08-1918, August 1918


Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges für August 1918.

Tank MK V und neuseeländische Infanterie
Tank MK V und neuseeländische Infanterie nach der Einnahme von Grevillers.

August 1918

Seiteninhalt:

Schlagzeilen vom August 1918:

DIE FRANZOSEN BESETZEN WIEDER SOISSONS – Britische und japanische Truppen landen in Wladiwostok – Zweite Schlacht an der Marne endet – Britische Truppen erreichen Baku – Letzter Angriffsversuch durch Zeppeline auf Großbritannien – Foch zum ‚Marschall von Frankreich‘ ernannt – Tschechen und Weiße erobern Kazan – Kemal wird wieder zum Oberbefehlshaber über die türkische Siebte Armee ernannt – FOCH BEGINNT SEINE ‚BEFREIGUNGS-OFFENSIVEN‘ – SCHLACHT VON AMIENS – SCHWARZER TAG DER DEUTSCHEN ARMEE – Rekordverluste von Flugzeugen in den Luftkämpfen von 1914 bis 1918 – Luft-Überfall auf Wien – Erste US-Armee einsatzbereit – Ludendorff biete dem Kaiser seinen Rücktritt an – Scheer ersetzt Holtzendorff als Chef des Marinestabes, Hipper befehligt die Hochseeflotte – Stalin erklärt den Belagerungszustand über Zarizyn – Britische Regierung erkennt Tschechen als alliierte Nation an – LUDENDORFF EMPFIEHLT SOFORTIGE FRIEDENSVERHANDLUNGEN – Kaiser Karl und Kaiser Wilhelm II. treffen sich zum letzten Mal – US-Regierung beendet die Beziehungen zur Sowjetregierung – Österreich-ungarische Gegenoffensive in Albanien – Schlacht von Noyon und der Ailette – Zweite Schlacht von Albert – DEUTSCHER RÜCKZUG ÜBER 16 KILOMETER an der Somme – Zweite Schlacht an der Scarpe – DEUTSCHLAND UND RUSSLAND UNTERZEICHNEN EINEN ERGÄNZENDEN FRIEDENSVERTRAG, wobei Russland verspricht, die Alliierten in Nordrussland zu bekämpfen – Verwendung der Reste der Schwarzmeerflotte durch die Deutschen – Die ersten zwei Fälle der amerikanischen ‚Spanischen Grippe‘ – ALLGEMEINER DEUTSCHER RÜCKZUG VON DER SCARPE NACH OBERHALB DER AISNE – BEGINN DER DEUTSCHEN RÄUMUNG VON FLANDERN – LENIN BEI ATTENTAT VERWUNDET.

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Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 1. August 1918:

Drei Fokker D.VII von Jasta 2
Drei Fokker D.VII von Jasta 2 des Jagdgeschwaders 3 neben einer Albatros D.Va von Jasta 36.

Luftkrieg
Deutschland: Die Heeres-Fliegertruppe verfügt über 318 Fronteinheiten mit 2.569 Flugzeugen (ohne Reserven in Depots), darunter 1.053 Jäger und ca. 253 Bomber.
Westfront: Im August erringen Jastas, welche mit Fokker DVII-Jägern ausgerüstet sind, 565 Luftsiege, aber es kommt zu einem ernsthaften Treibstoffmangel bei allen deutschen Fliegereinheiten (nur 150 oder 250 Liter pro Tag und Flugzeuge ab Mitte August). Die Franzosen haben 2.970 Flugzeuge.

Westfront
Marne und Aisne: Französisch-britischer Vorstoß nördlich der Ourcq; 2-Kilometer-Vorstoß entlang der Fare-en-Tardenois-Straße mit 600 Kriegsgefangenen. 100 Kriegsgefangene werden in Cierges genommen. Der deutsche Rückzug nach Vesle beginnt bei Regen in der Nacht vom 1./2. August.
Somme: Die britische Vierte Armee im Abschnitt von Amiens wird heimlich bis zum 8. August verdoppelt. 290 Sonderzüge bringen 6 Infanterie- und 2 Kavallerie-Divisionen heran, darunter das Kanadische Korps von Arras, 8 Panzerbataillone und riesige Mengen an Munition. Ein kleiner kanadischer Truppenverband wird nach Flandern an den Mt. Kemmel verlegt, als Teil eines Täuschungsmanövers, welches auch die erste Verwendung von fingierten Funksprüchen im Landkrieg einschließt.
Deutschland: Im August reduziert die OHL 400 Mann starke Bataillone von 4 auf 3 Kompanien.

Ostfront
UDSSR: Der neue deutsche Botschafter Helfferich drängt in seinem Memorandum auf den Sturz der Roten; der Kaiser stimmt zu. Lenin bittet über Chicherin um deutsche Hilfe gegen Konterrevolutionäre.
Trans-Kaspien: Die Weissen aus Aşgabat appellieren an Generalmajor Malleson um Hilfe. Er schickt eine Punjabi MG-Abteilung, welche die Niederlage von 1.800 Weissen Truppen durch 3.000 Rote bei Bairam Ali (13. August) decken. Die Rote nehmen Merv Oasis etwa am 18. August.

Heimatfronten
Großbritannien: Die Lebensmittelpreise steigen um 8 % auf den Rekord von 118 %. Das House of Commons stimmt einem Rekord-Kriegskredit von 700 Millionen Pfund zu. Nachkriegsrationierung von Rohstoffen und Entschädigungssystem für Seeleute auf torpedierten Schiffen angekündigt.
Frankreich: Die Kammer stimmt für den Aufruf der Wehrpflichtigen-Klasse von 1920.
Osmanisches Reich: Im August dürfen politische Exilanten zurückkehren.
Deutschland: Im August erreichen die Wehrpflichtigen der Klasse von 1920 die Felddepots, werden aber aus politischen Gründen nicht an vorderster Front eingesetzt. Ludendorff erhöht den Sold der Soldaten um 1 Reichsmark pro Tag.
USA: 1 Million Frauen arbeiten jetzt in Fabriken.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 2. August 1918:

Soissons im August 1918
Soissons im August 1918. Die alte Residenz der fränkischen Könige wechselte im Krieg mehrfach den Besitzer.

Westfront
Champagne und Marne: DIE FRANZOSEN (11. Division Chasseurs) BESETZEN WIEDER SOISSONS (nur 300 von 15.000 Einwohnern sind zurückgeblieben) und rücken bis zu 10 km vor, wobei 50 Dörfer wieder eingenommen werden. Die Deutschen gruppieren sich neu hinter den Flüssen Veste und Aisne.
Deutschland: Hindenburgs und Ludendorffs Pressekonferenz bei der OHL; letzterer behauptet einen ‚begrenzten taktischen Erfolg‘ an der Marne. Beide verunglimpfen das AEF (Amerikanische Expeditionsstreitkräfte) mit einem Vergleich zu Frankreichs schwarzafrikanischen ‚Hilfstruppen‘. Hindenburg besteht darauf, dass sein Ziel ein ‚ehrenhafter Frieden‘ ist.

Ostfront
UDSSR: Lenin verkündet bei fünf Besprechungen: ‚Die Sowjetrepublik ist in Gefahr‘.
Nordrussland: 870 Mann französischer Kolonial-Infanterie und Generalmajor Poole landen bei Archangelsk an.
Sibirien: Japan erklärt, dass es Truppen in Wladiwostok landen wird, aber nicht, um eine neue Ostfront zu schaffen.

Geheimkrieg
Ostfront: US-Kriegsminister Baker sagt zu Generalmajor Graves, designierter Kommandeur für Sibirien: ‚Passen Sie auf, Sie werden auf mit Dynamit gefüllten Eiern laufen‘. Der US-Vizekonsul in Petrograd meldet den praktischen Kriegszustand zwischen den USA und Russland.

Naher Osten
Persien: Türkische Truppen besetzen Urmia; alle 80.000 Jelus fliehen, nur 59.000 davon erreichen Bijar.
Aserbaidschan: Petrows 1200 Rote mit 2 Kanonen aus Astrachan landen in Baku an und erzwingen die Freilassung der bolschewistischen Führer.


