Schwerer Kreuzer Admiral Hipper

Schwere Kreuzer Hipper-Klasse: Admiral Hipper, Blücher, Prinz Eugen.
Entwurf, Geschichte, Einsätze, Spezifikationen, Bilder und 3d-Modell der deutschen Kreuzer aus dem Zweiten Weltkrieg.

Admiral Hipper in Kristiansand
Der schwere Kreuzer Admiral Hipper in Kristiansand (Norwegen) im September 1940 (Foto des Großvaters des Autors von Kriegsschiffen in Norwegen)

Schwere Kreuzer der Hipper-Klasse

Hipper-Klasse (3 Schiffe: Admiral Hipper, Blücher, Prinz Eugen)
Typ: Schwerer Kreuzer.

Überblick

Die Admiral Hipper war ein deutscher schwerer Kreuzer (oft als „Panzerschiff” oder gepanzertes Schiff klassifiziert), der während des Zweiten Weltkriegs bei der Kriegsmarine im Einsatz war. Sie war das Namensschiff der schweren Kreuzer der Admiral-Hipper-Klasse und spielte in den ersten Kriegsjahren eine bedeutende Rolle bei den Marineoperationen.

Spezifikationen:
– Typ: Schwerer Kreuzer (Panzerschiff)
– Klasse: Admiral-Hipper-Klasse
– Verdrängung: ca. 14.000 Tonnen (Standard), bis zu ca. 18.000 Tonnen (volle Beladung)
– Länge: ca. 202 Meter
– Breite: 21,3 Meter
– Tiefgang: 7,2 Meter
– Antrieb: Dampfturbinen, 132.000 PS, 6 Kessel, 2 Wellen
– Geschwindigkeit: Bis zu 32 Knoten (59 km/h)
– Reichweite: Rund 6.500 Seemeilen bei 20 Knoten

Bewaffnung (bei Baufertigstellung):
– Hauptbatterie: 8 × 20,3 cm SK C/34-Kanonen in vier Doppeltürmen
– Sekundärbatterie: 12 × 10,5 cm SK C/33-Mehrzweckgeschütze
– Flugabwehrgeschütze: Verschiedene 3,7 cm und 2 cm Flugabwehrgeschütze (Anzahl während der Kriegszeit erhöht)
– Torpedos: 12 × 53,3 cm (21 Zoll) Torpedorohre

Panzerung:
– Gürtel: bis zu 70 mm
– Deck: 12–35 mm
– Türme: bis zu 105 mm

Einsatzgeschichte:
– Indienststellung: April 1939
– Bemerkenswerte Einsätze:
– Teilnahme an der Invasion Norwegens (Operation Weserübung) im April 1940.
– Beteiligung an Handelsraubzügen im Atlantik.
– Teilnahme an der Schlacht in der Barentssee (Dezember 1942), wo sie in einen ergebnislosen Kampf mit britischen Begleitschiffen verwickelt war, die einen Konvoi schützten.
– Das Schiff wurde während des Krieges mehrfach beschädigt, unter anderem durch Luftangriffe.
– Gegen Ende des Krieges war es aufgrund von Treibstoffmangel und Beschädigungen weitgehend auf den Hafen beschränkt.

Schicksal:
– Nach dem Krieg wurde die Admiral Hipper von den Alliierten beschlagnahmt.
– Sie wurde für Zielübungen verwendet und schließlich Ende der 1940er Jahre verschrottet.

Bedeutung:
Die Admiral Hipper war eines der leistungsstärksten Überwasserkampfschiffe, die Deutschland im Zweiten Weltkrieg einsetzte, und stellte den Höhepunkt der deutschen Kreuzerkonstruktion vor dem Krieg dar. Ihr Design beeinflusste die spätere Entwicklung von Kreuzern und sie war ein gefürchteter Gegner in Seeschlachten.

Geschichte

Kreuzer Admiral Hipper.
Der schwere Kreuzer Admiral Hipper.

Der Versailler Vertrag verbot den Bau deutscher schwerer Kriegsschiffe. Jedoch wurde 1935 der deutsch-engli­sche Flottenvertrag ratifiziert, welcher es der Kriegsmarine erlaubte, bis zu 35 % der Tonnage der britischen Royal Navy in der entsprechenden Kriegsschiffs-Klasse zu bauen.

