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Uniformen

Geschichte der Uniformen

Uniform ist ein aus dem Lateinischen abgeleitetes französisches Wort. Deutsche Militärkontingente, die unter französischer Flagge kämpften, waren die ersten, die einheitliche Kleidung trugen.


Uniformen im Zweiten Weltkrieg:

US-Uniformen 1944-45
Uniformen und Rangabzeichen der US Army im Zweiten Weltkrieg. Abzeichen der US Air Force, Uniformen in Nordwest-Europa 1944/45 und im
Deutsche Uniformen 1. Weltkrieg
Die Uniformen der Deutschen Armee im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918. Teil I: Uniformen in der ersten Kriegsphase 1914
Gruppe deutscher Infanteristen
Die Heeres-Uniformen der Wehrmacht. Deutsche Uniformen und Rangabzeichen im Dritten Reich und im Zweiten Weltkrieg von 1935 bis 1945. Die
Besatzung eines sowjetischen T-34-Panzers
Uniformen der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg. Rangabzeichen Rote Armee und Luftwaffe 1940 bis 1943, sowie 1943 bis 1945 und
Angehörige des deutschen Afrikakorps
Deutsche Uniformen der Wehrmacht (Teil II) in Nordafrika, an der Ostfront mit Winterausrüstung und im letzten Kriegsjahr 1944/1945 an Ost-
Von Rundstedt
Militärische Ränge und Bezeichnungen im Zweiten Weltkrieg im internationalen Vergleich aller Streitkräfte. Beförderungen im deutschen Heer Beförderungen in der deutschen
Soldat der LSAAH
Uniformen, Rangabzeichen, Ränge und besondere Abzeichen bei ausländischen Angehörige und Einheiten der Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg. Uniformen der Waffen-SS Die


Britischer Wachsoldat der Garde in London
Immer noch im traditionellen Rot: Britischer Wachsoldat der Garde in London.
Im Deutschen Reich des Mittelalters waren alle Ränge und Klassen verpflichtet, dem Kaiser eigene Truppen zur Verfügung zu stellen, wenn er in den Krieg zog. So geschah es etwa zu Beginn des 16. Jahrhunderts, dass die reiche Stadt Nürnberg zum kaiserlichen Heer eine Truppe von Fußsoldaten unter Hauptmann Willibald Pirkheimer beisteuerte, die vollständig in rotes Tuch gekleidet waren.
Viele Schreiber über Sitten und Gebräuche waren der Meinung, dass die Nürnberger Patrizier diese Farbe aus Gründen des Mitgefühls wählten, da sie die jungen Rekruten durch den Anblick der zu erwartenden Blutflecken nicht entmutigen zu wollten. Tatsächlich aber war diese rote Farbe als Kompliment an den Kaiser gedacht. Das Kontingent von dieser freien, wohlhabenden Stadt war in der Farbe gekleidet, die das Attribut der Majestäten sind.
Rot und Violett sind die Farben von Kaisern, Königen und Herrschern im Allgemeinen. Im alten Rom hatten die Senatoren violette Streifen auf ihren weißen Togen und rote Absätze an ihren Sandalen. Das Vorbild von Nürnberg inspirierte Könige und Kaiser von da an dazu, die mit ihrem Schutz betrauten Spezialtruppen, die Leibgarde, in rote Mäntel zu kleiden. Dieses königliche Rot ist auch heute noch in den Uniformen der britischen Garde-Regimenter in Friedenszeiten zu sehen.

Der gut gekleidete Bürger als Vorbild

Uniformen wurden erst Ende des 16. Jahrhunderts allgemein verbreitet und die Uniformfarben in diesen fünf Jahrhunderten waren vor allem weiß, blau und rot.
Die französischen Könige bevorzugten Weiß und Rot, wobei Weiß die Farbe der Bourbonen war. Friedrich Wilhelm von Brandenburg, bekannt als der Große Kurfürst, der zunächst zusammen mit den Schweden kämpfte, sich später aber gegen sie wenden musste, kleidete seine Soldaten meist in Blau. In Deutschland war Blau die Farbe der freien Bürger und indem der Große Kurfürst seinen Soldaten einen guten bürgerlichen Mantel, Filzhut, Wollstrümpfe und Reithosen gab, hob er sie weit über die angeheuerten Fußsoldaten hinaus. Beobachter schrieben über diese Söldner, dass sie mit entblößter Brust, Beinen und sogar unbekleidet am hinteren Teil des Körpers erschienen.

