Zweiter Weltkrieg Verlauf 1939-40


Zweiter Weltkrieg, Zusammenfassung des Verlaufs der Blitzkriege von 1939 bis 1940 (Teil I).

 Einmarsch in Paris
Höhepunkt der deutschen Blitzkriege ist der Einmarsch in Paris.

Blitzkrieg



Hitler hatte sich von Anfang an die Umgestaltung Europas mit militärischen Mitteln zur Gewinnung des ‘deutschen Lebensraumes’ und die Neuverteilung der weltweiten Ressourcen zum Ziel gesetzt, zusammen mit dem Verschwinden oder Vertreiben von ‘minderwertigen Rassen’ und unerwünschten Personen nach den Vorstellungen seines Rassen-Wahns.

Trotzdem war das Deutsche Reich für einen größeren Konflikt eigentlich nicht vorbereitet, was im Angesicht der Erfolge in den ersten Jahren des Zweiten Weltkriegs erst einmal merkwürdig erscheint. Die sich als stahlhart und erfolgreich erweisende Wehrmacht befand sich erst im Aufbau und so etwas wie eine ‘Tiefenrüstung’ gab es nicht.

Dieser scheinbare Widerspruch erklärt sich dadurch, dass der Zweite Weltkrieg nach Hitlers eigenem Zeitplan zu früh ausbrach. Denn 1936 hatte er in einem streng geheimen Memorandum den Befehl erteilt, dass die deutsche Wirtschaft in vier Jahren kriegsbereit sein muss. Die Folge war, dass die deutsche Rüstungsindustrie noch nicht so weit war, als sich der Führer bereits Anfang 1939 zum Angriff auf Polen bei erster Gelegenheit entschloss.

Zu diesem Zeitpunkt verfügte die Wehrmacht zwar über mehr und modernere Flugzeuge und auch neue Panzerkampfwagen als die einzelnen Nachbarn Deutschlands, aber selbst die Briten alleine stellten schon zu diesem Zeitpunkt mehr neue Waffen her. Und noch schlimmer sah es bei der Kriegsmarine aus, da das erst 1938 begonnene Flottenbau-Programm für das Jahr 1944 abgestellt war.

Truppenparade zu Hitlers 50. Geburtstag
Truppenparade zu Hitlers 50. Geburtstag am 20. April 1939 in Berlin.
Trotzdem erzielte die Wehrmacht nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges für jedermann überraschende Anfangserfolge. Dies lag zu einem an der ebenso überraschenden Schwäche ihrer Gegner bis zumindest in das Jahr 1942 hinein, wie auch an ihrer hohen Kampfkraft und dem modernen militärischen Konzept des Blitzkrieges, bei dem alle Waffengattungen in enger Zusammenarbeit einen Bewegungskrieg führten.
Dafür war die Panzertruppe vom vorausschauenden Heinz Guderian organisiert und entworfen worden und arbeitete eng mit der deutschen Luftwaffe zusammen, welche vom damals noch energischen Organisator Hermann Göring aufgebaut wurde. Auch Hitler war allem Modernen sehr aufgeschlossen und technisch interessiert, was zu einem idealen Start der deutschen Waffen führte.
Allerdings verführten die frühen und schnellen Erfolge dazu, dass sich bald eine Überheblichkeit breit machte und der rechtzeitige und grundsätzliche Aufbau einer nachhaltigen Rüstungsindustrie verschlafen wurde.

Polen-Feldzug

Stukas fliegen über einen PzKpfw IV hinweg.
Stukas fliegen über einen PzKpfw IV während des Polen-Feldzugs hinweg.
Am 1. September 1939 griffen die deutschen Stukas und Panzerverbände Polen ohne vorherige Kriegserklärung an. Innerhalb weniger Tage verflüchtigte sich dabei die polnische Vorstellung, dass man so lange Aushalten kann, bis die Alliierten im Westen ihrerseits angreifen und man dann bald vor Berlin stehen würde.
Zwar erklärten Franzosen und Briten dem Deutschen Reich schnell den Krieg, aber sie hatten niemals vorgehabt, den Polen durch einen Angriff im Westen beizustehen. Polen zu verteidigen war in ihren Augen nur möglich mithilfe der Sowjetunion und die Garantie-Erklärung an Warschau hatte nur den Zweck, Hitler eine ‘rote Linie’ aufzuzeigen.

Da die Polen aber mehr Angst vor sowjetischen Truppen in ihrem Land als vor den Deutschen hatten, war ein Bündnis zwischen Frankreich, Großbritannien, Polen und der Sowjetunion illusorisch.
Stattdessen hatte sich Stalin dazu entschlossen mit Hitler zu paktieren, um jene ehemaligen russischen Gebiete des Zarenreiches von 1914 in Osteuropa zurückzugewinnen. Dazu gehörten auch die Teile Ostpolens, welche zum Teil eine überwiegend ukrainische Bevölkerung hatten.

Polnische Kriegsgefangene 1939
Vier polnische Soldaten und eine Krankenschwester, die gefangen genommen wurden.
So wurden die polnischen Streitkräfte praktisch innerhalb von achtzehn Tagen geschlagen. Die neue deutsche Taktik des Blitzkrieges führte dazu, dass Stukas und Bomber den polnischen Aufmarsch und die Flugplätze von Anfang an zerschlugen und auch Warschau bombardierten, während Messerschmitt Emil-Jäger den Rest der polnischen Luftwaffe in der Luft zerstörten.
Während die deutschen Panzerspitzen weit in das polnische Hinterland eindrangen, schnitt die deutsche Infanterie eine große polnische Armee an der Westgrenze ab und zerschlug eine weitere im Korridor durch Angriffe mit Panzerunterstützung aus Pommern und Ostpreußen in Stücke.
Gleichzeitig stieß General Guderians XIX. Panzer-Korps, der erste unabhängige Panzerverband der Militärgeschichte, 300 Kilometer tief nach Polen hinein und band die dortigen Reserven. Anschließend wurden die verbliebenen polnischen Verbände eingeschlossen und Warschau belagert.
Zu diesem Zeitpunkt drangen sowjetische Truppen nach Ostpolen ein und Warschau kapitulierte am 27. September.

