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7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division Prinz Eugen


Aufstellung, Kommandeure und Einsätze der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division Prinz Eugen.

Hotchkiss H-35 Panzer bei der SS-Division Prinz Eugen
Erbeutete französische Hotchkiss H-35 Panzer im Einsatz mit der SS-Division Prinz Eugen auf dem Balkan.


Die Geschichte der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division Prinz Eugen, welche tatsächlich zum größten Teil nicht aus Freiwilligen, sondern aus dienstverpflichteten Volksdeutschen vom Balkan bestand und damit die erste Division der Waffen-SS aus Wehrpflichtigen war. Gleichzeitig war die Division für ihre zahlreichen Kriegsverbrechen verrufen.

7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division Prinz Eugen

Bezeichnung

SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division (März 1942)
SS-Freiwilligen-Division Prinz Eugen (April 1942)
SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division Prinz Eugen (Oktober 1942)
7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division Prinz Eugen

Kommandeure

  • SS-Gruppenführer Artur Phleps (Januar 1942 bis Mai 1943)
  • SS-Brigadeführer Karl Reichsritter von Oberkamp (Juni 1943 bis Januar 1944)
  • SS-Brigadeführer Otto Kumm (Januar 1944 bis Januar 1945)
  • SS-Brigadeführer August Schmidhuber (Januar bis Mai 1945)

 

Aufstellung

Die Aufstellung der Division Prinz Eugen war die Realisierung der lang gehegten Hoffnungen von SS-Obergruppenführer Gottlob Berger als Leiter des SS-Rekrutierungsamt, eine vollständige SS-Division nur aus Volksdeutschen, also Angehörigen von deutschen Minderheiten außerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches, zu bilden.
In den zurückliegenden Jahrhunderten hatten sich viele deutschsprachige Aussiedler entlang der Grenzen des alten Österreich-Ungarn und noch viel weiter entfernt niedergelassen und ihre Nachkommen wurden von der SS als reichhaltiges Rekrutierungsreservoir angesehen. Die zu Kriegsbeginn gültigen Beschränkungen für die Waffen-SS besagten nämlich, dass diese nur keine ‘Reichsdeutschen’ – also Bürger innerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches – rekrutieren durfte, da diese vorrangig der Wehrmacht zur Verfügung standen.

So wurde die neue Division hauptsächlich aus Angehörigen der ethnisch deutschen Volksgruppe in Jugoslawien, vor allem aus dem serbischen Banat, gebildet. Dieses Grenzgebiet wurde von deutschen Siedlern bereits seit dem Mittelalter kolonisiert und später wurde das Netz weiter gespannt, sodass auch Rumänen und Ungarn mit deutschen Vorfahren einbezogen werden konnten.

Die Division wurde offiziell im März 1942 formiert. Es wurde der Versuch unternommen, die gesamte Division nur aus Freiwilligen zu bilden, was ja auch aus ihrem Namen ‘Freiwilligen-Gebirgs-Division’ hervorgehen sollte. Jedoch war der Zulauf enttäuschend und daher wurde recht schnell und zum ersten Mal bei der Waffen-SS, die Wehrpflicht eingeführt.
So waren alle Volksdeutschen der Region im Alter von 17 bis 54 Jahren zu einer Dienstbestellung bei der neuen Division verpflichtet und die Ausgangsstärke von rund 15.000 Mann konnte erreicht werden. Allerdings gab es immer noch einen Mangel an ausgebildeten und erfahrenen Offizieren und Unteroffizieren.

Der Kader des leitenden Führungspersonals bestand fast ausschließlich aus Deutschen und Österreichern und der Mangel an Unterführern wurde dadurch behoben, dass immer noch in Kriegsgefangenschaft befindliche Angehörige der ehemaligen jugoslawischen Streitkräfte mit deutschem Hintergrund an die Division überstellt wurden. Schließlich konnte die Division ihre Sollstärke von 21.000 Mann erreichen.

