Wehrmacht Kriegsgliederung Balkanfeldzug

Kriegsgliederung der Wehrmacht vom 5. April 1941 beim Angriff auf Jugoslawien und Griechenland, Luftlandetruppe und Luftwaffe.

Vormarsch in Jugoslawien
Vormarsch auf verschlammten Straßen in Jugoslawien.

Kriegsgliederung der Wehrmacht im Balkanfeldzug

Um seine Südflanke für den geplanten Angriff auf Russland abzusichern, hatte Hitler den jugoslawischen Prinzregenten Paul in das Achsen-Bündnis gedrängt. Als dann aber anti-deutsche Putschisten die Regierung in Belgrad stürzten, befahl Hitler die Besetzung von Jugoslawien und die Vertreibung der Engländer aus Griechenland.

Überblick über die deutschen Streitkräfte bei diesem Feldzug

Heeresgruppe E:
– Kommandiert von Feldmarschall Wilhelm List
– Bestehend aus der 12. Armee und verschiedenen anderen Einheiten

12. Armee:
– Befehlshaber: Feldmarschall Wilhelm List
– Zu den wichtigsten Einheiten gehörten:
– XL Panzerkorps
– XVIII. Gebirgskorps
– XXX Infanterie-Korps

2. Armee:
– Unter dem Kommando von General Maximilian von Weichs
– Vor allem an der Invasion Jugoslawiens beteiligt

Verbände der Luftwaffe:
– 4. Luftflotte, kommandiert von General Alexander Löhr
– Umfasste verschiedene Jagd-, Bomber- und Unterstützungsstaffeln

SS-Einheiten:
– Mehrere motorisierte SS-Infanterieregimenter waren beteiligt

Panzerdivisionen:
– 2. Panzerdivision
– 5. Panzerdivision
– 9. Panzerdivision

Gebirgsdivisionen:
– 1. Gebirgsdivision
– 5. Gebirgsdivision

Infanterie-Divisionen:
– Mehrere Infanteriedivisionen waren beteiligt, darunter die 46., 50., 73. und 164. Infanteriedivision

Verbündete Streitkräfte:
– Italienische 2. Armee (für den Einmarsch in Jugoslawien)
– Ungarische 3. Armee (für den Einmarsch in Jugoslawien)

Die deutschen Streitkräfte waren in diesem Feldzug sehr effektiv und überwältigten schnell die Verteidigungsanlagen sowohl Jugoslawiens als auch Griechenlands. Die Operation dauerte vom 6. April bis zum 1. Juni 1941 und führte zur Besetzung der beiden Länder durch die Achsenmächte.

Dieser Feldzug verzögerte den deutschen Überfall auf die Sowjetunion (Operation Barbarossa) womöglich um mehrere Wochen, was nach Ansicht einiger Historiker erhebliche Auswirkungen auf den Ausgang des Krieges an der Ostfront hatte.

Durchführung

Soldaten der LSAAH beim gewagten Übersetzen nach Patras
Soldaten der LSAAH beim gewagten Übersetzen nach Patras (Griechenland) über den Kanal von Korinth auf Fischerbooten.

Unternehmen Marita, die Invasion Jugoslawiens begann am 6. April 1941, nach einer erstaunlich kurzen Vorbereitungszeit von nur 10 Tagen. Es wurde zu einem vollen Erfolg, denn bei einem Verlust von 558 Mann wurde die jugoslawische Armee völlig zerschlagen und über 300.000 Mann gerieten in Gefangenschaft.

Gleichzeitig griffen 5 Divisionen von Lists 12. Armee Griechenland an und eroberten das Land bis Ende April, wenn auch die Verluste hier mit knapp über 5.000 Mann viel höher waren. Der schnelle Sieg der Wehrmacht auf dem Balkan beruhte auf dem perfekten Umgang mit den Panzer- und Luftstreitkräften gegen die Armeen eines unorganisierten Gegners.

