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Wehrmacht gegen US Army



Wehrmacht gegen US Army im Zweiten Weltkrieg (Teil IV).
Vergleich Ausbildung, Verluste, Auszeichnungen und Todesurteile.

Ausbildung von Wehrmacht-Soldaten
Ausbildung von Wehrmacht-Soldaten 1940. Foto des Großvaters des Autors.


hier zu TEIL III: Überlegene Kampfkraft der Wehrmacht.

Ausbildung

Die Dauer der Grundausbildung in der Wehrmacht war unterschiedlich. 1938 dauerte sie für Infanteristen 16 Wochen, 1940 nur acht Wochen, 1943 wieder 16 Wochen und 1944 12 bis 14 Wochen.
Bei den Panzertruppen dauerte die Grundausbildung während des gesamten Krieges 21 Wochen, obwohl es seit 1944 vorkam, dass Rekruten notfalls schon nach 16 Wochen am Gefecht teilnehmen mussten.

Zum Vergleich dauerte die Grundausbildung in der US Army bis 1943 nur 13 Wochen. Diese wurde später auf 17 Wochen erhöht, musste aber durch Druck der Vorbereitungen für die Invasion in der Normandie wieder auf 13 Wochen reduziert werden. Panzersoldaten erhielten eine Ausbildung von 17 Wochen, die im Januar 1945 jedoch auf 15 Wochen verkürzt werden musste.
Die durchschnittliche Verlustrate eines US-Infanterie-Regimentes im 2. Weltkrieg betrug nach drei Monaten unterbrochenen Kampfeinsatz 100 Prozent.

Ein noch wesentlicher Unterschied ist, dass deutsche Divisionen ‘landsmannschaftlich’ zusammengesetzt waren (Ersatz stellte ein bestimmter Wehrkreis) und auch Ersatz durch schon zusammen ausgebildete Rekruten in Marsch-Bataillonen erhielt.
Bei der US Army gab es keine ‘regionalen’ Divisionen und alle neuen Rekruten wurden einzeln und nicht mit den Kameraden, mit denen sie die Ausbildung gemacht hatten, auf verschiedene Kampftruppen verteilt. In den meisten Fällen kannten sich die GI’s einer Einheit, welche zusammen zu kämpfen und womöglich zu sterben hatten, noch nicht einmal beim Namen.



Bei der Wehrmacht befand sich das qualifizierteste Personal (körperlich wie geistig) – vor allem bei den Offizieren – immer bei den Kampftruppen.
Bei der US Army – einschließlich der Offiziere – war es genau umgekehrt: Die besten Männer befanden sich bei den sogenannten ‘Unterstützungstruppen’ (Versorgung, Administration usw.). Dies hing damit zusammen, dass die Ausbildung schon von den ‘Unterstützungstruppen’ in Amerika geleitet wurde, welche somit sich auch das beste Personal gleich selbst herauspicken – und wobei diese Männer wiederum zumeist froh darüber waren, nicht bei den richtigen Fronttruppen verheizt zu werden.

Deutsche Divisionen oder Teile von Divisionen wurden regelmäßig aus der Front zur Erholung und Auffrischung gezogen.
Bei der US Army musste jeder Soldat in Europa so lange kämpfen, bis er entweder Gefallen, Verwundet, krank oder ein Fall für die Psychiatrie war. Aus diesem Grund und wegen der laxeren Bestrafung war die Zahl der ‘psychiatrischen Fälle’ und das unerlaubte Entfernen von der Truppe bzw. Desertion in der US Army wesentlich größer. Ursache für diesen harten Dienst war der begrenzte Schiffsraum, die monatelangen Reisezeiten aufgrund der gewaltigen Entfernungen nach Amerika und dem dadurch ständig akuten Mangel an ‘echten Frontschweinen’.


Verluste

Massengrab Wehrmachtsoldaten
Das bittere Ende von hunderttausende Soldaten der Wehrmacht im Massengrab.

