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Vickers-Maschinengewehr


Englisches schweres Maschinengewehr Mk I Vickers beider Weltkriege.
Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken und Bilder.

Vickers-Maschinengewehr
Vickers-Maschinengewehr


Vickers Mk I
Typ: schweres Maschinengewehr.

Geschichte

Großbritannien war unter den ersten Ländern, wo das Maxim-Maschinengewehr nach einer Vorführung im Jahr 1887 eingeführt wurde. Der Bau erfolgte durch die Maxim Gun Company, bei der Albert Vickers ein Vorstandsvorsitzender war.
Später wurde die Firma zu Vickers’ Sons & Maxim Limited und eine Fertigungslinie für verschiedene Modelle wurde in Crayford in Kent eingerichtet und Maxim-Maschinengewehre aus der Fabrik wurden neben der britischen Armee auch an viele andere Abnehmer ausgeliefert.

Zwar waren den Vickers-Ingenieuren die Vorzüge des Maxim-Maschinengewehrs klar, aber sie überlegten, ob durch einen Neuentwurf etwas Gewicht eingespart werden konnte. Durch vorsichtige Belastungsstudien wurde ein guter Teil des Mechanismus nach und nach leichter gemacht und die Grundfunktion umgekehrt, sodass der von Maxim erfundene Kipphebelverschluss ebenfalls leichter wurde. Dabei wurden auch die ursprünglich aus Bronze hergestellten Teile durch Qualitätsstahl ersetzt.

Dies kann man besser verstehen, wenn man sich den Ablauf der Funktionen ansieht, welche im kurzen Rückstoß-Mechanismus des Vickers vorkommen.

Munitionszufuhr beim Vickers-MG
Details der Munitionszufuhr beim Vickers-MG

In dem Moment, wo die Patrone abgefeuert wurde, war der Kippschalter-Mechanismus, welcher aus zwei Hebeln besteht, in einer Reihe mit der Mittelscharnier-Linie mit beiden Hebeln. Dies gab dem Mechanismus eine sehr positive und starke Sperre und der einzige Weg, das Kipphebelgelenk zu öffnen, war eine Bewegung nach oben. Diese wurde nicht im Moment des Schusses durchgeführt, denn die Rückstoßkräfte tendierten dazu, den Verschlussblock in einer geraden Linie nach hinten zu drücken. Wenn die Patrone den Lauf verließ, entwichen die Gase in eine kleine Mündungskammer und drückten den Lauf zurück, welcher seinerseits mehr Kraft auf den Verschlussblock ausübte. Zusammen bewegten sie sich nach hinten, dabei schlugen die zwei Kipphebel auf eine feste Stelle, wobei der Hebel so eingerichtet war, dass er nach oben geschoben wurde. Dies beendete die Postaktivverriegelung und der Lauf konnte sich nun unabhängig weiter nach hinten bewegen, wobei er die verbrauchte Patronenhülse aus der Kammer mitnahm.
Im selben Augenblick konnte das Nachladen erfolgen, bei dem der Verschlussblock sich nach hinten bewegte und eine Ladung auf eine Feder, der sogenannten Zündfeder, platzierte. Dies führte dazu, dass der Verschlussblock sich wieder in seine ursprüngliche Position zurückbewegte.
Dieser Vorgang wurde so lange durchgeführt, wie der Auslöser vor dem Haltegriff des Schützen gedrückt wurde.

Die daraus resultierend Waffe wurde zum Vickers-Maschinengewehr (Vickers Gun). Es war verhältnismäßig nicht viel leichter als ein vergleichbares Maxim-Maschinengewehr, jedoch war die Funktionsweise erheblich verbessert, was die Waffe effizienter und auch die Herstellung etwas einfacher machte.
Sie wurde für den Dienst in der britischen Armee am 26. November 1912 als Maschine Gun Vickers 0.303-in Mk I übernommen und die gesamte Produktion anfangs übernommen. Es sollten noch zehn weitere Mark-Modellnummern nachfolgen.

amerikanisches Vickers-MG
Ein in den USA während des Ersten Weltkrieg gebautes Vickers-MG mit britischem Mk IVB Dreibein.

