04-1919, April 1919


Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges für April 1919.

General Jozef Hallers polnische Truppen
General Jozef Haller vor seinen von der Westfront heimgekehrten polnischen Truppen.

April 1919

Seiteninhalt:

Schlagzeilen vom April 1919:

Evakuierung von Odessa – Grand Fleet wird aufgelöst – Das Saarland sollte bis zu einer Volksabstimmung 15 Jahre lang unter der Kontrolle des Völkerbundes stehen – Massaker von Amritsar in Indien – Polnische Invasion von Westrussland.

zurück Zurück zu März 1919.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 1. April 1919:

ank Mark V der Truppen von General Denikin
Tank Mark V der Truppen von General Denikin, welcher hier von General Sidorin von den Don-Kosaken inspiziert wird.

Südrussland: Im Laufe des Aprils werden 12 britische Tanks mit 70 Instruktoren an Denikin in Jekaterinodor geliefert.
Nordrussland: Der zweite britische Angriff auf Bolshie Ozerki scheitert.
Trans-Kapsien: Die letzten britischen Truppen (ca. 130 Mann) ziehen ab.
Südpersien: Im April ziehen sich die meisten britischen Truppen nach Indien zurück.
Polen: Die 35.000 Soldaten von General Haller (darunter 7 französische Flieger-Staffeln) kehren aus Frankreich über Danzig (bis zum 8. April) nach Polen zurück.
Frankreich – Friedensprozess: Der ‚Vierer-Rat‘ beschließt über die Entmilitarisierung des Rheinlands, ernennt die Saar-Kommission, beschließt die Aufhebung der Blockade Deutschlands und entsendet Smuts nach Ungarn, aber seine Mission scheitert am 2. bis 6. April. König Albert fliegt nach Paris, trifft Lloyd George am 2. April und Wilson am 4. April, fliegt am 5. April zurück. Die deutsche Finanz-Delegation trifft den alliierten Wirtschaftsrat.
Ukraine: Im April unternimmt ein Rotes Flugzeug (eine ehemalige deutsche Maschine) den Erstflug zwischen Winnitza und Budapest. Der ungarische Kommunisten-Führer Szamuley wird auf diese Weise Ende Mai nach Moskau ausgeflogen.
Großbritannien: Die Lebensmittel-Einzelhandelspreise sinken um 7% auf 113%. Freier Handel mit Polen und Estland erlaubt. Die regulären Rekrutierungen für die Armee werden wieder aufgenommen.
Irland: Eamon de Valera wird zum Präsidenten des illegalen Parlaments der Sinn Fein gewählt. Generalstreik in Limerick vom 14. bis 25. April.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 2. April 1919:

Flucht der Bourgeoisie
Sowjetische Postkarte über die Flucht der Bourgeoisie.

Südrussland: Die Rote dringen auf die Krim vor. General d’Anselme kündigt die Evakuierung von Odessa an, was eine Panik auslöst, als 30.000 Zivilisten und 10.000 weiße Truppen eingeschifft werden (bis zum 5. April); viele Selbstmorde.
Baltikum: 2 britische Kreuzer und 10 Zerstörer bringen 20.000 Gewehre, 18 Geschütze und 20 Lastwagen für die lettische Armee.
Großbritannien: Jellicoe und Beatty werden zu Flotten-Admirälen ernannt. 10 % Mieterhöhungen erlaubt. Gedenkveranstaltung der Household Cavalry.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 3. April 1919:

 invalider Kriegsheimkehrer in Berlin
Ein invalider Kriegsheimkehrer in Berlin, der von Almosen lebt.

Frankreich – Friedensprozess: Der Vierer-Rat prüft die Adria-Frage (Fiume). Wilson hat eine Grippe. Spanien ist das erste neutrale Land, das sich um den Beitritt zum Völkerbund bewirbt.
Österreich: Das sogenannte ‚Habsburger-Gesetz ergeht widerspruchslos; die Habsburger werden verbannten mit dem Verlust ihres privaten Eigentums und ihrer Güter.
Großbritannien: Die Fleischrationierung endet Ende Juni. Das House of Commons debattieren über deutsche Kriegsentschädigungen (200 Parlamentsmitglieder schicken an Lloyd George am 8. April ein Telegramm mit ihrer Entschlossenheit dazu).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 4. April 1919:

Danzig deutsche Grenzpolizei
Deutsche Grenzpolizei zwanzig Jahre später an der Stadtgrenze zu Danzig, woran sich der Zweite Weltkrieg entzünden sollte.