Im Frankreichfeldzug von 1940 waren 21,9 Prozent der Verluste der Wehrmacht Tote. Diese Zahl stieg auf 22,9 Prozent seit Beginn von Unternehmen Barbarossa in Russland. Von 100 Verwundeten im Frankreichfeldzug konnten 85 (83 im Sommer 1941, 77 im Winter 1941) mit der Rückkehr zum Dienst rechnen.

Zwischen 7,9 Prozent (Westfeldzug gegen Frankreich, 1940) und 12,2 Prozent (Russland, Januar 1942) der Verwundeten sind gestorben.
Bei der US Army lag dieser Anteil bei nur 4,5 Prozent und 64 Prozent der Verwundeten kehrten zu irgendeiner Art von Dienst zurück.


Gefallene:

JahrGesamtzahl Offiziere (Anteil im Heer durchschnittlich 2,5%)
1939/4073.829 5,9 %
1940/41138.301 5,6 %
1941/42445.036 3,8 %
1942/43418.276 3,9 %
1943/44534.112 3,9 %
bis Dezember 1944167.335 3,2 %
Insgesamt 1939-19441.776.889 4,0 %


Auszeichnungen:

OrdenAnzahl Verleihungen
Eisernes Kreuz 2. Klasse2.300.000
Eisernes Kreuz 1. Klasse300.000
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes5.070
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub569
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub mit Schwertern87
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten13
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit dem Goldenen Eichenlaub mit Schwertern und Brillianten 1 (Stuka-Pilot Oberst Rudel)

Stuka-Pilot Oberst Hans-Ulrich Rudel
Stuka-Pilot Oberst Rudel, höchstdekorierter Soldat der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

45 Prozent aller Orden in der US Army wurden nur an Offiziere ausgegeben und wurden – im Gegensatz zur Wehrmacht – auch für Verdienste außerhalb des Gefechtseinsatzes vergeben.


Todesurteile:

Zeitraum vollstreckte Todesurteile wegen Fahnenflucht u.ä. Zahl der Hinrichtungen wegen aller übrigen Straftaten (zivile Straftaten wie Mord, Vergewaltigung, Raub usw.)
1940312559
1941ca. 470425
19421.551ca. 1.560
1943ca. 1.3642.880
Januar - September 1944ca. 1.6053.829
Januar - April 1945?2.400
US Army Europa 1942-1945 zum Vergleich1 (von 188 Urteilen)69 (von 253 Urteilen)


Weiter zu Kampfkraft der Wehrmacht Teil V: Deutsche Militärische Leistungsfähigkeit

 

