher der Rekrut der Reserve beitrat und falls nötig zu den Waffen hinzugerufen werden konnte.

Die Qualität des Trainings der Roten Armee in der Friedenszeit hatte viel zu wünschen übrig gelassen. Der Unterricht wurde durch Auswendiglernen beherrscht, sodass Rekruten eher Gehorsam statt Initiative gelehrt wurde. Die träge russische Reaktion auf den deutschen Angriff spiegelt das unzureichende Niveau in der technischen Kompetenz wider.

Die reguläre Armee bestand aus rund neun Millionen Mann, von denen etwa die Hälfte im europäischen Teil der Sowjetunion stationiert waren.
An der Westfront setzte Russland 170 Divisionen (von etwa insgesamt 230 Divisionen) in fünf große Gruppen ein: Militärbezirk Leningrad (drei Armeen), Baltischer Sondermilitärbezirk (zwei Armeen), Westlicher Sondermilitärbezirk (drei Armeen); Kiew-Sondermilitärbezirk (vier Armeen) und dem Militärbezirk Odessa (zwei Armeen).


Gliederung Rote Armee 22. Juni 1941:

Nordfront (Leningrad):

ArmeeKorpsDivisionen
insg. 17-19 Schützen, 2 Tank, 1 Mech. Div
14. Armee (Murmansk)4 Schützen-Div
7. Armee (Karelien)3 Schützen-Div
23. Armee (Leningrad) X. Mech. Korps (nördl. von Leningrad, Gen. Lavionovich) 1., 24. Tank, 198. Mech. Div
XIX., L., LXX. Schützen-Korps (mind. 1 Schützen-Div auf der Karelischen Landenge)

Nordwestfront (Baltikum, Gen. Kusnezow):

ArmeeKorpsDivisionen
insg. 28-29 Schützen, 6 Tank, 3 Mech. Div, 4 Kav Brig
8. Armee (Gen. Sobennikow) XII. Mech. Korps (Shauliya, Gen. Shestpalov) 23., 28. Tank, 202. Mech. Div (insg. 690 Panzer, keine T-34/KW)
X., XI. Schützen-Korps 9 Schützen-Div
11. Armee (Kaunas, Gen. Morossow) III. Mech. Korps (Wilna, Gen. Kurkin) 2., 5. Tank, 84. Mech. Div (insg. 460 Panzer, davon 105 T-34/KW)
I. Mech. Korps (Reserve in Pskov, Gen. Chernyavsky) 1., 3. Tank, 163. Mech. Div (insg. 163 Panzer)
XXII., XXIV., LXI. Schützen-Korps11 Schützen-Div
27. Armee (als Reserve) XXII., XXIV., LXI. Schützen-Korps?

Westfront (Minsk, Gen. Pawlow):

ArmeeKorpsDivisionen
insg. 30-31 Schützen, 10 Tank, 5 Mech., 2 Kav. Div., 3 Luftlande-Brig
3. Armee (Gen. Kusmezow) XI. Mech. Korps (Grodno, Gen. Mostovenko) 29., 33. Tank, 204. Mech. Div (insg. 204 Panzer, davon 27 T-34/KW)
IV. Schützen-Korps12 Schützen-Div
10. Armee (Bialystok, Gen. Golubew) VI. Mech. Korps (Bialystok, Gen. Khatskilevich) 4., 7. Tank, 29. Mech. Div (insg. 1.000 Panzer)
XIII. Mech. Korps (Belsk, Gen. Akhlyustan) 27., 31. Tank, 4. Mech Div (insg. 300 Panzer)
I., V. Schützen-Korps8 Schützen-Div
4. Armee (Brest-Litowsk, Gen. Korobkow) XIV. Mech. Korps (Brest-Litowwsk, Gen. Oborin) 22., 30. Tank, 205. Mech. Div (insg. 508 Panzer)
XXVIII. Schützen-Korps 6 Schützen-Div
13. Armee (als Reserve in Minsk, Gen. Filatow) XX. Mech. Korps (Minsk, Gen. Vedeneyev) 26., 38. Tank, 210. Mech. Div (insg. 300 Panzer)
II., XXI., XLIV., LXV. Schützen-Korps 4 Schützen-Div
Reserven: IV. Luftlande, XVVII., XL. Schützen-Korps u.a. 3 Luftlande-Brigaden

Südwestfront (Kiew, Gen. Kirponos):

ArmeeKorpsDivisionen
insg. 45 Schützen- und Gebirgs (davon 2 als Reserve), 16 Tank, 8 Mech., 10 Kav. Div
5. Armee (Rowno, Gen. Potapow) XXII. Mech. Korps (Rowno-Dubno, Gen. Kondrusev) 19., 41 Tank, 215. Mech. Div (u.a. 31 T-34/KW)
XVII. Mech. Korps (Baranawitschy, Gen. Petrov) 25., 54. Tank, 108. Mech. Div (insg. 300 Panzer)
XV., XXVII. Schützen-Korps 10 Schützen-Div
6. Armee (Lemberg, Gen. Musitschenko) IV. Mech. Korps (Lemberg, Gen. Wlassow) 8., 32. Tank, 81. Mech. Div (insg. 860 Panzer, davon 460 T-34/KW)
XIX. Mech. Korps (Schytomyr, Gen. Feklenko) 40., 43. Tank, 213. Mech. Div. (ings. 160 Panzer, davon 4 T-34/KW)
VI. Schützen, II. Kav. Korps insg. 10 Divisionen (Summe Kav.Div unbek.)
26. Armee (Gen. Kostenko) VIII. Mech. Korps (Dubno, Gen. Ryabyshev) 12., 34. Tank, 7. Mech. Div. (insg. 600 Panzer, davon 170 T-34/KW)
XXIV. Mech. Korps (Chmelnyzkyj, Gen. Chistyakov) 45., 49. Tank, 216. Mech. Div (ca. 170 Panzer)
VIII. Schützen, IV. Kav. Korps insg. 8 Divisionen (Summe Kav.Div. unbek.)
12. Armee (Tschernowitz, Gen. Ponedelin) XV. Mech. Korps (Tschernowitz, Gen. Karpezo) 10., 37. Tank, 212. Mech. Div (insg. 915 Panzer, davon 135 T-34/KW)
IX. Mech. Korps (Tschernowitz, Gen. Rokossovsky) 20., 35. Tank, 131. Mech. Div (insg. 700 Panzer, keine T-34/KW)
XIII. Gebirgs, XLIV. Schützen-Korps 10 Schützen- und Gebirgs-Div
Reserven (in der Ukraine): XXI., XXXVI., XXXVII., LXXXVII. Korps ca. 17 Schützen-Divisionen

