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Mark A Whippet


Englischer leichter Infanterie-Panzer Mark A Whippet aus dem Ersten Weltkrieg.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Bilder und 3d-Modell.

Whippet
Medium Tank Mk A ‚Whippet‘

Mark A Whippet
Typ: Leichter Infanterie-Panzer.

Geschichte Mark A Whippet

Als die ersten Tanks entwickelt wurden, waren sie ursprünglich für nicht viel mehr gedacht als ‚Maschinengewehr-Zerstörer‘, welche in der Lage waren, die aufgewühlten Schlachtfelder der Westfront zu überqueren. Als Folge davon waren sie große, schwerfällige Biester, welche die Gräben überwinden konnten, jedoch sich nicht besonders schnell über geeignetes Gelände bewegen konnten.

Bis 1916 tauchte der Gedanke auf, die Tanks auch als eine neue Form der Kavallerie einzusetzen, welche einen Durchbruch der schweren Tanks durch die feindlichen Linien ausnutzen, in das Hinterland eindringen und den Gegner verfolgen kann. Es wurde vorgeschlagen, dass ein neuer Entwurf eines leichten Panzers mit einigen Eigenschaften zur Überwindung von Hindernissen, aber mit einer guten Geschwindigkeit über offenes Gelände, entworfen und dann gebaut werden sollte. Es wurde vorausgesetzt, dass die schweren Rhomboid-Panzer die meisten Hindernisse schon aus dem Weg geräumt haben, bevor der leichte Panzer in Erscheinung tritt, welcher dadurch kürzer und leichter werden konnte.

Ein derartiges Fahrzeug wurde von Mr. (später Sir) William Tritton als leitender Direktor der Firma William Foster & Co in Lincoln entwickelt, welcher schon behilflich bei der Entwicklung der frühen ‚Landschiffe‘, dem Tank Mark I, gewesen war.

Für den neuen Entwurf, welcher schnell den Spitznamen Whippet erhielt, kehrte Tritton zu seiner früheren Auslegung vom Little Willy zurück, bei welchem eher flache als rautenförmige Kettenlaufwerke verwendet wurden. Somit ähnelte er vom Aufbau her eher den zeitgenössischen Panzerwagen. Vorne wurde ein Motorraum zwischen den Ketten aufgehängt, in welchem sich zwei 45-PS-Tylor-Motoren aus den Londoner Bussen befanden, wovon jeder eine der Ketten antrieb. Die Lenkung erfolgte durch die Beschleunigung oder Abbremsen bzw. Verlangsamen der jeweiligen Kette.
Am hinteren Ende befand sich der Fahrer auf der linken Seite und der Kampfraum mit Kommandanten und Richtschütze zu seiner rechten. Ursprünglich sollte dies ein drehbarer Turm sein, aber um die Herstellung zu vereinfachen, wurde dieser dann zu einem starren Aufbau geändert mit jeweils einem Hotchkiss-Maschinengewehr in einer speziellen Halterung auf jeder Seite (nach vorn, hinten, links und rechts). So sahen sich Kommandant und Richtschütze vor die Aufgabe gestellt, bis zu vier MGs in dem ungeeigneten Kampfraum zu bedienen.

Die Dicke der Panzerung reichte von 5 mm bis maximal 14 mm.

Der Prototyp des Whippet war im Februar 1917 fertig und wurde im Juni desselben Jahres in Produktion genommen. Doch die Produktion dauerte einige Zeit und erst Ende 1917 waren die ersten Exemplare fertiggestellt. Und auch dann erreichten sie Frankreich nicht schnell und es dauerte bis März 1918, bevor sie erstmals in den Einsatz gingen.
Der offizielle Name für den neuen Panzer war Medium Tank Mk A, aber für alle war es nur der Whippet.

Der Typ erwies sich als schwierig zu fahren, da der Fahrer ständig mit jeder Motorkupplung jonglieren musste, um die Maschine zu steuern. Der Fahrer des Whippet hatte zwar ein Steuerrad, welches mit zwei Gasgestänge verbunden war, aber jeder Lenkausschlag verursachte eine veränderliche Einstellung der Gashebel der getrennten Motoren für die linke und rechte Kette. Fuhr der Panzer gerade aus, so konnte der Fahrer die beiden Gestänge blockieren, verlor aber jede Möglichkeit schnell zu steuern. Es kam auch häufig vor, dass einer der Motoren bei der Steuerung abgewürgt wurde, wodurch sich der Panzer dann im Kreis drehte. Auf weichem Untergrund steckte der Whippet dann schnell fest.
Die ganze Steuerung war also ziemlich kompliziert und im Einsatz gingen deshalb viele verloren, als sie außer Kontrolle gerieten.


 

Bei der Konstruktion wurde immer noch die ganze Kette um die gesamte Wanne herum montiert, was zwischenzeitlich schon veraltet war. Nur die Schmutzfänger waren ein bedeutender Fortschritt, weil sie die Ketten vom Schlamm an der Westfront befreiten und die Wartung einfacher machten. Jedoch waren die Radgestelle ungefedert, was verhinderte, dass die Höchstgeschwindigkeit auf hartem Untergrund gefahren werden konnte.

