B-17 beim Großangriff auf Berlin am 26. 2.1945



B-17 beim Großangriff auf Berlin am 26. 2.1945

B-17 beim Großangriff auf Berlin am 26. 2.1945

Weitere interessante Beiträge:
Im Blickpunkt:
  • Belgische Soldaten 1940

    Belgische Armee, Luftwaffe und Marine beim deutschen Angriff im Mai 1940. Organisation, Uniformen, Stärke und Ausrüstung. Belgische Armee Im Jahre 1914 wurde das neutrale Belgien von den deutschen Armeen überrollt und mußte vier Jahre Stellungskrieg über sich ergehen lassen. Nachdem Hitler 1936 das Rheinland wieder militärisch besetzt hat lassen, rückte diese Gefahr erneut in das Bewusstsein der Belgier. Der Wehrdienst wurde von 8 auf 12 Monate verlängert, der Verteidigungshaushalt stieg um 15 Prozent und neue Verteidigungsanlagen wurden errichtet. Aber all dies konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass das militärische Denken sich seit den Tagen des Stellungskrieges des Ersten Weltkriegs nicht weiterentwickelt hatte. Zum Beispiel wurden Panzerkampfwagen ausschließlich als eine offensive Waffe angesehen und da die Armee Belgiens eine rein defensive Rolle hatte, gab es auch keine Panzereinheiten. Belgien stellte 22 Divisionen gegen die einfallenden Truppen der deutschen Heeresgruppe B im Mai 1940 und die Hartnäckigkeit der belgischen Infanterie überraschte die Deutschen anfangs. Dennoch befand sich die belgische Armee binnen zwei Wochen an einem Punkt, an dem der Zusammenbruch abzusehen war und am 28. Mai kapitulierten die letzten Einheiten. Nach 18 Tagen des Kampfes hatten die belgischen Streitkräfte 23.350 Gefallene und Verwundete zu beklagen. Organisation der belgischen Armee Die in Friedenszeiten 100.000 Mann starke belgische Armee, unter dem Oberbefehl ihres Königs Leopold, war zwar im Grunde zwar ein ‘stehendes Heer’, aber eines welches von den jährlichen Wehrpflichtigen getragen wurde. Die Gesamtstärke bei der Mobilisation lag in der Größenordnung von etwa 550.000 Soldaten, was für ein kleines Land mit acht Millionen Einwohner eine bemerkenswerte Leistung war. Das Land war unterteilt in drei Armeekorps, welche in Brüssel, Antwerpen und Liege stationiert waren, sowie ein Kavallerie-Korps in Brüssel, eine Heeres-Artillerie-Brigade in Antwerpen, die Ardennen-Schützen in Namur, sowie drei Grenzerzschutz-Bataillone auf Fahrrädern, sechs unabhängige Infanterie- und zwei Kavallerie-Divisionen. Jedes Armeekorps bestand aus dem Stab, zwei Infanterie-Divisionen, einem Korps-Artillerie-Regiment und einem Pionier-Regiment. Eine Infanterie-Division hatte einen Stab und drei Infanterie-Regimenter. Jedes Regiment verfügte über 3.000 Mann, bewaffnet mit dem belgischen Mauser M35 Gewehr. Die Unterstützungswaffen des Regiments bestanden aus 108 leichte Maschinengewehre Browning M30, 52 schwere Maschinengewehre Maxim M08, 108 leichte Granatwerfer, 9 schwere Granatwerfer und Infanteriegeschütze, 6 Panzerabwehr-Kanonen. Das Korps-Artillerie-Regiment hatte vier Bataillone, jedes mit zwei Batterien. Der Transport erfolgte teilweise mit Pferdefuhrwerken und teilweise motorisiert. Die Korps-Geschütze bestanden aus 16 Schneider 155 mm M7 Feldhaubitzen, 8 Schneider 105 mm M13 Kanonen und 8 Cockerill 120-mm-M32-Feldkanonen. Kurz vor dem Krieg gab es einen eiligen Versuch, die Beweglichkeit zu erhöhen und eine der beiden Ardennen-Schützen-Divisionen und die beiden Divisionen des Kavallerie-Korps erhielten Kraftfahrzeuge. Das motorisierte Kavallerie-Korps bestand dann aus dem Stab, zwei Kavallerie-Divisionen, einem Korps-Artillerie-Regiment und einem Fahrrad-Pionier-Bataillon. Eine Kavallerie-Division hatte drei gemischte Regimenter, jedes mit einem Bataillon aus Kavallerie, ein Bataillon von Kradschützen, eine Panzerwagen-Schwadron und