Seekrieg
Nordsee: Die britischen Minenleger-Zerstörer Vehement und Ariel laufen in der Nähe der niederländischen Neutralitätszone auf deutsche Minen und sinken (97 Tote). Im August legt die Royal Navy 9.000 Minen vor der Küste von Yorkshire und Durham (bis zum September).

Luftkrieg
Westfront: US ‚Liberty-Flugzeuge‘ (nachgebaute Airco D.H.4) erstmals im Einsatz.
Großbritannien: RAF-Hauptmann Prinz Albert tritt der St.Leonards-on-Sea-Luft-Kadetten-Schule bei (König George V. inspiziert diese am 30. August).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 3. August 1918:

gefangengenommene deutsche Soldaten
Von französischen Truppen während der Kämpfe gefangengenommene deutsche Soldaten warten auf den Transport nach hinten.

Westfront
Marne und Aisne: Alliierter Vormarsch auf einer 50 km breiten Front nach Fismes. Das III. US-Korps marschiert auf die Vesle zu und nimmt Fismes am 4. August ein.
Somme: Die deutschen Truppen ziehen sich hinter die Ancre zurück.

Ostfront
Ostsibirien: Britische (25. Middlesex Regiment, 521 Mann) und japanische Truppen der 12. Division (12.000 Mann bis 21. August) landen in Wladiwostok.
Wolga: Die Weiße Samara-Regierung lädt die Alliierten zur Intervention ein.

Seekrieg
Adria: Das Küsten-U-Boot UB 53 versenkt sich selbst, nachdem es in Otranto-Sperre gelaufen ist und zwei Minen zur Explosion gebracht hat.
Ärmelkanal: Ein U-Boot versenkt den britischen Lazarett-Transporter Warilda (125 Tote) auf der Route von Le Havre nach Southampton.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 4. August 1918:

Kriegsfreiwilliger Hitler
Als Kriegsfreiwilliger verbrachte Hitler die Jahre von 1914 bis 1918 an der Westfront. Ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. und I. Klasse, konnte er es hier jedoch nur bis zum Dienstgrad des Gefreiten bringen, weil seine Vorgesetzten der Meinung waren, ‚er werde unfähig sein, sich Respekt zu verschaffen‘.

Westfront
Marne und Aisne – Zweite Schlacht an der Marne endet: Die Alliierten haben 35.000 Kriegsgefangene und 700 Kanonen genommen. Die deutsche Nachhut zieht sich auf das Nordufer der Vesle zurück.
Somme: Die deutschen Truppen ziehen sich auf einem 16 km breiten Frontabschnitt von Montdidier bis Moreuil auf das Ostufer der Avre zurück. Der Gefreite Adolf Hitler erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse für ‚persönliche Tapferkeit und allgemeine Verdienste‘. Ludendorffs Tagesbefehl versucht, die Moral der Truppe zu erhöhen, sagt die Zweite Armee sei bereit für eine Panzeroffensive im Stil vom 18. Juli.

Naher Osten
Aserbaidschan: Erste britische Truppen (Oberst Stokes mit 44 Mann) erreichen Baku.
Nordpersien: Dunsterville lässt Bolschewiki in Enzeli verhaften.

Heimatfronten
Japan: Die Toyama-Fischerfamilien randalieren gegen hohe Reispreise; die Unruhen breiten sich nach Kyoto, Kobe und in anderen Städten aus. Die Regierung beschlagnahmt am 17. August alle Bestände, damit diese zu angemessenen Preisen verkauft werden.
Großbritannien: Botschaft zum 4. Jahrestag des Kriegsausbruchs durch den Premierministers in 4.000-5.000 Theatern und Kinos, etc. Der Bischof von London weiht einen Kriegsschrein im Hyde Park ein.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 5. August 1918:

Zeppelin L70
Das neu fertiggestellte ‚L70‘ galt als herausragendes Luftschiff und die endgültige Version des ‚Super-Zeppelin‘. Es sollte auf eine Höhe steigen, wo es gegen Abfangeinsätze immun sein würde und konnte mehrere Tage in der Luft bleiben.

Luftkrieg
Großbritannien: Letzter Angriffsversuch durch Zeppeline mit L70, L65 (getroffen) und L53 sowie L56; alle Bomben fallen ins Meer. Super-Zeppelin L70 (Lossnitzer, zusammen mit dem ‚Führer der Luftschiffe‘, Strasser) wird von 2 Airco D.H.4 (Cadbury/Leckie und Keys/Harman) aus 5.500 Meter Höhe vor der Küste von Norfolk abgeschossen. 35 Abfangeinsätze (2 Verluste), darunter eine F2A des US Navy Air Service (Leutnant E. Lawrence und Fähnrich A. Hawkins) aus Killingholme südlich der Humber-Mündung.

Westfront
Frankreich: Vierter und letzter Beschuss mit der Paris-Kanone (66 Granaten bis zum 9. August).

Ostfront
UDSSR: Anglo-französische Staatsangehörige in Moskau werden verhaftet.
Ostsibirien: 1.150 französische Kolonialtruppen landen in Wladiwostok an und erreichen die Front unter Beschuss am 11./12. August. Weitere Marine-Soldaten landen am 9. August an.
Wolga: 2.500 Tschechen und Weiße landen in Kasan an, werden aber zurückgedrängt.

Naher Osten
Aserbaidschan: Erster türkischer Angriff auf Baku, welcher von 8.000 Verteidigern abgewehrt wird (620 Verluste). 2 Duncar-Panzerwagen und 200 britische Truppen erreichen die Stadt und unterstützen die Verteidiger; 2 weitere Duncars und 150 britische Soldaten landen am 7. August an.
Georgien: Kress funkt nach Berlin `Ich habe jede Munitionslieferung von Batumi über Tiflis (für die Türken) bis jetzt behindert.‘ Eine US-Abhörstation fängt den Funkspruch ab und entschlüsselt ihn innerhalb einer 1 Stunde (ein weiterer Funkspruch wird am 8. August entschlüsselt).

Seekrieg
USA: Hog’s I in Philadelphia lässt das erste industriell gefertigte Frachtschiff SS Ouistconck von Stapel und 7 werden bis zum 8. Januar 1919 fertiggestellt. Die Werft wurde erst seit dem 20. September 1917 von Grund auf neu errichtet und 16 Schiffe werden von Stapel gelassen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 6. August 1918:

Marschall Ferdinand Foch
Marschall Ferdinand Foch (1851-1929) ist ein bedächtiger Organisator und Diplomat und kann die alliierten, nationalen Eigeninteressen überwinden.

Westfront
Frankreich: Ferdinand Foch zum ‚Marschall von Frankreich‘ ernannt (erhält den Marschalls-Stab am 24. August). Die Wiener Arbeiter-Zeitung lobt Foch: ‚…. die Alliierten besitzen jetzt einen Führer, dessen Name Vertrauen erweckt und …. sie glauben, dass er im Gegensatz zu seinen Vorgängern nicht weit hinter den reifen Fähigkeiten von Hindenburg und Ludendorff zurückbleiben wird‘.
Marne und Aisne: Französisch-amerikanische Truppen erreichen die Vesle und drücken den Frontbogen bei Soissons-Reims aus. Carlowitz übernimmt die Deutsche Neunte Armee von F. Below. Heeresgruppe Boehn gegründet.
Somme: Der Gegenangriff einer deutschen Division bei Morlancourt gewinnt an Boden und 250 Kriegsgefangene (die britische 18. und 58. Divisionen ersetzen die Australier).

Ostfront
UDSSR: Sownarkom ermächtigt die Gewerkschaften, bewaffnete Männer auszuschicken, um Brot aus den Dörfern zu holen. Der zurückberufene deutsche Botschafter verlässt Moskau (trifft am 11. August in Pskow ein).
Großbritannien: Die Regierung gibt eine Nichteinmischungs-Erklärung an das russische Volk ab (veröffentlicht am 9. August).

Seekrieg
Mittelmeer: Ein U-Boot versenkt den Zerstörer HMS Comet. Alliierte Minenkonferenz in Malta (bis zum 9. August), wo die US-Marine beauftragt wird, eine zweite Minensperre bei Otranto und eine in der südlichen Ägäis zu errichten.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 7. August 1918:

Tschechische Soldaten in einem Panzerzug
Tschechische Soldaten in einem Panzerzug.