Drei Divisionskommandeure Prinz Eugen
Drei der Divisionskommandeure auf einem Foto: Obergruppenführer Artur Phleps als Kommandierender General des 5.SS-Gebirgskorps (Mitte), Brigadeführer Reichsritter von Oberkamp (links daneben) und Standartenführer Otto Kumm (ganz links mit Schirmmütze).
Der erste Divisionskommandeur wurde Artur Phleps, welcher ein ethnischer Deutscher aus Transsylvanien im Grenzgebiet zu Rumänien war. Dieser hatte bereits im Ersten Weltkrieg in der Österreich-ungarischen Armee gedient, später rumänische Gebirgstruppen befehligt und zuletzt Erfahrungen als Regimentskommandeur in der 5. SS-Division Wiking gesammelt.

Als Aufgabe der Division war es vorgesehen, die Aktivitäten von Partisanen im besetzten Jugoslawien niederzuschlagen, wo die Kommunisten unter Tito und die royalistischen ‘Chetniks’ unter Mihailovic in den waldigen Gebirgsregionen gegen die italienischen und deutschen Besatzungstruppen kämpften.
Für solche, eher als ‘Polizei-Aufgaben’ anmutende Einsätze, schien es nicht nötig, den Verband in einer Form auszurüsten, wie dies zum Beispiel für eine Division an der Ostfront für notwendig erachtet wurde.

Aus diesem Grunde bestand ein guter Teil der Ausrüstung der Division Prinz Eugen aus veraltetem oder erbeuteten französischen oder tschechischen Material.
Dazu gehörte eine Einheit mit Panzerfahrzeugen, was recht ungewöhnlich für eine Gebirgstruppe war. Obwohl dieses Panzer-Bataillon aus nur einer Kompanie mit hauptsächlich leichten französischen Renault- und Hotchkiss-Kampfpanzern bestand, war diese mobile Feuerkraft gegen nur leicht bewaffnete Partisanen ein eindeutiger Pluspunkt.

Gliederung 1944

SS-Freiwilligen-Gebirgsjäger-Regiment 13 ‘Artur Phleps’
SS-Freiwilligen-Gebirgsjäger-Regiment 14
SS-Panzer-Abteilung 7
SS-Panzerjäger-Abteilung 7
SS-Sturmgeschütz-Abteilung 7
SS-Freiwilligen-Gebirgs-Artillerie-Regiment
SS-Flak-Abteilung 7
SS-Gebirgs-Aufklärungs-Abteilung 7
SS-Pionier-Bataillon 7
1. und 2. SS-Kavallerie-Schwadron

Partisanenkrieg in Jugoslawien 1942 bis 1944

Nach etwas mehr als sechs Monaten Ausbildung und Training wurde die Division ‘Prinz Eugen’ als Einsatzfähig erklärt und ihre erste Operation richtete sich gegen Chetniks an der Grenze zwischen Serbien und Montenegro im Oktober 1942.
Diese ersten Einsätze wurden als erfolgreich beurteilt und innerhalb von zwei Monaten befand sich die Kampfkraft Prinz Eugen in einem ausreichenden Zustand, um die Division in die 12. Armee zu übernehmen.

Unternehmen ‘Weiß’

Das Divisions-Hauptquartier befand sich in der Gegend von Zagreb und Karlovac und der erste größere Einsatz erfolgte im Rahmen der deutschen Streitkräfte, welche am Unternehmen ‘Weiß’ teilnahmen. Dieses Unternehmen war eine ambitionierte deutsch-italienische Offensive, dessen Ziel es war, Titos Streitkräfte in Bosnien einzuschließen und zu vernichten.
Das Unternehmen war jedoch nicht erfolgreich und die Masse der Partisanen entkam der Vernichtung, als sie in südöstliche Richtung zwischen den Abschnitten von Prinz Eugen und der 6. italienischen Armee durchschlüpfen konnten.
Trotzdem gelang es der Division, Bihac Mitte Januar 1943 von den Partisanen zu erobern, wobei sie mit anderen deutschen, italienischen und kroatischen Verbänden zusammenarbeitete.

