Deutsche Infanterie marschiert zur Frühjahrsoffensive 1918

Jahr 1918

Die Situation an den Fronten im Jahr 1918.

Plakat zum Aufruf an die Bevölkerug, die Rüstungsproduiktion zu unterstützen
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 1. Januar 1918: Heimatfronten Österreich-Ungarn: Ab Januar werden Türschlösser und Klinken zur Gewinnung von
Stars and Stripes
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 2. Januar 1918: Politik USA: Die US-Kriegsmission in Europa drängt auf die schnelle Verschickung
Bristol-Jäger vor Einsatz
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 3. Januar 1918: Luftkrieg Großbritannien: Das Air Council ersetzt das Air Board, analog zum
U-Boot läuft aus
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 4. Januar 1918: Seekrieg Bristol-Kanal: Das britische Lazarettschiff Rewa (4 Tote), aus dem Mittelmeer
Deutsche Sturmtruppen bei Übungen
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 5. Januar 1918: Westfront Cambrai: Deutsche Angriffe auf Bullecourt zurückgeschlagen (und am 8. Januar),
Arabische Kavallerie der türkischen Armee
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 6. Januar 1918: Naher Osten Hedschasbahn: Nasirs 300 Araber mit 1 Kanone erobern die
Deutsche Askaris der Schutztruppe
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 7. Januar 1918: Afrika Mosambik: Der Hauptverband des Gold-Coast-Regiment (500 Soldaten plus 300 Träger)
Woodrow Wilson
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 8. Januar 1918: Politik USA: WILSONS VIERZEHN-PUNKTE-ANSPRACHE IM KONGRESS skizziert ein Friedensprogramm. Das US-Büro
leichte Feldkanone der deutschen Schutztruppe
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 9. Januar 1918: Afrika Mosambik: Hawthorns 3 Bataillone der Kings African Rifles treiben Görings
Britisches Rekrutierungsplakat
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 10. Januar 1918: Westfront Großbritannien: Der Oberster Kriegsrat empfiehlt dem BEF, mehr von den
Anstehen für Kohle in Paris
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 11. Januar 1918: Westfront Französische Überfälle in den Argonnen, Vogesen und Champagne. Ein deutscher
Ehrenmedaille Mütter US-Soldaten
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 12. Januar 1918: Heimatfronten Großbritannien: Sold für Offiziere bis 10 Schilling 6 Pence pro
italienische Kriegsanleihen
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 13. Januar 1918: Ostfront Russland: Die Roten inhaftieren den rumänischen Botschafter Diamandi (der am
Soldaten der sozialistischen Revolution
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 14. Januar 1918: Ostfront Russland: Lenin empfängt das diplomatische Korps, spricht von dem Ausrücken
US-Truppen mit Springfield-Gewehren
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 15. Januar 1918: Westfront Lothringen: Das I. US-Korps (General Hunter Liggett) wird in Neuf
General Hunger
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 16. Januar 1918: Heimatfronten Österreich-Ungarn: Generalstreiks bis zum 21. Januar über die Kürzung der
Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 17. Januar 1918: Heimatfronten Österreich-Ungarn: Kaiser Karl schreibt an Außenminister Czernin 'Wenn in Brest-Litowken
Berufsrevolutionär Trotzki
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 18. Januar 1918: Ostfront Brest-Litowsk: Trotzki bricht die Gespräche ab, die Gesandten reisen am
ungarische Kriegsanleihen
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 19. Januar 1918: Heimatfronten Österreich-Ungarn: Das ungarische 86. Infanterieregiment meutert in Szabadka (Ungarn), 2
'Goeben' und 'Breslau' in Konstantinopel.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 20. Januar 1918: Seekrieg Ägäis - Gefecht vor Imbros: Der Schlachtkreuzer Goeben und der
Hindenburg, Kaiser Wilhelm II. und Ludendorff
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 21. Januar 1918: Westfront Deutschland: LUDENDORFF TRIFFT DIE ENDGÜLTIGE ENTSCHEIDUNG, DIE GROSSE FRÜHJAHRS-OFFENSIVE DURCHZUFÜHREN.
Lebensmittelausgabe
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 22. Januar 1918: Ostfront Österreich-Ungarn: Außenminister Czernin aus Berst-Litowsk zurück in Wien und bittet
General Otto von Berlow
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 23. Januar 1918: Südfronten Italienische Front: Das Hauptquartier der deutschen Vierzehnten Armee wird ausgelöst.
Arabische Infanterie der türkischen Armee
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 24. Januar 1918: Naher Osten Mesopotamien: Türkische Luftangriffe auf Bagdad verursachen leichte Schäden (bis
General Diaz mit britischem Genaerl an der Piave
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 25. Januar 1918: Südfronten Piave: Die britische 5. Division übernimmt den Abschnitt des italienischen
Der Sieg ist sicher
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 26. Januar 1918: Westfront Deutschland: Die OHL veröffentlicht Der Angriff im Stellungskrieg, die 'Bibel'
Britische Soldaten der Mission von General Dunsterville
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 27. Januar 1918: Mittlerer Osten Mesopotamien: Die Dunsterville-Mission (200 Männer und 41 Fahrzeuge) verlässt
britische Unterseeboot E11
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 28. Januar 1918: Seekrieg Dardanellen: Das britische U-Boot E14 (11 Überlebende, welche in Kriegsgefangenschaft
Fünfmotoriger Zeppelin Staaken
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 29. Januar 1918: Luftkrieg Großbritannien: Wieder ein Luftangriff im Mondschein auf London (20 Tote)
Plakat des Kriegsamtes gegen Streiks.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 30. Januar 1918: Heimatfronten Deutschland: Die Streiks breiteten sich auf 6 Großstädte aus, aber