Siehe auch: Deutsche Kampfkraft im 1. Weltkrieg

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Der Präsident der Firma North American, J.H. ‘Dutch’ Kindelberger, war von dem Vorschlag nicht begeistert. Er sagte, daß seine Firma einen Jäger bauen könnte, der besser als die P-40 war und dabei den gleichen V-12 Allison V-1710-Motor verwendete. Die Briten akzeptierten diesen Vorschlag, machten aber zur Bedingung, daß der Prototyp innerhalb von 120 Tagen fertig sein müßte, da die Lage in Europa sehr ernst sei. Zwei Konstrukteure von North American, Raymond Rice und Edgar Schmued, begannen sofort mit der Arbeit. Der daraus resultierende Prototyp NA-73X war drei Tage vor dem Termin fertig, obgleich noch ohne Motor und mit von einem AT-6-Trainingsflugzeug geborgten Rädern. Der Erstflug erfolgte am 26. Oktober 1940, da durch fehlende Motorlieferung von Allison die Fertigstellung um sechs Wochen verzögert wurde. Das Flugzeug hatte eine außergewöhnlich saubere Linienführung und seine Leistung war überragend, mit einer 40 km/h schnelleren Höchstgeschwindigkeit als die P-40. Zwischenzeitlich hatte die US-Regierung die Bestellung der RAF für 320 Flugzeuge genehmigt, unter der Voraussetzung, dass die USAAC mit zwei Exemplaren des neuen Flugzeuges für Testzwecke versorgt wird. Der erste Serien-Mustang ging am 1. Mai 1941 in die Lüfte, verblieb aber bei der Firma North American für technische Weiterentwicklungen. Das zweite Serien-Flugzeug kam in Großbritannien im November 1941 an und wurde offiziell als Mustang Mk.I bezeichnet. Die Mustang Mk.I, von denen die RAF annahm, dass sie jedem anderen amerikanischen Flugzeug überlegen seien, wurden im April 1942 als taktische Aufklärer in Dienst gestellt. Bei der Royal Air Force zeigte man sich beeindruckt, da der Jäger eine bessere Bewaffnung als die Spitfire V hatte und durch sein laminares Flügelprofil um 56 km/h schneller war. Auch die Treibstoffkapazität war doppelt so groß, allerdings nahm die Leistung des 1.166-PS-V-12-Allison-Motors mit Kühler unter dem Heck in Flughöhen ab 6.000 Meter stark ab, sodass nur der Einsatz als Aufklärer in niedrigen Flughöhen infrage kam. Zur selben Zeit bestellten die Briten weitere 300 Stück, welche sich nur in Ausrüstung und Bewaffnung unterschieden. Insgesamt erhielt die RAF 620 Mustang Mk.I, 150 Mk.IA und 50 Mk.II. Zwischenzeitlich wurden in Amerika, trotz brillanter Leistung in Flugversuchen bei der USAAC, nur 50 Mustangs mit einer Bewaffnung von vier 20-mm-Bordkanonen zur Foto-Aufklärung bestellt. Anschließend wurden aber weitere 500 Stück der Version A-36A als Sturzkampfbomber gekauft, welche mit sechs 12,7-mm-Maschinengewehren und zwei 227-kg-Bomben bewaffnet waren und über Sturzflugbremsen verfügten. Diese Flugzeuge wurden zwischen September 1942 und März 1943 ausgeliefert. Eine weitere Bestellung über 310 P-51A Mustang ging dann ein, welche ab Frühjahr 1943 ausgeliefert wurden. Diese hatten vier 12,7-mm-Maschinengewehre als Bewaffnung und konnten Bomben oder erstmals abwerfbare Zusatztanks für Langstreckeneinsätze mitführen. Aber die besten Tage der Mustang würden erst kommen. Der Gedanke, das volle Potenzial des Typs auszureizen und den Leistungsabfall in größeren Flughöhen abzustellen, kam britischen und amerikanischen Technikern fast gleichzeitig. Die RAF übergab vier Mustangs an Rolls-Royce, um diese mit dem Merlin-61-Motor zu testen. In der Zwischenzeit wurden auch in den Vereinigten Staaten zwei Flugzeugzellen der Mustang zu North American geschickt, um diese mit Merlin-Motoren, welche von der Firma Packard unter Lizenz mit dem Namen V-1650-3 nachgebaut wurden, auszurüsten. Auf diese Weise erschien der Prototyp der P-51B im September 1942. Nur kleine Veränderung wurden am vorderen Rumpfteil vorgenommen, um den neuen Motor einzubauen, sowie ein Zwischenkühllufteinlauf unter der Bugnase. Dazu kam ein neuer Propeller mit vier breiteren Blättern, aber die Leistungssteigerung war spektakulär. Das neue Flugzeug erreichte eine Geschwindigkeit von 710 km/h in einer Flughöhe von 9.000 Metern und stieg innerhalb von 5 Minuten und 54 Sekunden auf 6.100 Meter Höhe. Dies war eine erhebliche Steigerung gegenüber der Höchstgeschwindigkeit von 628 km/h auf 6.100 Metern und der Steigleistung von mehr als 9 Minuten auf die gleiche Höhe bei der P-51A. So ging der Typ im Sommer 1943 in die Massenproduktion. Die Herstellung erfolgte in der Inglewood-Fabrik als P-51B (1.988 Stück gebaut) und in der neuen Dallas-Fabrikationsanlage als P-51C (1.750 Stück gebaut). Die Bewaffnung bestand anfangs allerdings aus nur vier 12,7-mm-Maschinengewehren. Die späteren C- und alle D-Modelle waren mit sechs 12,7-mm-MGs ausgerüstet und hatten eine Rückenflosse. Die Briten erhielten davon etwa 1.000 Flugzeuge, wo sie als Mustang Mk.III bezeichnet wurden. Der erste Einsatz der P-51B erfolgte mit der 8. USA-Air-Force von England aus am 1. Dezember 1943. Nachdem ausreichend US-Langstreckenjäger vom Typ P-51 Mustang in Großbritannien eingetroffen waren, begann die USAAF am 13. Dezember 1943 mit ihnen Einsätze gegen Deutschland zu fliegen. 45 Mustang-Jäger mit abwerfbaren Zusatztanks, welche ein Reichweite von bis zu 1.400 Kilometern ermöglichten, sicherten einen Bomberverband beim Angriff auf Kiel. Die Mustangs kreisten über dem Ziel und schirmten die amerikanischen Bomber vor den deutschen Abfangjägern ab. Von diesem Tag mehr …

