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Maschinengewehr MG 34

Die deutschen Maschinengewehre MG 34, MG 15 und Knorr-Bremse MG 35/36.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Vorgeschobener Gefechtsposten mit MG 34
Vorgeschobener Gefechtsposten in Nord-Afrika mit schwerem Maschinengewehr MG 34 mit Zieloptik über weite Schussentfernung.

Maschinengewehr Modell 34 (MG 34)


MG 34
Typ: Maschinengewehr.

Geschichte

MG 34 auf Dreibein mit Zielfernrohr
MG 34 auf Dreibein mit Zielfernrohr für entferntes Unterstützungsfeuer bei der Verteidigung Süd-Italiens. Die Soldaten sind immer noch in Tropen-Uniform von den Kämpfen in Nord-Afrika gekleidet.

Nach den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs hatte man bei der deutschen Armeeführung sehr feste Vorstellungen hinsichtlich der Rolle des MGs. Es wurde als die Hauptwaffe der Infanterie angesehen, die von den Gewehrschützen unterstützt wurde. Das MG war die tödliche Waffe und alle Anstrengungen wurden unternommen, um diese Waffe möglichst wirksam zu machen. Nach dem Waffenstillstand 1918 machten die alliierten Abrüstungs-Kommissionen mit den verschiedenen deutschen Waffenherstellern kurzen Prozess und erließen weitgehende Beschränkungen. Anders als in den Siegerländern gab es deshalb in Deutschland keine großen Probleme mit alten Waffen aus dem Ersten Weltkrieg, als Hitler 1933 an die Macht kam und die Wiederaufrüstung betrieb. Die deutsche Wehrmacht brauchte deshalb ein neues Maschinengewehr. Aufgrund der Vorstellungen hinsichtlich des taktischen Einsatzes und guter Konstruktionen erhielt die Wehrmacht einige der besten Maschinengewehre, die während des Ersten Weltkrieges entwickelt worden waren – Waffen, deren Konstruktion und Handhabung kommende Entwürfe entscheidend beeinflussten.

Eines der Probleme der deutschen Waffenkonstrukteure in den frühen Jahren nach dem 1. Weltkrieg war das Problem, überhaupt tätig sein zu können. Einmal war es den Deutschen nicht gestattet, bestimmte Waffen zu produzieren, jene aber, deren Produktion erlaubt war, durften nur in kleinen Mengen hergestellt werden. Um nicht alle bewährten Konstrukteure auf die Straße setzen zu müssen, ersannen die Waffenfabriken die verschiedensten Auswege. Die bekannten Rheinmetall-Werke beispielsweise kauften die Mehrheit einer kleinen Schweizer Ingenieurfirma und gründeten sie zur Waffenfabrik Solothurn um. Die Welt mochte glauben, in der Schweiz gäbe es unheimlich gute und clevere Waffenkonstrukteure, tatsächlich war jeder neue Entwurf der Waffen, welche die Werke in Solothurn verließen, in Düsseldorf entstanden. Über die Waffenwerke Solothurn war es Rheinmetall möglich, Einfluss auf die österreichischen Waffenwerke Steyr zu nehmen. So wurden die Waffen in Deutschland konstruiert, in der Schweiz wurden die Prototypen hergestellt und erprobt, die Produktion erfolgte dann in Österreich und von hier aus erfolgte auch der Verkauf. Eine dieser neuen Waffen, die aus dieser kombinierten Produktion kamen, war das MG 30.

