Achsen-Verbündete Kräfteverteilung 1942

Kräfteverteilung der Achsen-Verbündeten (Italien, Finnland, Rumänien, Ungarn, Bulgarien und Slowakei) nach Kriegsschauplätzen im Sommer 1942.

Italienische Infanterie mit dem alten Tropenhelm
Italienische Infanterie mit dem alten Tropenhelm rückt während der Kämpfe im Jahr 1942 in der nordafrikanischen Wüste vor.

Deutschlands europäische Verbündete im Zweiten Weltkrieg: Überblick über die Streitkräfte

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Deutschland von mehreren europäischen Verbündeten unterstützt, deren militärische Beiträge hinsichtlich Umfang, Leistungsfähigkeit und Motivation stark variierten. Obwohl sie oft von der Wehrmacht in den Schatten gestellt wurden, spielten diese Streitkräfte an mehreren Fronten eine bedeutende Rolle, insbesondere in Osteuropa und im Mittelmeerraum.

Italien

Italien war Deutschlands prominentester Partner in der Achse. Seine Streitkräfte – die Regio Esercito (Armee), die Regia Marina (Marine) und die Regia Aeronautica (Luftwaffe) – waren in Nordafrika, auf dem Balkan und an der Ostfront im Einsatz.

  • Stärken: Große Personalstärke, bedeutende Marinepräsenz im Mittelmeer.
  • Schwächen: Schlechte Ausrüstung, uneinheitliche Führung, logistische Mängel.
  • Ergebnis: Nach schweren Verlusten und einem inneren Zusammenbruch kapitulierte Italien 1943, was zu einer Spaltung zwischen den mit den Alliierten verbündeten Streitkräften und den von Deutschland unterstützten Einheiten im Norden führte.

Finnland

Finnland kämpfte gegen die Sowjetunion in dem sogenannten Fortsetzungskrieg (1941–1944) und verbündete sich mit Deutschland vor allem aus strategischer Notwendigkeit nach dem Winterkrieg.

  • Stärken: Hochmotivierte Truppen, starke Verteidigungstaktiken, effektive Nutzung des Geländes.
  • Schwächen: Begrenzte industrielle Kapazitäten und Arbeitskräfte.
  • Ergebnis: Beibehaltung der operativen Unabhängigkeit und späterer Abschluss eines Waffenstillstands mit der UdSSR, wobei im Lapplandkrieg sogar deutsche Truppen vertrieben wurden.

Rumänien

Rumänien stellte eine der größten Armeen der Achsenmächte und war für Deutschland aufgrund seiner Ölvorkommen in Ploiești von entscheidender Bedeutung.

  • Stärken: Große Armee, wichtige logistische und ressourcenbezogene Unterstützung.
  • Schwächen: Veraltete Ausrüstung, verwundbare Flanken (insbesondere bei Stalingrad).
  • Ergebnis: Wechselte 1944 nach einem Staatsstreich die Seiten und schloss sich den Alliierten an.

Ungarn

Ungarn stellte erhebliche Streitkräfte zur Verfügung, insbesondere an der Ostfront.

  • Stärken: Gut ausgebildetes Offizierskorps, einige modernisierte Einheiten.
  • Schwächen: Begrenzte schwere Ausrüstung, schwere Verluste in der Sowjetunion.
  • Ergebnis: Versuchte 1944, aus dem Krieg auszusteigen, wurde jedoch von Deutschland besetzt; kämpfte bis 1945 weiter.

Bulgarien

Bulgarien schloss sich der Achse an, spielte jedoch eine eher begrenzte Rolle im Kampfgeschehen.

  • Stärken: Starke regionale Armee, die bei Besatzungsaufgaben effektiv war.
  • Schwächen: Vermeidung direkter Kämpfe mit der Sowjetunion.
  • Ergebnis: Wechselte 1944 die Seiten und erklärte Deutschland den Krieg.

