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US-Marine


Schiffe, Stärke und Organisation der US Navy bei Kriegseintritt durch den japanischen Angriff auf Pearl Harbor.
Die US-Marine im Atlantik, Mittelmeer-Raum und Pazifik während des Zweiten Weltkriegs.

Angriff auf Pearl Harbor
Bild von einem japanischen Piloten während des Angriffs auf Pearl Harbor aufgenommen. In der Mitte befindet sich Ford Island mit dem ‘Battleship Row’ dahinter.

Stärke der US-Marine im Dezember 1941

  • 17 Schlachtschiffe (+15 im Bau): 1 Arkansas (1912), 2 New York-Klasse (1914), 2 Nevada-Klasse (1916), 2 Pennsylvania-Klasse (1916), 3 New Mexico-Klasse (1917-1919), 2 California-Klasse (1920-1921), 3 Colorado-Klasse (1921-1923), 2 North Carolina-Klasse (1941)
  • 7 Flugzeugträger (+11 im Bau): 2 Lexington-Klasse (1927), 1 Ranger (1933), 3 Yorktown-Klasse (1937-1941), 1 Wasp (1941)
  • 18 Schwere Kreuzer (+8 Baltimore-Klasse im Bau): 2 Pensacola-Klasse (1929-1930), 6 Northampton-Klasse (1929-1930), 2 Indianapolis-Klasse (1932-1933), 7 Astoria-Klasse (1934-1937), 1 Wichita (1939)
  • 19 Leichte Kreuzer (+32 Cleveland-Klasse im Bau): 10 Omaha-Klasse, 7 Brooklyn-Klasse, 2 Helena-Klasse
  • 6 Flakkreuzer (4 in Dienst, 2 noch in Ausrüstung)
  • 171 Zerstörer (+188 Benson, Livermore and Fletcher-Klasse im Bau): 1 Allen (1917), 71 Glattdeck-Zerstörer (1918-1922), 8 Farragut-Klasse (1934-1935), 12 Mahan-Klasse (1936-1937), 8 Porter-Klasse (1936-1937), 5 Somers-Klasse (1938-1939), 2 Dunlop-Klasse (1938), 19 Gridley-Klasse (1938-1940), 38 Benson und Livermore-Klasse (1940-1941)
  • 114 Unterseeboote (+79 Gato-Klasse im Bau): 8 ‘O’-Klasse (1918), 19 ‘R’-Klasse (1918-1919), 38 ‘S’-Klasse (1919-1924), 3 Barracuda-Klasse (1924-1925), 1 Argonuat-Minenleger-U-Boot (1928), 2 Nautilus-Klasse (1930), 1 Dolphin (1932), 2 Cachalot-Klasse (1934), 10 ‘P’-Klasse (1935-1937), 16 ‘neue S’-Klasse (1937-1939), 12 ‘T’-Klasse (1941-1942)

US-Marine im Atlantik



U-Jäger verfeuert Wasserbombe
Ein amerikanischer U-Boot-Jäger verfeuert eine Wasserbombe.
Die US-Marine war in vielerlei Hinsicht nicht auf den Krieg vorbereitet, welchen die Japaner mit ihren Angriff auf Pearl Harbor auslösten. Es wurde ein viel zu großer Wert auf das Schlachtschiff als Hauptwaffe gelegt, bei gleichzeitiger Vernachlässigung des U-Boot-Krieges, welcher die Schlacht im Atlantik entscheiden sollte. Es war jedoch der große Verdienst der US-Marine, dass sie in der Lage war, sich in bemerkenswert kurzer Zeit neu auszurichten und zu organisieren, um dann zusammen mit den Marinestreitkräften der englischen Royal Navy der U-Boot-Gefahr Herr zu werden.

Schon vor dem amerikanischen Kriegseintritt hatte der englandfreundliche Roosevelt die Royal Navy mit 100 Zerstörern auf der Grundlage des ‘Lend-Lease-Gesetz’ unterstützt und ließ die US Navy Konvois bis nach Island sichern.

Bereits seit Februar 1941 war eine Unterstützungsgruppe der Atlantik-Flotte, bestehend aus drei Zerstörern und vier Aufklärungsstaffeln aus Catalina- und Mariner-Flugbooten, im Einsatz. Schon Ende des nachfolgenden Monats war diese Unterstützungsgruppe 27 Zerstörer stark und auf der transatlantischen Konvoi-Route bis nach Island konzentriert.

1942 bestand die US-Atlantik-Flotte aus sieben Schlachtschiffen, einem Flottenträger und sieben Geleitträgern, drei Schweren und neun Leichten Kreuzern sowie 76 Zerstörern.

