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Ungarische Streitkräfte


Stärke und Organisation der Armee und Luftwaffe von Ungarn im Zweiten Weltkrieg.
Kriegsgliederung an der Ostfront, Divisionen, Ausrüstung und Flugzeuge.

Truppen der ungarischen 2. Armee auf dem Marsch
Truppen der ungarischen 2. Armee auf dem Marsch in Russland im Sommer 1942.

Vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs führte Ungarn eine Reihe von Militäroperationen durch, um Gebiete zu erwerben, die das Land nach dem Ersten Weltkrieg abtreten musste und welche es im Rahmen der Wiener Schiedssprüche durch Adolf Hitler wieder zugesprochen bekommen hatte.
Im Oktober 1939 besetzten ungarische Truppen Teile Rutheniens und der Südslowakei, und 1940 musste Rumänien die Hälfte Siebenbürgens abtreten. Nachdem sich Ungarn mit Deutschland verbündet hatten, nahm es im April 1941 am Einmarsch in Jugoslawien teil und besetzten die Region Bacs-Kiskun, in der 500.000 Ungarn lebten.

Ungarische Streitkräfte

Ungarische Armee

Ungarische Militärparade
Ungarische Militärparade mit CV Kleinkampfwagen in einer von Rumänien übernommenen Stadt in Siebenbürgen nach dem Wiener Schiedsspruch.

Die Friedensstärke des Heeres betrug etwa 80.000 Mann. Das Land war in sieben Korpskommandos unterteilt und jedes Armeekorps bestand aus drei Infanteriedivisionen (mit je drei Infanterieregimentern und einem Artillerieregiment mit 24 Pferde-gezogenen Geschützen), zwei Kavalleriebrigaden, zwei motorisierten Brigaden, einer Flakbatterie, einer Signalkompanie und einem Kavallerieaufklärungstrupp.

Die wirksamsten Kampftruppen waren in der 9. Armee organisiert, die sich wie folgt zusammensetzte: 3 leichte Divisionen (mit je zwei Infanterie- und einem Artillerieregiment), 1 ‚Schnelles‘ Korps, 2 motorisierte Schützenbrigaden, 2 Kavallerie-Brigaden, 2 Gebirgsbrigaden; 3 Grenzschützen-Brigaden.

Ungarns erster und wichtigster Beitrag zu den Kriegsanstrengungen der Achsenmächte war der Einsatz seines schnellen Elitekorps (zwei motorisierte und eine gepanzerte Brigade mit etwa 40.000 Mann) an der Ostfront kurz nach Beginn des Russlandfeldzugs.
Obwohl das Korps als ’schnell‘ bezeichnet wurde, stützte es sich noch auf Pferde und Fahrräder, während seine ‚gepanzertes Element‘ aus 65 leichten italienischen leichten Ansaldo-Panzern und 95 ungarischen Toldi-Panzern (schwedisch, aber in Ungarn in Lizenz hergestellt) bestand.

Im Juli 1941 schloss sich das Schnelle Korps der deutschen 17. Armee an und stieß bis zum Donez vor, wo es an der Schlacht von Uman teilnahm, die zur Gefangennahme von 103.000 Rotarmisten führte.
Nach einem Vormarsch von über 1.000 Kilometern hatte das Korps jedoch 26.000 Mann Verluste erlitten, 90 % seiner Panzerfahrzeuge und über 1.000 kaum ersetzbare Kraftfahrzeuge eingebüßt. Deshalb kehrte das Korps am 6. Dezember 1941 nach Budapest zurück.
Damit blieben an der Ostfront nur ein Fahrradbataillon und vier Infanteriebrigaden (ca. 63.000 Mann) übrig, die schlecht ausgerüstet waren, um mit den großen Entfernungen und den entsetzlichen Bedingungen fertig zu werden. Nur die Kavallerie war in der Lage, einen nützlichen militärischen Beitrag zu leisten.

ungarischer Soldat Mannlicher Gewehr
Ein ungarischer Soldat zielt mit seinem 8mm Mannlicher Gewehr.

