Englische Revolver

Revolver Webley .455in, Fosbery, Webley .38in Mk 4, Enfield. No.2.
Englische Revolver im Ersten und Zweiten Weltkrieg: Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken und Bilder.

Webley .455in Mk VI
Webley .455in Mk VI, der britische Standard-Revolver im Ersten Weltkrieg.

Pistolen Webley .455in, 0.38in Mk 4, Fosbery, Enfield No.2
Typ: Revolver.

Englische Revolver

Im 20. Jahrhundert verwendete das britische Militär mehrere Revolvermodelle. Am bemerkenswertesten sind u.a.:

Webley-Revolver (1887-1963):
– Dazu gehören Modelle wie der Webley Mk I, Mk II, Mk III, Mk IV, Mk V und Mk VI
– Geschossen waren das .455 Webley, .38/200 (.38 S&W) oder .380 Mk IIz
– Standarddienstrevolver für die britische Armee von 1887 bis 1963

Enfield No. 2 Mk I (1932-1957):
– Ein leichterer Revolver im Kaliber .38
– Ersetzte die größeren Webley-Revolver vom Kaliber .455
– Blieb bis 1957 im Dienst

Automatik-Revolver von Webley-Fosbery (1901-1915):
– Ein rückstoßbetriebener Automatikrevolver
– Geschossen in .455 Webley oder .38 ACP
– Wurde von einigen Offizieren während des Ersten Weltkriegs verwendet.

Smith & Wesson Victory Modell (1940er Jahre):
– Kaliber .38 S&W
– Verwendet von britischem Flugpersonal während des Zweiten Weltkriegs

Ruger Speed-Six (1970er-1990er Jahre):
– Kaliber .38 Special
– Verwendet von der Royal Air Force und der Royal Navy in den 1970er und 1980er Jahren

Diese Revolver wurden in verschiedenen Konflikten eingesetzt, unter anderem im Zweiten Burenkrieg, im Ersten Weltkrieg, im Zweiten Weltkrieg, im Koreakrieg und während der Suez-Krise.

Browning Hi-Power:
Die Browning Hi-Power ist zwar kein Revolver, verdient aber dennoch eine Erwähnung, da sie während des Zweiten Weltkriegs vom britischen Militär übernommen wurde und viele Jahrzehnte lang im Einsatz blieb.
Es handelte sich um eine halbautomatische Pistole, die von John Browning entworfen wurde und im Kaliber 9 mm Parabellum ausgeführt war. Ihre hohe Magazinkapazität und zuverlässige Leistung machten sie bei Soldaten und Offizieren beliebt.

Webley .455in Revolver

Webley 0.455in Revolver
Webley 0.455in Revolver: Mark V von 1913 (oben), darunter Mark I von 1887.

Die 0,455-inch-Kartusche, welche von den Webley-Revolvern verfeuert wurde, war tatsächlich vom Kaliber 0,441 inch (11,2 mm) und der Entwurf spiegelte die Erfahrungen aus den Kolonialkriegen wider. Die Patrone war als ‚Mann-Stopper‘ entworfen worden, zum Einsatz auf kurzen Entfernungen gegen anstürmende Horden von Eingeborenen. Deshalb war die schwere Kugel und die kräftige Treibladung sicherlich für diese Aufgabe geeignet.
Die Pistole, welche für den Einsatz mit dieser kräftigen Kartusche vorgesehen war, wurde bei Webley & Scott Limited in Birmingham gebaut. Dort wurde der erste .455in Revolver im Jahr 1887 gebaut.

Dieser Webley & Scott Mk I war der Vorläufer einer Reihe von weitgehend ähnlichen Modellen, von denen noch viele irgendwo verwendet werden.
Der Mk I hatte einen nach oben öffnenden Rahmen, mit einem automatischen Auswurf-System, welches die verbrauchten Kartuschen hinauswarf, wenn der Rahmen geöffnet wurde. Der Griff hatte eine markante Form, welcher als ‚Vogelkopf‘ bezeichnet wurde und ein Schlüsselring wurde als unentbehrlich zum Tragen angesehen.
Ein 102 mm langer Lauf wurde verwendet, aber spätere Mark-Versionen verwendeten auch 152 mm lange Läufe.