Obwohl die Polen 600.000 Mann mobilisieren konnten und die Wehrmacht mit lediglich einer Million Mann angriff, endete ein Krieg, von denen viele annahmen, er wird nach den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs Monate – wenn nicht sogar Jahre dauern -, aufgrund der größeren deutschen Beweglichkeit innerhalb von nur vier Wochen.

Die Deutschen hatten 14.000 Gefallene und 30.000 Verwundete, während die Polen rund eine Million Mann verloren, darunter 800.000 Kriegsgefangene.

Stalins Territorialansprüche

Karikatur über den Hitler-Stalin-Pakt
Der gänzlich unerwartete Freundschafts- und Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 zwischen den weltanschaulichen Erzfeinden Nationalsozialismus und Bolschewismus inspirierte die Karikaturisten in aller Welt. Ein schwedischer Zeichner sieht die beiden Diktatoren Hitler und Stalin, durch den gemeinsamen Militärstiefel aneinandergebunden, auf Beute ausgehen.
Nachdem sowjetische Truppen den Ostteil Polens besetzt hatten, ging Stalin daran, die sich von Hitler im geheimen Zusatzabkommen des Freundschafts- und Handelsvertrages vom August 1939 mit Deutschland zugesicherten Territorien einzuverleiben.
Dabei wurde das Selbstbestimmungsrecht der kleineren Völker in Bessarabien, dem Baltikum und Finnland sowohl von Hitler als auch Stalin missachtet.

Vergleichsweise einfach dabei hatten es die Sowjets noch mit der Besetzung der drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen und dem späteren abpressen von Bessarabien im Sommer 1940 von Rumänien.
Dagegen leisteten die Finnen erfolgreich Widerstand, als Stalin versuchte, das finnische Karelien zu erobern.

Die Rote Armee litt noch unter den Säuberungen Stalins unter ihrem Offizierskorps und die weltweite öffentliche Meinung wendete sich scharf gegen den sowjetischen Imperialismus.
Es dauerte bis März 1940, bis die Finnen so weit durch die Rote Armee unter Druck kamen und gleichzeitig Stalin den zunehmend international gefährlicheren Konflikt beenden musste, dass schließlich ein Friedensvertrag zustande kam. Finnland musste in diesem Diktat Teile Kareliens abtreten und die Halbinsel Hangö an die Sowjetunion verpachten.

Skandinavien

Im Westen geschah in dieser Zeit nicht viel. Zwar hatten England und Frankreich zum ungläubigen Erstaunen Hitlers nach dem deutschen Angriff auf Polen sogleich den Krieg erklärt, ließen jedoch jegliche Aktivitäten vermissen.

Erste Schlacht von Narvik
Bild von der ersten Schlacht von Narvik. Vorne liegen die deutschen Zerstörer ‘Hans Lüdemann’ und ‘Hermann Kühne’ und beschießen die Hafeneinfahrt. Im Hintergrund sind brennende und sinkende Transportschiffe zu sehen.
Da Hitler jedoch klar war, dass die Alliierten auf einen mit der Zeit zunehmend wahrscheinlicheren Kriegseintritt der USA hofften und zwischenzeitlich ihre überlegene Wirtschaftskraft auf die Rüstung umstellten und damit die momentane deutsche Überlegenheit nur vorübergehend war, wollte er im Westen so schnell wie möglich angreifen, um eine Entscheidung zu erzwingen. Das schlechte Wetter während des bitterkalten Winters 1939/40 verhinderte jedoch solche Pläne.

Stalins gescheitertes Finnland-Abenteuer gab den Alliierten jedoch einen hervorragenden Vorwand, in Skandinavien Fuß zu fassen und damit auch Deutschland von seinen Erzzufuhren abzuschneiden und noch enger mit einer Blockade zu belegen.

Die Deutschen kamen den Alliierten am 10. April 1940 nur kurz mit der Invasion von Norwegen und Dänemark durch das Unternehmen Weserübung zuvor. Zwar ergab sich Dänemark ohne Kampf, aber bei den Landungen in Norwegen kam es unter den deutschen Seestreitkräften zu erheblichen Verlusten.
Dagegen wurde der Widerstand der norwegischen Streitkräfte und der alliierten Expeditionstruppen relativ schnell überwunden. Nur in Narvik hielten schwere und kritische Gefechte bis in den Juni an, welche erst durch den deutschen Angriff im Westen beendet werden konnten.


Westfeldzug

Karte vom Westfeldzug
Karte vom Westfeldzug in seinen vier hauptsächlichen Abschnitten mit verschiedenfarbigen Pfeilen.
Am 10. Mai 1940 konnte Hitler endlich mit seinem lang ersehnten Angriff im Westen beginnen. Der Verlauf dieser Offensive gegen die noch im Ersten Weltkrieg zuvor stark und tapfer kämpfenden französischen Streitkräfte überraschte nicht nur die ganze Welt nebst einem wütenden Stalin, sondern auch Hitler und die deutschen Generale. Den eigentlich sollte die Offensive im ersten Schritt nur Belgien, Holland, Luxemburg und die östliche Kanalküste gewinnen, um Ausgangsbasen für einen See- und Luftkrieg gegen England zu gewinnen.