MG 34
Leichtes Maschinengewehr MG 34
Dieses MG 30 war ein sehr durchdachter Entwurf, der mit dem Rückstoß des Laufes arbeitete. Stieß der Lauf zurück, wurde der Verschluss durch zwei Rollen gelöst, die in Schienen am Schaft des MGs entlang liefen. Der Lauf glitt dann wieder in die Schussposition zurück, dabei klappte der Verschluss kurz nach hinten, warf die Patronenhülse aus und lud neu durch. Geladen wurde das MG 30 mit Gurten von jeweils 50 Schuss, abgefeuert werden konnten bis zu 800 Schuss pro Minute. Aufgrund der sorgfältigen Konstruktion war die Waffe sehr Schuss-stabil und genau, doch aus bis heute unbekannten Gründen konnte sich die deutsche Wehrmacht nicht zur Übernahme dieses Maschinengewehrs entschließen. Nach einigen Modifikationen wurde die Waffe erneut angeboten und diesmal wurde sie angenommen. Das Endresultat war das MG 34, es wurde zum Standard-MG der deutschen Wehrmacht. Wie man es von einer solchen Herstellerfirma erwarten konnte, war die Waffe außerordentlich solide.

Die wichtigste Funktion des MG 34 war aber eher taktisch als mechanisch, es war das erste ‘Universelle’ Maschinengewehr. Ausgerüstet mit Zweibein wurde es als leichtes Maschinengewehr des Infanterie-Zuges verwendet, auf einem Dreibein, was den Rückstoß und die Vibration verringerte und den Schützen weniger ermüdete, war es das schwere MG, oder auf verschiedenen leichten Zweibeinen mit einem Sattel-Trommel-Magazin war es eine gute Luftabwehr-Waffe.

Zwei Jahre nach der Einführung nahm die Waffenfabrik Mauser die Massenproduktion im Jahr 1936 auf. Daneben bauten weitere Waffenhersteller in Deutschland das Maschinengewehr, sowie später Steyr in Österreich und die Firma ZB im Protektorat Böhmen und Mähren.

MG 34 mit Dreibein
MG 34 mit Dreibein.
Als schweres Maschinengewehr erhielt das MG 34 ein Dreibein. Die Waffe wurde an einem gefederten Rahmen befestigt, wodurch die destabilisierende Wirkung der Rückstoßkräfte beim Dauerfeuer sich reduzierte. Das Dreibein hatte einen großen Schwenkbereich und konnte auch zur Luftabwehr aufgerichtet werden. Zum Transport konnte es zusammengelegt werden und war mühelos zu tragen.
Dazu konnte ein Zielfernrohr für Langstrecken-Unterstützungsfeuer angebracht werden und es gab eine Vorrichtung zum Laufwechsel, ohne dass die Waffe deshalb hätte abgebaut werden müssen. Nach einer kleineren Modifikation konnte dieses Dreibein dann auch für das Maschinengewehr Modell 42 verwendet werden.

Das MG 34 hatte nur einen wirklichen Nachteil: Es war zu gut. Die hohe Qualität der Konstruktion erforderte einen präzisen und langen Herstellungsprozess und so waren nicht weniger als fünf Fabriken während des 2. Weltkrieges mit nichts anderem beschäftigt, als MG 34 auszuliefern. Mit Beginn des Krieges in Russland war das nicht mehr praktikabel und so wurde ein neuer Entwurf gesucht und in dem MG 42 gefunden. Trotzdem wurde das MG 34 den ganzen Krieg hindurch weiter gebaut und auch verwendet.

Bilder MG 34

Animation 3d-Modell MG 34


Weitere deutsche Maschinengewehre

MG 15
Leichtes Maschinengewehr MG 15

Maschinengewehr 15

MG 15
Typ: Leichtes Maschinengewehr.

Geschichte

Die deutsche Firma Rheinmetall gründete 1929 eine Tochtergesellschaft in der Schweiz, die Waffenfabrik Solothurn AG, welcher als Prüf- und Versuchsstandort für Konstruktionen dienen sollte, die in Deutschland nicht hergestellt werden durften.
Schon kurz nach der Eröffnung bot Solothurn auf dem Prinzip des Maschinengewehrs Solothurn S2-200 eine automatische Flugzeugwaffe an, welche später durch eine verbesserte Konstruktion, das luftgekühlte MG 30, ersetzt wurde. Im Jahr 1932 wurde eine modifizierte Version dieser Waffe von Rheinmetall für die deutsche Luftwaffe hergestellt, und dies war das ursprüngliche MG 15.