Südfront (Odessa, Gen. Tjulenew):

ArmeeKorpsDivisionen
insg. 11 Schützen, 6 Tank, 3 Mech., 1 Kav. Div
18. Armee (Gen. Smirnow) XVI. Mech. Korps (Kamenets-Podolskiy, Gen. Sokolov) 15., 39. Tank, 240 Mech. Div
XVII. Schützen-Korps 6 Schützen-Div
9. Armee (Gen. Tscherewitschenko) II. Mech. Korps (Lipkany, Gen. Novoselskiy) 11., 16. Tank, 15. Mech. Div (insg. 350 Panzer)
XVIII. Mech. Korps 36., 47. Tank, 209 Mech. Div (insg. 350 Panzer)
XIV., XXXV. Schützen-, XLVIII. unab. Schützen-, II. Kav. Korps 5 Schützen, 1 Kav. Div

Reserven in der Sowjetunion:

ArmeeKorpsDivisionen
15. Armee (Birobidzhan an der Grenze zur Mandschurei)??
16. Armee (um Winitza) V. Mech. Korps (Winitza, Gen. Alekseyenko) 13., 17. Tank, 109. Mech. Div (700 Panzer)
17. Armee (Mongolei)??
19. Armee (Ferner Osten)XXVI Mech. Korps 12. Mech. Div
XXIII. Mech. Korps (STAVKA-Reserve) 44., 48. Tank, 220. Mech. Div
XXIV. Schützen, XXV. unab. Schützen-Korps?
20. Armee (Orel) VII. Mech. Korps (Witbesk-Kaluga, Gen. Vinogradov) 14., 18. Tank, 1. Mech. Div (1.000 Panzer)
LXI., LXIX. Schützen-Korps?
21. Armee (Chernigov-Konitop) XXV. Mech. Korps (Charkow, Gen. Krivosheim) 50., 55. Tank, 219. Mech. Div
LXIII., LXVI. Schützen-Korps?
22. Armee (Velikiye-Luki) LI., LXII. Schützen-Korps?
24. Armee (Sibirien) LII., LIII. Schützen-Korps?
28. Armee (Archangelsk) XXX., XXXII., XXIII. Schützen-Korps?
weitere Reserven: XXI. Mech. Korps (Opochka bei Moskau, Gen. Lelyushenko) 42., 46. Tank, 185. Mech. Div. (98 Panzer, keine T-34/KW)
XXI. Mech. Korps (Ferner Osten) 12. Mech. Div
XVII. Mech. Korps (Ferner Osten)?
XXVIX. Mech. Korps (Ferner Osten)?
XXX. Mech. Korps (Transbaikal) 58., 60. Tank, 239. Mech. Div

Erläuterungen:
Mech. = Mechanisches (Panzer-Korps oder motorisierte Infanterie-Division)
Tank = Tank-Divisionen (Panzer-Divisionen)
Schützen = Schützen-Korps oder Division (Infanterie-Division)
Kav. = Kavallerie-Divisionen


Organisation der Roten Armee 1941

In der Zeit vor Beginn des Unternehmens Barbarossa befand sich die Rote Armee in den Wirren der Reorganisation. Diese war eine Folge der heilsamen Lehren des dem Krieg gegen Finnland – und vor allem der deutschen Blitzkrieg-Erfolge im Westen.
Die russischen Militär-Theoretiker hatten erkannt, dass eine moderne militärische Doktrin höchste Priorität hatte. Es war die Doktrin der entscheidenden Rolle von Panzerverbänden im Gefecht. Als jedoch die Wehrmacht gegen Russland losschlug, war dieses Problem von den Russen jedoch noch nicht gelöst worden.

Als schnelle Reaktion auf die für ihn überraschend gekommene deutsche Invasion vom 23. Juni 1941, setzte Stalin ein oberstes Hauptquartier für alle Waffengattungen ein, genannt STAVKA. Einen Monat später übernahm er persönlich die Kontrolle darüber und wurde damit tatsächlich der Leiter aller russischen Operationen.

Durch die Zentralisierung aller militärischen Abteilungen unter der allgemeinen politischen Kontrolle durch STAVKA war es möglich, die nationalen Ressourcen mit einer erheblichen Effizienz zu nutzen. Denn eine der Hauptfunktionen von STAVKA war die Koordination aller Kräfte in der gesamten Sowjetunion, welche u.a. die erfolgreiche Evakuierung zentraler Schlüsselindustrien in den Osten und die Herbeiführung sibirischer Reserven in der entscheidenden Schlacht um Moskau ermöglichte.
Zugleich versuchte die STAVKA immer eine strategische Reserve zu bilden, um Gegenangriffe durchzuführen, sobald sich die Gelegenheiten dazu boten. Dies führte natürlich auch dazu, dass die Fronteinheiten immer wieder auf dringend benötigte Verstärkungen verzichten mussten.