Dass der Westfeldzug dann innerhalb von sechs Wochen mit der Niederlage Frankreichs endete, hatte vor allem seine Ursache in einer aggressiven deutschen Wehrmacht mit einer kühnen, von General Erich von Manstein angestoßenen Strategie des Panzerdurchbruchs durch die ‘unpassierbaren’ Ardennen, welche auf eine passive, ganz auf die Verteidigung eingestellte französische Führung traf. Deren Truppen zeigten dazu wenig Moral, einen ungeliebten Krieg für ein entferntes Land im Osten zu führen und waren dazu noch schlecht organisiert und zu großen Teilen mit Ausrüstung aus dem Ersten Weltkrieg bewaffnet.


Deutscher Panzer in Rijsoord in Holland
Deutscher Panzer in Rijsoord in Holland, wo die Kapitulation der niederländischen Streitkräfte unterzeichnet wurde.
Wie von den Alliierten eigentlich erwartet, umgingen die deutschen Truppen die Maginot-Linie wie schon gegen die französischen Festungslinien im Jahr 1914 durch Belgien und diesmal auch Holland. Als Gegenmaßnahme war daher das Vordringen der französisch-britischen Truppen an der nördlichen Flanke nach Belgien hinein geplant. Dieses Manöver spielte aber den deutschen Plänen direkt in die Hände, als die deutschen Panzerverbände südlich davon durch die als ‘Panzer-sicher’ geltenden Ardennen durch den schwächsten Teil der alliierten Front durchstießen und die im Norden vorgerückten britischen und französischen Truppen abschnitten.
Zwar gelang es, den Großteil des Britischen Expeditionskorps und einige französische Truppen zu evakuieren, aber der Fall von Paris und der Waffenstillstand Frankreichs am 22. Juni 1940 waren die direkte Folge dieses deutschen Panzerdurchbruchs.

In der letzten Phase traten auch noch Mussolinis Italiener auf den Plan, um doch noch etwas von der Beute zu erhaschen, hatten aber wenige Erfolge in Südfrankreich.

Eisenbahnwagon von Marschall Foch 1940
Im gleichen Eisenbahnwagon von Marschall Foch, in dem einst der Waffenstillstand 1918 vereinbart wurde, mussten die Franzosen im Juni 1940 unterzeichnen.
Hitlers Waffenstillstands-Bedingungen für den heldenhaften Verteidiger von Verdun 1916, Marschall Petain, welcher als neuer Regierungschef Frankreich zu retten versuchte, waren relativ maßvoll. Dabei blieb Südfrankreich und die Kolonien unangetastet und lediglich die zur Fortsetzung des Krieges gegen Großbritannien notwendigen Gebiete an der französischen Nord- und Westküste sowie die wichtigen Industrieregionen wurden besetzt.

Nur General de Gaulle wollte den Widerstand von London aus fortsetzten und dazu Einfluss in den französischen Überseegebieten gewinnen. Diesen Wunsch teilten jedoch nicht viele Franzosen und neben dem erst später zunehmenden Widerstandes durch die Résistance herrschte in allen besetzten Gebieten im Westen und Norden eine rege Kollaboration mit Hitler-Deutschland.

Schlacht um England

He 111 Bomber
Deutsche He 111 Bomber werden während der Luftschlacht um England von britischen Jägern angegriffen.
Nun war Hitler hauptsächlich daran interessiert, wie er den Krieg gegen den letzten verbliebenen Gegner Großbritannien beenden konnte. Die Kriegsmarine war allerdings von einer Landung auf der britischen Insel nicht begeistert, welche dann nach Beginn der Herbststürme im Ärmelkanal auf ‘unbestimmte Zeit’ verschoben wurde.
Bis dahin haben auch die intensiven Angriffe der deutschen Luftwaffe auf die britische Insel in der Schlacht um England praktisch zu keinem Ergebnis geführt.
Nachdem die deutschen Bomber von anfangs taktischen Angriffen auf die Flugplätze der Royal Air Force zu strategischen Bombenangriffen auf London übergangen waren, provozierte dies – nicht ungelegen – bei Churchill den Willen zur Vergeltung. Als Folge davon entwickelten sich Terrorangriffe englischer Nachtbomber auf deutsche Städte.

Staatsbesuch Molotows in Berlin
Der sowjetische Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten, Wjatscheslaw Molotow, mit dem deutschen Außenminister Joachim von Ribbentrop an seiner Rechten bei seinem Berlinbesuch am 12. November 1940, der Hitler endgültig davon überzeugte, dass der Angriff auf die Sowjetunion unverzüglich in Gang gesetzt werden musste.
In dieser Zeit entschloss sich Hitler, die Entscheidung gegenüber Großbritannien zu verschieben und sich gegen sein ursprüngliches Hauptziel, die Sowjetunion, zu wenden. Dabei ging er nicht zu Unrecht davon aus, dass Großbritannien sowieso weiterkämpfen würde, solange Deutschland noch von der Roten Armee im Rücken bedroht werden kann und die Vereinigten Staaten unter ihrem sowieso zugetanen Präsidenten Roosevelt in den Krieg eintreten könnten.
Ebenso schon wie Napoleons Plan, ‘Englands Festlanddegen’ zu zerschmettern, wiederholte sich der gleiche Gedankengang bei Hitler und ebenso das Scheitern des Angriffs.

Zwischenzeitlich startete auch noch Mussolini neben einer im Sand der ägyptischen Wüste liegengebliebenen Offensive einen Angriff auf das neutrale Griechenland, welcher ebenfalls schnell steckenblieb und die Engländer einlud, auf der Insel Kreta Fuß zu fassen – innerhalb der Reichweite der für Deutschland lebenswichtigen rumänischen Erdölgebiete.

button go Hier zu Teil II: Zweiter Weltkrieg, Zusammenfassung des Verlaufs von 1941 bis 1942, dem Höhepunkt der Expansion der Achsenmächte und die endgültige Kriegswende.

close
Hallo 👋
Schön, dass Du Dich für diese Inhalte interessierst !
Trag dich ein, um jeden Sonntag morgen die Top-Beiträge von Weltkrieg2.de in deinen Posteingang zu bekommen (es wird garantiert nicht mehr oder Werbung verschickt!).