Westfront
Wolga: Tschechen und Weiße erobern Kazan von der Roten Ersten Armee, deren Oberst Vatsetis gerade so entkommt. Die roten Goldreserven werden nach Samara evakuiert. Größte Arbeiter-Rebellion gegen die Rote Herrschaft in Ischewsk (Waffenfabrik-Stadt 240 km nordöstlich von Kasan, bis zum 7. November). Trotzki verlässt Moskau im Panzerzug in Richtung Wolga.
Kuban: Denikin bricht die roten Truppen vor Jekaterinodar nach einwöchigen Kämpfen.

Naher Osten
Palästina: Kemal wird wieder zum Oberbefehlshaber über die türkische Siebte Armee ernannt und sieht Sultan und Enver Pascha zum letzten Mal am 9. August.

Seekrieg
Nordatlantik: Der französische Kreuzer Dupetit Thouars (13 Tote) wird von U 62 (Hashagen) versenkt.

Politik
Großbritannien: Lloyd George sagt in seiner Rede vor dem House of Commons, dass die deutsche Hochwassermarke erreicht sei, ihre wirtschaftliche Lage verzweifelt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 8. August 1918:

Schwarzen Tag der deutschen Armee
Deutsche Soldaten ziehen am ‚Schwarzen Tag der deutschen Armee‘ in die Kriegsgefangenschaft.

Westfront
Frankreich: FOCH BEGINNT SEINE ‚BEFREIGUNGS-OFFENSIVEN‘ (bis zum 18. September).
Somme – SCHLACHT VON AMIENS (bei den Franzosen ‚Schlacht bei Montdidier‘) bis zum 11. August: Die Vierte Armee des BEF, zusammen mit der französischen Erster Armee (Moreuil mit 3.150 Kriegsgefangenen und 161 Kanonen genommen), sowie 430 Panzern (darunter 96 Whippet-Tanks) greift um 04:20 Uhr auf einem 24 km breiten Frontabschnitt vor der Stadt an. 5 deutsche Divisionen werden vertrieben (27.700 Mann Verluste, einschließlich 15.565 Kriegsgefangene aus 11 Divisionen und 400 Kanonen). Das neu eingetroffene kanadische Korps (3.868 Verluste) rückt 10 km vor, nimmt 12 Dörfer ein und bringt 5.033 Kriegsgefangene und 161 Kanonen ein. Australische Truppen (3.000 Verluste) nehmen 7 Dörfer ein und bringen 7.920 Kriegsgefangene und 173 Kanonen ein.
Dies ist der ‚SCHWARZE TAG DER DEUTSCHEN ARMEE‘ in diesem Krieg (Ludendorff, Kriegs-Memoiren). Aus einem deutschen Hauptquartier erhält das BEF eine Karte der Hindenburg-Linie mit allen Schützengräben, Stellungen, Hauptquartieren, Beobachtungsposten, Lagern, Eisenbahn-Endköpfen, Knüppelwegen, Ballon-Schuppen und Landeplätzen zwischen der Oise und Bellicourt. Die Verluste des BEF belaufen sich auf unter 9.000 Soldaten und 109 Panzern (davon 8 durch eine einzige deutsche Panzerabwehrkanone).

Seekrieg
Ärmelkanal: Der Zerstörer HMS Opossum und Minenleger greifen UC 49 mit Wasserbomben an und versenken es vor Start Point in der Nähe von Plymouth.
6 Royal-Navy-Zerstörer legen die ersten 234 magnetischen Minen vor Dünkirchen aus. Offiziell als Sinker Mk1(M) bezeichnet, neigen sie jedoch dazu, vorzeitig zu explodieren, aber die Deutschen entdecken sie nie.

Luftkrieg
Somme: Rekordverluste von Flugzeugen in den Luftkämpfen von 1914 bis 1918. 83 Alliierte plus weitere 52 abgeschriebene RAF-Flugzeuge (90 Tote) gegenüber 49 deutschen Flugzeugen während der Schlacht von Amiens, welche durch 800 RAF-Flugzeuge (davon 376 Jäger) und 1.104 französischen Flugzeugen (davon 612 Jäger) gegen 365 deutsche Flugzeuge (davon 140 Jäger) unterstützt wird.
Einige deutsche Piloten (u.a. Göring) fliegen 10 Stunden lang Einsätze zur erfolgreichen Verteidigung der 14 permanenten Somme-Brücken, gegen die 205 RAF-Einsätze mit 12t abgeworfener Bomben geflogen werden. 9 RAF-Jägerstaffeln werfen 1.563 Bomben ab und verfeuern 122.150 Schuss MG-Munition auf Bodenziele (bis zum 9. August). RAF-Flugzeuge schießen 9 deutsche Ballons ab, das Flieger-Ass Beauchamp-Proctor ist an all diesen Erfolgen beteiligt.
Italienische Front: 4 Bristol-Jäger der 139. Squadron zerstören 2 von 3 österreich-ungarischen Albatros-Jäger über dem Flugplatz Pergine (östlich von Trient) während eines Besuchs von Kaiser Karl.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 9. August 1918:

Britische Mark V Tanks
Britische Mark V Tanks, welche ihren ersten Einsatz im Juli 1918 hatten, rollen an die Front.

Westfront
Somme: Deutsche Truppen nehmen wieder vorübergehend Chipilly nördlich der Somme. Britische Truppen, unterstützt durch 145 Panzern (39 ausgeschaltet) und das 167. US-Regiment, erobern Morlancourt und Rosieres-Lihons und rücken trotz 6 zusätzlicher deutscher Divisionen bis zu 5 km vor. 3.884 kanadische Soldaten erobern 8 Dörfer mit australischen Gefangenen. Die Franzosen nehmen 2 Dörfer und schließen Montdidier mit 6 Divisionen ein.
Flandern: Britische Truppen rücken westlich von Merville nach Locon vor.

Luftkrieg
Österreich – Überfall auf Wien: Gabriele D’Annunzio organisiert einen Flugblattabwurf-Einsatz bei Tageslicht. 7 SVA5 und 1 Zweisitzer SVA9 (mit Palli und D’Annunzio) fliegen 1000 km von San Pelagio nach Wien und zurück, kreisen 30 Minuten über der Stadt und werfen 200.000 Manifeste ab, welche die Wiener auffordern, die ‚preußische Knechtschaft‘ abzuwerfen.
Westfront: Die Alliierten haben erneut schwere Verluste bei den Angriffen auf die Somme-Brücken; die RAF verliert ca. 35 von 45 Flugzeugen gegenüber 3 deutschen Flugzeugen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 10. August 1918:

deutsche Soldaten plündern Versorgungszug
Auflösungserscheinungen zeigen sich, als mangelhaft ernährte deutsche Soldaten Versorgungszüge plündern.

Westfront
Frankreich: Gesamtzahl der durch die Alliierten eingebrachten Kriegsgefangenen seit dem 8. August: 24.000, plus über 400 Kanonen erbeutet. Die Erste US-Armee einsatzbereit unter Pershing; Oberst Hugh A. Drum Generalstabschef. Kampfstärke des AEF (Amerikanischen Expeditionskorps) 822.358 Mann. Churchill (am 8. August nach Frankreich geflogen) bei der Granaten-Konferenz im Hauptquartier des BEF.
Amiens: Die deutsche Garnison von Montdidier wird von der französischen Ersten Armee durch einen Vorstoß über 11 km eingeschlossen und gefangengenommen. 7 neue deutsche Divisionen treffen ein, betrunkene bayerische Soldaten rufen der 38. Division zu: ‚Was wollt ihr Kriegsverlängerer hier ?‘. Rawlinson fragt Haig: ‚Befehlen Sie die britische Armee oder ist es Marschall Foch ?‘ und erreicht, daß der Druck auf Amiens beendet wird. Haigh hat 85 Panzer (davon 30 ausgeschaltet) im Einsatz, 38 am 11. und nur noch 6 am 12. August.
Oise: Die französische Dritte Armee (7 Divisionen) dringt 5 bis 6,5 km tief nordöstlich in die Flanke der deutschen Achtzehnte Armee unterhalb von Montdidier in der Zweiten Schlacht von Lassigny (bis zum 22. August) ein.