eine Trainings-Schwadron. Die gesamte belgische Armee verfügte nur über 42 Panzer. Divisionen der belgischen Armee 1940: Uniformen der belgischen Armee Während des Ersten Weltkrieges übernahm die belgische Armee Khakifarbene Uniformen, hauptsächlich deswegen, weil die Briten genug ihrer Uniformteile liefern konnten, um die veralteten farbigen Uniformstücke der Belgier zu ersetzen. Die belgischen Soldaten von 1939 hatten aber zwischenzeitlich eher das Aussehen von Franzosen, welches vor allem durch den französischen Adrian-Stahlhelm und der Gewohnheit, die Mantelröcke zurückgeklappt zu tragen, betont wurde. In vollständigen Kontrast sahen die Offiziere dafür wie Briten aus, insbesondere nach 1935, als eine offene Tunika mit Kragen und Krawatte eingeführt wurde. Das Ardennen-Schützen-Korps trugen eine Variante der Basis-Uniform mit einem grünen Barett mit Eberkopf-Abzeichen, eine kürze Version des Mantels und lange Leder-Gamaschen. Mechanisierte Truppen erhielten entweder einen Faserhelm belgischer Art oder den französischen Stahlhelm für motorisierte Truppen, welche beide vorne mit einem Löwenkopf geschmückt waren. Zusätzlich erhielten die mechanisierten Truppen eine Lederjacke und eine Hose mit langen Leggings, oder einen einteiligen Lederüberzug. Rangabzeichen: Rangabzeichen waren auf der Schirmmütze, Seitenkappe und auf den Kragenstücken und Schulterstücken vorhanden. Andere Ränge trugen ihre Rangabzeichen auch als Ärmelabzeichen. Das hauptsächliche Verfahren, die Waffengattung zu identifizieren, war die Waffenfarbe auf den Kragenstücken und Kordeln an diesen. Zusätzlich gab es eine umfangreiche Serie von gelben Metallabzeichen, welche an der Kopfbedeckung, Kragenstücken und an den Schulterstücken angebracht waren. Schließlich wurden eine Reihe von Stabs- oder administrativen Funktionen durch gestickte Abzeichen auf den Kragenstücken und manchmal auch auf der Vorderseite der Schirmmütze angezeigt. Belgische Luftwaffe Am 1. März 1920 wurde die belgische Luftwaffe als Teil des Heeres aufgestellt. Von Anfang an bis zum Ausbruch des Krieges war die Luftwaffe durch einen Mangel von modernen Flugzeugen geplagt. Während das Land ein eigenes Jagdflugzeug entwickelte (die Renard R-36), musste es Flugzeuge aus England und den USA importieren. Als die deutsche Wehrmacht angriff, waren nur 180 der 234 belgischen Flugzeuge einsatzbereit. Die meisten von diesen waren veraltet, und nur eine der wenigen modernen Hawker Hurricane überstand den ersten Luftangriff auf den Flugplatz Schaffen, bevor die Flugzeuge verteilt werden konnten. Im Mai 1940 wurde die L’Aeronautique Militaire Belge mit dem Luftbeobachtungsdienst und der Flak zur Heimatluftverteidigung (Defense Aeronautique du Territoire oder kurz DAT) zusammengelegt. Die belgische Luftwaffe bestand aus drei Regimentern: das 1. Regiment war die Beobachtungs- und Verbindungseinheit für die Armee, das 2. das Jagdflieger-Regiment und das 3. ein Aufklärer- und Bomber-Regiment. Zusätzlich gab es ein Unterstützungs-Regiment mit Hilfs- und Betankungs-Kompanien. Das 1. Luftwaffen-Regiment bestand aus sechs Staffeln mit zusammen 62 einsatzbereiten Maschinen. Das 2. Luftwaffen-Regiment hatte sechs Staffeln mit insgesamt 79 Flugzeugen. Das 3. Luftwaffen-Regiment verfügte über 41 Flugzeuge in vier Staffeln. Jede Flugzeug-Staffel hatte eine zusätzliche Flugabwehrkanonen-Einheit (Escadrille de Parc). Uniformen der belgischen Luftwaffe Es gab zwei grundlegende Uniformen in der belgischen Luftwaffe. Die erste war die der Armee, da die Luftwaffe nur eine Waffengattung von dieser war. Die zweite Uniform war eine blau-graue Luftwaffen-Uniform, welche für das reguläre Flugpersonal eingeführt worden war. Die Situation wurde dadurch komplizierter gemacht, dass eine Reihe von Luftwaffen-Offizieren weiterhin eine Regiments-Uniform trugen. Zusätzlich gab es eine Schirmmütze mit einem schwarzen Band und schwarzer Spitze, sowie einen zweireihigen, blau-grauen Übermantel. Üblicher als Kniehosen und Stiefel waren lange, blau-graue Hosen mit schwarzen Schuhen. Rangabzeichen: Die Rangabzeichen auf den grau-blauen Fliegeruniformen waren die gleichen, wie auf den Khaki-Armeeuniformen. Die Waffenfarbe erschien auf den Kragenstücken der Khaki-Uniform mehr …

