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Tiger-Bataillone

Die Tiger-Bataillone des deutschen Heeres im Zweiten Weltkrieg 1943 bis 1945.
Seit dem Auftreten der ersten Tiger auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs haben sich diese Panzer einen legendären Ruhm erworben.

schwere Panzerkompanie
Eine schwere Panzerkompanie aus Tiger I und II in Bereitstellung unter Fliegertarnung in der Normandie, Sommer 1944.

Tiger-Bataillone

Als der PzKpfw VI Tiger I erstmals im September 1942 aus den Fabriken rollten, war er der stärkste existierende Kampfpanzer. Seine Frontalpanzerung war praktisch unverwundbar gegen alle bekannten Panzerabwehrwaffen und seine 8,8-cm-KwK war in der Lage, jeden bekannten feindliche Panzer zu zerstören, lange bevor dieser überhaupt den Tiger I effektiv mit seiner Hauptbewaffnung bekämpfen konnte.
Aus diesem Grund ist die Aufstellung von Einheiten, welche mit einem herausragenden Waffensystem mit solch bemerkenswerten Erfolgen wie dem Tiger-Panzer ausgerüstet waren, praktisch gleichzusetzen mit den Elite-Verbänden der Wehrmacht.

Sparsamkeit mit dem Tiger-Panzer
Aufruf zur Sparsamkeit mit dem Tiger-Panzer.
Die Tiger waren nur sehr teuer herzustellen, was benötigte Materialien und Arbeitskraft betraf, weshalb mit ihnen sorgsam umgegangen wurde. Sie wurden in der Anfangszeit ihrer Verfügbarkeit auch verschiedenen Elite-Divisionen beigegeben, wie zum Beispiel Panzergrenadier-Division Grossdeutschland, Fallschirm-Panzer-Division Hermann Göring und den ersten drei Waffen-SS-Divisionen.

Aber im Allgemeinen wurden die Tiger-Panzer jedoch in ‘Schwere Panzer-Abteilung’ formiert, welche als Reserven den Korps-, Armee- oder sogar Heeresgruppen-Stäben unterstellt wurden. Diese höheren Stäbe konnten dann entscheiden, welcher ihrer Frontabschnitte am ehesten diese wirksame Unterstützung benötigte und so wurden sie immer von einem wichtigen Abschnitt zum nächsten verschoben.

Die übliche schwere Panzer-Abteilung hatte ein Hauptquartier und drei Kompanien aus Tiger-Panzern, welche eine Sollstärke von jeweils 14 Panzern hatte. Hinzu kamen Unterstützungs-, Instandhaltungs- und Nachschubeinheiten.
In den Anfangstagen ihrer Aufstellung und manchmal auch später gab es nicht genügend Tiger-Panzer, um diese schweren Bataillone vollständig damit auszustatten und so wurde eine Abteilung mit leichteren PzKpfw III beigegeben.

Schwere Tiger-Bataillone des Heeres

Schwere Panzer-Abteilung 501

Tiger-Panzer in Afrika
Beim Angriff auf Medjez werden zum ersten Mal Tiger-Panzer in Afrika eingesetzt.
Die schwere Panzer-Abteilung 501 wurde 1942 aufgestellt und eine komplette Kompanie der Einheit wurde bereits im November 1942 nach Tunesien verschifft, wo sie gegen die beim Unternehmen Torch in Französisch-Nordwestafrika gelandeten Alliierten verwendet werden sollte. Die Tiger-Panzer der Kompanie sahen Einsätze bei Tebourba und Hamra, sowie im Februar 1943 in der Gegend des Kasserine-Passes.
Die nach Nordafrika geschickten Truppenteile waren im Mai 1943 gezwungen, zusammen mit der Heeresgruppe Afrika zu kapitulieren. Jedoch wurde das Bataillon wieder mithilfe der anderen Kompanien vervollständigt, welche in Europa zurückgeblieben waren und nun Besatzungsaufgaben in Frankreich durchführten.

Nachdem das Bataillon wieder seine vollständige Stärke erreicht hatte, wurde es an die Ostfront geschickt und war sofort in Abwehrkämpfe bei Witebsk und Gorodok verwickelt.

Im Juli 1944 wurde das Bataillon mit dem noch mächtigeren Königstiger neu ausgestattet. Anschließend kämpfte es in der Verteidigung bei dem Rückzug der deutschen Armeen durch Polen, wo es in besonders schwere Kämpfe bei Radom und Kleice verwickelt war.