Das Hauptproblem der Marineplaner war die Verteilung der verfügbaren Ressourcen, denn für viele Amerikaner war der Pazifik der wichtigste Kriegsschauplatz. Wenn auch die Atlantik-Flotte nicht unter Nachschub litt, so waren trotzdem die größten Anstrengungen zu Recht der US-Flotte im Pazifik gewidmet. Trotzdem konnten bis 1944 für den Atlantik sieben U-Boot-Jagdgruppen mit zusammen 7 Geleitträgern und 97 Zerstörern bereitgestellt werden.

Trotz des englischen Beispieles war die US-Marine unter der Leitung von Admiral King sehr zögerlich ein Konvoi-System einzuführen und erlitt deshalb schwere Verluste. Im Frühjahr und Sommer 1942 dezimierten die deutschen U-Boote die Schifffahrt vor der amerikanischen Atlantikküste. Alleine im Mai 1942 sind mehr als 450.000 Tonnen alliierter Handelsschiffe vor der amerikanischen Küste gesunken. Wie auch die Royal Navy, so gewann die US-Marine erst durch die Einführung des Konvoi-Systems, der Erhöhung der Anzahl der Geleitfahrzeuge und die Einführung neuer U-Boot-Abwehrwaffen, wie das Asdic und ‘Huff-Duff’, die Oberhand.

Die Organisation der US-Atlantikflotte war zunächst eine hastige Improvisation, aber dann wurden nach und nach Schritte unternommen, um die Flotte effektiv zu organisieren. Ursprünglich war die US-Atlantikflotte in eine Reihe von für bestimmte Küstenbereiche verantwortliche Marineeinheiten eingeteilt worden. So gab es sieben große Küstenbereiche von Kanada bis Florida. Diese wurden am 1. Juli 1942 abgeschafft und durch Seezonen ersetzt. Eine Seezone bestand aus einer bestimmten Ozeanfläche und erstreckte sich von einem bestimmten Abschnitt der Küste bis auf 200 Meilen (ca. 322 km) auf das Meer. Alles in allem gab es nur noch vier Seezonen, von denen nur drei für den Kampf gegen die U-Boote wichtig waren: die kanadische Küstenzone, das Seegebiet vor Panama und am wichtigsten, das Seegebiet vor der US-Ostküste. Die Befehlshaber der einzelnen Seezonen kontrollierten alle Schiffe, welche sich für die Dauer ihrer Reise innerhalb ihrer Zone befanden.

Obwohl die Idee zur Ernennung eines ‘Verantwortlichen für die Durchführung des U-Boot-Krieges’ wieder verworfen wurde, nahm Admiral King die 10. Flotte im Mai 1942 unter sein persönliches Kommando, um eine ‘vollständige und einheitliche strategische Kontrolle der amerikanischen U-Boot-Abwehrmaßnahmen in ihrem Teil des Atlantiks zu erreichen. Dies war ein weiterer Schritt um Unzulänglichkeiten in den ersten hastig improvisierten Maßnahmen auszubügeln, welche nur den Bedürfnissen des Augenblicks gerecht wurden. Die grundlegende Aufgabe dieser 10. Flotte war es, U-Boote zu vernichten, alliierte und neutrale Schiffe zu schützen und die Ausbildung und Verbesserung der U-Boot-Abwehrmaßnahmen zu überwachen.

Bis Anfang 1944 konnten dann die meisten Ressourcen der US-Marine dem Pazifik zugeführt werden, wenn auch gleichzeitig der Konvoi-Sicherungsdienst aufrechterhalten wurde und einige wertvolle Unterstützung bei Landungsoperationen, wie in der Normandie im Juni 1944, geleistet wurde.


US-Marine im Mittelmeerraum

Unternehmen Torch
Das Unternehmen Torch war für die lange Anfahrt der Landungsflotten bemerkenswert. Die Truppen wurden direkt aus Amerika und Schottland an die Landungsstrände herantransportiert.
Der amerikanische Beitrag zum Krieg im Mittelmeerraum war nicht enthusiastisch, und die Entscheidung, Unternehmen Torch, die Invasion in Französisch-Nordafrika, durchzuführen, wurde erst im Juli 1942 getroffen.
Die amerikanischen Stabschefs waren gegen diese Operation und gaben zu bedenken, dass der Mittelmeerraum nur von dem entscheidenden Kriegsschauplatz in Nordwesteuropa und der lebenswichtigen Schlacht im Atlantik ablenken würde. Als Folge davon wurde der Beitrag der amerikanischen Marine bei den amphibischen Landungen im Mittelmeer gering gehalten. Ein weiterer wichtiger Faktor, der ihren Umfang begrenzte, war der Widerwille des Marinestabs, Ressourcen aus dem Pazifik dafür abzuziehen.