Der Vickers-Konzern baute das Maschinengewehr später in London auch für die Armeen von Kanada, Indien, Australien, Neuseeland und weitere Länder der britischen Dominions. Auch die amerikanische Firma Colt baute es während des Ersten Weltkrieg für die amerikanische und russische Armee und in Großbritannien gebaute Exemplare gingen auch nach Italien.

Bei der britischen Armee wurde das Maschinengewehr zur Zeit der Einführung allerdings immer noch mit solchem Argwohn betrachtet, dass es nur in einer Rate von zwei Stück je Infanterie-Bataillon eingeführt wurde.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs änderte sich die Zuteilung jedoch drastisch. Neue Produktionszentren wurden bald eingerichtet, einige davon in den staatlichen Fabriken der Royal Ordnance Factory, aber der Grundentwurf blieb während der gesamten, langen Bauzeit unangetastet. Das letzte gebaute Vickers-Maschinengewehr war immer noch wie das erste und Veränderungen betrafen nur Details.

Der Mechanismus des Vickers-MG spiegelt die Ära wider, in welcher es entworfen wurde. Es war eine komplizierte Konstruktion zur Lösung einer anspruchsvollen Aufgabe, welche die Munitionszufuhr von Randkartuschen aus einem Stoffgurt darstellte.
Infolgedessen war es ein harter Weg, es zu bauen, wodurch teure Maschinen und passgenaue Bauteile aus kritischen Materialien notwendig waren. Trotz oder gerade deswegen wurde das Vickers zu einem Synonym für Zuverlässigkeit.

Wie die meisten Maschinengewehre dieser Zeit war das Vickers-MG von mechanischen Verklemmungen betroffen, wovon die meisten von der Munition verursacht wurden. Sonstiges mechanisches Versagen im Einsatz war aber selten.

Deshalb wurde eine Reihe von Übungen exerziert, um die Waffe schnell wieder feuerbereit zu machen. So wurden 25 mögliche unterschiedliche Arten von Verklemmungen im Drill-Buch aufgeführt, zusammen mit den dazugehörigen Symptomen. Da wurde aufgeführt, wenn die Waffe mit dem Kurbelgriff in dieser oder jener Stellung aufhörte zu feuern, dann war dies oder jenes die Ursache und wie es behoben werden konnte. Das erforderte schon ein gutes Erinnerungsvermögen und einen kühlen Kopf vom Schützen mitten im Gefecht.

Vickers Gun Mark I
Vickers Gun Mark I mit Zielfernrohr, Munitionskiste und Wasserbehälter.
Deshalb erforderte dieser Drill einige Übungen, sodass mit der Zeit das spezielle Maschinengewehr-Korps (Machine Gun Corps) innerhalb der britischen Armee gebildet wurde, sodass die Erfahrungen und Fähigkeiten auf eine relativ kleine Gruppe beschränkt wurden und nicht über alle Regimenter der expandierenden Armee verteilt werden mussten.
Das Maschinengewehr-Korps entwickelte auch seinen eigenen Korpsgeist, was dazu führte, dass die Maschinengewehrschützen ihre Waffen mit etwas mehr Temperament verwendeten. Ihr Mützenabzeichen zeigte zwei überkreuzte Vickers-Maschinengewehre.

Jedoch waren diese Unterbrechungen beim Feuern selten und beeinflusste nicht die Zuverlässigkeit über einen längeren Zeitraum. Im Einsatz konnte das Vickers-Maschinengewehr daher meist so lange schießen, wie Munition dafür zur Verfügung stand.
Vickers-Maschinengewehre verfeuerten fantastische Mengen an Munition bei der Feuerunterstützung, vor allem im Ersten Weltkrieg. Eine Waffe verschoss über einen Zeitraum von 12 Stunden 10.000 Schuss pro Stunde, eine Zuverlässigkeit, welche durch moderne Entwürfe aus Pressstahl und angeblich wundersamen Federkonstruktionen wohl kaum zur Hälfte erreicht werden dürfte.

Vickers-MG Rauchschwaden
Hier zeigt ein Vickers-MG seine verräterischen Rauchschwaden vom Wasser-Kondensator.

Das Wasser im Kühlmantel musste aufgefüllt werden und nach ersten Erfahrungen, als verdampfendes Wasser vom Kühlmantel die Stellung der Waffe verriet, wurde ein spezielles Kondensator-System eingeführt, um den Dampf zu verbergen. Dabei wurde über einen Schlauch ein Wasserkanister mit der Waffe verbunden und nach einiger Zeit konnte daraus das Wasser im Kühlmantel ersetzt werden.

