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Wehrmacht gegen US Army


Wehrmacht gegen US Army im Zweiten Weltkrieg (Teil IV).
Vergleich Ausbildung, Verluste, Auszeichnungen und Todesurteile.

Ausbildung von Wehrmacht-Soldaten
Ausbildung von Wehrmacht-Soldaten 1940. Foto des Großvaters des Autors.


hier zu TEIL III: Überlegene Kampfkraft der Wehrmacht.

Ausbildung

Die Dauer der Grundausbildung in der Wehrmacht war unterschiedlich. 1938 dauerte sie für Infanteristen 16 Wochen, 1940 nur acht Wochen, 1943 wieder 16 Wochen und 1944 12 bis 14 Wochen.
Bei den Panzertruppen dauerte die Grundausbildung während des gesamten Krieges 21 Wochen, obwohl es seit 1944 vorkam, dass Rekruten notfalls schon nach 16 Wochen am Gefecht teilnehmen mussten.

Zum Vergleich dauerte die Grundausbildung in der US Army bis 1943 nur 13 Wochen. Diese wurde später auf 17 Wochen erhöht, musste aber durch Druck der Vorbereitungen für die Invasion in der Normandie wieder auf 13 Wochen reduziert werden. Panzersoldaten erhielten eine Ausbildung von 17 Wochen, die im Januar 1945 jedoch auf 15 Wochen verkürzt werden musste.
Die durchschnittliche Verlustrate eines US-Infanterie-Regimentes im 2. Weltkrieg betrug nach drei Monaten unterbrochenen Kampfeinsatz 100 Prozent.

Ein noch wesentlicher Unterschied ist, dass deutsche Divisionen ‘landsmannschaftlich’ zusammengesetzt waren (Ersatz stellte ein bestimmter Wehrkreis) und auch Ersatz durch schon zusammen ausgebildete Rekruten in Marsch-Bataillonen erhielt.
Bei der US Army gab es keine ‘regionalen’ Divisionen und alle neuen Rekruten wurden einzeln und nicht mit den Kameraden, mit denen sie die Ausbildung gemacht hatten, auf verschiedene Kampftruppen verteilt. In den meisten Fällen kannten sich die GI’s einer Einheit, welche zusammen zu kämpfen und womöglich zu sterben hatten, noch nicht einmal beim Namen.



Bei der Wehrmacht befand sich das qualifizierteste Personal (körperlich wie geistig) – vor allem bei den Offizieren – immer bei den Kampftruppen.
Bei der US Army – einschließlich der Offiziere – war es genau umgekehrt: Die besten Männer befanden sich bei den sogenannten ‘Unterstützungstruppen’ (Versorgung, Administration usw.). Dies hing damit zusammen, dass die Ausbildung schon von den ‘Unterstützungstruppen’ in Amerika geleitet wurde, welche somit sich auch das beste Personal gleich selbst herauspicken – und wobei diese Männer wiederum zumeist froh darüber waren, nicht bei den richtigen Fronttruppen verheizt zu werden.

Deutsche Divisionen oder Teile von Divisionen wurden regelmäßig aus der Front zur Erholung und Auffrischung gezogen.
Bei der US Army musste jeder Soldat in Europa so lange kämpfen, bis er entweder Gefallen, Verwundet, krank oder ein Fall für die Psychiatrie war. Aus diesem Grund und wegen der laxeren Bestrafung war die Zahl der ‘psychiatrischen Fälle’ und das unerlaubte Entfernen von der Truppe bzw. Desertion in der US Army wesentlich größer. Ursache für diesen harten Dienst war der begrenzte Schiffsraum, die monatelangen Reisezeiten aufgrund der gewaltigen Entfernungen nach Amerika und dem dadurch ständig akuten Mangel an ‘echten Frontschweinen’.


Verluste

Massengrab Wehrmachtsoldaten
Das bittere Ende von hunderttausende Soldaten der Wehrmacht im Massengrab.