Frankreich – Friedensprozess: In Versailles wird vereinbart, Danzig zur ‚Freien Stadt‘ zu machen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 5. April 1919:

Mark V Tank Archangelsk
Britischer Mark V Tank an der Front bei Archangelsk.

Nordrussland: Die britischen Truppen weisen die Roten (180 Mann Verluste, darunter 80 Kriegsgefangene) an der Front bei Archangelsk erneut ab. Eine 5.000 Mann starke britische Freiwilligen-Hilfstruppe läuft am 9. April nach Archangelsk aus.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 6. April 1919:

Französischer Soldat bedroht alten Mann
Französischer Soldat bedroht im besetzten Rheinland einen alten Mann.

Frankreich: Der polnische Ministerpräsident Paderewski trifft in Paris ein. Clemenceau erklärt Foch, dass ein unabhängiges Rheinland westlich vom Rhein nicht durchsetzbar sei.
Südrussland: Französische und griechische Truppen evakuieren das von Typhus verseuchte Odessa (bekannt gegeben am 8. April).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 7. April 1919:

Plakat der bayerischen Sowjetrepublik
Ein Plakat der bayerischen Sowjetrepublik.

Deutschland – Bayern: Gründung einer Sowjetrepublik (bis 1. Mai). Die Regierung Hoffmann flieht nach Bamberg.
Frankreich – Friedensprozess: Die Saarland-Frage endet in einer Sackgasse; Wilson denkt über einen Rückzug der USA von den Friedensgesprächen nach.
Ägypten: Allenby kündigt die Rückführung von Zaghlul Pascha und seiner Mitarbeiter aus Malta an. Rushdi Pascha Premierminister vom 9. bis 23. April.
Sibirien: Weiße Truppen nehmen drei Städte, einschließlich Sterlitamak.
Großbritannien: Die Grand Fleet wird aufgelöst; Abschiedsrede von Beatty am 5. April.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 8. April 1919:

Demian von Emil Sinclair
1919 erschien auch der Roman ‚Demian‘ von Dichter Hermann Hesse unter dem Pseudonym ‚Emil Sinclair‘, welcher zu einem großen Erfolg bei der Jugend wird.

Großbritannien: Freie Passage in die Dominions für Ex-Soldaten und später auch für Frauen.



Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 9. April 1919:

Saar heim ins Reich
Am 13. Januar 1935 kehrt die Saar durch Volksabstimmung ‚Heim ins Reich‘ und Adolf Hitler nimmt am 1. März 1935 den Vorbeimarsch der SA auf dem Rathausplatz in Saarbrücken ab.

Frankreich – Friedensprozess: Das Saarland sollte bis zu einer Volksabstimmung 15 Jahre lang unter der Kontrolle des Völkerbundes stehen, Frankreich aber die Kohlenbergwerke besitzen. Der Vierer-Rat unterzeichnet die Anklage des Kaisers für einen Prozess. 200 Mitglieder des britischen Parlaments schicken an Lloyd George ein Telegramm, indem sie fordern, die sowjetische Regierung nicht anzuerkennen.
Deutschland: Revolte in Braunschweig (bis zum 17. April).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 10. April 1919:

Geh weg, kleiner Mann und belästige mich nicht
Die zeitgenössische Interpretation der Monroe-Doktrin in den USA: ‚Geh weg, kleiner Mann und belästige mich nicht‘. Präsident Roosevelt erpresst Kolumbien, um die Panama-Kanalzone zu annektieren.