Dadurch konnte das Deutsche Reich fünf Kreuzer entsprechend dem Washingtoner Vertrag bauen. Diese wurden unter der Bezeichnung Hipper-Klasse von 1935 bis 1936 auf Kiel gelegt. Allerdings war die deutsche Kriegsmarine mehr an der Konstruktion kampfstarker Kriegsschiffe als an der Einhaltung irgendwelcher interna­tionaler Vertragsbestimmungen interessiert.

Die vertragliche Grenze von 10.160 Tonnen wurde von den Schiffen der Hipper-Klasse jedenfalls deutlich überschritten. Gleichzeitig mit dem Entwurf der Bismarck-Klasse wurde 1934 auch mit dem den neuen schweren Kreuzern begonnen.
Der etwas abenteuerliche Einsatzzweck der Hipper-Klasse war ursprünglich, die schweren Kreuzer der französischen Marine in Schach zu halten, um den Franzosen die Möglichkeit zu nehmen, Truppen und Nachschub über das Mittelmeer von Französisch-Nordwestafrika nach Südfrankreich zu transportieren.

Admiral Hipper und Blü­cher, welche zuerst fertiggestellt wurden, hatten noch einen geraden Steven und den kap­penlosen Schornsteinen, wie er für deutsche Kriegsschiffe aus der Anfangszeit des Zweiten Weltkriegs typisch war. Beim dritten Schiff Prinz Eugen war der Steven verlängert und der Schorn­stein erhielt einen Aufsatz. Dies wurde auch nachträglich bei Admiral Hipper geändert, während Blü­cher vor ihrem geplanten Umbau beim Unternehmen Weserübung im Oslo-Fjord versenkt wurde. Zusätzlich gehörten zu den Umbaumaßnahmen zwei weitere Flak-Richtgeräte, welche zusätzlich an Bord kamen.
Bei Prinz Eugen war dies alles von Anfang an berücksichtigt worden und sie hatte vier Flak-Richtgeräte, den Schornsteinaufsatz sowie ausladenden Vorsteven mit längerem Schiffsrumpf.
Jedes Schiff der Klasse verfügte über Bug- und Seitenwülste, eine schlagkräftige Torpedobewaffnung und ein passives Bugsonar.

Ihr Entwurf erfolgte, als die meisten anderen Marinen schon keine Kreuzer mehr mit einer Bewaffnung aus 20,3-cm-Geschützen konstruierten. Daher waren sie in vielen Bereichen besser als die größtenteils vorhandenen Schiffe dieser Art und waren auch den älteren, entsprechend den Washingtoner Verträgen konstruierten, französischen Kreuzer überlegen.
Allerdings mit der zwar kleineren, aber besser geschützten französischen Algerie wäre der Ausgang eines Gefechtes fraglich gewesen. Die Baltimore-Klasse der US-Marine, welche allerdings erst während des Zweiten Weltkrieges von 1941 bis 1943 auf Kiel gelegt wurde, hatte eine stärkere Bewaffnung, dickere Panzerung sowie ein zusätzliches Flugzeug bei etwa gleicher Wasserverdrängung und war damit eindeutig besser.

Bei der Hipper-Klasse schränkte vor allem aber der relativ geringe Fahrbereich und die unzuverlässigen Maschinen ihre Verwendung als Handelszerstörer ein. Nur durch ein weit verzweigtes, schon vor Kriegsausbruch eingerichtetes Netz aus deutschen Versorgungsschiffen und Tankern, waren weiträumigere Operationen denkbar.
Allerdings waren sie zu dieser Zeit durchaus kampfkräftige Schiffe, welche auch beim unabhängigen Einsatz eine starke Hauptartillerie zum Einsatz bringen konnten. Beim Unternehmen Rheinübung erzielte Prinz Eugen noch vor dem Schlachtschiff Bismarck Treffer auf dem britischen Schlachtkreuzer Hood. Dazu kam noch eine hervorragend geleitete Flugabwehr-Bewaffnung.

Kreuzer Lützow im Schlepp nach Leningrad
Der noch unfertige Schwere Kreuzer Lützow wird im Austausch für Rohstoffe und Lebensmittel nach Leningrad geschleppt.

Im Anschluss an den Hitler-Stalin-Pakt von 1939 beabsichtigte die deutsche Führung, die Prinz Eugen und die zwei noch nicht fertiggestellten schweren Kreuzer der Hipper-Klasse an die Rote Flotte abzugeben, um dafür im Austausch Rohstoffe und kriegswichtiges Material von der Sowjetunion zu erhalten.
Letztlich wurde aber nur die am geringsten fertiggestellte Lützow nach Leningrad geschleppt, während Prinz Eugen ent­wurfsgemäß in Dienst gestellt wurde und Seydlitz zum Flugzeugträger umgebaut werden sollte.