Marine-Organisation im Mittelmeerraum

Die US-Marineoperationen im Mittelmeer wurden für bestimmte Operationen um sogenannte ‘Task Forces’ (Einsatzgruppen) herum organisiert.
Für die Landungen in Nordafrika im November 1942 wurde die Task Force 34 zusammengestellt, zu der 30 Transporter gehörten, deren Deckung von der Royal Navy gestellt wurde. Die wichtigste US-Marineeinheit war die Western Naval Task Force, deren Ziel Casablanca war. Sie war in vier Gruppen aufgeteilt: die Covering Group (Deckungsgruppe) mit einem Schlachtschiff und zwei Kreuzern zur Feuerunterstützung, gedeckt durch einen Schirm von vier Zerstörern.
Die Zweite war die Northern Attack Group mit einem Schlachtschiff, einem Kreuzer, acht Zerstörern und acht Transportern.
Die dritte Central Attack Group bestand aus einem Panzerkreuzer und einem leichten Kreuzer sowie vier Zerstörern zur Feuerunterstützung und fünfzehn Transportern.

Zum Schutz dieser Gruppen gab es einen Flugzeugträger, einen Hilfsflugzeugträger (welche später Geleitträger genannt werden sollten) und fünf Zerstörer.

Die vierte Gruppe, die Southern Attack Group, bestand aus einem Schlachtschiff, einem Leichten Kreuzer und drei Zerstörern zur Feuerunterstützung, mit sechs Transporten, zwei Tankern, fünf Zerstörern und einem U-Boot. Für die Abschirmung dieser Gruppe wurden ein Hilfsflugzeugträger und zwei Zerstörer eingesetzt.

Diese Gruppen umfassten insgesamt 102 Schiffe (einschließlich der Hilfsschiffe).


US-Marine im Pazifik

Das Hauptgewicht der amerikanischen Marine war natürlich auf den Pazifik ausgerichtet und auf diesem Kriegsschauplatz bestand Seemacht in der Regel aus Flugzeugträgern und ihren Trägerflugzeugen. Der große Einfluss der amerikanischen Rüstungskapazitäten wird nirgends deutlicher als in den Seeschlachten im Pazifik, in denen die Überlegenheit der USA im Bau von Flugzeugträgern der entscheidende Faktor war.

Flottenstärken im Pazifik (Dezember 1941):

 Großbritannien und DominionsU.S.A.NiederlandeFrei-FranzosenJapan
Schlachtschiffe29--10
Flugzeugträger(1 in Reparatur)3--10
Schwere Kreuzer113--18
Leichte Kreuzer7113118
Zerstörer13807-113
U-Boote-5613-63

Zu Beginn des Pazifikkrieges bestand die US-Pazifikflotte in Pearl Harbor aus acht Schlachtschiffen und drei Flugzeugträgern. Bei dem Angriff am 7. Dezember 1941 versenkten die Japaner vier Schlachtschiffe, beschädigten drei weitere schwer und eines war gestrandet.

brennenden Schlachtschiffe West Virginia und Tennessee
Die brennenden Schlachtschiffe ‘West Virginia’ und ‘Tennessee’ in Pearl Harbor.
Insgesamt wurden 2403 Amerikaner getötet und 1176 verwundet. Glücklicherweise waren die drei Flottenträger Enterprise, Lexington und Saratoga zu diesem Zeitpunkt nicht in Pearl Harbor und überlebten zusammen mit fünf Kreuzer und 29 Zerstörer unversehrt. Diese Schiffe bildeten Anfangs den Kern der neuen Pazifikflotte.

Das Tempo des Neubaues von Kriegsschiffen hatte zwar seit dem ‘Two Ocean’-Gesetz von 1940 zugenommen, aber die US Navy tat sich schwer nach Pearl Harbor, es mit der japanischen Flotte aufzunehmen. Die unmittelbare Reaktion der Vereinigten Staaten war es daher, mit großer Energie vier schnelle Träger der Essex-Klasse (mit je 90 Flugzeugen) und fünf kleine Flugzeugträger zu konstruieren.


Nach dem Unentschieden in der Korallensee und dem großen Sieg bei Midway im Sommer 1942 lag die Initiative dann überraschend schnell bei der US Marine und schon wurden mit enormer Schnelligkeit jede Menge neuer Kriegsschiffe fertiggestellt. Die Niederlage Japans wurde nun unvermeidlich. Die Versuche der kaiserlich-japanischen Flotte, der US Marine in der Schlacht in der Philippinen-See und im Golf von Leyte im Jahr 1944 eine Niederlage beizubringen, endeten beide in Katastrophen für die Japaner und beschleunigten den amerikanischen Sieg.

Es gab drei grundlegende Faktoren für den Erfolg der US Marine im Pazifik:

Der Erste war die Flugzeugträger-Flotte und die Aufstellung von schnellen Flugzeugträger-Kampfverbänden, welche diese Stärke ausnutzten. Bis zum Ende der Feindseligkeiten wurden 27 neue große Flugzeugträger fertiggestellt und über 75.000 Flugzeuge an die Marine von 1940 bis 1945 ausgeliefert. Das Flugpersonal stieg von 10.923 (davon 2.695 Piloten) im Jahr 1940 auf 437.524 Mann (davon 60.747 Piloten) bis August 1945 an.