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Zum teilen:

Weitere interessante Beiträge:
Im Blickpunkt:
  • SdKfz 251/9

    Varianten des mittleren Schützenpanzerwagens SdKfz 251/4 bis 7,5cm PaK42 L/70 auf 3t Zgkw. Varianten, Spezifikationen, Statistiken und Bilder (Teil II). Hier zu Teil I: Deutscher mittlerer Schützenpanzerwagen SdKfz 251. SdKfz 251/4 bis 7,5cm PaK42 L/70 SdKfz 251/4 mittlerer Schützenpanzerwagen (IG) oder Gerät 904: Gewicht: 8,75 Tonnen – Besatzung: 7 Mann – Bewaffnung: Ein 7,92mm MG34 – Munition: 1,100 Schuss. Munitionstransporter und Zugmaschine für das 7,5cm leIG18. Dieses Fahrzeug wurde 1942 durch das SdKfz 251/9 mit der eingebauten 7,5-cm-Kanone ersetzt. 120 Schuss Munition wurden mitgeführt. SdKfz 251/5 mittlerer Schützenpanzerwagen (Pi) oder Gerät 905: Gewicht: 8,81 Tonnen – Besatzung: 9 Mann – Bewaffnung: Zwei 7,92mm MG34 – Munition: 4,800 Schuss. Nachrichtenmittel: FuG8 und FuG4. Funkbefehlsfahrzeug für den Pionierzug, dessen Bau 1943 eingestellt wurde. SdKfz 251/5 mittlerer Schützenpanzerwagen (Pi): Nachrichtenmittel: FuG8 und FuG5. Funkbefehlsfahrzeug für den schweren Zug der Panzerpionier-Gruppe. Bau 1943 eingestellt. SdKfz 251/6 mittlerer Kommandopanzerwagen: Gewicht: 8,50 Tonnen – Besatzung: 8 Mann – Bewaffnung: Ein 7,92 mm MG34 – Munition: 1.100 Schuss – Nachrichtenmittel: FuG11 und FuGTr100mw. Voll ausgestattetes Kommandoposten-Fahrzeug, Bau 1943 eingestellt. Späte Version des Kommandopostens wurde mit dem FuG19 und FuG12 ausgestattet.   SdKfz 251/7 mittlerer Pionierpanzerwagen: Gewicht: 8,07 Tonnen – Besatzung: 7 bis 8 Mann – Höhe: 2,70 m – Bewaffnung: Zwei 7,92mm MG34 oder MG42; eine 7,92mm PzB39 (Panzerbüchse) – Munition: 4.800 für MG, 40 für Panzerbüchse. Spezialtransporter mit Gestellen zur Aufnahme von kleinen Sturmbrücken, Minen und anderen schweren Geräten der Panzerpionier-Kompanie (gp). Bei Verwendung in der Hauptquartier-Kompanie wurden diese Fahrzeuge mit einem FuG5 ausgestattet. Eine andere Bezeichnung war Gerät 907. Bild: siehe ganz oben. SdKfz 251/8 mittlerer Sanitäts-Panzerwagen oder Gerät 908: Gewicht: 7,47 Tonnen – Besatzung: 3 Mann – Gepanzerter Ambulanzwagen zur Aufnahme von zwei Krankentragen und vier sitzenden Verwundeten. Spätere Versionen hatten die hinteren Türen modifiziert, um das Ein- und Ausladen zu erleichtern. Bei Verwendung mit der Hauptquartier-Kompanien oder einer Panzer-Abteilung wurde das Nachrichtenmittel FuG5 eingebaut. (Hinweis: Fahrzeug-Bild Ausf.D im ersten Teil über das SdKfz 251)   SdKfz 251/9 mittlerer Schützenpanzerwagen (7,5cm), Gerät 909: Gewicht: 8,53 Tonnen – Besatzung: 3 Mann – Höhe: 2,07 m – Bewaffnung: Eine 7,5 cm KwK37 (L/24) – Seitenrichtbereich: 12° links und 12° rechts – Höhenrichtbereich: -10 bis +12° – Optik: SflZF1 – Munition: 52 Granaten – Sekundärbewaffnung: Zwei 7,92mm MG34 oder MG42 – Munition: 2.010 Schuss. Entwickelt für eine beweglichere Unterstützung der Schweren gepanzerten Infanterie-Kompanie (gp). Am 31. März 1942 wurde Büssing-NAG beauftragt, einen gepanzerten Überbau für den Einbau der älteren 7,5cm KwK zu entwickeln, welche seit dem Auslaufen des PzKpfw IV A bis F mit der kurzen KwK40 (L/24) verfügbar war. Im Juni 1942 wurden zwei Prototypen zu Einsatzversuchen nach Russland geschickt und als Ergebnis davon wurde im selben Monat eine Bestellung über 150 Stück erteilt. 1944 wurde ein neues Konzept zum Einbau der Kanone eingeführt, das ohne größere Änderungen für den Einbau in eine ganze Reihe unterschiedlicher Fahrzeugtypen verwendet werden konnte. Die 7,5cm wurde als K51(Sf) bezeichnet, wenn sie mit der neuen Halterung eingebaut wurde. Der inoffizielle Name, der manchmal für dieses Fahrzeug verwendet wurde, war ‘Stummel’.   