Im Frühjahr 1942 forderten die Deutschen mehr Truppen und größtmögliche Anstrengungen von ihren Verbündeten an der Ostfront und so entsandte Ungarn die ungarische 2. Armee mit 200.000 Mann an die Front.
Diese bestand aus neun leichten Infanterie-Divisionen (nur zwei statt der normalerweise drei Infanterie-Regimenter) und dem Stolz des ungarischen Heeres, der 1. Panzer-Division mit 83 tschechischen LT38 (ähnlich dem PzKpfw38(t)) Panzern, zwei leichten Toldi-Panzern und 22 deutschen PzKpfw IV F1. Jedoch war von diesen Panzern keiner ein ernstzunehmender Gegner für die russischen T-34.

Obwohl der Kader aus regulärem Personal bestand, hatten die anderen Rekruten nur ein achtwöchiges Training erhalten und ihre einzige taktische Einsatzerfahrung bestand in einem Manöver, welches kurz vor ihrem Abtransport zur Ostfront abgehalten wurde.

Zu diesem Zeitpunkt setzte sich das ungarische Heer aus Ungarn, Rumänen aus Siebenbürgen, Slowaken aus der südlichen Slowakei, Ukrainern aus Ruthenen und Serben aus Bács-Kiskun zusammen, was nicht dazu beitrug, die Homogenität und Moral dieser Armee zu stärken.
Hinter der Front wurden Bauarbeiten durch Arbeitskompanien durchgeführt, die aus Wehrpflichtigen zusammengestellt wurden, welche aus ethnischen oder politischen Gründen als unzuverlässig galten.

Unter dem Befehl von General Jany erreichte die 2. ungarische Armee die Front bei Kursk im Juni 1942 und rückte anschließend bis Woronesch vor, wo sie eine Verteidigungslinie entlang des südlichen Dons bildete.

Ungarische Soldaten ziehen eine 5-cm PAK38
Ungarische Soldaten ziehen eine 5-cm PAK38 im Sommer 1942 in eine neue Stellung. Im Hintergrund ist ein PzKpfw 38(t) zu sehen.

Die Armee hielt diese Frontlinie gegen russische Vorstöße über den Fluss hinweg bis Ende 1942, jedoch verschlechterte sich die Moral und Kampfbereitschaft durch die harten Bedingungen im Winter. Die Deutschen beklagten sich darüber, dass die Ungarn nur zögerlich den Feind bekämpften und fügten hinzu, dass deren Armee unterbesetzt und schlecht ausgerüstet war. Die Ungarn ihrerseits, baten die Deutschen wiederholt um moderne Panzerabwehrwaffen, um ihre veralteten 20 mm und 37mm PAK36 Geschütze zu ersetzen, welche nutzlos gegen T-34 Panzer waren.

Nach Oktober 1942 erhielt jede der Leichten Infanterie-Divisionen ein Aufklärungs-Bataillon von den neu aufgestellten ‚Mobilen Truppen‘, welche nun die Kavallerie, motorisierte Infanterie, Fahrrad-Einheiten und Panzerverbände als neue Waffengattung zusammenfasste. Die Panzer-Division war nun mit deutschen PzKpfw 38(t), PzKpfw III und PzKpfw IV sowie ungarischen leichten Toldi-Panzern, Csaba Panzerspähwagen und Nimrod Selbstfahrlafetten ausgerüstet.

Supremacy 1914

Ungarische Kriegsgliederung an der Ostfront im Juni 1942:

ArmeeKorpsDivisionen
2. Armee (Jany); bei Kursk und später an der Don Front südlich von Woronesch (Reserve: 1. Panzer-Div)III. Korps 6., 7., 9. Leichte Inf Div
IV. Korps 10., 12., 13. Leichte Inf Div
VII. Korps 19., 20., 23. Leichte Inf Div

Am Ende des Jahres 1942 befand sich sie ungarische 2. Armee in einer Linie, welche von Woronesch über 150 Kilometer nach Süden verlief. Dies bedeutete, dass eine Division eine Frontlänge von 21 km, ein Regiment 6,5 km und ein Bataillon 3,5 km zu verteidigen hatte. Alle schweren Waffen waren in der vordersten Linien und es gab keine Reserven mehr, sowie es auch keine Vorräte an Munition gab.