Der zweite Faktor war die Entwicklungen von Techniken für amphibische Landungen. Über 66.000 Landungsboote wurden während des 2. Weltkrieges gebaut, von denen die überwiegende Mehrheit im Pazifik eingesetzt wurde.

Drittens gab es den Unterseeboot-Krieg. Bis zum Sommer 1945 war Japan praktisch wirtschaftlich durch die effizienteste Unterseeboot-Blockade der Geschichte erdrosselt. Insgesamt wurden 228 amerikanische U-Boote während des Krieges in Dienst gestellt, von denen 60 verloren gingen. 4 Millionen Bruttoregistertonnen an japanischen Handelsschiffsraum wurden versenkt.

Im Dezember 1941 hatte die US Marine eine Gesamtstärke von 337.274 Mannschaften und Offizieren. Bis 1945 waren es 3.383.196 Mann, von denen 1.574.614 aus See dienten.

weiter hier zu US-Army bei Kriegsbeginn.
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  • SS-Brigade Langemarck

    Befehlshaber, Aufstellung, Einsätze, Ende, Infanterie-Stärke und Panzerausstattung der Waffen-SS-Divisionen 26-32 (ungarische Nr. 2 bis 30. Januar). Einige der auf dieser Seite aufgelisteten Waffen-SS-Divisionen bestanden letztlich nur auf dem Papier, da die Befehle zu ihrer Aufstellung selten mit der noch zur Verfügung stehenden Zeit und den noch vorhandenem Personalbestand in Einklang standen. Viele Divisionen bestanden aus Ausländern, Russen, Ukrainern oder sogenannten ‘Volksdeutschen’ und sind teilweise für erhebliche Kriegsverbrechen verantwortlich. hier zu Waffen-SS-Divisionen 20-25 Waffen-SS-Divisionen 26-32 26. Waffen-Grenadier-Division der SS Ungarn (ungarische Nr.2) Befehlshaber: SS-Sturmbannführer Tiermann, SS-Oberführer Maack. Aufstellung (als Division): Aufstellung im März 1945 befohlen. Ende: Niemals wirklich fertiggestellt, existierte nur auf dem Papier. Infanterie-Stärke: 3 schwache motorisierte Infanterie-Regimenter. Waffen-Grenadier-Regimenter 64, 65 und 66. 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Zur Division umbenannt und mit flämischen Luftwaffen-Helfern, Personal der Kriegsmarine, NSKK und der Organisation Todt aufgefrischt. Kämpfte im Januar 1945 bei Zachan, im Februar und März 1945 bei Stargard und Altdamm. Teile im Einsatz an der Oder-Front im April 1945 und dort fast vollständig vernichtet im April und Mai 1945. Rückzug nach Mecklenburg im Mai 1945. Individuelle Abzeichen: Die Freiwilligen-Legion ‘Flandern’ trägt Runen als Kragenabzeichen von 1941 bis 1943. Die Brigade und Division führt Trifos, manchmal auch überlappend. Auf dem Manschetten-Band wird der Titel ‘Frw. Legion Flandern’, ‘Flandern’ oder ‘Langemarck’ geführt. 28. SS-Freiwilligen-Panzer-Grenadier-Division Wallonien Befehlshaber: SS-Sturmbannführer Leon Degrelle. Aufstellung (als Division): Wallonische Legion im Juni 1943 vom Heer an die Waffen-SS abgegeben, wurde seit Oktober 1944 als Division bezeichnet. 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Im Januar 1944 im Tscherkassy-Kessel eingeschlossen und nur 632 von 2.000 Mann überstehen den anschließenden Ausbruch. Erholung und Auffrischung in Wildflecken. Im Frühjahr 1944 an die Narwa-Front verlegt und schwere Verluste bei Reval. Im Sommer 1944 nach Breslau verlegt und im Oktober 1944 als Division bezeichnet, nachdem verschiedene französische, belgische und spanische Einheiten (darunter womöglich die Gruppe ‘Ezquerra’) eingegliedert wurden. Im Dezember 1944 als Reserve an den Rhein verlegt, um bei einem Erfolg der Ardennen-Offensive später in Belgien eingesetzt zu werden. Anfang 1945 nach Pommern verlegt, Kämpfe bei Stargard, Stettin und Altdamm von Februar bis April 1945, wobei die Stärke auf ca. 700 Mann zusammenschmolz. Ein Teil dieser Männer ziehen sich nach Schleswig-Holstein zurück, andere werden von der Roten Armee bei Schwerin gefangengenommen. Ihr Kommandeur Degrelle floh über Norwegen nach Spanien, wo er für viele Jahre ein öffentliches Leben führte. Höchste Kampfleistungen. Individuelle Abzeichen: Runen als Kragenabzeichen von 1941 bis 1945, Burgunder-Kreuz eingeführt. Auf dem Ärmel-Band soll der Titel ‘Wallonien’ geführt worden sein. Die vom Heer an die Waffen-SS abgegebenen Angehörigen der ‘Wallonischen Legion’ trugen das Edelweiss-Abzeichen der deutschen Gebirgsjäger am rechten Ärmel und an der Heeres-Feldmütze. 29. Waffen-Grenadier-Division der SS (russische Nr.1) Befehlshaber: Brastislaw Kaminski. Aufstellung (als Division): ‘Bande’ unter Bratislaw Kaminski, zur Waffen-SS Ende 1943 übernommen. Spätere als ‘Division’ bezeichnet. Ende: Nach dem Abzug vom Warschauer Aufstand (August 1944) wurde Kaminski unter ungeklärten Umständen erschossen und seine ‘Division’ aufgelöst. Die Waffen-SS-Nr. 29 wurde von der italienischen Nr.1 übernommen (siehe nächste Division). Infanterie-Stärke: Bande von 6.500 Mann mit erbeuteter russischer Artillerie. Panzer-Ausstattung: Einige erbeutete russische Panzerfahrzeuge. Einsätze: In die Waffen-SS auf dem Papier Ende 1943 übernommen, bestand die ‘Kaminski-Brigade’ aus bis zu 6.500 russischen Überläufern, Mördern und Kriminellen. Es waren vor allem Ukrainer und wurden von Bratislaw Kaminski angeführt. Während der Partisanen-Bekämpfung und Sicherungseinsätze hinter der Heeresgruppe Mitte wurden von dieser Bande so viele Kriegsverbrechen begangen, dass man sich ihrer Loyalität sicher sein konnte. So wurde ihnen erlaubt, erbeutete russische Panzerfahrzeuge und Artillerie zu verwenden. Verstärkt durch weiteren menschlichen Abschaum und andere ‘verlorene Seelen’, wie entlassenen Vertrauensleuten aus Konzentrationslagern, zogen sie sich gemeinsam mit deutschen Truppen nach der großen sowjetischen Sommeroffensive 1944 nach Polen zurück. Im August 1944 wurden sie in den Stadteil Wola geschickt, um gegen die Polnische Heimatarmee beim Warschauer Aufstand eingesetzt zu werden. Ihr erschreckendes Verhalten führte zu Forderungen zu ihrer Ablösung, selbst durch andere SS-Befehlshaber. An einem einzigen Tag – dem 5. August 1944 – sollen sie etwa 10.000 polnische Zivilisten mehr …

