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Rumänische Streitkräfte


Stärke und Organisation der Armee, Luftwaffe und Marine von Rumänien im Zweiten Weltkrieg.
Kriegsgliederung, Divisionen, Bewaffnung und Ausrüstung der rumänischen Armee, Flugzeuge der rumänischen Luftwaffe und Kriegsschiffe der rumänischen Marine.

Parade rumänischer Infanterie
Parade rumänischer Infanterie im Jahr 1941.

Im Jahr 1939 sah sich Rumänien mit territorialen Forderungen von Ungarn, Bulgarien und der Sowjetunion konfrontiert. Großbritannien und Frankreich griffen ein, um im Mai 1939 die territoriale Integrität des Landes zu garantieren. Nachdem die Sowjetunion im Juni 1940 jedoch Bessarabien und die nördliche Bukowina annektiert hatte, wandte sich Rumänien von den Alliierten ab.
Deutsche Truppen wurden mit rumänischer Genehmigung im Land stationiert, um die deutsche Ölversorgung zu sichern und die Sowjetunion von weiteren Aktionen abzuhalten. Unter dem Druck der Achsenmächte war Rumänien gezwungen, die Forderungen Ungarns und Bulgariens zu erfüllen und im November 1940 wurde das Land endgültig ein deutscher Satellitenstaat, als sein Diktator Antonescu den Beitritt zum Achsenbündnisses unterzeichnete

Rumänische Armee

Im September 1940 wurde Deutschland gebeten, die rumänische Armee neu zu organisieren, und schon bald begannen Militärmissionen mit etwa 18.000 deutschen ‚Ausbildern‘ damit, die große und im Grunde veraltete Armee zu verkleinern und in ein Heer von einer Million Mann mit moderner Bewaffnung und Ausrüstung umzuwandeln. Viele der Divisionen verfügten über einen doppelten Kader, der im Falle einer Mobilisierung den Rahmen für eine zweite (Reserve-) Division bilden konnte.

Im Jahr 1940 war die rumänische Armee in drei Armeen gegliedert, die aus 11 Korps bestanden. Diese umfassten: 21 Infanteriedivisionen, 6 Reserve-Infanteriedivisionen, 1 Garde-Division, 1 Grenzdivision, 2 Panzerdivisionen, 1 Garde-Infanterie-Brigade, 3 Infanteriebrigaden, 4 Gebirgsinfanterie-Brigaden, 1 Panzerbrigade und 9 Kavallerie-Brigaden.
Zu den Unterstützungseinheiten der Armeen und des Korps gehörten sieben schwere Artillerieregimenter. Außerdem gab es ein Korps von Grenztruppen.

Eine Infanteriedivision setzte sich zusammen aus drei Infanterieregimenter, ein Feldartillerieregiment und ein Aufklärungsbataillon.
Die Panzerdivisionen bestanden aus zwei motorisierten Schützenregimentern, einem Panzerregiment und einem motorisierten Artillerieregiment.
Die Kavallerie war eine große, prestigeträchtige Waffengattung in Rumänien. Diese Brigaden, von denen sechs im März 1942 zu Divisionen umbenannt wurden, bestanden aus drei berittenen Regimentern, einem berittenen Artillerieregiment sowie Pionier-, Nachrichten- und Flugabwehrkompanien. Drei der Brigaden wurden teilweise motorisiert, indem eines der berittenen Regimenter mit Skoda-Halbketten-Transportern ausgerüstet wurde.

Rumänische Soldaten Parade
Rumänische Soldaten paradieren auf dem Kasernenhof.
Da das Modernisierungsprogramm zum Zeitpunkt des Beginns des Russlandfeldzuges noch nicht abgeschlossen war, wurde den rumänischen Streitkräften keine eigenständigen Aufgaben übertragen.
Drei voll motorisierte Divisionen, Teil der 3. und 4. rumänischen Armeen, die mit der deutschen 11. Armee zur Heeresgruppe Antonescu zusammengeschlossen wurden, hatten das erste Ziel mit der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Der Großteil des rumänischen Heeres, etwa 15 Divisionen, wurde jedoch mit Besatzungsaufgaben in den eroberten Gebieten betraut.