Die russischen Streitkräfte von 1941 wurden in Armeen organisiert zu je zwei bis vier Korps, die jeweils über zwei bis vier Divisionen verfügten.
Eine durchschnittliche Armee konnte 12 Divisionen haben, die mit Unterstützungseinheiten (Nachrichten, Pioniere, Versorgung, Instandsetzung und Transport) fast 200.000 Mann betragen konnte.

Nach dem deutschen Angriff stellte das STAVKA fest, dass die Schützenkorps für die Führung zu unhandlich waren, da es einen Mangel an ausgebildeten Führungs- und Stabspersonal gab. Deshalb wurden sie bald abgeschafft und der Umfang einer Armee reduzierte sich dadurch auf etwa 8 Divisionen.
Später wurden die Schützenkorps zwar wieder eingeführt, hatten aber niemals die halb-autonomen Funktionen wie in der deutschen oder den anderen alliierten Armeen.


Sowjetischer Verwundeter 1941
Zwei Sowjetsoldaten bringen 1941 einen Verwundeten nach hinten.
Die grundsätzliche Formation der Roten Armee war die Schützen-Division. Seit dem Debakel beim Winterkrieg gegen Finnland waren viele der Spezialeinheiten – einschließlich der leichten Panzer und Flugabawehr-Bataillone – den Schützen-Divisionen weggenommen worden. Dies geschah teilweise, weil diese Einheiten auf Divisionsebene nicht vernünftig eingesetzt werden konnten, aber auch um eine flexible Reserve von Spezialverbänden zu schaffen.
Die Verwirrung, welche nach dem deutschen Angriff entstand, steigerte die Tendenzen in Richtung Dezentralisierung, sodass die sowjetische Schützen-Division im ersten Jahr des Krieges nicht mehr war, als eine Formation aus Gewehrträgern mit nur wenig Unterstützungswaffen. Es ist überflüssig darauf hinzuweisen, dass diese Schützen-Divisionen es mit einer Infanterie-Division der Wehrmacht mit ihren zahlreichen Unterstützungseinheiten nicht aufnehmen konnte.

Während des Jahres 1942 nahm dann auch der Umfang der sowjetischen Divisionen ab, was aber durch eine ständige Zunahme der Feuerkraft durch eine steigende Anzahl von Granatwerfern und Regiments-Artillerie ausgeglichen wurde. Bis Ende 1942 hatte die neue sowjetische Schützen-Division eine Stärke von etwa 9.500 Mann.
Diese waren in drei Infanterie-Regimenter mit je 2.500 Mann und einem Artillerie-Regiment mit 1.000 Mann organisiert, sowie ein Panzerabwehr- und Pionier-Bataillon und einer Kompanie aus Nachrichten- und Aufklärungstruppen.
Das Schützen-Regiment bestand aus drei Bataillonen zu je 620 Mann, welche jeweils von Kompanien aus 76-mm-Haubitzen und 45-mm-Panzerabwehrgeschützen, PTRD-Panzerbüchsen, Granatwerfern, Nachrichten- und Aufklärungstruppen unterstützt wurden.
Jedes Bataillon bestand aus drei Schützen-Kompanien zu je 140 Mann, einer Granatwerfer und einer Maschinengewehr-Kompanie, einem Zug aus Panzerabwehrgeschützen, Panzerbüchsen und Meldern.

Das Artillerie-Regiment war mit 36 Panzerbüchsen, 24 x 76-mm-Geschützen und 12 x 122-mm-Haubitzen ausgerüstet. Die gesamte ‘artilleristische’ Stärke der Division bestand aus 160 Granatwerfern, 94 Geschütze verschiedener Kaliber und 228 Panzerbüchsen.

Trotz Verbesserungen bei der Qualität und Quantität der sowjetischen Artillerie, spielten die Artilleristen auf Divisionsebene nur eine untergeordnete Rolle. Sie beschränkten sich auf die Rolle des Direktbeschusses, also Ziele welche direkt sichtbar für die Mannschaften der Geschütze waren, da keine vorgeschobenen Artilleriebobachter und geeignete Meldemitteln vorhanden waren. Das gesamte fachmännische Artillerie-Personal wurde den spezialisierten Artillerie-Brigaden und Divisionen vorbehalten.
Eine weitere Besonderheit der Roten Armee war der weitverbreitete Einsatz von Panzerbüchsen, selbst noch gegen Kriegsende, als die verbesserte Panzerung der deutschen Panzer diese praktisch nutzlos machten.

Das sowjetische Oberkommando betrachtete eine Division als entbehrliche Einheit und eine Woche schwerer Kämpfe an der Ostfront konnte ihre Stärke auf die Hälfte reduzieren. Es war nicht Praxis bei der Roten Armee, Verluste bei Fronteinheiten zu ersetzen, sondern diese bis zu einem Punkt aufzubrauchen, bis sie entweder aufgelöst oder aus der Frontlinie zur Wiederaufstellung herausgezogen wurde. Dadurch konnte eine nominelle Division lediglich nur die Stärke eines Regiments haben.
Nicht nur waren sowjetische Verbände deshalb oft durch ihre Bezeichnung ‘überbewertet’, sondern oft auch auf zu niedrigen Niveau geführt, sodass in einigen Fällen zahlenmäßig kampfstarke Divisionen nur von Obersten befehligt wurden.