Der Abschuss einer Patrone erfolgt durch einen kurzen Rückstoß und der Mechanismus im Inneren ist ziemlich kompliziert. Denn während sich der Lauf und der Verschlussblock zurückbewegen, wird der Block durch zwei Rollen gedreht, die in Schienen im Waffengehäuse verlaufen. Diese Drehung entriegelt die Verschlussnasen vom Lauf und der letzte Teil der Rückstoßbewegung betätigt einen Beschleuniger, der den Verschlussblock nach hinten wirft.
Die Munitionszuführung erfolgt über ein Doppeltrommelmagazin, das sattelförmig über dem Gehäuse angebracht ist und abwechselnd von beiden Seiten neue Patronen zuführt, wodurch das Gewicht gleichmäßig verteilt wird.
Das Gesamtergebnis war ein sehr solides Maschinengewehr für die Verwendung in Flugzeugen. Die Masse des Laufs neigte dazu, eine Menge der Rückstoßkräfte zu absorbieren, aber der leichte Verschlussblock und das Beschleunigungsgetriebe ergaben eine ziemlich hohe Feuerrate. Daher war es als Flugzeugbewaffnung sehr erfolgreich.


Mit dem Fortschreiten des Krieges wurde das MG 15 in den Flugzeugen jedoch durch schwerere Kaliber-Waffen verdrängt, und gleichzeitig gab es eine ständige steigende Nachfrage des Heeres nach mehr Maschinengewehren. Als Folge davon wurde das MG 15 im Jahr 1944 als Infanteriewaffe übernommen und mit einem einfachen Schaft, einem Rohrmantel mit Zweibein und einem Tragegriff ausgestattet.
Als Maschinengewehr für den Landkrieg hatte es die gute Eigenschaft, dass der Schaft in einer Linie mit dem Lauf lag, was eine sehr geringe Neigung zum Hochziehen und eine stabile Waffe beim Abfeuern ergab. Aber das ist so ziemlich das einzig Gute, was man über dieses Maschinengewehr im Dienst der Infanterie sagen kann.
Die Spezifikationen am Ende dieser Seite erzählen nämlich den Rest der Geschichte: denn kein leichtes Infanterie-Maschinengewehr sollte 1,32 Meter lang sein und 12,7 kg wiegen, wenn es ungeladen ist. Selbst das Bren-MG, welches kein Leichtgewicht war, hatte nur eine Länge von 1,18 Meter und wog 10 kg.
Das MG 15 war zu sperrig, um eine erfolgreiche Infanteriewaffe zu sein. Eine bestimmte Menge davon musste verwendet werden, weil es nicht genügend andere Maschinengewehre gab, aber sie waren bei der Truppe niemals beliebt, obwohl sie genau und zuverlässig waren.


Knorr-Bremse
Leichtes Maschinengewehr Modell 1935/36 Knorr-Bremse

Maschinengewehr Modell 1935/36 (Knorr-Bremse)

MG 35/36
Typ: Leichtes Maschinengewehr.

Geschichte

Dieses Maschinengewehr stammt ursprünglich aus Schweden und wurde 1932/1933 vom deutschen Waffenkonstrukteur Hans Laufen und dem Schweden Przkalla patentiert. Bekannt als LH33 hatte es das schwedische Standardkaliber 6,5 mm und verwendete das Magazin des BAR (Browning Automatic Rifle). Die Waffe wurde verschiedenen Nationen angeboten und auch kurz vor dem Krieg in Großbritannien getestet, wurde aber in allen Fällen abgelehnt.