SdKfz 251/10 mittlerer Schützenpanzerwagen (3,7cm PaK), Gerät 910: Gewicht: 8,02 Tonnen – Besatzung: 5 Mann – Höhe: 2,17 m – Bewaffnung: Ein 3,7cm PaK35/36 (L/45), ein 7,92mm MG34 oder MG42, ein 7,92mm Panzerbüchse PzB39. Munition: 168 (PaK), 1.100 (MG), 40 (Panzerbüchse). Ab 1940 wurde das SdKfz 251/10 als Zugführerwagen an Zugführer ausgegeben, um eine schwerere Unterstützung zu bieten. Bei der Anordnung des 3,7cm PaK-Schildes gab es geringfügige Abweichungen.   SdKfz 251/11 mittlerer Fernsprechpanzerwagen, Gerät 911: Gewicht: 8,50 Tonnen – Besatzung: 5 Mann – Höhe: 2,17 m – Bewaffnung: Zwei 7,92mm MG34 oder MG42 – Munition: 2.010 Schuss. Mittlere Telefonzentrale und Kabelverlegefahrzeug ähnlich dem SdKfz 250/2. Es gab zwei Versionen, eine mit dem leichteren Feldkabelträger 6 (gp) und eine andere mit der mittleren Feldkabelträger 10 (gp). Im Januar 1942 bestellt, wurden die ersten Fahrzeuge am 15. August 1942 ausgeliefert. SdKfz 251/12 mittlerer Messtrupp und Gerätepanzerwagen, Gerät 912: Besatzung: 6 Mann. Artillerie-Vermessungsfahrzeug zum Transport der Vermessungs-Abteilung und ihrer Ausrüstung. Das FuG8 Funkgerät wurde mit einer Rahmenantenne geführt. Der Bau wurde 1943 eingestellt. SdKfz 251/13 mittlerer Schallaufnahme-Panzerwagen, Gerät 913: Fahrzeug mit Artillerie-Schallmessgerät. Bau 1943 eingestellt. SdKfz 251/14 mittlerer Schallauswerte-Panzerwagen, Gerät 914: Gewicht: 8,50 Tonnen – Besatzung 8 Mann – Höhe: 2,50 m. Artillerie-Schallortungsfahrzeug, Bau auch 1943 eingestellt. SdKfz 251/15 mittlerer Lichtauswerte-Panzerwagen, Gerät 915: Artillerie-Mündungsblitz-Erkennungsmaschine. Bau ebenfalls 1943 eingestellt. SdKfz 251/16 mittlerer Flammpanzerwagen, Gerät 916: Gewicht: 8,62 Tonnen – Besatzung: 5 Mann – Bewaffnung: Zwei 1,4cm Flammenwerfer, zwei 7,92mm MG34 oder MG42 – Munition: 700 Liter Flammenbrennstoff, 2.010 Schuss für MGs – Höhe: 2,10 m. Das ab Januar 1943 ausgelieferte SdKfz 251/16 trug genügend Flammenbrennstoff, um etwa 80 Stöße von bis zu zwei Sekunden Dauer zu ermöglichen. Die Flammenwerfer, die auf beiden Seiten des Fahrzeugs montiert waren, hatten einen Schwenkbereich von 90° Grad und einen Höhenrichtwinkel von bis zu +40° Grad. Die Reichweite betrug je nach Windverhältnissen ca. 35 Meter. Die früheren Versionen waren auch zusätzlich mit einem 7mm-Flammwerfer 42 ausgestattet, einem tragbaren Flammenwerfer, der an einer 10 Meter langen Schlauchleitung montiert war.   SdKfz 251/17 mittlerer Schützenpanzerwagen (2cm), Gerät 917: Gewicht: 8,80 Tonnen – Besatzung: 4 bis 6 Mann – Höhe: 2,25 m – Bewaffnung: Eine 2cm KwK38 Flakrohr, zwei 7,92mm MG34 oder MG42 – Munition: 600 Schuss für KwK, 600 für MGs. Bereits am 26. Oktober 1943 gab es eine Ausf. A und Ausf. B des SdKfz 251/17. Fotos zeigen drei verschiedene Modelle mit dem Fahrgestell des SdKfz 251 Ausf. C. Auf zwei ist ein erheblicher Umbau des Überbaus zu erkennen, um eine Ausrichtung in alle Richtungen zu ermöglichen. Auf dem Fahrgestell des SdKfz 251 Ausf.D wurde eine modifizierte Geschütz-Halterung eingeführt, die in den normalen Aufbau eingebaut werden konnte. Spätere Versionen davon wurden mit einem kleinen Turm um die 2cm KwK38 herum ausgestattet, welche einen Flak-Lauf hatte.   SdKfz 251/18 mittlerer Beobachtungs-Panzerwagen: Besatzung: 6 Mann. Beobachtungsfahrzeug auf dem Fahrgestell des SdKfz 251 anstelle des SdKfz 250. Die Funkeinrichtung bestand aus dem FuG12. Die Geräte-Nummer 918 für das Fahrzeug wurde ab dem 24. August 1944 in den Bestandslisten ausgegeben. 5dKfz 251/19 mittlerer mehr …