Slowakei

Die Slowakische Republik, ein deutscher Satellitenstaat, stellte kleinere Truppen vor allem an der Ostfront zur Verfügung.

  • Stärken: Frühe Beteiligung an der Operation Barbarossa.
  • Schwächen: Begrenzte Größe und Ausrüstung.
  • Ergebnis: Der Slowakische Nationalaufstand im Jahr 1944 markierte einen bedeutenden Widerstand gegen die deutsche Herrschaft.

Fazit

Deutschlands europäische Verbündete stellten entscheidende personelle Ressourcen, Material und strategische Unterstützung bereit, doch ihre Wirksamkeit variierte erheblich. Viele hatten mit innerpolitischer Instabilität, Ausrüstungsmangel und unterschiedlichen Kriegszielen zu kämpfen. Bis 1944 waren die meisten entweder besiegt, besetzt oder hatten die Seiten gewechselt – was die Fragilität des Achsenbündnisses deutlich machte.

Die Kräfteverteilung der Verbündeten Deutschlands im Sommer 1942

Parade rumänischer Infanterie
Parade rumänischer Infanterie im Jahr 1941.

Kräfteverteilung der Bodenstreitkräfte

Italienische, finnische, rumänische, ungarische, bulgarische und slowakische Kräfteverteilung nach Kriegsschauplätzen im Sommer (Juni/Juli) 1942 nach Sollstärken.

ITALIEN

Italienische Streitkräfte: Divisionen:

Kriegsschauplatz
Infanterie, Gebirgs- (Alpini), Fallschirm-jäger und Schwarz-hemden
mobile, motorisierte und teil-mot. Nordafrika-Infanterie-Divisionen
Comando Supremo Afrika
1
6
2
8. Armee (Expeditions-Streitkräfte Ostfront)
6
-
-
in Zuführung zur 8. Armee, Ostfront
3
1
-
Norditalien
ca. 19
1
-
Mittel- und Süditalien, Sizilien
ca. 23
-
-
Sardinien, Korsika
ca. 9
-
-
Balkan, Kroatien, Griechenland
ca. 29
1
1
INSGESAMT
90
9
3

Italienische Infanterie:

Kriegsschauplatz
Infanteristen (Gewehr-Träger)
automat. Gewehre
MPIs
MGs
Granat- werfer
leichte Panzer- abwehrwaffen
Comando Supremo Afrika
28.729
124+
?
1.668
96
?
8. Armee (Expeditions-Streitkräfte Ostfront)
49.506
?
?
1.656
1.044
?
in Zuführung zur 8. Armee, Ostfront
29.414
?
?
960
582
?
Norditalien
162.693
?
?
5.316
3.250
?
Mittel- und Süditalien, Sizilien
189.773
?
?
6.348
4.002
?
Sardinien, Korsika
74.259
?
?
2.484
1.566
?
Balkan, Kroatien, Griechenland
247.030
?
?
8.208
4.999
?
INSGESAMT
781.404
124+
?
26.640
15.539
?

 

Italienische Fahrzeuge und Artillerie:

Kriegsschauplatz
Kampfpanzer
Sturmgeschütze, Selbstfahrlafetten
Schützen- panzer
LKWs
Feld- geschütze
PAK
Flak
Comando Supremo Afrika
310
182
?
4.200 (?)
280
646
144
8. Armee (Expeditions-Streitkräfte Ostfront)
-
-
?
516
216
144
48
in Zuführung zur 8. Armee (Ostfront)
46
-
?
476
144
88
32
Norditalien
46
-
?
1.766
708
448
152
Mittel- und Süditalien, Sizilien
-
-
?
1.978
828
552
184
Sardinien, Korsika
-
-
?
774
324
216
72
Balkan, Kroatien, Griechenland
190
41
?
2.844
1.118
691
258
INSGESAMT
592
223
?
12.554
3.618
2.785
890

FINNLAND

Finnische Streitkräfte: Divisionen:

Kriegsschauplatz
Infanterie
motorisierte Infanterie, Kavallerie
Panzer
Südostarmee
7
-
-
Karelische Armee
5
1
-
Lappland
2
-
-
Reserven
2
-
-
INSGESAMT
16
1
-

Finnische Infanterie:

Kriegsschauplatz
Infanteristen (Gewehr-Träger)
automat. Gewehre
MPIs
MGs
Granat- werfer
leichte Panzer- abwehrwaffen
Südostarmee
ca. 70.000
?
1.750
812
126
?
Karelische Armee
ca. 60.000
?
1.500
736
114
?
Lappland
ca. 20.000
?
500
232
36
?
Reserven
ca. 20.000
?
500
232
36
?
INSGESAMT
170.000
?
4.250
2.012
312
?

Finnische Fahrzeuge und Artillerie:

Kriegsschauplatz
Kampfpanzer
Sturmgeschütze, Selbstfahrlafetten
Schützen- panzer
LKWs
Feld- geschütze
PAK
Flak
Südostarmee
-
-
?
-
252
70
-
Karelische Armee
ca. 150
-
?
ca. 400
204
ca. 60
-
Lappland
-
-
?
-
72
20
-
Reserven
-
-
?
-
72
20
-
INSGESAMT
150
-
?
400
600
170
-

RUMÄNIEN

Rumänische Streitkräfte: Divisionen:

Kriegsschauplatz
Infanterie, Gebirgs-Divisionen
motorisierte Infanterie, Kavallerie
Panzer
bei dt. H.Gr. Süd (Ostfront)
9
3
-
in Zuführung zur dt. H.Gr. Süd (Ostfront)
9
4
1
in Rumänien
15
-
-
INSGESAMT
33
7
1

Rumänische Infanterie:

Kriegsschauplatz
Infanteristen (Gewehr-Träger)
automat. Gewehre
MPIs
MGs
Granat- werfer
leichte Panzer- abwehrwaffen
bei dt. H.Gr. Süd (Ostfront)
ca. 84.000
?
-
ca. 1.050
ca. 210
?
in Zuführung zur dt. H.Gr. Süd (Ostfront)
ca. 92.000
?
-
ca. 1.150
ca. 230
?
in Rumänien
ca. 120.000
?
-
ca. 1.500
ca. 300
?
INSGESAMT
296.000
?
-
3.700
740
?

Rumänische Fahrzeuge und Artillerie:

Kriegsschauplatz
Kampfpanzer
Sturmgeschütze, Selbstfahrlafetten
Schützen- panzer
LKWs
Feld- geschütze
PAK
Flak
bei dt. H.Gr. Süd (Ostfront)
-
-
insg. ca. 400 Skoda
ca. 100
350
261
-
in Zuführung zur dt. H.Gr. Süd (Ostfront)
ca. 150
-
-
-
386
318
-
in Rumänien
-
-
-
-
360
450
-
INSGESAMT
150
-
400
100
1.096
1.029
-

UNGARN

Ungarische Streitkräfte: Divisionen:

Kriegsschauplatz
Infanterie, Gebirgs-Divisionen
motorisierte Infanterie, Kavallerie
Panzer
bei dt. H.Gr. Süd (Ostfront)
7
-
1
in Zuführung zur dt. H.Gr. Süd (Ostfront)
2
-
-
bei dt. H.Gr. Mitte (Ostfront)
1
-
-
in Ungarn
9
-
-
INSGESAMT
19
-
1

Ungarische Infanterie:

Kriegsschauplatz
Infanteristen (Gewehr-Träger)
automat. Gewehre
MPIs
MGs
Granat- werfer
leichte Panzer- abwehrwaffen
bei dt. H.Gr. Süd (Ostfront)
ca. 75.000
?
?
ca. 1.150
ca. 220
266
in Zuführung zur dt. H.Gr. Süd (Ostfront)
ca. 20.000
?
?
ca. 300
ca. 230
76
bei dt. H.Gr. Mitte (Ostfront)
ca. 10.000
?
?
ca. 150
ca. 30
38
in Ungarn
ca. 90.000
?
?
ca. 1.350
ca. 270
342
INSGESAMT
195.000
?
-
2.950
750
722

Ungarische Fahrzeuge und Artillerie:

Kriegsschauplatz
Kampfpanzer
Sturmgeschütze, Selbstfahrlafetten
Schützen- panzer
LKWs
Feld- geschütze
PAK
Flak
bei dt. H.Gr. Süd (Ostfront)
107
24
-
ca. 200
168
ca. 300
-
in Zuführung zur dt. H.Gr. Süd (Ostfront)
-
-
-
-
48
80
-
bei dt. H.Gr. Mitte (Ostfront)
-
-
-
-
24
40
-
in Ungarn
-
-
-
-
216
360
-
INSGESAMT
107
24
-
200
456
780
-

BULGARIEN

Bulgarische Streitkräfte: Divisionen:

Kriegsschauplatz
Infanterie, Gebirgs-Divisionen
motorisierte Infanterie, Kavallerie
Panzer
5. Armee in Südost-Serbien
3
-
-
5. Armee in Makedonien
3
1
-
I. Besatzungs-Korps
7
-
-
in Bulgarien
8
1
1
INSGESAMT
21
2
1

Bulgarische Infanterie:

Kriegsschauplatz
Infanteristen (Gewehr-Träger)
automat. Gewehre
MPIs
MGs
Granat- werfer
leichte Panzer- abwehrwaffen
5. Armee in Südost-Serbien
ca. 12.000
?
?
ca. 300
ca. 30
?
5. Armee in Makedonien
ca. 16.000
?
?
ca. 350
ca. 35
?
I. Besatzungs-Korps
ca. 28.000
?
?
ca. 700
ca. 70
?
in Bulgarien
ca. 36.000
?
?
ca. 900
ca. 90
?
INSGESAMT
92.000
?
-
2.250
225
?

Bulgarische Fahrzeuge und Artillerie:

Kriegsschauplatz
Kampfpanzer
Sturmgeschütze, Selbstfahrlafetten
Schützen- panzer
LKWs
Feld- geschütze
PAK
Flak
5. Armee in Südost-Serbien
.
-
-
-
ca. 72
ca. 30
-
5. Armee in Makedonien
-
-
-
-
ca. 84
ca. 35
-
I. Besatzungs-Korps
-
-
-
-
ca. 168
ca. 70
-
in Bulgarien
121
-
-
ca. 100
ca. 216
ca. 90
-
INSGESAMT
121
-
-
100
540
225
-

SLOWAKEI

Slowakische Streitkräfte: Divisionen:

Kriegsschauplatz
Infanterie, Gebirgs-Divisionen
motorisierte Infanterie
Panzer
bei dt. H.Gr. Süd (Ostfront)
-
1
-
in der Slowakei
2
-
-
INSGESAMT
2
1
-

Slowakische Infanterie:

Kriegsschauplatz
Infanteristen (Gewehr-Träger)
automat. Gewehre
MPIs
MGs
Granat- werfer
leichte Panzer- abwehrwaffen
bei dt. H.Gr. Süd (Ostfront)
ca. 7.000
?
?
ca. 200
ca. 50
?
in der Slowakei
ca. 20.000
?
?
ca. 400
ca. 100
?
INSGESAMT
27.000
?
?
600
150
?

Slowakische Fahrzeuge und Artillerie:

Kriegsschauplatz
Kampfpanzer
Sturmgeschütze, Selbstfahrlafetten
Schützen- panzer
LKWs
Feld- geschütze
PAK
Flak
bei dt. H.Gr. Süd (Ostfront)
ca. 20
-
-
695
27
ca. 30
-
in der Slowakei
-
-
-
-
54
ca. 60
-
INSGESAMT
20
-
-
695
81
90
-


Kräfteverteilung der Luftstreitkräfte

Die Stärkenachweise der Flugzeuge für die Regia Aeronautica stammt vom Oktover/November 1942.