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So vorbereitet, ging er zu einer A/B-Schule (Flug-Grundschule), wo er das Fliegen mit leichten Flugzeuge wie der Klemm 35, der Focke Wulf 44 und der Bücker 131 erlernte. Für seine A2-Lizenz erhielt der Flugschüler Unterricht in den Bereichen Aerodynamik, Luftfahrttechnik, elementare Navigation, Meteorologie, Flugprozeduren und Schulungen im Empfang von Morse-Nachrichten. Für seine B-Lizenz musste er leistungsfähigere Flugzeuge wie die Arado 66, die Gotha 145 und den Arado 76, sowie schwerere Flugzeuge wie die Junkers W33 und W44 und zweimotorige Focke-Wulf Fw 58 fliegen, außerdem veraltete Kampfflugzeuge wie die He 51, den Ar 65 und die Hs 123. Nach erfolgreichem Abschluss seiner B2-Ausbildung hatte der Kandidat zwischen 100 und 150 Flugstunden und erhielt seinen Luftwaffen-Flugzeugführerschein (Pilotenschein) und seine Flugzeugführer-Abzeichen. Diejenigen Piloten, welche für einmotorige Jagdflugzeuge oder Ju 87 Stukas ausgewählt wurden, gingen nun direkt zu den jeweiligen Fachschulen für die Ausbildung in diesen Rollen. Zukünftige Piloten für zweimotorige Zerstörer, Bomber oder Aufklärungsflugzeuge gingen zu den C-Flugschulen, wo sie weitere 50 bis 60 Flugstunden in einem Kurs von rund sechs Monaten Dauer absolvierten. Diesen Piloten wurde ein Bodentraining in fortgeschrittener Avionik zuteil und sie flogen veraltete Einsatzflugzeuge, z.B. im Falle von Bomberpiloten frühe Modelle der He 111, die Ju 52, Ju 86 und die Do 17 . Wenn der Pilot die Ausbildung in der C-Schule bestanden hatte, erhielt er seine ELF* Lizenz (erweiterten Pilotenschein). Er war nun in der Lage sein Flugzeug bei Tage und Nacht zu fliegen, hatte eine begrenzte Ausbildung im Instrumentenflug und konnte einfache Überland-Navigationsflüge unter klaren Wetterbedingungen durchführen. Nach dem Verlassen der C-Schule gingen die Jagdfliegerpiloten der zweimotorigen Zerstörer direkt zu ihrer Fachschule, während die Bomber- und Aufklärer-Piloten noch weitere 50 bis 60 Extra-Stunden im Blindflug erhielten, bevor auch diese zu ihren Fachschulen gingen. Bei den verschiedenen Fachschulen (Jäger, Bomber, Zerstörer, Sturzkampfbomber und Aufklärer) trafen die Piloten der mehrsitzigen Flugzeuge mit ihren Besatzungen zusammen. Es begann nun die kombinierte Ausbildung der Besatzungen in Militärflugzeugen der modernsten Bauart. Im Allgemeinen waren die Übungen in diesen Fachschulen ähnlich denen für Bomber- und Aufklärer-Piloten in den C-Schulen, aber die Nacht- und Überlandflüge waren von längerer Dauer und wurden bei wenig günstigerer Witterung durchgeführt. Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung an den Fachschulen blieben die Besatzungen in der Regel zusammen und wurden zu einer operativen Einheit versetzt. Eine wichtige Besonderheit, auf die hier hingewiesen werden soll, was außerdem die Rolle des Beobachters in mehrsitzigen Flugzeugen. Tatsächlich wurde der Beobachter bis in die Anfangsphase des Krieges als Flugkapitän ausgebildet und war in der Pilotenausbildung bis zu den C-Schulen, bevor er zur Beobachter-Schule für einen neunmonatigen Kurs wechselte (wo er auch weitere Ausbildungen im Blindflug und Navigation erhielt). Bald jedoch nach Ausbruch des Krieges wurde die Ausbildung des Beobachters zum Flugkapitän schrittweise gelockert und von Anfang 1942 verschlechterte sich diese auch noch ständig, bis sie 1944 nur noch fünf Monate mit wenig Pilotenausbildung umfasste. Nachdem die Besatzungen ihre jeweiligen Spezialisten-Schulen durchlaufen hatten, wurden sie zu einer der Ergänzungseinheiten (Einsatz-Trainingsverbände) geschickt, welche den verschiedenen Geschwadern oder Gruppen zugeteilt waren. Dort erlernten die Flugzeugbesatzungen die speziellen taktischen Einsatzmethoden der Verbände, welchen sie später beitreten sollten. Neben den weiteren Ausbildungsübungen dienten die Ergänzungseinheiten auch als ‘Pool’ für trainierte Flugzeugbesatzungen, bis sie von den Frontverbänden angefordert wurden. Von dem Zeitpunkt, als er in die Luftwaffe eingetreten ist, bis zu seiner Ankunft bei seiner Ergänzungseinheit hatte ein Jagdflieger- oder Sturzkampfbomber-Pilot eine dreizehnmonatige Ausbildung mit 150 bis 200 Flugstunden erhalten. Ein Bomber- oder Aufklärer-Pilot sah sogar auf eine 20 Monate andauernde Ausbildung mit 220 bis 270 Flugstunden zurück. Jedoch muss noch einmal betont werden, dass diese Zahlen sich nur auf die Männer beziehen, welche das Ausbildungssystem vor Beginn des Jahres 1942 durchlaufen hatten. Denn während dieses Jahres begann das Ausbildungsprogramm der Luftwaffe in Organisation, Effizienz und reibungslosen Ablauf unter dem Druck des Kriegsverlaufes zunehmend zu leiden. Teil II: Piloten-Training und Jagdflieger-Asse der deutschen Luftwaffe in der zweiten Hälfte des Zweiten Weltkriegs ab 1942 und der Niedergang bis zum Kriegsende