Eine weitere Besonderheit der sowjetischen Schützen-Division war die Zunahme der infanteristischen Feuerkraft durch die weitverbreitete Einführung der PPSh-Maschinenpistole, wobei normalerweise über 2.000 Mann damit bewaffnet waren. Die Russen hatten den Kampfwert der Maschinenpistolen schon vor dem Ausbruch des Krieges erkannt, aber es wurde nicht vor Ende 1942, bevor die Fronttruppen diese in größeren Mengen erhielten.
Die Schützen-Division gegen Ende 1942 setzte dann auch den organisatorischen Maßstab für sowjetische Infanterie-Divisionen bis zum Kriegsende.

Die einzige Ausnahme waren die Garde-Schützen-Divisionen. Der ‘Garde’-Status wurde an Einheiten und Formationen verliehen, welche im Kampf besonders hervorragten. Die ersten derartigen Auszeichnungen wurden am 18. September 1941 an vier Schützen-Divisionen vergeben, welche bei den Abwehrkämpfen herausragten.
Diese Garde-Divisionen wurden besser ausgerüstet als die üblichen Schützen-Divisionen, sowie auch mit besseren ‘menschlichen Material aufgefrischt. Sie stellten dadurch einen höheren Bereich militärischer Effektivität dar, welcher sie nahe an den Kampfwert regulärer deutscher Infanterie-Divisionen brachte.


Grundsätzliche Verbände der Roten Armee Juni 1941:

 Schützen-Division (April 1941)Kavallerie-DivisionTank-DivisionMechanisiertes Korps (aus 2 Tank- und 1 motorisierte Schützen-Div)
Divisionen insgesamtca. 130 (davon 28-30 mot)4054-6030 (Korps)
Infanterie-Regimenter3 mit je 3.182 Offizieren und Mannschaften2 motorisierte Schützen-Batallione (zusammen ca. 1.900 Offiziere und Mannschaften)1 mit 3.182 Offizieren und Mannschafteninsg. 4 mit je 3.182 Offizieren und Mannschaften
Kavallerie-Regimenter(9 Züge)4-(9 Züge)
Gesamtstärke14.4835.04011.34336.080
Maschinen- gewehre 558 (166 schwere) 166 (48 schwere, 118 leichte) 116 insg. 464
Granatwerfer 150 (84 x 50mm, 54 x 82mm, 12 x 120mm)???
Feldgeschütze 34 (18 x 76mm Inf.Gesch., 16 x 76mm Feldhaubitze)???
Haubitzen 44 (12 x 152mm, 32 x 122mm)-- insg. 358 Kanonen und Granatwerfer mit Kaliber 76mm - 122mm
Panzerabwehr-Kanonen 54 (45mm)12 (45mm)2 (45mm)mind. 56 (45 mm)
Flugabwehr-Kanonen 12 (4 x 76mm, 8 x 37mm + 15 12,7-mm-Fla-MGs und 18 Vierfach-MGs) 6 (6 x 37mm + 9 Fla-MGs)- mind. 12 (4 x 76mm, 8 x 37mm + 15 12,7-mm-Fla-MGs und 18 Vierfach-MGs)
Panzer 16 Tanketten, 13 BA-20 Panzerspähwagen64 BT 375 (102 BT oder T-26, 210 T-34, 63 KW) insg. 1.031 (plus 268 Panzerspähwagen)
Pferde3.039???
Zugtraktoren99--350
Kraftfahrzeuge585?? 5.000 (+ 1.700 Krafträder)

Sommerkatastrophe in Westrussland
Während der Sommerkatastrophe in Westrussland rücken deutsche Kolonnen an einem verlassen russischen OT-133 Flammenwerfer-Panzer und T-34 Modell 1941 vorbei.
Praktisch bedeuteten die Sollstärken (auf dem Papier) der Mechanischen Korps, daß insgesamt 31.574 Panzer und 8.040 Panzerspähwagen notwendig wären, was jedoch 150 Prozent des noch verfügbaren Bestandes (da z.B. auch noch BT-Panzer bei den Kavallerie-Divisionen und T-26 bei Schützen-Divisionen eingesetzt waren) an Panzern und 165 Prozent der Panzerspähwagen der Roten Armee gewesen wäre.
Außerdem standen nur etwa 39 Prozent der Kraftfahrzeuge, 44 Prozent der Traktoren, 17 Prozent der Krafträder und 29 Prozent der Instandsetzungs-Einrichtungen zur Verfügung.
Daher erreichten viele der Mechanisierten Korps niemals diese Sollstärke.

Von den knapp 24.000 Panzern der Roten Armee im Sommer 1941 benötigten etwa 29 Prozent eine Überholung und 44 Prozent sogar eine Komplettüberholung und Reparatur. Unter Kampfbedingungen konnten diese Panzer nur wenige Kampftage bis zu einem mechanischen Schaden überstehen.

Bestand an Panzerkampfwagen in der Roten Armee Juni 1941:

PanzertypBestand
T-27ca. 400
T-37ca. 2.400
T-38ca. 1.200
T-40122
T-18Mca. 400
T-26ca. 11.000
BTca. 6.000
T-28ca. 500
T-34967
T-35ca. 40
KW508
INSGESAMTca. 23.537

Bestand an Panzerspähwagen 22. Juni 1941: 4.819

Bestand an Traktoren und Kettenzugmaschinen in der Roten Armee Juni 1941:

TypBestand
STZ-33.658
STZ-57.170
Komsomolyets4.041
Komintern1.107
Woroschilowjets228
Kommunar504
INSGESAMT16.708