Das Vickers-Maschinengewehr war üblicherweise auf einem schweren Dreibein montiert. Aber es gab Variationen des Grundentwurfes, darunter luftgekühlte Versionen zur Verwendung in Flugzeugen, welche gewöhnlich fest und starr eingebaut waren.

Vickers-MG im Zweiten Weltkrieg

Das Vickers Machine-Gun Mk 1 hatte gute Leistungen im Ersten Weltkrieg gezeigt und übertraf dabei in vielerlei Hinsicht die fast aller seiner Zeitgenossen. Folglich blieb das Vickers-Maschinengewehr auch nach 1918 die Standardwaffe bei der britischen Armee und auch bei vielen Streitkräften des Commonwealth
Viele wurden auch in die ganze Welt exportiert, von denen die meisten aber eingelagerte Waffen waren, da die Produktion nach Kriegsende bei Vickers Hauptproduktionsstätte in Crayford in Kent nur auf niedrigem Niveau weiter lief.

Viele weitere Variationen wurden zwischen den beiden Weltkrieg gebaut und das Vickers-Maschinengewehr wird selbst heute noch von einigen Streitkräften verwendet. Trotz seiner veralteten Konstruktion war es zuverlässig und bei den Soldaten beliebt.

Einige Innovationen wurden trotzdem vor 1939, dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, eingeführt. Die weit verbreitete Einführung der Panzer und anderer Kampffahrzeuge hatte zu einer Rekonstruktion des Vickers-MG als Teil ihrer Bewaffnung geführt. So wurden ab 1939 bei Vickers zwei spezielle Typen von Maschinengewehren zum Einbau in Panzern hergestellt.
Diese gab es in zwei Kalibern: das Vickers-MG Mk IVB, VI; VI* und VII im Kaliber 7,7 mm und das Vickers-MG Mk IV und V, welche eine spezielle 12,7-mm-Patrone verschossen.
Beide wurden anfangs für alle Panzertypen gebaut, aber die Einführung des luftgekühlten Besa-Maschinengewehr für die Masse der größeren Panzer führte dazu, dass die meisten Vickers-Modelle nur in den leichten Panzern oder den Infanteriepanzern, wie dem Matilda-Panzer, verwendet wurden.


Die 12,7-mm-Maschinengewehre wurden auch in einer Reihe von Variationen für die Royal Navy als Vickers-Maschinengewehr Mk 3 gebaut, mit allen möglichen Lafetten zur Luftabwehr auf Schiffen oder Marinestützpunkten.
Die Einbauten in Schiffe beinhalteten Vierfach-Lafetten, aber die Patronen, welche dafür hergestellt wurden, waren kein Erfolg und stellten sich als zu kraftlos heraus. Trotzdem wurden die Waffen mangels Alternativen in einigen Stückzahlen gebaut und später durch 20-mm-Schnellfeuerkanonen und ähnliche Waffen ersetzt.

So war das Vickers-Maschinengewehr auch 1939 in einiger Zahl im Einsatz und bis 1940 waren sogar alle alten, eingelagerten Waffen wieder hervorgeholt worden, um das in Dünkirchen verlorene Material zu ersetzen, die Home Guard auszurüsten und mehr Luftabwehrwaffen zur Verteidigung der britischen Insel zur Verfügung zu haben.
Auch die Herstellung wurde wieder kräftig gesteigert und der Bedarf war so große, dass selbst Einbußen bei der Ausstattung der Waffen hingenommen wurden. Am auffälligsten war dabei der Austausch des gewellten Kühlmantels durch einen einfachen, glatten.
Später wurde noch eine neue Mündungsbremse entworfen und bis 1943 das neue Mark 8Z Schwanzgeschoss weitverbreitet verwendet, was eine effektive Schussentfernung von nicht weniger als 4.100 Metern erlaubte.