Im Dezember 1944 wurde die sPz.Abt.501 aufgelöst und zur Aufstellung der neuen sPz.Abt.424 verwendet, welche dem XXIV. Panzerkorps unterstellt war. Praktisch war dies aber kaum mehr als eine Umbenennung, da das Bataillon am gleichen Frontabschnitt unter dem bisherigen Kommandanten verblieb. Schließlich wurde auch das neue Bataillon im Februar 1945 aufgelöst.

Die Befehlshaber des Bataillons waren von September bis Dezember 1943 Major Erich Löwe, von Januar bis August 1944 Oberstleutnant von Legat und von August 1944 bis Februar 1945 Major Saemisch.


Schwere Panzer-Abteilung 502

Tiger I der Pz.Abt.502 im Kampfeinsatz
Tiger I der Pz.Abt.502 im Kampfeinsatz im Nordabschnitt der Ostfront (Frühsommer 1944).
Die sPz.Abt.502 wurde im August 1942 aufgestellt. Einige der Panzer dieses Verbandes waren die ersten Tiger, welche an der Ostfront zum Einsatz kamen. Auf persönlichen Befehl von Adolf Hitler wurden sie vor Leningrad in einem zweifelhaften Unternehmen eingesetzt, wobei viele noch unter technischen Problemen litten oder sich in dem sumpfigen Gelände festfuhren.
Die Tiger-Panzer wurden ohne Begleitinfanterie in ungeeignetem Gelände im Angriff eingesetzt, wodurch die Russen die empfindlicheren Flanken beschießen konnten. Einige davon gingen nur deswegen verloren, weil ihre Kettenlaufwerke durch die feindliche Infanterie beschädigt werden konnten.
So konnten die Sowjets mehrere nahezu intakte Fahrzeuge erbeuten und ihre Geheimnisse lüften, bevor der schwere Panzer überhaupt in nennenswerter Stärke ausgeliefert war.

Das Bataillon verblieb im nördlichen Abschnitt der Ostfront bei der Heeresgruppe Nord bis zu der großen sowjetischen Sommeroffensive von 1944, als es sich nach Kurland zurückziehen musste. Ende 1944 kämpfte es in der Verteidigung um Memel und Königsberg.

Anfang 1945 wurde der Verband mit Tiger II neu ausgerüstet und in sPz.Abt.511 umbenannt.
Bis zur endgültigen Kapitulation gegenüber der Roten Armee am 9. Mai 1945 hatte alleine nur diese schwere Panzer-Abteilung etwa 2.000 sowjetische Panzerfahrzeuge vernichtet.

Die Kommandeure waren Hauptmann Arthur Wollschläger von November 1942 bis Februar 1943, Major Richter von Februar bis Juli 1943, Hauptmann Erich Schmidt im Juli und August, Hauptmann Lange von August bis Oktober 1943, Major Willi Jähde von Oktober 1943 bis März 1944, Major Schwander von April bis August 1944 und Hauptmann von Foerstner.


Schwere Panzer-Abteilung 503

Königstiger
Formation von Königstigern beim ersten Panzer-Bataillon, welches den schweren Kampfpanzer erhalten hatte.
Dieses schwere Panzer-Bataillon wurde bereits im Frühjahr 1942 aufgestellt. Es war ursprünglich für den Einsatz in Nordafrika vorgesehen, die Ereignisse des Jahres führten jedoch dazu, dass es sich bei der Heeresgruppe Süd in Russland vorfand, wo der deutschen Rückzug aus Stalingrad gedeckt werden musste.
Das Bataillon nahm an den schweren Kämpfen in der Panzerschlacht von Kursk im Juli 1943 teil, bevor sie dem Panzer-Regiment Bäke angeschlossen wurde. Zusammen fochte der Verband in den Schlachten um Tscherkassy, wobei er innerhalb des Zeitraumes von nur fünf Tagen über 260 feindliche Panzer abgeschossen hatte.

Das Bataillon bleib bei dem Regiment bis April 1944, als es zur Umrüstung auf Königstiger in den Westen verlegt wurde. Nach der alliierten Landung am D-Day wurde es ab Juni 1944 in die Normandie-Schlachten verwickelt, wo es viele seiner neuen schweren Panzer an feindliche Jagdbomber und das Feuer schwerer Schiffsgeschütze verlor.

Nachdem das Bataillon wieder vollständig aufgefrischt und ausgerüstet worden war, wurde es im September wieder an die Ostfront geschickt, wo es an der Verteidigung von Ungarn teilnahm.
Im Januar 1945 wurde es in sPz.Abt. ‘Feldherrnhalle’ umbenannt und der gleichnamigen Panzergrenadier-Division angegliedert. Zusammen wurden sie in den letzten Schlachten an der Ostfront aufgerieben.