Ostfront
UDSSR: Lenin befiehlt deutsche Truppen von der Wolga abzuschirmen, trotz der Zweifel von Trotzki, da immer noch 37 deutsche Divisionen im Osten sind. Die anglo-französischen Konsuln in Moskau werden als Vergeltung für die alliierten Landungen bei Archangelsk verhaftet.
Ostsibirien: Tschechen und 400 Kosaken wehren 5.000 Rote im Gebiet Stepanovka-Kraevsk ab.

Seekrieg
Westatlantik: Gasangriff durch ein U-Boot auf eine Station der US Coast Guard und einen Leuchtturm bei Smith Island, North Carolina.
Nordsee: Die Harwich Force mit 4 Kreuzer und 13 Zerstörern setzt vor den westfriesischen Inseln 6 Küsten-Motortorpedoboote aus, um deutsche Minensucher über die Minenfelder hinweg anzugreifen, aber alle gehen durch Angriffe deutscher Wasserflugzeuge (1 abgeschossen) verloren. Das andere Auftragsziel, Zeppeline herauszulocken, wird bis zum nächsten Tag erreicht.

Luftkrieg
Westfront: Bei der Amiens-Offensive wechselt die RAF ihre Ziele auf die Bombardierung der Eisenbahnverbindungen. 90 zusätzliche Jäger bringen die Jagdfliegerstärke auf 480 Maschinen, aber über dem Bahnhof Peronne werden 6 von 52 beteiligten Flugzeuge abgeschossen (Peronne wird dreimal am 11. August angegriffen). Hauptmann F.M.F West in einer FK8 der 8. Squadron der RAF erhält das Victoria Cross für den Einsatz bei Kontakt-Patrouillen zu den Panzern. Oberleutnant Erich Lowenhardt, das dritt-erfolgreichste deutsche Flieger-Ass mit 53 Luftsiegen, wird bei einer Flugzeugkollision getötet, eines von 15 verlorenen deutschen Flugzeugen gegenüber 38 als abgeschossen gemeldeten alliierten Flugzeugen an diesem Tag. Hauptmann A. Yuille in einer Sopwith Camel der 151. Squadron schießt in der Nacht vom 10./11. August den ersten Gigant-Bomber hinter den britischen Linien bei Talmas ab


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 11. August 1918:

Der letzte Angriff
Der letzte Angriff

Westfront
Deutschland: Obwohl der Gegenangriff nun die Amiens-Montdidier-Linie stabilisiert, bietet Ludendorff dem Kaiser seinen Rücktritt an, der sich weigert, aber antwortet ‚… wir müssen ein Gleichgewicht finden. Wir haben fast die Grenze unserer Widerstandskraft erreicht. Der Krieg muss beendet werden‘.
Somme: 9.074 kanadische Mann Verluste seit dem 8. August.

Seekrieg
Deutschland: Scheer ersetzt Holtzendorff als Chef des Marinestabes. Hipper befehligt die Hochseeflotte. Hindenburg und Ludendorff teilen Scheer am 12. August mit, dass nur noch die U-Boote den Krieg gewinnen können.

Luftkrieg
Nordsee: Das deutsche Luftschiff L53 (Prolss) wird von Culley in einer Sopwith Camel, welcher von einem Leichter startet, der vom britischen Zerstörers Redoubt gezogen wird, in einer Höhe von über 6.200 Metern abgeschossen. Daraufhin werden alle Zeppelin-Aktivitäten eingestellt.
Frankreich: 9 deutsche Bomber greifen Calais an, verursachen 47 militärische und 13 zivile Opfer, 100 Fahrzeuge werden zerstört und das Feuer breitet sich auf Ersatzteillager im Wert von 1,25 Millionen Britischen Pfund für 19.566 Kraftfahrzeuge des BEF aus.
Westfront: Die Deutschen melden 38 alliierte Flugzeuge für den Verlust von 15 eigenen abgeschossen zu haben.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 12. August 1918:

Australische Soldaten Amiens
Australische Soldaten besetzen eine eroberte deutsche Stellung bei Amiens.

Westfront
Deutschland: Der Kaiser löst die Kronprinzen Wilhelm und Rupprecht von der Neunten, Achtzehnten und Zweiten Armee ab, die alle im Bereich von Amiens in heftige Kämpfe verwickelt sind und zu Boehns neuer Armeegruppe (bis zum 31. Oktober) formiert werden, dessen Siebte Armee von Eberhardt übernommen wird.
Somme: Flaute bei den Operationen (bis 20. August); australische Truppen nehmen Proyart. König George zeichnet Doughboys (einfache Soldaten) der 33. US-Division aus.

Naher Osten
Palästina: Überfälle der britischen 10. und 60. Divisionen auf den Gharabe-Bergrücken (164 Verluste) und östlich der Nablus-Strasse verursachen 570 Mann Verluste und erbeuten 14 MGs (über 239 türkische Kriegsgefangene). Lawrence und Oberstleutnant Joyce treffen bei El Jefir östlich der Hedschasbahn auf Buxtons Truppe und erreichen Azrak am 14. August im Panzerwagen.
Nordkaukasus: Bicherakow mit ca. 2.200 Mann nimmt Derbent ein. Ein rotes Kriegsschiff scheitert mit einem Angebot an Dunsterville, abzuziehen (20. August).

Seekrieg
Östliches Mittelmeer: Ein U-Boot versenkt den britischen Truppentransporter Anhui (4 Tote) vor Zypern.

Heimatfronten
Italien: Ex-Premierminister Giolitti spricht über den Wiederaufbau nach dem Krieg.
USA: Alkoholverkaufsverbot für die Eisenbahnen.
Großbritannien: 30.000 Menschen besuchen die britische Ausstellung für wissenschaftliche Produkte von 250 Firmen in London (bis zum 7. September).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 13. August 1918:

Lenin und Stalin am Bahnhof
Lenin und Stalin am Bahnhof. Das spätere stalinistische Gemälde war eine Fälschung, da es die Szene niemals gab.

Ostfront
Wolga: Stalin erklärt den Belagerungszustand über Zarizyn, die Angehörigen der Bourgeoisie müssen Gräben ausheben.
Ostsibirien: Der tschechische General Dieterichs bittet um alliierte Hilfe aus Wladiwostok.

Seekrieg
Deutschland: Behnke ersetzt Capelle als Marineminister (bis 7. Oktober).
Nordsee: Bewaffnete Trawlern einer Konvoi-Eskorte versenken das Küsten-U-Boot UB 30 mit Wasserbomben vor Whitby.
Mittelmeer: 17 durch Zerstörer gesicherte schnelle Depotschiffe aus den USA haben nach einer Fahrt durch spanische Gewässer in französischen Häfen angedockt. Seit dem 1. Juli werden 4000 Tonnen Nachschub pro Tag bis zum Herbst gelöscht.

Luftkrieg
Belgien: 50 Sopwith Camel Jäger (darunter auch die 17. US Aero-Squadron) überraschen den Flugplatz Varssenaere westlich von Brügge und zerstören 28 bis 38 Flugzeuge.

Politik
Großbritannien: Die Regierung erkennt Tschechen als alliierte Nation an, letztere erklären Deutschland den Krieg.
Deutschland: In Spa sind sich Hindenburg und Ludendorff, der Kanzler und der Außenminister einig darüber, dass der Krieg nicht militärisch beendet werden kann.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 14. August 1918:

Franzosen im Graben
Französische Soldaten in ihrem Graben.

Westfront
Deutschland: Der Kronrat stellt fest, dass der Sieg im Feld jetzt am unwahrscheinlichsten ist. LUDENDORFF EMPFIEHLT SOFORTIGE FRIEDENSVERHANDLUNGEN.
Somme: Die Deutschen räumen den Ancre-Abschnitt.

Luftkrieg
Somme: Die RAF hat seit dem 8. August 700 Einsätze geflogen und 571 Bomben auf Brücken (hauptsächlich 50-kg-Bomben) abgeworfen, ohne dabei schweren Schaden anzurichten. Fonck zerstört 3 deutsche Flugzeuge (8 bestätigte Verluste für 29 alliierte Flugzeuge).
Palästina: Die 144. und 45. Squadron verstärken die RAF.