Erst am 24. April 1968 wurde es bei den britischen Streitkräften als für veraltet erklärt und die letzten verschwanden erst in den 1970er Jahren bei den Royal Marines. Damit hatte die Waffe alle anderen ihrer Zeitgenossen um eine erhebliche Zeitspanne überlebt. Bei den Armeen von Indien und Pakistan wird das Vickers-Maschinengewehr sogar immer noch verwendet.
Nach Meinung vieler Experten war das Vickers-MG eines der besten Maschinengewehre des Ersten Weltkriegs und ist selbst heute noch eine nützliche Waffe.

Benutzer: Großbritannien, Kanada, Indien, Australien, Neuseeland und weitere Länder der britischen Dominions, Italien, USA, Russland.

button go Hier zu Teil II: Vickers-MG im Einsatz.


Spezifikationen Vickers Mark I

Spezifikationen:

Vickers Mark ISpezifikation
Typschweres Maschinengewehr
Kaliber 7,7 mm
Länge 115,60 cm
Lauf 72,1 cm
Züge 4 rechtsläufig
Gewicht 18,4 kg mit Wasser (Dreibein 22,0 kg)
Magazin 250-Schuss-Stoffgurt
Funktion Rückstoß, Maxim-Kipphebelblock
Geschoßgeschwindigkeit774 m/s
Feuergeschwindigkeit 450-500 Schuss/min
Maximale Schussweite mit Mark 8Z Schwanzgeschoss (1943) bis zu 4.100 m
FunktionDauerfeuer

Einsatzstatistik:

Vickers Mark ISpezifikation
Hersteller Vickers Son&Maxim (Crayford, Kent), Royal Ordnance Factories
Produktionsbeginn 1912
Truppeneinführung26. November 1912
Gesamtproduktion?
Stückpreis ? (teuere Herstellung in Handarbeit)