  • Sturzangriff eines Stuka

    Einsatzleistung und Sturzflug-Taktik am Beispiel des Junkers Ju 87 Stuka, das tödlichste und moralisch wirksamste Erdkampfflugzeug aller Streitkräfte während der ersten Hälfte des Zweiten Weltkrieges. hier zu Teil I: Ju 87 Stuka Einsatzleistung der Ju 87 Die Junkers Ju 87, welche gewöhnlich als Stuka bekannt ist, ist eines der klassischen Militärflugzeuge der Luftfahrtgeschichte. Der Name Stuka, Kurzform für Sturzkampfflugzeug, ist zusammen mit dem Panzer gleichbedeutend mit der modernen Vision vom Blitzkrieg. Das ist kein Zufall, denn die beiden arbeiteten sehr eng zusammen als ein kombiniertes Waffen-Team, wobei die Stukas die ‘fliegende Artillerie’ waren, welche jeden feindlichen Stützpunkt, Verteidigungsstellung oder Truppenkonzentration zerschlagen konnten, welche den Vorstoß der Panzertruppe hätte behindern können. In dieser Hinsicht war die Ju 87 immer ein Erdkampfflugzeug. Sie war ein taktischer Bomber, welcher die Bodentruppen der Wehrmacht unterstützte und kein strategischer Bomber. Die Erfolge der Stuka erstreckten sich dabei auch auf eine Vielzahl anderer Ziele, darunter Schiffe, Flugplätze, Eisenbahnhöfe, Brücken und auch andere strategische Ziele, welcher aber nur zweitrangig neben der Hauptaufgabe waren, zusammen mit den deutschen Bodentruppen in Hauptrichtung des Vormarsches zusammenzuarbeiten. Bei eigener Luftüberlegenheit war die Ju 87 zweifellos das tödlichste und moralisch wirksamste Erdkampfflugzeug aller Streitkräfte während der ersten Hälfte des 2. Weltkrieges. Die Hauptgründe dafür war zum einen die Genauigkeit, mit welcher ein erfahrener Stuka-Pilot eine 500-kg-Bombe auf sein Ziel abwerfen konnte, sowie das erhebliche Problem für Flak-Kanoniere, welche versuchten, ein Flugzeug abzuschießen, welches in einem steilen horizontalen Winkel von 5° anfliegt. Es ist eine bemerkenswerte Tatsache, dass kein anderes Flugzeug, welches während des 2. Weltkrieges eingesetzt wurde, große oder kleine Bomben mit einer solchen, regelmäßigen Genauigkeit auf ein Ziel abwerfen konnte. Die Stuka-Piloten waren so fähig, dass sie oft von den taktischen Luftwaffen-Verbindungsgruppen bei den Heeres-Einheiten per Funk damit beauftragt wurden, einzelne ausgesuchte Gebäude, Bunker, Artillerie-Stellungen oder sogar eingegrabene feindliche Panzer zu zerstören. Es war nicht ungewöhnlich, dass ihre Sturzangriffe nur ein paar hundert Meter vor den angreifenden, eigenen Bodentruppen geflogen wurden. Mit ziemlicher Sicherheit hat die Ju 87 während des 2. Weltkrieges feindlichen Bodenstreitkräfte mehr Schaden für jedes verlorene Flugzeug zugefügt, als jedes andere Flugzeug auf Achsen- oder Alliierten-Seite. Eine bemerkenswerte Tatsache ist es auch, dass die Stuka mehr Schiffe als jedes andere Flugzeug der Militärgeschichte zerstört hat. Die Ju 87 war so tödlich genau, weil ihre Konstruktion des Rumpfes und dessen Stabilität eine extreme Sturzflug-Taktik erlaubte. Darüber hinaus verfügte der Entwurf über einen effektiven Zielmechanismus und ein automatisches System zum Abfangen des Sturzfluges. Beim Anflug auf das Ziel stellte der Pilot die Bombenabwurfhöhe in einem Gerät ein, welches automatisch die Bomben auslöst und das Flugzeug aus dem Sturzflug in die Vertikale herauszieht. Die große Bombe unter dem Rumpf wurde dabei mit der Aufhängung automatisch ausgeschwenkt, um einen Kontakt mit dem Propeller im nahezu vertikalen Sturz zu vermeiden. Der Pilot drosselte dann den Motor und fährt die Sturzflugbremsen aus, welche sich an den Vorderkanten der Flügel befanden, wodurch sich automatisch die Trimmklappen am Aufzug aktivierten und das Flugzeug in den Sturzflug eintrat. Rote Linien an den Seitenfenstern halfen dem Piloten dabei, den richtigen Sturzflugwinkel einzurichten und dieser konnte sich voll und ganz darauf konzentrieren, das Ziel in den Augen zu behalten. Bei Erreichen der vorgewählten Höhe wurde die Bombe ausgelöst und ein automatisches Gerät zum Herausziehen aus dem Sturzflug justierte die Trimmklappen und die Nase des Flugzeuges hob sich über den Horizont. Der Pilot übernahm dann wieder die Kontrolle nach dem Sturzflug, öffnete die Motordrosselung und schloss die Sturzflugbremsen. Die Widerstandsfähigkeit der Zelle und der Flügel der Ju 87 ermöglichten üblicherweise Kräfte von mehr als 6g beim Herausziehen aus dem Sturzflug. Am 21. Juni 1941, zu Beginn des Angriffs auf die Sowjetunion, gab es 315 Ju 87 Stukas um das Unternehmen Barbarossa zu unterstützen. Davon waren 219 Maschinen einsatzfähig. Rechtzeitig zu Beginn des Unternehmens führte die Luftwaffe eine neue Bombe speziell für Angriffe gegen taktische Bodenziele ein. Diese SD-2-Fragmentbomben wurden im Tiefflug mit einzelnen Flugzeugen, im Paar oder bis zu drei Maschinen durchgeführt, wobei die Bomben in kurzen Abständen abgeworfen wurden, was zu erheblichen Zerstörungen an Truppen und ungepanzerten Fahrzeuge im offenen Feld oder abgestellten Flugzeugen auf Flugfeldern führte. Die Stuka konnte 96 dieser kleinen Bomben transportieren. Später wurde die SD-2 in Behältern abgeworfen, welche sich nach dem Abwurf öffneten und die Bomben über den Boden verteilten. Dadurch konnten diese Bomben auch im Sturzangriff abgeworfen werden, was das Risiko für das Flugzeug durch Bodenbeschuss verringerte. Unter Berücksichtigung der zahlreichen sowjetischen Berichte über die allgegenwärtigen, fürchterlichen Stukas ist die Anzahl von maximal 315 Maschinen in den ersten Monaten des Krieges in Russland erstaunlich. Denn selbst wenn jeder Sturzkampfbomber täglich mehrfache Einsätze geflogen wäre, so kämen doch nicht mehr als eintausend bis eintausend fünfhundert Ju 87 auf die fast 2.500 Kilometer langen Ostfront dabei heraus, welche zudem bis zu mehreren hundert Kilometer weit einflogen. Den gefürchteten Ruf der deutschen Sturzkampfbomber innerhalb der Roten Armee steht also in keinem Verhältnis zu ihrer tatsächlichen Anzahl, weshalb man davon ausgehen kann, dass jeder Stuka-Angriff vernichtend und höchst wirksam gewesen sein muss. Sturzflug-Taktik Die nachfolgende Beschreibung von Sturzflug-Taktiken bezieht sich auf den deutschen Sturzkampfbomber (kurz Stuka) Junkers Ju 87. Die Methoden der zweimotorigen Junkers Ju 88 waren im wesentlichen ähnlich, wenn auch der tatsächliche Sturzflugwinkel etwas flacher war (60° in der ersten Kriegshälfte, später dann 50°). Der Sturzflugangriff war eine der genauesten Methoden zur Bombardierung. Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung an der spezialisierten Sturzkampfbomber-Flugschule wurde von den Besatzungen erwartet, dass sich 50 % der geworfenen Bomben innerhalb eines Radius von 25 Meter vom Ziel befinden. Der vergleichbare Radius für mittlere Horizontal-Bomber war etwa zwei- bis dreimal so groß (wobei die Bombendichte der mittleren Bomber im Zielgebiet noch zweieinhalb mal höher war als die der alliierten schweren viermotorigen Bomber). Zudem waren operative Ziele in der Regel von Flugabwehrkanonen (FLAK) verteidigt, sodass die Genauigkeit bei allen Arten der Bombardierung um den Faktor zwei bis drei abnahm. Wenn auch der Sturzangriff nicht genau genug war, um kleine, geschützte Ziele, wie z.B. einzelne Panzer zu zerstören, so war er doch sehr wirksam gegen weiche Ziele, wie Fahrzeug-Kolonnen, die anfällig auch mehr …