Hans Laufen verkaufte daraufhin die Patente an die deutsche Firma Knorr-Bremse in Berlin-Lichtenberg, die sich bis dahin ausschließlich mit der Herstellung von Autobremsen beschäftigt hatte. Wahrscheinlich angelockt durch die Aussicht auf einen großen militärischen Auftrag der expandierenden Wehrmacht, entschied sich Knorr-Bremse, in das Waffengeschäft einzusteigen und produzierte die Waffe mit einigen leichten Änderungen als MG Modell 1935/36.
Das deutsche Heer war jedoch ebenso wenig beeindruckt wie alle anderen zuvor und lehnte die Waffe ab. Es konnten aber einige Exemplare an die Waffen-SS verkauft werden, die sie vor allem als Übungswaffen einsetzte, bis sie über genügend Standard-Maschinengewehre verfügte.
Daraufhin wurde das MG 35/36 an die verschiedene fremdländische Verbände der Waffen-SS weitergegeben, die zu diesem Zeitpunkt in Russland kämpften. Auch wurde die Waffe nach Finnland exportiert.

Die Knorr-Bremse war ein recht konventionelles, gasbetriebenes leichtes Maschinengewehr, das aus einem Kastenmagazin auf der linken Seite gespeist wurde. Ungewöhnlich war jedoch, dass sich der Gaskolben über dem Lauf befand.
Der Lauf konnte durch eine Schnellspannmutter am Verschlussende schnell gewechselt werden, und aus einem unbekannten Grund waren die letzten drei Zentimeter des Laufs an der Mündung glatt gebohrt.
An der Mündung war ein Mündungsfeuerdämpfer angebracht und an dem Gaskolben über dem Lauf war ein Zweibein befestigt. Ein gefährliches Merkmal war die Sicherung, denn bei unvorsichtiger Anwendung konnte sie den Bolzen zu drei Vierteln gespannt halten, ohne dass der Abzug eingerastet war, sodass ein nachträgliches Loslassen der Sicherung bei eingelegtem Magazin den Bolzen lösen und eine Patrone laden und abfeuern konnte.

Der Kolben war auch eine Ursache von Problemen mit der Waffe, da seine Befestigung am Rahmen zu schwach war, um den Schussvibrationen standzuhalten. Daher neigte der Kolben dazu, sich zu lösen und abzufallen, während die Waffe feuerte, was für den Schützen gelinde gesagt ziemlich ärgerlich war.


Spezifikationen deutsche Maschinengewehre

Spezifikationen:

SpezifikationenMG 34MG 15MG 35/36 (Knorr-Bremse)
TypMaschinengewehrleichtes Maschinengewehr=
Kaliber 7,92 mm ==
Länge 121,92 cm132,60 cm128,30 cm
Gewicht 12,1 kg 12,58 kg10,72 kg
Lauf 62,87 cm mit 4 rechtsläufigen Zügen59,69 cm mit 4 rechtsläufigen Zügen69,215 cm mit 4 rechtsläufigen Zügen
MagazinGurtMagazin mit 75 PatronenMagazin mit 20 Patronen
FunktionRückstossRückstoss; DrehbolzenGas; Kippbolzen
Geschoßgeschwindigkeit 760 m/s 754 m/s792 m/s
Feuergeschwindigkeit 850 Schuss/min. 850 Schuss/min. 500 Schuss/min.

Einsatzstatistik:

AngabenMG 34MG 15MG 35/36 (Knorr-Bremse)
Hersteller Mauserwerke AG in Berlin, Stey-Daimler-Puch AG in Österreich, Waffenwerke Brünn in TschechoslowakeiRheinmetall AG (Düsseldorf)Knorr-Bremse AG (Berlin-Lichtenberg)
Produktionszahlen 1942 (alle MG's für Infanterie) 77.340 ==
Produktionszahlen 1943 (alle MG's für Infanterie) 165.527 ==
Produktionszahlen 1944 (alle MG's für Infanterie) 278.164 ==
Produktionszahlen Januar und Februar 1945 (alle MG's für Infanterie) 56.089 ==
Stückpreis 372 Reichsmark, auf Dreibein 400 RM ??

button goFür Maschinengewehr 42 siehe: MG 42

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