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Armeen 1. Weltkrieg



Die Armeen des Ersten Weltkriegs von 1914 bis 1918.

Britische Infanterie greift durch Stacheldraht an
Als wenn die deutschen MGs nicht genügend Hindernis wäre, gab es noch den Stachelldraht, welcher einen schnellen Infanterierangriff zu einem langsamen Marsch abbremste, wodurch die britischen Soldaten zu einfachen Zielen für feindliche Schützen werden.

Deutsche Truppen bei einem Manöver
Deutsche Truppen bei einem Manöver vor dem Ausbruch des 1. Weltkriegs.
Obwohl heutzutage an den 1. Weltkrieg als ein sinnloses Massaker an jungen Soldaten erinnert wird, welche zu abertausenden von albern aussehenden Generälen mit Walross-Schnurrbärte in den Tod geschickt wurden, war er dennoch bedeutender und militärgeschichtlich interessanter als diese Verallgemeinerung.

Der 1. Weltkrieg hat radikal das gesamte Konzept der Kriegsführung verändert, nicht nur für die Armeen, sondern für die ganzen Nationen. Die Wissenschaften, Technologien und Moral wurden auf die höchste Probe gestellt. Und auch endete der Krieg nicht wirklich mit dem letzten Schuss, weil als Folge politische und soziale Veränderungen in einem beispiellosen Ausmaß erfolgten, welche uns in vielerlei Hinsicht noch bis heute betreffen.

Vom militärischen Standpunkt aus gesehen war es die kleinen Fehden Balkanländer, welche den Krieg auslösten, welcher die meisten Erfahrungen und die wenigsten Illusionen einbrachte. Die großen europäischen Mächte, beschwingt durch bunte Paraden und spektakuläre Sommer-Manöver, zogen mit einer Begeisterung in den Krieg, welche sich niemals mehr wiederholen sollte.
Sie waren davon überzeugt, dass ihre prächtig uniformierten und gedrillten Männer den Krieg zu einem schnellen Ende noch vor Weihnachten bringen würden. Aber mit der Ausnahme einiger wenige anspruchsvollen Geplänkel gegen primitiv bewaffnete Eingeborene, hatten Europas Armeen nur wenige oder gar keine Erfahrungen in der tatsächlichen Kriegsführung.


Die Armeen des Ersten Weltkriegs:

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Diese Buschkriege veränderten jedoch das Bewusstsein dafür, dass hell gefärbte und eng anliegende Uniformen für die moderne Kriegsführung nicht gerade geeignet waren. Vielen britischen Offizieren wurde empfohlen, ihre Kleiderausstatter aufzusuchen, bevor sie in die Kolonien aufbrachen. Dort konnten sie sich mit stabiler und bequemer Kleidung in unauffälligen Farben eindecken, welche ursprünglich für Pirsch- und Schieß-Spiele entworfen worden war.

Einmal erst in den Kolonien, liefen die mehr abenteuerlichen Offiziere – befreit von den Fesseln des versteckten, einengenden Konservatismus – bald wie die Einheimischen herum. Sie übernahmen Kleidungsstil, Ausrüstungsgegenstände und sogar manche Waffen ihrer Gegner, und so wurden Uniformen in ‘Khaki’ (das persische Wort für Erde oder Boden) eingeführt. Zunächst für die Kolonien und später auch für Europa.
Bei Ausbruch des Krieges hatten die meisten Staaten – mit Ausnahme von drei erwähnenswerten Ausnahmen – Uniformen in unauffälligen, die Tarnung unterstützenden Farben, sei es das ‘Tabakbraun’ der Bulgaren oder das deutsche Feldgrau.

Die bemerkenswerten Ausnahmen waren Österreich-Ungarn, Frankreich und Belgien. Im Gegensatz zu Frankreich und Belgien, die es wirklich besser hätten wissen sollten, war Österreich-Ungarn nicht ein Kolonialreich im globalen Sinn. Im Jahr 1909 führte Österreich jedoch eine Hecht-graue Uniform ein, die so einfach und praktisch war und gleichzeitig so modern in ihrer Erscheinung, dass auch heute noch ihr Einfluss zu erkennen ist.