Frankreich – Friedensprozess: Der Völkerbund akzeptiert die Monroe-Doktrin und legt Genf als Hauptsitz fest.
Indien: Die Unruhen in Amritsar beginnen. Aufstände in Kansur (12. April) und im Punjab (14. bis 18. April).
Sibirien: Die Roten ziehen sich an der Front am Ural zurück (bis zum 15. April), aber Trotzki und die Kommandeure der Roten Armee bei Simbirsk planen einen Gegenangriff gegen Koltschaks Weiße.
Nordrussland: Die kanadische Malmoot-Kompanie mit einem Panzerzug nimmt Urosozero auf der Murmansk-Eisenbahnstrecke und verursacht über 90 Mann Roter Verluste. Ein Weißes Bataillon nimmt Voyomosalmi, 80 Kilometer weiter im Osten.
Großbritannien: Haigs Berichte von 1918 nach dem Zeitpunkt des Waffenstillstands veröffentlicht.
Portugal: Unruhen bis zum 14. April.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 11. April 1919:

Kaiser Karl Restaurations-Versuch in Ungran 1921
Ex-Kaiser Karl bei der Ankunft zu seinem Restaurationsversuch in Ungarn 1921.

Schweiz: Österreichs Ex-Kaiser Karl schreibt an König George V. und dankt ihm für seine Hilfe. Im Mai zieht er in die Villa Prangins am Genfer See.
Frankreich – Friedensprozess: Die vierte Plenarsitzung genehmigt die Internationale Arbeiter-Organisation.
Balkan: Die rumänischen Truppen ziehen sich vorübergehend aus Ungarn zurück, nehmen aber am 15. April wieder den Vormarsch auf.
Großbritannien: Marshalls Abschlussbericht aus Mesopotamien vom 1. Februar 1919 veröffentlicht.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 12. April 1919:

Angriff weisser Truppen
Angriff weißer Truppen mit einer Regiments-Flagge mit religiösen Motiven.

Südrussland: Die Roten besetzen Jalta und Zhitomir. Churchill erweitert die britische Militärmission für Denikin auf 1.500 Mann (340 bereits auf Schiffen ausgelaufen).
Sibirien: Die Weißen nehmen Buguruslan und Belebei, die Ural-Kosaken erobern Orsk zurück.
Frankreich – Friedensprozess: Behandlung der syrischen und arabischen Angelegenheiten.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 13. April 1919:

Nehru und Gandhi
Das Massaker von Amritsar ist der Anstoß für Gandhi (rechts, mit Nehru links), mit seinem Widerstand der Gewaltlosigkeit gegen die britische Herrschaft in Indien zu beginnen.

Indien: Massaker von Amritsar; Verkündung des Kriegsrechts (15. April – 9. Juni).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 14. April 1919:

Demobilisierte Männer in Berlin
Im Frühjahr 1919 sind die Straßen in Berlin voll von beschäftigungslosen, demobilisierten Männern.

Rumänien: Das Land übernimmt den gregorianischen Kalender.
Großbritannien: Handel mit Jugoslawien, Montenegro, Albanien, Lettland und Litauen erlaubt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 15. April 1919:

 Rote Kommandant V. I. Chapaev
Der Rote Kommandant V. I. Chapaev erhielt im Ersten Weltkrieg drei St. Georgs-Kreuze. Jetzt kommandiert er die berühmte 25. Schützen-Division gegen die Weißen an der Wolga- und Uralfront.

Sibirien: Um dieses Datum herum dehnt sich die weiße Militärkontrolle auch auf Eisenbahnen und Städte aus, aber der Beamte, welcher das Kommando über die Uraler Industrie innehat, tritt zurück, weil es an Unterstützung aus Omsk mangelt.
Südrussland: Um dieses Datum herum Beginn der Offensive der Roten Südfront gegen Donbas und Zarizyn. Trotzki behauptet: ‚Der Zusammenbruch der Kolchakiten wird sofort unerbittlich zum vollständigen Zusammenbruch von Denikins Freiwilligen (den Freiwilligen unter der Peitsche) führen‘.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 16. April 1919:

Bewaffnete Rote Arbeiter und Soldaten
Bewaffnete Rote Arbeiter und Soldaten in Deutschland.