Politik
Deutschland: Kaiser Karl und Kaiser Wilhelm II. treffen sich zum letzten Mal in Spa, Arz warnt: ‚Österreich-Ungarn kann den Krieg nur bis Dezember fortsetzen‘; die Österreicher plädieren für Frieden. Kaiser Wilhelm beauftragt Hintze, die Vermittlung der Königin von Holland zu suchen, aber nur, um die deutsche Regenerierung zu fördern.
Großbritannien: Alliierte Propaganda-Konferenz im Crewe House, London (bis zum 17. August), eröffnet von Northcliffe.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 15. August 1918:

 kanadische 60-Pfünder-Batterie im Gefecht
Eine kanadische 60-Pfünder-Batterie im Gefecht im August 1918.

Westfront
Somme: Das BEF überquert wieder die Ancre, zum letzten Mal. Gefecht des Kanadischen Korps um Damery (bis zum 17. August, Gegenangriff am 16. August abgewehrt). Haig weigert sich, Fochs Befehl vom 11. August für einen Angriff auf Roye-Chaulnes zu befolgen, will aber nördlich der Somme etwa am 21. August angreifen. Die dritte französische Armee erobert das Lassigny-Massiv (die Stadt am 21. August) und hält am 22. August an der Divette an.
Flandern: Rupprecht warnt Prinz Max von Baden: ‚Unsere militärische Lage hat sich so schnell verschlechtert, dass ich nicht mehr glaube, dass wir den Winter durchhalten können; es ist sogar möglich, dass eine Katastrophe früher eintritt‘.

Ostfront
USA: Die Regierung beendet die Beziehungen zur Sowjetregierung.
Ostsibirien: Schwerer roter Granatbeschuss (bis zum 17. August) wird am 16. August von einer 12-Pfünder der HMS Suffolk 12-Pfünder in einem Panzerzug beantwortet. Die sibirische Regionalduma trifft sich in Tomsk.
Kuban: Die Freiwilligen-Armee erobert die Hauptstadt Jekaterinodar (Denikin trifft am 16. August ein).

Seekrieg
Nordsee: Die Zerstörer Ullswater und Scott der Harwich Force sinken (durch Torpedo bzw. Mine), als sie einen niederländischen Konvoi eskortierten.

Luftkrieg
Westfront: Deutsche Jäger zerschlagen alliierte Flieger-Formationen, melden 25 alliierte Flugzeuge für 4 eigene abgeschossen zu haben.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 16. August 1918:

Fokker D.VIII
Fokker D.VIII

Luftkrieg
Westfront: 65 alliierte Jäger greifen den Jagdflieger-Stützpunkt von La Bassee an. Der neue deutsche Fokker D.VIII (EV) Parasol-Jäger (Jasta 6) erringt den ersten von 18 Siegen.
Deutschland: Erster Angriff der RAF auf Darmstadt durch die 55. Squadron, dabei gehen 3 Airco D.H.4 an Jäger verloren.

Westfront
USA: Pershing fordert die Rückkehr von 3 von 5 US-Divisionen, welche beim BEF trainieren.
Somme: Anglo-französischer Vormarsch im Abschnitt Roye.

Ostfront
UDSSR: Lenin sagt vor der Moskauer Partei, dass sie die jungen Menschen für sich gewinnen muss.
Nordrussland: Weiße Truppen besetzen Schenkursk, 280 km südlich-südöstlich von Archangelsk.
Ostsibirien: Die 27. US-Infanterie von den Philippinen landet in Wladiwostok an, ebenso wie der japanische Oberbefehlshaber General Otani. Tschechische Truppen vereiteln einen Roten Landungsversuch über den Chankasee. Sir Charles Eliot, britischer Hochkommissar in Sibirien; Regnault (ehemaliger französischer Botschafter in Tokio) wird alliierter Vertreter in Wladiwostok (21. August).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 17. August 1918:

französische Batterie aus ‘M 1897’
Britische Kanoniere beobachten eine französische Batterie aus 7,5cm M1897 im Einsatz.

Westfront
Mangins Zehnte Armee mit 1.138 Geschützen gewinnt ca. 1.800 Meter Gelände zwischen den Flüssen Oise und Aisne mit über 2.000 Kriegsgefangenen bis zum 18. August.

Ostfront
Nordrussland: Die 2/10. Royal Scots marschieren durch Archangelsk hinter einer US-Marine-Musikband, erreichen Bereznik auf dem Fluss Dwina per Schleppkahn am 31. August.

Naher Osten
Aserbaidschan: Dunsterville kommt in Baku auf dem Frachter President Kruger an, 2 Bataillone folgen. Er inspiziert die Verteidigungsstellungen am 18. August, während die Verteidiger das Dorf Fatmai an der Nordflanke verlieren.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 18. August 1918:

Britische berittene 13-Pfünder-Batterie
Britische berittene 13-Pfünder-Batterie auf dem Weg nach vorne. Das Bild zeigt genau, wie robust die bespannten Feldgeschütze sein mussten.

Westfront
Flandern: Die britische Zweite Armee (671 Verluste) bringt zwischen Vieux Berquin und Bailleul 697 Kriegsgefangene ein. Die britische Fünfte Armee kommt bis zum 6. September 8 km vorwärts.
Lothringen – AEF-Gasangriff bei Mervillor bei Baccarat: 800 amerikanische Projektoren verfeuern 12 Tonnen Phosgen (250 Deutsche vergast, davon 30 getötet). 2 britische Divisionen der Zweiten Armee erobern Outtersteene und den Hoegenacker-Bergrücken östlich von Hazebrouck; Merville wird am 19. August zurückerobert.

Ostfront
Wolga: Seit dem 25. Juli wurden mehr als 30.000 Mann Roter Truppen aus dem Westen herangebracht.
Ostsibirien: Kosaken-Maschinengewehre verhindern eine Überquerung des Flusses Ussuri südlich von Runovka durch Rote Truppen. 2 weitere 12-Pfünder-Geschütze der HMS Suffolk verstärken die Verteidigung, aber die Japaner hatten am 17. August eine Artillerie-Batterie verweigert. Die ca. 3.000 alliierten Truppen müssen sich am 20. August 10 km in Richtung Syvagino mit Zügen zurückziehen, nachdem die Linien der Kosaken erstürmt wurden.

Luftkrieg
Westfront: Das aktuell führende US-Jagdflieger-Ass David Putnam (12 Luftsiege, 94. Squadron) wird abgeschossen und getötet.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 19. August 1918:

Volltreffer Verbandsplatz
Artillerie-Volltreffer auf einen deutschen Lazarett-Platz.

Westfront
Aisne: Französische Truppen erobern Le Hamel.
Somme: Die französische Erste Armee übernimmt die Linie des kanadischen Korps; letzteres wird in der Nacht vom 19./20. August zur britischen Ersten Armee verlegt.

Ostfront
UDSSR: Volkskommissariat für militärische Angelegenheiten gegründet.

Seekrieg
Ärmelkanal: Das vom Ufer bei Folkestone aus betriebene Minenfeld versenkt das Küsten-U-Boot UB 109.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 20. August 1918:

Albanische Freiwillige
Albanische Freiwillige der österreich-ungarischen Armee.

Südfronten
Albanien – Österreich-ungarische Gegenoffensive (bis 26. August): Generaloberst Pflanzer-Baltin wird eingeflogen, um das XIX. Korps einschließlich der neu eingetroffenen 45. Division und der bulgarischen 12. Division (43 Bataillone) gegen die 23 italienischen Bataillone von Ferrero (darunter 13.000 Kranke im August) zu führen.

Westfront
Schlacht von Noyon (bis zum 29. August) und der Ailette: Mangins 12 Divisionen und 220 Panzer rücken 3 Meilen (ca. 5 km) zwischen den Flüssen Oise und Aisne vor und nehmen 8.000 Kriegsgefangene (‚ein weiterer schwarzer Tag‘, so Ludendorff), erreichen die Oise am 21. August, werden aber am 22. August nördlich von Soissons abgeschlagen. Foch Brief an Clemenceau sagt einen Sieg im Jahr 1919 voraus.
Somme: Seit dem 8. August hat das Kanadische Korps (11.822 Verluste) bis zu 22,5 km auf einem 10 km breiten Frontabschnitt überwunden, 170 Quadratkilometer und 27 Dörfer befreit und über 9.000 Kriegsgefangene eingebracht, sowie fast 200 Kanonen und über 1.000 MGs und Granatwerfer erbeutet.