  • Die italienische Armee im Ersten Weltkrieg von 1915 bis 1918. Uniformen, Stärke, Divisionen, Organisation, Befehlshaber und Verluste. Wie einige andere Großmächte führte Italien die Wehrpflicht in den 1870er Jahren ein und setzte den Zeitraum für die Dienstpflicht auf drei Jahre fest. Die italienische Armee 1915 bis 1918 In vielerlei Hinsicht war die Armee die einzige wirkliche, nationale Organisation der neugeborenen Nation Italien. Doch selbst diese Armee war eine Mischung aus den früheren lokalen Armeen, vereinigt rund um die piemontesischen Armee, ebenso wie Italien selbst sich um die piemontesischen Monarchie vereinigt hatte. Obwohl ihre lokalen Bestandteile jeweils ihre eigenen stolzen Traditionen hatten, prägten die Traditionen von Piemont die Armee, was zu Frustration und Groll führte, wenn piemontesische Offiziere eine Vorzugsbehandlung genossen oder schneller befördert wurden. Es gab davon natürlich Ausnahmen, insbesondere General Armando Diaz, der, obwohl aus Neapel kommend und mit spanischer Abstammung, in der italienischen Armee aufstieg und diese im letzten Jahr des Krieges befehligte. Trotz der durch Wirtschaftskraft und Bildungsschwächen auferlegten Einschränkungen Italiens, war die Armee führend in verschiedenen Bereichen der militärischen Modernisierung gewesen. Die Italiener waren die ersten, welche Flugzeuge im Krieg einsetzten (in Libyen ab Oktober 1912) und mit dem am weitesten verbreiteten Einsatz von Panzerwagen. Die zunehmende Begeisterung für den Motortransport mag seine Ursache auch in dem historischen Mangel an Pferden im Land gehabt haben. Wirtschaftliche und politische Zwänge führten dazu, dass eine dringend benötigtes Umrüstungsprogramm nur sehr langsam durchgeführt wurde. Bis 1914 hatte die italienische Armee immer noch nicht das Material ersetzt, welches sie in Libyen verloren hatte. Aber zwischen August 1914 und Mai 1915 bewegten sich die Dinge schneller vor dem Hintergrund des Krieges im Norden. Es gab es eine drastische Reduzierung der Verschwendung und eine deutliche Erhöhung der Zahl der jüngeren Offiziere. Der Armee wurde auch durch das Phänomen des ‘Volontarismo’ geholfen, welcher die Volksstimmung wiedergab. Die Politik, die Armee dazu zu benutzen, die nationale Einheit zu fördern, führte zu einem komplizierten System bei der Wehrpflicht und Mobilisierung. Jedes Regiment bezog seine Rekruten aus zwei getrennten Regionen und schickte sie dann zu einem Dritten weiter. Nachdem ihre Dienstzeit zu Ende war, kehrten die Männer jedoch als Reservisten wieder nach Hause zurück. Und als sie dann zu den Fahnen gerufen wurden, traten diese Reservisten stattdessen ihren ‘lokalen’ statt ihren ursprünglichen Regimentern bei. Dadurch entwickelten diese Regimenter aus eingezogenen Reservisten wieder lokale Identitäten. Die einzigen Ausnahmen von diesem System vom Mischen und Überstellen der Rekruten waren die Alpini, welche vornehmlich aus den Alpen-Regionen von Norditalien stammten und wo sie auch stationiert waren. Unter dem Rekrutierungsschema von 1907 waren alle wehrfähigen Männer in drei Klassen im Alter zwischen 19 und 38 Jahren aufzurufen. Die erste Klasse verbrachte zwei Jahre im aktiven Dienst, sechs