Stärke der Regia Aeronautica:

Kriegsschauplatz
Jagdflugzeuge
Jabos
leichte Bomber
mittlere Bomber
italienisches Festland
264
-
20
209
Sizilien
184
-
-
84
Sardinien
33
-
-
72
Libyen
ca. 210
ca. 150
ca. 25
ca. 60
Ägäis
46
-
-
41
Griechenland
81
-
-
-
Albanien
15
-
-
17
Slowenien, Dalmatien
-
-
-
17
Russland
40
-
-
-
INSGESAMT
873
150
45
500

alle anderen Luftwaffen der Achsen-Verbündeten:

Kriegsschauplatz
Jagdflugzeuge
Jabos
leichte Bomber
mittlere Bomber
Finnland
ca. 200
-
ca. 50
ca. 50
Rumänien, Ostfront
ca. 80
-
ca. 25
ca. 70
in Rumänien
ca. 80
-
-
ca. 100
Ungarn, Ostfront
ca. 50
-
-
ca. 50
in Ungarn
ca. 40
-
-
ca. 60
Bulgarien
ca. 150
-
ca. 30
ca. 30
Slowakei, Ostfront
ca. 20
-
ca. 10
-
INSGESAMT
620
-
115
360

Kräfteverteilung der Seestreitkräfte

Stärke der Achsen-Verbündeten an Schiffen:

Kriegs- schauplatz
Schlacht- schiffe
schwere Kreuzer
leichte Kreuzer
Torpedoboote
S-Boote
Handels- schiffe
Regia Navale (Italien, Mittelmeer)
6 (+1 Reparatur langfristig)
4
ca. 12
ca. 45
ca. 60
?
ca. 90
ca. 483 (ca. 1,481 Mill t)
Finnland (Ostsee)
-
-
1 (Küsten-panzer-schiff)
-
-
ca. 7
5
432 (alle Größen)
Rumänien (Schwarzes Meer)
-
-
-
7
-
ca. 6
3
35
Bulgarien (Schwarzes Meer)
-
-
-
-
4
ca. 10
-
14
INSGESAMT
7 (1 in Reparatur)
4
ca. 13
ca. 52
ca. 64
23+
ca. 98
ca. 2 Mill t


Deutschlands Verbündete im Osten

Rumänische Soldaten Parade
Rumänische Soldaten paradieren auf dem Kasernenhof.

Die Teilnahme dieser Satellitenstaaten am Krieg im Osten kann grob in vier Phasen unterteilt werden.
Während der ersten Abschnitte des Unternehmens Barbarossa drangen starke finnische und rumänische Streitkräfte zusammen mit den Deutschen in die Sowjetunion ein. Dazu kamen kleinere, eher repräsentative Kontingente aus Ungarn, Italien und der Slowakei.

Nachdem die Finnen ihre Grenzen von 1939 erreicht hatten, gruben sie sich ein und weigerten sich weiter vorzurücken. Die anderen nationalen Kontingente waren bis zum Beginn des Winters 1941/42 erschöpft und die Ungarn und der Großteil der Rumänen wurde abgezogen, um sich neu zu gruppieren.

Als den Deutschen Anfang 1942 klar geworden war, dass sie mehr Männer für ihre Offensive im Sommer 1942 benötigen würden, schickten sie Feldmarschall Keitel aus, um die Ungarn und Rumänen zu überreden, mehr Truppen bereitzustellen. Keitel musste jedoch einwilligen, dass diese Truppen im Rahmen unabhängiger, nationaler Armee eingesetzt werden.