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Der Chefkonstrukteur der Firma Vought, Tex B. Beisel, entwarf die kleinste noch mögliche Zelle, welche mit dem stärksten verfügbaren Motor ausgerüstet werden konnte. Er entschied sich für den neuen 2.000 PS starken Pratt&Whitney XR-2800 Double Wasp 18-Zylinder-Motor, der sich gerade in der Entwicklung befand. Ein Propeller mit großem Durchmesser war notwendig um die Kraft des starken Motors umzusetzen, was wiederum zu den Knick-Flügeln führte, welche die Corsair so sehr kennzeichneten. Diese hielten den großen Propeller – den größten der jemals in einen Jäger eingebaut wurde – davon ab, den Boden zu berühren und ermöglichten ein Fahrgestell einzubauen, dass den Belastungen von Decklandungen auf Flugzeugträgern standhalten konnte. Der Prototyp, der XF4U-1, flog zum ersten Mal am 29. Mai 1940 und erwies sich gleich zu Beginn als herausragender Erfolg. Am 1. Oktober, während eines Überführungsfluges, erreichte die Corsair als erstes amerikanisches Flugzeug eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 400 Meilen (643 km/h) in der Stunde. Der Feinschliff benötigte jedoch noch eine lange Zeit. Zunächst wurde die Bewaffnung verstärkt. Dies bedeutete, die Treibstofftanks neu zu platzieren und einen weiteren im Rumpf einzubauen. Danach musste das Cockpit um fast einen Meter zurückversetzt werden, was zu Sichtproblemen für den Piloten auf dem Boden führte. Und es war die Frage der unzureichenden Sicht für den Piloten über die lange Nase hinweg, die offizielle Stellen von einer Verwendung der Corsair auf Flugzeugträgern so lange Zeit abhielten. Dennoch wurde ein erster Auftrag über 584 F4U am 30. Juni 1941 erteilt und das erste Serienmodell war ein Jahr später fertig. Bis Ende 1942 hatte die US-Marine 178 Flugzeuge erhalten, wenn auch die Corsair nicht vor April 1944 von Flugzeugträgern aus eingesetzt wurde. Die Corsair wurde erstmals von den US Marines am 13. Februar 1943 von Guadalcanal aus eingesetzt. Die US Navy setzte ihre F4U erst einmal nur von Landbasen aus ein. Die F4U-1A Untertypen hatten unterschiedliche Cockpits, während die F4U-1D aus dem Jahr 1944 einen stärkeren Motor und schwerere Bewaffnung mit 20-mm-Maschinenkanonen erhielt. Die F4U-1 Corsair war die zahlenmäßig stärkste Version: insgesamt wurden 4.102 von Vought, 4.014 von Goodyear und 735 von Brewster gebaut. Großbritannien erhielt 2.012 Corsair und Neuseeland 370. Die letzte Version, welche während des Zweiten Weltkrieges gebaut wurde, war die F4U-4 mit einem 2.450-PS-Motor. Nur wenige davon kamen noch vor der japanischen Kapitulation zum Einsatz. Die Produktion der Corsair lief noch bis 1952 und viele davon kamen im Korea-Krieg zum Einsatz. Bewaffnung und Zuladung Eine Bombenzuladung unter den Flügeln und Raketen waren für die Corsair von Beginn der Entwicklungsphase an vorgesehen gewesen. Jedoch bestand die grundsätzliche Bewaffnung aus Maschinengewehren, welche in die Flügel eingebaut waren. Dies waren sechs 12,7-mm-Colt-Browning M2 zusammen mit Munition und einer Geschossgeschwindigkeit von 865 m/s und 800 Schuss je Minute. Die Patronengurte hatten selbst-abwerfende Metallbindungen. Um die Geschosskartuschen davon abzuhalten, in den Gurt des benachbarten Maschinengewehrs zu geraten, wurden die Browning-MGs wie in einem Treppenhaus angeordnet. Das Maschinengewehr am nächsten zur Flügelspitze wurde am weitesten zurückversetzt, während dasjenige am nächsten zum Rumpf am wenigsten versetzt war. Jedes der zwei Maschinengewehre in jedem Flügel, welche am nächsten zur Flügelzelle platziert waren, hatte einen 200-Schuss-Magazinkasten. Die äußersten Maschinengewehre waren in einem dünneren Abschnitt des Flügels montiert und hatten einen kompakteren Munitionskasten mit nur jeweils 175 Schuss. Die sechs Maschinengewehre waren so kalibriert, dass sie ein 1,80 Meter großes Ziel auf eine Entfernung von 305 Metern trafen. Den Auslöser für etwa eine Sekunde niederzudrücken, führte zum Abschuss von etwa 8 Geschossen und die gesamte Feuerzeit betrug etwa 30 Sekunden. Dies war nach den damaligen Standards eine Menge und ermöglichte sieben Piloten des US-Marine-Korps und zwei der US-Navy fünf Abschüssen innerhalb eines Tages zu erzielen und damit sofort zu einem Flieger-‘Ass’ zu werden. Der Rekord wurde dabei von Alfred Lerch von der Trägereinheit VF-10 aufgestellt. Vom Flugzeugträger Interpid aus, schoss er am 6. April 1945 sieben feindliche Flugzeuge ab. Während des gleichen Luftkampfs schoss Lerchs Vorgesetzter, Leutnant Phillip Kirkwood, sechs japanische Flugzeuge ab. Zwei Wochen später schoss Major Jefferson Dorroh von VMF-323 in der gleichen Gegend ebenfalls sechs feindliche Flugzeuge während eines Luftkampfs ab. 