Deutsche Infanterie marschiert zur Frühjahrsoffensive 1918
Deutsche Infanterie marschiert zur Frühjahrsoffensive 1918 an die Westfront.
Mit dem Ende der Kämpfe entlang der Ostfront im Dezember 1917 und den immer noch in einem psychologischen Taumeln nach der Katastrophe von Caporetto befindlichen Italienern, hatte Deutschlands de facto Oberkommandierender, General Erich Ludendorff (sein offizieller Titel war lediglich ‘Erster Quartiermeister-General’) genügend Spielraum, um alle seine organisatorischen und taktischen Fähigkeiten dem Problem des Stellungskrieges an der Westfront zu widmen.
Er kalkulierte, dass die US-Armee nicht in der Lage sein würde, vor Frühsommer 1918 entscheidend in Frankreich einzugreifen. Die Lage stellte sich für Ludendorff dermaßen dar, dass das Deutsche Reich keine andere Wahl hatte, als seine Divisionen aus Russland in den Westen zu verlegen und unter Ausnutzung der vorübergehenden Überlegenheit, einen entscheidenden Sieg über die Armeen von Großbritannien und Frankreich zu erringen, bevor die Amerikaner in Massen eintreffen. Dies war Deutschlands letzte Hoffnung, den bis dato größten Konflikt aller Zeiten doch noch zu gewinnen.

Nach einer längeren Diskussion und Meinungsverschiedenheiten, erreichte Ludendorff verspätet die Entscheidung, das Hauptgewicht der großen Offensive auf den von britischen Truppen gehaltenen Abschnitt von St. Quentin unter dem Code-Namen ‘Unternehmen Michael’ durchzuführen. Das Ziel war es, nach Westen zwischen Peronne und Arras zur Kanalküste durchzustoßen. Sollte dieser Schlag erfolgreich verlaufen, wäre das strategische Ergebnis enorm, da es die Masse der britischen Armee von den Franzosen getrennt und damit mit dem Rücken zum Meer stehen würden.

Dieser ambitionierte Plan hing von dem Erfolg der maximalen Ausnutzungen eines Durchbruchs mithilfe der ‘Sturmtruppen-Taktik’ ab, welche erstmals 1917 bei Riga durch General Hutier und Oberst der Artillerie Bruchmüller angewendet worden war. Diese speziell ausgebildeten Einheiten, bewaffnet mit leichten Maschinengewehren, Gewehren, Flammenwerfern, Granatwerfern und bereichert durch etwas Feldartillerie, hatten den Auftrag, so tief und schnell das gegnerische Stellungssystem und Hinterland zu infiltrieren, wie es auch nur ihre Beine zulassen. Widerstandsnester sollten sie umgehen und den nachfolgenden Truppen überlassen.
Zusätzlich forderte diese taktische Doktrin, dass Reserven dort eingesetzt werden, wo der Angriff Fortschritte macht, und nicht wo er aufgehalten wurde.