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Dieser Webley & Scott Mk I war der Vorläufer einer Reihe von weitgehend ähnlichen Modellen, von denen noch viele irgendwo verwendet werden. Der Mk I hatte einen nach oben öffnenden Rahmen, mit einem automatischen Auswurf-System, welches die verbrauchten Kartuschen hinauswarf, wenn der Rahmen geöffnet wurde. Der Griff hatte eine markante Form, welcher als ‘Vogelkopf’ bezeichnet wurde und ein Schlüsselring wurde als unentbehrlich zum Tragen angesehen. Ein 102 mm langer Lauf wurde verwendet, aber spätere Mark-Versionen verwendeten auch 152 mm lange Läufe. Nach dem Mark I kamen eine große Anzahl an anderen Mark- und Unterversionen mit Detail-Verbesserungen oder Veränderungen an der Lauflänge. Der gesamte Mechanismus änderte sich aber nicht groß, obwohl beim Erscheinen des hauptsächlichen Modells während des Ersten Weltkriegs sich die Schaft-Form änderte und einige Veränderungen an den Zielvorrichtungen vorgenommen wurden. Der Mark VI wurde der typische Webley .455in Revolver des Ersten Weltkriegs, aber viele der vorhergehenden Mark-Reihen wurden ebenfalls weiterhin verwendet. Der Mark VI war eins sehr gut verarbeiteter und solider Revolver. Er war auch sehr groß und so etwas wie eine Handvoll Tragetasche, welche abgefeuert werden konnte. Die kräftige Kartusche verursachte einen ebenso kräftigen Rückschlag und es wurde empfohlen, ihn nur auf einer sinnvollen Kampfentfernung von wenigen Metern zu verwenden. Für den Grabenkrieg war dies ideal und kein Problem und der Webley wurde zur bevorzugten Waffe für Grabenüberfälle und den Nahkampf. Unter diesen Umständen hatte der Webley einen weiteren großen Vorteil, da er sehr genügsam war und mit dem Dreck und Schlamm, in dem er oft verwendet wurde, kein Problem hatte. Selbst ein verklemmter oder leer geschossener Webley konnte noch als wirksame Keule verwendet werden.   Diese Eigenschaft wurde noch dadurch gesteigert, als das Pritchard-Greener-Revolver-Bajonett eingeführt wurde, welches ein spitzenartiges Bajonett- oder Grabenmesser war, welches über die Mündung mit einem Metallgriff gezogen und gegen den Revolver-Rahmen gedrückt wurde. Diese furchterregende Kombination aus Pistole und Bajonett wurde jedoch nur selten verwendet, da sie niemals offiziell von der Britischen Armee übernommen wurde. Ein sinnvolleres Gerät war jedoch ein Nachlader, mit dem sechs Patronen umgehend in den offenen Zylinder eingeführt werden konnten. Webley-Fosbery Revolver Der Webley-Fosbery Revolver wurde von Oberst G.V. Fosbery (ausgezeichnet mit dem Victoria Cross) entworfen. Die Waffe ist eine Klasse für sich, da es sich um einen automatischen Revolver handelt. Das ursprüngliche Patent wurde 1896 angenommen und die Produktion von Webley & Scott aufgenommen, wobei die daraus resultierenden Pistolen Kammern für die Standardkartusche 0,455 inch (eigentlich aber 0,441 inch bzw. 11,2 mm) erhielten.   