Die Kommandeure waren Oberstleutnant Post von Mai 1942 bis Januar 1943, Oberstleutnant Hoheisel von Januar bis Mai 1943, Hauptmann Clemens Graf von Kageneck von May 1943 bis Februar 1944, Hauptmann Rolf Fromme von Februar bis Dezember 1944 und Hauptmann Nordewin von Diest-Koerber von Dezember 1944 bis Januar 1945.


Schwere Panzer-Abteilung 504

Tiger I der sPz.Abt. 502
Tiger I der sPz.Abt. 502 in Argenta in Italien im April 1945.
Aufgestellt im Februar 1943, wurden Teile des Bataillons nach Tunesien geschickt, wo sie Kämpfe bei Maknassy und Medjerda sahen. Der Rest des Bataillons, welcher sich noch auf Sizilien befand, wurde nach den Abwehrkämpfen gegen die alliierte Invasion der Insel, auf das italienische Festland evakuiert.
Zur Neuausrüstung wurde der Verband dann nach Holland verlegt, von wo er im Juni 1944 nach Italien zurückkehrte. Dort nahm er an Operationen teil, um den alliierten Brückenkopf von Anzio abzuriegeln und anschließend an der Verteidigung der Gotenlinie gegen britische Truppen.
Das schwere Panzer-Bataillon verblieb in Italien bis zur deutschen Kapitulation.

Seine Kommandeure waren Major August Seidensticker von Februar bis Mai 1943, Hauptmann Kühn von November 1943 bis September 1944 und Major Nill von September 1944 bis Mai 1945.


Schwere Panzer-Abteilung 505

Tiger der 7. Panzer-Division, Kursk
Tiger werden für das Unternehmen Zitadelle (Schlacht von Kursk, Juli 1943) vorbereitet.
Im Januar 1943 aufgestellt, sah das Bataillon die ersten ernsthaften Kämpfe in der Schlacht vom Kursk im folgenden Juli, als es Bestandteil der 9. Armee an der nördlichen Flanke der Frontausbuchtung war.
Anschließend kam es unter das Kommando der Heeresgruppe Mitte und kämpfte bei Smolensk.

Im Spätsommer 1944 wurde das Bataillon auf Tiger II umgerüstet und anschließend bei den Abwehrschlachten um Ostpreußen eingesetzt, wo es die schwere Unterstützung für die 24. und 25. Panzer-Divisionen waren. Es war heftig in die Abwehr am Narew-Brückenkopf eingebunden und verblieb im abgeschnittenen Ostpreußen bis Kriegsende.

Die Kommandeure waren Major Bernhard Sauvant von Februar bis August 1943, Hauptmann von Karlowitz von August bis September 1943, Hauptmann Werner Freiherr von Beschwitz von September 1943 bis November 1944 und Major Senfft von Pilsach von November 1944 bis April 1945.


Schwere Panzer-Abteilung 506

Königstiger mit aufgesessener Infanterie
Königstiger mit aufgesessener Infanterie, welche teilweise mit StG-44 bewaffnet ist, während der Ardennen-Offensive.
Aufgestellt im Juli 1943, kam das Bataillon erstmals bei den Abwehrschlachten am Dnjepr als Teil der Heeresgruppe Mitte zum Einsatz. Es sah Einsätze bei Lemberg, Tarna und Kriwoi-Rog.
Es wurde im August 1944 aus der Front gezogen und nach Deutschland abtransportiert, wo es auf Tiger II umgerüstet wurde.

Im September 1944 war es nach der alliierten Luftlandeoperation von Arnheim bei Oosterbeck im Einsatz. Im November 1944 erhielt es eine vierte Kompanie, was unüblich für die schweren Tiger-Abteilungen war.
Das verstärkte Bataillon sah dann Einsätze in der Ardennen-Offensive und befand sich zuletzt im Ruhr-Kessel, wo es im April 1945 gegenüber US-Streitkräften kapitulieren musste.

Die Kommandeure waren Major Gerhard Willig von Juli bis Oktober 1943, Major Lange von Oktober 1943 bis Januar 1945, Hauptmann Heiligenstadt im Januar und Februar 1945, sowie Hauptmann von Römer von Februar bis April 1945.