Aus der Kriegsgliederung weiter unten ist zu sehen, dass die deutschen Armee-Korps eine sehr flexible Zusammensetzung hatten, wodurch eine Vielzahl von unterschiedlichen Formationen für die jeweiligen, örtlichen Gegebenheiten verwendet werden konnte. So verfügte das XVIII. Korps beispielsweise über 2 Gebirgsdivisionen und eine Panzerdivision, speziell für den Einsatz in dem schwierigen Gelände dort.

Die Divisionsgliederung der Wehrmacht war die gleiche wie aus dem Jahr 1940, mit Ausnahme der Panzerdivisionen, welche neu zusammengesetzt wurden, um ein ausgewogeneres infanteristisches Element zu erhalten. Im Frankreich-Feldzug 1940 trat nämlich des Öfteren das Problem auf, dass Panzerverbände ohne die Unterstützung der anderen Waffengattungen durch das Feindesland rasten, während die zu Fuß marschierende Infanterie überhaupt nicht mehr hinterherkam. Die Panzer-Divisionen hatten daher jetzt nur noch ein Panzer-Regiment bei weiterhin zwei motorisierten Infanterie-Regimenter sowie stärkere Unterstützungseinheiten, welche Selbstfahrlafetten für die PAK und Artillerie beinhalteten. Die Division war nun 15.600 Mann stark und hatte eine Sollstärke von 211 Panzern, wobei die PzKpfw III und PzKpfw IV nun deren hauptsächliche Schlagkraft bildeten.


Luftlandetruppe

Zigarettenpause Fallschirmjäger auf Kreta
Zigarettenpause für drei völlig von den Kämpfen bei Heraklion auf Kreta ermüdete Fallschirmjäger.

Nach dem Erfolg der Fallschirmjäger in Holland und Belgien wurde das XI. Luftlande-Korps im Sommer 1940 unter dem Kommando von Kurt Student offiziell aufgestellt. Dieser neue Verband war erstmals in Aktion während der deutschen Invasion Griechenlands, als das 2. Fallschirmjäger-Regiment über Korinth absprang, um die einzige Brücke über den Kanal intakt zu sichern, was allerdings letztlich fehlschlug.

Die Kontrolle über Griechenland war jedoch nicht gleichzeitig die Kontrolle über das Mittelmeer und so wurden schnell Pläne erstellt, um die strategisch wichtige Insel Kreta zu erobern.
Das XI. Luftlande-Korps war die Speerspitze dieses Angriffs. Die Luftlandung auf Kreta mit 22.000 Mann und mehr als 500 Transportflugzeugen, sowie Kräften welche über See anlanden sollten, begann am 20. Mai 1941 und nach 11 Tagen erbitterter Kämpfe evakuierten die Alliierten die Insel.
Die Verluste waren jedoch hoch und die Deutschen hatten 3.250 Gefallene und Vermisste sowie 3.400 Verwundete, während 10.000 alliierte Soldaten gefangengenommen werden konnten. Die Eroberung Kretas nur aus der Luft war einer der größten Triumphe der Luftlandetruppe, während deren hohe Verluste Hitler dermaßen schockierten, das diese Eliteverbände von nun an praktisch nur noch in der Infanterie-Rolle zum Einsatz kamen.

Die Landung auf Kreta wurde von der 7. Fallschirmjäger-Division, unterstützt durch die 5. Gebirgs-Division, durchgeführt. Die 7. Fallschirmjäger-Division war wie folgt gegliedert:

  • 3 Fallschirmjäger-Regimenter zu je 3 Bataillonen,
  • Luft-Nachrichten Kompanie,
  • Transport-Kompanie,
  • Sanitätskompanie,
  • leichte Flak-Batterie,
  • PAK-Kompanie,
  • Motorrad-Zug.