Deutschland – Bayern: ‚Roter Sieg von Dachau‘. Das Bataillon der neuen Bayerischen Roten Armee (ca. 20.000 Mann) erobert Dachau, nordwestlich von München, und verjagt oder nimmt die ca. 2000 Freikorps-Angehörigen der früheren Regierung gefangen, die nun die Hilfe Berlins annimmt.
Rumänien: Die Armee dringt mit 4 Divisionen (plus 3 in Reserve) in das Rote Ungarn ein, um jeden Versuch zur Rückeroberung Siebenbürgens zu verhindern.
Baltische Staaten: Die deutschen Truppen von General Goltz stürzen die lettische Regierung in Libau.
Südrussland: Die letzten weißen Freiwilligen verlassen unter Deckung französischer Truppen die Krim.
Großbritannien: Lloyd George verteidigt triumphierend seine Entscheidungen im Unterhaus. Die Urabstimmung der Kohlebergwerk-Arbeiter akzeptiert die Vorschläge von Sankey. Das Marine-, Militär- und Luftwaffen-Gesetz verlängert die Einberufung zum Wehrdienst, wo es nötig ist, bis Juni 1920.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 17. April 1919:

Russisches Mädchen, Opfer der verheerenden Hungersnot
Russisches Mädchen, Opfer der verheerenden Hungersnot, die durch den Bürgerkrieg entstanden ist.

Russland: Die Alliierten lehnen Dr. Nansens Angebot für Nahrungsmittel-Lieferungen an Russland ab, solange die Kämpfe nicht eingestellt werden.
Nordrussland: General Maynards Weiße verjagen die Roten am Vigo-See im Abschnitt Murmansk. Zweites Gefecht bei Bolsche-Oserki im Abschnitt Archangelsk.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 18. April 1919:

General Jozef Hallers polnische Truppen
General Jozef Haller vor seinen von der Westfront heimgekehrten polnischen Truppen.

Westrussland: Polnische Invasion; sie nehmen Lida, dann Wilna und Baronivichi am 19. April.
Frankreich – Friedensprozess: Die deutsche Waffenstillstands-Kommission wird vom französischen Kriegsminister für den 25. April nach Paris eingeladen. Foch weigert sich, den Vertrag anzunehmen und seine Ansichten werden bewusst an die Zeitungen Le Matin und den Daily Telegraph weitergegeben. Clemenceau hat bereits gegenüber Petain angedeutet, ihn deshalb zu ersetzen. Berlin kündigt am 19. April die Entsendung von sechs Delegierten an.
Schwarzes Meer: Meutereien der französischen Marine (bis 28. April).
Indien: Gandhi rät zur Aussetzung des passiven Widerstands; Krawalle in Delhi.
Deutschland – Bayern: 14 Menschen sterben bei Kämpfen innerhalb der Roten Armee bei München. Ein Flugzeug der Weimarer Regierung wirft am 19. und 20. April Flugblätter über der Stadt ab, welche besagen, dass Hilfe gegen die Roten kommt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 19. April 1919:

Robertson, Chef des britischen imperialen Generalstabes
Robertson, Chef des britischen imperialen Generalstabes während des Krieges.

Deutschland: General Robertson kommt in Köln an, löst Plumer als Oberbefehlshaber Rhein am 22. April ab.
Frankreich – Friedensprozess: Wilson weigert sich, an den Gesprächen über die Gebiete an der dalmatinischen Küste teilzunehmen.
Russland: Der rote Angriff auf Sewastopol beginnt. Etwa 400 Mann ausgewählter britischer Truppen landen bei Murmansk an und erreichen Maselskaya am 6. Mai, 705 Kilometer weiter südlich. Tod von Admiral Eberhardt, ehemaliger Oberbefehlshaber der Schwarzmeer-Flotte, in Petrograd im Alter von 63 Jahren.
Großbritannien: Die letzten von 4.126 Kriegsdienstverweigerern von der Zwangsarbeit freigestellt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 20. April 1919:

Fyodor Shuss, Kavallerie-Kommandant der Ukrainer
Fyodor Shuss, Kavallerie-Kommandant der Ukrainer und rechte Hand des Kommandanten der Armee, Nestor Makhno.

Ukraine: Die Rote Erste Armee ergibt sich den Ukrainern.
Frankreich – Friedensprozess: Zaghlul Pascha, ägyptischer Nationalist, trifft in Paris ein.
Montenegro: Die Versammlung in Skupshtina erklärt König Nikolaus für entthront.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 21. April 1919:

 'Lenin', auf dem Roten Platz
Wladmiri Iljitsch Uljanow, genannt ‚Lenin‘, auf dem Roten Platz im Frühjahr 1919.