Ende Februar bis Anfang März 1943 nahm Prinz Eugen an weiteren Kampfhandlungen um Lapac und Dwar teil. Anschließend stellte die Division Truppen ab, um die wichtigen Bauxit-Minen bei Mostar zu schützen.

Im April 1943 erhielt die Division Ersatz durch Personal von aufgelösten ‘Einsatzstaffeln’, welche aus ethnisch-deutschen ‘Selbstverteidigungs-Bataillonen’ aus Kroatien bestanden und von der SS kontrolliert wurden. Davon trug eines sogar ebenfalls den Namen ‘Prinz Eugen’.

Unternehmen ‘Schwarz’

Chetnik-Guerillas und Deutsche
Hier arbeiten Chetnik-Guerillas zeitweise mit deutschen Truppen gegen Titos Partisanen zusammen. Auf dem Foto sind zwei Mann eines Hotchkiss-Beutepanzers zu sehen, welche von der SS-Division Prinz Eugen auf dem Balkan benutzt wurden.
Im Mai 1943 wurde die Division Prinz Eugen der Heeresgruppe E für Einsätze im Westen Montenegros unterstellt. Dabei nahm sie an einer weiteren großen Säuberungsaktion gegen die Partisanen, zusammen mit anderen deutschen, italienischen und bulgarischen Truppen teil. Während dieses Unternehmens ‘Schwarz’ erlitt die Division entlang der Küste Dalmatiens in der Nähe von Dubrovnik in heftigen Kämpfen gegen Titos Partisanen über 500 Verluste an Gefallenen und Verwundeten.

Noch während dieser Einsätze wurde Divisionskommandeur Artur Phleps befördert und übernahm anschließend am 21. April das Kommando über das V. SS-Gebirgskorps. Das Kommando über Prinz Eugen erhielt daraufhin im Juni 1943 SS-Brigadeführer Reichsritter von Oberkamp.

Nach dem Abschluss von Unternehmen ‘Schwarz’ erhielt die Division eine kurze Pause zur Rast, wobei sie die Besatzungsaufgaben um Mostar von italienischen Verbänden übernahm.

Italienische Kapitulation

12,5-cm-Gebirgshaubitze von Prinz Eugen
Eine 12,5-cm-Gebirgshaubitze von Prinz Eugen im Einsatz gegen Partisanen.
Als die Italiener im September 1943 gegenüber den Alliierten kapitulierten, ließen einige Einheiten der italienischen 2. Armee in Jugoslawien einfach ihre Ausrüstung an Ort und Stelle zurück und schifften sich nach Italien ein, während andere italienische Soldaten sogar direkt zu den Partisanen überliefen.
Die Partisanen reagierten schnell und sicherten sich große Bestände der zurückgelassenen italienischen Ausrüstung, was ihre Kampfkraft deutlich verstärkte.

Prinz Eugen wurde nun im Rahmen des XXV. Gebirgskorps der 2. Panzerarmee eingesetzt und war an der Entwaffnung der verbliebenen italienischen Truppen an der dalmatischen Küste verwickelt und kämpfte gleichzeitig gegen Partisanen, welche versuchten den italienischen Zusammenbruch auszunutzen.
Nicht alle italienischen Verbände kapitulierten freiwillig und die Division nahm 30.000 Italiener bei Dubrovnik am 10. September 1943 gefangen. Erst nach zwei Wochen heftiger Kämpfe konnte Prinz Eugen am 27. September Split nehmen.


Anschließend nahm die Division bei Säuberungsaktionen gegen Partisanen auf der Peljesac-Halbinsel und den herumliegenden Inseln teil, welche für einige Wochen besetzt gehalten wurden, bevor sie im Dezember für Einsätze gegen Partisanen nordöstlich von Sarajewo und Gorazde in Ostbosnien zurückkehrte.