Schwere Panzer-Abteilung 507

Kolonne Tiger II
Eine Kolonne Tiger II auf dem Marsch zur Ostfront in der letzten Kriegsphase.
Aufgestellt im September 1943, wurde dieses Bataillon erstmals im März 1944 an der Ostfront eingesetzt. Dort sah es schwere Abwehrkämpfe bei Tarnopol, Witebsk und an der Narew-Front.
Nachdem das Bataillon im Februar 1945 mit Tiger II neu ausgerüstet worden war, kehrte es an die Ostfront zurück. Dort fochte es Abwehrkämpfe in der Tschechoslowakei während der letzten Kriegsmonate.

Nachdem das Bataillon alle seine Königstiger in den Kämpfen verloren hatte, machten sich die überlebenden Soldaten auf den Weg in Richtung Westen, um gegenüber US-Truppen kapitulieren zu können. Jedoch wurden sie von den der Roten Armee abgefangen und gerieten in sowjetische Kriegsgefangenschaft.

Die Kommandeure waren Major Erich Schmidt von September 1943 bis August 1944 und Hauptmann Fritz Schöck von August 1944 bis Mai 1945.


Schwere Panzer-Abteilung 508

Tiger-Panzer in Rom
Tiger-Panzer in Rom, 1944.
Dieses Bataillon wurde im August 1943 aufgestellt und an die Front in Italien geschickt, wo es schwere Verluste bei Anzio und Nettuno erlitt. Es kämpfte während des nachfolgenden Rückzugs nach Norditalien weiter und nachdem es alle seine Panzer verloren hatte, wurde es im Februar 1945 aufgelöst.
Das verbliebene Personal kehrte nach Deutschland zurück und wurde auf andere Einheiten verteilt.

Die Kommandeure waren Major Hudel von Januar bis Mai 1944 und Hauptmann Stelter von August 1944 bis Februar 1945.


Schwere Panzer-Abteilung 509

Tiger von 'Das Reich'
Ein Tiger bei der SS-Panzer-Division ‘Das Reich’ in Russland.
Im September 1943 aufgestellt, sah dieses Bataillon seine ersten Einsätze an der Ostfront, darunter schwere Gefechte bei Kirowgrad, Zhitomir und Kiew.
Ende 1943 wurde es während der Kämpfe um Kaminetz-Podolsk vorübergehend der 2. SS-Panzer-Division Das Reich unterstellt.
Im Sommer 1944 war das Bataillon in folge der sowjetischen Sommeroffensive in schwere Abwehrkämpfe im Südabschnitt der Ostfront verwickelt, wiederum bei Kiew und Zhitomir.

Ende 1944 wurde es nach Deutschland zurückgeschickt, wo es auf dem Truppenübungsplatz Sennelager auf Tiger II umgerüstet wurde.
Im Januar 1945 wurde es dann nach Ungarn geschickt, wo es als Teil des IV. SS-Panzerkorps zum Einsatz kam. Nach den gescheiterten Gegenoffensiven auf Budapest wurde es Stück für Stück nach Österreich zurückgedrängt, wo es gegenüber amerikanischen Streitkräften kapitulierte. Bis zu diesem Zeitpunkt verfügte es über keine Panzer mehr und der gesamte Fahrzeugbestand waren ein VW-Schwimmwagen, ein Funkwagen und ein Lastkraftwagen.

Die Kommandeure waren Hannibal von Lüttichau von August bis November 1943, Major Gierka von November 1943 bis Februar 1944, Hauptmann Radtke von Februar bis März 1944, Hauptmann Hans-Jürgen Burmester von März 1944 bis Februar 1945 und Hauptmann Dr. König von Februar bis Mai 1945.


Schwere Panzer-Abteilung 510

Gegenstoss mit Tiger-Panzern
Deutscher Gegenstoß mit Tiger-Panzern in Ostpreussen.
Aufgestellt im Juni 1944, traf das Bataillon im Nordabschnitt der Ostfront innerhalb eines Monats ein. In Ostpreußen wurde es aufgeteilt, wobei ein Teil zur Unterstützung der 14. Panzer-Division und der andere bei der 30. Infanterie-Division verwendet wurde.

Die Teile bei der 14. Panzer-Division sahen schwere Kämpfe im Kurland-Kessel Anfang 1945. Im März 1945 wurden zwei Kompanien nach Kassel in Deutschland zurückgezogen, während die verbliebenen 13 Tiger I der 14. Panzer-Division eingegliedert wurden.
Der letzte dieser Tiger ging am 8. Mai verloren und das Bataillon kapitulierte mit den anderen Überlebenden der harten Kurland-Schlachten gegenüber der Roten Armee.

Dies war die einzige schwere Panzer-Abteilung, welche niemals mit dem Königstiger ausgerüstet wurde und alle ihre Panzer bestanden aus späten Modellen des Tiger I.

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