Nach dem Mark I kamen eine große Anzahl an anderen Mark- und Unterversionen mit Detail-Verbesserungen oder Veränderungen an der Lauflänge. Der gesamte Mechanismus änderte sich aber nicht groß, obwohl beim Erscheinen des hauptsächlichen Modells während des Ersten Weltkriegs sich die Schaft-Form änderte und einige Veränderungen an den Zielvorrichtungen vorgenommen wurden.

Der Mark VI wurde der typische Webley .455in Revolver des Ersten Weltkriegs, aber viele der vorhergehenden Mark-Reihen wurden ebenfalls weiterhin verwendet.
Der Mark VI war eins sehr gut verarbeiteter und solider Revolver. Er war auch sehr groß und so etwas wie eine Handvoll Tragetasche, welche abgefeuert werden konnte. Die kräftige Kartusche verursachte einen ebenso kräftigen Rückschlag und es wurde empfohlen, ihn nur auf einer sinnvollen Kampfentfernung von wenigen Metern zu verwenden.
Für den Grabenkrieg war dies ideal und kein Problem und der Webley wurde zur bevorzugten Waffe für Grabenüberfälle und den Nahkampf. Unter diesen Umständen hatte der Webley einen weiteren großen Vorteil, da er sehr genügsam war und mit dem Dreck und Schlamm, in dem er oft verwendet wurde, kein Problem hatte. Selbst ein verklemmter oder leer geschossener Webley konnte noch als wirksame Keule verwendet werden.

Diese Eigenschaft wurde noch dadurch gesteigert, als das Pritchard-Greener-Revolver-Bajonett eingeführt wurde, welches ein spitzenartiges Bajonett- oder Grabenmesser war, welches über die Mündung mit einem Metallgriff gezogen und gegen den Revolver-Rahmen gedrückt wurde.
Diese furchterregende Kombination aus Pistole und Bajonett wurde jedoch nur selten verwendet, da sie niemals offiziell von der Britischen Armee übernommen wurde.

Ein sinnvolleres Gerät war jedoch ein Nachlader, mit dem sechs Patronen umgehend in den offenen Zylinder eingeführt werden konnten.


Webley-Fosbery Revolver

Der Webley-Fosbery Revolver wurde von Oberst G.V. Fosbery (ausgezeichnet mit dem Victoria Cross) entworfen. Die Waffe ist eine Klasse für sich, da es sich um einen automatischen Revolver handelt.
Das ursprüngliche Patent wurde 1896 angenommen und die Produktion von Webley & Scott aufgenommen, wobei die daraus resultierenden Pistolen Kammern für die Standardkartusche 0,455 inch (eigentlich aber 0,441 inch bzw. 11,2 mm) erhielten.

Webley Fosbery Revolver
Der einzigartige Webley-Fosbery-Revolver, bei dem die obere Hälfte über Abzug und Griff beim Abschuss nach hinten zurückläuft.

Die Funktion der Webley-Fosbery Revolver war einzigartig. Beim Schießen drückte der Rückstoß den Lauf, Zylinder und Oberrahmen entlang einer Schiene über den Griff zurück. Dadurch wurde der Abzugshahn und eine Rückstellfeder im Inneren des Kolbens gespannt und dieser gesamte Teil der Waffe ging wieder in seine Ausgangsposition zurück.
Dabei lief ein Bolzen innerhalb der Schiene durch eine abgewinkelte Nute, die in den Zylinder eingearbeitet war, um ihn in die nächste Position mit einer neuen Patrone zu drehen.

Das System hatte eine große Anziehungskraft auf diejenigen, die dachten, dass sie nur noch den Abzug drücken müssten, um schnell Schuss auf Schuss abfeuern zu können. In der Praxis war es allerdings nicht so einfach.
Ein unmittelbarer Nachteil war, dass die gesamte Funktion sehr viele mechanische Funktionen einband. Der gesamte obere Rahmen, der sich hin und her bewegte, verstärkte die ohnehin schon beachtliche Kraft durch den heftigen Rückstoß und machte die Pistole zu einer unbändigen Bestie beim Schießen.
Ein weiterer Nachteil war, dass der Schütze den Kolben sehr fest halten musste, sonst funktionierte das gesamte System nicht, denn der Griff des Schützen diente als Basis für den gesamten Mechanismus.