Gesamtbestand an Kraftfahrzeugen in der Roten Armee im Juni 1941: 272.600

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Verbrachte seine ersten Jahre als ‘brotloser’ Künstler in Wien und München. Diente an der Westfront von 1914 bis 1918 mit dem Rang eines Gefreiten und erhielt das Eiserne Kreuz (1. und 2. Klasse). Erblindete kurzfristig bei einem Gasangriff im Oktober 1918. Nach dem Ersten Weltkrieg tätig in München als Geheimagent der Militärbehörden, mit dem Auftrag die ‘Deutsche Arbeiterpartei ‘ zu unterwandern. Wurde zum Führer der in ‘Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei’ (NSDAP) umbenannten Partei gewählt (1921). Leitete den gescheiterten Putsch in München am 8. November 1923. Verurteilt zu 9 Monaten Festungshaft, wo er das Buch ‘Mein Kampf’ schrieb. Erhielt während der Depression seit 1930 Unterstützung einflussreicher Großindustrieller. Stellte sich erfolglos gegen Hindenburg in den Präsidentschaftswahlen von 1932 auf. Zum Kanzler am 30. Januar 1933 ernannt. Alle Oppositionsparteien und Rivalen innerhalb der Regierung (‘Ermächtigungsgesetz’ nach den ‘Reichsbrand’, 24.3.1933) und der eigenen Nazi-Bewegung werden 1933-1934 unterdrückt oder ausgeschaltet. Höhepunkt ist die ‘Nacht der langen Messer’ (Röhm-Putsch) am 30. Juni 1934. Übernimmt auch zusätzlich das Amt des Reichspräsidenten unter dem neuen Titel Führer nach dem Tod von Hindenburg am 2. August 1934. Die Befugnisse werden durch Volksabstimmung am 19. August 1934 bestätigt.     Befiehlt die Aufstellung einer Luftwaffe am 1. Oktober 1934, führt die Wehrpflicht im März 1935 wieder ein. Erlässt Gesetze gegen Juden im September 1935. Lässt die Wehrmacht in das entmilitarisierte Rheinland im März 1936 einmarschieren. Unterstützt im Juli 1936 General Franco im Spanischen Bürgerkrieg. Unterzeichnet die Vereinbarung zur Achse Rom-Berlin im Oktober 1936. Einmarsch und Anschluss von Österreich im März 1938. Trifft die britischen und französischen Staatschefs und Mussolini in München im September 1938 und erhält das Sudetenland von der Tschechoslowakei. Besetzt die Rest-Tschechoslowakei im März 1939. Unterzeichnet einen Nichtangriffspakt mit Stalin (Sowjetunion) im August 1939. Angriff auf Polen am 1. September 1939. Erobert und besetzt Dänemark, Norwegen, Luxemburg, Belgien, die Niederlande und Frankreich zwischen dem 9. April und 22. Juni 1940. Im Machtkampf mit der Armeeführung setzt er sich durch und ermöglicht so dem Britischen Expeditionskorps aus Dünkirchen (Mai/Juni 1940) zu entkommen. Besucht Paris im Juni 1940. Plant im Juli 1940 die Invasion von England und bietet Friedensverhandlungen in seiner Rede zum ‘Letzten Appell an die Vernunft’ an. Befiehlt im September 1940 der Luftwaffe London aus Vergeltung für britische Luftangriffe auf Berlin anzugreifen, anstatt weiter das Jägerkommando der RAF unter Druck zu setzen. Verschiebt die Invasion von England und befiehlt stattdessen den Überfall auf die Sowjetunion (Dezember 1940). Greift im Februar 1941 in den italienischen Krieg in Nordafrika ein (Rommels Afrika-Korps). Schlägt Jugoslawien und Griechenland im April 1941 innerhalb von 17 Tagen nieder. Genehmigt die erste strategische Luftlandung der Militärgeschichte auf Kreta (Mai 1941). Befiehlt die Ermordung der europäischen Juden (‘Endlösung’, Mai 1941). Beginnt mit dem verspäteten Angriff auf die Sowjetunion (Unternehmen Barbarossa, 22. Juni 1941). Greift entscheidend in die Operationsführung ein (Eroberung der wirtschaftlich wichtigen Ukraine mit Kiew anstatt die schnelle Wegnahme des politischen Zentrums Moskau). Befiehlt zu spät die Eroberung von Moskau (Oktober – Dezember 1941). Verhindert den Rückzug und womögliche Zerschlagung der besiegten deutschen Armeen vor Moskau (Dezember 1941) durch strikte ‘keinen-Schritt-zurück’-Befehle und durch die Entlassung vieler bewährter Generale (Guderian). Versucht im Sommer 1942 Stalingrad und die Ölfelder im Kaukasus zu erobern. Verbietet der eingeschlossenen 6. Armee aus Stalingrad auszubrechen (November 1942-Februar 1943). Beginnt die dritte und letzte Sommeroffensive in Russland (Panzerschlacht von Kursk), Juli 1943. Sendet verspätet massive Verstärkungen zu Rommel nach Nordafrika (November 1942-April 1943). Lässt den abgesetzten italienischen Diktator Mussolini im September 1943 befreien. Befiehlt den Angriff auf London mit Vergeltungswaffen (Marschflugkörper V-1 und Rakete V-2) im Mai 1944. Übersteht den Attentats- und Putschversuch vom 20. Juli 1944 (Stauffenberg). Führt eine letzte, verzweifelte große Gegenoffensive an der Westfront im Dezember 1944 durch (Ardennen-Offensive). Ordnet im April 1945 die ‘Verbrannte-Erde’-Strategie für Deutschland an. Entscheidet sich am 22. April 1945 bis zuletzt in Berlin zu verbleiben. Heiratet seine langjährige Geliebte Eva Braun am 28. April 1945. Beide begehen am 30. April 1945 Selbstmord. Siehe auch: Adolf Hitler – Charakter Siehe auch: Hitler Bilder War Hitlers Großvater ein Jude ? Hitlers eigentliche Abstimmung liegt auch noch heute im Halbdunkel. Sicher ist, dass er am 20. April 1889 im ‘Gasthaus zum Pommer’ in der kleinen österreichischen Stadt Braunau am Inn geboren wurde, welcher der Grenzfluss zwischen Österreich und Bayern ist. Vater war ein österreich-ungarischer Zollbeamter im damaligen Alter von 52 Jahren, welcher noch zwölf Jahre vor der Geburt des Sohns Adolf ‘Alois Schickelgruber’ hieß. Über den Verlauf des Stammbaums des Alois Schickelgruber gibt es drei unterschiedliche Möglichkeiten, die alle ein gewisses Maß an Wahrheit mehr …