in der Reserve, vier in der mobilen Miliz und sieben in der Territorial-Miliz. Die zweite Klasse verbrachte sechs Monate im aktiven Dienst, siebeneinhalb Jahre in der Reserve und den gleichen Zeiträumen in der Miliz als Erste Klasse. Die dritte Klasse verbrachte alle 19 Jahre in der Territorial-Miliz, erhielt aber praktisch kein effektives Training. Tatsächlich diente aber nur eine Minderheit der Wehrpflichtigen in der Armee. So werden für 1911 angegeben, dass nur weniger als 25 Prozent der Wehrpflichtigen tatsächlich eingezogen wurden. Das Ergebnis war, dass die ‘aktive Armee’ lediglich aus Offizieren – welche immer in einer zu geringen Zahl als benötigt vorhanden waren – und nur der Ersten Klasse der Wehrpflichtigen bestand. Erschwerend kam hinzu, dass die neuen Wehrpflichtigen sich zwar im November melden mussten, aber der Beginn ihrer eigentlichen Dienstzeit wurde auf den kommenden März verschoben. Da dieser Zeitraum in der Praxis jedoch nicht durch die Ausbildung der Zweiten Klasse genutzt wurde, gab es in den Wintermonaten praktisch keine stehende Armee. Selbst in den Sommermonaten hatten die Einheiten weniger als zehn Prozent ihrer nominellen Stärke. Die Probleme wurden durch den Mangel an Unteroffizieren, welche traditionell aus der in Italien sehr kleinen, gebildeten unteren Mittelklasse stammten, verschärft. Nichtsdestotrotz gelang es der Armee, bemerkenswerte Verbesserungen bis zum Auftakt des Krieges zu erreichen. Stärke Bis zum Mai 1915 hatte der Chef des Generalstabs, General Cadorna, 23.039 Offiziere, 852.217 Mannschaften und 9.163 Zivilisten mobilisiert. König Vittorio Emanuel – nominell Oberbefehlshaber – verbrachte den Krieg zwar in der Nähe der Front, aber General Cadorna führte die tatsächliche Befehlsgewalt aus, während der König zwischen seinem Stabschef und seiner Regierung in Rom vermittelte. Italien trat in den Krieg ein mit 12 Armeekorps innerhalb Italiens zu je zwei aktiven Infanterie-Divisionen. Die Korps hatten ihre ursprünglichen Hauptquartiere wie folgt: I. Korps – Turin, II – Alessandria, III – Mailand, IV – Genua, V – Verona, VI – Bologna, VII – Ancona, VIII – Florenz IX – Rom, X – Neapel XI Bari, XII – Palermo und Cagliari (wobei dieses mit 3 Divisionen einzigartig war). Es gab auch zwei Korps in den Kolonien. Diese 14 Korps wurden auf vier Armeen verteilt. Einschließlich Reserven der zweiten Linie gab es 35 Infanterie-Divisionen und ein Dutzend Miliz-Divisionen (aus insgesamt zwei Grenadier- und 94 Linienregimentern), eine Bersaglieri-Division (12 Regimenter), zwei Alpini-Gruppen (52 Bataillone in acht Regimenter), vier Kavallerie-Divisionen, 14 Bataillone Pioniere, 467 Feldartillerie-Batterien mit fast 2.000 Kanonen und Haubitzen, sowie Bataillone der para-militärischen Carabinieri und Guardi di Finanza (militarisierte Zollpolizei), um die Feldarmee zu unterstützen. Während des Krieges expandierte die Armee massiv und ihre Strukturen wurde geändert, welche die neuen Bedingungen des Stellungskrieges widerspiegelten. Bis Ende 1915 gab es bereits 181 neue Kampfbataillone: darunter 72 der Linieninfanterie, vier der Bersaglieri, 26 der Alpini, vier der Gebirgsartillerie, 18 der schweren Artillerie, 20 der überschweren Artillerie und 37 der Pioniere. Diese Zahlen erhöhten sich noch weiter bis zum Oktober 1917, als es offiziell 26 Armeekorps mit insgesamt 65 Infanterie- und vier Kavallerie-Divisionen gab (tatsächlich waren es sogar 27 Infanterie-Korps, da die 35. Division in Mazedonien so stark war wie ein ganzes Korps). Die Katastrophe von Caporetto im Oktober 1917 und der damit verbundenen italienischen Rückzug auf den Fluss Piave kosten die Armee rund 300.000 Gefallene, Verwundet und Gefangene sowie 3.150 Artilleriegeschütze, 1.732 Mörser, 3.000 Maschinengewehre und 300.000 Gewehre. Dies erforderte praktisch den Wiederaufbau der italienischen Armee. Der neue mehr …