Dennoch wurde der Webley-Fosbery Revolver in beträchtlicher Zahl an britische Offiziere verkauft, die zur Zeit des Ersten Weltkriegs ihre eigenen Faustfeuerwaffen mitbringen mussten. Viele wurden auch an das Personal des Royal Flying Corps verkauft, welches glaubte, dass die automatische Funktion von großem Vorteil sein würde, wenn es darum ging, feindliche Flugzeuge aus dem Cockpit heraus zu bekämpfen. Sie stellten jedoch bald fest, dass die beträchtlichen Bewegungen der Waffe beim Schießen die Verwendung während des Fluges noch schwieriger machten, als es ohnehin schon war.

Aus all diesen Gründen wurde der Webley-Fosbery nie offiziell von den britischen Streitkräften übernommen. Dies war auch gut so, denn wenn sie in den Schützengräben eingesetzt wurden, wurde ihr größter Nachteil noch offensichtlicher.
Da die gesamte Funktion auf einer fließenden Bewegung durch sorgfältig bearbeitete Nuten beruhte, führte das Zusetzen dieser mit Schmutz, Staub und Schlamm zu einer Blockade. Da die meisten der für die Funktion wichtigen Rillen und Nuten vollständig offen lagen, wurden sie schnell voll von allen möglichen Ablagerung des Grabenkrieges verdreckt und der Benutzer der Waffe musste ständig darauf, dass sie sauber war. Viele Offiziere kapitulierten vor dieser Aufgabe und verwendeten fortan weniger lästige Pistolen.


Webley .38in Mk 4 Revolver

Der Webley .455-Revolver des Ersten Weltkriegs war zwar ein wirkungsvoller ‚Mann-Stopper‘, aber auch eine schwere und gewaltige Waffe, die im Allgemeinen nur in den Händen eines hoch qualifizierten Schützen effektiv war. Solche Männer konnten aber unter den Anforderungen des Krieges nicht ausgebildet werden.
Infolgedessen beurteilte die britische Armee nach dem Ersten Weltkrieg die Ballistik für Revolver neu und entschied, dass es möglich sein würde, mit einem Geschoss von 200 Grain (knapp 13 Gramm) und 0,38 inch (9,65 mm) ein ausreichend tödliches Ergebnis zu erzielen.

Webley .38in Mark 4 Revolver
Webley .38in Mark 4 Revolver.

Folglich entwickelte die Firma Webley & Scott, welche bis zu diesem Zeitpunkt praktisch der Lieferant für Pistolen für die britische Armee war, aus dem 0.455in Revolver ein verkleinertes Modell und bot es dem Militär an. Zum Leidwesen von Webley & Scott verwendete das britische Militär einfach den Entwurf, nahm ein paar kleinere Veränderung vor und nahm diese Waffe als ‚offizielle‘ Pistole unter der Bezeichnung Enfield No.2 (siehe weiter unten) in der staatlichen Waffenfabrik Royal Small Arms Factory in Enfield Lock in Middlesex in Produktion.
Dieser Vorgang dauerte einige Zeit, da Webley & Scott ihren Entwurf 1923 angeboten hatten und dieser in Enfield Lock bis 1926 modifiziert wurde. Webley & Scott war etwas verblüfft über diesen Vorgang und begann notgedrungen seinen neuen 0.38-inch-Revolver als Webley Mk 4 in der ganzen Welt kommerziell mit begrenztem Erfolg zu verkaufen. Die Faustfeuerwaffe wurde vor allem weltweit von der Polizei eingesetzt.