Bis zum Herbst 1941 hatten die Rumänen, zumeist zu Fuß oder auf dem Rücken von Pferden, die Ukraine und Bessarabien durchquert und das Schwarze Meer erreicht. Sie hatten Odessa nach zweimonatiger Belagerung eingenommen und betraten die Halbinsel Krim. Die Verluste waren jedoch groß und es wurden mehr als 130.000 Soldaten (darunter 5.400 Offiziere) getötet oder verwundet. Die Überlebenden waren in einem bedauerlichen Zustand, oft barfuß gehend und eines ihrer wichtigsten Transportmittel scheinen bespannte Bauernwagen gewesen zu sein.

Die Deutschen bemängelten das starre, hieratische System der königlichen Armee ihres Verbündeten, in welcher Offiziere immer noch ihre Bediensteten hatten und besondere Verpflegungsrationen erhielten. Und wenn die im direkten Kampf durchaus tapferen Offiziere getötet worden waren, fehlte dem Ersatz aus der Reserve die notwendige Qualifizierung für eine gute Führung. Während des bitteren Winters von 1941/42 fielen die Temperaturen östlich von Feodossja oft auf Minus 30 Grad und die rumänischen Truppen, welche noch schlechter mit Winterkleidung als die Deutschen ausgestattet waren, hatten Mühe ihre Frontlinie zu halten. Verstärkungen wurden von den rückwärtigen Besatzungstruppen an die Front geschickt, trotz der Tatsache, dass sie dafür in keinster Weise angemessen bewaffnet waren.

Rumänische Infanterie während der Schlacht um Sewastopol
Rumänische Infanterie während der Schlacht um Sewastopol im Juni 1942.
Am 2. Juli 1942 eroberten rumänische Einheiten als Teil der deutschen 11. Armee Sewastopol und rückten anschließend in den Don-Bogen vor. Im Spätsommer 1942 bestand das rumänische Heer an der Ostfront aus der 3. und 4. rumänischen Armee mit 13 Infanterie-Divisionen, 1 Panzer- und 2 Kavallerie-Divisionen. Weitere zwei Divisionen befanden sich als Küstenschutz auf der Halbinsel Krim und sechs Divisionen standen im Kaukasus. Des Weiteren befanden sich 26 rumänische Divisionen als Besatzungs- und Sicherungstruppen hinter der Front, welche jedoch unter der Sollstärke und schlecht ausgerüstet waren.

Im November 1942 war das rumänische Heer von Marschall Antonescu mit 267.727 Mann immer noch das größte Kontingent der verbündeten Achsentruppen an der Ostfront, trotz 20.000 Verlusten alleine auf der Krim. Allerdings waren die Rumänen immer noch katastrophal schlecht ausgerüstet, vor allem mit Panzerabwehrwaffen, und alle Divisionen waren unter der Sollstärke.

Eine typische rumänische Division bestand 1942 aus 3 Infanterieregimentern, aber nur mit 2 statt 3 Bataillonen und ohne LKWs. Dazu kamen ein Aufklärungsbataillon mit Fahrrädern, Pferden und ein paar VW-Kübelwagen, zwei Artillerieregimentern mit insgesamt 6 bespannten Batterien, 1 Pionier-Bataillon mit bespannten Wagen, 1 Kavallerie-Abteilung zur Aufklärung, ein Panzerabwehr-Zug mit 6 mittleren Panzerabwehrgeschützen, ein Nachrichten-Zug mit veralteter Ausrüstung und mit durch Pferden bespannte Wagen ausgerüstete Nachschubdienste.

Den deutschen Stellen war der Mangel der Rumänen an Panzerabwehrgeschützen bekannt, und so begannen sie ab Oktober 1942 jede dieser Divisionen mit einer Abteilung von sechs der neuen 7,5-cm Pak 40, gezogen durch Pferde, auszurüsten.