Die Funktion der Webley-Fosbery Revolver war einzigartig. Beim Schießen drückte der Rückstoß den Lauf, Zylinder und Oberrahmen entlang einer Schiene über den Griff zurück. Dadurch wurde der Abzugshahn und eine Rückstellfeder im Inneren des Kolbens gespannt und dieser gesamte Teil der Waffe ging wieder in seine Ausgangsposition zurück. Dabei lief ein Bolzen innerhalb der Schiene durch eine abgewinkelte Nute, die in den Zylinder eingearbeitet war, um ihn in die nächste Position mit einer neuen Patrone zu drehen. Das System hatte eine große Anziehungskraft auf diejenigen, die dachten, dass sie nur noch den Abzug drücken müssten, um schnell Schuss auf Schuss abfeuern zu können. In der Praxis war es allerdings nicht so einfach. Ein unmittelbarer Nachteil war, dass die gesamte Funktion sehr viele mechanische Funktionen einband. Der gesamte obere Rahmen, der sich hin und her bewegte, verstärkte die ohnehin schon beachtliche Kraft durch den heftigen Rückstoß und machte die Pistole zu einer unbändigen Bestie beim Schießen. Ein weiterer Nachteil war, dass der Schütze den Kolben sehr fest halten musste, sonst funktionierte das gesamte System nicht, denn der Griff des Schützen diente als Basis für den gesamten Mechanismus. Dennoch wurde der Webley-Fosbery Revolver in beträchtlicher Zahl an britische Offiziere verkauft, die zur Zeit des Ersten Weltkriegs ihre eigenen Faustfeuerwaffen mitbringen mussten. Viele wurden auch an das Personal des Royal Flying Corps verkauft, welches glaubte, dass die automatische Funktion von großem Vorteil sein würde, wenn es darum ging, feindliche Flugzeuge aus dem Cockpit heraus zu bekämpfen. Sie stellten jedoch bald fest, dass die beträchtlichen Bewegungen der Waffe beim Schießen die Verwendung während des Fluges noch schwieriger machten, als es ohnehin schon war. Aus all diesen Gründen wurde der Webley-Fosbery nie offiziell von den britischen Streitkräften übernommen. Dies war auch gut so, denn wenn sie in den Schützengräben eingesetzt wurden, wurde ihr größter Nachteil noch offensichtlicher. Da die gesamte Funktion auf einer fließenden Bewegung durch sorgfältig bearbeitete Nuten beruhte, führte das Zusetzen dieser mit Schmutz, Staub und Schlamm zu einer Blockade. Da die meisten der für die Funktion wichtigen Rillen und Nuten vollständig offen lagen, wurden sie schnell voll von allen möglichen Ablagerung des Grabenkrieges verdreckt und der Benutzer der Waffe musste ständig darauf, dass sie sauber war. Viele Offiziere kapitulierten vor dieser Aufgabe und verwendeten fortan weniger lästige Pistolen. Webley .38in Mk 4 Revolver Der Webley .455-Revolver des Ersten Weltkriegs war zwar ein wirkungsvoller ‘Mann-Stopper’, aber auch eine schwere und gewaltige Waffe, die im Allgemeinen nur in den Händen eines hoch qualifizierten Schützen effektiv war. Solche Männer konnten aber unter den Anforderungen des Krieges nicht ausgebildet werden. Infolgedessen beurteilte die britische Armee nach dem Ersten Weltkrieg die Ballistik für Revolver neu und entschied, dass es möglich sein würde, mit einem Geschoss von 200 Grain (knapp 13 Gramm) und 0,38 inch (9,65 mm) ein ausreichend tödliches Ergebnis zu erzielen. Folglich mehr …