Doch Sparsamkeit und Konservatismus machten weiterhin ihren Einfluss geltend. Im Jahr 1864 wurde Kaiser Franz Josephs Bruder, Maximilian, zum Kaiser von Mexiko gemacht. Er reorganisierte sofort die Armee, und bestellte aus seiner Heimat eine enorme Menge an grauen, einheitlichem Uniform-Tuch. Bevor es jedoch ausgeliefert werden konnte, wurde er abgesetzt. Nach einer Reihe von Vorschlägen wurde beschlossen, das Material für die österreich-ungarische Kavallerie zu verwenden.
Es ist nicht genau bekannt, wie der Vorschlag aufgenommen wurde. Aber als die Kavallerie die grauen Hosen verwenden sollte, schritt der Kaiser persönlich ein, und beanspruchte, dass diese Waffengattung weiterhin ihre roten Hosen tragen durfte, was sie noch bis 1915 tat.

Frankreich zog in den Krieg von 1914 mit einer Uniform in den Farben Balu und Rot, trotz aller Erfahrungen in Kolonialkriegen und zahlreicher Versuche, dies zu ändern. Entgegen der landläufigen Meinung waren die Hosen weder traditionell französisch, noch die extravagante Idee eines Monarchen. Ihre Einführung hatte alleine wirtschaftliche Gründe, denn Frankreich hatte einen schnell herzustellenden roten Farbstoff erfunden und wollte das englische Monopol bei dieser Ware brechen. Was gab es besseres, um dieses neue Produkt publik zu machen, als die Armee in roten Hosen einzukleiden ?

Ebenfalls spielte zum ersten Mal die industrielle Kapazität eines Landes in einem Krieg eine entscheidende Rolle. Die Fähigkeit zur Produktion, – nicht nur von Gewehren, sondern auch alle anderen Militärutensilien, wie Uniformen und persönliche Ausrüstungsgegenstände – war für die hoch entwickelten Industrienationen wesentlich, um einen Krieg über einen längeren Zeitraum führen zu können.
Staaten wie Frankreich, Deutschland und Großbritannien mussten nicht nur für ihre eigenen Bedürfnisse produzieren, sondern auch ihre Verbündeten beliefern.

Frankreich nahm vermutlich die größten Belastungen von allen auf sich, denn es stampfte Millionen der Adrian-Stahlhelme. So statteten die Franzosen die gesamte Serbische Armee 1915 komplett neu aus und stellten die Uniformen für Rumänien bis in die Mitte der 1920er Jahre her.
Großbritanniens Fähigkeit, scheinbar endlos Stoffballen zu weben, ermöglichte es den Portugiesen, ihre grauen Uniformen durch welche in England hergestellten zu ersetzen. Ebenso wie die Belgier, welche von Khaki zwar nicht begeistert waren, aber es trotzdem 1915 übernahmen, einfach deshalb, weil Großbritannien den dafür erforderlichen Stoff liefern konnte.

Kanadische Truppen in der Zweiten Ypern-Schlacht
Kanadische Truppen in der Zweiten Ypern-Schlacht.
Eine enorme Steigerung der Geschwindigkeit und Genauigkeit des Feuers in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte nicht nur die blutige Pattsituation, welche der 1. Weltkrieg verkörperte, sondern hatte auch einem enormen Einfluss auf zwei wichtige Aspekte des Aussehens von Soldaten ausgeübt.
Höhere Feuergeschwindigkeit bedeutete, dass der Soldat viel mehr Munition mit sich tragen musste, und so wurde der alte Schulterriemen durch einen Bauchgurt ersetzt, an welchem zwei oder sogar drei Munitionsbeutel aufgehängt werden können, sowie alle anderen Teile und Stücke, welcher ein Soldat mit sich führen musste.