Rumänische Kriegsgliederung an der Ostfront im November 1942:

HeeresgruppeArmeeKorpsDivisionen
Heeresgruppe Don (Marschall Antonescu) - vorgesehen, jedoch niemals wegen der russischen Gegenoffensive bei Stalingrad umgesetzt. 3. Armee (Dumitrescu) an der Don-Front nördlich von Stalingrad (Reserven: 7. Kavallerie-Division, 15. Kavallerie-Division)IV. Korps1. Kavallerie-Division
13. Infanterie-Division
V. Korps6. Infanterie-Division
5. Infanterie-Division
II. Korps14. Infanterie-Division
9. Infanterie-Division
I. Korps11. Infanterie-Division
7. Infanterie-Division
4. Armee (Constantinescu) in der Kalmücken-Steppe südlich von Stalingrad (Reserven: 1. Panzer-Division Groß-Riumänien, dt. 16. motorisierte Infanterie-Division, dt 29. motorisierte Infanterie-Division)VII. Korps8. Kavallerie-Division
5. Kavallerie-Division
VI. Korps4. Infanterie-Division
1. Infanterie-Division
2. Infanterie-Division
18. Infanterie-Division
dt. IV. Korps20. Infanterie-Division
dt. 297. Infanterie-Division
dt. 371. Infanterie-Division
dt. 6. Armee (Paulus) in Stalingrad(siehe Kriegsgliederung der Wehrmacht)
auf der KrimGebirgs-Korps10. Infanterie-Division
4. Gebirgs-Division
1. Gebirgs-Division
bei der deutschen 17. Armee der Heeresgruppe A im westlichen KaukasusKavallerie-Korps6. Kavallerie-Division
9. Kavallerie-Division
19. Infanterie-Division
3. Gebirgs-Division (dem deutschen V. Korps unterstellt)
bei der deutschen 1. Panzer-Armee der Heeresgruppe A im Zentral-Kaukasus2. Gebirgs-Division

Als die Rote Armee am 19. November 1942 ihre Offensive gegen die Rumänen begann, war sie ihnen zahlenmäßig neun zu eins überlegen. Die Rumänen leisteten erbitterten Widerstand, wurden aber in völliger Auflösung zurückgeworfen.
Als sich die Front sechs Wochen später stabilisierte, waren 18 rumänische Divisionen aufgerieben worden, und 173.000 Rumänen wurden als getötet, verwundet oder vermisst gemeldet.

Die Evakuierung der Krim im Mai 1944 kostete die rumänische Armee weitere 25.800 Mann.
Im Juli 1944 wurden die verbliebenen rumänischen Verbände zusammen mit den deutschen Truppen zur Heeresgruppe Südukraine mit 24 deutschen und 27 rumänischen Divisionen (in der Stärke aber nur dem Namen nach) mit insgesamt etwa 900.000 Mann zusammengefasst. Die Heeresgruppe wurde in die Gruppe Dumitrescu (3. rumänische und 6. deutsche Armee) im Süden und die Gruppe Wöhler (8. deutsche und 4. rumänische Armee) für die Verteidigung Rumäniens gegliedert.

Angehöriger von 'GD' mit einem rumänischen Verbündeten
Ein Angehöriger der Panzergrenadier-Division Großdeutschland mit einem rumänischen Verbündeten im Schützengraben.

Am 20. August 1944 griff die Rote Armee die deutsche 6. Armee und die Situation verschlechterte sich so schnell, dass Rumänien keine andere Wahl hatte, als das Bündnis mit Adolf Hitler zu beenden und sich dem Willen der Sowjets zu unterwerfen.

König Michael stürzte das Antonescu-Regime und erklärte Deutschland am 25. August den Krieg. Am 31. August besetzten die Russen Bukarest. Zunächst wurden die rumänischen Soldaten zusammengetrieben und als Kriegsgefangene behandelt, doch nach und nach schlossen sich zwei rumänische Armeen mit über 28 Divisionen und 540.000 Mann der Sowjetarmee bei den Operationen im Donauraum an.
Unter sowjetischem Kommando nahmen sie an den Kämpfen in Ungarn, der Slowakei, Österreich und Mähren teil. Diese letzte Phase der Kämpfe kostete die Rumänen weitere 170.000 Mann an Gefallenen, Verwundeten und Vermissten.


