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Kriegstagebuch 2. Weltkrieg


Moment des Todes auf dem Schlachtfeld
Der Moment des Todes auf dem Schlachtfeld, wie er sich täglich tausendfach in dieser oder anderer Weise ereignete.

Tag für Tag eine Chronik des 2. Weltkrieg.

Das Kriegstagebuch 2. Weltkrieg ist eine Chronik, wobei alle wichtigen Ereignisse Tag für Tag eingetragen sind. Das Kriegstagebuch beginnt am 1. September 1939, mit dem deutschen Angriff auf Polen und endet mit dem 30. September 1945, dem Tag, an dem die US-Streitkräfte auch das letzte japanische Herrschaftsgebiet besetzt halten und der 2. Weltkrieg damit endgültig beendet ist.
Das Kriegstagebuch 2. Weltkrieg wurde am 1. September 2009 begonnen und wurde täglich um den Tag vervollständigt, der sich genau 70 Jahre zuvor ereignete. Bis Oktober 2015 hatte es dann über 6.300 Einträge aufzuweisen.


Kriegstagebuch Zweiter Weltkrieg:

Womöglich ist eine Chronologie für manchen Leser und Zeitgenossen nicht sonderlich interessant, weshalb sich so wenig im Internet finden (zumindest in deutscher Sprache). Doch eine Chronologie ist das Rückgrat jeder Geschichtsschreibung und kann auch äußerst unterhaltsam.
Es ist interessant, die Abläufe Schritt für Schritt zu erfassen und manchmal werden einem erst dadurch bestimmte Verhaltensweisen und Reaktionen in diesen Tagen klar und übersichtlich.
Allzu oft wird jedoch leider in historischen Werken oder anderen wissenschaftlichen Publikationen mit fehlerhaften oder ungenauen Angaben um sich geworfen. Selbst die offizielle Geschichtsschreibung oder militärische Berichte weisen immer wieder nicht übereinstimmende Fakten über Termine oder das Datum wichtiger Ereignisse und Abläufe auf.

Das Kriegstagebuch ist der Versuch, eine tägliche Chronik der Ereignisse und Abläufe des 2. Weltkrieg aus der Perspektive unserer Zeit und mit aktuellem Quellenmaterial zu erstellen.
Acht Kategorien erleichtern eine thematische Einteilung: Land-, See- und Luftkrieg, Heimatfront, Besetzte Gebiete, Geheimkrieg, Politik und Neutrale.

Jeder Eintrag wurde anhand von Fakten, Statistiken, offiziellen Kriegstagebüchern (z.B. OKW) usw. erstellt, aber es sollte berücksichtigt werden, dass immer neue Quellen auftauchen und einige Tatsachen noch immer in verborgenen Archiven versteckt werden oder auf ihre Entdeckung und Bewertung warten. Deshalb wird das Kriegstagebuch auch ständig aktualisiert und erweitert.


Der Weg in den Zweiten Weltkrieg

Baustelle

Die Ereignisse in Europa in den zwanzig Jahren zwischen 1919 und 1939 waren überschattet von dem albtraumhaften Erbe des Ersten Weltkriegs. Mehr als 38 Millionen Menschen fielen diesem ‚Krieg, der alle Kriege beendete‘, zum Opfer.
Vier riesige Reiche – Deutschland, Österreich-Ungarn, Russland und die Türkei – waren völlig besiegt und mehr oder weniger zerschlagen worden, und aus ihren Trümmern waren zehn neue Nationen entstanden.
Selbst die sogenannten ’siegreichen Alliierten‘ hatten einen schrecklichen Preis gezahlt – insgesamt mehr als 5.150.000 Tote und 12.830.000 Verwundete. Davon entfielen 1.375.000 auf Frankreich und 907.000 auf Großbritannien.

In den folgenden zwanzig Jahren wurde fast jedes Land in Europa früher oder später von kommunistischen oder faschistischen Revolutionen erschüttert. Einige Länder – darunter Russland, Österreich, Ungarn, Deutschland und Frankreich – wurden noch vor Ende des Ersten Weltkriegs von weitgehend kommunistisch inspirierten revolutionären Ausbrüchen und Meutereien innerhalb ihrer Streitkräfte heimgesucht.
Nirgends, mit Ausnahme dem am meisten rückständigen Russland, hatten sie dauerhaften Erfolg. Trotzdem dauerten in Deutschland, Ungarn und Italien ging die kommunistische Unterwanderung während der Nachkriegszeit an, und in München und Budapest gelangten sie vorübergehend sogar an die Macht.

Während der rücksichtslosen Unterdrückung dieser Revolutionsversuche entstanden in Italien und Deutschland mächtige neue Parteien aus rechten Fanatiker und unzufriedener Veteranen des Ersten Weltkriegs. Sie hatten das gemeinsame Ziel, die kommunistische Bedrohung und alle anderen sozialen und wirtschaftlichen Probleme der Nachkriegszeit mit brutaler Gewalt, der Unterdrückung aller bürgerlichen Freiheiten und der Verfolgung wohlhabender Juden zu überwinden.