  • Panzerkampfwagen IV des DAK

    Die Kräfteverteilung der deutschen Wehrmacht nach Kriegsschauplätzen im Sommer 1942 und der Feldzug in Nordafrika. Divisionen und Ausrüstung des Heeres, Stärke der Luftwaffe und Kriegsmarine. Kräfteverteilung der Wehrmacht Deutsche Kräfteverteilung der Wehrmacht nach Kriegsschauplätzen im Sommer (Juni/Juli) 1942 nach Sollstärken. Die tatsächliche, durchschnittliche Isstärke beim Heer lag aber bei nur 88%, wobei die Verbände der Heeresgruppe Süd in Süd-Russland für den Fall Blau auf Kosten der anderen weitgehend vollständig aufgefrischt waren. Kräfteverteilung des Heeres Heer: Divisionen: Infanterie (Sollstärke): Fahrzeuge und Artillerie: Kräfteverteilung der Luftwaffe Für die deutsche Luftwaffe liegen nur Zahlenangaben für September 1942 vor, allerdings sind diese auch auf das Flugzeug genau. Stärke der Luftwaffe: Kräfteverteilung der Kriegsmarine Die Angaben für die deutsche Kriegsmarine beziehen sich auf den Sommer 1942, sind aber teilweise Schätzungen. Stärke der Kriegsmarine: Der Feldzug in Nordafrika Mitte 1942 Für fast vier Monate war es Anfang 1942 ruhig im Wüstenkrieg in Nordafrika. Abgesehen von der Unfähigkeit beider Seiten, eine größere Offensive zu starten, gab es auch verschiedene Auffassungen bei den Verantwortlichen über den weiteren Verlauf des Krieges in Nordafrika. Das Hauptaugenmerk aufseiten der Achsen-Streitkräfte und Briten lag nämlich zwischenzeitlich auf Malta. Es war beiden Seiten klar, dass, solange die Briten die Insel kontrollierten, diese dadurch eine Position innehatten, von der aus sie jederzeit die Nachschubverbindungen der Achse nach Nordafrika unterbrechen konnten. Umso mehr sie diese Verbindungen störten, desto besser war es ihnen möglich, Nordafrika zu sichern. Aufseiten der Achse war die Lage genau umgekehrt und die Eroberung von Malta galt als wichtig, um einen entscheidenden Sieg über die Briten in Nordafrika erzielen zu können. Anfang 1942 wurde die Luftoffensive gegen Malta verstärkt und als Ergebnis davon, gingen weniger Nachschubgüter in den Konvois verloren, was mehr Versorgung für Rommel bedeutete. Dieser nahm jedoch an, dass er erst Tobruk nehmen müsste, um seine Versorgungswege so kurz wie möglich zu halten, bevor er den Suez-Kanal erreichen konnte. Die Einnahme von Tobruk müsste vor der Eroberung von Malta geschehen. Aber erst im Frühjahr 1942 wurde vereinbart, dass Rommel als erster in Richtung Tobruk angreifen soll. Auchinleck von der britischen Achten Armee stand ebenfalls unter Druck. Churchill und der britische Generalstab teilten ihm mit, wenn er die Flugplätze in der westlichen Cyrenaika nicht erobert, würde der Druck auf Malta zu groß werden. Auchinleck erwiderte, solange er nicht eine ausreichende Überlegenheit über Rommel hätte, und hier insbesondere bei den Panzern, könne er keinen Erfolg garantieren. Auch glaubt er, dass den britischen Truppen eine ausgeglichene Zusammensetzung fehlen würde. Vor allem würde es zu viele Panzer im Verhältnis zur Infanterie in den britischen Panzer-Divisionen geben und das eine zunehmende Anzahl seiner Truppen unerfahren wären und viel mehr Training benötigen, wenn die Rückschläge des vergangenen Jahres sich nicht wiederholen sollten. Schließlich wurde vereinbart, dass Auchinleck seine Offensive bis Juni verschieben konnte, während Rommel mit seinen Vorgesetzten ausgemacht hatte, Ende Mai anzugreifen, worauf die Invasion von Malta im Juni folgen sollte. Das Problem, welches die Briten bei der Verteidigung der Ghasla-Linie hatten, war die Frage, wie weit diese nach Süden in die Wüste ausgedehnt werden sollte. Wenn