Diese Armeen begannen an der Ostfront während des Sommers 1942 einzutreffen. Als die Deutschen sich ihren Weg in den Kaukasus und nach Stalingrad freikämpften, fanden sich ihre Verbündeten in langen Abschnitten entlang des Dons wieder.

Truppen der ungarischen 2. Armee auf dem Marsch
Truppen der ungarischen 2. Armee auf dem Marsch in Russland im Sommer 1942.

In diesen verbündeten Armeen erkannte die Rote Armee ihre Möglichkeiten und im November 1942 durchbrachen sie die zwei rumänischen Armeen, um Stalingrad einzuschließen. Dem folgte eine Reihe von Hammerschlägen auf die italienische und ungarische Armee.

Nach diesen Katastrophen sagte Hitler ‚Ich will nie mehr einen Soldaten unserer östlichen Verbündeten an der Ostfront sehen‘ und die meisten dieser Überlebenden wurden tatsächlich mit Beginn des Jahres 1943 nach Hause geschickt. Die Verbleibenden wurden zur Bekämpfung von Partisanen, Garnison-Dienst oder Küstenschutz am Schwarzen Meer für den Rest des Jahres verwendet. Die Moral dieser Soldaten zerfiel und ihre Regierungen zu Hause streckten Friedensfühler zu den westlichen Alliierten aus.

1944 war dann das Jahr des endgültigen Zerfalls des Achsenbündnisses. Anfang 1944 mussten die Rumänien zurück in die Frontlinie kommen, um die Situation im Süden nun vor ihrer Haustür zu stabilisieren, während Slowaken und Ungarn sich darauf vorbereiteten, die Karpaten-Pässe gegen die vorstürmende Rote Armee zu verteidigen.

Im August 1944 stießen die Russen dann wieder durch die rumänischen Armeen hindurch und schlossen dabei wieder eine deutsche Armee ein. Durch einen Putsch in Bukarest liefen die Rumänen zu den Russen über und die Slowaken begannen einen erfolglosen Aufstand.
Zwischenzeitlich hatten die Russen auch im Norden eine Offensive gegen die Finnen begonnen, welche um Frieden bitten mussten und zustimmten, die deutschen Einheiten aus ihrem Land zu vertreiben.

Der letzte Abschnitt des Krieges brachte dann Rumänen und Finnen dazu, aktiv auf der Seite der Sowjets gegen die Deutschen zu kämpfen, während die Slowakei zu einem besetzten Land wurde. Nur Ungarn verblieb an der deutschen Seite, aber hauptsächlich nur deshalb, weil ein deutscher Putsch eine faschistische Regierung an die Macht brachte. Dazu führte der Umstand, dass die verhassten Rumänen nun auf der anderen Seite kämpften, auch dazu, dass die Ungarn sich nun wesentlich mehr in diesem Krieg engagierten. Rumänen und Ungarn waren sich gegenseitig so sehr verhasst, dass sie nun mit erheblich mehr Enthusiasmus aufeinander schossen, als sie das noch gegen die Russen getan hatten.

Während des Jahres 1942, als ihre Teilnahme an dem Krieg am größten war, stellten die Satelliten-Armeen etwa ein Viertel der Achsen-Divisionen an der Ostfront. Abgesehen von den Finnen, waren sie fast ausschließlich bei der deutschen Heeresgruppe Süd konzentriert. Jedoch bedeutete ihre Mängel bei Ausrüstung, Training und Begeisterung, dass ihre Präsenz in der Frontlinie eine Schwachstelle darstellte.

Gegen Ende des Krieges hatten die Deutschen jegliche Begeisterung für Massen von unwilligen Wehrpflichtigen ihrer Verbündeten verloren und beschränkten sich auf eine begrenzte Anzahl fanatischer Freiwilliger, welche nach deutschen Maßstäben ausgerüstet und organisiert werden konnten.
Trotzdem gaben deutsche Verantwortliche zu, dass die Finnen überlegen in ihrem eigenen, nördlichen Kriegsschauplatz waren und das auch Ungarn, Rumänen und Slowaken bei vielen Gelegenheiten gut gekämpft hatten.