  • 3d-Modell Königstiger

    Tiger II – deutscher schwerer Panzerkampfwagen VI Ausf. B (Königstiger, Tiger II). Feuerkraft, Schutz, Feuerkraft und Mobilität im Einsatz, Spezifikationen, Statistiken und 3d-Modell (Teil II). hier zu Teil I vom Königstiger: Geschichte, Herstellung, Einsatz, Bilder und Video. Leistung des Königstigers im Einsatz Feuerkraft Der Tiger II verwendete die KwK 43, welche von der 88-mm Pak 43 abgeleitet war und allgemein als beste Panzerabwehrkanone des Zweiten Weltkrieges gilt. Diese Waffen hatten eine dramatisch verbesserte Leistung gegenüber der ursprünglichen 88-mm Flak. Was in einem Panzer geschah, wenn ihn lediglich nur eine Granate der schwächeren 88-mm-Flak getroffen hatte, wurde von einem amerikanischen Offizier 1943 wie folgt beschrieben: ‘Wir konnten tatsächlich die Granaten sehen, welche knapp über den Boden wie ein springender Stein auf der Wasseroberfläche auf uns zukamen. Ein Granatsplitter kam direkt durch das Rohr unserer Kanone hindurch, verursachte aber keine schweren Verletzungen unter der Besatzung. Eine andere Granate ging wie ein Hase durch die Drehgestell-Räder unter dem Panzer durch und riss die andere Seite auf. Eine weitere traf den Turm, detonierte aber nicht. Dann traf eine Granate unser Ketten-Aufhängungssystem. Jeder Treffer verursachte ein Geräusch wie ein gigantischer Amboss oder riesige Glocke und ließ unsere Ohren klingeln. Sobald unsere Kanone wieder schussbereit war, begannen wir zu schießen. Dann zerschlug eine weitere Granate unseren linken, hinteren Treibstofftank. Brennendes Benzin spritzte über die Rückseite unseres Panzers, die Ketten und auf den Boden bei uns. Ich schrie zu meinen Jungs, dass es jetzt an der Zeit wäre zu gehen. Wir sprangen aus unserem Panzer wie Erbsen aus einer heißen Schote, noch bevor der Panzer zum Stehen kam.’ Welcher Schaden tatsächlich an einem Panzer geschah, wenn er von einer Hochgeschwindigkeits-Granate einer Acht-Acht-Kanone getroffen wurde, ist abhängig von einer Reihe von Bedingungen. Der prinzipielle Schaden entsteht dadurch, wenn die Granate die Panzerung durchschlägt und den anschließenden Querschlägern des Geschosses innerhalb des getroffenen Fahrzeuges. Neben dem in das Fahrzeug eingedrungene Geschoss wird auch die Panzerung durch Absplitterung in Mitleidenschaft gezogen. Dies geschieht durch den Aufprall des Geschosses auf die Panzerung und verteilt davon Fragmente mit hoher Beschleunigung innerhalb des Fahrzeuges. Ein Bergungsexperte der amerikanischen Armee in Westeuropa 1944/45, welcher zerstörte oder brennende Panzer seiner Einheit untersuchte, beschreibt die Zustände innerhalb eines Sherman-Panzers nach dem Treffer einer Acht-Acht wie folgt: ‘Es war nicht schön. Eine 88-mm-Granate, welche innerhalb des Panzers umherrotiert war, hat jedes Besatzungsmitglied, welches das Pech hatte, in dessen Weg gestanden zu haben, zerschmettert. Wenn der Panzer von einer Acht-Acht getroffen und in Brand geraten war, konnte der Geruch von verbrannten Fleisch überwältigend sein. Durch die starke Hitze eines brennenden Panzers schrumpften die verbrannten Körper seiner Besatzung auf die Hälfte ihrer ursprünglichen Größe’. Die Verletzung, welche von den Hochgeschwindigkeits-Panzerabwehrgranaten der deutschen Geschütze innerhalb durchschlagener amerikanischer Panzer verursacht wurden, waren so schrecklich, dass es bei der 4. US-Panzer-Division eine feste Regel gab, dass wenn die Besatzung einen getroffenen Panzer verlassen hatte, nur verwundeten Kameraden nach außerhalb des Fahrzeuges geholfen werden durfte. Wenn