  • Browning Modell 1919A4

    Browning M1917 und M1919-Maschinengewehre. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Browning M1917, M1919 Typ: Schweres Maschinengewehr. Browning M1917 Mit den Arbeiten an seinem ersten Maschinengewehr hatte John Moses Browning bereits 1889 begonnen, als die amerikanischen Streitkräfte immer noch auf der durch eine Handkurbel betriebenen Gatling-Gun angewiesen waren und als Maxim sein durch Rückstoß arbeitendes Maschinengewehr patentiert hatte. Aus diesem Grund musste Browning für sein erstes Maschinengewehr noch auf einen Gas-Mechanismus zurückgreifen. Die ersten seiner Maschinengewehre Colt-Browning Model 1895 gingen mit dem US-Marine-Korps beim Feldzug auf Kuba 1898 in den Einsatz. Einige wurden auch an Belgien und Russland verkauft, aber bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs war das Modell 1895 bereits veraltet. Trotzdem wurden von der Firma Colt noch etwa 100.000 Stück während des Krieges gebaut. Von diesen wurden aber nur wenige von den US-Streitkräften verwendet, aber von Belgien und Russland wurden sie eingesetzt. Einige der russischen Exemplare wurden sogar 1941 noch von der Roten Armee verwendet. Sobald sich das Colt-Browning Modell 1895 Maschinengewehr in der Produktion befand, begann Browning mit der Arbeit an einer neuen, nach dem Rückstoß-Prinzip arbeitenden, Waffe. Zum Nachteil Brownings hatten die amerikanischen Militärbehörden zu dieser Zeit kein Interesse in weiteren Maschinengewehren, da sie annahmen, dass sie schon genug davon hätten und die verfügbaren Gelder knapp waren. Browning reichte das Patent für das neue Maschinengewehr schon 1901 ein, hatte aber erst 1910 genügend finanzielle Mittel, um einen Prototyp zu bauen. Er konnte zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht das Interesse des US-Militärs erwecken. So passierte bis 1917 praktisch nichts, als die US-Army im Februar 1917 endlich aufwachte, dass womöglich ein Krieg auf sie zukam und es praktisch so gut wie keine Maschinengewehre gab. Schließlich konnte Browning nun endlich seine neuen Waffen – darunter auch das BAR – vorführen. Hier zum leichten Browning-Maschinengewehr BAR Das US-Kriegsministerium konnte sich aber zu keiner Entscheidung durchringen und im April 1917 befanden sich die USA plötzlich mit nur wenigen modernen Waffen und noch weniger einsetzbaren Maschinengewehren im Krieg. Im folgenden Monat führte Browning das M1917 noch einmal vor und verfeuerte spektakulär 20.000 Schuss ohne Unterbrechung. So wurde das ‘neu entdeckte’ Browning-Maschinengewehr innerhalb kürzester Zeit als Machine-Gun Caliber .30 M1917 in die Massenproduktion genommen und ein Vertrag über 45.000 Stück vereinbart. Äußerlich ähnelte das M1917 anderen Maschinengewehren dieser Zeit, insbesondere dem Vickers-Maschinengewehr. Jedoch war das M1917 völlig unterschiedlich, da es einen Mechanismus verwendete, der als ‘kurzes Rückstoßsystem’ bezeichnet wird. Dort drückt die Rückstoßkraft, welche beim Zünden der Patrone erzeugt wird, den Lauf und den Verschlussblock zurück zum Ende der Waffe. Nachdem beide, Lauf und Verschlussblock, über eine kurze Entfernung zurückgedrängt worden waren, wird deren Bewegung angehalten und ein Schwenkhebel als Beschleuniger drückt den Bolzen nach hinten. Während dieser Bewegung führen eine Reihe von Nocken auch zu einer Weiterbewegung des Gurtmechanismus, welcher eine weitere Patrone in die Kammer bringt. Eine Rückholfeder drückt nun den Bolzen wieder nach vorne auf den Lauf und feuert die Patrone ab und der ganze Prozeß beginnt wieder von vorne. Dieser grundsätzliche Mechanismus wurde für alle weiteren Entwürfe von Browning-Maschinengewehren beibehalten, von den luftgekühlten 7,62-mm bis zu den großen 12,7-mm-M2-Waffen. Abgesehen von der internen Mechanik war ein weiterer Punkt, welcher das M1917 von dem britischen Vickers-MG unterschied, der Feuergriff, denn das Browning-Maschinengewehr hatte einen Pistolengriff und einen konventionellen Auslöser. Eine nähere Betrachtung der beiden Typen von Maschinengewehren führt noch zu vielen weiteren