Admiral Hipper in der Barents-See

Der schwere Kreuzer Admiral Hipper nahm an Operationen in der Barents-See und im Atlantik teil.
Am 30. Dezember 1942 war das Schiff, zusammen mit dem ehemaligen Panzerschiff Deutschland und zwischenzeitlich als Schweren Kreuzer Lützow klassifiziert, an der Schlacht in der Barentssee beteiligt.

Nachdem der Arktis-Konvoi PQ-17 vernichtet wurde und auch der nachfolgende Geleitzug PQ-18 schwere Verluste erlitten hatte, wurden die Konvois nach Nord-Russland für eine Weile ausgesetzt. Anschließend gab es eine neue Konvoi-Bezeichnung und Taktik, bei welcher der große Konvoi mit den Code-Buchstaben JW westlich von Norwegen in zwei Teile aufgespalten wurde, damit diese jeweils einfacher zu befehligen und zu verteidigen waren.
Die Eskorte aus zusätzlich zwei britischen Kreuzern und zwei Zerstörern sicherte erst den Teilkonvoi JW-51A, welcher ohne Verluste durchkam und lief anschließend zu JW-51B zurück, welcher durch sechs Zerstörer eskortiert wurde. Zusätzlich zu diesen Eskorten stand noch eine Ferndeckung aus einem Schlachtschiff, einem Kreuzer und drei Zerstörern weiter westlich.


 

Ein deutsches U-Boot entdeckte jedoch JW-51B und meldete die Position. Daraufhin wurden den schweren Kreuzern Admiral Hipper und Lützow mit je drei Zerstörern der Befehl zum Auslaufen aus dem Altafjord für den 30. Dezember 1942 um 18 Uhr gegeben. Admiral Hipper hatte den Auftrag, die Konvoi-Sicherung auszuschalten, während Lützow den Konvoi vernichten sollte.

Admiral Hipper sichtete JW-51B am nächsten Morgen, wurde aber vom britischen Geleitschutz rechtzeitig entdeckt, welcher eine Nebelwand vor den Konvoi legte. Da fünf der sechs britischen Zerstörer angriffen, drehte der deutsche Kreuzer ab. Zwischenzeitlich liefen jedoch die drei deutschen Zerstörer auf den Konvoi zu, sodass zwei der britischen Zerstörer zu diesem zurückgeschickt wurden. Nun drehte auch Admiral Hipper wieder ein und beschädigte den britischen Zerstörer Onslow schwer, zog sich dann aber wieder zurück.

Zwischenzeitlich hatte die britische Kreuzer-Sicherung das Gefecht bemerkt und lief darauf so schnell wie möglich zu. Aber zum gleichen Zeitpunkt erschien Lützow auf der anderen Seite des Konvois, wo sich keine britischen Zerstörer mehr befanden. Da Kapitän Stange auf der Lützow keine Ahnung hatte, wer da vor ihm war, drehte er wieder ab.

Jetzt drehte Admiral Hipper noch einmal ein und versenkte den Zerstörer Achates, bevor sie wieder abdrehte. Dieses Manöver führte dazu, dass sie zwischen die herankommenden zwei britischen Kreuzer mit ihren zwei Zerstörern und die verbliebenen vier Zerstörer von JW-51B geriet. Admiral Hipper erhielt drei Treffer, bevor die drei deutschen Zerstörer den Abbruch erzwangen, von denen allerdings einer dabei versenkt wurde.
Zwischenzeitlich eröffnete Lützow nun doch auf der anderen Seite das Feuer auf den Konvoi, aber durch die Nebelwand der Zerstörer gelang kein Treffer.
Nach dem Gefechtsbeginn um 9:15 Uhr brachen die deutschen Schiffe den Kampf um 12:00 Uhr ab und liefen zu ihrer Basis zurück.

Obwohl der deutsche Verband alle Karten in der Hand hatte, verschenkte er den Sieg. Zwei versenkten britischen Zerstörern stand ein versenkter deutscher Zerstörer gegenüber. Vor allem die Zerstörer zeigten eine schlechte Koordination und jegliche Initiative. Dazu hatte auch Hitlers Anweisung, Risiken für alle großen Überwasserschiffe zu vermeiden, beigetragen.

deutsche Zerstörer Unternehmen Regenbogen
Zwei der deutschen Zerstörer, die ‚Lützow‘ und ‚Admiral Hipper‘ beim Auslaufen aus dem Altenfjord begleiten. Auch sie tragen ihre Angriffe nicht entschlossen genug vor.