Ostfront
UDSSR: Das Zentrale Exekutivkomitee hebt das Recht auf Grundbesitz auf. Lenins Brief an die armenischen Arbeiter.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 21. August 1918:

britische 12-inch (305mm) Haubitze
Eine schwere britische 12-inch (305 mm) Haubitze beim Feuern.

Westfront
Frankreich: ALLIIERTE OFFENSIVE ERNEUERT (bis 3. September). Haig sagt zu Churchill, dass gute Chancen auf einen Sieg noch in 1918 bestehen.
Somme: Zweite Schlacht von Albert (bis zum 29. August) eröffnet auf einem 16 km langen Frontabschnitt ab 04:55 Uhr bei intensiv heißem Wetter durch die 9 Divisionen der Dritten Armee des BEF mit 1.294 Kanonen (486 schwere), 500 Tanks und ca. 120 Flugzeuge. Vorausgehender Nebel und unterstützender Beschuss der britischen Artillerie mit Rauchgranaten führt zu einem 3 bis 5 km tiefen Vordringen mit 2.000 Kriegsgefangenen, welches die Bahnstrecke Arras-Albert erreicht. Ein Gegenangriff der deutschen Siebzehnten Armee am 22. August wird aufgehalten.

Luftkrieg
Westfront: Alle 80 Parasol-Eindecker Fokker D.VIII (E.V) werden aufgrund von Strukturversagen zurückgezogen und erst nach Modifikationen ab dem 24. Oktober wieder eingesetzt. Nebel behindert die RAF bei der Unterstützung der Albert-Offensive des BEF, aber die 73. Squadron greift deutsche Panzerabwehrkanonen an (und am 23. August). Die Deutschen melden 37 alliierte Flugzeuge für den Verlust von 7 eigenen abgeschossen zu haben. Nachtbombardierungen, darunter 12 Tonnen Bomben auf dem Eisenbahnknotenpunkt Cambrai (wiederholt am 22./23. August). Erstflug des französischen Jägers Nieuport-Delage NiD 29.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 22. August 1918:

Österreich-ungarische Sturmtruppen
Österreich-ungarische Sturmtruppen an der Balkanfront 1918.

Südfronten
Albanien: Der letzte militärische Erfolg der Mittelmächte ist in vollem Gange und erobert die Linie an den Flüssen Devoli und Semeni zurück.

Westfront
Großbritannien: Haigs Tagebuch sagt ‚Fochs Strategie ist ein einfacher, geradliniger Vorstoß aller Truppen …. um den Feind in Bewegung zu halten‘.
Somme: Die britische Vierte Armee (einschließlich 66 Tanks) erobert Albert durch die 18. Division. Die 1. Australische Division zerschlägt einen Gegenangriff von 2 deutschen Divisionen. Haig sagt zu seinen Armeeführern: ‚Es ist nicht mehr nötig, Schritt für Schritt vorzurücken‘. 32 alliierte Divisionen haben seit dem 8. August 42 deutsche Divisionen auf einer 75 km langen Front geschlagen.

Seekrieg
Großbritannien: Stapellauf des Schlachtkreuzer Hood auf der Werft John Brown Yard an der Clyde; fertiggestellt im Mai 1920.
Nordsee: Ein U-Boot versenkt das Schiff Gasconier der amerikanischen Kommission des belgischen Hilfswerkes vor Haugusemb in norwegischen Gewässern, tötet 6 Menschen und verletzt andere, als auf die Rettungsboote geschossen wird.

Luftkrieg
Deutschland: Die 104. Squadron verliert 7 Airco D.H.9 über Karlsruhe und Mannheim.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 23. August 1918:

Soldat mit Hemdsärmeln, Shorts, Mütze und Wickelgamaschen
Ein britischer Soldat mit Hemdsärmeln, Shorts, Mütze und Wickelgamaschen bringt während der Zweiten Schlacht von Albert deutsche Kriegsgefangene nach hinten.

Westfront
Somme: Hauptangriff durch die Dritte und Vierte Armee des BEF nun auf einem 53 km breiten Frontabschnitt, unterstützt durch 100 Tanks. Die Dritte Armee gewinnt 3 km über die Straße Arras-Bapaume hinweg (5.000 Kriegsgefangene eingebracht). Australische Truppen nehmen 2.000 Kriegsgefangene und 23 Kanonen, die Ortschaften Bray und Chuignes (einschließlich einer 38-cm-Kanone und 9 werden ausgeschaltet, welche seit Juli zum Beschuss des 25 km westlich liegenden Amiens verwendet wurden). 4 Divisionen der Vierten Armee setzen den Vormarsch unter Mondlicht fort.

Ostfront
UdSSR: Lenin sagt bei einer Sitzung des Moskauer Polytechnikum-Museums, dass die Weltrevolution kommen wird, aber der Zeitpunkt noch nicht vorhersehbar ist.
Wolga: Die Rote Erste Armee besiegt die Tschechen und nimmt 3 Dörfer südlich von Kasan wieder ein.
Sibirien: Schlacht bei Duchowskaja (bis zum 24. August). Die Alliierte gewinnen das erste ernsthafte Gefecht gegen die Roten, erobern die Stellungen bei Krevsk zurück, erbeuten 2 MGs und zerstören 2 Panzerzüge; aber wenig japanische Kooperation.

Luftkrieg
Westfront: 2 deutsche Jäger von Jasta 34b setzen 2 britische Tanks mit panzerbrechender Munition außer Gefecht. Einer davon ist der 23. gültige (von insgesamt 26) Sieg des bayerischen Oberleutnants Ritter von Greim, dem letzten Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe von 1945. Das britische Wireless Central Info Bureau (Drahtloses Zentrales Informationsbüro) koordiniert die RAF-Bodenangriffe.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 24. August 1918:

 britischer Offizier hält seinen Webley-Revolver
Ein britischer Offizier hält seinen Webley-Revolver in der Hand, als er seine Männer anführt.

Westfront
Somme: Die britische 38. Division erobert den Thiepval-Kamm und erreicht Bapaume. Die britische 99. Brigade der 2. Division erobert Mory Copse.
Flandern: Die britische 55. Division erobert das Givenchy-Wäldchen.

Ostfront
Sibirien: General Horvath stürzt Oberst Tolstov vom Weißen Kommando in Wladiwostok und die Alliierten entwaffnen am 26. August seine 400 Mann. Clemenceau ernennt General Janin (noch in Frankreich) zum Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte, Generalmajor Knox wird Leiter der britischen Militärmission.

Südfronten
Albanien: Österreich-ungarische Truppen erobern Fieri und Berat zurück, während sich die Italiener bis zum 26. August auf die Malakastra-Höhen nördlich des Flusses Voyusa zurückziehen. Die französischen Truppen passen ihre Linien an.
Saloniki: Hauptmann D. Mackay vom Tank-Korps trifft ein, um den möglichen Einsatz von Tanks zu untersuchen, schließt dies aber am 14. September aus.

Afrika
Mosambik: Lettow-Vorbeck überquert den Fluss Likungo und erstürmt Numarroe gegen 2 Kompanien der Kings African Rifles mit 6 MGs (44 von diesen werden getötet und 43 gefangengenommen und 2 MGs gehen verloren).

Luftkrieg
Westfront: Nachtbomber beider Seiten aktiv, die RAF fliegt Einsätze gegen 4 Eisenbahnknotenpunkte. Boulogne wird von 37 Bomben getroffen; aber 2 deutsche Flugzeuge von einer Sopwith Camel der 151. Squadron abgeschossen. Die 48. Squadron verliert 10 Bristol-Jäger am Boden bei einem Überfall durch 5 deutsche Flugzeuge in der Nacht vom 24. auf den 25. August.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 25. August 1918:

Britisches 18-Pfünder-Feldgeschütz
Britisches 18-Pfünder-Feldgeschütz im Gefecht.

Westfront
Somme: Britische Truppen halten jetzt wieder die Straße Albert-Bapaume, den Wald von Mametz und die 2. Division erobert Behagnies und Sapignies, nördlich von Bapaume.