Besondere Taktiken für die Artillerie beinhalteten einen vernichtenden, kurzen Beschuss von einigen wenigen Stunden, wobei vier Gasgranaten für ein konventionelles Explosivgeschoss verschossen wurden. Dies sollte die Situation für Verteidiger unübersichtlich machen und sie paralysieren.
Trotz der entscheidenden Voraussetzung, das Momentum des Vorstoßes aufrechtzuerhalten, wurde kein ernsthafter Versuch unternommen, eine deutsche Panzerstreitmacht nach britischen oder französischen Modell zu bilden. Dazu litt die deutsche Kavallerie und die Versorgungstruppen ernsthaft unter einem Mangel an Pferden.

Trotzdem begann die deutsche ‘Kaiserschlacht’-Offensive auf spektakuläre Art am 21. März 1918. Zwischen dem 23. und 25. März befand sich Ludendorff in Griffweite zum Sieg, als die unterlegenden britischen Dritten und Fünften Armeen mit ihrem ‘großen Rückzug’ begannen.
Allerdings wurden nun Ludendorffs ‘teutonische’ Inflexibilität und Schwächen in Charakter und Intellekt aufgedeckt. Denn die Auflösungserscheinungen der alliierten Front und der alliierten Solidarität untereinander ging nicht aus den Meldungen seiner Armeebefehlshaber hervor. Die hauptsächlichen Erfolge bei der ‘Michael’-Offensive fanden nämlich im Gegensatz zur Anlage des strategischen Plans nur bei einer der drei angreifenden Armeen statt. Dies war die Armee des ‘Sturmtruppen-Taktik’-Spezialisten Hutier, welche eigentlich nur eine untergeordnete Rolle zum Flankenschutz spielen sollte, während die Befehlshaber der zwei anderen deutschen Armeen die vorgegebene Geschwindigkeit und Tiefe des Eindringens in den Raum gemäß der Befehle von Ludendorff nicht umsetzen konnten. Deshalb erfolgte der große deutsche Erfolg der Offensive am falschen Flügel.

Wenn Ludendorff nun am 23. März 1918 entschieden hätte, alle seine Angriffsreserven hinter dem tiefen Vorstoß der Armee von Hutier und am linken Flügel von Marwitz Zweiter Armee gegen Amiens – dem Scharnier der anglofranzösischen Front – einzusetzen, dann wäre es sehr wahrscheinlich gewesen, dass sowohl physisch als auch physiologisch ein vernichtender Keil zwischen die Alliierten getrieben worden wäre. Der ‘Sieger von Verdun’, Petain, war zwischenzeitlich nämlich schon zu einem Defätist geworden.
Stattdessen war Ludendorff verwundert und befahl nicht weniger als drei getrennte Schläge bei diesen drei Armeen. Dies war eine fatale Zersplitterung der Kräfte und ein Plan welcher über die Grenzen der müder werdenden Truppe hinausging. Obwohl Hurtier noch die Somme auf breiter Front überschreiten konnte, blieb selbst er 10 bis 15 Kilometer vor seinen Zielen liegen.
Am 25. März 1918 änderte Ludendorff dann drastische seine Befehle vom 23. März, was aber nur die letzte Hoffnung auf einen entscheidenden Durchbruch zunichtemachte. Erst am 28. März und vier Tage zu spät, befahl er einen Großangriff in Richtung Amiens. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte die Krise im alliierten Oberkommando jedoch überwunden und Foch zum Oberbefehlshaber über alle alliierte Truppen an der Westfront bestimmt werden.

Während dem April, Ende Mai, Anfang Juni und die erst Hälfte vom Juli 1918, versuchte Ludendorff noch das Ruder mit vier massiven Schlägen herumzureisen und brüllte seine zunehmend ärgerlichen und frustrierten Generale über das Feldtelefon an. Trotz allem hatten bis Juni die Alliierten alles Gelände verloren, was sie sich seit 1915 blutig zurückerobert hatten und die deutschen Truppen standen zum zweiten Mal in diesem Krieg wieder an der Marne. Jedoch hatten sie nirgends erfolgreich die alliierte Front dauerhaft durchbrochen, während zunehmend mehr amerikanische Truppen an der Front in die Kämpfe eingriffen. So waren zwischen April und Juni 1918 weitere 15 US-Divisionen in Frankreich eingetroffen.