So waren die Truppen des Großen Kurfürst so gut herausgeputzt wie jeder freie Bürger seines Reiches. Da die Uniform-Reglementierungen im 17. Jahrhundert noch nicht allgemein gebräuchlich war, trugen die Truppen im Feld verschiedene Abzeichen, wobei die Farbe dieser Abzeichen den heraldischen Farben der Häuser entsprach, denen sie dienten. So trugen die Männer, die für Schweden kämpften, blaue Schärpen mit goldenen Fransen, die Holländer die orangefarbenen Farben des Hauses Orange aus Südfrankreich, während Wallensteins Männer mit dem Rot des deutschen Kaisers kämpften.
Zunächst war eine Uniform also nur von symbolischem Wert. Sie sollte das Erscheinungsbild des Soldaten aufwerten und, da sie das Wappen oder die Livrees-Farben ihres Herrn trug, zeigte sie an, zu welchem Haus sie gehörten.

Die Zweckmäßigkeit der Uniform für den Kampf wurde erstmals von George von Frundsberg, einem Anführer von Söldner-Fußsoldaten, in der Schlacht von Pavia am 25. Februar 1525 angewendet. Frundsberg befahl seinen Soldaten, weiße Hemden über ihre Rüstungen zu ziehen. Dies machte seine Männer im schwachen Licht des frühen Morgens, im Nebel und im Mondlicht besser sichtbar. Dadurch war es leichter für sie, zusammenzustehen und zusammenzuarbeiten. Er selbst setzte sich eine weiße Mönchskutte auf, an der seine Männer ihn als ihren Führer erkennen konnten. Aber Frundsberg hatte noch eine andere Idee im Hinterkopf: Er hoffte, dass er, sollte er in der Schlacht von Pavia getötet werden, in einer Mönchskutte leichter durch das Himmelstor schlüpfen konnte.

Die weiße Fleur-de-Jis-Farbe der Bourbonen, in der die französische Infanterie gekleidet war, wurde in der Folge aus militärischer Sicht praktisch, denn sie hatte nicht nur eine symbolische Bedeutung: Weiße Infanteristen waren im schwarzen Schießpulver-Rauch für ihre Führer leichter zu erkennen als blau oder rot gekleidete Soldaten.
Es war Napoleon, der nach der Schlacht von Eylau über das mit Toten und Verwundeten übersäte Schlachtfeld ritt und mit Entsetzen den Anblick weiß gekleideter Männer sah, die in ihrem Blut im frisch gefallenen Schnee lagen. Er befahl daher, dass die Infanterie in Zukunft in Blau und die Garde in Rot gekleidet sein sollten.
Da blauer Farbstoff zu dieser Zeit schwer zu beschaffen war, verzögerte sich die Ausführung dieses Befehls. Blaue Farbe war teuer, rote dagegen billig, denn Raps, mit dem die Reithosen der französischen Soldaten rot gefärbt wurden, wuchs in großen Mengen im Elsass.

Die preußischen Könige hielten sich an das blaue Tuch, das ihr Vorfahre, der Große Kurfürst, für seine Soldaten gewählt hatte. Zur Zeit der großen Brandenburger gab es nur ein rot gekleidetes Regiment, das Dorothea-Regiment der Leibgarde. Rote Uniformen waren billiger, aber trotz dieser ökonomischen Überlegungen klammerten sich die beiden großen preußischen Könige, Friedrich Wilhelm I., der ‘Soldatenkönig’, und Friedrich II., der Große oder ‘Alte Fritz’, an das blaues Tuch. Blaues Tuch mit rotem Rand – das Rot war nur an den Belägen sichtbar – ließ die Figur eines Mannes schlanker und eleganter erscheinen und verlieh ihm aufgrund des Symbolwertes der blauen Farbe ein Aussehen, das dem des wohlhabenden Bürgers entsprach.