  • Gotha G.IV

    Deutsche Bomber Gotha G.I bis G.V aus dem Ersten Weltkrieg, welche die ersten Angriffe auf England flogen. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Gotha G.I bis G.IV Typ: Bomber. Geschichte Das erste ‘Großflugzeug’ welches von der Gothaer Waggonfabrik A.G. gebaut wurde, war die G.I. Das Flugzeug wurde von Oskar Ursinus und Major Friedel vom Heer aus einem Prototyp entwickelt, welcher erstmals im Januar 1915 flog. Ein paar davon wurden durch Gotha als Lizenzhersteller in einer vereinfachten und verbesserten Ausführung gebaut. Die Flugzeuge waren für Bodenangriffe und allgemeine, taktische Einsätze vorgesehen und wurden an der West- und Ostfront eingesetzt. Die G.I war charakteristisch für den schlanken Rumpf, welcher an dem Oberflügel angebracht war, während die zwei 160-PS-Mercedes-D.III-Motoren nahe beieinander am unteren Flügel montiert waren. Wenn der Gotha G.II auch dem gleichen Grundkonzept entsprach, war er doch ein vollkommen neuer Entwurf, welcher bei der Firma Gotha von dem Schweizer Ingenieur Hans Burkhard entwickelt wurde. Der Erstflug fand im März 1916 statt. Der Rumpf und die zwei 220-PS-Mercedes-D.IV-Motoren waren diesmal konventionell an den unteren Flügeln befestigt und die Spannweite war verbreitert worden. Ein vorderes Hilfsrad war zum Landefahrwerk hinzugefügt worden, um das Risiko mit der Nase auf dem Boden zu überschlagen, zu vermeiden. Die Gotha G.II hatte eine Besatzung von drei Mann und eine Abwehrbewaffnung aus zwei Maschinengewehren. Das erste Serienflugzeug wurde im April 1916 fertig. Der Ersteinsatz erfolgte im Herbst an der Balkanfront, aber die Flugzeuge wurden schnell wieder zurückgezogen, nachdem wiederholtes Versagen der Motorkurbelwellen aufgetreten war. Deshalb wurde das Modell durch die Gotha G.III an der Balkan- und Westfront ab Oktober 1916 ersetzt. Dieses neue Modell hatte einen verstärkten Rumpf, ein weiteres Maschinengewehr und 260-PS-Mercedes-D.IVa-Motoren. Ein Anfangsauftrag über 25 G.III wurde erteilt und bis Dezember 1916 waren 14 an der Front im Einsatz. Das erste hauptsächliche Serienmodell war die Gotha G.IV, welche dafür ausgewählt wurde, die Angriffe auf englische Städte durchzuführen. Eine Anfangsbestellung von fünfzig G.IV wurde bei Gotha in Auftrag gegeben, weitere 80 wurden von Siemens-Schuckert und etwa 100 Stück von L.V.G. gebaut. Die G.IV wurde im März 1917 in Dienst gestellt und begann mit Tagesangriffen auf Südengland gegen Ende Mai. Während der Jahre 1917 bis 1918 befanden sich die Bewohner englischer Städte – und insbesondere diejenigen von London – unter der ständigen Angst vor Luftangriffen der ‘Gothas’, eine Bezeichnung, welche wahllos allen deutschen Bombern zuteil wurde, welche Tages- oder Nachtangriffe flogen. Die G.IV behielt die Mercedes-D.IVa-Motoren, hatte aber eine größere Reichweite, welche Einsätze über den Ärmelkanal hinweg ermöglichte. Die zwei Motoren waren an die Streben zwischen den Flügeln montiert, direkt über dem Landefahrwerk. Sie waren ausgelegt, um Schubpropeller anzutreiben und ein großer Ausschnitt befand sich im oberen Flügel, um den Propellern den notwendigen Freiraum zu geben. Sie unterschied sich vom vorhergehenden Modell in bemerkenswerter Weise in einem ausgehöhlten Tunnel im hinteren Rumpf, sodass der Heckschütze den toten Winkel unter und im Heck des Bombers bestreichen konnte. Gewöhnlich wurde dies durch ein standardmäßiges Heck-MG sichergestellt und ein viertes Maschinengewehr konnte zu diesem Zweck auf Kosten eines Teils der Bombenzuladung mitgeführt werden. Die G.IV wurde