Luftkrieg
Deutschland: 2 Handley-Page-Bomber (Lawson und Purvis) fliegen in der Nacht vom 25./26. August einen zerstörerisch Sturzangriff auf die Badischen Anilin-Werke in Mannheim und werfen ihre Bomben aus 60 und 150 Metern Höhe ab.
Westfront: Die RAF greift zwei deutsche Flugplätze an, verliert 2 Airco D.H.9, schießt aber 3 deutsche Jäger ab. Die Deutschen melden 19 alliierte Flugzeuge für den Verlust von 10 eigenen abgeschossen zu haben.
Palästina: Die Deutschen sind nach dem Verlust von 2 Flugzeugen von Jasta 301 zwischen dem 25. und 31. August nicht mehr in der Lage, Aufklärungseinsätze über den britischen Linien bis zum 14. September zu fliegen.

Heimatfronten
Deutschland: Berliner Randalierer zerschlagen Bilder vom Kaiser.
USA: Der Vorstand der Kriegsindustrie befreit Mitarbeiter der Filmindustrie vom Einzug zum Militärdienst.
Ungarn: Die Regierung vertreibt Juden und beschlagnahmt ihr Vermögen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 26. August 1918:

Tank MK V und neuseeländische Infanterie
Tank MK V und neuseeländische Infanterie nach der Einnahme von Grevillers.

Westfront
Somme: DEUTSCHER RÜCKZUG ÜBER 16 KILOMETER auf einer 90 km langen Linie südlich bis nördlich von Noyon- östlich von Peronne-Bapaume-Lens in der Nacht 26. bis 27. August. Ludendorff überstimmt die Befehlshaber der Heeresgruppen, die einen großangelegten Rückzug (bis zu 110 km) auf die Antwerpen-Maas-Linie fordern (Verdun-Sedan-Charleroi-westlich von Brüssel-Antwerpen).
Artois – Zweite Schlacht an der Scarpe (bis 30. August): Die 3. kanadische Division mit 2 Panzern erobert Monchy-Ie-Preux in einem 6,5-km-Vorstoß der britischen Ersten Armee (unterstützt von insgesamt 45 Tanks und 600 Kanonen) bei 1.500 Mann Verlusten.

Ostfront
Kuban: Die Freiwilligen-Armee erobert den Schwarzmeerhafen von Noworossijsk, wodurch ehemalige zaristische Offiziere von der Krim sich anschließen können. Denikin bildet am 28. August eine Zivilverwaltung.
Finnland: Die Regierung weist angeforderte Hilfe für eine deutsche Murmansk-Expedition zurück. Der Herzog von Mecklenburg-Schwerin ist nicht mehr Thronanwärter.

Südfronten
Albanien: Der italienische Rückzug ist beendet, welcher dazu führt, dass der Kommandant der britischen Adria-Streitkräfte ein Telegramm schickt, dass Valona nun bedroht ist und es Besorgnis über das östliche Ende der Otranto-Sperre gibt. Das italienische Comando Supremo schickt die Puglia-Brigade und später die 13. Division als Verstärkung und verlegt eine Division nach Brindisi als Reserve.

Naher Osten
Transjordan: Buxtons Truppe ist zurück in Bair. Lawrence fährt mit einem Panzerwagen nach Abu-el-Nissal, um Auseinandersetzungen mit Feisal und Hussein beizulegen (bis zum 30. August).
Aserbaidschan – Baku: 1.000 türkische Soldaten überrennen beim fünften Versuch die britische Stellung (82 Verluste) auf dem Schlammvulkan. Eine andere Kompanie weist zwei Angriffe auf den Binagadi-Hügel ab, aber am 31. August zwingen die Türken die nicht unterstützten Briten (36 Verluste) sich 3 bis 5 km zur inneren Linie zurückzuziehen.

Luftkrieg
Somme: Eine RE8 der 59. Squadron leitet das Artilleriefeuer auf 3 Ansammlungen mit insgesamt 1.500 deutschen Infanteristen. Fokker D.VII Jäger (1 verloren) zerstören 6 von 9 Sopwith Camel Jäger der 17. US-Squadron über der Straße Bapaume-Cambrai.
Artois: 5 RAF-Jagdstaffeln unterstützen die Erste Armee des BEF mit 553 Bomben und 26.000 MG-Geschossen für den Verlust von 5 Flugzeugen (am 27. August sind es 646 Bomben und 47.570 Schuss MG-Munition sowie 6 verlorene Flugzeuge).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 27. August 1918:

Vickers-Maschinengewehr versteckt in Bauernhof
Ein britisches Vickers-Maschinengewehr ist in dieser Zeit der relativ flüssigen Kriegsführung in einem Bauernhof in Stellung gegangen.

Westfront
Somme: Das britische III. Korps erobert Delville und die Wälder von Trones sowie den ‚Grönland-Hügel zurück. Französische Rückeroberung von Roye und Chauny an der Oise.

Ostfront
DEUTSCHLAND UND RUSSLAND UNTERZEICHNEN EINEN ERGÄNZENDEN FRIEDENSVERTRAG: Russland verspricht, die Alliierten in Nordrussland zu bekämpfen und kann dadurch Truppen verfügbar machen, um sie im Osten einzusetzen und die Deutschen, um einen Angriff auf Finnland zu verhindern. Russland zahlt weitere 300 Millionen Britische Pfund an Reparationen und erlaubt die geheime Verwendung der Reste der Schwarzmeerflotte durch die Deutschen. Russland exportiert 1/3 seines Öls nach Deutschland, sobald die Türken Baku zurückerobert haben. Der rote Unterhändler Joffe hält die Bedingungen für ‚…. schlimmer als die von Brest-Litovsk‘.

Heimatfronten
USA – Die ersten zwei Fälle der amerikanischen ‚Spanischen Grippe‘: 2 Matrosen in Boston. Bis zum 31. August gibt es 106 Fälle auf eintreffenden Schiffen der US Navy und überall an der Ostküste bis Mitte September. Der Treibstoff-Administrator verbietet Sonntagsfahrten östlich vom Mississippi.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 28. August 1918:

Gun Carrier Tank
Ein ‚Gun Carrier Tank‘, der eigentlich dafür gedacht war, Geschütze zu transportieren, wird im August 1918 als Nachschubpanzer in der Nähe von Arras verwendet.

Westfront
ALLGEMEINER DEUTSCHER RÜCKZUG VON DER SCARPE NACH OBERHALB DER AISNE.
Somme: Chaulnes wieder von den Franzosen besetzt. Ein Sonderbefehl von Kronprinz Wilhelm behauptet: ‚Es gibt keinen Grund zur Niedergeschlagenheit. Selbst 24 feindliche Staaten [eigentlich 23] werden die deutsche Nation nicht besiegen.‘
Artois: Die kanadische 2. und 3. Division (5.801 Verluste) haben sich seit dem 26. August mehr als 8 km entlang der Strasse Arras-Cambrai vorwärts gekämpft und über 3.300 Kriegsgefangene eingebracht und 53 Kanonen und 519 MGs erbeutet, aber das II. Bayerische Korps klammert sich immer noch an einen Teil der Fresnes-Rouvroy-Linie.

Ostfront
Russland: Miliukow verlässt die Kadetten und gründet die konstitutionelle Monarchistische Partei.
Wolga: Oberst Kappels 2.000 Weiße Truppen können die Romanow-Eisenbahnbrücke auf der Eisenbahnstrecke Moskau-Kasan-Linie und Trotzkis Hauptquartier-Zug im Rückraum der Roten Fünften Armee nicht nehmen. Am 29. August erschießt Trotzki 20 Männer des Roten Regiments, welche geflohen waren.
Trans-Kaspien: 500 Punjabs (32 Verluste) und Weiße wehren Rote aus Merv bei Kaakhka ab.

Seekrieg
Nordsee: Der Zerstörer HMS Ouse versenkt mit Wasserbomben und mithilfe eines Blackburn-Kangaroo-Wasserflugzeugs UC 70 vor der Küste von Yorkshire.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 29. August 1918:

Deutscher Ehrenfriedhof für Gefallene der Flandern-Schlachten von 1914
Deutscher Ehrenfriedhof für Gefallene der Flandern-Schlachten von 1914, an dem die zurück marschierenden Soldaten meinten ‚Denen ist wohl, die da liegen, denn sie haben es überstanden‘.