Im Frankreichfeldzug von 1940 waren 21,9 Prozent der Verluste der Wehrmacht Tote. Diese Zahl stieg auf 22,9 Prozent seit Beginn von Unternehmen Barbarossa in Russland. Von 100 Verwundeten im Frankreichfeldzug konnten 85 (83 im Sommer 1941, 77 im Winter 1941) mit der Rückkehr zum Dienst rechnen.

Zwischen 7,9 Prozent (Westfeldzug gegen Frankreich, 1940) und 12,2 Prozent (Russland, Januar 1942) der Verwundeten sind gestorben.
Bei der US Army lag dieser Anteil bei nur 4,5 Prozent und 64 Prozent der Verwundeten kehrten zu irgendeiner Art von Dienst zurück.


Gefallene:

JahrGesamtzahl Offiziere (Anteil im Heer durchschnittlich 2,5%)
1939/4073.829 5,9 %
1940/41138.301 5,6 %
1941/42445.036 3,8 %
1942/43418.276 3,9 %
1943/44534.112 3,9 %
bis Dezember 1944167.335 3,2 %
Insgesamt 1939-19441.776.889 4,0 %


Auszeichnungen:

OrdenAnzahl Verleihungen
Eisernes Kreuz 2. Klasse2.300.000
Eisernes Kreuz 1. Klasse300.000
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes5.070
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub569
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub mit Schwertern87
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten13
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit dem Goldenen Eichenlaub mit Schwertern und Brillianten 1 (Stuka-Pilot Oberst Rudel)

Stuka-Pilot Oberst Hans-Ulrich Rudel
Stuka-Pilot Oberst Rudel, höchstdekorierter Soldat der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

45 Prozent aller Orden in der US Army wurden nur an Offiziere ausgegeben und wurden – im Gegensatz zur Wehrmacht – auch für Verdienste außerhalb des Gefechtseinsatzes vergeben.


Todesurteile:

Zeitraum vollstreckte Todesurteile wegen Fahnenflucht u.ä. Zahl der Hinrichtungen wegen aller übrigen Straftaten (zivile Straftaten wie Mord, Vergewaltigung, Raub usw.)
1940312559
1941ca. 470425
19421.551ca. 1.560
1943ca. 1.3642.880
Januar - September 1944ca. 1.6053.829
Januar - April 1945?2.400
US Army Europa 1942-1945 zum Vergleich1 (von 188 Urteilen)69 (von 253 Urteilen)


Weiter zu Kampfkraft der Wehrmacht Teil V: Deutsche Militärische Leistungsfähigkeit

 