Nach der Eroberung der Insel wurde die 7. Fallschirmjäger-Division abgezogen und später der Ostfront zugeführt, während die hochwertige 22. Luftlande-Division, welche nicht am Angriff beteiligt war, stattdessen als Besatzungstruppe auf Kreta verblieb. Die 22. Luftlande-Division war eine soweit normale Infanterie-Division, welche für den Lufttransport trainiert war und eine entsprechende Ausrüstung erhalten hatte.


Luftwaffe

Ju 87B auf einem Flugfeld in Griechenland
Flankiert von SC500-Bomben ist diese Ju 87B auf einem Flugfeld in Griechenland abgestellt. Der Blitzkrieg auf dem Balkan war der letzte Feldzug an dem die Stuka unbelästigt von feindlichen Jägern ihr Vernichtungswerk begehen konnte.

Der erste Einsatz der deutschen Luftwaffe über dem Mittelmeer erfolgte nach der Ankunft des X. Fliegerkorps aus Norwegen im Dezember 1940. Es sollte Unterstützung für die Bodenkämpfe in Nordafrika liefern und die englischen Versorgungsrouten durch das Mittelmeer abschneiden. Für einige Zeit beherrschte die deutsche Luftwaffe den dortigen Himmel, was auch an der Überlegenheit der Messerschmitt Bf 109 über die dort nur vorhandene Hawker Hurricane der RAF lag.

Der Balkan-Feldzug wurde von der Luftflotte 4 mit 1.200 Flugzeugen mit großem Erfolg unterstützt, was auch die Eroberung Kretas ermöglichte. Jedoch wurden anschließend eine große Anzahl der Flugzeuge, sowohl vom X. Fliegerkorps als auch von der Luftflotte 4, zurückgezogen und zur Unterstützung der Invasion Russlands verwendet. Dies hatte zur Folge, dass die deutsche Luftwaffe im Mittelmeerraum von nun an der Zahl der Flugzeuge hoffnungslos unterlegen war.


Schematische Kriegsgliederung der deutschen Wehrmacht, Stand 5.4.1941

Heeres-Gruppe A:

Armee
Korps
Divisionen
zugleich OB West in Norwegen, Frankreich, an der Kanal-Küste
AOK Norwegen
Geb.Korps Norwegen
2. Gebirgs, 3. Gebirgs Div
XXXIII. Korps
196., 181. Inf Div
XXXVI. Korps
163. Inf, 69. Inf, 214. Inf Div
Befehlshaber Niederlande
82. Inf Div
16. Armee (Reserve: XXIII. Korpsstab)
V. Korps
12. Inf, 30. Inf Div"
VII. Korps
7. Inf, 267. Inf, 208. Inf Div"
IV. Korps
58. Inf Div"
XXXXII. Korps
95. Inf, 96. Inf, 45. Inf Div
XXXVII. Korps
17. Inf, 35. Inf, 24. Inf Div
9. Armee (Reserve: 444., 253., 78. Inf Div)
VIII. Korps
8. Inf, 28. Inf Div
XXXVIII. Korps
26. Inf, 34. Inf, 254. Inf Div
XXXII. Korps
295. Inf, 227. Inf, 93. Inf Div
XXXXIII. Korps
57. Inf, 225. Inf, 216. Inf Div

Heeres-Gruppe D:

Armee
Korps
Divisionen
1. Armee
XXVII. Korps
15. Inf, 52. Inf, 20. mot.Inf., 79. Inf, 94. Inf, 85. Inf Div
XXXXV. Korps
260. Inf, Polizei-Div, 86. Inf, 215. Inf Div
6. Armee (Reserve: 403. Inf Div)
XXVIII. Korps
212. Inf, 251. Inf, 83. Inf Div
XXV. Korps
211. Inf, 205. Inf Div
7. Armee
LIX. Korps
246. Inf, 81. Inf, 223. Inf Div
XXXIX. mot.Korps
4. Panzer, SS-Totenkopf (mot) Div
XXXI. Korps
88. Inf, 263. Inf Div

Heeres-Gruppe C:

Armee
Korps
Divisionen
(Reserve: 29. mot.Inf., 10. Panzer, 7. Panzer Div)
11. Armee (Reserve: 102. Inf, 3. mot.Inf, 18. mot.Inf, 3. Panzer, 12. Panzer Div)
XXXXVIII. mot.Korps
18. Panzer, 14. mot Inf Div
XXXXVII. mot.Korps
189. Inf, 19. Panzer, 20. Panzer Div
LV. Korps
101. Leichte (1/2), 100. Leichte, 113. Inf, 187. Inf, 112. Inf, 99. Leichte, 87. Leichte, 167. Leichte Div
LII. Korps
106. Inf, 110. Inf, 111. Inf, 126. Inf (1/2), 170. Inf Div
?
126. Inf (1/2), 170. Inf Division
?
10. mot.Inf, 25. mot.Inf.Div"
XXIV. mot.Korps
36. mot.Inf, 15. Panzer, 17. Panzer, SS Wiking mot. Div
7. Armee (Reserve: 213. Inf, 218. Inf, 221. Inf, 239. Inf)
XXV. Korps
557. Inf, 555. Inf Div
XXXIII. Korps
554. Inf, 556. Inf Div

Heeres-Gruppe B:

Armee
Korps
Divisionen
zugleich Mil.Bef. im General-Gouvernment, in Polen
18. Armee (Reserve: 87. Inf Div)
XXVI. Korps
291. Inf, 217. Inf, 161. Inf, 61. Inf Div
Panzer-Gruppe 4
1. Panzer, 6. Panzer Div
X. Korps
123. Inf, 122. Inf Div
I. Korps
1. Inf, 21. Inf, 11. Inf, 290. Inf, 269. Inf Div
II.Korps
32. Inf, 121. Inf Div
VI. Korps
6. Inf, 5. Inf, 256. Inf Div
XX. Korps
129. Inf Div
4. Armee
XXXV. Korps
23. Inf, 258. Inf, 131. Inf, 162. Inf, 292. Inf
XXXXIV. Korps
268. Inf, 1. Kav, 252. Inf Div
XII. Korps
293. Inf, 31. Inf Div
XIII. Korps
134. Inf, 137. Inf Div
17. Armee
III. mot. Korps
62. Inf, 75. Inf Div
XVII. Korps
298. Inf, 297. Inf, 44. Inf Div
XXXIV. Korps
68. Inf, 257. Inf, 71. Inf, 162. Inf Div
IX. Korps
299. Inf, 296. Inf, 255. Inf, 56. Inf Div
XXIX. Korps
9. Inf, 168. Inf Div

Aufmarsch Balkan-Feldzug:

Armee
Korps
Divisionen
2. Armee (in Österreich und Ungarn gegen Jugoslawien; Reserven: 79. Inf, 169. Inf, 197. Inf Div)
XXXXIX. Gebirgs-Korps
1. Gebirgs Div
LI. Korps
132. Inf, 183. Inf, 101. Leichte Div (1/2)
XXXXVI. mot. Korps
8. Panzer, 14. Panzer, 16. mot.Inf Div
LII. Korps
125. Inf Div
12. Armee (in Bulgarien gegen Jugoslawien und Griechenland; Reserven: 16. Panzer Div)
XVIII. Gebirgs Korps
5. Gebirgs, 6. Gebirgs, 72. Inf, 2. Panzer Div, Inf.Reg. 125
XXX. Korps
50. Inf, 164. Inf Div"
XXXX. mot. Korps
9. Panzer, SS Adolf Hitler mot., 73. Inf Div"
XI. Korps
76. Inf, 198. Inf Div
L. Korps
46. Inf Div
Panzer-Gruppe 1 (der 12. Armee unterstellt; Reserven: 4. Gebirgs, 294. Inf Div)
XIV. mot. Korps
5. Panzer, 11. Panzer Div, 60. mot. Inf Div
XXXXI. mot. Korps
SS Das Reich mot. Div, Inf.Reg (mot) Grossdeutschland