3 Kommentare zu „Wehrmacht gegen US Army“

  1. Pit Preuster

    Bei der US Army wurden Divisionen und Regimenter auch nach harten kämpfen abgezogen und zur Auffrischung ins Hinterland verlegt. Die Wehrmacht war genau wegen seiner übertriebenen Bestrafungen so effizient. Der Feind wurde als brutaler Mörder dargestellt und jegliche Äußerung gegen den “Endsieg” konnte zur Hinrichtung führen. Ich möchte außerdem sagen, dass niemand seine Soldaten nicht verheizt hat. Stalin war der normale Soldat egal und Hitler war so vernarrt, dass er die 6. Armee nicht aus Stalingrad ausbrechen ließ und das Afrika Korps in Tunesien verrecken ließ.

  2. Hallo nochmal,

    ich sehe gerade, das auch die Zahl der Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub mit Schwertern nicht korrekt ist. Es waren nicht 87 sondern 146.
    Siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Tr%C3%A4ger_des_Eichenlaubs_mit_Schwertern_zum_Ritterkreuz_des_Eisernen_Kreuzes

    Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub ist nicht 5xx sondern 863 mal verliehen worden.
    Siehe hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Tr%C3%A4ger_des_Eichenlaubs_zum_Ritterkreuz_des_Eisernen_Kreuzes

    Das Ritterkreuz selbst wurde über 7000 mal verliehen und nicht 5070 mal (http://de.wikipedia.org/wiki/Ritterkreuz_des_Eisernen_Kreuzes).

    Gruß
    Thorsten

    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Tr%C3%A4ger_des_Eichenlaubs_mit_Schwertern_zum_Ritterkreuz_des_Eisernen_Kreuzes

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