irgendeiner der Panzerleute getötet wurde, war es den überlebenden Besatzungsmitgliedern verboten, diese Körper aus dem Fahrzeug zu bergen. Stattdessen wurden Bergefahrzeuge eingesetzt, den getroffenen Panzer nach hinten abzuschleppen, wo Hilfskräfte deren Überbleibsel entfernten. Der Grund dafür war, dass die Panzerbesatzungen niemals sehen sollten, auf welche schreckliche Weise sie innerhalb ihrer Fahrzeuge sterben können, wenn diese von einer deutschen Panzerabwehrgranate getroffen werden. Dies hätte ihre Moral und Aggressivität beim nächsten Gefecht mit deutschen Truppen nachhaltig beeinflusst. Schutz Während des Zweiten Weltkrieges war das einzige Material, welches für die Panzerung verfügbar war, Stahl. Der Schutz stieg mit der Dicke der Stahlpanzerung an, hatte aber den Nachteil des zunehmend größeren Gewichts. Da die Fahrzeugtechnologie in dieser Zeit nicht in der Lage war, Panzer mit einem starken Schutz und gleichzeitiger großer Mobilität zu konstruieren, waren die Entwürfe ein Kompromiss. Beim Tiger wurde Schutz der Mobilität vorgezogen. Trotzdem kann kein Panzer gegen Bedrohungen aus allen Richtungen und Entfernungen geschützt werden. Deshalb setzten zeitgenössische Konstrukteure ihren gesunden Menschenverstand ein, um die Panzer möglichst gut zu schützen. Heute wissen wir, dass die Frontpanzerung der Fahrzeuge zu 60° Grad für den optimalen Schutz angewinkelt sein sollte. Beim Tiger II wurde aufgrund der Erfahrungen mit dem russischen T-34-Panzer, ebenso wie schon zuvor beim Entwurf des PzKpfw V Panther, angewinkelte Panzerung verwendet, welche die Effektivität des Schutzes stark verbesserte. Dies geschieht auf zwei Weisen: erstens, weil es die Dicke der Panzerung in der Horizontalen vergrößert und zweitens, weil diese weniger Angriffsfläche für ein Geschoss bietet, was zudem noch dadurch eher abprallen als durchschlagen kann. Die Effektivität der Panzerung des Tiger II wird aus einem Gefecht aus dem Jahr 1945 klar, als ein Tiger II einen Sherman-Panzer überraschend aus weniger als 150 Metern abschoss. Die fünf anderen Sherman-Panzer eröffneten daraufhin das Feuer aus weniger als 200 bis 600 Metern und erzielten fünf oder sechs Treffer auf die Vorderseite des Tigers. Sie prallten alle ab, der Tiger II fuhr zurück und war weg. Die amerikanischen Panzerbesatzungen bemerkten zu dem Vorfall, wenn sie Panzer wie den Königstiger hätten, würden sie noch heute den Krieg gewinnen. Bei der US-Army mussten vor allem die M4 Sherman gegen den Tiger ‘ran’. Das amerikanische panzerbrechende Standard-Geschoss M61 für die 75-mm-Kanone prallte allerdings sowohl beim Tiger I als auch beim Königstiger an der Frontpanzerung und manchmal sogar an der Seitenpanzerung einfach ab. Selbst der verbesserte Sherman mit der 76-mm-Kanone konnte beide Tiger-Modelle aus Entfernungen von über 50 Meter nicht frontal durchschlagen. Der einzige bedrohliche Gegner für den Tiger II war der sowjetische Josef-Stalin-Panzer. Der JS-2 erschien erstmals im Februar 1944 auf dem Schlachtfeld und war so wirksam gegen den Tiger I, dass dessen Besatzungen angewiesen wurden, immer zuerst diesen schweren sowjetischen Panzer bei seinem Auftreten zu bekämpfen. Im Februar 1945 wurden 21 Tiger II der schweren 503. SS-Panzer-Abteilung für einen Gegenangriff beim bedrohten Danzig in vier Kampfgruppen eingesetzt. Karl Bormann war einer der Panzerkommandanten und berichtete, dass alleine seine Mannschaft dabei innerhalb von sechs Wochen 66 sowjetische Panzer, 44 Geschütze und 15 Lastkraftwagen zerstört hat. Um auf die Bedrohung durch die Tiger II zu reagieren, brachte die sowjetische 2. Garde-Panzer-Armee ihre zahlreichen JS-2-Panzer mit mehr …

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