Partisanenbekämpfung
Partisanenbekämpfung in Russland.
Zwischen dem 12. und 14. Januar 1943 durchbrach eine große russische Offensive über den zugefrorenen Fluss die ungarische Frontlinie an mehreren Stellen und die Ungarn mussten sich bei Temperaturen von minus 30 Grad nach Westen zurückziehen. Sie ließen den größten Teil ihrer Ausrüstung und schweren Waffen sowie 147.971 Kameraden zurück. Nach dieser Katastrophe, der größten in der ungarischen Militärgeschichte, kehrten die Reste der ungarischen 2. Armee nach Budapest zurück oder verblieben als Sicherungstruppen in der Ukraine.

Grundsätzliche Verbände der ungarischen Armee 1942:

 Leichte Inf DivInf DivSicherungs-DivisionPanzer-Division
Anzahl der Verbände91051
Inf-Regimenter 2 (ausgerüstet mit 8mm Mannlicher Gewehren sowie Solothurn und Schwarzlose MGs)32 Reserve?
Gesamtstärkeca. 15.000?6.000?
Panzerabwehr-Kanonen 40 (hauptsächlich 37mm Pak36, 50mm Pak38 und belgische 47mm) + 38 Panzerabwehr-Büchsen 40 (hauptsächlich 37mm Pak36, belgische 47mm) + 38 Panzerabwehr-Büchsen??
Artillerie 24 (Skoda Gebirgs- und Feldgeschütze, Skoda, Bofors und Rheinmetall-Haubitzen) 24 (Skoda Gebirgs- und Feldgeschütze, Skoda, Bofors und Rheinmetall-Haubitzen)4 ca. 24 (Nimrod Selbstfahrlafetten)
Panzer (von Oktober ein Aufklärungs-Bataillon mit einigen Ansaldo Tanketten und leichten Toldi-Panzern)-- 107 (83 PzKpfw 38(t), 2 Toldi, 22 PzKpfw IVF1) + Csaba Panzerspähwagen (später auch Panzerkampfwagen III und IV)

Ungarische Truppen dienten weiterhin unter deutschem operativen Befehl in rückwärtigen Gebieten, obwohl die ungarische Regierung bestrebt war, dass ihre Truppen nur zur Verteidigung des Heimatlandes eingesetzt werden sollten. Auch weigerten sich ungarische Einheiten, bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes im August 1944 mitzuhelfen.

Als sich die Rote Armee den Karpaten näherte, begannen geheime Verhandlungen zwischen der ungarischen und der sowjetischen Regierung, die am 15. Oktober 1944 zu einem vorläufigen Waffenstillstand führten. Doch noch am selben Tag besetzten deutsche Truppen Budapest und die neu eingesetzte ‚Pfeilkreuzer‘-Regierung unter Ferenc Szalasi verpflichtete sich, den Krieg an der Seite Deutschlands gegen die Sowjetunion fortzusetzen.

Ungarische Offiziere besprechen sich mit einem Deutschen
Ungarische Offiziere besprechen sich 1944 mit einem Deutschen über das weitere Vorgehen.

Im Dezember 1944 wurde Budapest von der Sowjetarmee eingekesselt. Von den drei ungarischen Armeen blieben nur zwei übrig, von denen sich eine in der Slowakei befand.
Die anderen ungarischen Einheiten standen unter deutschem Kommando oder befanden sich zur Ausbildung in Deutschland und Österreich. Am 2. Februar 1945 betrug die Stärke der ungarischen Armee 214.463 Mann, von denen jedoch 50.000 zu unbewaffneten Arbeitsbataillonen umgebildet worden waren.

In der allerletzten Phase des Krieges kämpften die Ungarn in Wien, Breslau, Küstrin und an der Oder. Die Gesamtverluste für Ungarn beliefen sich dann auf über 136.000 gefallenen Soldaten.