Am 15. Juli griffen die deutschen Truppen gleichzeitig an beiden Flügeln von Reims an, dem Aisne-Frontvorsprung. Östlich der ständig beschossenen Stadt machten sie geringe Fortschritte. Im Westen überschritten sie die Marne.
Foch antwortete mit einem massiven Artillerie-Beschuss, gefolgt von einem entscheidenden Gegenangriff, angeführt von Schwärmen aus Jägern, leichten Bombern und ‘schnellen’, leichten Renault FT-17-Panzern, vom 18. Juli bis zum 6. August 1918. Neun amerikanische Division unterstützen mächtig die französischen Truppen. In dieser Zweiten Marne-Schlacht wurden die erschöpften deutschen Truppen zum Fluss Vesle zurückgedrängt.

Am 15. September 1918 griffen dann an der Saloniki-Front auf dem Balkan die britischen, französischen, serbischen und griechischen Einheiten die bulgarische Front in Makedonien an. Alle deutschen Truppen waren zwischenzeitlich an die Westfront verlegt worden und der bulgarische Widerstand brach schnell zusammen. Im nachfolgenden Monat wurden die österreich-ungarischen Besatzungstruppen aus Serbien vertrieben und Deutschlands Balkan-Flanke lag offen.
Die letzte Offensive Österreich-Ungarns gegen Italien an der Piave vom 15. bis 25. Juni 1918 war gerade erst erfolglos zu Ende gegangen, als um 11 Uhr am 24. Oktober die alliierte Offensive mit der Schlacht von Vittorio Veneto erfolgte. Diese brach den anfänglich sturen Widerstand und ging schnell in eine Flucht der österreich-ungarischen Truppen über, beschleunigt durch die zunehmende Unzufriedenheit, Desertionen und Meutereien bei den serbischen, kroatischen, tschechischen und polnischen Soldaten und Marineangehörigen in den sich auflösenden kaiserlichen Streitkräften. So schloss Österreich-Ungarn einen Waffenstillstand am 3. November 1918, während die nicht-deutschen Landesteile zwischenzeitlich schon ihre Unabhängigkeit erlangt hatten.

Der britische General Allenby nahm bei Megiddo im September eine türkische Armee gefangen und überrannte Syrien. Es folgte die Kapitulation der türkischen Armee am Tigris. Das Osmanische Reich schloss daraufhin einen Waffenstillstand am 30. Oktober 1918 ab.

An der Westfront begann Foch mit einer allgemeinen Gegenoffensive im September. Die Tanks der Briten trieben die deutschen Soldaten bereits am 8. August 13 km vor Armiens zurück und anschließend begann der Angriff auf die Hindenburg-Linie im September.
Im selben Monat erstürmten amerikanische Soldaten den seit vier Jahren bestehenden Frontvorsprung bei Saint Michel und die alliierten Armeen brachen nach 18 Tagen andauernder Kämpfe vom 26. September bis 13. Oktober durch die Hindenburg-Linie. Während des Oktobers befreite eine anglo-französisch-belgische Heeresgruppe die Küste Flanderns und die Briten erreichten die Schelde. Die Franzosen drückten östlich über die Aisne, während die Amerikaner der Maas entlang nach Sedan vorrückten.

Es kam zu Aufständen in der deutschen Hochseeflotte in den letzten Oktobertagen und eine Revolution folgte schnell in allen wichtigen deutschen Städten. So begannen am 6. November die Waffenstillstandsverhandlungen auf der Grundlage des famosen ‘Vierzehn Punkte’-Programm von US-Präsident Wilson und Kaiser Wilhelm II. dankte am 9. November 1918 ab. Am 11. November wurde der Waffenstillstand in Fochs Eisenbahnwaggon in Compiegne unterzeichnet und der ‘Große Krieg’ endete nach 1.567 Tagen.

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