Im Jahr 1941 jedoch, als der große Ausbau der britischen Armee begann, war die Produktionskapazität der Royal Small Arms Factory in Enfield zur Herstellung von Revolvern bis an die Grenzen ausgelastet. Um auch die größeren Truppenzahlen auszurüsten, war es notwendig, auch kommerziellen Unternehmen einzubinden.
So wurde die Firma Webley & Scott beauftragt, ihren Revolver .38 für die britischen Streitkräfte herzustellen und dieser wurde 1942 offiziell in den Dienst gestellt.

Da der Enfield-Revolver ja weitgehend auf dem Webley-Entwurf beruhte, waren die Unterschiede zwischen den beiden Faustfeuerwaffen sehr gering. Diese betrafen den Abzug, der durch einen Schlitz in der Unterseite des Gehäuses angebracht war, anstatt dass eine separate Seitenplatte eingebaut wurde. Dazu war der Abzugbügel abnehmbar und durch zwei Schrauben gesichert, der Zylinderanschlag war Teil des Abzuges und die Kontur der Griffe war leicht unterschiedlich und hatte den Namen ‚Webley‘ in das Formung eingraviert.

Obwohl der Enfield No. 2 und der während des Zweiten Weltkrieges zusätzlich in die Bestände der britischen Streitkräfte aufgenommene Webley .38in Mk 4 nahezu gleich aussahen, hatten sie jedoch zu viele geringfügige Unterschiede im Aufbau, um den Austausch von Teilen zwischen den beiden Waffen zuzulassen.
Beide Revolver blieben bei den britischen Streitkräften bis in die 1960er Jahre in Dienst und können in verschiedenen Teilen der Welt immer noch angetroffen werden.


Enfield No.2 Revolver

Enfield No.2 Mk I**
Enfield No.2 Mk I**, der britische Standard-Revolver im Zweiten Weltkrieg.

Der Enfield No.2 Revolver ist ein faszinierendes Stück britischer Militärgeschichte – eine Handfeuerwaffe, die in einigen der entscheidenden Momente des 20. Jahrhunderts zum Einsatz kam.

Überblick

Der Enfield No.2 Revolver war ein Revolver im Kaliber .38 mit doppelter Wirkung, der in Großbritannien entwickelt und 1932 offiziell von der britischen Armee eingeführt wurde. Er ersetzte den schwereren Revolver Webley Mk VI (Kaliber .455), der während des Ersten Weltkriegs zur Standardausrüstung gehörte. Der Enfield No.2 wurde so konzipiert, dass er leichter, schneller zu bedienen und einfacher zu handhaben war – insbesondere für Soldaten mit begrenzter Ausbildung im Umgang mit Schusswaffen.

Konstruktion und Entwicklung
– Kaliber: .38/200 (auch bekannt als .38 S&W)
– Funktion: Double-Action-Revolver
– Kapazität: 6-Schuss-Trommel
– Lauflänge: ca. 127 mm
– Gewicht: ca. 870 g ungeladen

Die Enfield No. 2 wurde in der Royal Small Arms Factory in Enfield Lock entwickelt und hergestellt, daher auch ihr Name. Das kleinere Kaliber der Waffe wurde aufgrund der Überzeugung der britischen Armee gewählt, dass ein leichterer Revolver, der eine langsamere, schwerere Kugel (.38/200) abfeuert, auf kurze Distanz immer noch eine ausreichende Stoppwirkung erzielen würde.

Varianten
No.2 Mk I (1932): Das Originalmodell mit Single- und Double-Action-Funktion und Hammersporn.

No.2 Mk I\*** (1938): Für die Kriegsproduktion vereinfacht. Der Hammersporn wurde entfernt, sodass die Waffe nur noch mit doppelter Wirkung funktionierte, um ein versehentliches Spannen zu verhindern und die Ausbildung zu beschleunigen.

No.2 Mk I\*\*** (1942):
Eine weiter vereinfachte Version mit geringfügigen Fertigungsvereinfachungen, um die Produktion während des Zweiten Weltkriegs zu steigern.

Einsatzgeschichte
Der Enfield No.2 wurde während des Zweiten Weltkriegs ausgiebig eingesetzt und an britische und Commonwealth-Streitkräfte ausgegeben, darunter Panzerbesatzungen, Flieger und Offiziere. Aufgrund seiner kompakten Größe und einfachen Handhabung war er besonders bei Besatzungen von gepanzerten Fahrzeugen beliebt, wo der Platz begrenzt war.