in Gemischtbauweise aus Holz und Stahl gebaut und der Rumpf war vollständig mit Sperrholz und Stoff verkleidet. Die G.IV war ein Doppeldecker mit drei Ausbuchtungen und einem Rumpf mit einem grundsätzlich quadratischem Querschnitt, festen Schwanz und Heckspornfahrwerk mit Doppelrädern am Hauptfahrwerk. Dazu hatte sie Querruder an oberen und unteren Flügeln, war stabiler und trotzdem einfacher zu fliegen, als ihre Vorgänger. Sie konnte Flughöhen bis zu 4.500 Metern erreichen, welche die zu diesem Zeitpunkt verfügbaren britischen Abfangjägern an ihre Grenzen brachten. Dazu hatte sie eine respektable Höchstgeschwindigkeit. Ihr Erscheinen über England führte 1918 zur Vereinigung des bisherigen Royal Flying Corps und des Royal Navy Air Service zur RAF (Royal Air Force) um die Abwehrmaßnahmen zu bündeln. Allerdings entsprach die Flugleistung immer noch der G.III und deshalb mussten die deutschen Luftangriffe auf Großbritannien ab September 1917 auf die Nacht verlegt werden. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Modell durch die neue Gotha G.V ersetzt, welche bereits im August 1917 erstmals in Dienst gestellt worden war. Diese Version führte die nächtlichen Bombenangriffe auf England bis zum Mai 1918 fort. Zum Zeitpunkt des Höhepunktes ihres Einsatzes im April 1918 befanden sich 36 Gotha G.V gleichzeitig in Dienst. Die typische Bombenzuladung bei ihren Angriffen über den Ärmelkanal hinweg bestand auch sechs 50-kg-Bomben, was die Hälfte der maximal möglichen Zuladung war. Die G.V entsprach grundsätzlich der G.IV, war aber besser ausgerüstet und hatte eine Reihe von Detailverbesserungen, sowie eine saubere, stromlinienförmige Nase. Die letzten Versionen im Einsatz waren die Gotha G.Va und G.Vb. Diese unterschieden sich voneinander nur durch geringfügige Einzelheiten, konnten aber von der G.V durch die Anordnung ihres Doppeldeckelschwanzes und einer kürzeren Nase unterschieden werden. Die G.Va und G.Vb ging im März 1918 in die Herstellung und wurde im Juni 1918 in Dienst gestellt. Im August des Jahres befanden sich 21 G.Vb an der Front. Die G.Vb hatte ein Paar von Hilfsrädern unter der Nase, um die Gefahr von Überschlägen bei den Nachtlandungen zu verringern. Es folgten noch einige weitere Gotha-G-Serienmodelle, aber von diesen wurden zumeist nur ein oder zwei Exemplare gebaut. Im Allgemeinen waren die Gotha-Bomber ziemlich wendige Flugzeuge für ihre Größe, mit einer guten Abwehrbewaffnung und schwierig, abzuschießen. Es gingen mehr an die Flugabwehrkanonen verloren als im Luftkampf – aber noch mehr wurden bei Bruchlandungen zerstört. 40 der von Siemens gebauten G.IV wurden als Trainingsflugzeuge fertiggestellt und hatten zumeist 180-PS-Argus-As.III oder 185-PS-N.A.G.-Motoren. 30 der von L.V.G. gebauten G.IV wurden an Österreich-Ungarn abgegeben, wo sie mit 230-PS-Hiero-Motoren ausgerüstet an der italienischen Front eingesetzt wurden. Der Entwurf eines Wasserflugzeuges aus der G.I, genannt Gotha-Ursinus UWD, wurde Ende 1915 fertiggestellt. Es wurde an die deutsche Marine geliefert und von Januar 1916 an eingesetzt. Benutzer: Deutsches Reich, Österreich-Ungarn. Animation 3D-Modell Gotha G.IV Gotha-Bomber über England Obwohl die Deutschen im Sommer 1917 ihre kostspieligen Angriffe mit Luftschiffen aufgaben, plante sie trotzdem, die strategische Bombardierung Großbritanniens mit Flugzeugen fortzusetzen. Die Angriffe bei Tageslicht begannen mit den zweimotorigen Gotha-Bombern. Die ersten Luftangriffe auf Großbritannien begannen schon Ende 1914 durch deutsche Wasserflugzeuge. Diese Angriffe mehr …