Siehe auch: Deutsche Kampfkraft im 1. Weltkrieg

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Der ersten Versuche mit einer neuen Generation von schweren amerikanischen Kampfpanzern wurden mit dem neuen mittleren Panzer T20 unternommen. Dieser wurde im September 1942 in Auftrag gegeben und erstmals im Juni 1943 gebaut. Der Panzer hatte eine 76-mm-Kanone und eine Kettenaufhängung, welche ähnlich dem mittleren M4 Sherman-Panzer war. Eine fortlaufende Weiterentwicklung führte zu einer neuen Form der Kettenaufhängung vom Torsionsstab-Typ beim mittleren Panzer T23. Mit dem T25 erschien erstmals eine Version eines schweren Panzers, welcher mit einer neuen 90-mm-Kanone in einem überarbeiteten Turm bewaffnet war. Zwischen Januar und April 1944 wurden 50 Exemplare gebaut. Die ersten vierzig T25 hatten lediglich eine maximale Panzerung von 87 mm wie beim T23, während die letzten zehn eine verstärkte Panzerung erhielten und als ‘schwere’ mittlere Panzer T26 bezeichnet wurden. Bei diesem Entwicklungsstand traten erhebliche Meinungsverschiedenheiten auf. 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Nach der amerikanischen Panzer-Doktrin waren jedoch nur die schnellen und nur schwach gepanzerten Jagdpanzer M10 und M18 für die Panzerjäger-Rolle zuständig. Diese etwas weltfremde Anforderung war erst vom Tisch, als am 1. Juni 1944 eine Bewertung der US-Truppenführung aus Europa eintraf, welche keine Fahrzeuge mehr mit 75-mm- oder 76-mm-Kanonen ab 1945 erhalten wollte, sondern Panzer mit 90-mm-Kanonen und 105-mm-Haubitzen im Verhältnis von eins zu vier. Diese Anforderung wurde vom amerikanischen Heeres-Generalstab bestätigt und der T26 wurde Ende Juni 1944 als schwerer Panzer T26E1 bezeichnet und wurde zum Prototypen für den M26 Pershing. Es wurden umfassende Versuche mit dem T26E1 vorgenommen und zahlreiche Detailverbesserungen für die endgültigen Serienfahrzeuge vorgenommen. Dazu gehörten Verbesserungen bei der Kraftübertragung und der Motorkühlung, ein überarbeitetes elektrisches System, das Entfernen des Turmkäfigs um mehr Munition laden zu können, ein besserer Zugang zum Motor und ein größerer Luftreiniger. Im August 1944 empfahl dann das amerikanische Ausrüstungs- und Beschaffungsamt, den T26E1 als schweren Standard-Kampfpanzer in die Produktion zu nehmen. Der Widerstand war jedoch noch immer stark und die Heeres-Streitkräfte erklärten, dass das Fahrzeug nicht als Standard akzeptiert werden könnte, bis das Armored Force Board die Modifikationen für die Produktion ebenfalls getestet und genehmigt hat. Bereits im vorgehenden Juli hatte die Heeres-Streitkräfte schon versucht, den T26E1 mit der 76-mm-Kanone neu bewaffnen zu lassen, ein Vorschlag, welcher vom amerikanischen Ausrüstungs- und Beschaffungsamt einfach ignoriert wurde. Damit der Verteidigungsaus­schuß seine Zustimmung für den neuen schweren Panzer geben und die Kampftüchtig­keit des Fahrzeuges bestätigt wurde, sah sich der Kriegs­minister gezwungen, 20 der T26E3 (M26 Pershing) zur Erpro­bung auf den europäischen Kriegsschauplatz zu schicken. Die Produktion dieser 20 T26E3 hatte im November 1944 begonnen und diese sollten zur Kampferprobung Anfang Dezember nach Europa geschickt werden. Wieder stellten sich die Heeres-Streitkräfte dagegen und forderten eine einmonatige Testphase bei der Panzertruppe in Amerika. Doch gerade in dieser Zeit schlugen am 16. Dezember 1944 zwei deutsche Panzer-Armeen auf die 1. US-Armee in den Ardennen ein. Dabei wurde klar, dass der M4 Sherman mit seiner dünnen Panzerung und selbst mit der besseren 76-mm-Kanonen unzulänglich war. Dies führte dazu, dass am 22. Dezember der US-Generalstab in die Angelegenheit einschritt und die sofortige Verschiffung aller verfügbaren T26E3 ohne weitere Erprobungen nach Europa anordnete. 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Mit Ausnahme der japanischen Riesen der Yamato-Klasse hatten sie jedoch die stärkste Panzerung aller im Zweiten Weltkrieg gebauten Schlachtschiffe und waren technisch den meisten ihrer Zeitgenossen ebenbürtig. Außerdem gelang es drei Schiffen der Klasse, zwei deutsche Großkampfschiffe zu versenken. Bereits 1934 erkannten die Briten, dass das Land wahrscheinlich bis 1941 mit Deutschland oder Japan in einen bewaffneten Konflikt geraten würde, in dem Italien möglicherweise auch intervenieren wird. Was die Admiralität beunruhigte, war die Tatsache, dass die Royal Navy für einen solchen Krieg viel zu schwach war. Obwohl auf dem Papier immer noch die stärkste Marine der Welt, hatte die Royal Navy einen großen Anteil älterer Schiffe, von denen der Großteil Schwierigkeiten hätte, moderne Gegner zu bekämpfen. So waren die führenden Seemächte zwar bestrebt, die in den Verträgen verankerten Tonnage-Beschränkungen einzuhalten, jedoch nicht auf Kosten der Kampffähigkeit der neuen Schiffe. Der Washingtoner Flottenvertrag sollte im Dezember 1936 auslaufen und eine weitere Konferenz stand vor der Einberufung, um die Beschränkungen der Flotten der Welt zu diskutieren. Die britische Admiralität wollte diese Schwäche der Royal Nayy beheben und forderte vom Kabinett im