Aber der Whippet erwies sich bald als zuverlässig genug und einmal brauchbares Gelände erreicht, konnten sie eine höhere Geschwindigkeit als die Reiterei der Kavallerie erzielen. Doch meist machte das Gelände einen Strich durch diese Rechnung und auch der zu geringe Fahrbereich von etwa 64 Kilometer war für ein Fahrzeug unzureichend, welches einen Durchbruch ausnutzen sollte.
Dazu befand sich der Treibstofftank ganz vorne vor dem Motor, was sich bei Treffern als wenig vorteilhaft herausstellte.

Trotz der zahlreichen Mängel, von denen hier nur einige genannt werden, war der Whippet trotzdem ein großer Erfolg und 200 wurden gebaut. Zuerst wurden die Whippets verwendet, um Lücken in der Linie während der großen deutschen Vorstöße zu stopfen.
Aber erst als die Zeit für die alliierten Gegenangriffe gekommen war, konnten sie das gesamte Potenzial ihres Entwurfs vorführen. Einige der Panzer machten tiefe Streifzüge hinter den feindlichen Linien, welche Verwüstung verursachten, während sie weiter fuhren. Einer der Whippets verbrachte neun Stunden damit, die rückwärtigen Bereiche der deutschen Truppen zu durchstreifen und ahnungslose, hinter der Front befindliche, im Kampf unerprobte Armeeangehörige der rückwärtigen Dienste zusammenzuschießen, bevor er schließlich von einer Feldkanone ausgeschaltet wurde.

Supremacy 1914

Zum Zeitpunkt des Waffenstillstands war der Whippet oder Medium Tank Mk A weit verbreitet, aber der Panzer blieb nicht lange danach mehr in Dienst und die meisten wurden verschrottet. Einige sahen noch Einsätze bei den irischen Aufständen und eine Ladung wurde 1920 an Japan verkauft, wo sie die ersten japanischen Panzer wurden.
Die Japaner waren jedoch nicht die einzigen ausländischen Streitkräfte, welche den Whippet einsetzten, denn auch die Deutschen hatten vor dem Waffenstillstand einige erbeutet, welche sie selbst verwendeten und mit dem LK II Kavalleriepanzer einen eigenen Ableger entwickelten. Dieser wurde nach dem Krieg in Schweden zum m-21 weiterentwickelt.

Benutzer: Großbritannien, Japan, Russland.


Animation 3d-Modell Mark A Whippet


Spezifikationen Mark A Whippet

Spezifikationen:

Medium Tank Mk A 'Whippet' Spezifikation
TypLeichter Infanterie-Panzer
Besatzung3-4 Mann
Hauptbewaffnung 4 x 7,7-mm-Hotchkiss-MG
Sekundärbewaffnung -
Länge 6,09 m
Breite 2,62 m
Höhe 2,74 m
Panzerung 5-14 mm
Kampfgewicht 14.225 kg
Bodendruck?
Leistungsgewicht ?
Antrieb zwei wassergekühlte 6-Zylinder-Tylor-Benzin-Reihenmotoren mit je 45 PS
Höchstgeschwindigkeit 12,8 - 13,4 km/h
Fahrbereich (Strasse) 64 km (mit äußeren Zusatztanks bis zu 257 km)
Kletterfähigkeit ?
Grabenüberschreitfähigkeit ?
Steigfähigkeit ?
ErstlieferungEnde 1917
Erster KampfeinsatzMärz 1918
Stückzahl 200


Medium C

Medium C
Medium C

Medium C

Herstellung: Im Dezember 1917 aufgrund der Unbeweglichkeit, Unzuverlässigkeit und Größe der Mark-Tanks entwickelter Tank, der für die Angriffe des Jahres 1919 vorgesehen war. Von den 6200 in Auftrag gegebenen Exemplaren wurden bis Februar 1919 nur 36 hergestellt und keiner kam zum Einsatz. Erstmals wurde für diesen Tank die industrielle Massenfertigung in verschiedenen Baugruppen vorgesehen.

  • Geschwindigkeit: 13 km/h
  • Bewaffnung: 4 x 7,7mm-Hotchkiss-MGs
  • Panzerung Front/Heck/Seite: 6 – 14 mm
  • Besatzung: 4 Mann
  • Gewicht: 19,8 t
  • Abmessungen Länge/Breite/Höhe: 7,86 / 2,71 / 2,94 m

  • Quellenangaben und Literatur

    The Illustrated Encyclopedia of Weapons of World War I (Chris Bishop)
    An Illustrated History of the Weapons of World War One (Ian Westwell)
    Panzer und andere Kampffahrzeuge von 1916 bis heute (Christopher F. Foss, John F. Milsom, Colonel John Stafford Weeks, Captain Georffrey Tillotson, Richard M. Ogorkiewicz)
    Panzerkampfwagen des 1. und 2. Weltkrieges (Andrew Kershaw)


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