Admiral Hipper nach der Selbstversenkung
Admiral Hipper nach der Selbstversenkung im flachen Wasser vor Kiel im April 1945.
Trotzdem war Hitler zu Recht verärgert und befahl das Abwracken der schweren deutschen Überwassereinheiten und den Baustopp an allen größeren Schiffen. Großadmiral Raeder trat zurück und seinem Nachfolger, dem bisherigen Befehlshaber der U-Boote Karl Dönitz, gelang es, den Führer zumindest davon zu überzeugen, dass es nicht wirtschaftlich wäre, die noch vorhandenen deutschen Großkampfschiffe abzuwracken.

Nach einem weitgehend ereignislosen Jahr 1943 befand sie Admiral Hipper ab 1944 zur Feuerunterstützung für die deutschen Landstreitkräfte in der Ostsee. Bombentreffer beschädigten sie schwer, anschließend versenkte sie sich am 3. April 1945 im flachen Wasser selbst.

Admiral Hipper nach der Kapitulation
Admiral Hipper nach der Kapitulation am 19. Mai 1945 im Trockendock.

Mehr über Admiral Hipper

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Einsätze der Prinz Eugen

Nach den Verkaufsgesprächen mit den Sowjets von August bis Dezember 1939, welche zu keinem Ergebnis führten, erhält Prinz Eugen in der Nacht vom 1. zum 2. Juli 1940 zwei Bombentreffer.

Am 23. April 1941 wird sie wiederum durch einen Minentreffer beschädigt, kann aber am 18. Mai zusammen mit dem Schlachtschiff Bismarck von Norwegen aus zum Unternehmen Rheinübung auslaufen.
Am 23. Mai erfolgt der Ausbruch in den Atlantik durch die Dänemark-Straße, wo beide deutsche Schiffe aber von den britischen Kreuzern Suffolk und Norfolk beschattet werden. Dabei läuft Prinz Eugen vor Bismarck in Front.
Am nächsten Tag, den 24. Mai 1941, erfolgt das Seegefecht in der Dänemark-Straße, wobei Prinz Eugen den ersten Treffer auf dem britischen Schlachtkreuzer Hood erzielt. Nach der Versenkung der Hood durch Bismarck wird Prinz Eugen zu selbständigen Kaperfahrt in den Atlantik entlassen.

Prinz Eugen
Schwerer Kreuzer Prinz Eugen.

Vom 1. Juni 1941 bis zum 11. Februar 1942 liegt der schwere Kreuzer in Brest. Vom 11. bis 13. Februar 1942 erfolgt der Kanaldurchbruch zusammen mit den Schlachtkreuzern Scharnhorst und Gneisenau. Dabei beschädigt Prinz Eugen den britischen Zerstörer Worcester.

Vom 21. bis 23. Februar wird das Schiff nach Norwegen verlegt. Dabei erhält es am 23. Februar Torpedotreffer vom englischen U-Boot Trident und wird am Heck schwer beschädigt. Im Februar und März werden notdürftige Reparaturen in Norwegen durchgeführt und von Mai bis Oktober 1942 erfolgt die Instandsetzung in Kiel, wobei ein neues Heck angesetzt wird.

Von Mai 1943 bis Mai 1944 befindet sich Prinz Eugen beim Flottenausbildungs-Geschwader und unterstützt von Juni 1944 bis April 1945 durch Landbeschuss die Wehrmacht an den Fronten im Baltikum. Dabei rammt sie am 14. Oktober 1944 versehentlich den leichten Kreuzer Leipzig.
Im April 1945 wird sie nach Kopenhagen verlegt und kapituliert am 9. Mai 1945.

Am 13. Dezember 1945 wird Prinz Eugen an die Amerikaner ausgeliefert. Im nachfolgenden Januar wird das Schiff nach Nordamerika überführt und passiert im März 1946 den Panamakanal. Sie dient als Versuchsschiff bei Atombombenversuchen im Bikini-Atoll am 17. Juni 1946. Am 22. Dezember 1947 wird sie bei der Kwajalein-Lagune versenkt.