sie ihre Truppen konzentriert auf einer kurzen Frontlinie zusammenfassten, wäre es ein leichtes für Rommel, diese Stellungen im Süden in der Wüste zu umgehen. Eine längere Verteidigungslinie bedeutete Zersplitterung und die Gefahr, dass diese von den Deutschen durchtrennt wird. Schließlich wurde ein unvermeidbarer Kompromiss eingegangen und von Ghasala aus in südlicher Richtung lag die 1. südafrikanische Division, die britische 50. Division und schließlich die frei-französische Brigade in Bir Hacheim. Die Verteidiger bezogen eine Linie in mit Stacheldraht in alle Richtungen umzäunten Feldstellungen und dazwischen befanden sich umfangreiche Minenfelder, welcher allerdings nicht vollständig durch Feuer gedeckt werden konnten, was entgegen jedem elementaren Prinzip der Verteidigung stand. Die 2. südafrikanische Division hielt Tobruk und stand zusammen mit den Verbänden in der Ghasala-Linie unter dem Kommando von Gotts XIII. Korps. Das XXX. Korps, das ‘Corps de Chasse’, welches immer noch von Norrie befehligt wurde, wurde südlich von Tobruk als Reserve für einen Gegenangriff platziert. Aber im Gegensatz zu Auchinlecks Intention, welche er aber auch nicht in klaren Befehlen herausgab, verteilte Ritchie seine Panzerstreitmacht in einer Reihe von befestigten Stützpunkten, welche die wichtigsten Versorgungslinien und Verbindungsknotenpunkte sicherten. Dies war ein weiterer fataler Fehler im britischen Plan. Bei der Panzerstreitmacht konnte die britische Achte Armee nun 573 Kreuzer-Panzer aus M3 Grant, Crusader und Stuart aufbieten,s sowie beim XIII. Korps weitere 276 Infanterie-Panzer. Dagegen verfügte Rommel über 560 Panzer, mit weiteren 77 in der Reserve. In der Luft konnte die Royal Air Force aufgrund vieler nicht einsatzbereiter Flugzeuge nur 190 gegen 497 bei der Achse aufbieten. Der Plan der Achsenmächte war es, mit dem Unternehmen ‘Venezia’ durch Rommel in der ersten Phase, die Ghasala-Linie zu durchbrechen und Tobruk zu nehmen und dann anzuhalten. Anschließend sollte erst das Unternehmen ‘Herakles’ folgen, die Wegnahme von Malta. Während die italienische Infanterie vor der Ghasala-Linie aufmarschierte, plante Rommel mit dem DAK aus der 15. und 21. Panzer-Division, sowie der 90. Leichten Division und den mobilen italienischen ‘Ariete’- und ‘Trieste’-Divisionen um Bir Hacheim herumzustoßen, dann zur Küste vorzudringen und das britische XIII. Korps von hinten anzugreifen. Am Abend des 26. Mai begann die Operation und obwohl seine Truppen schon vor der Dunkelheit gesichtet wurden, nahmen Ritchie und seine Untergebenen an, es handele sich um ein Ablenkungsmanöver, da sie davon überzeugt waren, Rommel würde den Hauptangriff am Zentrum der Ghasala-Linie durchführen. Als erstes traf Rommels Angriffsverband auf die britische 7. Panzer-Division, welche zwei ihrer motorisierte Brigaden in deren Stützpunkten ausgeschaltet bekam. Messervy, welcher die britische 7. Panzer-Division befehligte, fragte bei Norrie um Erlaubnis an, den Rest seiner Division in eine Schlachtformation gegen diesen Schlag aufzustellen, aber dieser lehnte ab, da er immer noch überzeugt war, dass der Hauptschlag woanders erfolgen würde. Daraufhin schickte Messervy seine 4. Panzer-Brigade südlich in Richtung Bir Hacheim, um seine Infanterie zu unterstützen, aber diese fuhr direkt in die deutsche 15. Panzer-Division hinein und wurde nach Belhamed zurückgeworfen. Anschließend wurde Messervys eigenes Hauptquartier überrollt und er selbst gefangen genommen. Obwohl er zwei Tage später entkommen konnte, blieb seine Division zersprengt und ohne ein effektives Kommando. mehr …