  • GI mit Garand

    Amerikanisches automatisches Gewehr US rifle cal.30, Garand M1. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Garand M1 US rifle cal.30 Typ: automatisches Gewehr Geschichte In der Regel wird als das wesentliche Einzelstellungsmerkmal für die Rifle, Caliber .30, M1 (Gewehr, Kaliber .30, M1), allgemein bekannt unter dem Namen Garand, behauptet, dass es das erste Selbstladegewehr war, das für den Militärdienst zugelassen wurde. Diese erfolgte im Jahr 1932, aber es kam zu einer deutlichen Verzögerung, bevor das Gewehr zum praktischen Truppengebrauch kam, da es einige Zeit in Anspruch nahm, die komplexen Produktionsprozesse vorzubereiten, welche diese Konstruktion erforderte. Allerdings ist das Einzelstellungsmerkmal genaugenommen nicht ganz richtig, da die zwar militärisch ziemlich unbedeutende Armee Mexikos trotzdem bereits im Jahr 1911 das vom mexikanischen General Manuel Mondragon gebaute Mondragon-Selbstladegewehr in ihre Ausrüstung aufnahm, jedoch nicht als Standardbewaffnung. Die automatische Waffe, die das Springfield M1903-Gewehr ablösen sollte, war das M1 – bekannter als das Garand Gewehr. John C. Garand hatte die Arbeit an dieser Waffe schon 1920 begonnen. 1929 war sein Entwurf der einzige, der eine Reihe harter Tests überstanden hatte. Entwicklung und Verfeinerung dieses Entwurfes wurden weitergeführt und 1936 wurde es offiziell als die Standard-Waffe der amerikanischen Armee akzeptiert. Die Verantwortung für diese wirklich weitsichtige Entscheidung trug General MacArthur, der damalige Stabschef der amerikanischen Armee. Was immer MacArthur danach getan oder unterlassen haben mag – allein für diese eine Entscheidung gebührt ihm der Dank des Vaterlandes. Das Garand war keineswegs perfekt – das perfekte automatische Gewehr gibt es nämlich bis heute nicht -, aber es bewies, dass es möglich war, ein brauchbares automatisches Gewehr zu produzieren, und dass die Soldaten, die mit einem solchen Gewehr ausgerüstet waren, keineswegs ihre gesamte Munition in den ersten zwei Minuten des Kampfes verschießen mussten. Diese Vorstellung nämlich war es, welche verantwortlichen Militärs geplagt hatte, seit ihnen zum ersten Mal eine derartige Waffe vorgeführt worden war. Und es zeigte sich, dass die Mechanik einer automatischen Waffe auch dem Durchschnitts-Soldaten schnell vertraut wurde – auch daran zweifelten nämlich viele hohe Militärs zunächst. So lässt sich sagen, dass das, was General Patton einmal sagte, durchaus seine Berechtigung hat: ‘Das Garand-Gewehr ist die beste Kampfwaffe, die jemals erfunden wurde !’. Funktion Die Funktion des Garand-Gewehrs ist recht einfach, bei ihrem Anblick musste man sich wirklich fragen, warum sie nicht fünfzig Jahre früher erfunden worden sei. Doch wie alle einfachen Dinge brauchte es eben seine Zeit, bis die Funktion wirklich einfach und zuverlässig war. Der Verschluss drehte sich auf einer Achse, ähnelte sonst aber weitgehend dem Verschluss eines Zylinderschloss-Gewehrs. Betätigt wird er durch einen Stab, der mit einem Zapfen versehen ist. Der Zapfen hakt am Verschluss fest und verschwindet beim Schuss im Holz des Schaftes. Der Stab ist mit einem Gaszylinder unter dem Lauf verbunden und trägt auch die Rückholfeder. Diese Feder hat auch die Aufgabe, auf die Patronen im Magazin zu drücken, damit eine im Lauf liegt, sobald der Verschluss zurückschnellt War ein Schuss abgefeuert worden, wurde das Gas, das die