Sonstige:

Armee
Korps
Divisionen
Befehlshaber Heeresmission Rumänien
13. Panzer Div
Deutsches Afrika-Korps
5. Leichte Div
in Dänemark (im Urlaub)
218. Inf Div
in Deutschland (im Urlaub)
207., 213., 221. Inf Div (alle in Umgliederung zu Sicherungs-Div.), 206. Inf, 239. Inf Div
Ersatzheer und Chef der Heeres-Rüstung
13. Welle
302., 304., 306., 319., 323., 327., 305., 320., 321. Inf Div
14. Welle
332., 333., 335., 337., 340., 342., 336., 339. Inf Div

Zahlenmäßige Übersicht der vollständig aufgestellten und einsatzbereiten Divisionen der deutschen Wehrmacht, Waffen-SS und Luftwaffe:

Pzmot.InfKav.InfGebLuftl.insg.
Heeres-Gruppe A---322-34
Heeres-Gruppe D12-20--23
Heeres-Gruppe C9 11,5-21-- 41,5
Heeres-Gruppe B2-144--47
2. Armee2 1,5 -61- 10,5
12. Armee5 3,33 - 8,33 3- 19,66
Afrika-1----1
Reserven1--6-29
INSGESAMT20 16,33 1 137,33 62 182,66

Pz = Panzer; mot.Inf = motorisierte Infanterie; Kav = Kavallerie; Inf = Infanterie; Geb = Gebirgsjäger; Luftl. = Luftlande


Ungefähre Soll-Stärke der wichtigsten Divisions-Typen des Feldheeres im Jahr 1941:

Infanterie Divisionmotorisierte Infanterie DivisionGebirgs DivisionPanzer DivisionLuftlande-Division
Offiziere500500?400+500
Beamte100100?100100
Unteroffiziere2.5002.500?2.000+2.500
Mannschaften13.40013.400?9.300+13.400
Gesamtstärke16.500 (35 Divisionen der 1.Welle 18.000 Mann)16.500?15.60016.500
Infanterie-Regimenter3 mit je 3.000 Mann3 mit je 3.000 Mann2 mit je 3.000 Mann2 mit je 3.000 Mann2 oder 3 mit je 3.000 Mann
Maschinen-gewehre MG34500500220220500
Granatwerfer140 (54 x 8,1cm, sonstige 5cm) 140 (54 x 8,1cm, sonstige 5cm)9050140 (54x8,1cm, 86x5cm)
Infanterie-Geschütze 25 (6 x 15cm, sonstige 7,5cm) 25 (6 x 15cm, sonstige 7,5cm) 14 (2 x 15cm, 12 x 7,5cm)10?
3,7 cm PAK 367575 48 (6 x 4,7cm)5036
Haubitzen und Kanonen 48 (12 x 15cm, sonstige 10,5cm leFH ) 48 (12 x 15cm, sonstige 10,5cm leFH) 32 (16 x 7,5cm, 8 x 10,5cm leFH, 8 x 15cm)28 24 (10,5cm rückstoss-freie)
Flak 2cm1212121212
Panzer-spähwagen330-unter 100-
Panzer---211-
LKWs5001.700-1.400-
PKWs4001.000-560-
Krafträder5001.300-1.300-
Beiwagen200600-700-
Pferde5.000-?--
Bespannte Wagen1.000-?--

Siehe auch: Wehrmachts-Verbände Organisation 1939-41.


Überblick Balkanfeldzug

Lager deutscher Kavallerie
Lager deutscher Kavallerie, welche in Bulgarien zusammengezogen worden ist.