Unterschieden, aber der Pistolengriff im Browning ist das am offensichtlichsten erkennbare Unterscheidungsmerkmal. Das M1917 wurde in mehreren Fabriken sofort in die Produktion genommen und es wurde in solchen Mengen hergestellt, dass bis zum Ende des Ersten Weltkrieges nicht weniger als 68.000 fertig wurden. Nicht alle von diesen erreichten die Truppen in Frankreich vor dem Waffenstillstand, aber nach 1918 wurde das M1917 zum amerikanischen Standard-Maschinengewehr und blieb bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg im Dienst. Nach 1918 wurden durch die Kampferfahrungen in Frankreich geringfügige Veränderungen vorgenommen, die jedoch nicht bedeutsam waren. Dazu gehörten eine neue Bodenplatte, verschiedene Teile wurden aus Stahl anstatt aus Bronze hergestellt und es gab ein verbessertes Wasserkühlsystem. Das Ganze wurde nun als M1917A1 bezeichnet. Drastischere Veränderung erfolgten erst kurze Zeit danach, als der Wasser-Kühlmantel vollständig entfernt wurde und das M1919 entstand. Während der Kämpfe 1918 erwies sich der Einsatz des M1917 auf dem Gefechtsfeld als relativ problemlos und trotz der Eile, mit dem es in die Produktion genommen und an die Truppe ausgeliefert wurde, schienen nur wenige Probleme bekannt geworden zu sein. Relativ wenige M1917 erreichten die amerikanischen Fronttruppen in Frankreich vor dem Waffenstillstand, wenn sich auch viele auf dem Weg dorthin befanden. Diejenigen, welche ankamen, wurden intensiv verwendet, da das M1917 eine der wenigen, reinen amerikanischen Waffen der US-Truppen war. Die US-Soldaten hatten sonst nur noch ihre Springfield-Gewehre, einige wenige BAR und andere Ausrüstungsgegenstände, welche sie aus der Heimat erhalten hatte. Es war in dieser Situation gut für ihre Moral, dass sich das M1917 als exzellenter Waffenentwurf herausstellte. Polnisches schweres Maschinengewehr Modell 1930 Die polnischen Streitkräfte entschieden sich für das erprobte Browning M1917A1 als ihr schweres Maschinengewehr. Sie kauften davon zwei Stück und bauten diese praktisch unverändert und ohne Lizenz in der Waffenfabrik Warschau als ihr Modell 1930 nach. Die Waffe war wassergekühlt, auf ein Dreibein montiert und die Munition wurde durch einen Patronengurt eingeführt. Insgesamt wurden davon 7.861 Maschinengewehre hergestellt, von denen der Großteil von den polnischen Armeen im Jahr 1939 bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs eingesetzt wurde. Einige waren zuvor aber auch an Rumänien und Spanien verkauft worden. Browning M1919 Die Browning M1919-Serie unterschied sich von der früheren M1917-Serie darin, das der ursprüngliche wassergekühlte Lauf durch einen luftgekühlten Lauf ersetzt wurde. Dieses luftgekühltes Modell war ursprünglich vorgesehen zur Verwendung in den vielen Tanks, welche die Amerikaner bauen wollten. Das Ende des Ersten Weltkrieges führte dazu, dass die Aufträge für dieses Tanks und das Original-M1919-Maschinengewehr annulliert wurden. Aber dieses luftgekühlte Browning wurde zum M1919A1 weiterentwickelt, sowie anschließend zum M1919A2 für die Kavallerie und dann zum M1919A3. Die produzierten Stückzahlen dieser Modelle waren niemals sonderlich groß, aber mit der Vervollkommnung zur Variante M1919A4 in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts änderte sich dies. mehr …

4 Kommentare zu „Zweiter Weltkrieg Verlauf 1939-40“

  1. Wilhelm Hilger

    Mein Vater Heinz (Heinrich) Braun wurde am 1. Januar 1945 über Belgien abgeschossen (vermutlich Ütrecht) hat jemand Info´s oder gibt es Tagebücher, irgend etwas?? Bitte um Hilfe. Er war lange in Köln Butzweiler Hof stationiert!

  2. Wilhelm Leonhard Schuster ,91522 Ansbach ,Beckenweiheralle 1

    Wer weiß etwas über den Angriff der Russen bei Orel am 17 Juli .
    Dort ist mein Bruder, Leutnant Hans Schuster, wahrscheinlich frühmorgens beim 1. Schlag der Russen gefallen.
    Kriegstagebuch über Verluste an diesem Tag?

Schreibe einen Kommentar zu Wilhelm Leonhard Schuster ,91522 Ansbach ,Beckenweiheralle 1 Kommentieren abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Scroll to Top