Grundsätzliche Verbände der rumänischen Armee 1942:

 Infanterie-DivisionGebirgs-DivisionKavallerie-DivisionPanzer-Division
Anzahl der Verbände21 + 6 Reserve + 1 Garde4 + 1 Elite-Grenzschutz6 - 91
Infanterie-Regimenter 3 (nur je 2 statt normalerweise 3 Bataillone) + 1 Kavallerie-Abteilung (ausgerüstet mit tschechischen 7,92-mm-Karabinern = Kar98k oder alten 6,5mm Mannlicher und ZB30 [=Bren] Maschinengewehren)2 3 Kavallerie-Regimenter (3 Divisionen hatten jeweils ein mit Skoda-Halbketten-fahrzeugen ausgestattetes Infanterie-Regiment anstatt Pferde) 1 - 2 motorisierte Infanterie-Regimenter
Gesamtstärkeca. 12.00012.0006.000?
Panzerabwehr-Kanonen 30-36 (18 x 37mm Pak36, 12 x 47mm + von Oktober 6 x deutsche 7,5-cm PAK40) 12 (37mm Pak36) 9 (37mm Pak36)ca. 6-12
Artillerie 24 - 52 (75mm M1897 Feldgeschütze und 100mm-Haubitzen) 24 (75mm Skoda Feldgeschütze und 100mm Skoda-Haubitzen) 12 (75mm M1897 Feldgeschütze) ca. 24 (mit Zugmaschinen)
Fahrzeuge keine LKW, nur einige VW-Kübelwagen zur Aufklärung- 3 Divisionen waren mit Skoda-Halbketten-fahrzeuge für je 1 Regiment ausgestattet Kapazität von weniger als 60 Tonnen
Panzer--- ? (Skoda LT35 = PzKpfw 35(t), Renault R-35, leichte CKD-Panzer - ab Ende 1942 PzKpfw 38(t) und PzKpfw IV)

Die Kavallerie-Divisionen bewährten sich gut in Russland. Ihre Beweglichkeit hat dazu beigetragen, die zahlenmäßige Schwäche und geringe Artillerie-Ausstattung auszugleichen. Berichte zeugen oft von ihrer überragenden Disziplin und Zusammenhalt im Vergleich zu den gewöhnlichen Infanterie-Divisionen.


Uniformen der rumänischen Armee

Rumänische Uniformen (v.l.n.r): Infanterist 1942; Infanterist 1944; Leutnant 1942, Generalmajor 1944.

Die rumänische Armee übernahm bereits im Ersten Weltkrieg khakifarbene Uniformen, aber erst 1931 wurde für die Offiziere eine Dienstkleidung im englischen Stil eingeführt (im Bild oben die dritte Figur von links).
Die anderen Dienstgrade trugen die auf dem obigen Bild ebenfalls dargestellte khakifarbene Felduniform.

Änderungen während des Krieges waren die Einführung einer Tunika mit geschlossenem Steh- und Fallkragen für Offiziere (rechts), und die Seitenmütze wurde nun mit einem Schirm gefertigt.
Gebirgsjäger trugen ein grünes Barett, Panzerbesatzungen ein schwarzes. Der Stahlhelm war der niederländische M1928, der in Lizenz sowohl mit als auch ohne das rumänische Wappen auf der Vorderseite hergestellt wurde.

Die Sommerfelduniform bestand aus verschiedenen Mustern leichter Tuniken, die von der Sonne fast weiß gebleicht wurden, und diese wurden mit khakifarbenen Stoffhosen mit Gamaschen oder langen Hosen mit Knöchelstiefeln und Lederfesseln getragen.
Während des Winters an der Ostfront litten die Rumänen unter dem Mangel an geeigneter Winterkleidung. Der Durchschnittssoldat hatte kaum mehr als eine Lammfellmütze, einen kurzen ungefütterten Mantel, eine ungefütterte Hose und kurze Schnürstiefel.

Rangabzeichen

Rangabzeichen wurden auf der Vorderseite oder an der Seite der Seiten- und Feldmütze sowie an den Schulterriemen geführt. Generäle hatten zwei Reihen Goldstickerei auf dem Mützenschirm und besondere Kragenspiegel in Rot mit Goldstickerei.
Auf dem Mützenband und den Kragenspiegeln sind die Farben der Waffengattung abgebildet.

Rumänische Rangabzeichen
Rumänische Rangabzeichen

Obere Reihe: Mützenspitzen.
Mittlere Reihe (Schulterblätter, v.l.n.r): Marschall; General; Generalleutnant; Generalmajor; Oberst; Oberstleutnant; Major; Hauptmann; Leutnant; Zweiter Leutnant.
Untere Reihe = (eins bis sieben sind Schulterblätter, die letzten drei Kragenspiegel, v.l.n.r): Chef-Stabsfeldwebel; Leitender Stabsfeldwebel; Stabsfeldwebel; Oberfeldwebel; Unterfeldwebel; Unteroffizier; Oberschütze; General (Kragenspiegel); Offizier der Jäger (Kragenspiegel); Sanitätsoffizier (Kragenspiegel).