Uniformen ungarische Armee

Ungarische Uniformen
Ungarische Uniformen (v.l.n.r.): Zweiter Leutnant der Infanterie (1944), Zweiter Leutnant der Panzertruppen (1943), Unterfeldwebel der Gendarmerie (1941).

Die khakifarbene Uniform der Königlich Ungarischen Armee wurde 1922 eingeführt. Ungewöhnliche Merkmale der Uniform waren eine Seitenkappe mit hohem, spitz zulaufendem Scheitel und eine spezielle Hose, die an der Wade mit Knöpfen fest geschlossen wurde und eine Fußfessel aus Stoff enthielt, die mit Stiefeln getragen werden konnte. Die berittenen Mannschaften trugen Reithosen und Stiefel.

Die Standarddienstkleidung der Offiziere ist in der obigen Abbildung links dargestellt, die der anderen Dienstgrade rechts. Der für alle Dienstgrade gleich geschnittene Waffenrock war einreihig mit Stehkragen, fünf Knöpfen vorne und aufgesetzten Brust- und Seitentaschen mit Falten.
Die Kopfbedeckung bestand aus der Seitenmütze und, in der letzten Phase des Krieges, aus der Feldmütze mit stoffbespanntem Schirm. Außerdem wurde der Stahlhelm nach deutschem Muster (sowohl das Modell 1915 als auch 1935) getragen.

Zu Beginn des Krieges trugen die Panzerbesatzungen eine Latzhose, einen Zweireiher-Ledermantel und den italienischen ‚Panzerhelm‘ aus schwarzem Leder mit Nackenklappe.
Während des Krieges waren die khakifarbene Latzhose und die seitliche Mütze die typischsten Kleidungsstücke, aber mit der Verknappung von Leder wurde eine neue Jacke, wie oben in der Abbildung in der Mitte dargestellt, für Panzerbesatzungen eingeführt.

Die königlich-ungarische Elite-Gendarmerie (in der Abbildung oben rechts) trug einen schwarzen Filzhut mit Hahnenfeder, der jedoch in der Sowjetunion nicht mehr verwendet wurde und durch die Seitenmütze mit derselben Feder auf der linken Seite ersetzt wurde.
Dieses Unterscheidungsmerkmal wurde von den Verbündeten der Ungarn an der Ostfront nicht immer erkannt oder respektiert, sodass es notwendig wurde, einen Ringkragen aus Metall wie bei der deutschen Militärpolizei, den sogenannten ‚Kettenhunden‘, einzuführen.

Rangabzeichen

Rangabzeichen wurden auf den Kragenspiegeln der Uniformen angebracht. Erst kurz vor Kriegsbeginn wurden die Dienstgradabzeichen als Schulterstücke auf den Mänteln getragen, dann aber jedoch zugunsten von Rangabzeichen an den Ärmelaufschlägen abgeschafft.
Vollwertige Unteroffiziere wurden durch ein dreieckiges Abzeichen am linken oberen Ärmel erkannt. Alle Dienstgrade trugen auf der Vorderseite der Seitenmütze und der Feldmütze je nach Dienstgrad Spitzen- und Tressenabzeichen.

Die Farben der Waffengattung erschienen auf den Kragenspiegeln und auf der linken Seite der Seiten- und Feldmütze in Form eines Dreiecks. Einige Einheiten trugen auf der linken Seite der Kopfbedeckung ein markantes Metallabzeichen. Fallschirmspringer trugen gestickte oder metallene ‚Flügel‘ auf der rechten Brust.