Die Genauigkeit von Schusswaffen und Artillerie sowie die Natur dieses Krieges, bei welchem vor allem der Kopf Verletzungen ausgesetzt war, verursachte eine unverhältnismäßig hohe Anzahl von Kopfverletzungen.
Die französische schwere Kavallerie mit ihrem Stahlhelm war zu beneiden, während ihre weniger glücklichen Kameraden bei der Infanterie die kleinen, runden Stahlkäppchen, welche sie angeblich unter ihrem Käppi zu tragen hatten, für jeden anderen Zweck als den beabsichtigen sinnvoll fanden.
Ein französischer Verwaltungsoffizier, August-Louis Adrian, entwarf und stellte schließlich einen Stahlhelm her, welcher der erste der vielen war, welche noch folgen sollten.

Im April 1915, während der Schlacht von Ypern, verwendeten die Deutschen erfolgreich giftiges Chlorgas zum ersten Mal, und so begann auch die chemische Kriegsführung. Obwohl als Offensivwaffe nicht erfolgreich, zwang es die Alliierten, einen großen Aufwand bei der Entwicklung und Herstellung von Gasmasken und anderen Gegenständen zur Dekontamination zu betreiben, welcher an anderen Stellen fehlte.
Die erste Gasmaske war nicht mehr als eine Nasenklammer mit einem Watte-Mundpolster, welches in Natriumcarbonat, Natriumthiosulfat-Lösung und Wasser getränkt wurde. Aber bis zum Ende des Krieges hatte alleine Großbritannien 50 Millionen Gasmasken hergestellt, welche dann durchaus anspruchsvolle Geräte waren.

Paradoxerweise – und obwohl der amerikanische Bürgerkrieg auch einigen Anspruch auf den Titel zu Recht hat – sah der erste, vollständig moderne und technische Krieg die Wiedereinführung mittelalterlicher Methoden der Kriegführung.
Nach den kurzen, ersten Wochen des Bewegungskrieges, gruben sich beide Seiten in kurzem Abstand voneinander ein, und für die nächsten vier Jahre folgte ein erbitterter Stellungskrieg. In diese wurde geworfen, katapultiert und eine ganze Anzahl unterschiedlicher Raketengeschosse aufeinander abgefeuert.
Dann bekleideten sich die Soldaten wieder mit verschiedenen Arten von Schutzkleidung und es gab sogar wieder vollständige Körperpanzer. Sie gingen aufeinander los und töten sich gegenseitig sogar mit Knüppeln, Keulen und Dolchen.

Die Fliegerei kam auch im 1. Weltkrieg auf, und auch die Zyniker, welche zunächst die Flieger in gleicher Weise wie die ersten Autofahrer ansahen, mussten einräumen, dass hier eine weitere, entscheidende Waffen im Entstehen war.
Da sich die besten Mechaniker bei den Ingenieuren befanden, war es logisch, dass die militärische Luftfahrt als ein Zweig dieser Waffengattung begann. Im Jahr 1910 stellten die Franzosen ihren erste Luftschiff- und Flugdienst als ein autonomes Korps auf, und die Briten folgten im Jahr 1912. Aber nirgends während des 1. Weltkriegs gab es eine völlig unabhängige Luftwaffe, bis dann Großbritannien im April des letzten Kriegsjahrs 1918 seine Marine- und Heeresflieger-Korps zur Royal Air Force zusammenfasste.

Die meisten Heere verwendeten auch halb-militärische Korps aus Freiwilligen, welche vor allem in Kraftverkehr eingesetzt waren (in Italien und Österreich-Ungarn) und bei der medizinischen Versorgung, wie beim Roten Kreuz. Zu einem großen Teil verwendeten diese Sonderorganisationen eigene Uniformen und hatten auch ihr eigenes System von Rangabzeichen.

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