Kugel durch den Lauf trieb, durch eine winzige Öffnung nahe der Mündung gedrückt und in den Gaszylinder geleitet. Hier drückte es auf die Spitze des beweglichen Stabes. Er wurde zurückgedrückt und durch seine Verbindung mit dem Schloss-Zapfen und durch die übereinstimmend geformten Nocken-Oberflächen drehte sich der Verschluss, schnellte zurück und warf die Patronenhülse aus. Am Ende des Verschlussrücklaufes dehnte sich die Rückholfeder, die durch den Druck des beweglichen Stabes gespannt worden war, wieder aus. Sie schob den Verschluss nach vorn, die Patrone wurde aus dem Magazin in den Lauf gedrückt, und mit der letzten Bewegung wurde der Verschluss für den nächsten Schuss gespannt. Alles, was der Schütze noch zu tun hatte, war zu zielen und abzudrücken. Das Magazin wurde mit einem Einsteck-Rahmen, der acht Schuss enthielt, geladen. In den Augen vieler höherer Militärs war dieser Rahmen der einzige Nachteil des Garand-Gewehrs; denn der Rahmen musste vollgefüllt in das Magazin geschoben werden. Hier gab es nicht – wie beim manuell bedienten Gewehr – die Möglichkeit, einzelne Patronen ins Magazin zu schieben. Der Rahmen wurde komplett eingeschoben, die Patronen wurden nicht wie beim nicht-automatischen Gewehr herausgezogen. Stattdessen schob der Verschluss im Magazin die Patrone in den Lauf, sobald sie benötigt wurde. War der letzte Schuss aus dem Magazin verfeuert, wurde der leere Rahmen automatisch ausgeworfen, der Verschluss blieb so lange zurückgedrückt, bis der neue Rahmen eingeschoben worden war. Es war jedoch immer erforderlich, ein komplettes Magazin einzuschieben. Im Gegensatz zu den meisten anderen Konstruktionen dieser Art galt beim Garand-Gewehr die Parole: ‘Alles oder nichts !’. Es war also nicht möglich, nur ein oder zwei Patronen nachzuschieben. Der andere Nachteil war das heraus fliegende leere Magazin. Es flog ein, zwei Meter durch die Luft, und wenn es dann auf harten, beispielsweise vereisten Boden flog, war das zu hören. Ein alarmierter Feind konnte dann – in dem sicheren Wissen, dass sein Gegner momentan nicht in der Lage war auf ihn zu schießen – praktisch ohne jede Gefahr für sich auf ihn feuern. Diese Probleme konnten bei den amerikanischen M1 auch bis 1957 nicht behoben werden, als die US-Armee das Gewehr M14 als Nachfolger einführte, welches praktisch ein überarbeitetes M1 Garand mit einer erhöhten Munitionskapazität war. Bei einigen anderen Armeen, unter anderem in der Türkei, wird das M1 Garand immer noch verwendet. Deshalb sollen auch nicht die Erfahrungen eines aktuellen Nutzers verschwiegen werden, welcher an dieser Waffe ausgebildet wurde, wobei aber unklar ist, ob hier spätere Modifikationen erfolgten: Wenn der Verschluss nach ganz hinten gebracht wird, kann auch ein halb-leerer Patronen-Clip wieder geladen werden. Auch kann ein Clip reingeschoben werden und dann nachgeladen werden. Der Hebel ist am Verschluss und muss nach hinten gezogen werden, bis er einrastete. Die Daumen sind immer in Gefahr, denn mit ihnen wird der Clip reingeschoben. Das verräterische Geräusch kommt vom Auswerfen es Clips, dieses ist sehr laut. Da der Nutzer hier aber nicht auf harten Boden geschossen hat, kann er die Geräuschkulisse dafür nicht beurteilen. Ein gleiches Geräusch kann man leicht simulieren, wenn man mit einem leeren Clip an den Lauf schlägt. Wenn man nun mit geladener Waffe wartet, dass mehr …

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