Die Invasion von Jugoslawien

Am 6. April 1941 begann die Sicherung des deutschen Einflussraumes auf dem Balkan durch die Invasion von Jugoslawien durch die Wehrmacht. Dessen Regent, Prinz Paul, war bis zum 25. März 1941 dazu gedrängt worden, den Dreimächte-Pakt zu unterzeichnen.
Durch einen schon seit längerem geplanten Putsch wurde er durch anti-deutsche, serbische Kräfte abgesetzt, welche den jungen König Peter auf den Thron erhoben und eine Regierung bildeten, welche aber nur wenige Tage bestehen sollte.

Hitler befahl den Angriff mit 33 Divisionen auf Jugoslawien und ein schwerer Luftangriff traf Belgrad in einer neuen Eskalation des Blitzkrieges. Gleichzeitig wurde die jugoslawische Luftwaffe ausgeschaltet, bevor sie überhaupt zur Verteidigung eingesetzt werden konnte.

Der deutsche Angriffsplan sah den Einfall der 12. Armee aus Bulgarien vor, welcher nach Süden in Richtung Skopje zielen sollte, um Monastir zu nehmen und die Vereinigung mit den griechischen Streitkräften zu verhindern. Von dort aus sollte die Armee – wie schon seit dem letzten Jahr geplant, als Jugoslawien noch als Verbündeter galt – nach Griechenland eindringen.
Zwei Tage später führte General Paul von Kleist seine Panzer-Gruppe 1 gegen Nis und Belgrad selbst, wo sie mit der deutschen Zweiten Armee aus Österreich sowie italienischen und ungarischen Truppen zusammentreffen sollte.

Der Angriffplan funktionierte hervorragend und es gab nur wenig Widerstand der jugoslawischen Armee zwischen dem 6. und 17. April 1941, als ein Waffenstillstand vereinbart wurde, nachdem König Peter und seine Anhänger aus dem Land geflohen waren.

Kapitulation von jugoslawischen Soldaten.
Kapitulation von jugoslawischen Soldaten.

Interne Zwietracht unter den verschiedenen jugoslawischen Volksgruppen war eine Hilfe für die Deutschen, die insgesamt weniger als 200 Mann während dieses Feldzuges verloren. Ein weiterer Faktor zu ihren Gunsten war die Strategie der Verteidiger, nämlich eine ineffektive, lang aufgereihte Verteidigungslinie entlang der Grenze Jugoslawiens zu bilden, welche völlig unzureichend gegen die an Schwerpunkten eingesetzten deutschen Truppenmassierungen war. Und schließlich besiegelte die deutsche Luftüberlegenheit das Schicksal Jugoslawiens.

Der Angriff auf Griechenland

Der Sturz der jugoslawischen Regentschaft und Regierung am 27. März 1941 änderte Hitlers Szenario für Südosteuropa. Bisher hatte er geplant, seinen italienischen Verbündeten in dessen unglücklichen griechischen Feldzug durch die Überredung Bulgariens und Jugoslawiens zu helfen, in dem diese Länder seinen Truppen den freien Durchgang nach Griechenland gewähren.
Zwischenzeitlich hatten auch die Briten 50.000 Mann angelandet, um ihre Garantie von 1939 für Griechenland umzusetzen.

Mussolinis Streitkräfte hatten die griechische Grenze in Albanien am 28. Oktober 1940 überschritten, aber ihr Kriegsglück ging schon seit November steil bergab. Die Griechen mobilisierten schnell und drängten die Italiener zurück, bis sie die Hälfte von Albanien erobert hatten und die britische Hilfe im März 1941 eintraf.

Die Aussicht einer Niederlage seines Verbündeten, verbunden mit der britischen Nähe zu den Ölfelder von Rumänien, veranlasste Hitler drei vollständige Armeekorps mit starken Panzerstreitkräften gegen Griechenland einzusetzen.

Der Angriff gegen Griechenland begann am 6. April 1941, gleichzeitig mit der Invasion von Jugoslawien.