Die Eleganz der preußischen Grenadiere

Damals kostete die Uniform eines Offiziers fast 35 Taler. Die Uniform eines einfachen Soldaten belief sich auf etwa 8 Taler. Dies war mit schweren Kosten verbunden, wenn man bedenkt, dass ein Mann berechtigt war, jedes Jahr eine neue Uniform zu erhalten.
Die preußischen Uniformen waren extrem eng geschnitten. Der Uniform-Mantel der Soldaten entsprach dagegen in etwa dem heutigen Schnitt eines Bademantels.

Die weißen Reithosen lagen eng am Bein an und die Waden waren in enge Gamaschen eingehüllt. Der Soldatenkönig wurde daher von seinen Feinden der Gemeinheit bezichtigt, seinen Soldaten solch eng anliegende Kleidung zu verordnen. Die Wahrheit war jedoch, dass eine preußische Uniform doppelt so viel kostete wie die von ausländischen Soldaten. Der Soldatenkönig achtete bei der Ausrüstung seiner Soldaten nicht auf das Geld, sondern Eleganz und Vornehmheit standen an erster Stelle.

Die Garderobe eines Grenadiers

Wenn man bedenkt, was es für einen Gesellen jener Zeit bedeutete, in seinen schäbigen Leinenkleidern an einem Rekrutierungsbüro oder einem preußischen Wachhäuschen vorbeizugehen, um zu festzustellen, dass zur Ausrüstung eines Grenadiers zwei Paar Schuhe, zwei Paar Ersatzsohlen, zwei Westen, ein Hemd, ein Paar Leggings aus gewachster Leinwand, zwei rote Krawatten, zwei Haarbänder, ein Hut, eine Mütze, eine Kappe, ein Mantel, zwei Paar Reithosen, drei Paar Strümpfe und drei Paar Handschuhe gehörten, dann war es leicht neue Rekruten zu finden.
Das Regiment bezahlte auch die gelockte Perücke, den Zopf und Puder, die er für die Pflege seiner Frisur benötigte. Es war nicht der goldene Zopf, sondern die Tatsache, dass jeder Mann eine eng anliegende, maßgeschneiderte Uniform hatte, die den preußischen Grenadieren ihren Ruf der Eleganz einbrachte.

Es war mehr die Eleganz dieser Truppen als vielleicht ihre soldatische Haltung, die die anderen europäischen Herrscher auf die Idee brachte, die preußischen Uniformen nachzuahmen.
Der Drang zur Nachahmung ist in der Militärgeschichte besonders ausgeprägt. Ein besiegter Feind versucht, den Grund für den Erfolg seines Gegners herauszufinden. So studiert er die Organisation der siegreichen Armee.
Äußerlich sind die Uniformen der europäischen Nationen am einfachsten zu kopieren und so wiesen sie eine Mischung aus vielen seltsamen Ergänzungen auf.

Die Polen steuerten die Ulanka bei, eine kurze, taillierte Tunika, und die Kroaten – so wurden die ersten Husaren genannt, unabhängig davon, ob sie Kroaten waren oder nicht – fügten den bereits vorhandenen Uniformen den geschnürten Husaren-Mantel hinzu. Die Federn am Helm wurden häufig kopiert. Die Schweden steckten sich beispielsweise Strohsträhnen in den Hut, damit sie sich während der Schlacht gegenseitig erkennen konnten.

Soldaten erfanden den Kleideranzug

Die Beiträge der Soldaten zu den Modetrends ihrer Zeit sind außerordentlich zahlreich. Der enge Schnitt der preußischen Uniformen und die Pfiffigkeit des Kontrastes zwischen Weiß, Blau und Rot veranlassten den Zivilisten, sich wie ein Soldat zu kleiden.