Entstehen der faschistischen Staaten

Die Keimzelle des europäischen Faschismus war Italien. Das italienische Volk zog 1915 unter dem Einfluss Antikriegspartei in den Krieg. Diese hatte dabei keine Skrupel hatte, jeden Trick des Defätismus und des Klassenkampfes auszunutzen.
Um die militärische Moral aufrechtzuerhalten, hatten die für den Krieg verantwortlichen italienischen Politiker große Kriegsgewinne und Ruhm versprochen. Aber der demobilisierte italienische Soldat, der mit 2.197.000 Toten seine Opfer gebracht hatte, fühlte sich um seine versprochene Beute betrogen, während die daheimgebliebenen Sozialisten und Kommunisten sagten: ‚Wir habe es euch ja gesagt!‘.
Nachdem die Pariser Friedenskonferenz von 1919 praktisch alle territorialen Ambitionen des Landes zunichtegemacht hatte, entstand eine sehr gefährliche Situation.

Im September 1919 führte der berühmte italienische Dichter, Dramatiker und Kriegsheld Gabriele D’Annunzio<(a> eine Legion ehemaliger Soldaten in den damals von Jugoslawien beanspruchten Adriahafen Fiume und vertrieb die französische und italienische Garnison. D’Annunzio errichtete eine Art faschistischer Regierung im Namen Italiens. Im November führte er einen ähnlichen Putsch im nahe gelegenen Zara durch.
Obwohl die italienische Regierung offiziell ihre Missbilligung darüber zum Ausdruck brachte, wartete sie 15 Monate mit der Wiederbesetzung von Fiume. In der Zwischenzeit feierte die italienische Presse D’Annunzio euphorisch als ’neuen Garibaldi‘.

Nach diesem außergewöhnlichen Präzedenzfall hatte ein anderer italienischer Ex-Soldatenführer, Benito Mussolini, keine unüberwindlichen Schwierigkeiten, im Oktober 1922 mit seiner faschistischen Partei in Rom einzumarschieren und genügend Unterstützung in Regierungs-, Wirtschafts- und Militärkreisen zu gewinnen, um sich von König Viktor Emanuel zum Ministerpräsidenten ernennen zu lassen.
Dies gab den aufstrebenden rechtsextremen Parteien in ganz Europa enormen Auftrieb, auch wenn der Versuch, München einzunehmen, und ein geplanter ‚Marsch auf Berlin‘ von vier deutschen faschistischen Gruppen (darunter Adolf Hitlers Nazipartei) im November 1923 schmachvoll endeten.

Der zunehmende Wohlstand und die internationale Akzeptanz der deutschen Republik schlossen einen erneuten Versuch dieser Art bis Mitte der 1920er Jahre aus, doch der Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 1929/30 gab Hitler schließlich die Gelegenheit, sich mit zwielichtigen Rechtspolitikern wie Brüning und von Papen zusammenzutun und sich in das deutsche Kanzleramt hieven zu lassen.

Obwohl der Faschismus in den 1920er Jahren in den stärker entwickelten und industrialisierten Ländern Europas in Schach gehalten werden konnte, wurden in Spanien (1923), Polen und Litauen (1926) und Portugal (1932) halb-faschistische Regime installiert.

Doch die Weltwirtschaftskrise und das Beispiel Hitlers führten zu einer zweiten großen Explosion des europäischen Faschismus, die 1934 mit zwei schweren politischen Gewalttaten begann und während des Zweiten Weltkriegs ihren Höhepunkt erreichte.
Am Morgen des 25. Juli 1934 fuhr eine Bande österreichischer Nazis, getarnt als reguläre Soldaten und Polizisten, vor der Wiener Kanzlei von Englebert Dollfuß vor, drang in sein Zimmer ein und schossen auf ihn. Anschließend sahen sie drei Stunden lang schadenfroh zu, wie der zierliche österreichische Bundeskanzler langsam verblutete. Dieser faschistische Aufstand war jedoch zu einem falschen Zeitpunkt durchgeführt worden, unter anderem auch weil Mussolini mit militärischer Intervention drohte. Doch als Hitler und die österreichischen Nazis mehr als vier Jahre später mit dem ‚Anschluss‘ einen zweiten Versuch unternahmen, sah der italienische Diktator tatenlos zu.

Einige Monate vor der Ermordung von Dollfuss, am 6. Februar 1934, hatten Zehntausende von französischen Faschisten und Kriegsveteranen versucht, die Abgeordnetenkammer in Paris zu stürmen, wobei zwanzig von ihnen und ein Polizist getötet und mehr als weitere Tausend erheblich verletzt wurden.

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