 

Schwerer Kreuzer Blücher

schwere Kreuzer Blücher
Der schwere Kreuzer Blücher im Dezember 1939.

Der deutsche Schwere Kreuzer Blücher war ein wichtiges Kriegsschiff der Kriegsmarine zu Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Verdrängung: Ungefähr 14.050 Tonnen (Standard) und bis zu 18.200 Tonnen (Volllast).
Abmessungen: Länge von 202,8 Metern, eine Breite von 21,3 Metern und ein Tiefgang von 7,2 Metern.

Bewaffnung: Die Hauptbatterie bestand aus acht 20,3 cm SK C/34-Geschützen in vier Zwillingstürmen, ergänzt durch zwölf 10,5 cm SK C/33-Mehrzweckgeschütze, zwölf 3,7 cm SK C/30-Fliegerabwehrgeschütze und acht 2 cm C/30-Fliegerabwehrgeschütze. Außerdem verfügte das Schiff über zwölf Torpedorohre.

Einsatz:
Die Blücher wurde am 20. September 1939 bei der Kriegsmarine in Dienst gestellt.
Das Unternehmen Weserübung war die wichtigste Operation, an der die Blücher beteiligt war. Das Schiff war Teil des Kampfverbandes, der im Apriol 1940 die norwegische Hauptstadt Oslo einnehmen sollte.

Schlacht im Drøbak-Sund:
Die Blücher wurde am 9. April 1940 während der Invasion von Norwegen versenkt.
Als der deutsche Einsatzverband in den Oslofjord einfuhr, wurde die Blücher von der norwegischen Küstenverteidigung der Festung Oscarsborg unter dem Kommando von Oberst Birger Eriksen angegriffen. Die Festung verfügte über eine veraltete, aber wirksame Torpedo- und Artillerieabwehr.
Die Blücher wurde von zwei Torpedos und mehreren Artilleriegranaten getroffen. Die Schäden verursachten schwere Brände und innere Explosionen, die zum Sinken des Schiffes führten. Die Blücher kenterte und sank schließlich, was zu erheblichen Verlusten an Menschenleben führte.

Der Untergang der Blücher verzögerte die Einnahme Oslos durch die deutschen Truppen, so dass die norwegische Regierung und die königliche Familie entkommen und später den Widerstand aus dem Ausland fortsetzen konnten. Sie zeigte auch, wie verwundbar selbst moderne Kriegsschiffe durch gut positionierte Küstenverteidigungsanlagen sind.
Das Wrack der Blücher liegt in etwa 90 Metern Tiefe auf dem Grund des Oslofjords und ist Gegenstand mehrerer Tauchgänge und Untersuchungen gewesen. Es bleibt ein Kriegsgrab und gilt als wichtige historische Stätte.

Der kurze, aber dramatische Einsatz der Blücher im Zweiten Weltkrieg verdeutlicht die Komplexität und die Gefahren der Seekriegsführung in dieser Zeit. Ihr Untergang machte sowohl die taktischen Herausforderungen von amphibischen Operationen als auch die anhaltende Bedeutung von Küstenbefestigungen deutlich.

Animation 3d-Modell schwerer Kreuzer Blücher


Flugzeugträger-Projekt Seydlitz

Nach ersten Versuchen mit Wasserflugzeug-Trägern während des Ersten Weltkriegs hatte Deutschland bis Mitte der 1930er Jahre keine Gelegenheit, Flugzeugträger zu entwickeln, da dies durch die Einschränkungen des Versailler Vertrages verboten war.
Erst der ambitionierte Z-Plan sah eine Flotte von vier Flugzeugträgern bis zum Ende der 1940er Jahre vor. Die deutsche Kriegsmarine hatte am 19. Januar 1939 die 23.570 t große Graf Zeppelin vom Stapel gelassen und ein weiteres Schwester­schiff mit den vorgesehen Namen Peter Strasser auf Kiel gelegt.
Jedoch führte die mangelnde Begeisterung der deutschen Luftwaffe, welche die Flugzeuge an Bord einzusetzen hatte, sowie die spätere Entscheidung, alle verfügbaren Energien und Ressourcen für momentan wichtigere Aufgaben während des Zweiten Weltkriegs einzusetzen, dass keiner fertig wurde. So wurde Peter Strasser auf der Germania-Werft in Kiel ab der zweiten Hälfte des Jahres 1940 verschrottet und die Arbeiten an Graf Zeppelin eingestellt.