Rumänische Luftwaffe

Rumänische Bf 109
Rumänische Messerschmitt Bf 109.

Als Rumänien zusammen mit Deutschland die Sowjetunion im Juni 1941 angegriffen hatte, bestand die rumänische Luftwaffe aus einer Vielzahl von Flugzeugtypen, was auch die Entwicklung der diplomatischen Beziehungen des Landes widerspiegelte:

  • 12 Jagdflieger-Staffeln (insgesamt 240 Jäger) mit polnischen PLZ P11 (148 Flugzeuge), P.24 (56 Flugzeuge), englische Hawker Hurricane (12 Flugzeuge) und deutsche Heinkel He 112B (24 Flugzeuge).
  • 20 Bomber-Staffeln (insgesamt 226 Bomber) mit französischen Bloch 210 (24 Flugzeuge), Potez 633 (20 Flugzeuge), polnischen P37 (39 Flugzeuge), englischen Bristol Blenheim (34 Flugzeuge), italienischen Savoia-Marchetti SM-79B (24 Flugzeuge), deutschen Heinkel He 111 (35 Flugzeuge) und Junkers Ju 87B (50 Flugzeuge).
  • 8 Aufklärungs-Staffeln (insgesamt 355 Aufklärer und leichte Bomber) mit polnischen P23 (30 Flugzeuge) und rumänischen IAR37, IAR38 und IAR39 (325 Flugzeuge).
  • 2 Marineflieger-Staffeln, wovon eine mit italienischen Cant Z-501 und eine mit deutschen Heinkel He114B Flugbooten ausgerüstet war.

Die Ausfälle waren groß, was mehr an den Schwierigkeiten lag, eine solche große Anzahl verschiedener Flugzeugtypen zu warten, als am russischen Widerstand. Am Ende des Jahres wurden die rumänischen Luftwaffen-Verbände zurückgezogen, um für die kommende Sommeroffensive neu reorganisiert zu werden. Ein bescheidener deutscher Beitrag bestand in der Lieferung von fast 70 Messerschmitt Bf 109E Jägern (siehe Foto), 12 Heinkel He 112 Jägern und 20 Junkers Ju 88A Bombern.

Zur Unterstützung des Vorstoßes auf Stalingrad bestand das 1. rumänische Fliegerkorps im Juli 1942 aus:

  • 4 Jagdstaffeln mit Messerschmitt Bf 109E,
  • 6 Bomberstaffeln mit Heinkel He 111H und Savoia-Marchetti SM-79B,
  • 2 Stuka-Staffeln mit Junkers Ju87B,
  • sowie Unterstützung durch leichte Bomber- und Aufklärungsverbände.

Die sowjetische Gegenoffensive im November 1942 traf die Rumänen hart und machte die Neuausrüstung des 1. Fliegerkorps zu einer dringlichen Angelegenheit. Die Jagdgeschwader erhielten die Bf 109 G, von denen schließlich 150 in Dienst gestellt wurden, während die Schlachtstaffeln Ju 87D und Henschel Hs 129 einsetzten.
Drei Bomber- und eine Aufklärungsstaffel rüsteten auf die Ju 88 um, während die rumänischen IAR 80 und 81 bei vier Staffeln als Jagdbomber und taktische Aufklärer verwendet wurden.

Im Sommer 1943 verfügte die rumänische Luftwaffe über 350 Kampfflugzeuge an der Ostfront, aber zu diesem Zeitpunkt war die Luftverteidigung des Heimatlandes, und hierbei insbesondere die der Ölfelder, zur vorrangigen Aufgabe der Waffengattung geworden.
Obwohl die amerikanischen B-24-Angreifer auf Ploesti im August 1943 schwere Verluste erlitten, wurden die Ölraffinerien trotzdem erheblich beschädigt. Infolgedessen wurden alle rumänischen Bf109-Geschwader in Russland bis auf eines zurückgezogen, um die heimischen Verteidigungskräfte zu verstärken.