Unternehmen ‘Waldrausch’

Truppen der SS-Division Prinz Eugen
Truppen der SS-Division Prinz Eugen marschieren hinter einem erbeuteten französischen Hotchkiss H38 Panzer während der sechsten Offensive gegen Tito vorwärts.
Anfang Januar 1944 nahm Prinz Eugen zusammen mit der 1. Gebirgs-Division des Heeres am Unternehmen ‘Waldrausch’ teil. Dabei erlitt sie erhebliche Verluste und zeigte die Symptome einer nachlassenden Moral bei der Truppe. Es gab zu dieser Zeit fast 1.500 Fälle von Fußbrand unter den Angehörigen der Division.

Von Mitte Januar 1944 an befand sich die Division um Split in der Reserve, um aufgefrischt und neu ausgerüstet zu werden, sowie weiteres Training zu erhalten, bevor sie im März 1944 wieder in den Einsatz geschickt wurde.
Kurz nach ihrer Rückkehr zum aktiven Einsatz im Rahmen des V. SS-Gebirgskorps wurde gemeldet, dass die Division in Gräueltaten in Dalmatien verwickelt war, bei denen über 800 Zivilisten während einer Säuberungsaktion gegen Partisanen ums Leben kamen.

Unternehmen ‘Rösselsprung’

SS-Fallschirmbataillon 399 jagt Tito
Mitglieder des SS-Fallschirmbataillons 399 bei Drvar, während der Operation ‘Rösselsprung’, der Jagd auf Tito.
Zusammen mit Einheiten des Heeres und SS-Fallschirmjägern nahm die Division im Mai 1944 am Unternehmen ‘Rösselsprung’ teil. Diese Operation hatte zum Ziel, Tito in seinem Hauptquartier bei Drvar zu fangen.

Die Aufgabe von Prinz Eugen war dabei das Gebiet abzuriegeln, feindliche Versorgungslager zu besetzen und Eisenbahnstationen, Brücken und Straßenkreuzungen zu sichern, um das Entkommen der Partisanen zu verhindern.
Jedoch wurden die Partisanen von dem Unternehmen vorgewarnt und hatten starke Verteidigungsstellungen vorbereitet. Dadurch rannten die Soldaten von Prinz Eugen praktisch sofort in schweres Abwehrfeuer und Titos Einheiten konnten sogar erfolgreiche, lokale Gegenangriffe gegen die SS-Männer durchführen.
Die Partisanen genossen außerdem den Vorteil, alliierte Luftunterstützung aus Italien anfordern zu können, sodass die deutschen Einheiten zum Ziel ständiger Luftangriffe wurden.

Trotzdem gelang es der Division Ribnik am 27. Mai 1944 zu nehmen. Obwohl die Partisanen nun auf den Generalstabskarten eingeschlossenen war, verhinderte das waldige Gebirgsgelände, dass die deutschen Truppen einen lückenlosen Ring um sie bilden konnten.
Die kampfstarken und selbstsicheren Partisanen waren in der Lage, überall aus dem Nichts zu erscheinen, um Gegenangriffe auf deutsche Stellungen durchzuführen. Sogar das Divisions-Hauptquartier von Prinz Eugen kam einmal für eine Weile unter einen schweren Angriff.
Verschiedene Ziele der Operation konnten zwar erreicht werden, wozu erhebliche Verluste beim Gegner, die Eroberung von Vorratslagern und die zumindest vorübergehende Vertreibung der Partisanen aus der Gegend gehörten – aber Tito persönlich konnte kurz vor Beginn des Einsatzes entkommen und alles, was die Deutschen vorfanden, war eine seiner abgelegten Uniformen.

Prinz Eugen zeigte in diesem Zeitraum eine effiziente Leistung und verfolgte unerbittlich Titos Eliteverband, die 1. Proletarier-Division, durch Kroatien und nach Serbien hinein, trotz erheblicher Verluste. Dies nahm dem Gegner aber nun die Fähigkeit, weitere Offensivaktionen zu unternehmen.

Diese Serie von Einsätzen endeten nicht in einer letzten Schlacht, sondern die Zusammenstöße mit den Partisanen ließen allmählich bis zur ersten Augustwoche nach und erloschen dann ganz.

button go Hier zu Teil II: Prinz Eugen an der Ostfront.

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