Einige Soldaten kritisierten jedoch den schweren Abzug des Revolvers im Double-Action-Modus und die im Vergleich zum älteren .455 Webley geringere Stoppwirkung. Infolgedessen behielten viele Soldaten – insbesondere in den ersten Kriegsjahren – privat ihre Webley-Revolver oder tauschten sie gegen diese ein.

Verwendung nach dem Krieg
Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb der Enfield No. 2 bis in die frühen 1950er Jahre im Einsatz, bevor er nach und nach durch halbautomatische Pistolen wie die Browning Hi-Power ersetzt wurde. Trotz seiner letztendlichen Veralterung bleibt der Enfield No. 2 unter Sammlern und Historikern eine ikonische Feuerwaffe.

Vermächtnis
Heute wird die Enfield No. 2 für ihre robuste Zuverlässigkeit, ihr unverwechselbares britisches Design und ihre Rolle bei der Modernisierung der Handfeuerwaffen der britischen Armee zwischen den Kriegen geschätzt. Sie steht als Symbol für praktische Kriegstechnik – einfach, effektiv und auf Langlebigkeit ausgelegt.

Kurzinfo:
– Herkunft: Großbritannien
– Einsatzzeitraum: 1932–1957 (ca.)
– Verwendet von: Britische Armee, Royal Air Force, Commonwealth-Streitkräfte
Munition: .38/200 (9,65 mm)
– Hersteller: Royal Small Arms Factory, Enfield

Geschichte

englischer Fallschirmjäger mit einem Enfield .38in Mark I Revolver
Ein englischer Fallschirmjäger mit einem Enfield .38in Mark I Revolver im Gefecht in Arnheim, 1944.

Wie schon in den Ausführungen zum Webley-Revolver dargelegt, begann die britische Armee in den 1920er Jahren mit der Untersuchung der Einführung eines .38-Modells.
Das Webley & Scott Muster war dafür im Allgemeinen geeignet, aber aus Gründen, die zu diesem Zeitpunkt zweifellos vernünftig erschienen, wurde der Schlossmechanismus beanstandet. Ausgehend von dem Grundentwurf des Webley entwickelten die Konstrukteure der Royal Small Arms Factory ihr eigenes Modell mit einem etwas anderen Sperr- und Auslösemechanismus, der schließlich am 2. Juni 1932 für den Truppengebrauch übernommen wurde.

Dieser Enfield Mark 1 war in der Lage, als Single-Action oder Double-Action-Revolver zu arbeiten. Zu den Hauptanwendern gehörte jedoch die Panzerbesatzungen das Royal Tank Regiment und diese wandten sich gegen den langen Hammersporn oder ‚Kamm‘, der die beunruhigende Angewohnheit hatte, sich an verschiedenen Teilen der Kampffahrzeuge zu verfangen, während die Besatzungen ein- und ausstiegen. Dies war eine potenziell gefährliche Situation, da die Pistolen geladen waren.

Infolgedessen wurde der Enfield Mark 1* am 22. Juni 1938 genehmigt. Bei diesem Muster mit ‚Stern‘ (*) wurde der sich verfangende Kamm entfernt. Dadurch wurde verhindert, dass der Hammer mit dem Daumen gespannt wurde, und so konnte die Pistole nur im Double-Action-Modus verwendet werden.
Die Hauptfeder wurde schwächer, um die Kraft für den Abzug von 5,9 bis 6,8 kg auf 5,0 bis 5,9 kg zu verringern, die Griffseitenteile wurden leicht geändert, um einen besseren Halt zu gewährleisten und eine Messingscheibe zum Einprägen von Regiments-Kennzeichen wurde im rechten Griff befestigt.

Dies führte natürlich zu dem Problem, dass die Panzertruppe immer Mk 1* Pistolen erhalten musste, sodass zur Vereinfachung der Sachlage die Version Mark 1 sofort für veraltet erklärt wurde und wenn diese Modelle zur regelmäßigen Überholung oder Reparatur eingezogen wurde, alle Revolver zum Mark 1* umgebaut wurden. Aus diesem Grund sind die ursprünglichen Mark 1 Pistolen heute äußerst selten.