Die alliierten Streitkräfte in Griechenland umfassten sieben griechische Divisionen – keine von ihnen besonders stark – und weniger als zwei Divisionen aus Australien und Neuseeland, sowie eine britische Panzer-Brigade. Dazu kamen noch die Streitkräfte an der Front in Albanien.
Der britische Befehlshaber drängte auf die Verteidigung auf der Aliakmon-Linie, wo das Gelände die Alliierten bevorzugen würde, sowie ausreichend Truppen zum Schließen der Pforte von Monastir. Aber der griechische Oberbefehlshaber hielt für einen vergeblichen Versuch, Griechisch-Mazedonien zu schützen, viele Truppen an der weniger gut zu verteidigenden Metaxas-Linie fest.

Metaxs-Linie griechische Kriegsflagge
Deutsche Soldaten haben an der an der nördlichen Grenze Griechenlands gelegenen Metaxas-Linie eine griechische Kriegsflagge niedergeholt.

Der deutsche Angriff nutzte die Möglichkeit, die Metaxas-Linie direkt zu durchdringen und zu zerschlagen, während andere Verbände durch die Lücke bei Monastir durchstießen, um die alliierten Verteidigungslinien zu umgehen.

Am 10. April war die deutsche Offensive im vollen Gang und rollte über die Aliakmon-Verteidigungslinie hinweg, die aufgegeben werden musste. Eine Woche später lehnte es General Archibald Wavell ab, weitere britische Verstärkungen aus Ägypten zu schicken, was ein sicheres Zeichen dafür war, dass er den Kampf um Griechenland aufgegeben hatte.
Etwa 43.000 Mann wurden nach Kreta evakuiert, bevor die deutschen Truppen auch den letzten Hafen auf dem Peloppones, Kalamata, genommen hatten. 11.000 britische Soldaten mussten zurückgelassen werden.


Quellenangaben und Literatur

The Armed Forces of World War II (Andrew Mollo)
Der Grosse Atlas zum II. Weltkrieg (Peter Young)
Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht, Band 1-8 (Percy E. Schramm)
Der 2. Weltkrieg (C. Bertelsmann Verlag)
A World at Arms – A Global History of World War II (Gerhard L. Weinberg)
Zweiter Weltkrieg in Bildern (Mathias Färber)

Weitere interessante Beiträge:
Schlachtschiff Kaiser WoWs
Die deutschen Schlachtschiffe Kaiser, Nassau und König aus dem Ersten Weltkrieg und in World of Warships. Geschichte im 1. Weltkrieg, Read more
Farbfoto eines Tiger I
Der letzte Kampf der Tiger. Der abenteuerliche Einsatz der Tiger-Panzer der Kampfgruppe Schulze in den letzten Kriegswochen bei Bückeburg. Der Read more
Ar 234 B-2 der 9. Staffel der III. Gruppe des Kampfgeschwader 76
Erster Düsenbomber der Luftfahrtgeschichte Arado Ar 234 Blitz. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Arado Ar 234 Blitz, Read more
Zwei deutsche U-Boote in der Südsee
Deutsches Hochsee-Unterseeboot mit großem Fahrbereich Typ IX. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3D-Modell. hier zum Vorgänger deutsches U-Boot Typ Read more
Pak 36 in Frankreich 1940
Der Westfeldzug 1940 und die Kriegsgliederung der deutschen Wehrmacht vom 8. Juni 1940. Phase 1 des Westfeldzugs: Überfall auf die Read more
Gewehr Modell 98
Deutsches Infanterie-Gewehr Modell 98 Mauser und seine Abarten. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Bilder und Modell. Mauser Gewehr 1898 Mauser-Gewehre Typ: Read more

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Nach oben scrollen

Einen Moment bitte noch - das hier ist bestimmt auch interessant:

P-51D Mustang
Kriegsentscheidender US-Langstrecken-Begleitjäger P-51 Mustang. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. North American P-51 Mustang, der kriegsentscheidende Jäger North Read more

VIELEN DANK FÜR DIE AUFMERKSAMKEIT!