Rangabzeichen ungarische Armee
Rangabzeichen ungarische Armee

Rangabzeichen der ungarischen Armee:
Drei Reihen aus Kragenspiegel (oben) und Mantelmanschetten (unten).
1. Doppelreihe (v.l.n.r.): Feldmarschall; General; Generalleutnant; Generalmajor; Oberst (Panzertruppe); Oberstleutnant (Versorgungszug).
2. Doppelreihe (v.l.n.r.): Major (Infanterie); Hauptmann (Generalstab); Leutnant (Kavallerie); Zweiter Leutnant (Techniker im Generalstab); Offiziersanwärter (Infanterie); Stabsfeldwebel (Artillerie).
3. Doppelreihe (v.l.n.r.): Oberfeldwebel (Infanterie); Feldwebel (Infanterie); Unterfeldwebel (Infanterie); Erster Unteroffizier (Infanterie); Zweiter Unteroffizier (Infanterie); Oberschütze (Infanterie); Schütze (Infanterie).


Ungarische Luftstreitkräfte

ungarische Héjja
Eine mit einem weißen Kreuz markierte ungarische Héjja nach einer Bruchlandung an der Ostfront im Herbst 1942. Schon veraltet, als das Unternehmen Barbarossa im Juni 1941 begann, kämpften die in Ungarn gebauten Reggiane Re 2000 Jagdflugzeuge in immer geringer werdender Zahl bei der 2. ungarischen Luftbrigade, bis sie schließlich Mitte Januar 1943 durch Bf 109 F-4/B ersetzt wurden.

Bei Beginn des Unternehmens Barbarossa, dem Angriff auf Russland im Juni 1941, waren die ungarischen Luftstreitkräfte gut ausgebildet und die Moral hoch, doch gemessen im internationalen Vergleich waren die Flugzeuge veraltet und es waren zu wenige.

Es gab 8 Jagdflieger-Staffeln (96 Flugzeuge), 10 Bomber-Staffeln (120 Flugzeuge), 10 Nahaufklärungs-Staffeln (80 Flugzeuge), eine Fernaufklärungsstaffel (18 Flugzeuge) und eine Transport-Staffel (6 Flugzeuge).

Die hauptsächlichen Jagdflugzeug-Typen waren der italienische Fiat CR-42 Doppeldecker (mindestens 40 Stück) und die Reggiane Re 2000 (als Héjja in Ungarn in Lizenz gebaut). Die Bomber waren deutsche Junkers Ju 86 und italienische Caproni Ca135bis, während die Fernaufklärung durch Heinkel He 170 und die Nahaufklärung von He 46 und ungarischen WM21 übernommen wurde.

Die ungarische Luft-Brigade, welche im Juli 1941 an die Ostfront geschickt wurde, traf auf wenig Widerstand, aber der Verschleiß war groß, da der größte Teil ihrer Ausrüstung veraltet war. Die Luft-Brigade wurde im Dezember 1941 zurückgezogen und Pläne einer Lizenzproduktion deutscher Messerschmitt Bf 109 Gustav und Me 210 Militärflugzeuge gemacht.
Allerdings begannen Lieferungen daraus nicht vor 1943 einzutreffen (etwa 1.200 Militärflugzeuge wurden von 1943 bis 1944 in Ungarn gebaut) und so wurden beginnend mit Ende des Jahres 1942 etwa 200 Militärflugzeuge aus Deutschland geliefert.

Eine neue Luft-Brigade ging nach Russland im Juni 1942, war aber immer noch schlecht ausgerüstet. Sie umfasste eine unabhängige Jagdflieger-Gruppe mit Reggiane Re 2000, die 4/II Bomber-Gruppe mit Caproni C135bis, eine Fernaufklärungsgruppe mit deutschen Heinkel He 111 und die 3/2 Nahaufklärungs-Gruppe mit Heinkel He 46 – insgesamt rund 100 Flugzeuge.

Erst als der sowjetische Durchbruch am Don Anfang 1943 die Schwäche der ungarischen Luftwaffe aufdeckte, kam es zu einer massiven Versorgung mit modernen Flugzeugen. Im Laufe der Jahre 1943 bis 1944 wurden etwa 300 Bf 109 G von den ungarischen Einheiten übernommen. Die Staffeln mit Ju 87 wurden auf die Focke-Wulf Fw 190F umgerüstet und die Aufklärer erhielten die Fw 189.

ungarische Messerschmitt Bf 109 G-6.
Eine ungarische Messerschmitt Bf 109 G-6. Diese Flugzeuge wurden auch in Ungarn gebaut.