Die letzte Änderung im Entwurf erfolgte mit der Einführung der Mark 1** (mit zwei ‚Sternchen‘) am 29. Juli 1942. Es handelte sich um eine Mark 1* mit Wegfall des Hammersicherheits-Anschlags und Modifikation von ein oder zwei der kleinen Schlosskomponenten. Dieser Schritt sollte die Herstellung vereinfachen und damit beschleunigen.
Dies tat es, aber es machte die Pistole auch anfällig dafür, einen blinden Schuss abzugeben, wenn sie auf den Hammer fiel. Dies war jedoch ein unwahrscheinlicher Umstand und so wurde der Entwurf mit seinen möglichen Folgen als Konzession an die Umstände eines Krieges akzeptiert.
Sobald der Krieg vorbei war, wurden alle diese Modelle zurückgerufen und an die Sicherheitsstandards des Mark 1* angepasst.

Die Webley und Enfield Pistolen wurden nicht oft im Einsatz verwendet, was vor allem auf die unwillkommene Aufmerksamkeit zurückzuführen ist, die ihre Träger von feindlichen Schützen erhielten.
Der Enfield-Revolver war außerdem unbeliebt, da die reine Double-Action-Funktion präzises und bedächtiges Schießen fast unmöglich machte. Der Abzug für einen Single-Action-Revolver liegt im Allgemeinen bei 1,4 bis 2,3 kg Krafteinwirkung, aber beim Enfield war es nie weniger als 5 kg und diese Kraftaufwendung mit dem Zeigefinger verdarb jedes genaue Zielen.
Als schnell verfügbare Schusswaffe für den Notfall war die Pistole ausreichend verwendungsfähig, aber es gibt keine Berichte über herausragende Einsätze im Gefecht.

Benutzer: Britische und Commonwealth-Streitkräfte.


Spezifikationen englische Revolver

Spezifikationen:

Spezifikation
Webley .455in Mk VI
Webley-Fosbery
Webley .38in Mk 4
Enfield No.2
Typ
Revolver
automatischer Revolver
Revolver
Double-Action Revolver
Kaliber
11,2 mm
11,2 mm
9,65 mm
9,65 mm
Länge
28,6 cm
27,9 cm
26,7 cm
26,0 cm
Gewicht
1,09 kg
1,25 kg
0,767 kg
=
Lauf
15,2 cm
15,2 cm
12,7 cm (7 rechtsläufige Züge)
=
Magazin
6-Schuss-Zylinder
=
=
=
Funktion
Single- oder Double Action
Auto
Single- oder Double Action
Doule-Action
Geschoßgeschwindigkeit
189 m/sek
183 m/sek
183 m/sek
183 m/sek

Einsatzstatistik:

Angaben
Webley .455in
Webley-Fosbery
Webley .38in Mk 4
Enfield No.2
Hersteller
Webley&Scott
Webley&Scott
Webley&Scott (Birmingham)
Royal Small Arms Factory (Enfield Lock, Middlesex), Singer Sewing Machine Company (Clydebank, Schottland), Albion Motor Company (Glasgow, Schottland)
Produktionsbeginn
1887
nach 1896
nach 1923
nach 1926
Truppeneinführung
Hauptmodell 1915
private Offiziers-Waffe
1942
1932/1938
Endlieferung
?
?
(verwendet bis in 1960er)
=
Produktionszahl
280.000 im 1. Weltkrieg, insg. ca. 300.000
?
?
?
Stückpreis
?
?
?
?


Quellenangaben und Literatur

The Encyclopedia of Infantry Weapons of World War II (Ian V.Hogg)
Infanterie im 2. Weltkrieg (J.B.King, John Batchelor)
Illustriertes Lexikon der Waffen im 1. und 2. Weltkrieg (V. Dolinek, V. Francev, J. Sach)
The Encyclopedia of Weapons of World War II (Chris Bishop)

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