Verhältnis Deutschlands zu den Verbündeten

Die Beziehungen zwischen den Deutschen und ihren Verbündeten waren im allgemeinen gut. Viele der höheren Offiziere dieser osteuropäischen Armeen hatten vorausgegangene Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den Deutschen. Die Ungarn und Slowaken hatten in der österreich-ungarischen Armee zusammen mit deutschen Einheiten während des Ersten Weltkriegs gekämpft, vor allem gegen Russen an der Ostfront. Und viele der Finnen hatten in der deutschen Armee gekämpft, als sie in den Jäger-Freiwilligen-Bataillonen organisiert waren.

Ihr Respekt vor den deutschen militärischen Fähigkeiten half ihnen dabei, die ‚Ratschläge‘ deutscher Vorgesetzter zu akzeptieren, wenn auch die an eher zeremonielle Ausdrucksweise gewöhnten Italiener und Rumänen durch die manchmal grobe Sprache deutscher Generalstäbe sich gekränkt fühlten.

ungarische und deutsche Offiziere
Ungarische Offiziere besprechen sich 1944 mit den Deutschen.

Aus Sicht der Rassentheorie der Nazis war es auch nicht unwichtig, dass abgesehen von den Slowaken keiner der Verbündeten der slawischen Volksgruppe angehörte. Die Finnen und Ungarn sind rassisch eindeutig unterschiedlich und die Rumänen bezeichneten sich selbst als die Römer oder Italiener Osteuropas.
Die Finnen stellten auch aus diesem Grunde einige der ersten ausländischen Freiwilligen für die Waffen-SS, wenn auch die Deutschen offensichtlich zuerst annahmen, dass diese vor allem ’schwedische‘ und damit ‚germanische‘ Finnen waren.

Die Rasse verursachte jedoch ein schwieriges anderes Problem. Verteilt über ganz Osteuropa befanden sich Kolonien von Volksdeutschen oder rassisch deutschstämmigen Menschen, von denen viele stolz auf ihre Abstammung waren und in deutschen Einheiten dienen wollten. Diejenigen davon, welche in den besetzten Gebieten lebten, waren kein Problem, da sie sich direkt bei den deutschen Dienststellen freiwillig melden konnten. Aber Personen, welche in Ungarn, Rumänien oder der Slowakei lebten, waren technisch gesehen Bürger eines verbündeten Staates und verpflichtet, in dessen Armee zu dienen. Da diese deutschstämmigen Bürger zumeist zu den gebildetsten Einwohner dieser Länder zählten, wäre ihr Verlust für die dortigen Streitkräfte ein schwerer Verlust, vor allem bei den technischen Diensten.

Jedoch führte Druck durch diese Volksdeutschen selbst und von der immer nach neuen Rekruten Ausschau haltenden Waffen-SS dazu, dass die Slowakei 1940, Rumänien 1943 und Ungarn 1944 Vereinbarungen eingehen mussten, alle Volksdeutschen mit Ausnahme dringend benötigter Spezialisten freiwillig Militärdienst bei den deutschen Streitkräften leisten zu lassen. Viele hatten dies zuvor schon auf illegale Weise getan.

Die Armeen der Verbündeten waren weit davon entfernt, Blaupausen der Wehrmacht zu sein. Diese Streitkräfte hatten ihre eigene Tradition, Organisation, Ausrüstung und Bewaffnung. Der Einfluss des ehemaligen Österreich-Ungarn war noch stark, zusammen mit französischen und zu einem geringeren Ausmaß italienischen Einflüssen. Die Slowaken behielten die Doktrinen der hochprofessionellen tschechoslowakischen Armee bei, während die Finnen spezielle Taktiken und Waffen für ihre eigene, besondere Situation entwickelt hatten.