  • Focke-Wulf Fw44C Basistrainer-Doppeldeckern

    Piloten-Training der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg (Teil I: Verlauf der Ausbildung bis zu Anfang 1942). Piloten-Training der deutschen Luftwaffe vor 1942 Die Dauer der Ausbildung der neuen Piloten der deutschen Luftwaffe wurde während des Verlaufes des 2. Weltkrieg ständig gekürzt. Die nachfolgende Beschreibung ist daher repräsentativ für die Situation während der zweiten Hälfte des Jahres 1941. Wenn der zukünftige Pilot aus dem zivilen Leben in die deutsche Luftwaffe eintrat, war sein erster Schritt ein sechsmonatiger Aufenthalt in einer Fliegerersatzabteilung oder einer Rekrutenschule. Dort lag der Schwerpunkt auf dem Drill sowie der körperlichen Fitness und der einzige Aspekt zur Luftfahrt waren elementare Vorlesungen über die Grundlagen des Funkverkehrs und des Lesens von Karten. Nach dem Abschluss dieser Grundausbildung ging der Flugschüler zu einer Fluganwärter-Kompanie, wo er bis zu zwei Monate lang Themen zur allgemeinen Luftfahrt studierte. So vorbereitet, ging er zu einer A/B-Schule (Flug-Grundschule), wo er das Fliegen mit leichten Flugzeuge wie der Klemm 35, der Focke Wulf 44 und der Bücker 131 erlernte. Für seine A2-Lizenz erhielt der Flugschüler Unterricht in den Bereichen Aerodynamik, Luftfahrttechnik, elementare Navigation, Meteorologie, Flugprozeduren und Schulungen im Empfang von Morse-Nachrichten. Für seine B-Lizenz musste er leistungsfähigere Flugzeuge wie die Arado 66, die Gotha 145 und den Arado 76, sowie schwerere Flugzeuge wie die Junkers W33 und W44 und zweimotorige Focke-Wulf Fw 58 fliegen, außerdem veraltete Kampfflugzeuge wie die He 51, den Ar 65 und die Hs 123. Nach erfolgreichem Abschluss seiner B2-Ausbildung hatte der Kandidat zwischen 100 und 150 Flugstunden und erhielt seinen Luftwaffen-Flugzeugführerschein (Pilotenschein) und seine Flugzeugführer-Abzeichen. Diejenigen Piloten, welche für einmotorige Jagdflugzeuge oder Ju 87 Stukas ausgewählt wurden, gingen nun direkt zu den jeweiligen Fachschulen für die Ausbildung in diesen Rollen. Zukünftige Piloten für zweimotorige Zerstörer, Bomber oder Aufklärungsflugzeuge gingen zu den C-Flugschulen, wo sie weitere 50 bis 60 Flugstunden in einem Kurs von rund sechs Monaten Dauer absolvierten. Diesen Piloten wurde ein Bodentraining in fortgeschrittener Avionik zuteil und sie flogen veraltete Einsatzflugzeuge, z.B. im Falle von Bomberpiloten frühe Modelle der He 111, die Ju 52, Ju 86 und die Do 17 . Wenn der Pilot die Ausbildung in der C-Schule bestanden hatte, erhielt er seine ELF* Lizenz (erweiterten Pilotenschein). Er war nun in der Lage sein Flugzeug bei Tage und Nacht zu fliegen, hatte eine begrenzte Ausbildung im Instrumentenflug und konnte einfache Überland-Navigationsflüge unter klaren Wetterbedingungen durchführen. Nach dem Verlassen der C-Schule gingen die Jagdfliegerpiloten der zweimotorigen Zerstörer direkt zu ihrer Fachschule, während die Bomber- und Aufklärer-Piloten noch weitere 50 bis 60 Extra-Stunden im Blindflug erhielten, bevor auch diese zu ihren Fachschulen gingen. Bei den verschiedenen Fachschulen (Jäger, Bomber, Zerstörer, Sturzkampfbomber und Aufklärer) trafen die Piloten der mehrsitzigen Flugzeuge mit ihren Besatzungen zusammen. Es begann nun die kombinierte Ausbildung der Besatzungen in Militärflugzeugen der modernsten Bauart. Im Allgemeinen waren die Übungen in diesen Fachschulen ähnlich denen für Bomber- und Aufklärer-Piloten in den C-Schulen, aber die Nacht- und Überlandflüge waren von längerer Dauer und wurden bei wenig günstigerer Witterung durchgeführt. Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung an den Fachschulen blieben die Besatzungen in der Regel zusammen und wurden zu einer operativen Einheit versetzt. Eine wichtige Besonderheit, auf die hier hingewiesen werden soll, was außerdem die Rolle des Beobachters in mehrsitzigen Flugzeugen. Tatsächlich wurde der Beobachter bis in die Anfangsphase des Krieges als Flugkapitän ausgebildet und war in der Pilotenausbildung bis zu den C-Schulen, bevor er zur Beobachter-Schule für einen neunmonatigen Kurs wechselte (wo er auch weitere Ausbildungen im Blindflug und Navigation erhielt). Bald jedoch nach Ausbruch des Krieges wurde die Ausbildung des Beobachters zum Flugkapitän schrittweise gelockert und von Anfang 1942 verschlechterte sich diese auch noch ständig, bis sie 1944 nur noch fünf Monate mit wenig Pilotenausbildung umfasste. Nachdem die Besatzungen ihre jeweiligen Spezialisten-Schulen durchlaufen hatten, wurden sie zu einer der Ergänzungseinheiten (Einsatz-Trainingsverbände) geschickt, welche den verschiedenen Geschwadern oder Gruppen zugeteilt waren. Dort erlernten die Flugzeugbesatzungen die speziellen taktischen Einsatzmethoden der Verbände, welchen sie später beitreten sollten. Neben den weiteren Ausbildungsübungen dienten die Ergänzungseinheiten auch als ‘Pool’ für trainierte Flugzeugbesatzungen, bis sie von den Frontverbänden angefordert wurden. Von dem Zeitpunkt, als er in die Luftwaffe eingetreten ist, bis zu seiner Ankunft bei seiner Ergänzungseinheit hatte ein Jagdflieger- oder Sturzkampfbomber-Pilot eine dreizehnmonatige Ausbildung mit 150 bis 200 Flugstunden erhalten. Ein Bomber- oder Aufklärer-Pilot sah sogar auf eine 20 Monate andauernde Ausbildung mit 220 bis 270 Flugstunden zurück. Jedoch muss noch einmal betont werden, dass diese Zahlen sich nur auf die Männer beziehen, welche das Ausbildungssystem vor Beginn des Jahres 1942 durchlaufen hatten. Denn während dieses Jahres begann das Ausbildungsprogramm der Luftwaffe in Organisation, Effizienz und reibungslosen Ablauf unter dem Druck des Kriegsverlaufes zunehmend zu leiden. Teil II: Piloten-Training und Jagdflieger-Asse der deutschen Luftwaffe in der zweiten Hälfte des Zweiten Weltkriegs ab 1942 und der Niedergang bis zum Kriegsende

1 Kommentar zu „Rote Armee 1941“

  1. Droste Christoph

    Wertvolle und wichtige Informationen.Lassen die vorhandenen Informationen eventuell auch weitergehendes wichtiges Wertungsvorgehen zu (z.B Kraefteverhaeltnis gesamt Alliierte versus Achsenmaechte (z.B BIP,Produktionszahlen gesamt,Kraefteverhaeltnisse gebracht bzw. betrachtet in Zu-Betrachtungen (z.B. Vier zu Eins)))?

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