Im Mai 1942, nach dem Kriegseintritt der USA, wurden jedoch die Arbeiten an Graf Zeppelin vorübergehend wieder aufgenommen. Gleichzeitig wurde befohlen, den noch unvollständigen schweren Kreuzer Seydlitz der Hipper-Klasse von seinem Überbau zu befreien, um ihn als Flachdeck-Flugzeugträger fertigzustellen.
Dabei sollte der ursprüngliche Aufbau der Panzerung wohl geändert werden und die Flugzeuggruppe sollte aus 18 Maschinen der Typen Bf 109T und Ju 87C bestehen. Als Bewaffnung waren zehn 105-mm, acht 37-mm und 24 20-mm-Flak-Geschütze vorgesehen.
Mit einer Wasserverdrängung von 18.000 Tonnen bei einer Länge von 199,50 Meter an der Wasserlinie hätte der Träger eine Höchstgeschwindigkeit von 32 Knoten und einen Fahrbereich von 5.500 Seemeilen bei 18 Knoten Marschgeschwindigkeit erreicht.
Ebenfalls wurde der Umbau der Passagierschiffe Potsdam, Europa und Gneisenau zu Hilfsflugzeugträgern geplant.

Anfang 1943 wurde das deutsche Flugzeugträger-Bauprogramm jedoch endgültig eingestellt und Seydlitz nach Königsberg geschleppt. Vor der Eroberung der Stadt durch die Rote Armee am 10. April 1945 wurde das Schiff selbst versenkt. Der Rumpf wurde später von den Russen geborgen und in die Sowjetunion gebracht.


Spezifikationen für Admiral Hipper Klasse

Spezifikationen:

Prinz Eugen
Spezifikation
Typ
Schwerer Kreuzer
Wasserverdrängung
14.707 t
Konstruktionsverdrängung
16.490 t
Einsatzverdrängung
18.694 t
Länge in der KWL
199,5 m (Hipper: 195,4 m)
Länge über alles
210,4 m (Hipper: 206,4 m)
Breite
21,9 m
Tiefgang
7,9 m
Kessel
8 x Wagner
Maschinen
Brown & Boveri-Einfachgetriebeturbinen mit 3 Wellen
Gesamtleistung
97.020 kW (132.000 PS)
Heizöl
4.320 t
Geschwindigkeit
32 kn (Probefahrt: 33,4 kn)
Fahrbereich
5.500 sm bei 18 kn
Besatzung
1.600

Bewaffnung:

Prinz Eugen
Spezifikation
Haupt-Bewaffnung
8 x 20,3 cm Geschütze
Sekundär-Bewaffnung
12 x 10,5 cm Geschütze
Flak
12 x 3,7 cm (1945 stattdessen 18 x 4 cm); 8 (1945: 28) x 2 cm
Torpedorohre
12 x 53,3 cm
Flugzeuge
3

Panzerschutz:

Prinz Eugen
Dicke
Panzerung Seite (Gürtel)
70-80 mm
Panzerung Oberdeck
12-30 mm
Panzerung Panzerdeck
20-50 mm
Panzerung Hauptartillerie
70-105 mm

Einsatzstatistik:

Schiffe:
Admiral Hipper
Blücher
Prinz Eugen
Bauwerft
Blohm & Voss (Hamburg)
Deutsche Werke (Kiel)
Germania-Werft (Kiel)
Kiellegung
1935
1936
1936
Stapellauf
6.2.1937
8.6.1937
22.8.1938
Fertigstellung
1938
1939
1.8.1940 (Indienststellung)
Verbleib
Selbstversenkung 3.4.1945
versenkt 19.4.1940
gesunken 22.12.1947


Quellenangaben und Literatur

Fighting Ships of the World (Antony Preston)
Kriegsschiffe von 1900 bis heute – Technik und Einsatz (Buch und Zeit Verlagsgesellschaft)
The Illustrated Directory of Warships from 1860 to the present day (David Miller)
Kriegsschiffe 1939-45 (Heyne-Bildpaperback)
Flotten des 2. Weltkrieges (Antony Preston)
Die Schlacht im Atlantik (Andrew Kershaw)
Seemacht – eine Seekriegsgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart (Elmar B. Potter, Admiral Chester W.Nimitz)
The Encyclopedia of Weapons of World War II (Chris Bishop)
Aircraft Carriers of the World, 1940 to the Present – An Illustrated Encyclopedia (Roger Chesneau)

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