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Es konnten auch Aufhängungen für Bomben oder Abwurftanks angebaut werden. Bereits im Herbst 1941 wurde eine Vorserie von mehreren Modellen des neuen Jägers mit dem DB601E-Motor getestet. Die Bf 109 G-1 wurde als einsitziger Höhenjäger mit einer Druckkabine konzipiert. Das Flugzeug ging an das II/JG1 und später erhielt das II/JG26 einige zur Ausrüstung für Höhenjäger-Staffeln. Ende 1942 sahen sie den ersten Kampfeinsatz über dem Mittelmeer. Die Serienproduktion der Bf 109 G-2 ohne Druckkabine begann gleichzeitig zusammen mit der Bf 109 G-1. Die G-2 wurde im Sommer 1942 unter anderen an die Jagdgeschwader JG 2, 3, 5, 27, 62, 53, 54 und 66 ausgeliefert, sowie an verschiedene Aufklärungs-Gruppen. Als Nächstes kam die Bf 109 G-3, welche die zweite ‘Gustav’ mit einer Druckkabine war. Von 1943 wurde dieses Modell in kleiner Zahl von Höhenjäger-Staffeln und von der Ergänzungsjagdgruppe West verwendet. Ab Mai 1943 begann die Ausrüstung mit dem GN-1 Einspritz-System. 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Ein Teil der älteren Flugzeuge wurde auf den AS-Standard nachgerüstet.   Die G-8-Serie war eine Modifikation der Bf 109 G-6 für die Nahaufklärer-Rolle. Die G-10, welche im Spätsommer 1944 eingeführt wurde, war ein ‘Aufmotzen’ der nun älteren Flugzeuge an die Verhältnisse der aktuellen Luftkriegsführung. Mit verschiedenen Bauteilen der G-Typen wurde versucht, eine Annäherung an das Leistungsspektrum der Bf 109 K-4 zu erreichen. Da die DB695D-Motoren nicht in ausreichender Anzahl verfügbar waren, musste der DB605AS stattdessen verwendet werden. Der Rumpf bestand aus Bauteilen der G-6 oder K-4-Serie, die Flügel stammten von der G-2, G-14 und K-4 und die fest eingebaute Bewaffnung aus der G-5. Die Mehrzahl der ersten G-10-Jäger ging an die Jagdgeschwader 1, 3, 4, 6, 27 und 77. Auch wurde der Typ bei allen drei Gruppen des JG300 verwendet. Nachdem die Bauzahlen erhöht wurden, wurden auch der Nachtjagdverband II/NJG 11 und die Jäger-Kampfgruppe I/KG(J)6 damit ausgerüstet. Einige Flugzeuge gingen auch an Aufklärungsgruppen. Die Bf 109 G-10 wurde oft als Begleitschutz und Höhendeckung für Fw 190 F Jabo verwendet, welche ihrerseits zunehmend mit ‘Panzerblitz’ und Panzerschreck Panzerabwehr-Raketen ausgerüstet waren. Von Mitte 1944 wurden rund 145 ältere G-2, G-3, G-4 und G-6 Flugzeuge – vor allem durch Blohm&Voss – zu zweisitzigen Trainingsflugzeugen G-12 umgebaut. Die G-14 war das letzte Modell der G-Reihe. Die ersten Flugzeuge wurden an JG 4, 76 und 77 in Frankreich im Juni 1944 geliefert. Später erhielten sie nahezu alle Jagdgeschwader. Unter anderem wurden sie auch als Ersatz an das Kampfgeschwader I/KG(J)6, I/KG(J)27 und II/KG(J)30 sowie an die ersten beiden Gruppen von KG(J)55 geliefert. Einige dieser Flugzeuge gingen auch zur Nachtjagdgruppe 11 und an die NAG 1,2,34 und 14. Animation 3D-Modell Messerschmitt Bf 109 G-2/Trop Bf 109 Gustav bei verbündeten Luftwaffen Der Einsatz der Bf 109 Gustav bei verbündeten Luftwaffen und auch die Lizenzproduktion war ziemlich weit verbreitet. Ungarn: Die königlich-ungarische Luftwaffe erhielt 59 in Deutschland hergestellte Gustav (G-2 und G-6) und zusätzlich wurden etwa 700 Flugzeuge in den Fabriken in Györ und Budapest in Lizenz gebaut. Die Duna Fabrik wechselte die Produktion von der Me 210 auf die Bf 109 G im März 1944. Die ersten dieser Jagdflugzeuge erhielten die 5/1. und 5/2. Staffel der 5/I. Jagdflieger-Gruppe an der Ostfront. Später wurde die 5/1. Staffel zurückgezogen und die 5/2. Staffel dafür zur 102. unabhängigen Jagdfliegerstaffel ausgebaut. 1944 wurde die 101. Jagdflieger-Gruppe, auch bekannt als Puma-Gruppe, unter Obstl. Alador Heppes aufgestellt, welche Ungarn selbst gegen die vordringende Rote Armee verteidigen sollte. Bulgarien: 145 Gustav wurden 1943-44 nach Bulgarien geliefert und das 6. Jagdflieger-Regiment der bulgarischen Luftwaffe verwendete diese bei der Verteidigung von Sofia gegen alliierte Bombenangriffe im April 1944. Slowakei: Die Slowakei erhielt 15 Gustav (G-6) 1944 und die Lizenzproduktion der G-14 in der Prag-Kattowize-Avia-Fabrik wurde geplant. Aber dies konnte nicht vor Ende des 2. Weltkrieges durchgeführt werden und anschließend erfolgte die Produktion für die tschechoslowakische Luftwaffe mehr …

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