Westfront
BEGINN DER DEUTSCHEN RÄUMUNG VON FLANDERN: Ein Scharfschütze tötet den britischen Kriegsdichter Leutnant H.L. Simpson bei Hazebrouck. Ein Telegramm des britischen Generalstabschefs warnt Haig: ‚Das Kriegskabinett würde ängstlich werden, wenn wir bei einem erfolglosen Angriff auf die Hindenburg-Linie schwer abgestraft würden‘.
Somme: Die neuseeländische Division erobert Bapaume zurück.
Aisne: Französische Truppen besetzen wieder Noyon und überqueren den Fluss Ailette.
Artois: Die Kanadier rücken fast 1 km vor und nehmen 2 Dörfer am Fluss Sensee ein.

Seekrieg
Der spanische Frachter Casara wird durch ein U-Boot versenkt.

Luftkrieg
Westfront: 16 Airco DH9 der RAF verursachen Brände an den Bahnstationen von Cambrai und Valenciennes, aber 20 deutsche Jäger (4 verloren) vereiteln einen Angriff von 12 DH9 (2 verloren) auf die Station Somain und von den 15 eskortierenden Sopwith Camel-Jägern gehen 5 verloren. Die Deutschen melden 40 Flugzeuge für den Verlust von 4 eigenen abgeschossen zu haben.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 30. August 1918:

Nachschubskolonne aus Kamelen
Eine Nachschubkolonne aus Kamelen, welche von den Briten beim Feldzug in Palästina eingesetzt wird.

Mittlerer Osten
Trans-Jordanien: Die ersten 600 Nachschubkamele beginnen mit dem 480-Kilometer-Marsch nach Azrak.

Westfront
Das AEF (Amerikanische Expeditionsstreitkräfte) hält jetzt einen 145 Kilometer langen Frontabschnitt (110 km am 30. Juli), das BEF hält 140 km.
Flandern: Die britische 25. Division besetzt wieder Bailleul.
Somme: Britische Truppen nehmen und verlieren wieder Bullecourt-Hendencourt. Das Australische Korps überquert die Somme südlich und westlich von Peronne.
Maas: Die Erste US-Armee hat jetzt 16 Divisionen. Pershing konzentriert 3 AEF-Korps (I., IV. und V.) und ein französisches Korps (II. Kolonial) mit 3.020 (davon 1.329 französischen) Kanonen, 267 Panzern, 1.500 Flugzeugen (davon 609 mit US-Piloten) rund um den St. Mihiel-Frontbogen bis zum 11. September.
Aisne: Die 32. US-Division (über 2.600 Verluste) erstürmt Juvigny bei einem 4 km tiefen Einbruch bis zum 1. September, als Mangin die Ailette überquert und sich mit 300 Panzern zur Unterstützung hinter dem Chemin des Dames nach Osten wendet.
Artois: Die britische 52. Division erobert Hendecourt hinter der Fresnes-Rouvroy-Linie.

Ostfront
UDSSR: LENIN VERWUNDET (Pistolenkugel durch die Hüfte, eine weitere in der Schulter) durch die sozialistische Revolutionärin Dora Kaplan (hingerichtet am 4. September).

Afrika
Mosambik – Gefecht bei Lioma (bis 31. August): Lettow-Vorbeck greift das Lager von drei Seiten an, wird aber abgewehrt, als Kartucol ankommt und hat 95 Mann Verluste (darunter 29 Europäer) und verliert 200 Träger, Munition, Gepäck und Medikamente. Kartucol kann Lettow-Vorbeck jedoch nicht einschließen, nachdem die Truppe ihn bereits über 700 Kilometer in dem Monat verfolgt hat.

Politik
Österreich-Ungarn: Graf Burian benachrichtigt Berlin über die Absicht seiner Regierung, eine unabhängige Aufnahme von Friedensgesprächen zu beginnen.
Großbritannien: Die Regierung begrüßt Gompers, Präsident der American Labor Federation (Amerikanische Arbeitsorganisation), in London.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 31. August 1918:

Australische Soldaten Angriff auf den Mont St. Quentin
Australische Soldaten des 24. Bataillons vor ihrem Angriff auf den Mont St. Quentin.

Westfront
Flandern: Die deutschen Truppen räumen den Berg Kemmel.
Cambrai: 3 deutsche Panzer greifen die britischen Linien bei Bapaume an, werden aber durch Artilleriefeuer abgeschlagen und 2 davon werden erbeutet.
Somme – Zweite Schlacht von Bapaume (bis 3. September): Die britische Dritte Armee mit Panzern und Panzerwagen im Einsatz. Australische Truppen erobern Peronne: Nach der Überquerung des Flusses 8 km südlich von Peronne verdrängen 1.320 Mann der 2. australischen Division die deutsche 2. Garde-Division (über 700 Kriegsgefangene) bis zum 2. September vom Mont St. Quentin; 1,5 km nördlich von Peronne. Rawlinson nennt es ‚die beste Einzelleistung des ganzen Krieges‘ und 8 Victoria Cross werden vergeben. Pershings Brief an Foch besteht auf einer integralen Ersten US-Armee.
Deutschland: Während des August lösen die Deutschen 10 Divisionen auf, um die anderen zu verstärken.
Großbritannien: Das BEF (108.712 Verluste, darunter auch einige bis zum 3. September) hat 63.579 Kriegsgefangene und 870 Kanonen von den gesamten deutschen August-Verlusten von 228.000 Mann verursacht. Nur 130.000 Mann deutscher Ersatz steht zur Verfügung.
Frankreich: Französische Truppen (ca. 100.000 Verluste) nehmen im August 31.000 Kriegsgefangene und 890 Kanonen.
USA: Das US-Tank-Korps erhält 144 leichte Renault FT-17 Panzer.

Ostfront
UDSSR: Die Cheka (sowjetische politische Polizei, später KGB) in Petrograd ermordet Captain Cromie, den Royal Navy Attaché in der britischen Botschaft. Lockhart wird in Moskau verhaftet.
Wolga: Stalins Brief an Lenin besagt, dass die Kosaken zusammenbrechen und bittet um Seestreitkräfte aus dem Kaspischen Meer, einschließlich 2 U-Boote.
Sibirien: Die 3 Gruppen der tschechischen Legion schließen zueinander auf, um die gesamte Trans-sibirische Eisenbahn zu kontrollieren.

Seekrieg
Alliierte und neutrale Schiffsverluste an U-Boote im August: 104 Schiffe (41 britische mit 217 Menschenleben), 278.876 Tonnen (Briten 145.721 Tonnen). Die deutsche U-Boot-Zahl nennt 154 Schiffe mit 310.180 Tonnen, davon 38 Schiffe mit 71.490 Tonnen im Mittelmeer (1 Schiff mit 2.209t durch Österreich-Ungarn). 7 U-Boote werden versenkt, darunter 2 aus unbekannten Ursachen.

Luftkrieg
Westfront: Die 110. Squadron der RAF aus Hyderabad in Indien erreicht Frankreich, ausgerüstet mit Airco D.H.4 mit amerikanischen Liberty-Motoren. Die RAF verlor mit 215 Flugzeugen im August eine Rekordanzahl, aber 948 Tonnen Bomben wurden abgeworfen. Die Franzosen verloren 55 Flugzeuge und haben 550 Tonnen Bomben abgeworfen. Für den August melden die Deutschen den Rekord von 655 abgeschossenen alliierten Flugzeugen bei einem ebenso eigenen Rekordverlust von 174 Maschinen.
Großbritannien: Alle Staffeln das Luftverteidigungsgebiet von London werden mit einem Funktelefon ausgestattet, das sie mit dem zentralen Einsatzraum am 12. September verbindet.
Ägäis: Die Ägäis-Gruppe der RAF verfügt über 116 Flugzeuge (davon 38 Wasserflugzeuge).
Italienische Front: 3 Sopwith Camel Jäger der 45. Squadron zerstören alle 6 österreich-ungarischen Jäger, welche über alliierten Linien angetroffen werden.


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Quellenangaben und Literatur

Der I. Weltkrieg – Eine Chronik (Ian Westwell)
Chronicle of the First World War, 2 Bände (Randal Gray)


Oval@3x 2

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