Mai 1934, dass der neue Flottenvertrag Großbritannien den Bau neuer Schlachtschiffe gestatten muss. Die britische Admiralität war derartig besorgt, dass diese neuen Schiffe so schnell wie möglich auf Kiel gelegt werden sollten, da der bestehende Flottenvertrag auslief – selbst wenn dies bedeuten würde, dass sie eine geringere Größe und weniger Bewaffnung hätten. Mit Entwurfsstudien für neue Großkampfschiffe wurde bereits im Frühjahr 1933 begonnen, damit die britischen Vertreter für die Konferenz von 1935 klare Vorgaben haben, wie sie es zuvor schon in Washington hatten. Dem Panzerschutz wurde oberste Priorität eingeräumt, da erkannt wurde, dass, selbst wenn auf der Konferenz zugestimmt werden würde, die Geschützkaliber zu beschränken, die neuen Schiffe trotzdem auf noch vorhandene Gegner mit 381-mm oder 406-mm-Geschütze für einige Jahre treffen könnten. Auch sollte die Panzerung stark genug sein, um 910-kg-Bomben bei Luftangriffen zu überstehen. Die Geschwindigkeit sollte nicht mehr als 23 Knoten betragen, genauso wie bei den Schlachtschiffen anderer Marinen und der britischen Nelson-Klasse. Der entscheidende Kampfbereich wurde auf nur 11.000 bis 14.600 Meter festgelegt. Es wurde angenommen, dass eine höhere Geschwindigkeit von 30 Knoten zwar eine größere Gefechtsentfernung zulassen würde, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass die Vernichtung eines feindlichen Schlachtschiffs nur auf kürzere Entfernungen möglich ist. Die Frage der Geschwindigkeit ärgerte die Konstrukteure für das, was man jetzt offiziell die ‘Großschiffe 1937’ nannte. Die Konferenz von 1935 führte zum Dreimächte-Vertrag zwischen Großbritannien, den USA und Frankreich. Die Franzosen aber, mit einem nervösen Auge auf Italien schielend, wollten nicht auf ihr Recht verzichten, 35.000 Tonnen große Schiffe mit 381-mm-Geschützen zu bauen. Die französischen Schlachtkreuzer Dunkerque und Straßburg waren ebenfalls schnell, ebenso wie die deutschen Antworten darauf, Gneisenau und Scharnhorst. Auch das Waffenkaliber war Gegenstand von heftigen taktieren. Auf der Konferenz im Jahr 1935 drängten die Briten immer noch auf eine Reduzierung auf das 305-mm-Kaliber für Geschütze von Schlachtschiffen, obwohl die USA das Kaliber 406 mm behalten wollten, während die Franzosen und Italiener heimlich schon 381-mm-Geschütze für ihre neuen Schiffe planten. Aber die Briten blieben optimistisch, um zumindest eine Beschränkung auf das Kaliber 356 mm zu erreichen und gewannen die Zustimmung der Vereinigten Staaten. Da Schiffsgeschütze und ihre gewaltigen Türme eine lange Zeit für den Entwurf benötigten und noch länger um sie zu bauen, mussten diese vor Ende 1935 in Auftrag gegeben werden, wenn sie 1940 für die ersten beiden neuen Schlachtschiffe fertig sein sollten. Das Ergebnis von all dem war, dass im Oktober 1935, zwei Monate vor der Einberufung der Londoner Marinekonferenz, der Ausschuss der Admiralität empfahl, dass die neuen Großkampfschiffe 35.000 Tonnen groß sein sollten, mit einer Geschwindigkeit von 28 Knoten und mit zwölf 356-mm-Geschützen bewaffnet. Nach dem noch gültigen Washington-Vertrag war die Typen-Verdrängung für Schlachtschiffe auf 35.560 Tonnen und das größte Geschützkaliber auf 406 mm beschränkt. Die Vereinigten Staaten bestanden anschließend auf einer Klausel, die es erlaubte, 406-mm-Geschütze wieder einzubauen, wenn die Japaner sich weigerten, die Vertragsbedingungen bis April 1937 zu ratifizieren. Für den Fall, dass dies geschah, würde Großbritannien als einzige Nation dastehen, welche Schlachtschiffe mit nur 356-mm-Geschützen bauen würde. Und dies war der Kern der meisten Kritik an diesen Schiffen, obwohl die Erfahrungen während des Zweiten Weltkriegs später zeigen sollte, dass die theoretisch größere Reichweite und Schlagkraft der 381-mm und 406-mm-Granaten kaum einen Unterschied im Gefecht ausmachte. Aber 1935 glaubten die britischen Konstrukteure, um die leichteren Granaten zu kompensieren, sollten sie die Anzahl der Geschütze von acht oder neun auf zwölf erhöhen, in drei Vierfach-Türmen. Diese Lösung wurde von den Amerikanern auch für ihre Entwürfe mit den schwereren 406-mm-Geschützen übernommen. Mit der fortschreitenden Arbeit an den neuen Schiffen wurden einige radikal neue Eigenschaften aufgenommen. Neue 133-mm-Mehrzweckgeschütze zur Bekämpfung von Seezielen und Flugzeugen wurden erstmals in einem Kriegsschiff verwendet, anstatt der geplanten 114-mm-Kanonen. Es wurde eine dicke horizontale Panzerung gegen steil einschlagende Granaten sowie 406-mm-Granaten und Bomben vom mittleren Deck bis auf das Hauptdeck gezogen, um die Stabilität des Schiffes in einem beschädigten Zustand zu verbessern und den Bereich des Schiffes zu verringern, welcher anfällig für halb-panzerbrechende Bomben ist. Ebenso wie die Nelson-Klasse hatten auch die Schiffe der King George V–Klasse eine ‘Alles-oder-nichts’-Panzerung. Allerdings wurde bei ihnen der schräg gestellte Binnengürtel weggelassen, da er nach einer Beschädigung nur schwer zu reparieren war. Dafür gewährte ein Außengürtel einen größeren gepanzerten Reserve-Auftrieb. Dazu mehr …