Russland: Lenin teilt dem Oberbefehlshaber der Roten Armee, Watsetis, mit, dass Hilfe für das Donbas vor einer sicheren Eisenbahnverbindung zum Roten Ungarn erfolgen muss. Koltschaks Truppen stehen 160 Kilometer östlich von Kasan.
Österreich: Unruhen in Wien.
Ungarn: Die rumänischen Truppen nehmen den Vormarsch in Ungarn wieder auf, erreichen den Fluss Theiss am 26. April.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 22. April 1919:

Orlando nach Rückkehr aus Versailles
Die italienische Delegation verlässt die Friedenskonferenz in Versailles, um gegen die Haltung der Alliierten bezüglich Fiume zu protestieren. In Italien wird Vittorio Emmanuele Orlando dafür wie ein Sieger gefeiert.

Frankreich – Friedensprozess: Der italienische Ministerpräsident Orlando und sein Außenminister Sonnino weigern sich, ihre Teilnahme fortzusetzen. Ersterer reist nach Italien am 24. April zurück. Kommission für Elsass-Lothringen eingesetzt.
USA: Die US-Regierung erkennt das britische Protektorat über Ägypten an.
Krim: Französischer Waffenstillstand mit den Roten.
Südrussland: General Milne kommt in Noworossisk an; trifft Denikin in Jekaterinburg am 23. April.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 23. April 1919:

Deutsche Truppen im Baltikum
Deutsche Truppen im Baltikum.

Frankreich – Friedensprozess: Wilson appelliert an das italienische Volk, auf Fiume und Dalmatien zu verzichten. Der Alliierte Oberste Kriegsrat fordert ein Ende der deutschen Einmischung im Baltikum; General Goltz muss zurückberufen werden.
Rumänien: Die Sowjets dringen nach Bessarabien ein.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 24. April 1919:

Geplünderte Ladengeschäfte
Geplünderte Ladengeschäfte werden von Regierungssoldaten bewacht.

Deutschland: Plünderungen in Hamburg.
Großbritannien: Die Demobilisierung der Armee beläuft sich nun auf 2.536.866 Mann.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 25. April 1919:

Roter Panzerzug an der Südfront
Ein Roter Panzerzug an der Südfront.

Frankreich – Friedensprozess: Die ersten deutschen Delegierten treffen in Versailles ein (80 bis zum 28. April). Foch wendet sich an Clemenceau und das Kabinett wegen der Rheingrenze, da ihm der Vertragsentwurf nicht vorgelegt wurde. Chinesische Vorschläge bezüglich der Provinz Schantung werden Japan vorgelegt.
Baltikum: Admiral Cowan läuft mit dem Kreuzer Caledon und 2 Zerstörern aus Libau aus, nachdem berichtet wurde, dass sich die Rote Flotte auf See befindet.
Nordrussland: Das Dritte Nordrussisches Schützen-Regiment der Weißen meutert gegen seine Offiziere, ermordet 7 von ihnen und kämpft gegen die Briten; 300 Mann desertieren zu den Roten.
Südrussland: Die Rote Armee dringt in Sewastopol ein, aber die Weißen halten die Enge von Kertsch auf der Ostkrim mithilfe der Royal Navy. Am 26. April werden 14 russische U-Boote vor Sewastopol selbst versenkt.
Großbritannien: Parade zum ANZAC-Tag durch London. 379.799 ehemalige Soldaten und 474.613 Frauen ohne Arbeit erhalten Unterstützung.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 26. April 1919:

Marinesoldaten der ungarischen Sowjetrepublik
Marinesoldaten der ungarischen Sowjetrepublik.

Ungarn: Die jugoslawische Sava-Division und 2 französische Divisionen dringen aus dem Süden ein, letztere setzen eine anti-sowjetische Regierung in Arad ein. Die tschechische 6. Division dringt aus dem Norden ein. Die jugoslawischen Divisionen Drina und Dunaj greifen am 28. bzw. 29. April an.
Großbritannien: General Deventers letzte Ostafrika-Depesche bis zum 20. Januar 1919 veröffentlicht. Die ‚Schwarze Liste‘ von Unternehmen aus neutralen Staaten wird zurückgezogen. Im Fußball ‚Victory-Cup‘ siegt Chelsea über Fulham mit 3:0.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 27. April 1919:

'Rote Armeen' in Deutschland
Die Arbeiterschaft bildet den Hauptteil der ‚Roten Armeen‘ in Deutschland.