In den ersten Monaten des Jahres 1944 verschlechtert sich die Lage an der Ostfront weiter, und im August standen die sowjetischen Armeen an der Grenze Rumäniens. Zu diesem Zeitpunkt war die rumänische Luftwaffe mit 500 Flugzeugen in 58 Staffeln und 37.000 Mann Personal immer noch beeindruckend stark.

Doch die Beziehungen zu Deutschland hatten einen Tiefpunkt erreicht. Antonescu wurde von König Michael gestürzt und am 24. August erklärte die neue Regierung Deutschland den Krieg.
Die rumänische Luftwaffe nahm im September den Kampf gegen ihre ehemaligen Verbündeten auf. Da ihre Flugzeuge größtenteils aus deutscher Produktion stammten und es an Ersatzteilen fehlte, schrumpfte die Frontstärke bis Oktober auf 174 Maschinen in 15 Staffeln zusammen.

Durch Reparaturen und Fertigung in rumänischen Fabriken konnte die Stärke im Januar auf 20 Staffeln erhöht werden. Am Ende des Krieges, nachdem 4.500 Einsätze gegen die deutsche Luftwaffe geflogen worden waren, hatte der Verschleiß die rumänische Fliegertruppe auf nur noch zehn Staffeln reduziert.


Rumänische Marine

Mitglieder der Besatzung eines rumänischen Zerstörers
Mitglieder der Besatzung eines rumänischen Zerstörers während eines Einsatzes im Schwarzen Meer.
Dem rumänischen Verteidigungsminister, General Pantazi, waren die Unterstaats-Sekretäre der Marine und der Luftwaffe unterstellt. Die königliche rumänische Marine wiederum war in zwei Abteilungen organisiert, welche aus der Donau-Flottille und der Schwarzmeer-Flotte bestanden. Mit Stützpunkten in Galatz und Konstanza war die königlich-rumänische Marine 4.980 Mann stark und bestand 1939 aus:

  • 7 Zerstörer und Torpedoboote (davon zwei moderne Einheiten),
  • 3 Motor-Torpedoboote (englischer Bauart),
  • 1 U-Boot,
  • 1 Minenräumer,
  • 4 Sicherungs- und Patrouillenboote,
  • 7 Flussfahrzeuge,
  • 35 Handelsschiffen.

Die meisten der rumänischen Kriegsschiffe wurden in Italien und England entworfen oder gebaut.

Nach dem Bündnis mit Deutschland wurde die Marine leicht vergrößert, wenn auch der Schwerpunkt eindeutig bei der Armee lag. Zwei weitere U-Boote wurden unter deutscher Leitung zusammengebaut und einige deutsche S-Boote erworben. Zusätzlich wurden noch einige Hilfsschiffe umgebaut.

Die Donau-Flottille sah als erste Kampfeinsätze, während die Kriegsschiffe der Schwarzmeer-Flotte alsbald die russische Nachschubs- und Evakuierung-Routen angriffen. Die Motor-Torpedoboote erwiesen sich dabei nicht als so erfolgreich wie gehofft. Die Zerstörer sicherten Minenleger, welche defensive Minenfelder auslegten, oder Minenräumer, welche die eigenen Versorgungsrouten an der Küste von russischen Minen befreiten. Auch eskortierten die Zerstörer Nachschubs- oder Evakuierung-Geleitzüge und außerdem Tanker mit rumänischem Öl, welche durch den Bosporus in die Ägäis liefen.

Nach der Ankunft deutscher Seestreitkräfte über die Donau wurden die rumänischen Schiffe dem deutschen kommandierenden Admiral für das Schwarze Meer, Vize-Admiral Brinkmann, unterstellt. Im August 1943 übernahm die rumänische Marine noch fünf italienische Kleinst-U-Boote, welche zuvor von den Italienern im Schwarzen Meer eingesetzt worden waren.

Bis zum Zeitpunkt des rumänischen Zusammenbruchs bei der sowjetischen Invasion des Landes im August 1944, waren fünf Vorkriegsschiffe verloren gegangen und alle noch vorhandenen Kriegsschiffe wurden von den Russen beschlagnahmt.


Quellenangaben und Literatur

Germany’s Eastern Front Allies 1941-45 (Peter Abbott, Nigel Thomas)
The Armed Forces of World War II (Andrew Mollo)
World War II – A Statistical Survey (John Ellis)
Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht, Band 1-8 (Percy E. Schramm)


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