Diese Unterschiede verursachten Probleme, da eine Division der Satellitenstaaten nicht unbedingt vergleichbar zu einer der Wehrmacht sein musste. Dies betraf die Mannschaftsstärke und auch die Feuerkraft. Jedoch brachte der deutsche Einfluss nach und nach eine gewisse Standardisierung, insbesondere bei Panzerverbänden.

Ungarische Soldaten ziehen eine 5-cm PAK38
Ungarische Soldaten ziehen eine 5-cm PAK38 im Sommer 1942 in eine neue Stellung. Im Hintergrund ist ein PzKpfw 38(t) zu sehen.

Der größte Schwachpunkt dieser Satelliten-Armeen war ihre Ausrüstung. Die osteuropäischen Staaten hatten nur eine geringe industrielle Leistung und als der Zweite Weltkrieg erst einmal ausgebrochen war, wurde es schwierig für sie, genügend Nachschub an schweren Waffen zu erhalten.

Als Ergebnis davon zogen sie mit veralteter Artillerie, Panzern, ungenügenden Transportmitteln und sogar im Falle der Ungarn mit unzureichenden Gewehren in den Krieg. Sie waren insbesondere knapp an Panzerabwehrwaffen, eine Schwäche, welche die Russen bald ausnutzen sollten.
Die Deutschen versuchten mit Beutewaffen aus Polen, Frankreich und Belgien zu helfen, aber dies waren praktisch auch veraltete Vorkriegsmodelle. Nur wenige moderne Waffen konnten geliefert werden.

Dazu war die deutsche Politik merkwürdig kurzsichtig, da sie volle Bezahlung für jede Waffenlieferung verlangten. Als zum Beispiel die Ungarn 1944 um die Erlaubnis zur Lizenzproduktion für den hervorragenden Panther-Panzer baten, scheiterte dies an den außerordentlich hohen Preis, den die Deutschen dafür verlangten.
Es ist zwar richtig, dass die Deutschen in den Jahren 1942 bis 1943 eine Studie zur Standardisierung der Waffen vorantrieben und sogar eine Vereinbarung mit den Ungarn erzielten, aber im Allgemeinen tat sich nicht viel in diesem wichtigen Bereich.

Die Alliierten hatten ja ein ähnliches Problem in Nordafrika, wo ihre Streitkräfte durch die schlecht ausgerüsteten französischen Einheiten der Armee d’Afrique verstärkt wurden. Den Franzosen wurden daher Stellungen in den gebirgigen Regionen der Front zugewiesen, in der Hoffnung, dass diese ihnen Schutz vor Panzern geben würden, aber die deutschen Truppen stießen trotzdem hindurch.
Danach wurden alle alliierten Kontingente erst einmal nach britischen oder amerikanischen Standard ausgerüstet und dieser Schwachpunkt war behoben.

Dies wurde allerdings durch die große amerikanische industrielle Kapazität möglich gemacht. Dagegen war man in Deutschland noch nicht einmal in der Lage, den eigenen Standard für die eigenen Truppen zu erfüllen. Was blieb da noch für die kleineren Verbündeten übrig ?
Dies führte natürlich dazu, dass die verbündeten Truppen immer die Schwachpunkte in der Verteidigungslinie waren, welche der Gegner nur zu gerne ausnutzte. Tapfer wie viele ihrer Männer waren, konnte von ihnen jedoch nicht erwartet werden, dass sie unbegrenzt den Kampf als ‚arme Verwandte‘ für eine verlorene Sache fortsetzten.


Quellenangaben und Literatur

The Armed Forces of World War II (Andrew Mollo)
Germany’s Eastern Front Allies 1941-45 (Peter Abbott, Nigel Thomas)
World War II – A Statistical Survey (John Ellis)
Der Grosse Atlas zum II. Weltkrieg (Peter Young)
Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht, Band 1-8 (Percy E. Schramm)

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