Deutschland – Bayern: Weimarer Regierungstruppen umstellen München, erreichen den Stadtrand am 30. April, nachdem ein Telegramm von Lenin am 28. Mai die zum Scheitern verurteilte Rote Republik feiert.
Großbritannien: Aufhebung der staatlichen Kontrolle über fast alle Haushaltswaren bis zum 31. Mai angekündigt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 28. April 1919:

Weisse Truppen in Russland.
Weiße Truppen in Russland.

Südrussland: Generalleutnant C. J. Briggs Verbindungsoffizier und Leiter der britischen Militärmission ‚Denmiss‘ bei Denikin (bis Juni, Holman wird Nachfolger).
Sibirien: Chanzhins Westarmee (Koltschaks Weiße) erobern Chistopol und Sergievsk, aber der Gegenangriff der Roten Fünften Armee führt dazu, dass die Weißen bis Ende Mai 320 Kilometer nach Osten zurückgedrängt werden.
Nordwestrussland: Finnische Partisanen greifen inoffiziell nordöstlich des Ladogasees an, müssen aber zwei Orte aufgeben, die von Roten eingenommen wurden, welche hinter ihren Stellungen über den See hinweg angelandet waren (bis zum 3. Mai).
Frankreich – Friedensprozess: Die fünfte Plenarsitzung genehmigt den überarbeiteten Pakt des Völkerbundes, ernennt Sir J. Drummond zum ersten Generalsekretär und billigt auch das Übereinkommen der Internationalen Arbeiter-Organisation. Foch droht mit seinem Rücktritt, zieht ihn aber zurück (Lloyd George und Präsident Wilson vereinbaren, Petain als Ersatz für den Generalissimus einzusetzen).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 29. April 1919:

Mitglieder der deutschen Delegation in Versailles
Mitglieder der deutschen Delegation verlassen ihr von französischen Soldaten bewachtes Hotel in Versailles. Zweiter von rechts ist Graf Brockdorff-Rantzau.

Frankreich – Friedensprozess: Der deutsche Außenminister Graf Brockdorff-Rantzau trifft ein.
Italien: Die Kammer entlastet das Verhalten der Regierung in Versailles mit 382 zu 40 Stimmen.
Großbritannien: Der Arbeitsminister teilt mit, dass 3 Millionen von 4 Millionen Personen, welche von den Streitkräften und Munitionsfabriken demobilisiert wurden, bereits Arbeit gefunden haben. Unbegrenzte Exporte in die Schweiz und in die nordeuropäischen Staaten erlaubt.
Osmanisches Reich: 12 ehemalige hohe Beamte, darunter Ex-Minister, stehen vor Gericht wegen Kriegsverbrechen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 30. April 1919:

Kemal Pascha wird zu 'Atatürk'
Kemal Pascha wird zu ‚Atatürk‘, nachdem er von 1920 bis 1922 die moderne Türkei mit seinem erfolgreichen Widerstandskampf gegen die alliierten Besatzer schafft und anschließend ihr erster, allerdings dikatorisch regierender, Staatspräsident wird.

Osmanisches Reich: Kemal Pascha wird zum Generalinspekteur der Neunten Armee in Anatolien ernannt.
Frankreich – Friedensprozess: Japan wird die Provinz Shandong gewährt, vorbehaltlich des mündlichen Versprechens, China eine eventuelle Wiederherstellung seines Staatsgebietes zu ermöglichen. Die chinesische Delegation protestiert dagegen am 6. Mai.
Großbritannien: Für den neuen Haushalt keine Änderung der Einkommenssteuer; die Gewinnsteuer wird halbiert; die Erbschaftssteuern auf Nachlässe über 15.000 £ erhöht; Bier- und Spirituosen-Zölle erhöht. Alle Subventionen der Eisen- und Stahlindustrie sind aufgehoben. Über 3 Millionen Arbeitnehmer haben seit dem 1. Januar Kurzarbeit geleistet. Das Pressebüro wird geschlossen.


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Quellenangaben und Literatur

Der I. Weltkrieg – Eine Chronik (Ian Westwell)
Chronicle of the First World War, 2 Bände (Randal Gray)


Oval@3x 2

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