Es war die Erfahrung der Soldaten, dass ein geknöpfter Mantel beim Reiten lästig war, da er sich um den Unterkörper wölbte. Also schnitten sie die lästigen Teile ihres Mantels ab und das war der Ursprung des Fracks.
Die Vorstellung von Modehistorikern, die annahmen, dass der Frack von einer französischen Kurtisane geschaffen wurde, die eine solche Leidenschaft für freiliegende männliche Hüften hatte, ist daher Unsinn.
Das Halstuch der Husaren oder der Kroaten ist der Ursprung der Krawatte und auch der langen Hosen, die nun seit über 200 Jahren in Mode sind.

Dreihundert Jahre Uniformen

Uniformen
Uniformen von 1670 bis 1941.

Die vorweg abgebildeten Illustrationen zeigen die Geschichte der Uniform in den letzten vier Jahrhunderten bis zum Zweiten Weltkrieg. In der oberen Reihe sind vier Soldaten um die Wende des 17. Jahrhunderts zu sehen. Ein Holländer, Schwede, Brandenburger und Preuße.
Mantel und Hüte sind bürgerlich. Die Ränder der Hüte sind hochgeschlagen, weil sie lästig im Kampf waren. Die Schärpe wurde daran später befestigt. Auch die großen schwedischen Ärmelbündchen der Preußen waren bis 1703 auf die Größe eines Ornaments geschrumpft. Die Preußen trugen lieber eine konische Mütze als einen Hut mit hochgeschlagener Krempe. Das spitz zulaufende Ende wurde von einem Rahmen gestützt. Der Hut ist aus gestärktem Leinen.

Da der von Zivilisten getragene lange Mantel für den Infanteristen bei einem Angriff oder auf dem Marsch lästig war, zogen die Preußen ihn an den Seiten (zweite Reihe, Mitte) hoch. Dies war der Ursprung des halbrunden Mantels, der von den Engländern als ‘Cut-Away’ (Ausschnitt) bezeichnet wurde (Bild darunter).
Die Variante des Abendmantels ist eine Kreuzung zwischen dem halbrunden Mantel, welche von den Engländern und Österreichern (zweite Reihe, rechts) von den Preußen und der polnischen Ulanka (zweite Reihe links) übernommen wurde.
Der französische Kavallerist (neben dem polnischen Ulanen) war einer der ersten, die sie trugen. Der polnische Helm, die Czapka, war ein besserer Schutz für den Kopf im Nahkampf mit Schwertern, als ein Filzhut.

Entstanden ist der preußische Spitzhelm des 19. Jahrhunderts aus der polnischen Czapka, den Metallverstärkungen der Grenadiermützen und des mittelalterlichen Ritterhelms. Die in der Sonne glitzernde Spitze war ein gutes Ziel und verschwand aus diesem Grund im Ersten Weltkrieg. Erst befand er sich unter einem Überzug und der Stahlhelm ersetzte schließlich den Lederhelm.

Das 19. Jahrhundert (dritte Reihe, links) gibt einen Überblick über alle Arten von Uniformen bis zum Zweiten Weltkrieg.
Lange Hosen, die früher nur zum Schutz der Paradehosen verwendet wurden, wurden im allgemeinen üblich. Der Feldanzug dieser Zeit entstand aus der Ulanka, der Husaren-Weste und des einreihigen Mantels des Infanteristen, von dem die Garderobenschwänze weitgehend verschwunden waren.

Das einzige unbequeme Überbleibsel im 20. Jahrhundert war der steife Kragen, der schließlich überall dem heruntergeklappten Kragen Platz machte. Der bulgarische Offizier (zweiter von rechts, dritte Reihe) ist in der Dienstuniform während des Ersten Weltkrieges dargestellt, während der britische Gardist neben ihm immer noch das königliche Rot trägt, das den Briten im Burenkrieg so schwere Verluste bescherte.

Der Stahlhelm ist von Mitte des Ersten bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges präsent. Die russische Futtermütze wurde bei zahlreichen Streitkräften als Dienstmütze eingeführt. Die Dienstuniform ist nun durchweg auf Tarnung und Zweckmäßigkeit ausgelegt. Nur noch auf den Uniformen in voller Montur oder bei Paraden waren die alten Farben und Symbole, die Schärpen und die schwedischen Manschetten, als malerische Verzierungen auffällig zu sehen.

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