Wie alle deutschen Verbündeten in Osteuropa war auch Ungarn auf moderne deutsche Flugzeuge angewiesen, die das Rückgrat seiner Luftstreitkräfte bildeten. Obwohl Deutschland große Anstrengungen unternahm, seine Verbündeten mit Flugzeugen und Ausbildern zu versorgen, um ihr militärisches Überleben zu sichern, gab es nie genug Flugzeuge für alle. Der Mangel an Flugzeugen wurde in den letzten beiden Kriegsjahren besonders akut, als Deutschland selbst durch die alliierte Bomberoffensive zunehmend unter Druck geriet.

Im Frühjahr 1944 wurde Ungarn von den in Italien stationierten strategischen Bombern der USAAF angegriffen und es kam zu einem raschen Ausbau der Luftverteidigungseinheiten. Im Mai 1944 standen nur drei Jagdgeschwader für die Landesverteidigung zur Verfügung, doch wurde diese Truppe innerhalb von zwei Monaten verdoppelt.
Der rumänische Übertritt zu den Sowjets im August 1944 zwang das deutsche I. Fliegerkorps, sich nach Ungarn zurückzuziehen, und alle Kampfverbände der ungarischen Luftwaffe – mit Ausnahme der Abfangjäger-Staffeln – wurden in diesen Verband übernommen.

Ungarische Flak-Artillerie
Ungarische Flak-Artillerie zur Abwehr alliierter Luftangriffe.

Im Herbst 1944 drangen die sowjetischen Streitkräfte nach Ungarn ein und Anfang des folgenden Jahres unterzeichnete eine ungarische Marionettenregierung einen Waffenstillstand mit der Sowjetunion.
Die ungarische Luftwaffe kämpfte jedoch an der Seite der deutschen Luftwaffe weiter und zog sich nach dem Verlust von fast ganz Ungarns im März 1945 nach Österreich zurück.
Im Mai verfügten nur noch zwei ungarische Verbände über flugfähige Flugzeuge, die vor der Kapitulation gegenüber den Amerikanern zerstört wurden.


Ungarische Marine

ungarischen Donau-Flottille
Schiffe der ungarischen Donau-Flottille.
Obwohl Ungarn die meiste Zeit des Krieges von dem deutsch-freundlichen Regenten Admiral Miklos Horthy (der diesen Rang noch aus dem Ersten Weltkrieg von der KuK-Marine führte) regiert wurde, hatte das Land keine Meeresküste und somit auch keine eigentliche Marine.
Das Innenministerium unterhielt jedoch die zehn alten Flussboote der Donauflottille der ‚Königlich Ungarischen Honved-Fluss-Streitmacht‘ in Budapest für die Polizeiarbeit. Die Flottille wurde bei Kriegsausbruch vom Verteidigungsministerium übernommen.

Mit Beginn der alliierten Luftoffensive wurde die Flottille mit der Minenräumung der Donau beauftragt. Andere Einheiten waren in Ujvidek (heute Novi Sad) im Norden Jugoslawiens stationiert, von wo aus sie wichtige Besatzungsaufgaben erfüllten.
Während der Schlacht um Budapest wurden die Donaubrücken von Flussschiffen mit Flugabwehrkanonen und Artilleriegeschützen verteidigt.


Quellenangaben und Literatur

Germany’s Eastern Front Allies 1941-45 (Peter Abbott, Nigel Thomas)
The Armed Forces of World War II (Andrew Mollo)
World War II – A Statistical Survey (John Ellis)


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2 Kommentare zu „Ungarische Streitkräfte“

  1. József Pásztor

    Die Panzer-Divison hatte keine Pz. III, verfügte aber ursprünglich über 22 Pz IVF1. Pz I und II wurden nie übergeben.

    1. Danke für die logische Erklärung – die PzKpfw I müssen wohl ein Druckfehler im Original gewesen sein, denn sie waren zu diesem Zeitpunkt für die Ostfront schon lange veraltet.

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