3 Kommentare zu „Wehrmacht gegen US Army“

  1. Pit Preuster

    Bei der US Army wurden Divisionen und Regimenter auch nach harten kämpfen abgezogen und zur Auffrischung ins Hinterland verlegt. Die Wehrmacht war genau wegen seiner übertriebenen Bestrafungen so effizient. Der Feind wurde als brutaler Mörder dargestellt und jegliche Äußerung gegen den “Endsieg” konnte zur Hinrichtung führen. Ich möchte außerdem sagen, dass niemand seine Soldaten nicht verheizt hat. Stalin war der normale Soldat egal und Hitler war so vernarrt, dass er die 6. Armee nicht aus Stalingrad ausbrechen ließ und das Afrika Korps in Tunesien verrecken ließ.

  2. Hallo nochmal,

    ich sehe gerade, das auch die Zahl der Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub mit Schwertern nicht korrekt ist. Es waren nicht 87 sondern 146.
    Siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Tr%C3%A4ger_des_Eichenlaubs_mit_Schwertern_zum_Ritterkreuz_des_Eisernen_Kreuzes

    Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub ist nicht 5xx sondern 863 mal verliehen worden.
    Siehe hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Tr%C3%A4ger_des_Eichenlaubs_zum_Ritterkreuz_des_Eisernen_Kreuzes

    Das Ritterkreuz selbst wurde über 7000 mal verliehen und nicht 5070 mal (http://de.wikipedia.org/wiki/Ritterkreuz_des_Eisernen_Kreuzes).

    Gruß
    Thorsten

    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Tr%C3%A4ger_des_Eichenlaubs_mit_Schwertern_zum_Ritterkreuz_des_Eisernen_Kreuzes

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